Sonntag, 16. September 2012
An Niederlagen scheitern
Jeder halbwegs normale Mensch würde sagen: Egal. Tut nicht erh, ist alles kein Unglück- Ich lebe sowieso drei Monate pro Jahr in Italien, und gerade jetzt ist es da auch nicht recht viel schöner als hier. In Meran kenne ich jeden Stein und jede Opunzie, und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Traubenstrudel ist toll, aber Zwetschgendatschi ist fraglos immer noch besser - weil mich Traubenstrudel in dieser Menge ruinieren würde. Es gibt ein nächstes Mal! Aber sicher.



Und weil ich durchaus Wert datrauf lege, als halbwegs normaler Mensch zu gelten, sage ich das auch. Vermutlich macht es das Bild des halbwegs normalen Menschen erst komplett, wenn ich zugebe, dass ich etwas rationalisiere, was innendrin immer noch nagt und schmerzt. Und das, obwohl es fraglos jede menge Sachen gibt, die furchtbarer sind (da reicht ein Blick auf die Politik, ich sage nur NSU). Aber so ist das halt. Das Konto ist voll von verplanten Ausgaben, und in zeiten wie diesern kauft man doch gern kleine Fluchten für bald wertloses Geld. Gerade kommt eine Einladung herein: "Die Post-Kollaps-Gesellschaft
Wie wir mit viel weniger viel besser leben werden –
und wie wir uns heute schon darauf vorbereiten können" - wie passend. ich habe eine Lösung dafür gefunden und mich ersatzbefriedigt.



Immer noch billiger als Urlaub, übrigens, sogar in dem alles andere als teuren Hotel, in dem ich bin, und von dem ich höre, dass sich noch immer nichts geändert hat. Irgendwo muss die Kreativität ja auch hingehen, das meiste lag hier in Kisten rum, und der rahmen kostete in etwa so viel wie einen Monat angekriseltes Rauchen. Insofern kann ich das schon moralisch begründen. Und dazu kommt, dass ich nicht noch einmal einen schönen Rahmen anderthalb Jahre einfach so rumstehen lassen möchte, wie ich das schändlicherweise mit dem Scapin gemacht habe.Muss ich mir halt eine andere Winterbastelei su



Es ist ein Rad, wie ich es mag: Gut, im Vergleich zu 18 Jahren jüngeren Kisten immer noch gut und auch nicht schwerer, aber optisch so alt, dass es keinen zu Jagden animiert. Es heisst "Opera" und nicht "EVO Ultimate SLX Performance", was ganz gut zu mir passt. Ich übernehme die Bufforolle. Ich mag momentan gar nicht mehr so arg schnell fahren, der sportliche Ehrgeiz ist mir zusammen mit dem Zwang, drei Pässe bewältigen zu müssen, etwas abhanden gekommen. Mit der hereinbrechenden Datschisaison hat das natürlich absolut fast gar nichts zu tun.



Ich bin wenigstens im Gleichgewicht, was durch den Ofen kommt, geht durch das Opera wieder weg. Könnte alles sehr viel schlimmer sein, sage ich mir, und habe bis auf Weiteres erst mal recht.



Und weil ich durchaus Wert datrauf lege, als halbwegs normaler Mensch zu gelten, sage ich das auch. Vermutlich macht es das Bild des halbwegs normalen Menschen erst komplett, wenn ich zugebe, dass ich etwas rationalisiere, was innendrin immer noch nagt und schmerzt. Und das, obwohl es fraglos jede menge Sachen gibt, die furchtbarer sind (da reicht ein Blick auf die Politik, ich sage nur NSU). Aber so ist das halt. Das Konto ist voll von verplanten Ausgaben, und in zeiten wie diesern kauft man doch gern kleine Fluchten für bald wertloses Geld. Gerade kommt eine Einladung herein: "Die Post-Kollaps-Gesellschaft
Wie wir mit viel weniger viel besser leben werden –
und wie wir uns heute schon darauf vorbereiten können" - wie passend. ich habe eine Lösung dafür gefunden und mich ersatzbefriedigt.



Immer noch billiger als Urlaub, übrigens, sogar in dem alles andere als teuren Hotel, in dem ich bin, und von dem ich höre, dass sich noch immer nichts geändert hat. Irgendwo muss die Kreativität ja auch hingehen, das meiste lag hier in Kisten rum, und der rahmen kostete in etwa so viel wie einen Monat angekriseltes Rauchen. Insofern kann ich das schon moralisch begründen. Und dazu kommt, dass ich nicht noch einmal einen schönen Rahmen anderthalb Jahre einfach so rumstehen lassen möchte, wie ich das schändlicherweise mit dem Scapin gemacht habe.



Es ist ein Rad, wie ich es mag: Gut, im Vergleich zu 18 Jahren jüngeren Kisten immer noch gut und auch nicht schwerer, aber optisch so alt, dass es keinen zu Jagden animiert. Es heisst "Opera" und nicht "EVO Ultimate SLX Performance", was ganz gut zu mir passt. Ich übernehme die Bufforolle. Ich mag momentan gar nicht mehr so arg schnell fahren, der sportliche Ehrgeiz ist mir zusammen mit dem Zwang, drei Pässe bewältigen zu müssen, etwas abhanden gekommen. Mit der hereinbrechenden Datschisaison hat das natürlich absolut fast gar nichts zu tun.



Ich bin wenigstens im Gleichgewicht, was durch den Ofen kommt, geht durch das Opera wieder weg. Könnte alles sehr viel schlimmer sein, sage ich mir, und habe bis auf Weiteres erst mal recht.
donalphons, 18:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 15. September 2012
Mit der Sonne untergehen
Da sind sie wieder, die Gedanken an zeitweises Auswandern dorthin, wo das alles weitergehen kann.



Denn hier bleibt nur die Erkenntnis, dass alles kürzer wird: Die Tage, die Touren, die Zeitpolster, die für die Bilder bleiben. Die Möglichkeiten, einen Abstecher zu machen, schwinden auch, man kann nicht mehr sagen: das Eckerl mache ich noch. Man darf nicht schlecht reden über dieses Jahr, wir hatten hier noch, alles zusammen, Glück. Aber wen ich könnte, dann würde ich anderweitig planen.



