Sonntag, 12. Februar 2012
Das gehört dazu
zum Älterwerden.
Dass man nicht mehr einfach so den Mund hält und sich in Höflichkeiten flüchtet, wenn der Blödsinn, der gebracht wird, ideologisch nah, aber trotzdem saupeinlich ist.
Zum Beispiel diese Stoppt-Acta-Krake, um die jetzt so ein Bohei gemacht wird, Ich bin 2004 mal richtig, das erste mal richtig an die Decke gegangen, als welche meinten, mit projüdischer Überempfindlichkeit private Politik machen zu müssen, und seitdem ist viel passiert: Den selben Dreck erlebte man von den Antideutschen und den Lizas und PIs dieser Welt, es wanzt sich damit die Springergosse durch die Zeiten, und all das will irgendwie nicht aufhören: jetzt also als Schlagdraufgeschichte bei den Piraten und Netzaktivisten. Ich bin zu alt, um da die Klappe zu halten und zu schweigen, wenn das aus der scheinbar richtigen Ecke kommt. Ich sag nur Mohrenlampe.
Ich habe eine Weile nachgedacht, ob ich darüber nicht irgendwas ... aber ich habe nach meiner eigenen Vorgeschichte irgendwie keine grosse Lust mehr, einen öffentlich auf Schiedsrichter zu machen. Und schon gar nicht bei der FAZ, und nicht zu diesem Thema. Und dann war das ja auch schon Thema besetzt; Julia Seeliger von den Grünen hat leider nicht die Grösse, sich bei diesem komplexen Thema etwas zurückzunehmen. Sie schreibt dort ein dogmatisches und geistloses Blog, und wie man das bei Grünen und Sozen in letzter Zeit erlebt, ist da die Schwelle zur Empörung über Piraten sehr niedrig. Geiler geht es ja nicht, wenn die irgendwas mit Nazis und so. Und dann auch gleich noch an die Antisemitsmusdebatte drangehängt, die immer dann hochkommt, wenn mal wieder eine der typischen Studien den Deutschen ihr Vergessen vorhalten. Nie wieder! Nieder mit der Judenfeindlichkeit! Alle müssen sich an Ausschwitz erinnern! Was haben wir denn morgen zur moralischen Empörung? Schnorris und Mitnehmis gibt es nicht nur in Bellevue, gerade die Moralpolitik ist voll davon.
Wir wurden in der Schule auch mal nach Dachau gekarrt. Mit einem wirklich netten, politisch aktiven Lehrer. Dachau hatte dann zu, das war Pech, und weil der Lehrer ein guter Lehrer war, fuhren wir weiter nach Schloss Oberschleissheim, die Strasse runter, und schauten uns das an. Ich fand das prima. Und nach meinem Wissen war auch in Schleissheim keiner dabei, der wegen dem ausgefallenen Besuch jetzt plötzlich meinte, KZs seien lässig gewesen. Jeder war verdammt froh, durch den Schlosspark strawanzen zu können. Und ich weiss auch aus recht sicheren Quellen, dass die obligatorischen KZ-Touren in Isreal... ich mein, ganz ehrlich: Das sind Rituale. Die brauchen ganz sicher nicht jene, die sich ihnen unterwerfen. Es gibt fraglos sensationell missglückte Gedenkauftriebe, ich sass mal in Würzburg in einer novemberlich kalten Schulaula, und wartete drei Stunden, bis jede der 9 Jahrgangsstufen was zum Gedenken gemacht hatte. Das war echt hart und unerbittlich und trist wie das Wirmüssenwirsollen-Geschreibsel der Seeliger der Selbstgerechten. Wir sollten vor allem nicht drei Stunden frieren und nachher kein Buffet in einem Ort haben, wo danach die Lokale geschlossen sind. Wir sollten nichts jeden Fussel umdrehen, ob da nicht doch was ist, das wir moralisch anprangern können.
Ich bin mir nach 20 Jahren Debatten um Denkmäler weniger sicher denn je, dass man den ganzen Memorialplunder in den vorhandenen Mengen wirklich braucht. Ich fand es gar nicht schlecht, dass man dem Zumtor in Berlin auf der Topographie des Schreckens wieder eingeebnet hat. Es gibt sicher nicht zu wenig Information; auf dem Höhepunkt der Judenmode der deutschen Verlage war es so, dass Autoren aus Israel ihre Manuskripte zuerst in Deutschland einreichten und sich dann auch noch beschwerten, weil es in Isral dafür keinen Verlag gäbe. Irgendwann haben dann auch hier die Verlage begríffen, dass man nichtg jeden Deutschen zum Völkermordexperten machen kann. Der Markt war gesättigt. Ich habe sicher an die 400 Bücher zum Thema oder auch mehr: Schon damals habe ich das ungern gelesen. Es geht mich ja nichts an, aber diejenigen, die meinen gedenken zu müssen, sollten sich schon mal überlegen, ob das nicht auch ohne Steinquader und opferbenutzendes Blogsülz geht. Das war schon in Berlin eine Nummer für peinliche Selbstdarsteller (erinnert sich jemand an den Reliquienknochen, den herzuzeigen sich diese Rosh nicht entblödete?), und das ist im Fall der Erregungskrake nicht anders.
Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn sich die Femiantisemimohrenlampenkorrektisjudenopferbenutzer und die Liberlalalatärenbraunsiffieisraelmissbraucher gegenseitig runtermachen, und wenn es dabei auch noch die dümmeren Piraten erschwicht: Warum nicht. Es gibt jede Menge gute Gründe, sich gegenseitig hirnlos zu schlagen, verbal zu vernichten, Dreckkübel auszuleeren - aber bitte, die Herren und Damen geschichtsbewussten Arier: Da ist so viel Müll in Euch.
Das reicht.
Ihr braucht Opferusurpation dafür so wenig, wie ich Euch für hilfreich erachte. Jemand kennt Auschwitz nicht? Klare Bildungslücke. Jemand nimmt jede dieser nun schon seit Dekaden im alarmistischen Ton gehaltenen Studien zu ernst? Es muss wohl Holocausttag sein, da passiert das meistens. Aber eine Krake, die seit der mittelminoischen Vasenmalerei (und damit klar vor dem Auszug aus Ägypten, bittschön) ein Raubtier zeigt?
Geht's noch? Sucht Euch bitte andere Spielplätze.
Dass man nicht mehr einfach so den Mund hält und sich in Höflichkeiten flüchtet, wenn der Blödsinn, der gebracht wird, ideologisch nah, aber trotzdem saupeinlich ist.
