: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 24. Juli 2006

Jubiläums-Award

In 37 Tagen wird dieses Blog 1000 Tage alt, und das bei bester Gesundheit. Das wird natürlich ein Fest, und was wäre so ein Fest ohne ein paar Versager, über die man lästern könnte? Deshalb hier schon mal im Vorfeld die Bitte um Einreichungen für den grossen

Journalisten als Blogversager-Award

Kennt Ihr Journalisten, die sich als Blogger versuchen und Eurer Meinung nur gequirlte Scheisse produzieren? Gibt es Leute, die in den Medien ganz gross tun und hier draussen ganz mickrig ankommen? Peinlichkeiten ohne Ende? Dummschwätzer, Linkhuren, Awarenessgeiferer? Oder einfach nur grottenschlecht und langweilig wie myblog? Dann ab mit denen in die Kommentare oder per Mail an mich, und dann gibt es die goldene Bloghimbeere für besondere Leistungen!

Hier schon mal ein paar Vorschläge von meines Erachtens besonders missglückten Auftritten von "Profis" angeblicher "Medien" in den Blogs:

1. Stefan Baron (Wirtschaftswoche)
2. Dorin Popa (Freundin)
3. Falk Lücke (Zeit)
4. Peter Turi (Turi2, diverse Blättchen)
5. Leon de Winter (Welt)
6. Die abgesoffenen Blogs der Süddeutschen

Ausserdem wird es eine Extrawertung für das komplette Blogangebot bloggender Medien von taz über stern bis ftd geben.

Ausgenommen von der Nominierung sind natürlich der Autor dieses Blogs, seine Freunde und Angehörigen.

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Sonntag, 23. Juli 2006

Eigentlich ging es um drei entführte Soldaten

Sagten sie. So wie es ausschaut, spielt das gerade keine Rolle mehr. Anderes Kapitel, anderes Buch.

Ich bin ja schon etwas länger in diesen Kreisen unterwegs. Und kenne auch ein paar Leute, manche habe ich interviewed, mit anderen diskutiert und manchmal auch zusammengearbeitet. Was für Startupper Web2.0 ist, ist für diese Israelis der Libanon: Für die einen eine Chance, für die anderen der gleiche Fehler schon wieder. Als Israel 1982 den Libanon eroberte, ging es das erste Mal als strategischer Verlierer vom Schlachtfeld, innerlich zerrissen, ohne ein Ziel erreicht zu haben und mit einem ganzen Sack neuer Feinde. Und jetzt schon wieder, obwohl der Libanon eigentlich gerade ein Land wurde, das man hätte aus der syrisch-iranischen Front brechen können. Der Libanon von 2006 war ein Land der Chancen im Nahen Osten, bis vor zwei Wochen.

Und bei aller Sympathie: Die Attacken gegen Zivilisten und die Opferzahlen sind absolut nicht akzeptabel, noch nicht mal die, die Israel zugibt. Wenn der Spiegel den "Politologen" Matthias Küntzel schreiben lässt, es handle sich da um einen gerechten Krieg, in dem der Westen verteidigt wird, kann ich nur sagen: Der Westen von Küntzel, Broder und anderen ist nicht mein Westen. Und der Spiegel sollte sich mal besser anschauen, in welchen Kreisen Küntzel so aktiv ist. Nur einen auf publizistischen Radau machen ist da inzwischen schon fast der Tagesbefehl, aber da gibt es immer noch Unterschiede zwischen Meinung, Kommentar und politischer Propaganda aus einer bestimmten philosemitischen Ecke, die ausser sich selbst niemandem was bringt - am allerwenigsten Israel, aber genausowenig dem Westen. Denn das Beirut, das da bombardiert wurde, ist ganz sicher kaum weniger westlich als Haifa, und ganz sicher säkularer als einiges, was in Israel Gesetz ist. Israel braucht Rüffel, keine falschen Freunde in einer Situation, die nicht zu gewinnen ist, es sei denn, man wollte, wie einige Neoconnards und sonstige überpinselte Nazis unbedingt den Endkampf gegen den Islam. Nur ist der Libanon auch da das falsche Pflaster.

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Das vergoldete Kälbchen des Blogbiz

am Spiess gebraten in der Blogbar.