Und weil alles so schnell gehen muss, werde ich auch ungeduldig und unleidlich. Ich bin nicht in der Lage, schlechte Texte zu lesen, ich hätte gern etwas mehr Selbstkritik, und am liebsten würde ich "geh und komm nir wieder" in viele Kommentare hinainsetzen. Wie Menschen, die dafür bezahlt werden, nur so unverblümt und unberührt von Selbstzweifeln ihren Dreck ins Internet klatschen, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wie haben keine Medienkrise, wir haben einfach nuir schlechte Produkte von hundsmiserablen Versagern. Vielleicht gi8bt es ja sowas wie ein Jahrestreffen der auslaufenden Schmierfinken, wo sie sich gegenseitig erzählen, sie seinen Literaturpfaue oder Journalisten.



Auch für die werden die Tage und die Zeiten kürzer, zum Glück. Wenn es an meiner Existenz einen grossen Vorteil gibt, dann ist es der Umstand, dass ich zu jeder Minute in vielen Belangen sagen kann: Es reicht. Ich mache etwas anderes. Inzwischen geht das sogar echt gut bis in halbpersönliche Bereiche hinein. Ich bekomme mit, was so passiert, ich lese davon, und denke mir: Das alles betrifft mich nicht mehr. Mach bitte anderen das Leben zur Hölle. Ich dachte eigentlich, Twitter sei ein Instrument zur Aussendarstellungspflege, aber manche benutzen es doch eher zur Charakterdarstellung. Egal - ich bin viel zu weit weg, vermutlich wissen sie im Netzgewitter gar nicht mehr, dass es mich einmal gab.



Jetzt kommt dann auch noch recht viel, was ich dieses Jahr nicht machen werde - beispielsweise die Medientage. Statt dessen Rennrad! Oder dieser Termin da in *****burg, für den sie den Zug zahlen, aber keinesfalls eine Fahrt im Auto: Dann eben nicht, nicht mein Problem, die finden sicher andere amüsante Gäste. Es ist schon erstaunlich, was manche meinen, anderen zumuten können, weil sie angeblich "Publicity" annbieten.



So ist das also. Lese von einem, der gar nicht genug seinen Berlinaufenthalt breittritt. lese von Krisen in Subtexten und Erkenntnissen, dass manches es Fehler war: Das Gefühl habe ich hier nicht. Nur den Eindruck, dass es zu schnell kalt wird.



Denn hier bleibt nur die Erkenntnis, dass alles kürzer wird: Die Tage, die Touren, die Zeitpolster, die für die Bilder bleiben. Die Möglichkeiten, einen Abstecher zu machen, schwinden auch, man kann nicht mehr sagen: das Eckerl mache ich noch. Man darf nicht schlecht reden über dieses Jahr, wir hatten hier noch, alles zusammen, Glück. Aber wen ich könnte, dann würde ich anderweitig planen.



Und weil alles so schnell gehen muss, werde ich auch ungeduldig und unleidlich. Ich bin nicht in der Lage, schlechte Texte zu lesen, ich hätte gern etwas mehr Selbstkritik, und am liebsten würde ich "geh und komm nir wieder" in viele Kommentare hinainsetzen. Wie Menschen, die dafür bezahlt werden, nur so unverblümt und unberührt von Selbstzweifeln ihren Dreck ins Internet klatschen, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wie haben keine Medienkrise, wir haben einfach nuir schlechte Produkte von hundsmiserablen Versagern. Vielleicht gi8bt es ja sowas wie ein Jahrestreffen der auslaufenden Schmierfinken, wo sie sich gegenseitig erzählen, sie seinen Literaturpfaue oder Journalisten.



Auch für die werden die Tage und die Zeiten kürzer, zum Glück. Wenn es an meiner Existenz einen grossen Vorteil gibt, dann ist es der Umstand, dass ich zu jeder Minute in vielen Belangen sagen kann: Es reicht. Ich mache etwas anderes. Inzwischen geht das sogar echt gut bis in halbpersönliche Bereiche hinein. Ich bekomme mit, was so passiert, ich lese davon, und denke mir: Das alles betrifft mich nicht mehr. Mach bitte anderen das Leben zur Hölle. Ich dachte eigentlich, Twitter sei ein Instrument zur Aussendarstellungspflege, aber manche benutzen es doch eher zur Charakterdarstellung. Egal - ich bin viel zu weit weg, vermutlich wissen sie im Netzgewitter gar nicht mehr, dass es mich einmal gab.



Jetzt kommt dann auch noch recht viel, was ich dieses Jahr nicht machen werde - beispielsweise die Medientage. Statt dessen Rennrad! Oder dieser Termin da in *****burg, für den sie den Zug zahlen, aber keinesfalls eine Fahrt im Auto: Dann eben nicht, nicht mein Problem, die finden sicher andere amüsante Gäste. Es ist schon erstaunlich, was manche meinen, anderen zumuten können, weil sie angeblich "Publicity" annbieten.



So ist das also. Lese von einem, der gar nicht genug seinen Berlinaufenthalt breittritt. lese von Krisen in Subtexten und Erkenntnissen, dass manches es Fehler war: Das Gefühl habe ich hier nicht. Nur den Eindruck, dass es zu schnell kalt wird.
donalphons, 01:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 14. September 2012
Nach dem Popcorn des Sommers.
Wenn man viel draussen ist - und ich war dieses Jahr sehr viel draussen - hat man auch ein Auge für Pflanzen und Landwirtschaft. Ein grüner oder goldener Teppich des Getreides, auf dem die Sonne gleisst, ist eine Zierde des Landes. Mais dagegen ist eine Art Landschaftsblockade.



Am Scheitelpunkt meiner Winterrunde etwa, auf einer der ersten Juraanhöhen, wurde dieses Jahr Mais angebaut. Und der Blick über das Land ruiniert. Und selbst jetzt, da die Erntemaschinen durch sind, sieht der Acker wie die miniaturisierte Westfront des 1. Weltkriegs aus. Eigentlich steht da keine Pflanze, sondern ein Statthalter für unsere Methoden der Massentierhaltung. Mais auf dem Feld, Vieh in Fabriken.



Aber immerhin, jetzt ist der Blick über das Land wieder frei. Über diese unaufgeregten Hügelketten, die alles erträglich machen; weder ist es im Sommer zu heiss, noch wird es so kalt wie im Gebirge, wenn der Schnee liegt. Es ist alles ruhig und gemässigt, fast vielleicht etwas zu ruhig. Man kann ausser reichen Erträgen und 7000 Jahren Kulturgeschichte von diesem Land wenig erwarten. Es ernährt seine Leute. Und die Leute lernen, es wieder besser zu behandeln.