Zum Beispiel diese Stoppt-Acta-Krake, um die jetzt so ein Bohei gemacht wird, Ich bin 2004 mal richtig, das erste mal richtig an die Decke gegangen, als welche meinten, mit projüdischer Überempfindlichkeit private Politik machen zu müssen, und seitdem ist viel passiert: Den selben Dreck erlebte man von den Antideutschen und den Lizas und PIs dieser Welt, es wanzt sich damit die Springergosse durch die Zeiten, und all das will irgendwie nicht aufhören: jetzt also als Schlagdraufgeschichte bei den Piraten und Netzaktivisten. Ich bin zu alt, um da die Klappe zu halten und zu schweigen, wenn das aus der scheinbar richtigen Ecke kommt. Ich sag nur Mohrenlampe.
Ich habe eine Weile nachgedacht, ob ich darüber nicht irgendwas ... aber ich habe nach meiner eigenen Vorgeschichte irgendwie keine grosse Lust mehr, einen öffentlich auf Schiedsrichter zu machen. Und schon gar nicht bei der FAZ, und nicht zu diesem Thema. Und dann war das ja auch schon Thema besetzt; Julia Seeliger von den Grünen hat leider nicht die Grösse, sich bei diesem komplexen Thema etwas zurückzunehmen. Sie schreibt dort ein dogmatisches und geistloses Blog, und wie man das bei Grünen und Sozen in letzter Zeit erlebt, ist da die Schwelle zur Empörung über Piraten sehr niedrig. Geiler geht es ja nicht, wenn die irgendwas mit Nazis und so. Und dann auch gleich noch an die Antisemitsmusdebatte drangehängt, die immer dann hochkommt, wenn mal wieder eine der typischen Studien den Deutschen ihr Vergessen vorhalten. Nie wieder! Nieder mit der Judenfeindlichkeit! Alle müssen sich an Ausschwitz erinnern! Was haben wir denn morgen zur moralischen Empörung? Schnorris und Mitnehmis gibt es nicht nur in Bellevue, gerade die Moralpolitik ist voll davon.
Wir wurden in der Schule auch mal nach Dachau gekarrt. Mit einem wirklich netten, politisch aktiven Lehrer. Dachau hatte dann zu, das war Pech, und weil der Lehrer ein guter Lehrer war, fuhren wir weiter nach Schloss Oberschleissheim, die Strasse runter, und schauten uns das an. Ich fand das prima. Und nach meinem Wissen war auch in Schleissheim keiner dabei, der wegen dem ausgefallenen Besuch jetzt plötzlich meinte, KZs seien lässig gewesen. Jeder war verdammt froh, durch den Schlosspark strawanzen zu können. Und ich weiss auch aus recht sicheren Quellen, dass die obligatorischen KZ-Touren in Isreal... ich mein, ganz ehrlich: Das sind Rituale. Die brauchen ganz sicher nicht jene, die sich ihnen unterwerfen. Es gibt fraglos sensationell missglückte Gedenkauftriebe, ich sass mal in Würzburg in einer novemberlich kalten Schulaula, und wartete drei Stunden, bis jede der 9 Jahrgangsstufen was zum Gedenken gemacht hatte. Das war echt hart und unerbittlich und trist wie das Wirmüssenwirsollen-Geschreibsel der Seeliger der Selbstgerechten. Wir sollten vor allem nicht drei Stunden frieren und nachher kein Buffet in einem Ort haben, wo danach die Lokale geschlossen sind. Wir sollten nichts jeden Fussel umdrehen, ob da nicht doch was ist, das wir moralisch anprangern können.
Ich bin mir nach 20 Jahren Debatten um Denkmäler weniger sicher denn je, dass man den ganzen Memorialplunder in den vorhandenen Mengen wirklich braucht. Ich fand es gar nicht schlecht, dass man dem Zumtor in Berlin auf der Topographie des Schreckens wieder eingeebnet hat. Es gibt sicher nicht zu wenig Information; auf dem Höhepunkt der Judenmode der deutschen Verlage war es so, dass Autoren aus Israel ihre Manuskripte zuerst in Deutschland einreichten und sich dann auch noch beschwerten, weil es in Isral dafür keinen Verlag gäbe. Irgendwann haben dann auch hier die Verlage begríffen, dass man nichtg jeden Deutschen zum Völkermordexperten machen kann. Der Markt war gesättigt. Ich habe sicher an die 400 Bücher zum Thema oder auch mehr: Schon damals habe ich das ungern gelesen. Es geht mich ja nichts an, aber diejenigen, die meinen gedenken zu müssen, sollten sich schon mal überlegen, ob das nicht auch ohne Steinquader und opferbenutzendes Blogsülz geht. Das war schon in Berlin eine Nummer für peinliche Selbstdarsteller (erinnert sich jemand an den Reliquienknochen, den herzuzeigen sich diese Rosh nicht entblödete?), und das ist im Fall der Erregungskrake nicht anders.
Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn sich die Femiantisemimohrenlampenkorrektisjudenopferbenutzer und die Liberlalalatärenbraunsiffieisraelmissbraucher gegenseitig runtermachen, und wenn es dabei auch noch die dümmeren Piraten erschwicht: Warum nicht. Es gibt jede Menge gute Gründe, sich gegenseitig hirnlos zu schlagen, verbal zu vernichten, Dreckkübel auszuleeren - aber bitte, die Herren und Damen geschichtsbewussten Arier: Da ist so viel Müll in Euch.
Das reicht.
Ihr braucht Opferusurpation dafür so wenig, wie ich Euch für hilfreich erachte. Jemand kennt Auschwitz nicht? Klare Bildungslücke. Jemand nimmt jede dieser nun schon seit Dekaden im alarmistischen Ton gehaltenen Studien zu ernst? Es muss wohl Holocausttag sein, da passiert das meistens. Aber eine Krake, die seit der mittelminoischen Vasenmalerei (und damit klar vor dem Auszug aus Ägypten, bittschön) ein Raubtier zeigt?
Geht's noch? Sucht Euch bitte andere Spielplätze.
donalphons, 23:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 11. Februar 2012
Umfrage!
3000 Tage Rebellen ohne Markt gibt es bald zu feiern. Was soll ich in den nächsten 3000 Tagen für die Leserschaft machen?
Ansonsten kaltes Traumwetter heute. Schlittschuhlaufen geht gar nicht so gut, weil zu viel Schnee auf dem Eis ist. Aber darauf wiederum kann man vorzüglich Rad fahren.






