Selber machen

Es ist natürlich Zweckentfremdung, und auch gar nicht mein Ding: Aber mit victorianischen Präsentierplatten kann man feine winterliche Gestecke machen, wenn sie nur schön durchbrochen sind. In die Löcher stekt man die Zweige von Tannen und Efeu, verdreht die im Kreis, ein paar Kugeln und eine Kerze in die Mitte, und schon muss sich kein besuch mehr über die fehlende Stimmung für diese jahreszeit beschweren. Kostet nichts, sieht aber hübsch aus. Kitschig auch, aber das hier ist in den Bergen. Dort rüben liegt Österreich und es hat hier Almen, die Menschen tragen Tracht und der Münchner staut sich: Ein wenig zu viel darf hier schon sein. Wenn es denn sein muss.



Man assimiliert sich leichter an den Kitsch als an das Harte und Brutale, man nimmt das Nette leichter an als das Unfreundliche, und es ist immer noch dezent im Vergleich zu dem, was sonst so in Banken, Kanzleien und Cafes an Wettläufen stattfindet. Ich vermute aber, dass auch hier bald die Grenze zum Gehtnichtmehr erreicht ist; Flohmärkte und Läden warten mit einem Überfluss an Formen auf, der sicher nächstes Jahr umschlagen wird, in Richtung Südtiroler Bergbauernmädchentraum mit Strohsternen. Das könnte ich übrigens auch, aber ich denke, so wie es ist, ist es ein guter Kompromiss, der alle zufrieden stellt. Gäste, ihre Tradition und mich, denn danach stelle ich es wieder weg.

Montag, 28. November 2011, 00:56, von donalphons | |comment

 
So ein kleines bisschen nach Rewe sieht´s aber schon aus...

Bei mir gab es dieses Jahr auch was Selbstarrangiertes; auf Silbertablett, mit viel rot. Kommt so schnell nicht aus der Mode.

... link  

 
Ich war da noch nie. Die Kugeln sind vom Flohmarkt und alt, die Zapfen selbstgeholt vom Hirschberg, die Äste selbstgeschnitten, wie es eben Sitte ist. Ich finde wirklich, dass man sowas selber machen kann.

... link  

 
Ja,
kann man machen muss man aber nicht. Finde es bewundernswert, dass Du das selber machst, obwohl es ja nun erklärtermaßen nicht Deine ureigene Tradition ist.

Hier ist dieses Jahr erstmals ein gekaufter Adventskranz zum Einsatz gekommen. Meine Frau hätte zwar den Nerv gehabt, wieder selber einen zu machen, aber eher nicht die Zeit dazu. Und ich hätte zwar eher die Zeit gehabt, aber nicht den Nerv.

... link  

 
Nun, das wiederum ist schlecht für die Traditionen des Nachwuchses. Andererseits, Religion, Glaube, das alles legt sich sowieso. Hier gehört es halt dazu.

... link  

 
Der Nachwuchs,
tja, da müsste man schon talibanischen Aufwand treiben, um das Töchterlein von all den Traditionen fernzuhalten. Gestern abend zum Beispiel hatte sie ihren ersten Auftritt mit dem Kinderkirchenchor beim Adventssingen in der evangelischen Kirche. Nicht dass wir sie dazu gedrängt hätten, das hat sie sich selbst ausgesucht. Und was soll ich sagen, obwohl mir das Drumherum mit dem ganzen Lattengustl-Büßerkult doch schon sehr fremd geworden ist, habe ich doch ein Tränchen der Rührung nicht unterdrücken können, als die Piepsmäuse ihr "Merry Christmas"-Lied schmetterten.

... link  


... comment
 
Hat eigentlich jemand Ahnung, wie die Fliegenpilze in die Weihnachtssymbolik geraten sind? Die rote Farbe, ja. Aber wieso eigentlich rot? Die Blutfarbe von Mithras?

... link  

 
In Bayern gilt der Fliegenpilz als Glückssymbol. Ich glaube, man nimmt den an die Weihnachtsbäume, damit sie auch Gehalt für Neujahr haben.

... link  

 
Heute hat mir jemand erzählt, die Fliegenpilze seien das Modeding dieses Jahr. Hatte ich noch nie zuvor auf Apfendskränzen gesehen.

... link  

 
Weihnachten, das Fest der Liebe.
Wie passend, die neumodische Dekoration mit Pilz,
brennt gut (der Adventskranz, was sonst).

Unser Baum bleibt bis Draakeeni, mindestens, und war immer ohne Myzel.

... link  


... comment
 
Schönes Arrangement - auch, wenn es sich nach meinem Dafürhalten um Fichtenreisig handelt.

... link  

 
Ganz klar Fichte: duftet nicht, picksig und nadelt schnell.

... link  


... comment