An den Hügeln haben sie gelebt, da findet man manchmal noch Linearbandkeramik und Steinbeile, und in den Niederungen haben sie ihre Toten begraben, in Hockerstellung oder in Grabhügeln. 7000 Jahre lang hatten sie kaum eine andere Perspektive als den nächsten Winter, und selbst heute denken sie auch nicht weiter, als bis zur nächsten Modellreihe des Autoherstellers in der Stadt. Warum ich dann hier so unzufrieden, so mitunter garstig bin, verstehe ich auch nicht: Es ändert sich ja nichts. Man kann nichts am Ablauf der grossen Geschehnisse ändern.



Man kann nur bleiben, oder gehen. Das mit dem gehen habe ich versucht, das war auch nur so mittelgut. Also bliebt es im Unklaren, ich fahre, ziehe meine Kreise und lasse alles wissen, dass ich notfalls auch anders könnte. Was, offen gesagt, gegenüber diesem Land ein wenig ungerecht ist.



Am Scheitelpunkt meiner Winterrunde etwa, auf einer der ersten Juraanhöhen, wurde dieses Jahr Mais angebaut. Und der Blick über das Land ruiniert. Und selbst jetzt, da die Erntemaschinen durch sind, sieht der Acker wie die miniaturisierte Westfront des 1. Weltkriegs aus. Eigentlich steht da keine Pflanze, sondern ein Statthalter für unsere Methoden der Massentierhaltung. Mais auf dem Feld, Vieh in Fabriken.



Aber immerhin, jetzt ist der Blick über das Land wieder frei. Über diese unaufgeregten Hügelketten, die alles erträglich machen; weder ist es im Sommer zu heiss, noch wird es so kalt wie im Gebirge, wenn der Schnee liegt. Es ist alles ruhig und gemässigt, fast vielleicht etwas zu ruhig. Man kann ausser reichen Erträgen und 7000 Jahren Kulturgeschichte von diesem Land wenig erwarten. Es ernährt seine Leute. Und die Leute lernen, es wieder besser zu behandeln.



An den Hügeln haben sie gelebt, da findet man manchmal noch Linearbandkeramik und Steinbeile, und in den Niederungen haben sie ihre Toten begraben, in Hockerstellung oder in Grabhügeln. 7000 Jahre lang hatten sie kaum eine andere Perspektive als den nächsten Winter, und selbst heute denken sie auch nicht weiter, als bis zur nächsten Modellreihe des Autoherstellers in der Stadt. Warum ich dann hier so unzufrieden, so mitunter garstig bin, verstehe ich auch nicht: Es ändert sich ja nichts. Man kann nichts am Ablauf der grossen Geschehnisse ändern.



Man kann nur bleiben, oder gehen. Das mit dem gehen habe ich versucht, das war auch nur so mittelgut. Also bliebt es im Unklaren, ich fahre, ziehe meine Kreise und lasse alles wissen, dass ich notfalls auch anders könnte. Was, offen gesagt, gegenüber diesem Land ein wenig ungerecht ist.
donalphons, 00:08h
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Samstag, 8. September 2012
Der Tag für Leute wie mich
Derr Tag des offnenen Denkmals. Ich finde es schon, wenn es am Sonntag wieder die Massen in die Städte und Dorfzentren drückt, weil sie sehen wollen, was sonst verborgen ist. Und an die Menschen, die das Alte mit Leben erfüllen.



Diesmal ist das Motto "Holz", also geht es oft unter die Dächer, in die Treppenhäuser und sogar in Ställe und Schuppen. Dass Stein jahrhunderte hält, ist verständlich, aber Holz und Beständigkeit: Das muss man können.



Und man muss dankbar um solche Einrichtungen sein. Damit sich langsam das Bewusstsein ändert. Man kann so vieles kaufen und neu errichten, aber Gischichte, die einmal zerstört wurde, ist weg. Unwiderbringlich. Das Vegehen gehört zum Leben dazu, aber nicht die Vernichtung.



Unterwegs einen Kürbis mitnehmen! Jetzt ist die richtige Zeit.
Und wie jedes Jahr fühle ich mich ein wenig schlecht, weil ich nicht selbst aufsperre. Wir haben da im Hof heftig umstrittene Holzlegen, die andernorts so dem Wandel zum Opfer gefallen sind, wie auch die Weinstöcke. Dabei gehören sie integral zum Anwesen in der Stadt dazu, und sind etwas ganz anderes als Platz für Garagen und Autos.



Das Wetter ist schön, die Luft ist warm: Man sollte diese Gelegenheit nutzen. Am besten natürlich mit dem Rad: Leise, sauber, denkmalschonend.



Diesmal ist das Motto "Holz", also geht es oft unter die Dächer, in die Treppenhäuser und sogar in Ställe und Schuppen. Dass Stein jahrhunderte hält, ist verständlich, aber Holz und Beständigkeit: Das muss man können.



Und man muss dankbar um solche Einrichtungen sein. Damit sich langsam das Bewusstsein ändert. Man kann so vieles kaufen und neu errichten, aber Gischichte, die einmal zerstört wurde, ist weg. Unwiderbringlich. Das Vegehen gehört zum Leben dazu, aber nicht die Vernichtung.



Unterwegs einen Kürbis mitnehmen! Jetzt ist die richtige Zeit.
Und wie jedes Jahr fühle ich mich ein wenig schlecht, weil ich nicht selbst aufsperre. Wir haben da im Hof heftig umstrittene Holzlegen, die andernorts so dem Wandel zum Opfer gefallen sind, wie auch die Weinstöcke. Dabei gehören sie integral zum Anwesen in der Stadt dazu, und sind etwas ganz anderes als Platz für Garagen und Autos.



Das Wetter ist schön, die Luft ist warm: Man sollte diese Gelegenheit nutzen. Am besten natürlich mit dem Rad: Leise, sauber, denkmalschonend.
donalphons, 01:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 7. September 2012
Man muss immer das Gute sehen
Und da gibt es durchaus etwas.
Aber davon einmal abgesehen ist es auch nur eine Frage der Formulierung. Traubenernte an der Etsch klingt natürlich schöner als Salbeischneiden an der Donau. Und natürlich ist es schade, dass die bunte Bergrennkuh nicht laufen darf, jetzt, wo sie doch wirklich fertig und durchgestaltet ist. Kein Almauftrieb, sondern zurück in den Stall.