Ansonsten kaltes Traumwetter heute. Schlittschuhlaufen geht gar nicht so gut, weil zu viel Schnee auf dem Eis ist. Aber darauf wiederum kann man vorzüglich Rad fahren.






donalphons, 23:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 10. Februar 2012
Gerechtigkeit für den Winter
2008 war ein Traumwinter; da bin ich an den Tegernsee gezogen. Warm, schneefrei, eigentlich Frühling. Blitzblauer Himmel, tiefblauer See.

2009 war ein Traumwinter. Unten am See war es frühlingshaft mild, überall war es sonnig, und oben war genug Schnee zum Rodeln. Man konnte es sich aussuchen. Und warm war es! Es gibt Bilder von mir neben einem Termometer, das 20 Grad an einer Hauswand anzeigt. Ganz oben auf dem Berg, im Schnee.

2010 war ein Katastrophenwinter für die, die nicht am See waren. Das Wort "spätrömische Dekadenz" ist gefallen von jemandem, dem man selbst gern beim Schneeschippen zuschauen würde. Und zwar nur mit Hipsterbrille und einem Laken bekleidet. Am See war das Wetter dagegen traumhaft. Sonne, Sonne, Sonne über angenehmem Schnee. Und Inversionswetterlage. Oben warm, unten in München eisig.

