Systemfehler

Ich habe zwei selbstgebastelte Indizes für diese Krise, die sich an meinen eigenen Interessen orientieren. Zuerst ist da der Klassikerindex. Seit anderthalb Jahren schaue ich mir die Preise für englische Sportwägen an, entsprechend dessen, was ich für so ein sinnloses Ding ausgeben würde - nicht viel, jedenfalls. Zu Beginn war es der MG-Midget-Index, dann wurde es der Midget-und-MGB-GT-Index, im Frühwinter war es dann schon der MBG-GT-oder-Roadster-Index, und all das ohne eine Veränderung meiner Bereitschaft, höchstens einen gewissen Betrag zu zahlen. Teilweise liegt das am Niedergang des britischen Peso, vor allem aber an der Unverkäuflichkeit von Automobilen, deren Besitzer sie aber wegen des Credit Crunch los werden müssen. Nachdem ich inzwischen einen Nebenjob habe, der mich leichtsinnig und unbeschwert macht, könnte ich auch von einem Sunbeam-Talbot-Index, vielleicht sogar Armstrong-Siddeley-Index sprechen, so viel liegt dort unverkäuflich auf Halde. Mein Klassikerindex jedenfalls zeigt einen massiven Wertverlust automobiler Assets in England, der klar sagt: Die Party ist vorbei.

Der zweite Index ist die Seitenzahl der World of Interiors. Im letzten Monat war sie verheerend niedrig, aber auch die neue Ausgabe, die heute im Briefkasten lag, war dünn. Sehr dünn.



Und was sie dicker als die letzte Ausgabe war, ging vor allem auf 10 Seiten mehr im Hauptteil und 15 Extraseiten für Stofftrends. Kleider-, Uhren-, Auto- und Modewerbung, was immer in dieser Zeitschrift das Herz der Bankersgattin erfreute, ist fast vollkommen verschwunden. Es muss auf der Insel wirklich schlimm ausschauen. Was für mich natürlich ein Grund ist, zu helfen und den Kauf weiterer silberner Teekannen-Assets ins Auge zu fassen, mit meinem frisch aufgelegten "St. Gallus Spezialfonds für Luxus, Lotterleben und Lebensrettung".

Spass beiseite. Heute Nachmittag hatten Millionen Amerikaner einen prima Grund, eine Rechnung zu schreiben. An einen gewissen Herrn Obama, dessen Wahlkampf sie unterstützt haben, Betreff: Ich will mein Geld zurück. Ganz offen, wenn die neue Administration der USA jetzt erneut 2 Billionen Dollar - 2000 Milliarden - in ein, sagen wir es deutlich, insolventes Bankensystem ohne jede Chance auf einen normalen Geschäftsbetrieb stopft, ist das keine neue Politik und kein Change, sondern eine Fortschreibung des Versagens des verhergehenden Mörder- und Folterregimes. 2 Billionen sind viel Geld, aber sie werden das Kernproblem nicht lösen: Dass die Banken, das gesamte System insolvent ist, zusammengebrochen unter all dem Giftmüll, der die letzten Jahre der Dummheit und Verschwendung finanzierte, und alles neue Geld nur dazu führt, dass der Zusammenbruch verzögert wird. Sei es nun durch das Ende der Banken - und danach des Staates - oder gleich das Ende einer Nation, die abgewirtschaftet hat und ihre Währung ruiniert.

Nebenbei: Zwein alte Bekannte, die Hausfinazierer Fannie Mea und Freddy Mac brauchen auch nochmal 200 Milliarden. Ende des Monats sind dann Chrysler und GM wieder bankrott, und Ford wird sich einreihen. Man kann dieses Spiel nur eine Weile treiben, irgendwann ist das Gesamtsystem bankrott. Die Obama-Administration hat offensichtlich nichts begriffen - statt dessen werden mit einem Stimuluspaket Steuererleichterungen durchgesetzt, die ganz sicher keinen Konsum anregen, und Bildungsprogramme gestrichen. Es ist zum Kotzen. Kein Wunder, wenn die Banker jetzt nochmal schnell kassieren, was möglich ist: Sie nehmen, solange noch was da ist. In einem halben Jahr wird man die Resultate sehen. Überall. Weltweit. Und sie werden heftig sein.