Allerdings, jetzt, da ich bleibe, kann ich es auch ehrlich sagen: Es ist nicht mehr warm. Auch nicht in den sonnigen Lagen im Flachland. Ich fürchte fast, dass es oben in den Bergen nochmal kälter ist, und was ich so optimistisch plante - radeln eventuell noch bis 20 Uhr - hätte sich auch als Debakel in Kälte und Finsternis herausstellen können. ich habe keinen Zweifel., dass in Meran noch Sommer ist, aber oben auf den Bergen ist der Sommer nur eine Illusion,. eine Einbildung, ein vorübergehendes Desinteresse des Winters. Ich hatte mir ein paar schöne Kameraperspektiven mit Bergen überlegt - wer weiss, ob ich daran überhaupt Interesse gehabt hätte. Ich werde bei Kälte schnell apathisch.



Und das kennt man: Und dann war da noch dieser Glücksgriff. Weil sich jemand nicht wirklich mit den Details auskannte, war dieser Herr mit dem bitteren Mund und den grossen, nachdenklichen Augen und der prachtvollen Robe falsch auf 1880 datiert, mithin 65 Jahre zu früh. Es ist ein Unterschied zwischen Gründerzeit und Empire, aber so stand nun am Ende neben der wenig schönen Jahreszahl ein wirklich hübscher Preis - für das echte Alter. Normalerweise versenden Auktionshäuser ganz langsam, und nur zur Sicherheit schrieb ich, sie sollten bis nach Meran warten. Aber sicher, sagte die Dame am Telefon. Ist schon unterwegs, sagte ihr Kollege heute. Und das Wiederfinden von Sendungen, die nicht zustellbar waren, noch dazu in dieser Grösse - das bleibt mir somit hoffentlich erspart. Zumal die Vorstellung von empfindlicher Leinwand, die Tag um Tag an- und weggekarrt wird, auch nicht erbaulich ist.



Und durch den Verbleib in Deutschland habe ich das auch schon wieder eingespart. Ausserdem muss man ab heute ja auch gar nicht mehr nach Italien: Dank Herrn Draghi sind wir jetzt alle Italiener, in Rom entscheidet man über die Geldmenge und wozu man lustig ist, und der Rest muss mitmachen, und es steht heute Euro auf unseren Lire, ja vielleicht auch bald wieder Berlusconi und schüttelt dem Draghi die Hand. Eine seltsame Leichtigkeit erfasst mich beim Blick in die Kataloge, es macht nichts, dass ich keinen Platz mehr habe. lieber stapeln sich die Leinwände an der Wand, als das wenige Geld in den Fluten gigantischer Summen, die da kommen werden. Ja, die Demokratie und die Vorstellung, es gäbe Gesetze und Regeln und Zusagen, die gehalten werden, das war alles sehr schön gedacht: Aber wer im Euro bleibt, wird damit leben müssen, dass seine Rechte nicht bei ihm bleiben. Hier hab ich ein Haus und ein Dach und es ist nicht die erste Währung, deren Sturz der Clan hier erlebt: Das ist der Ort, an dem man sein soll. Woanders... kaum zu glauben, dass man vor zwei Wochen noch Luxussorgen wie ein Grundeinkommen haben konnte. Das hat das Regime fein gemacht, Kohl war der Fluch der Deutschen und wenn ich ihm etwas wünsche, dann ist es, dass er es bis zum letzten bitteren Moment mit ansehen muss. und die Merkel: Erst sich in das Debakel locken lassen, und jetzt wird Geld nachgeworfen, wie man bei den anderen will. Nur Idioten reden von einer Rally an den Börsen: Die nehmen die Turboinflation vorweg, und die Krise kommt von den Rändern dort im Süden ins Zentrum.



Daheim habe ich auch einen Weinstock, wie in Meran, ein neuer, italienischer Rahmen ist da und eine Anleitung, wie man auch ohne Schiessgewehr das Fleisch auf den Tisch bringt. Spass beiseite: Es mag spiessig klingen, aber allein das Leben in gefestigten und verlässlichen Strukturen, zu wissen, dass Menschen das tun, was sich gehört, und nicht nur das, was ihnen gehört, so eine gewisse, pardon, Bodenständigkeit, all das ist auch ein grosser Wert, und das mag ich schon sehr. Keiner hier redet über neue Netzprodukte. Keiner hier zieht von WG zu WG. Es ist hier ein wenig so wie bei den Bergbauern von Meran. Wir sind schon so lange hier. Es ist uns dabei immer gut gegangen. Das muss man sehen.
Aber davon einmal abgesehen ist es auch nur eine Frage der Formulierung. Traubenernte an der Etsch klingt natürlich schöner als Salbeischneiden an der Donau. Und natürlich ist es schade, dass die bunte Bergrennkuh nicht laufen darf, jetzt, wo sie doch wirklich fertig und durchgestaltet ist. Kein Almauftrieb, sondern zurück in den Stall.



Allerdings, jetzt, da ich bleibe, kann ich es auch ehrlich sagen: Es ist nicht mehr warm. Auch nicht in den sonnigen Lagen im Flachland. Ich fürchte fast, dass es oben in den Bergen nochmal kälter ist, und was ich so optimistisch plante - radeln eventuell noch bis 20 Uhr - hätte sich auch als Debakel in Kälte und Finsternis herausstellen können. ich habe keinen Zweifel., dass in Meran noch Sommer ist, aber oben auf den Bergen ist der Sommer nur eine Illusion,. eine Einbildung, ein vorübergehendes Desinteresse des Winters. Ich hatte mir ein paar schöne Kameraperspektiven mit Bergen überlegt - wer weiss, ob ich daran überhaupt Interesse gehabt hätte. Ich werde bei Kälte schnell apathisch.