2011 war nochmal so ein Jahr, da kamen manche über Wochen mit ihren Autos nicht aus den Schneehaufen heraus. Der Winter dauerte zwar auch am See sehr lang, aber er war sehr schön. Sagenhaft. Nur etwas mehr Schnee hätten wir gebraucht. Richtig erbärmlich kalt war es in all den Jahren selten, man konnte trotzdem immer draussen etwas tun. Keine Frage, ich bin verwöhnt.

2012... man muss auch mal das Silber putzen und Rezepte variieren. Draussen sein und Rodeln ist überbewertet, wenn es auch am Tag minus 20 Grad hat. Und ich muss vermieten und restaurieren und habe auch so genug zu tun. Und vier Jahre lang hatte ich die schönsten Winter, die man sich vorstellen kann, da darf es auch einmal aussetzen. Und dafür hatten wir ja auch einen Traumnovember, das muss man auch sehen.

2009 war ein Traumwinter. Unten am See war es frühlingshaft mild, überall war es sonnig, und oben war genug Schnee zum Rodeln. Man konnte es sich aussuchen. Und warm war es! Es gibt Bilder von mir neben einem Termometer, das 20 Grad an einer Hauswand anzeigt. Ganz oben auf dem Berg, im Schnee.

2010 war ein Katastrophenwinter für die, die nicht am See waren. Das Wort "spätrömische Dekadenz" ist gefallen von jemandem, dem man selbst gern beim Schneeschippen zuschauen würde. Und zwar nur mit Hipsterbrille und einem Laken bekleidet. Am See war das Wetter dagegen traumhaft. Sonne, Sonne, Sonne über angenehmem Schnee. Und Inversionswetterlage. Oben warm, unten in München eisig.

2011 war nochmal so ein Jahr, da kamen manche über Wochen mit ihren Autos nicht aus den Schneehaufen heraus. Der Winter dauerte zwar auch am See sehr lang, aber er war sehr schön. Sagenhaft. Nur etwas mehr Schnee hätten wir gebraucht. Richtig erbärmlich kalt war es in all den Jahren selten, man konnte trotzdem immer draussen etwas tun. Keine Frage, ich bin verwöhnt.

2012... man muss auch mal das Silber putzen und Rezepte variieren. Draussen sein und Rodeln ist überbewertet, wenn es auch am Tag minus 20 Grad hat. Und ich muss vermieten und restaurieren und habe auch so genug zu tun. Und vier Jahre lang hatte ich die schönsten Winter, die man sich vorstellen kann, da darf es auch einmal aussetzen. Und dafür hatten wir ja auch einen Traumnovember, das muss man auch sehen.
donalphons, 23:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 7. Februar 2012
Sichwasleistungsgesellschaft
Die Seite mit dem Hotel in Catania ist immer noch offen, und auch die andere mit der Empfehlung meiner Eltern, die ich mir aber beim besten Willen nicht leisten kann, und auch nicht leisten würde: Taormina Bestlage, direkt am Meer, historisches Gemäuer, hübsch, wirklich. Obwohl meine Eltern Catania enorm scheusslich finden und gar keinen Vergeich zu Taormina.
Dummerweise kostet dort eine Nacht inzwischen - es ist 10 Jahe her, dass meine Eltern das letzte Mal dort waren - in einer geupgradeten Parvenüschnorrikategorie so viel wie 7 Tage in Catania. Und 7 Tage so viel wie ein Monat Catania plus vermutlich noch ein Barockalter und drei Sklaven, die ihn nach Hause tragen. Ich würde einiges gerade gern tun wollen, und fast alles lieber als dieses Trainingsprogramm für das nächste Stalingrad, aber das wäre es mir einfach nicht wert. Selbst wenn ich es mir leisten könnte. Vermutlich muss ich nochmal 30 Jahre älter werden, um diese Bestimmtheit zu erreichen, die besagt: Das leiste ich mir einfach.

Dafür leiste ich mir ein paar andere Dinge: Fast eue Felgen und Reifen für die Barchetta und den Sommer, ein paar bösartige Bemerkungen über Reichshauptschnorri morgen, man glaubt gar nicht, was einem da so einfällt, wenn man bei -17 Grad durch das Schneetreiben 10 Kilometer fährt und in die harten Eisbrocken knallt. Und zum Abend dann eine Sauerei mit Mascarpone, allein, denn momentan geht Nachts keiner aus dem Haus, der nicht muss. Und nachdem hier langsam die ersten Rohre bersten, könnte ich ohnehin nicht weg.
Also: Keep ice cold and carry on.
Dummerweise kostet dort eine Nacht inzwischen - es ist 10 Jahe her, dass meine Eltern das letzte Mal dort waren - in einer geupgradeten Parvenüschnorrikategorie so viel wie 7 Tage in Catania. Und 7 Tage so viel wie ein Monat Catania plus vermutlich noch ein Barockalter und drei Sklaven, die ihn nach Hause tragen. Ich würde einiges gerade gern tun wollen, und fast alles lieber als dieses Trainingsprogramm für das nächste Stalingrad, aber das wäre es mir einfach nicht wert. Selbst wenn ich es mir leisten könnte. Vermutlich muss ich nochmal 30 Jahre älter werden, um diese Bestimmtheit zu erreichen, die besagt: Das leiste ich mir einfach.