Am 18. September und am 10. Oktober stand das Bankensystem zweimal am Rande des Zusammenbruchs, und diejenigen, die es wussten, machten einen elektronischen Bank Run. Die normalen Anleger und Sparkassenkunden blieben brav daheim, aber die Profis brachten das System an den Abgrund. Wir haben zweimal Glück gehabt. Ich brauche keinen Index um zu wissen, dass man nicht immer Glück haben kann.

Dienstag, 10. Februar 2009, 21:31, von donalphons | |comment

 
Diejenigen, die im Oktober
einen elektronischen Bankrun machten, waren die Idioten, die zu Tiefstkursen verkauft haben. Und die normalen Anleger sind nicht etwa brav daheim geblieben, sondern wollten ihr Geld physisch sehen. Wie mir mehrere Bankschweinchen berichteten, haben die "normalen Anleger" ihre Zertifikate etc. nicht nur verkauft, sondern sogar den Erlös von ihrem Girokonto abgehoben und das Geld in Schließfächer - soweit noch eines zu mieten war - gelegt oder mit nach Hause genommen. Sie wollten ihr Geld einfach einmal sehen und anfassen. So wie manch einer, der glaubt, er hätte den Überblick, heute auf Ertrag verzichtet und seinen Notgroschen für ein Jahr bei den schnelldenkenden Schweizern ablegt. Man, man, wenn unsere Vorfahren auch immer gleich so hysterisch geworden wären, wenn die Volkswirtschaft mal Rückgänge verzeichnet, bestünden unsere Teekannen heute noch aus umgearbeiteten Stahlhelmen.

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Wenn man schon Geld anlegt, sollte man hinterher wenigstens ein ordentliches Hemd haben...

http://www.youtube.com/watch?v=L2cHkMwzOiM

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Ja Mensch, dieses Hemden Thema hatte Don hier zwar schon, aber als Tipp für Vorhänge vielleicht. Wobei dieses siebziger Ding, meine ich, irgendwie in den neunzigen schon aufgeraucht war.
Ja ich weiß, ich setz mich jetzt lieber wieder an meinen Schminktisch. Gute Nacht

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Ich finde auch dieser Talbot hier ist schon eine Augenweide, so bisschen mit dem Scharm eines Leichenwagens. Irgendwie passend zurzeit.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sunbeam-Talbot_90

Aber ich würde mein Geld dann doch lieber in solide Fahrräder investieren, machen sich später irgendwie besser auf dem Schwarzmarkt.

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Zuerst dachte ich "2 (amerikanische) billions - das sind doch eigentlich nur 2 Milliarden, bissel dünn das Ganze..." - aber im verlinkten Artiekl ist ja tatsächlich von trillions die Rede, eieiei - nicht schlecht, ich frage mich nur wo die herkommen sollen (hätte mir ja denken können, daß Du das schon übersetzt hat).
Mit der vielzitierten Selbstregulierung der Märkte hat das alles schon lange nichts mehr zu tun.

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cash
Es kann jedenfalls nicht schaden, ein bisschen mehr Bargeld als üblich im direkten Zugriff zu haben; müssen ja keine absurden Summen sein. Ansonsten gilt weiterhin: Wenn man schon Einlagen bei einer Bank hat, dann bitte bei derselben, bei der man auch (höhere) Kredite hat. Dann kann man im Fall der Fälle wenigstens aufrechnen ...

"Look just because I am paranoid doesnt mean they arent out do get me!"