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Sonntag, 23. Juli 2006

Sommer in der grossen Stadt

Sie braucht zwei Stunden, um sich fetig zu machen. In diesen zwei Stunden läuft sie durch das sehr leere, schmucklose Zimmer, telefoniert ein paar mal, fönt ihre Haare, probiert mehrere Kleider aus, bis sie dann bei einem dunkelgrünen Nichts bleibt. Und trinkt in der Zeit eine halbe Flasche Wein am Fenster.



Wenn das mal gut geht, bei der Auswahl heute Nacht, in der heissen, stickigen Luft der grossen Stadt im Süden. Leichte Beute für Jäger, die im Moment aber auch eher müde sind. Es ist diese unschöne Klebrigkeit, gegen die jedes Deo und alles Eincremen zwecklos ist, so frisch das auch am Beginn des Abends riechen mag.

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Samstag, 22. Juli 2006

Fast perfekter Tag






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Trolle haben schwache Blasen

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass sein Autor ein gewisses Pack zutiefst verabscheut, Outer die einen, Neoconnards die anderen. Mitunter tritt sowas auch in Personalunion auf, etwa ein gewisser A. H. aus B.. Völlig überzeugt und wie einige andere auch Unterstützer einiger der ekelhaftesten xenophoben und rassistischen Blogs Deutschlands, wie dieses Pack nach langer, langer Zeit selbst zu erkennen geruhte - was einiges über deren politische Kompetenz aussagt. Vielleicht war gerade A. H. ein klein wenig abgelenkt durch seine Versuche, Andersdenkende zu outen und ihre Identität an andere Rechtsextreme weiterzugeben - jedenfalls habe ich ein paar nette Screenshots, in denen A. H. sowas anbietet.

A. H. ist gleichzeitig (neben Kommentarspammer und Domaingrabber) auch Mitglied einer Partei, deren Prinzipienlosig schon immer Heimstatt für verschiedenste politische Richtungen bot. Diese Partei beglückte er durch einen führende Tätigkeit bei einem schmutzigen Kampf auf lokaler Ebene, der letztlich in einer Abspaltung grosser Teile der Führung mündete, und den Mann fürs Grobe H auf einem Pöstchen zurück liess. Blogautor, Schnüffler und Parteimitglied also ergänzen sich, wenn nicht wirklich schön oder ethisch, zumindest aber faktisch ideal.

Ich finde Outing nicht gut. Und obwohl ich dank einer wenig klugen Mail Handhabe gegen A. H. hätte, die sich keine Abmahnsau entgehen lassen würde, behellige ich ihn selten. Aber sonst gebe ich mich mit dem Ex-Unterstützer von Rechtsextremen nicht weiter ab. Er ist es nicht wert, und schon gar nicht, wenn sich dieser nachweisliche Schnüffler und Verräter mal wieder einen paranoiden Anfall hat. Jetzt hat jemand seinen Worten zufolge herausgefunden, wie seine Frau heisst, weshalb er hysterisch herumschreit und Bedrohungspotentiale sieht, ja sogar nachdenkt, seine kaum mehr gelesene Blogklitsche zu vernageln. Unabhängig von der reifen schauspielerischen Leistung und dem Gieren nach Aufmerksamkeit: Wer in seiner eigenen Partei als Intrigant und Hetzer gilt, sollte sich nicht wundern, wenn da manche um seinen Familienstand wissen. Und mal schaun, was der Grosskotz und Streithansel so im Netz treibt, und dort feststellen, dass Blogger eine härtere Nuss für den Typen sind, als ein Ortsverein einer Kleinstpartei. Und dort mal eben etwas plaudern.

Nicht schön vielleicht, ich würde es auch nicht tun, aber ich bin immer noch der Meinung, dass Outer Schweine sind. Und wenn es mal eine Schnüffelsau selbst erwischt, fehlt es mir an Tränen.

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ich wusste gar nicht,

dass Elephant Seven sich für so mickrig einstuft, als dass sie mit Pixelpark (!) einen "Merger of Equals" machen müssten. Wenn man dann nich bedenkt, dass Elepahant Seven sich vor kurzem entschieden hat, Springer & Jacoby zu übernehmen, sagt das alles über die Branche und ihren Zustand aus: "Geplant sind nach Informationen von iBusiness Entlassungen im administrativen Bereich." Siehe auch hier.