Und durch den Verbleib in Deutschland habe ich das auch schon wieder eingespart. Ausserdem muss man ab heute ja auch gar nicht mehr nach Italien: Dank Herrn Draghi sind wir jetzt alle Italiener, in Rom entscheidet man über die Geldmenge und wozu man lustig ist, und der Rest muss mitmachen, und es steht heute Euro auf unseren Lire, ja vielleicht auch bald wieder Berlusconi und schüttelt dem Draghi die Hand. Eine seltsame Leichtigkeit erfasst mich beim Blick in die Kataloge, es macht nichts, dass ich keinen Platz mehr habe. lieber stapeln sich die Leinwände an der Wand, als das wenige Geld in den Fluten gigantischer Summen, die da kommen werden. Ja, die Demokratie und die Vorstellung, es gäbe Gesetze und Regeln und Zusagen, die gehalten werden, das war alles sehr schön gedacht: Aber wer im Euro bleibt, wird damit leben müssen, dass seine Rechte nicht bei ihm bleiben. Hier hab ich ein Haus und ein Dach und es ist nicht die erste Währung, deren Sturz der Clan hier erlebt: Das ist der Ort, an dem man sein soll. Woanders... kaum zu glauben, dass man vor zwei Wochen noch Luxussorgen wie ein Grundeinkommen haben konnte. Das hat das Regime fein gemacht, Kohl war der Fluch der Deutschen und wenn ich ihm etwas wünsche, dann ist es, dass er es bis zum letzten bitteren Moment mit ansehen muss. und die Merkel: Erst sich in das Debakel locken lassen, und jetzt wird Geld nachgeworfen, wie man bei den anderen will. Nur Idioten reden von einer Rally an den Börsen: Die nehmen die Turboinflation vorweg, und die Krise kommt von den Rändern dort im Süden ins Zentrum.



Daheim habe ich auch einen Weinstock, wie in Meran, ein neuer, italienischer Rahmen ist da und eine Anleitung, wie man auch ohne Schiessgewehr das Fleisch auf den Tisch bringt. Spass beiseite: Es mag spiessig klingen, aber allein das Leben in gefestigten und verlässlichen Strukturen, zu wissen, dass Menschen das tun, was sich gehört, und nicht nur das, was ihnen gehört, so eine gewisse, pardon, Bodenständigkeit, all das ist auch ein grosser Wert, und das mag ich schon sehr. Keiner hier redet über neue Netzprodukte. Keiner hier zieht von WG zu WG. Es ist hier ein wenig so wie bei den Bergbauern von Meran. Wir sind schon so lange hier. Es ist uns dabei immer gut gegangen. Das muss man sehen.
donalphons, 01:20h
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Mittwoch, 5. September 2012
Andererseits
Warum fährst Du weg, pflegte meine - ansonsten selbst höchst reiselustige - Grossmutter immer zu betonen, und sagte, wie schön man - und besonders ich - es hier doch habe.
Und wie immer.












Und wie immer.
donalphons, 00:54h
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Montag, 3. September 2012
#9012090
Manchmal übertreibe ich als Kunstfigur ein wenig. "Der dicke Don" zum Beispiel ist im Moment etwas überzogen.

Aber im Winter werde ich die Diskrepanz schon aufzufüllen wissen, keine Sorge.

Aber im Winter werde ich die Diskrepanz schon aufzufüllen wissen, keine Sorge.
donalphons, 00:54h
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Sonntag, 2. September 2012
Binäres Schrauben
So nebenbei läuft hier gerade nicht Orlando di Lasso und auch nicht Telemann, sondern der Stream des Barcamps der Piraten in Essen, einer Stadt, in der ich einmal war, und in die sich die Piraten gut einfügen. Das ist kein Kompliment. Und auch sonst bin ich, ehrlich gesagt, leicht schockiert von diesem Personal. Dass der Skandalnudel Ponader so wie 4% aussieht, wie Weisband wie 14% aussah, ist nun mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber auch die anderen... Dass dazu nun auch noch die mutmassliche PR-Tante Beltzer von der Süddeutschen, bei der man sich echt fragt, wer sie bezahlt, der Kegelklub oder irgendeine andere Pressure Group, den Piraten nun auch noch die extrem nervige und postengeile Domscheidt-Berg in voller Breitseite reindrücken kann, spricht Bände darüber, wie es sonst so aussieht. So, wie eine Partei halt ist, die ihre Hoffnungsträger weggeputscht hat und statt dessen von einem Beamten geleitet wird, der die öffentliche Präsentation einem Ponader überlässt, der es immer wieder gleich macht: Arroganz, auf die Fresse fallen, Winseln, er hält das nicht aus, Arroganz und dann alles von vorne. . Momentan, am Abgrund, wieder Arroganz. es wäre in Ordnung, wenn die Piraten wirklich um ihr politisches Überleben kämpften, wie sie es tun sollten, aber statt dessen tagt unter ihnen die AG Bärenfellverteilung des eher jagdscheuen Gesindels. Das Thema hätte heissen müssen: Wie vermeiden wir es, die femibgehaschjederallesundzwarsofortige Schillpartei des Internets zu werden, was können wir von der FDP in Sachen Kernzielgruppen lernen, und was können die Grünen, das wir nicht können.



Ich hätte gern Politiker, die nicht metaironisch in Bällebad sitzen, sondern Leute, die etwas aufbauen, das funktioniert. Wo alle Teile ineinander greifen, wo jede Schraube sinnvoll ist, und alles zusammen die Sache voranbringt. ich möchte - und das tue ich auf der anderen Seite - dass eine Sache dabei herauskommt, die funktioniert. Und weil das bislang nicht sichtbar ist - die Weisband so: Aber wir machen doch Programmarbeit; ich so: Ach sei still, Programm kann jeder Depp, macht politische Arbeit und zwar so, dass die anderen Euch nicht mehr nur auslachen - sehe ich auch bei ausgesprochen piratennahe Personen die Haltung, dass man die im Moment nicht wählen kann. Gleich hinter dem Piratenparteiestablishment viele lange Gesichter. Und das wiederum bringt mich dazu, meinen Job ordentlich zu machen. Ich will nicht nur zur Kanzelkehre auf den Achenpass kommen, ich will weiter. Und deshalb muss es nicht nur ein Gefrickel sein, sondern halten wie einer dieser Jahrhunderte alten Hausanker: Wenn ich über die Ellbogenstrecke Richtung Brenner rolle, muss alles so laufen, wie beim ersten Antritt. Ich habe nur eine Chance. Ich weiss das, und so mache ich es dann auch.