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Sei es nun durch das Ende der Banken - und danach des Staates - oder gleich das Ende einer Nation, die abgewirtschaftet hat und ihre Währung ruiniert.

das ende der banken muss nicht das ende des staates nach sich ziehen, sondern nur der us-banken und der us of a, wie wir sie heute kennen. das könnte auch ganz im gegenteil eine deutlich stärkere stellung des staates gegenüber der wirtschaft und dem bürger nach sich ziehen, nein, kein us-nationalsozialimus, aber eine deutlich autoritärere variante der machtausübung.

wenn sogar das unwahrscheinliche eintreten sollte und sich die union auflösen sollte, das land hat noch immer genug raum, um autarkes wirtschaften auf verhältnismässig hohem level zu ermöglichen. andere sind dann schlechter dran, z. b. die europäischen verbündeten, die ihren dreck in zukunft alleine machen dürfen oder arabische ölförderländer, die für ihr geliefertes öl noch nicht einmal mehr papier erhalten.

wer damit wirklich rechnet, sollte tatsächlich besser in fahrrädern als in sportwagen investiert sein.

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New Deal, Nationalsozialismus, Stalinismus und Langer Marsch waren die prägnantesten Antworten auf die Krise der 30er Jahre. Die heutige Weltwirtschaftskrise ist in eine ökologische Superkrise eingebettet, aus der es keinen kapitalistischen Ausweg gibt. Ein Green Deal müsste Kernstrukturen des Kapitalismus auflösen, z.B. gewinnorientiertes Aktienkapital in zweckorientiertes Stiftungskapital umwandeln, und gleichzeitig stofforientierte Wirtschaftlichkeitsrechnungen priorisieren.

Ich fürchte, der Kulturalisierungsschub der Oberschichten, den Don zuweilen diagnostiziert, wird schnell wie billiger Firnis abblättern, wenn seine Hochsubventionierung wegbricht. Also dürften sich, neben der Green Deal Perspektive, zeitgemäße Reartikulationen des rechten Autoritarismus, des linken Populismus und des militanten Regionalismus herausbilden.

5 Uhr früh am Morgen, wenn ich die Schreckensmeldungen der Nacht über mich hereinbrechen lasse, frage ich mich, wie reagiert Iris. Denn am Schluß sind es die Irise dieser Welt, die unser Schicksal entscheiden. Irgendwann lesen wir ein Buch mit Dons gesammelten Glossen. Titel: Der Iriskomplex. Waschzettel: Mit Don Quichottes Kampf gegen Windmühlen ging es in die Neuzeit hinein, mit Don Alphonsos Kampf um Silberkannen und Kronleuchter geht es aus ihr heraus. Wenn es gut geht.

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Ganz einfach: Sie und die meisten anderen verstehen gar nicht, was da passiert. Aber: Sie sind immer durchgekommen, sie haben 2 Weltkriege auf der Verliererseite mitgemacht, sie haben fundamentale Krisen der Werte überstanden, und ich bon sehr zuversichtlich, dass sie auch diesmal das nötige Wissen und den nötigen Instikt haben. Man ist nicht zufällig 150 Jahre lang oben.

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Gestern abend gab es zwei Lichblicke im Mainstream-Sumpf der öffentlich-rechtlichen Fernsehunterhaltung, in denen die Ursachen der Krise ziemlich klar auf den Punkt gebracht wurden.

Zum einen war da der Bericht von Ingo Blank in Plusminus: Konjunkturprogramm. Wer zahlt am Ende die Zeche?. Dort trat mal nicht der unsägliche Professor Unsinn auf, sondern neben dem ehemaligen Staatsekretär Heiner Flaßbeck einer, bei dem ich früher mal die Vorlesung besucht habe in Aachen und der schon damals sehr vernünftige Theorien vertrat. Solche Fachleute will ich in Zukunft auf den Talkshow-Sesseln der Republik sehen und nicht die üblichen von der Versicherungswirtschaft gekauften Flachpiepen.

