Select

Ich habe früher die Traumräder meiner Jugend gesammelt. Räder, die damals modern waren, mit fliessenden Linien, versteckten Bremszügen im Oberrohr und flächigen Komponenten. Ich mag sie immer noch.



Aber inzwischen suche ich doch eher deutlich ältere Räder. Nicht mehr die Räder meiner Jugend, sondern Räder, die so alt wir ich sind, oder nochmal etwas älter, wie dieses Wiener Select. Das dürfte, den Komponenten zufolge, ungefähr 1962-65 entstanden sein. Damals gab es gerade noch das Gran Sport Schaltwerk, und soeben erst die Weinmann-Bremsen.



Es fährt sich schon sehr rustikal. Aber es ist halt was anderes als das, was man sonst so erlebt. Allein schon das kleine Kettenblatt mit 47 Zähnen - heute fährt man statt 52/47 und 14-24 winzige 50/34 und 11-28. Und 22 statt 10 Gänge.

Donnerstag, 7. September 2017, 23:13, von donalphons | |comment

 
Mal ne Frage aus der kompletten Laienperspektive: wie merkt man, ob so ein äußerlich unversehrt wirkender Rahmen noch erhaltenswert bzw. erhaltensfähig ist? Viele Teile kann man ansehen, aber beim Rahmen und auch beim Lenker wird es doch ohne Röntgen oder wenigstens Endoskop nicht gehen, oder?
Krasse Fälle (Stelle X wir nur noch durch den Lack zusammengehalten) kann man erkennen, aber sonst?
Was ist etwa mit Rost? Ermüdungsstellen, die dann erst bei der 5. großen Tour kommen?

Oder mit anderen Worten: müssen wir uns Sorgen machen?

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Ich habe bei den Alten weitaus weniger Bruch als bei den Neueren gesehen. Man muss halt manche Teile meiden: Atax- und AVA-Vorbauten, alte Stahllenker der 60er, französische Räder aus der Phase zwischen 72 und 74 (Bikeboom in den USA), besser keine Simplexschaltwerke, weil die zu 50% kaputt sind. Hin und wieder brechen Kurbeln, weil das Material zu spröde ist. Hatte ich aber erst einmal. Campa, so um 2000.

Rost ist ein Problem, aber wenn Rahmen von aussen her gut aussehen oder nur an typischen Stellen wie vorne an der ersten Bremszugaufnahme Rost haben, kann man eigentlich zugreifen. Carbon würde mir da weitaus mehr Sorgen machen.

Das Rad hier hat tatsächlich so etwas wie ein häufigeres Problem: Die Campa-Record-Hinterradachse ist gebrochen. Das passiert halt manchmal, Materialermüdung plus problematische Konstruktion plus 2 Tonnen, die daran zerren.

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Gilt die Warnung vor Atax-Vorbauten nur für das alte Zeugs oder taugt das Material aus den 80ern auch nichts? Habe am Chesini eine Atax-Vorbau-Lenker-Kombi verbaut, und auf mich wirkt die jetzt auch nicht weniger vertrauenswürdig als sagen wir mal SR Custom oder vergleichbares.

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Hübsches Rad, wirklich. Aber warum ist der Vorbau so weit rausgezogen. Und vor allem der Lenker so gedreht? Oberrohr zu lang?
@greenbowlerhat
Stahlrahmen rosten selten durch. Die Rahmen aus Baustahl mit extra Kohlenstoff sind aus 1mm und mehr Rohren, die dünneren Exemplare sind aus legierten Stählen die nicht besonders Rostempfindlich sind. Außer bei Salz, aber das sieht man den Rahmen dann sofort an.
Die Ausfallursachen sind meistens die Ausfallenden und Risse an Stellen die durch irgendwelche Bohrungen geschwächt sind. Sowas sieht man von Außen, und bei Defekten kann man sich teilweise noch aufm Rad halten ohne die Straße zu küssen.

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diese Minimalabstufung auf der Tretlagerachse hat mich seit je her in erstaunen versetzt. 5-6 zähne differenz retten einen an nem 15-20% anstieg auch nicht mehr.

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Jetzt lese ich Dein Blog wohl schon deutlich über ein Jahrzehnt und kann mich nicht erinnern, jemals ein Gios in Deinem Fundus gesehen zu haben. Habe ich das Königsblaue schlicht übersehen?

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