Deshalb bin ich auch um Regen, Finsternis und Kälte dankbar: An so einem verregneten Abend zeigt sich, ob alles auch wirklich funktioniert, wie man sich das bei schönem Wetter so ausgedacht hat. 350 Kilometer bin ich jetzt auf diesem Rad gefahren, ungefähr so weit, wie die Reise insgesamt ist, und auch in der Nacht, bei Regen, auf glitschigen Strassen kommt man durch. Ich hoffe auf schönes Wetter auf dem Jaufenpass: Aber eine Garantie gibt es nicht. Das Rad muss so sein, dass ich schlimmstenfalls auch in stockfinsterer Nacht und bei schlechtem Wetter durch die Wolken komme. Dann sol der Fahrer kein Problem sein, zumal sich gerade abzeichnet, dass der Rest vom Septemberein paar sinnlose Planungen enthalten hat. Heisst umgekehrt: ich werde wohl noch etwas länger als gedacht in Südtirol sein.Wie weit ist es eigentlich mit dem Rennrad von Meran an den Gardasee?



Eins nach dem anderen. Schritt für Schritt. Ich habe übrigenss ein im Kern vollkommen banales Ziel bei dieser Reise, und das hat nichts mit Sport zu tun: Es gibt in Meran eine Käserei, die ich ausgerechnet in Mantua entdeckte und erst daheim zu schätzen lernte. Da gibt es nämlich einen leicht geräucherten Wacholderkäse, der monatelang hält und es durchaus mit dem irrwitzigen Scamorza aus der Fressgasse in Parma von den beiden dicken Brüdern, sowie dem Trüffelpeccorino aus Arezzo aufnehmen kann. Ich muss nur nach Algund und dort diesen Käse bekommen. Dann bin ich zufrieden, und weil der lange hält, habe ich auch genug für den Winter, und alles wird gut sein. Alles, was dahinter kommt: Optional. Soweit das wetter und das Rad die Sache mitmachen. Ich sehe die Bilder der drei Pässe und sage mir: Ich kann das. So schwer kann es nicht sein. Alles wird gut.



Es ist übrigens 25 Jahre her, also fast eine Menschengeneration, dass ich so etwas das letzte Mal gemacht habe, in den 80ern, als niemand an der Zukunft zweifelte und die Rente sicher war. Es wird ein Treffen mit mir selbst als junger Mann sein, und damals, zwischen Abitur und Studium, wog ich 67 Kilo und war in der Form meines Lebens (und wäre ohne Hektik doppelt so schnell gewesen, aber darauf kommt es nicht an). Wie das dann 25 Jahre später sein würde, war mir egal, soweit habe ich damals nicht gedacht. Und auch diesmal werde ich nicht weiter als bis zur nächsten Kurve denken. Kurzes Denken am Berg wird hier belohnt. Aber natürlich würde ich das auch gerne nochmal 25 Jahre später schaffen. Wenn, wie wir gerade erfahren, jeder Normalverdiener aus dem letzten finanziellen Rentnerloch pfeifen wird. Mich wird das, weil ich im Eigentum wohne, so nicht erwischen, aber ich erwarte mir da auch keine besonderen Antworten von einer Partei, die die Ideologie vertritt, von 1000 Euro könnte der eine giut leben und alle anderen sollten es genauso tun.



Ich hätte gern Politiker, die nicht metaironisch in Bällebad sitzen, sondern Leute, die etwas aufbauen, das funktioniert. Wo alle Teile ineinander greifen, wo jede Schraube sinnvoll ist, und alles zusammen die Sache voranbringt. ich möchte - und das tue ich auf der anderen Seite - dass eine Sache dabei herauskommt, die funktioniert. Und weil das bislang nicht sichtbar ist - die Weisband so: Aber wir machen doch Programmarbeit; ich so: Ach sei still, Programm kann jeder Depp, macht politische Arbeit und zwar so, dass die anderen Euch nicht mehr nur auslachen - sehe ich auch bei ausgesprochen piratennahe Personen die Haltung, dass man die im Moment nicht wählen kann. Gleich hinter dem Piratenparteiestablishment viele lange Gesichter. Und das wiederum bringt mich dazu, meinen Job ordentlich zu machen. Ich will nicht nur zur Kanzelkehre auf den Achenpass kommen, ich will weiter. Und deshalb muss es nicht nur ein Gefrickel sein, sondern halten wie einer dieser Jahrhunderte alten Hausanker: Wenn ich über die Ellbogenstrecke Richtung Brenner rolle, muss alles so laufen, wie beim ersten Antritt. Ich habe nur eine Chance. Ich weiss das, und so mache ich es dann auch.



Deshalb bin ich auch um Regen, Finsternis und Kälte dankbar: An so einem verregneten Abend zeigt sich, ob alles auch wirklich funktioniert, wie man sich das bei schönem Wetter so ausgedacht hat. 350 Kilometer bin ich jetzt auf diesem Rad gefahren, ungefähr so weit, wie die Reise insgesamt ist, und auch in der Nacht, bei Regen, auf glitschigen Strassen kommt man durch. Ich hoffe auf schönes Wetter auf dem Jaufenpass: Aber eine Garantie gibt es nicht. Das Rad muss so sein, dass ich schlimmstenfalls auch in stockfinsterer Nacht und bei schlechtem Wetter durch die Wolken komme. Dann sol der Fahrer kein Problem sein, zumal sich gerade abzeichnet, dass der Rest vom Septemberein paar sinnlose Planungen enthalten hat. Heisst umgekehrt: ich werde wohl noch etwas länger als gedacht in Südtirol sein.



Eins nach dem anderen. Schritt für Schritt. Ich habe übrigenss ein im Kern vollkommen banales Ziel bei dieser Reise, und das hat nichts mit Sport zu tun: Es gibt in Meran eine Käserei, die ich ausgerechnet in Mantua entdeckte und erst daheim zu schätzen lernte. Da gibt es nämlich einen leicht geräucherten Wacholderkäse, der monatelang hält und es durchaus mit dem irrwitzigen Scamorza aus der Fressgasse in Parma von den beiden dicken Brüdern, sowie dem Trüffelpeccorino aus Arezzo aufnehmen kann. Ich muss nur nach Algund und dort diesen Käse bekommen. Dann bin ich zufrieden, und weil der lange hält, habe ich auch genug für den Winter, und alles wird gut sein. Alles, was dahinter kommt: Optional. Soweit das wetter und das Rad die Sache mitmachen. Ich sehe die Bilder der drei Pässe und sage mir: Ich kann das. So schwer kann es nicht sein. Alles wird gut.