Das andere Highlight war die Sendung mit Maischberger. Dort talkte sie mit Obdachlosen oder solchen, die es mal gewesen waren und das waren sehr interessante Menschen. Und einer von denen - ein studierter Germanist - erzählte den Spruch: "Luxus ist, wenn man sich Dinge kauft, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann". Sehr richtig.

Und könnte es nicht sein, dass wir in der Phase der Überakkumulation angekommen sind, in der Autos nur noch verkauft werden, wenn man ihren Konsum staatlich bezuschusst? Vielleicht hat die ganze Krise ursächlich gar nichts mit den Banken zu tun.

Wenn man sich einmal genau klar macht, was eigentlich zur Zeit passiert, muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass das alles Irrsinn ist. Leider haben wir uns alle schon wieder daran gewöhnt, so dass keiner mehr den Hintern zum Protest hochkriegt (höchsten noch, in Meinungsumfragen auf die Politiker schimpft oder im Internet sein Missfallen formuliert).

Dabei würde doch schon ein klitze-kleiner Sonntagsspaziergang der Nation über die Grenze nach Lichtenstein reichen, um das Piratennest dort mal richtig auszuräuchern und den Anschluss an die EU herbeizuzwingen. Ich würde vorschlagen: Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai alle auf nach Lichtenstein, Banken übernehmen und Steuerhinterzieher teeren und federn. Man muss nur mal ein bisschen aktiv werden. Einfach sich mal am rheinischen Karneval orientieren: Rathäuser übernehmen.

Nur das wird wohl noch helfen.

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@zwischenspeicher:

"Und könnte es nicht sein, dass wir in der Phase der Überakkumulation angekommen sind, in der Autos nur noch verkauft werden, wenn man ihren Konsum staatlich bezuschusst? Vielleicht hat die ganze Krise ursächlich gar nichts mit den Banken zu tun."

Es könnte meiner Meinung nach nicht nur sein, es ist so. Aber diese Ansicht ist momentan noch ziemlich mit Tabus belegt, denn wer im Wohlstand lebt, der möchte nicht mit dessen Ende konfrontiert sein. Womit wir wieder beim Thema wären: "Den Schaden, den das Bürgertum allen Menschen an Leib und Seele zufügt."

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Moooooooooment
Der Bürger hier kauft sich wenn dann ein 50 jahre altes Automobil im Vorsatz, es 50 Jahre zu behalten. Darum geht es. Nicht um das jährlich rausgeschmissene Geld für ein neues Handy.

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....und die einerseits durch den zurückgehenden Verkauf von Neuwagen freiwerdenden Mitarbeitern der Automobilwerke, könnten nach einer ausreichenden Umschulung (von der BfA finanziert) in der Pflege der alten Automobile eine neue Einkommensmöglichkeit finden. ;)

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ein Beitrag des sehr geschätzten Egghat !

http://egghat.blogspot.com/2009/02/zahl-des-tages-100209-103000.html

Irgendwie sind das doch alle ganz einfache Verbrecher ?!

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Mein Schrauber fährt einen 500 SL.

Es kann also kein ganz schlechtes Geschäft sein, alte Autos zu pflegen.

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Mein Schrauber fährt einen 500 SL.

Es kann also kein ganz schlechtes Geschäft sein, alte Autos zu pflegen.



Als Ex-Besitzer eines Jaguar Mk2 kann ich Dir da nur zustimmen. Mein Mechaniker ist damals monatlich wohlhabender geworden. Bei mir ging´s demzufolge genau andersrum :)

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Trotz katastrophaler Abgaswerte könnte die CO2-Bilanz sogar besser aussehen. Denn schließlich wird bei der Neu-Produktion jede Menge CO2 in die Luft geblasen.

Aber das ist ja alles kein Widerspruch von wegen "Moooooment". Es ist die Haltbarkeit, die der gegenwärtigen Wirtschaft den Garaus macht. Z.B. mein 12-jahre alter Golf-Bon-Jovi. Der Golf III ist der bestaussehendste Golf aus deutscher Produktion, der jemals gebaut wurde. Dagegen sehen die neuen aus wie Kirmes-Scooter. Und außerdem verbraucht er weniger Sprit als die neuen weil er leichter ist und weniger Elektronik hat. Er hat noch kein bisschen Rost, weil deutsche Autos eben haltbar sind. Warum soll ich den jetzt komplett verschrotten?