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Das Gewitter, das nicht kam



Was übrigens gar nicht so schlecht war, denn kaum hatte ich die Knipse weggelegt, bin ich auch schon auf dem Deck Chair eingeschlafen. Und wenn man erst mal durch die grossen Tropfen aufgeweckt wird, ist es schon zu spät, selbst wenn man im Dunkeln halbwegs schnell Bücher, Kamera und Teekanne einsammelt.

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Donnerstag, 20. Juli 2006

Canned Heat

Eiegentlich bin ich nicht umtriebig, sondern ganz im Gegenteil, enorm faul. Unten schwitzt sich eine Elitesse die Seele aus dem Leib vor Prüfungsangst, ich sitze darüber und kann nur lächeln. Mein Innersters habe ich gegen Klagen über 70-Stunden-Wochen meist abgeschlossen, bis auf ein paar Ausnahmen, bei denen es mir weh tut, weil ich sie kaum sehe. Bei den meisten ist mir dieser Irrsinn egal. Ihr, nicht ich. Mein Zeitmanagement ist, vorsichtig gesagt, verbesserungswürdig, aber zum Glück bin ich mit einer ausgezeichneten Deadlinezielgenauigkeit ausgerüstet. Ich liebe es, wenn die Termine zu platzen drohen und ich dann doch noch ins Ziel komme, und vorher noch einen Looping drehe. Berüchtigt ist der Satz "hey, wir haben noch 10 Minuten, lass es uns nochmal anders aufmachen". Wenn es zu eng wird, besitze ich ein breites Spektrum von glaubwürdigen Ausreden. Sprich, ich arbeite relativ wenig, aber dann sehr konzentriert über euphorisch bis manisch. Und am liebsten allein, um mir kein Geheule der Milestonefaschisten und Devilerynutten anhören zu müssen. Dieses strukturierte Dreckspack, auf dessen Visitenkarten ich kategorisch Deputy Help Thing Beworker draufschreiben lassen würde. Man kann nämlich, das kapieren die nicht, nicht pünktlicher als pünktlich fertig werden.

Und es läuft dieser meiner Art kolossal entgegen, in ein Team eingebunden zu sein, das den Grossteil der Zeit auf irgendwelchen Meetings verschwendet. Weil es den Lauf meiner Dinge zerhakt. Weil ich nicht sagen kann, Leckt mich, ich mache jetzt einen Blogeintrag, das andere ziehe ich heute Nacht durch. Weil die an die Haifische angeschlossene Abteilung die Nacht sowieso arbeiten will, damit wir heute alle gemeinsam rechtzeitig durch das Ziel kommen. Hat nicht geklappt, elende Versager. War aber auch egal, weil der entscheidende Kunde spontan in die Schweiz gebraust ist, weil er es hier nicht mehr aushält.



Eigentlich hätte ich also wieder alles von daheim aus machen können, auf dem Sofa liegend, Hitze draussen, keine Hitze durchschmorender Sachbearbeiter drinnen, ab und an ein Telefonat, und dann heute gleich hier bleiben können. Ich glaube, das Business Lunch habe ich sehr undiplomatisch abgesagt. Dabei war es noch die zivile Version von: "Alle meine Freunde gehen wegen Geld zu Papa und erzählen ihm, dass der Auspuff kaputt ist, die Mädchen in Mallorca teurer geworden sind und überhaupt sie jetzt schnell man seine Karte brauchen - und was tue ich? Ich sitze hier mit Euch Deppen, werde schlechter bezahlt als bei einem gut erzogenen Dad und dann soll ich auch noch mit Euch für 13 Euro Sushi essen, das ich zum Kotzen finde?"

Absagen, Heimfahren, Sofa, Tag gelaufen. Und sowas bei diesem Wetter.

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Donnerstag, 20. Juli 2006

Hitzebeitrag.



Das gescholzene Herz des Landes.

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Das mögliche Ende aller Konflikte,

der Blogweltfrieden und das Goldene Zeitalter des Probloggens, das alles findet sich - vielleicht - in diesem Vorschlag zur Vergütung.