Es ist übrigens 25 Jahre her, also fast eine Menschengeneration, dass ich so etwas das letzte Mal gemacht habe, in den 80ern, als niemand an der Zukunft zweifelte und die Rente sicher war. Es wird ein Treffen mit mir selbst als junger Mann sein, und damals, zwischen Abitur und Studium, wog ich 67 Kilo und war in der Form meines Lebens (und wäre ohne Hektik doppelt so schnell gewesen, aber darauf kommt es nicht an). Wie das dann 25 Jahre später sein würde, war mir egal, soweit habe ich damals nicht gedacht. Und auch diesmal werde ich nicht weiter als bis zur nächsten Kurve denken. Kurzes Denken am Berg wird hier belohnt. Aber natürlich würde ich das auch gerne nochmal 25 Jahre später schaffen. Wenn, wie wir gerade erfahren, jeder Normalverdiener aus dem letzten finanziellen Rentnerloch pfeifen wird. Mich wird das, weil ich im Eigentum wohne, so nicht erwischen, aber ich erwarte mir da auch keine besonderen Antworten von einer Partei, die die Ideologie vertritt, von 1000 Euro könnte der eine giut leben und alle anderen sollten es genauso tun.
donalphons, 01:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 31. August 2012
Das ist nur bitter kaltes, ekliges Wasser
Wohlerzogene Damen steigen nicht auf den Tisch, zerkratzen nicht die Platte und bringen auch die Tischdecke nicht in Unordnung. Und sie hören auf das, was man ihnen sagt. Beim Blick auf das Katzentier wird wohl jeder verstehen, warum ich kinderlos und allein lebend bin. Erziehung, das wäre für alle Betroffenen die Hölle.
Die Hölle, das sind die anderen, ausser man ist es selbst, und macht sie sich selbst an so trüben Tagen mit gestürzten Temperaturen und Regenschauern heiss. Es deutet sich stark an, dass es wirklich passieren wird, Meran, Meran, wir schleichen nach Meran, einige Probleme jedenfalls sind gelöst, und der Rest wirkt machbar, wenn das Wetter wieder besser werden sollte. So richtig mies ist es ja nur hier, im Norden, und manchmal ist die Wettergrenze von grau zu bunt schon im Inntal.
Und weil es hier im Flachen so gut läuft, denkt man sich, ob nicht doch zwei Tage reichen würden. Nicht von Tal zu Tal, Gmund, Hall, Sterzing, Meran, sondern nur zwei Etappen mit dem halben Brenner dazwischen, Gmund, Matrei, Meran. Aber das, würde ich sagen, mache ich, wenn ich gesehen habe, dass drei Tage tatsächlich zu viel für diese Strecke sind. Schade ist das natürlich, weil man ein paar gute Gasthöfe ausfallen lässt: Abendessen in Lans und Riffian. Aber es ist noch Zeit, und man muss sich auch Ziele für das nächste Mal bewahren.
Zumal man auch nie wissen kann, was geschehen wird. Da muss nur ein Reifen platzen, und schon kommt der Tagesablauf durcheinander. Und sollte es doch regnen - so wie heute - sinkt auch die Geschwindigkeit. Das ist wie mit dem Körper, Fett- und Zeitpolster haben ihren Sinn und halten warm, zufrieden und glücklich. Je mehr man sich an hegernen Plänen vornimmt, je mehr voneinander abhängt, je ehrgeiziger die Ziele, desto grösser die Gefahr des Scheiterns. Und weil das so ist, habe ich auch den Sattel - dürr und hart und aus Carbon - gegen einen mit 120 Gramm mehr Bequemlichkeit eingetauscht. Das ist natürlich bei den Marterstühlen ein relativer Begriff, aber auch nicht alle Nagelbetten sind gleich unerfreulich.
Ansonsten läuft alles wie am Schnürchen durch die Gassen gezogene Schweizer mit Uhrwerken, auch bei Regen greifen die Pneus, und der Schmutz hält sich auch ohne Bleche in Grenzen. Dass meine Speise am Abend so bescheiden ausfällt, hat auch nichts mit Abnehmen zu tun: Morgen gibt es ein anderes, ein ganzes Blech Zwetschgendatschi ganz für mich allein. Da lohnt es sich, vorher nichts zu esssen.



Die Hölle, das sind die anderen, ausser man ist es selbst, und macht sie sich selbst an so trüben Tagen mit gestürzten Temperaturen und Regenschauern heiss. Es deutet sich stark an, dass es wirklich passieren wird, Meran, Meran, wir schleichen nach Meran, einige Probleme jedenfalls sind gelöst, und der Rest wirkt machbar, wenn das Wetter wieder besser werden sollte. So richtig mies ist es ja nur hier, im Norden, und manchmal ist die Wettergrenze von grau zu bunt schon im Inntal.



Und weil es hier im Flachen so gut läuft, denkt man sich, ob nicht doch zwei Tage reichen würden. Nicht von Tal zu Tal, Gmund, Hall, Sterzing, Meran, sondern nur zwei Etappen mit dem halben Brenner dazwischen, Gmund, Matrei, Meran. Aber das, würde ich sagen, mache ich, wenn ich gesehen habe, dass drei Tage tatsächlich zu viel für diese Strecke sind. Schade ist das natürlich, weil man ein paar gute Gasthöfe ausfallen lässt: Abendessen in Lans und Riffian. Aber es ist noch Zeit, und man muss sich auch Ziele für das nächste Mal bewahren.



Zumal man auch nie wissen kann, was geschehen wird. Da muss nur ein Reifen platzen, und schon kommt der Tagesablauf durcheinander. Und sollte es doch regnen - so wie heute - sinkt auch die Geschwindigkeit. Das ist wie mit dem Körper, Fett- und Zeitpolster haben ihren Sinn und halten warm, zufrieden und glücklich. Je mehr man sich an hegernen Plänen vornimmt, je mehr voneinander abhängt, je ehrgeiziger die Ziele, desto grösser die Gefahr des Scheiterns. Und weil das so ist, habe ich auch den Sattel - dürr und hart und aus Carbon - gegen einen mit 120 Gramm mehr Bequemlichkeit eingetauscht. Das ist natürlich bei den Marterstühlen ein relativer Begriff, aber auch nicht alle Nagelbetten sind gleich unerfreulich.