Und die Stühle meines Großvaters (seinerzeit Schumacher von Beruf) sind tatsächlich auch die Zierde meines Wohnzimmers. Warum also soll Ikea für mich Stühle produzieren?

Insofern absolut d'accord. Eine Politik, die mich motivieren will, mein gutes altes haltbares und umweltfreundliches Auto zu verkaufen, ist einfach Wahnsinn. Eine solche Politik will die Überakkumulation auf Teufel komm raus auf hohem Niveau retten. Ich bleibe dabei.

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@Don: Das Argument der nachhaltigen Güter (Roadster, Stühle, Silberkannen) langweilt mich inzwischen. Materialismus ist nicht bloß, wenn man Ex-und-Hopp konsumiert. Auch das analfixierte Anhäufen von langlebigem Zeuch fällt in dasselbe Krankheitsbild. Auch wenn's als Mädchenkram verunglimpft wird: Mal wieder Erich Fromm lesen - "Haben und Sein". Wer hat, hat auch Angst, irgendwann nichts zu haben. Ui, diese Neurose möchte ich persönlich nicht haben. Selbst wenn sie zum Wirtschaftssystem erklärt wird.

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Natürlich. Aber wer nichts hat, hat auch oft genug Angst, bald nichts mehr zu bekommen. Da finde ich die erste Option besser. Und die aktuelle Krise ist die letzte, bei der man sagen kann: Da kommt schon wieder was nach. Bislang betrifft sie fast ausschliesslich meine Klasse, aber sie kommt ganz sicher auf alle Ebenen runter. Diese Krise ist inzwischen weitgehend ausserhalb der meisten Sicherheitsoptionen, und mir geht es nun mal besser, wenn ich mir die sinnvollen Assets raussuchen kann, anstatt nur dazusitzen und darauf zu warten, dass die Deppen da oben alles ruinieren.

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Wie funktioniert ein elektronischer Bank Run?
Drei Dinge erscheinen mir an den nachträglichen Meldungen zum "eletronic bank run" aus den USA (18.9) und Großbritannien (10.10) merkwürdig:

1. Bei einem Bank Run will ich echtes Geld haben, bevor die Kasse nichts mehr auszahlen kann. Die Angst ist berechtigt, weil es weniger physisches als verbuchtes Geld gibt. Was bringt aber ein elektronischer Bank Run, bei dem Bits verschoben und virtuelle Kontostände von einer Bank auf eine andere verschoben werden? Das schädigt die Solvenz der Bank, bei der Gelder angezogen werden. Aber ansonsten? Wenn ich den Dollar durch einen koordinierten Bank Run schädigen will, habe ich wertlose Bits auf einem Konto in einem anderen Land, weil der Dollarkurs massiv nachgeben würde. Warum sollte das jemand wollen?

2. Da die Fed bei einem massiven Abzug von Dollar aus den USA so viel virtuelle Dollar erzeugen kann, wie sie will, ist ein elektronischer Bank Run gegen die USA so sinnvoll wie den Altantik mit einem Löffel leeren zu wollen. Man kann jedes Land durch Abzug von Dollar schädigen, nur eben die USA nicht.

3. Wohin fließen in einer Stunde 550 Mrd Dollar? Wer hat soviel in liquiden Mitteln geparkt, um sie koordiniert abrufen zu können? Da die Spur des Geldes ziemlich gut nachverfolgbar ist, wäre eine koordinierte Aktion ein "unfriendly act", den wohl niemand gegen die USA riskieren würde, wenn er so einfach aufzuspüren ist.

Ich bin ja kein Freund von Verschwörungstheorien, aber die Meldungen haben so große Löcher, dass ich mich frage, was man eigentlich mit ihnen erreichen will.

