Aus der braunen Erde

Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn der nebel wie eine schlechte Erinnerung aus dem braunen, früher sumpfigen Boden aufsteigt, sich in den Senken sammelt und dann beginnt, den blutroten Abendhimmel in seinem Grau zu ersticken.



Jemand hat vor Kurzem Bilder gelöscht, weil er Angst hat. Das ist seh nett, weil er damit zugibt, dass er weiss, was ihm und anderen Gefahren bringen. Er weiss, dass die Bilder mit einer Seite zusammenhängen, die jeder auf den Bildern gekannt hat. Sie wissen nicht, ob ich die Seite gesehen habe, und sie wissen nicht, ob die Bilder nicht irgendwo noch sind. Keiner weiss das. Und deshalb weiss ich, dass sie nicht gut schlafen werden, heute Nacht. Was diese Leute nicht wissen und kennen, ist Bewusstsein für Zeit und Geschehenes, das nie zu Ende sein wird, denn es gibt die Mitzwa zu erinnern, nichts ist je verloren, alles baut aufeinander auf und entsteht auseinander, so wie der Nebel aus dem braunen Erdreich, das früher Sumpf war.

Donnerstag, 9. November 2006, 00:10, von donalphons | |comment

 
und sie wissen nicht, ob die Bilder nicht irgendwo noch sind

Dann hieße dann aber, sie kennen noch nicht einmal die Google-Bildersuche. Es ist aber sowieso zu spät.

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Momentan denken viele, ohne zu wissen. Es gibt in der Sache sehr viel Geschnatter von Gänsen, die auf dem Bild da oben noch fehlen. St. Martin werden si allerdings nicht geschlachtet, da haben sie noch mal Glück gehabt...

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Sonst wäre ihnen womöglich noch Schrecklicheres widerfahren.

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Oftmals habe ich Ihren Hang, mit Sprache kitschige bis heimelige Bilder zu malen, nicht mit Ihren messerscharfen Analysen zusammenbringen können. Heute schon.

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Es gibt für alles Grenzen
Natürlich kann man das alles mit jugendlichem Übermut rechtfertigen, aber das könnte man bei 16 jährigen Glatzen die mit Baseballschlägern auf Ausländer einschlagen dann auch. Wenn jemand der nach eigenen Angaben ein Netzwerk mit 1 Million Mitgliedern betreibt sich sowas leistet, muss für solch eine Aktion auch die Konsequenzen tragen.

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apropos...
... Mitzwah.
Interviewte Münchner Bürger, die heute bei der Eröffnung der Synagoge von Journalisten (Spiegel, knurr !) angetroffen wurden, behaupteten, das alte Parkhaus, das ursprünglich dort stand, wäre als Gebäude besser gewesen.

Unglaublich. Möge Ihnen die Martins-Gans quer...

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Also, ich war ja auf der Vorstellung der Siegerentwürfe. In der Kommission sassen eine Menge Leute, nicht nur Gemeindemitglieder. Um es vorsichtig zu sagen: Die allgemeine Meinung hat meines Erachtens einen anderen Entwurf bevorzugt, aber so ist das nun mal, wenn nicht der normale Geschmack entscheidet, sondern der von Kulturbeamten, Professoren und so weiter.

Über die diversen in der Gemeinde kursierenden Spitznamen für das Ensemble breite ich hier den Mantel des Schweigens. Nur so viel: Ich gehöre auch zu denen, die das Ding für zu schlicht-symbolisch-tragisch halten. Ich mein, es ist die Münchner Gemeinde, die ist einfach nicht so wie die Gebäude, meines Erachtens hat das Ding die falsche Ausstrahlung.

Es ist gut, dass es an der Stelle etwas gibt. Aber es ist nicht perfekt.

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Perfekt...
... ist es nicht, das ist wahr. Die Ausstrahlung ist (in meinen Augen) wie ein Mahnmal und schüchtert ein. Irgendwas mit Fließen und Zelt und so hab ich mir als geistiges Konzept gemerkt, soll das versymboliseren.

Schlaues Konzeptgelaber hin oder her: Dieser strenge Kubus mit den Steinverbledcungen wie Klagemauer steht optisch diametral zu den Hoffnungen und Wünschen der Gemeinde, dass es eine Atmosphäre Miteinander und Begegnung erzeugen soll. [Wäre ich in der Jury gerweens, ich hätte nicht über Geschmack argumentiert, sondern darüber - und allein schon damit streng analytisch gekippt = in einer Art Judo ihren eigenen Argumente verwendet. Aber wer fragt mich schon,*hüstel*]

Zu behaupten, das abgerissene Parkhaus wäre schöner gewesen, ist dennoch ein Knaller.

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