So weit 182 Euro tragen

Geschenke! Und weil ich als sparsamer Mensch keinen toten Baum für 30 Euro kaufe, und statt dessen behänge, was da ist (wenngleich für deutlich mehr als 30 Euro, zugegeben, aber es ist ja eine langfristige Investition) - bleibt etwas übrig.



So bekam jemand ein Kissen, das an jene erinnert, auf denen der Kailf Harun al-Pussah liegt. Rund, gross, prächtig, zum drauf sitzen und drauf liegen. Das Leben ist hart, man sollte es sich so weich wie möglich machen. Für mich gab es auch etwas Weiches - kurz entschlossen bei ebay mitgeboten, und es war gar nicht teuer:



Ein Specialized Enduro Comp von 2001, und so, wie ich es mag: 26-Zoll-Laufräder, V-Bremsen, Alurahmen, 9fach-Schaltung. Keine schweren, sinnlosen Riesenwalzen, keine schlecht zu wartenden und verschleissenden Scheibenbremsen, kein brüchiges Carbon, keine superschmale, superempfindliche 11-fach Kette. In dieser Zeit war die Vollfederung schon recht ausgereift, und man kann damit auch heute noch fahren.



Das, was mir gefällt, liegt heute nun mal wie Blei in den Regalen und unterbietet Wertverluste anderer technischer Dinge nochmal deutlich: 20% des Originalpreises ist immer eine gute Richtgrösse bei älteren Rädern, aber diesmal sind es, wenn es hoch kommt und man die Sonderausstattung berücksichtigt, vielleicht 7%. Das ist wirklich heftig, aber für meine Zwecke gut: Ich kann nächstes Jahr nämlich die Frage stellen, wie weit man heute noch mit 200 Euro kommt.



Ich musste wirklich gar nichts daran machen, nur einen Sattel meiner Wahl hinschrauben und Pedale, die bergtauglich sind. Die Federhärte passt, die Einstellung passt, und überhaupt ist es eines dieser Räder, die zwar gekauft und behutsam erneuert, aber deshalb noch lange nicht gefahren wurden. 10 Mal auf die Neureuth, und jedes Neurad sieht bei mir deutlich schlimmer aus. Wir haben hier also die ideale Basis für eine mehrtägige Radreise in die Berge. Und diesmal ist es nicht der Preis eines durchschnittlichen deutschen Neurads wie jene, mit denen ich dieses Jahr transalp fuhr. Diesmal werde ich noch sparsamer sein. Diesmal kann sich das wirklich fast jeder leisten.



(Es wird in diesem Kontext übrigens bei der FAZ auch die ein oder andere Neuerung geben, das darf ich an dieser Stelle schon verraten. Ich halte die Kombnation Rad für Kurzstrecke und ökologisch bis zum Ende gefahrenen Benziner für weitaus umweltfreundlicher als die These, dass die Beförderung ein und desselben dicken Hinterns besser wird, wenn man von Benzin auf Kohle und Atom umsteigt. Sage bitte keiner das Wort Pedelec. Das kommt wie das Grab früher. als es einem recht sein kann.)



Also, das ist sie, die exzellente Basis für ein Abenteuer mit minimalen Mitteln, und der Gegenentwurf zum Schreibtischnichttätervolk, das sich ein Elektrorad kommen lässt, damit zum Bahnhof fährt und denkt, das wäre ein Test. Test ist, wenn es an die Substanz geht. Test ist Blut, Schweiss und Tränen und Abfahrten über 1000 Höhenmeter in der einbrechenden Dunkelheit ohne Licht. Test ist Wolf, Test ist nicht Pudel. Mit einem werksgewarteten Demomodell kommt jeder Bioasylfaschist zu seinem veganen Kochkurs oder zum Reichsfeminsitinnenbund Ich mache das anders. Selbst bezahlt, mit einem Blick für Menschen, die nicht zur geschmierten Kaste der Journaille gehören, ohne Handynummer des Generalvertreters. Ein Mann, ein Rad, eine Mission. Was ist heute mit weniger als 200 Euro möglich?



Übrigens, 1o cm Federweg vorn und hinten - das war 2001 noch Enduro und richtig viel. Heute gilt das als Einstiegsklasse und das Lügenpack der Magazine redet den Menschen ein, dass man das zusammen mit den 29-Zoll-Rädern schon braucht, um nur auf der Schotterautobahn zum Baggersee zu radeln. Ich plane so einen Test übrigens auch mit einem ungefederten, originalen Longus von 1990, gekauft für 50 Euro in der Caritas. Das geht auch. 2017 wird also, wenn das Wetter mitspielt, durchaus amüsant.