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... denn sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen!

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dib dib dudel di dip

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Wäre ich nicht bei der Raiba, würde ich jetzt zur Bank gehen.

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Ich vertrau ja meiner Reiffeisen so langsam auch nimmer. Nach zwei oder drei Fusionen und der Zweigstelle drüben in Salzburg. Ich weiß ja ned. Aber, Geld hab ich eh keins, also was kümmert's mich.

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Bei Österreich würde ich hellhörig werden. Da ist die Raiba nämlich ein ganz anderes Kaliber.

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Ich weiß, die Geschichten und Verfahren um die Salzburger Raiffeisen sind ja ned ohne. Die haben ja sogar Auffangfirmen gegründet für ihre Firmenkunden die pleite gegangen sind (mancher schreibt auch "die sie in die Pleite getrieben haben"). Sehr zuvorkommend...

Aber die Salzburger Zweigstelle meiner Bank ist dann doch nur für diejenigen die ihr Geld über die Grenze schaffen wollen, aber noch nie was von der Schweiz gehört haben. Soll's ja geben.

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Kein Beleg für den Bank Run - im Gegenteil
Felix Salmon hat sich die Mühe gemacht zu prüfen, ob die angeblichen Mittelabflüsse in Höhe von 550 Mrd. Dollar am 18.9 irgendwo dokumentiert sind.

Es gab im Zuge der Lehman-Pleite starke Bewegungen, die aber über die Woche verteilt um den Faktor 10 kleiner waren. Und Salmon findet den Anfang der Meldung: Das Boulevard-Blatt New York Post zitierte am 21.9 einen anonymen Banker mit den 550 Mrd. Dollar.

Am 24.9 fragt Kanjorski in einer Anhörung Hank Paulson, ob er das Gerücht des Bank Run bestätigen könne. Konnte er nicht. Komisch. Vermutlich hat ein Boulevard-Reporter eine Zahl verwechselt und ein 71jähriger Congress-Abgeordneter macht daraus nachträglich eine Tatsache. Leider sprechen die Fakten dagegen:

"On September 15, Lehman Brothers failed. The Reserve fund -- which was $64 billion that morning, and which had a substantial investment in Lehman debt -- saw $10 billion of withdrawals that day. The following day, September 16, it saw another $10 billion of withdrawals; on September 17, when withdrawals had reached a total of about $40 billion, it announced that redemptions would take "as long as seven days"; as we all know, that was massively overoptimistic.

The news from The Reserve was gruesome, and total withdrawals from money-market funds reached $104 billion that day, according to Crane Data. Another data provider, ICI, says that as of the close of business on the 17th, money-market funds had a total of $3,549.3 billion, which was a fall of just $30.3 billion from their level a week previously.

The following day, September 18, was bad but not quite as bad, with withdrawals of $57 billion, according to Crane Data. By the 24th, according to ICI, the total was $3,456.2 billion -- a drop of another $93.1 billion from the 17th.

On September 19, worried about outflows from money-market funds, the Treasury announced that, for a fee, it would guarantee -- not freeze -- eligible money-market mutual funds. But the details of the plan still weren't clear as of September 21, when Treasury said it was "continuing to develop the specific details surrounding the temporary guaranty program".

Substantially all of the outflows came from institutional accounts: retail investors never panicked. If you look at the weekly data for bank savings deposits, including money market deposit accounts, they stood at $3,167.4 billion on the 15th, and rose to $3,191.4 billion on the 22nd."
http://www.portfolio.com/views/blogs/market-movers/2009/02/11/kanjorski-and-the-money-market-funds-the-facts

Ich würde sagen, das hier ist ein Klassiker. Wenn zu viele Leute Youtube mit der Wirklichkeit verwechseln, verbreitet sich eine Nachricht, ohne dass die Behauptungen geprüft werden.

Zum Glück gibt es Blogger wie Felix Salmon, die tatsächlich recherchieren.

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