Damnatio Memoriae

Er war kein Sympathieträger. Er wirkte wie einer von den abstossenden Jungdynamikern, die in Firmen alles durcheinanderbringen und weg sind, wenn die Scherben ihrer tollen Pläne vom Global Player und Content Providing weggeräumt werden müssen.

Auch ein weiblicher Sidekick half nichts. Er kotzte die Republik an, und die einzigen, die zu ihm hielten, waren irgendwelche Jungmanager der Firma, die genauso brunzdumm und schreihalsig wie er selbst waren. Letztlich wurde er gekillt, aus allen Werbungen gestrichen.



Man machte Jagd auf ihn. Er war Teil einer Firmenstrategie, von der die Firma nichts mehr wissen wollte. Er wurde ausgerottet.

Nur in Berlin Schöneberg klebt Robert T. Online noch auf der Rückseite einer Telefonzelle. Man hat ihm zwar einen metellica-Sticker über die Fresse geklebt, aber er ist noch da.

Es ist aber auch nicht so wichtig. Vor der Rückseite des Telefonzelle ist ein Friedhof. Und wer tot ist, surft nicht. Zumindest nicht mit T-Online.

Sonntag, 18. April 2004, 20:11, von donalphons | |comment

 
Wie lange noch? In antiken Zeiten wurden den Toten auch Gegenstände ins Grab gelegt, ohne die sie schon während ihres Lebens nicht auskamen. Demnächst Handy und DSL im Grab? Just in case. Für die "forever-young"-Generation?

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Hauptsache, tot.

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Ein Telefonzelle oder berlintypisch eine ehemalige Telefonzelle? Übrigens sind die Friedhöfe das beste an Berlin, oberdrein noch größtenteils hundescheißefrei.

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