Sonntag, 25. Dezember 2016, 09:44, von donalphons | |comment

 
Einspruch Euer Volverität,

Lassen Sie den Menschen ihre toten Bäume. Christbaum oder Weihnachtsbaum ist eine relativ junge mitteleuropäische Tradition. Doch ist es eine gute Tradition.
Tannen und Fichten fallen entweder im Forst ohnehin an, da Jungbäume weit dichter gepflanzt werden, als Altbäume leben können.
Oder die Bäume geben Bauern oder Forstbaumschulen ein zusätzliches Einkommen. Marginale Böden aus nichtfürWeizentauglichen Standorten werden fünf bis zehn Jahre lang extensiv kultiviert.

Ihre lingua acutissima verwenden Sie besser für Merkels Maisäcker.
Interessant könnte auch die Spezies der Weihnachtsbaumverkäufer sein. Die Flaschensammler unter den Händlern. Jahr für Jahr drei Wochen am selben Ort mit Stammkunden und begrenzt kompletter Kassenführung in milden, trockenen oder bitternaßkalten Dezembern den Urlaub verbringen.

... link  

 
Tannenbäume
Bei uns wächst tatsächlich ausser Gras, Kartoffeln und natürlich Mais fast nix. Weihnachtsbaumplantagen stehen dann auf den ganz schlechten Böden. Wachszeit etwa 10 Jahre, dann wird neu gepflanzt.
So einen Baum selbst abzusägen hat den grossen Vorteil, dass er kaum nadelt. Plastik finde ich weniger schön und Kugeln an den Lüstern sind schon Geschmackssache. Jedem das Seine, Individualismus ist schön.

... link  


... comment
 
Nach ähnlichen Kriterien habe ich mir einen Focus Big Bud zugelegt.

... link  


... comment
 
Und, hat die Katze ihr neues Kissen angenommen?

... link  

 
Ja, sie schnurrt sehr und schaut darauf sehr gübsch aus.

... link  


... comment
 
ebenfalls einspruch.

scheibenbremsen sind großartig. beläge stellen sich selbst nach, fahre selbst am bergabrad schon seit 2 jahren die gleichen scheiben (beläge kommen saisonal halt ma neu, wechsel geht schneller als bei v-brakes), am reiserad oder an den "normalen" MTBs halten die beläge auch länger.

vbrakes an nem MTB. WTF? gut für die waldautobahn mags taugen aber bisserl im park fahren oder sehr schnelle naturtrails... gefährliche kackscheisse!

eine sattelstütze, die sofort im dämpfer hängt wenns mal ruppig wird ... nene.

dann diese windige gelenklösung. sobalds mal ruppig wird hat man ne hinterradlenkung

29er sollte man mal ausprobiert haben. gerade auf wurzelfeldern und in steingärten rollen die ganz anders. 26 ist tot und das ist gut so. im freeride und downhillbereich mag man das noch fahren wollen aber das ist wie die speichenzahl ...32 ist ok heutzutage. und ja ... das hält.

"plus" kann man mal gut finden. hängt ein wenig vom untergrund ab auf dem man fährt. für mich taugt alles bis 2.3 oder 2.4, am 29er auch 2.1 aber wer weniger harte untergründe oder sehr knorriges terrain befährt ist mit "+" ganz gut unterwegs. möglichkeiten sollte man nutzen.

und ein rad ohne schnippiestütze? alpine trails machen dann aber keinen spass, selbst ohne weitergehende kinderwünsche.

ich kann jeden verstehen, der den hobel nicht gekauft hat. für den beweis, dass es geht gerne. da gibts aj durchaus vögel die ne ostwestqueerung der alpen auf nem singlespeed-MTB abgerissen haben. weil geht. wer aber regelmäßig und ernsthaft MTB fahren will hat mehr spass an der sache, wenns was neueres ist. man sollte natürlich mit sinn und verstand kaufen und im idealfall mehrere räder besitzen.

zur reise. von hütte zu hütte oder komplett self supported?

... link  

 
Wissensfragen
Federhärte gibt´s nicht. Das ist eine Federrate oder -präziser - Federkonstante. Es könnte auch eine progressiv wirkende sein. Dann sind da noch Schwingungsdämpfer. Welches Zug- Druckverhältnis haben die denn? 50:50 oder 60:40? Dann verstehe ich als - in Düsseldorf zum Nicht-Fahrrad-Fahrer - mutierten westfälischen Drahteselbediener - folgendes nicht. Niederländische fietsen hatten schon vor 50 Jahren Trommelbremsen. Nicht mit Bowdenzug-Bedienung sondern mit Gestänge. Deswegen hatten die Sturmey-Archer-Dreiganggetriebe auch keine Rücktrittbremse nötig. Was spricht denn beim MTB - oder wie die Dinger sonst noch heißen - gegen die Trommel? Das Fading?- Da kennt die Branche offenbar ein paar Legierungen nicht. Und keine Fahrradbremse ist so geschützt gegen Dreck wie die Trommel. Und wo ich hier gesehen habe, was für ein technischer Kernschrott die hydraulische Zuspannung der Scheibenbremse an der fiets ist, frage ich mich, warum die Pedalisti sich nicht auf bewährte Techniken besinnen.