Dafür leiste ich mir ein paar andere Dinge: Fast eue Felgen und Reifen für die Barchetta und den Sommer, ein paar bösartige Bemerkungen über Reichshauptschnorri morgen, man glaubt gar nicht, was einem da so einfällt, wenn man bei -17 Grad durch das Schneetreiben 10 Kilometer fährt und in die harten Eisbrocken knallt. Und zum Abend dann eine Sauerei mit Mascarpone, allein, denn momentan geht Nachts keiner aus dem Haus, der nicht muss. Und nachdem hier langsam die ersten Rohre bersten, könnte ich ohnehin nicht weg.
Also: Keep ice cold and carry on.
donalphons, 23:39h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 26. Januar 2012
Und das mir
Sie sagen, das Internet wäre ein Schatz des Wissens.
Andersrum wird es richtig: Das Internet, wenn es nicht gerade das Hirn mit SPONschleim verblödet, zeigt, wie wenig man weiss. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass der Condottiere Giovanni dalle Bande Nere mit voller Rüstung in Mantua begraben wurde. In der Kirche San Francesco. Die ich auch nicht kenne. Und das merke ich auch nicht im Sinne von "Da forsche ich jetzt nach", sondern stolpere drüber, über den langen Weg Lech -> Rain am Lech -> Tilly -> Falconett -> dalle Bande Nere -> Mantova - > Chiesa San Francesco.

Willkommen, Bildungslücke, halb habe ich Dich jetzt zugeschaufelt, und was noch offen ist, wird dann zu Mantua vernagelt. Nein, man kann nicht alles wissen, dumm kommen wir zur Welt und nach dem Tod ist alles weg, aber ich habe das Gemälde von Hawkwood gesehen, das die Florentiner aus Geiz von Ucello pinseln liessen, um kein teures Standbild errichten zu müssen, ich habe den missglückten Gaul in der Colleoni-Kapelle zu Bergamo betrachtet, und ich fand auch den Tempio Malatesta in Rimini missglückt. Da hätte noch so ein zusammengebombtes Grab in einer geschändeten Kirche für den fiesesten- und vielleicht auch idealtypischen - Söldnerführer aus der Epoche vor G. W. Bush noch gefehlt.
Dann brauche ich nur noch Cesare Borgia, aber den haben sie wie einen Hund in Spanien verscharrt. Wenigstens das weiss ich.
Andersrum wird es richtig: Das Internet, wenn es nicht gerade das Hirn mit SPONschleim verblödet, zeigt, wie wenig man weiss. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass der Condottiere Giovanni dalle Bande Nere mit voller Rüstung in Mantua begraben wurde. In der Kirche San Francesco. Die ich auch nicht kenne. Und das merke ich auch nicht im Sinne von "Da forsche ich jetzt nach", sondern stolpere drüber, über den langen Weg Lech -> Rain am Lech -> Tilly -> Falconett -> dalle Bande Nere -> Mantova - > Chiesa San Francesco.

Willkommen, Bildungslücke, halb habe ich Dich jetzt zugeschaufelt, und was noch offen ist, wird dann zu Mantua vernagelt. Nein, man kann nicht alles wissen, dumm kommen wir zur Welt und nach dem Tod ist alles weg, aber ich habe das Gemälde von Hawkwood gesehen, das die Florentiner aus Geiz von Ucello pinseln liessen, um kein teures Standbild errichten zu müssen, ich habe den missglückten Gaul in der Colleoni-Kapelle zu Bergamo betrachtet, und ich fand auch den Tempio Malatesta in Rimini missglückt. Da hätte noch so ein zusammengebombtes Grab in einer geschändeten Kirche für den fiesesten- und vielleicht auch idealtypischen - Söldnerführer aus der Epoche vor G. W. Bush noch gefehlt.
Dann brauche ich nur noch Cesare Borgia, aber den haben sie wie einen Hund in Spanien verscharrt. Wenigstens das weiss ich.
donalphons, 23:29h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 25. Januar 2012
Getürt
Wenn Mentalitäten sich ändern, wenn Verhaltensweisen kommen, die früher so nicht da waren, dann enstehen auch neue Wörter. Im Englischen, gerade im amerikanischen Englischen zum Beispiel kommt jetzt das Wort "dooring" auf. Das liegt daran, dass man früher in dieser chinesischen Kolonie ohne Gefahr die Autotür öffnen konnte. Jetzt, da sie leibeigen sind und das Benzin nicht mehr zahlen können, entdecken manche die Vorteile der chinesischen Transportmethode mit dem Rad. Der Chinese hat wenigstens ein Pedelec, aber sein Sklave tritt lieber, was angesichts der Probleme dort gar nicht so schlecht ist. Bis eben sein Artgenosse im Auto denkt, Nixon sei immer noch an der Regierung und Asiaten etwas, das im Busch beschossen wird, und von hinten kommt in dieser breiten Strasse sicher nichts, und die Tür seines übergrossen Opel Astras aufreisst, wenn der Radler kommt. Und das heisst dann dooring.
Das wäre mir heute beinahe auch passiert, gleich beim Friedhof, passenderweise. Jedesmal denke ich mir beim Vorbeifahren, dass ich gerne die Traditionen befolge, aber nicht die des Familiengrabes. Gerade hatte ich noch zwei Mütter vor meiner Feuerwehrzufahrt vertrieben (Bitte fahren Sie Ihre Autos weg. Aber mein Kind kommt gleich aus der Schule. Egal, das ist Feuerwehrzufahrt, ein paar Meter weiter weg ist genug frei. Wir haben die Handwerker im Haus, direkt am Gas. Also fahren Sie weg. Aber Sie müssen doch gar nicht raus, Sie haben ja ein Rad. Und ein Mobiltelefon. Seit ein paar Wochen glauben hier alle, sie könnten hier vor meiner Einfahrt parken. Nehmen Sie die Karre weg, oder ich zeige Sie an.), und dann fahre ich vorschriftsmässig auf dem Radlweg und wamms, reisst jemand die Tür auf. So schnell kann man gar nicht schauen. Nur lenken. Und deshalb kann ich sagen: Alte Principias sind enorm wendige Räder.

