Tun was man kann

In letzter Zeit höre ich das auch von Leuten oft, die eigentlich nicht arm sind: "Der Kostenvoranschlag war viel zu hoch, wir machen das Streichen lieber selber." Und dabei habe ich nicht den Eindruck, als wären nur Künstler involviert. Frage ich dann nach den Kosten, kommen wirklich astronomische Zahlen; grob gesagt könnte man für das gleiche Geld auch noch drei Monate in der Wohnung bleiben. Wenn die Aufgabe dann noch komplexer ist - etwa mit Lasur, Holzfarbe, Spachtel und Malerweiss - und 60 Stufen, einem Wandschrank, ein paar Türen und jede Menge Geländer, kann ich mir die Nachfrage bei einem Profi sparen.

Zumal ich so etwas wirklich gern selbst tue. Es hilft beim Sortieren der Gedanken und beim Fassen von Entschlüssen, und gleichzeitig verrennt man sich bei etwas Ablenkung nicht in falscher Beharrlichkeit. Ich mache das vielleiccht nicht als Hobby, ich müsste das nicht jeden Tag tun, aber am Abend sieht man ein Ergebnis, und das ist nicht schlecht.



Ich empfinde das auch nicht als niedrige Tätigkeit, auch wenn man stundenlang vor den Stufen kniet. Es ist halt so, es muss alle 5 bis 10 Jahre gemacht werden, Umzüge und Menschenscharen, die nach oben und unten poltern, und auch Wischfeudel machen es immer wieder mal nötig. Die schwerste Aufgabe ich es, die bin aufs Holz abgetretenen Stufen so einzulassen, dass die Farbe einhetlich wirkt: Nichts in den Ecken, dreimal an der Kante.

So sollte Arbeit immer sein: Einen Sinn haben, gelingen, nicht überfordern und zum Lebensunterhalt gut beitragen. Es dauert natürlich, es ist zu gross, um es an einem Tag zu tun, aber am Ende kann man zufrieden sein. Das ist auch cder Grund, warum ich einmaligen RAMBAM-Aktionen wie dem Blödsinn einer Welt Kompakt für Blogger kritisch gegenüber stehe: Die Dinge müssen wachsen. Man begreit und lernt nicht an einem Nachmittag. Man findet keine Ruhe in der Hektik. Man muss die Dinge ruhig angehen und sie in Ruhe betreiben, man darf sich keinen falschen Druck machen und hintgenrum so angekotzt sein, wie das nun der Fall zu sein scheint, wenn der Verantwortliche klarstellt, dass er froh ist, die Blogger los zu sein.

Ich weiss auch nicht, ob ich einen besseren Weg kenne, aber wenn ich etwas weiss, dann ist es, dass es wie ruhiges Streichen sein wird.

Samstag, 3. Juli 2010, 01:24, von donalphons | |comment

 
Man tut, was man kann ...
... und was man nicht kann, lässt man lieber jemand anderen machen.

Dauernd Sachen machen, die man nicht kann, ist genauso wenig hilfreich, wie dauernd Sachen von anderen machen lassen, die man selber könnte.

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Offensichtlich
ist das Wetter im Süden nicht ganz so heiss wie hier, nahe der Ostsee.

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Hier in der Mitte war es heute jedenfalls etliche Grade wärmer als an der Ostsee. Gegen Abend hat es sich schließlich etwas abgekühlt - auf aktuell 28 Grad. In meiner Wohnung sind es noch 30.

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Doch, ist es.

Ich will das alles selber können, nach Möglichkeit.

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Oh, ich verstehe den Ehrgeiz des Dons. Wenn es sich nicht gerade um Heizungsmontage handelt und ich durchaus etwas Zeit zur Verfügung habe, mache ich "alles" (naja) selber. Mit Freude.

@egghat: Sind Sie es, der einige Plätze vor mir beim Freitag (WM) rangiert?

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@egghat - ich kann zwar nicht alles, aber ich kann alles lernen. Und ich lerne täglich dazu (das bedingt schon mein Job...).

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Kleines Beispiel: vor knapp 20 Jahren war ich plötzlich für den kompetten Umzug einer Pressenstraße zuständig. Abgesehen davon, dass ich keine Ahnung hatte, war das nicht so schwierig. Das meiste ist Organisation (Einteilung der Arbeitsschritte und Fremdfirmen, Produktion auf Vorrat usw.), vor allem bei einem sehr engen Zeitplan.

Da passiert genügend ungeplantes; dass aber die Elektrizitätswerke, die für den Starkstrom zuständig sind, sich an einem Freitag für Montagfrüh zum Kabelverlegen ankündigten, aber völlig vergessen hatten, den Trupp für den Graben und die Leerrohre zu beauftragen, das hätte meinen Plan ziemlich ruiniert.

Also Freitag 15 Uhr beschlossen, das zu zweit selbst zu machen. Baggerfahrer organisiert. "Warum können Sie erst in zwei Stunden da sein?" "Weil mein Bagger für die 12 km so lange braucht...". Leerrohre usw. organisiert. Und dann eben das ganze Wochenende gebuddelt, Schubkarren gefahren, Sandbetten gelegt... Und am Sonntagabend betrunken genug, um entgegen des ausdrücklichen Verbots und natürlich ohne Führerschein mit dem Bagger den Graben zuzuschütten.

Am Schluß ein dickes Lob der Elektrizitätswerke und eine Gutschrift über 6000 DM für ersparten Aufwand...

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Deswegen schätze ich Arbeiten wie Rasenmähen oder auch Putzen; man kommt dabei zur Ruhe und zum Rhythmus.

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Alles will ich gar nicht können ...
... Hauptsache ich tippe richtig ;-) (yepp, ich mache bei dem Tippspiel bei Freitag.de mit).

Eigentlich eine peinliche Einstellung, schließlich bin ich in meinen Bekanntenkreis von Handwerkern umgeben, sprich, wenn ich ich wollte, könnte ich sogar ne Menge lernen ... Mit einem Malermeister, einem Elektromeister und einem Schreinermeister deckt man schon ne Menge ab ...

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Es ist in der Tat so, dass man vielen handwerklichen Arbeiten dann -aber wohl auch nur dann- etwas abgewinnen kann, wenn man sie nicht tagtäglich machen muss. Der Erkenntnisgewinn ist wiederkehrend und zudem enorm: Gerade habe ich z.B. zwecks späteren Pflasterns 40 qm Beton weggestemmt, 15 bis 20 Zentimeter dick. Und mir dabei überlegt, wer solche Schnapsideen wie Rente mit 67 ausheckt.

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Sowas kann man nicht immer machen, aber wenn man es macht, erdet es ganz schön.

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