... link  

 
die ersten MTBs (google for Klunker) hatten auch Trommelbremsen. die waren recht schnell am schmelzpunkt und felgenbremsen damals deutlich überlegen -> erst canti, dann vbrake (dazwischen ein paar sonderformen).

shimano führt immer noch trommelbremsen, die werden aber von niemandem in ernsthaften ansätzen gefahren. zu schwer, zu schnell zu warm (trotz kühfläche in bremsscheibengröße). dreck macht auch keine probleme. wenn man viel im matsch unterwegs ist, dann sind die bremsflanken an felgen noch eher fritte als ne solide bremsscheibe. scheibenwechsel ist dann auch einfacher als neu einspeichen.

und was stört an der hydraulik? habe davon mehrere in der nutzung und das ankert ordentlich. völlig stressfreie technik. gegenfrage. an welchem vehikel werden denn noch trommelverzögerer eingesetzt? alles mit motor setzt doch klar auf scheibe.

welche parameter die verbaute feder hat müsste man im einzelnen im Datenblatt nachschauen, das ist von forke zu forke verschieden. inzwischen setzen eh fast alle hersteller auf 1-2 Kammer luftsysteme. dämpfercharakteristk (öl) ist in gewissen graden adaptierbar. sei es über einstellschrauben (einfach) oder durch austausch der Öle (aufwendig)

... link  

 
Bei Magura hadere ich etwas mit der Bremscharakteristik und teilweise der Einstellungsfummelei - das habe ich gerade an einem Rad hier, sehr nervig. Eine gute V-Bremse ist nach meinem Empfinden immer noch ideal dosierbar, wobei es eine Scheibenbremse gibt, die ich mag - von Hayes, die habe ich am Kona.

... link  

 
Ach so, und zwei der übelsten Momente in meinem Radlerleben hatte ich mit Disc: eine undosierbare Hope-DH mit Abgang über den Lenker und drei gebrochenen Rippen und eine Magura Julie, bei der der Bremsbelag von der Grundplatte wegbrach. Bergab. Vor einer engen Serpentine.

... link  

 
Mein MTB ist locker über 20 Jahre alt. Die XT/XTR-Kombination moppelt ein klein wenig hinten zwischen den Gängen 3 und 4, das müsste ich mal einstellen. Die IG91-Kette zeigt, trotz vielen km im In- und Ausland immer noch kein Zeichen der Längung - keihe Ahnung, was Shimano da gemacht hat. Die Magura-Felgenbremse wurde seit der Erstmontage nicht einmal gewartet, sie bekommt nur bei Bedarf neue Klötze. Die Bremsleistung ist unter allen Bedingungen über jeden Zweifel erhaben, was vielleicht auch an der Keramikbeschichtung der Mavics liegt.

... link  

 
mhh hab ne recht neue magura am singlespeedgeländeeimer, die müsste jetzt nach anderthalbjahren mal entlüftet werden. trotz ashimaleichtbaurotoren keinerlei ärger mit gehabt (aber auch eher gefahren wie nen crosser, keine langen abfahrten).

die formulas am bergabrad sind schon gebraucht zu mir gekommen und müssten so langsam mal komplett überholt werden. 1000m abfahrt auf schotter hat die nichtmal auf 100° getrieben.

etwas fummelig in der einstellung sind nur die mechanischen disks am reiserenner. vlt gönn ich mir mal ein paar spyre, die sollen da pflegeleichter sein.

vbrakes sind auf trockener straße /untergrund schon was feines, aber im matsch mag ich das nicht so, das flutscht manchmal schon derb.

@ mea culpa. meine XT (7irgendwas) nabe hinten (9mm achse) am bergabrad musste ich bereits ersetzen. die häufigen sprünge haben den lagenr recht schnell zugesetzt. wenn der rahmen iwann die grätsche macht wirds auch was mit hohlachse hinten (und ordentlich dimensionierten lagern!)

... link  


... comment
 
Schicke Sänfte. Für uns Hobetten absolut ausreichend, denn da ist die Fahrtechnik das Limit, nicht das Material. Speziell wenn man von der Strasse kommt und nur mal so durchs Gemüse pflügt.
Christbaumkugelkontent kann ich auch liefern. Gestern bei einer sehr schönen Tour im Nordschwarzwald gekipst:
https://cdn.blogger.de/static/antville/fliegendepudel/images/img_3547.jpg

... link  


... comment