Wäre ich da mit dem Klein oder dem Look gefahren, gäbe es jetzt einen Versicherungsfall und jede Menge Schereien. Vermutlich lässt im Winter einfach das Denken an radler nach, sie verschwinden aus dem Strassenbild, und so kommt das dann. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass ich vorletzte Woche in München, im Glockenbachviertel über eine grüne Ampel gehend, in der Nacht beinahe von einem Radler umgenietet worden wäre. Ich weiss schon, warum ich aufs weitgehend ampel- und autofreie Dorf gezogen bin; am Tegernsee kann ich nichts dergleichen berichten.
Hier jedoch brauche ich die 10 Kilometer Bewegung, die meine Pflichten mit sich bringen. Einerseits aus Geiz - die Autofahrerei zum Ziel ist extrem hässlich, reizlos und voll mit Schulbussen und Tempo-30-Zonen sowei dem grössten Stau der Stadt, und die Benzinpreise sind gerade iranisch, die Multis bedanken sich bei Amerika - zum anderen aber auch, weil ich Bewegung brauche. Es ist immer noch zu wenig, aber wenigstens das sollte schon sein, bevor der Frühling kommt, und mit ihm der grosse Umzug. Man will ja den Italienerinnen gefallen.Und weil ich in Vicenza ein bestimmtes Thema über Räder und Radgeschichte machen möchte, schraube ich gerade auch noch an einem sehr viel älteren Stück, das ich dann mitnehme.

Überhaupt. Ich habe heute eine alte Speicherkarte durchgekramt, 8 Gigabyte Bilder vom April letzten Jahres. Das ist in Zeiten wie diesen wirklich hart. Momentan ist es dort unten auch vergleichsweise flauschig warm, man radelt dort mit Genuss und nicht, um schnell von A nach B mit kalten Ohren zu kommen. Handschuhe trägt man nur aus Stilgründen, hat man mir berichtet Das mache ich im April wieder. Egal, ob sie die Griechen jetzt endlich pleite gehen lassen oder in den Iran einmarschieren: Das muss einfach sein. Radeln in Mantua, und die Geschichte weiter ziehen lassen, wo sie dann getürt wird von den Verwaltern chinesischer Kolonien, ihren irren Nachfolgehoffenden oder den irren Persern. Egal. Einfach nur über den See radeln und Tortelii di Zucca bestellen. Das ist wenig und viel zugleich.
Davor werde ich mich allerdings noch von ein paar Rädern trennen - es sind wirklich zu viele geworden, und gerade manche Luxusobjekte wie ein Daccordi und ein Klein taugen mir weniger, als ich dachte. Reisefinanzierung. Vielleicht kann ich mir dann diesmal den grünen Glasleguan in Verona leisten, den ich nun schon seit über 10 Jahren anlechze.
Das wäre mir heute beinahe auch passiert, gleich beim Friedhof, passenderweise. Jedesmal denke ich mir beim Vorbeifahren, dass ich gerne die Traditionen befolge, aber nicht die des Familiengrabes. Gerade hatte ich noch zwei Mütter vor meiner Feuerwehrzufahrt vertrieben (Bitte fahren Sie Ihre Autos weg. Aber mein Kind kommt gleich aus der Schule. Egal, das ist Feuerwehrzufahrt, ein paar Meter weiter weg ist genug frei. Wir haben die Handwerker im Haus, direkt am Gas. Also fahren Sie weg. Aber Sie müssen doch gar nicht raus, Sie haben ja ein Rad. Und ein Mobiltelefon. Seit ein paar Wochen glauben hier alle, sie könnten hier vor meiner Einfahrt parken. Nehmen Sie die Karre weg, oder ich zeige Sie an.), und dann fahre ich vorschriftsmässig auf dem Radlweg und wamms, reisst jemand die Tür auf. So schnell kann man gar nicht schauen. Nur lenken. Und deshalb kann ich sagen: Alte Principias sind enorm wendige Räder.