Ansonsten läuft alles wie am Schnürchen durch die Gassen gezogene Schweizer mit Uhrwerken, auch bei Regen greifen die Pneus, und der Schmutz hält sich auch ohne Bleche in Grenzen. Dass meine Speise am Abend so bescheiden ausfällt, hat auch nichts mit Abnehmen zu tun: Morgen gibt es ein anderes, ein ganzes Blech Zwetschgendatschi ganz für mich allein. Da lohnt es sich, vorher nichts zu esssen.
donalphons, 01:45h
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Wir werden davon nicht genug haben
Und deshalb muss man nehmen, was man kriegen kann. Vor allem Licht und Wärme, und dann auch noch, ich weiss, wie schrecklich das Wort ist, Kondition. Nennen wir es freundlicher: Wohlbehagen in einem Körper, wenn Leistung verlangt wird. So ist es auch beim Schreiben, da greift alles ineinander, so soll das jetzt auch sein. Es gibt zwei gegenteilige Entwicklungen, mehr Muskeln und gleichzeitig weniger Gewicht, und das merke ich inzwischen überall.
Die Stellen, die ich im Spätwinter gehasst habe, machen jetzt Spass. Im letzten Schnee bin ich da hochgekrochen und dachte mir: Hauptsache oben nicht tot umfallen und wenn es nicht mehr geht, schiebst Du. Inzwischen komme ich da oben richtig flott an, auf dem grossen Kettenblatt, ich schaffe im Wiegetritt wieder einen halben Kilometer und mehr, und fahre dann weiter. Ich denke bei der Abfahrt nicht mehr an das Ausruhen, oder vielleicht eine "Photopause". Die Dynamik ist wieder da, es geht nicht mehr von einem Pfeifkonzert auf dem letzten Loch zum nächsten.
Wer weniger an das umfallen denkt, denkt mehr an die Natur und an die Landschaft, und wie angenehm es hier doch, alles in allem, geworden ist. Wir hatten hier in diesem schmalen Streifen sagenhaftes Glück; eine andere Bloggerin pendelt zwischen München und dieser Region, und da las man oft vom Regen im Süden. Es war wirklich kein schlechter Sommer. Und ich bin in einer Form wie hm also äh damals als ich kurz vor der l'Eroica drei Rippen und so. Auch das sollte mir zu denken geben: Ankommen ist das Wichtigste.


Es wird, das ist jetzt schon klar, vorerst die letzte durchwegs schöne Tour bleiben, und für die kommenden Regentage gibt es auch schon ein Programm: Ich muss auf Leitern klettern und Grünzeug schneiden, ich habe drei Kilo Zwetschgen und ein paar Projekte, manche mit Wörtern und andere mit Schrauben, und dann noch eines von 1855 mit kleinen Löchern in der Leinwand, so sich der Postbot endlich zum Liefern bequemt. Und dann hoffen wir bitte alle auf einen Goldenen Herbst. Denn dieses Jahr war so schnell und so voll, so übervoll und teilweise auch ziemlich zum Vergessen, um es höflich zu sagen, dass es mir erst wie vor ein paar Wochen erscheint, als hier noch Schnee lag. Oben auf dem Hirschberg lag sogar noch Anfang Juni das Weiss an den Nordhängen.

Ich weiss, mein Blog hat sich ziemlich von Text zu Bild verschoben. Heute ärgere ich mich, wie bildlos die Vergangenheit ist. Das hier ist nicht nur mein Schmierzettel, sondern auch mein Photoalbum, und ich frage mich, warum so viel Schönes hier keinen Platz fand. Wir werden schliesslich nicht genug davon haben, wenn wir uns erinnern wollem.



Die Stellen, die ich im Spätwinter gehasst habe, machen jetzt Spass. Im letzten Schnee bin ich da hochgekrochen und dachte mir: Hauptsache oben nicht tot umfallen und wenn es nicht mehr geht, schiebst Du. Inzwischen komme ich da oben richtig flott an, auf dem grossen Kettenblatt, ich schaffe im Wiegetritt wieder einen halben Kilometer und mehr, und fahre dann weiter. Ich denke bei der Abfahrt nicht mehr an das Ausruhen, oder vielleicht eine "Photopause". Die Dynamik ist wieder da, es geht nicht mehr von einem Pfeifkonzert auf dem letzten Loch zum nächsten.



Wer weniger an das umfallen denkt, denkt mehr an die Natur und an die Landschaft, und wie angenehm es hier doch, alles in allem, geworden ist. Wir hatten hier in diesem schmalen Streifen sagenhaftes Glück; eine andere Bloggerin pendelt zwischen München und dieser Region, und da las man oft vom Regen im Süden. Es war wirklich kein schlechter Sommer. Und ich bin in einer Form wie hm also äh damals als ich kurz vor der l'Eroica drei Rippen und so. Auch das sollte mir zu denken geben: Ankommen ist das Wichtigste.



Es wird, das ist jetzt schon klar, vorerst die letzte durchwegs schöne Tour bleiben, und für die kommenden Regentage gibt es auch schon ein Programm: Ich muss auf Leitern klettern und Grünzeug schneiden, ich habe drei Kilo Zwetschgen und ein paar Projekte, manche mit Wörtern und andere mit Schrauben, und dann noch eines von 1855 mit kleinen Löchern in der Leinwand, so sich der Postbot endlich zum Liefern bequemt. Und dann hoffen wir bitte alle auf einen Goldenen Herbst. Denn dieses Jahr war so schnell und so voll, so übervoll und teilweise auch ziemlich zum Vergessen, um es höflich zu sagen, dass es mir erst wie vor ein paar Wochen erscheint, als hier noch Schnee lag. Oben auf dem Hirschberg lag sogar noch Anfang Juni das Weiss an den Nordhängen.



Ich weiss, mein Blog hat sich ziemlich von Text zu Bild verschoben. Heute ärgere ich mich, wie bildlos die Vergangenheit ist. Das hier ist nicht nur mein Schmierzettel, sondern auch mein Photoalbum, und ich frage mich, warum so viel Schönes hier keinen Platz fand. Wir werden schliesslich nicht genug davon haben, wenn wir uns erinnern wollem.
donalphons, 01:33h
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