Wäre ich da mit dem Klein oder dem Look gefahren, gäbe es jetzt einen Versicherungsfall und jede Menge Schereien. Vermutlich lässt im Winter einfach das Denken an radler nach, sie verschwinden aus dem Strassenbild, und so kommt das dann. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass ich vorletzte Woche in München, im Glockenbachviertel über eine grüne Ampel gehend, in der Nacht beinahe von einem Radler umgenietet worden wäre. Ich weiss schon, warum ich aufs weitgehend ampel- und autofreie Dorf gezogen bin; am Tegernsee kann ich nichts dergleichen berichten.
Hier jedoch brauche ich die 10 Kilometer Bewegung, die meine Pflichten mit sich bringen. Einerseits aus Geiz - die Autofahrerei zum Ziel ist extrem hässlich, reizlos und voll mit Schulbussen und Tempo-30-Zonen sowei dem grössten Stau der Stadt, und die Benzinpreise sind gerade iranisch, die Multis bedanken sich bei Amerika - zum anderen aber auch, weil ich Bewegung brauche. Es ist immer noch zu wenig, aber wenigstens das sollte schon sein, bevor der Frühling kommt, und mit ihm der grosse Umzug. Man will ja den Italienerinnen gefallen.Und weil ich in Vicenza ein bestimmtes Thema über Räder und Radgeschichte machen möchte, schraube ich gerade auch noch an einem sehr viel älteren Stück, das ich dann mitnehme.

Überhaupt. Ich habe heute eine alte Speicherkarte durchgekramt, 8 Gigabyte Bilder vom April letzten Jahres. Das ist in Zeiten wie diesen wirklich hart. Momentan ist es dort unten auch vergleichsweise flauschig warm, man radelt dort mit Genuss und nicht, um schnell von A nach B mit kalten Ohren zu kommen. Handschuhe trägt man nur aus Stilgründen, hat man mir berichtet Das mache ich im April wieder. Egal, ob sie die Griechen jetzt endlich pleite gehen lassen oder in den Iran einmarschieren: Das muss einfach sein. Radeln in Mantua, und die Geschichte weiter ziehen lassen, wo sie dann getürt wird von den Verwaltern chinesischer Kolonien, ihren irren Nachfolgehoffenden oder den irren Persern. Egal. Einfach nur über den See radeln und Tortelii di Zucca bestellen. Das ist wenig und viel zugleich.
Davor werde ich mich allerdings noch von ein paar Rädern trennen - es sind wirklich zu viele geworden, und gerade manche Luxusobjekte wie ein Daccordi und ein Klein taugen mir weniger, als ich dachte. Reisefinanzierung. Vielleicht kann ich mir dann diesmal den grünen Glasleguan in Verona leisten, den ich nun schon seit über 10 Jahren anlechze.
donalphons, 21:35h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 18. Januar 2012
Südlage
Morgen

Mittag

Abend


Mittag

Abend

donalphons, 17:02h
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Dienstag, 17. Januar 2012
Mittag am See
Es passiert hier ja nicht viel, ausser, dass ich mir ein paar Gedanken mache. Man muss sich deshalb keine Gedanken um mich machen, alles fein, alles bestens, alles läuft, nur habe ich jetzt seit drei Jahren etwas, das gut läuft, und da frage ich mich natürlich, was man sonst noch so bringen kann. Um es besser zu machen.


Irgendwelche Ideen und Anregungen? Irgendwie ist tolles Wetter ebenso wenig denkzuträglich wie gutes Essen.


Irgendwelche Ideen und Anregungen? Irgendwie ist tolles Wetter ebenso wenig denkzuträglich wie gutes Essen.
donalphons, 23:11h
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Hochformat
Heute Nachmittag am See. Da wird man schnell frühlingsmüde.

Natürlich wieder nichts geschafft. Vielleicht später.

Natürlich wieder nichts geschafft. Vielleicht später.
donalphons, 16:50h
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Donnerstag, 12. Januar 2012
Es fügt sich, wie es bricht
Man kann nicht ganz bestreiten, dass das Internet das Leben schöner macht. Nehmen wir nur mal den gebrochenen Lichthebel im Auto, Opfer eines ungestümen Einstiegs: Den gibt es nicht als Einzelersatzteil. Das ist eine ganze Baugruppe, die man erwerben muss, selbst wenn 90% noch heil und funktional sind. Und die Aussage des hiesigen Bestellers lautet: Kostenpunkt extrem hoch, sie würden das dann auch gleich einbauen - noch teurer -. und ausserdem, wie wäre es denn mit einem neuen Wagen?

Nein? Nun, vor Montag wird das Teil nicht kommen, vielleicht am Donnerstag könnte man es dann einbauen, Freitag sollte es fertig sein, und ob sich das bei so einem alten Auto überhaupt lohnt... nun, es lohnt sich der Blick ins Internet. Drei Münchner Verwerter haben das Teil zu einem Bruchteil des Neupreises, und einer meint, wenn ich jetzt gleich käme, würden sie noch warten.

Und so komme ich zwar nicht an den Tegernsee, aber mit einem anderen Wagen vorbei an absurden Falschbauten nach München, beschaffe mir, was ich brauche, und muss mir keine dummen Sprüche anhören. Statt dessen kann ich über die Vergänglichkeit der Welt nachdenken, denn auch andere Marken leben nicht ewig, da bin ich, relativ gesehen, immer noch gut dran.

Da wird man natürlich gleich wieder übermütig und berechnet nicht den Verlust, sondern wie teuer es hätte werden können und wieviel davon man gespart hat. Der Mensch macht die komischsten Dinge, andere sparen Rürup und kommen nicht mehr raus, berechnen die Probleme in England zu klein, ich mache halt was bei den Verlusten falsch.

Und ich kaufe nicht alles im Internet. Bücher kaufe ich immer noch im Antiquaruiat, ich will das sehen, riechen und fühlen, und wenn ich schon hier bin, und dann auch an der Uni noch ein Parkplatz ist... ich komme ja trotzdem nicht zum Rodeln, ich muss morgen auf die Reparatur warten, ich brauche Ablenkung, also etwas zum Lesen. Alles hübsch rational.

Und mag sich auch in Schwabinbg viel geändert haben: Der kleine italienische Feinkostladen ist immer noch an der Ecke. Da kann ich umdisponieren, denn eigentlich wollte ich ja am See einkaufen. Sie haben nicht viel, aber was ich brauche, haben sie. Manches mag brechen, aber am Ende fügt sich alles wieder zusammen. Selten ein Schade, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist, pflegte meine Grossmutter zu sagen.

Allein: Zu ihrer teit waren die grossen kataloge noch keine 5-Kilo-Brummer wie heute. Der Preis, den man zahlt, ist der des Haltungsschadens.

Nein? Nun, vor Montag wird das Teil nicht kommen, vielleicht am Donnerstag könnte man es dann einbauen, Freitag sollte es fertig sein, und ob sich das bei so einem alten Auto überhaupt lohnt... nun, es lohnt sich der Blick ins Internet. Drei Münchner Verwerter haben das Teil zu einem Bruchteil des Neupreises, und einer meint, wenn ich jetzt gleich käme, würden sie noch warten.

Und so komme ich zwar nicht an den Tegernsee, aber mit einem anderen Wagen vorbei an absurden Falschbauten nach München, beschaffe mir, was ich brauche, und muss mir keine dummen Sprüche anhören. Statt dessen kann ich über die Vergänglichkeit der Welt nachdenken, denn auch andere Marken leben nicht ewig, da bin ich, relativ gesehen, immer noch gut dran.

Da wird man natürlich gleich wieder übermütig und berechnet nicht den Verlust, sondern wie teuer es hätte werden können und wieviel davon man gespart hat. Der Mensch macht die komischsten Dinge, andere sparen Rürup und kommen nicht mehr raus, berechnen die Probleme in England zu klein, ich mache halt was bei den Verlusten falsch.

Und ich kaufe nicht alles im Internet. Bücher kaufe ich immer noch im Antiquaruiat, ich will das sehen, riechen und fühlen, und wenn ich schon hier bin, und dann auch an der Uni noch ein Parkplatz ist... ich komme ja trotzdem nicht zum Rodeln, ich muss morgen auf die Reparatur warten, ich brauche Ablenkung, also etwas zum Lesen. Alles hübsch rational.

Und mag sich auch in Schwabinbg viel geändert haben: Der kleine italienische Feinkostladen ist immer noch an der Ecke. Da kann ich umdisponieren, denn eigentlich wollte ich ja am See einkaufen. Sie haben nicht viel, aber was ich brauche, haben sie. Manches mag brechen, aber am Ende fügt sich alles wieder zusammen. Selten ein Schade, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist, pflegte meine Grossmutter zu sagen.

Allein: Zu ihrer teit waren die grossen kataloge noch keine 5-Kilo-Brummer wie heute. Der Preis, den man zahlt, ist der des Haltungsschadens.
donalphons, 23:37h
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