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Mittwoch, 19. Juli 2006

Unberechenbar oder Essen mit Haifischen

Haifisch 1: (reisst die letzte Bruschetta an sich) Wo bleibt der nur...
Haifisch 2: 30 Minuten. So ein Arschloch. Der glaubt, warten macht Spass.
Haifisch 3: Wahrscheinlich redet er sich raus und behauptet, wir hätten die falsche Zeit notiert, und lässt uns dann auf den Honoraren sitzen.
Haifisch 1: Und aufn Schpeschn. Isch hasche schollche Gondschoft.
Haifisch 3: Ich ruf den jetzt an, verdammt. Ja? hallo, hier Haifisch & Kiemenbrecher, wir sind schon da und... aha ... hm.. ok.
Haifisch 2: Und, was ist.
Haifisch 3: Nett! Wirklich. Er hängt noch beim Empfang in der Kanzlei fest und will es morgen machen, wir sollen ihm einfach die Rechnung schicken und die Quittung vom Essen.
Haifisch 2: (rufend) Wir hätten gern mal die Weinkarte!
Haifisch 1: Ham die hier auch was mit Trüffel?

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Gerechtigkeit

Lisa macht die Lyssa oder umgekehrt. Mit Stoiberautogramm-Verlosung! Wird sie Chefredaktesse des Münchner-Merkur-Projekts Schwarz50+x? Es geht immer noch ein wenig schlimmer. Langsam verstehe ich, warum es so wenig Interviews in den Blogs gab. Das war gar nicht so schlecht, damals.

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Ihr schon wieder

Manchmal braucht man unbedingt ein paar Daten, die auf einem anderen Notebook sind. Das woanders ist. Zum Glück gibt es irgendwo unter den 12,492 CDs eine, wo sie auch drauf sind. Die Hülle hat man schnell, blöderweise fehlt die CD, und beim Stöbern fällt einem dann eine Visitenkarte entgegen:

Prof. Dr. Georg Irgendwas
Big Mobile Company Director Research & Development

Der Anlass, zu dem ich diese Karte bekam, war eher durchwachsen: Ausloten der Möglichkeiten, mit dieser Firma was zwischen WLAN und GPRS zu machen. Gerade waren die ersten Geräte aufgekommen, die sowas mit wahnsinnig teuren Zusatzelementen konnten. Immerhin, es war Munich Area, es gab eine Idee und schon ein paar erste nette Geschichten in den Medien, warum sollte man das Ding nicht reiten. Wir bekamen schnell einen Termin, und fuhren dann an einem bitterkalten Abend durch die noch nicht ganz zerstörte Area in einen Forschungskomplex, der in etwa so war, wie man sich das 2000 vorgestellt hat: Flexible Arbeitsplätze, keine Privatsphären, offen für alle und jeder nur einen Container, und überall frisches Obst.

Da sassen wir dann auf Eames Chairs und erklärten dem Mann, wie die Idee aussah. Grob gesagt, ging es um verbesserte Nutzung des Rückkanals durch spielerisch-kulturelle Anreize. Nichts, was einen IPO erzwungen hätte, aber eine nette Geschichte, was anderes als der übliche MailChatlocationbased Schwachsinn, der damals gehyped wurde. Eine eher kleine Aktion, mit der man einem speziellen Publikum hätte zeigen können, was so geht. Offen, keine Verpflichtung, einen Provider gab es schon und auch die Inhalte.

Er hörte uns an, war durchaus freundlich und das war´s. Nie mehr was gehört. Man fragt sich dann nicht gross, warum und wieso, man macht es eben anders, und das war auch nicht schlecht. Ganz im Gegenteil, und das kurze Ende der langen Geschichte ist, dass aufgrund dieser gescheiterten New Economy Idee eine wuderbare Frau in München jetzt Pralinen aus der Provinz isst. Kurz, ich bin gut gefahren.

Den Director gibt es heute so nicht mehr. Die Big Mobile Company denkt global und tötet lokal, das Gebäude vor der Stadt ist zu vermieten und die dort Arbeitenden werden wohl kaum mehr das Geld haben, sich solch schönes Obst auf dem Viktualienmarkt zu kaufen. Wir kamen in einen Komplex, der tot war, ohne es zu wissen. Aber zwei Jahre später habe ich den Director, dann in anderer Funktion nochmal getroffen. Und gefragt, warum das nicht ging, damals.

Die Antwort war sehr ehrlich. Mobile Companies interessieren sich nicht für echte Interaktion. Was Mobile Companies interessiert, ist Leistung in die eine und Geld in die andere Richtung. Was dazu beiträgt, ist gut, was nicht, ist schlecht. Diese Firmen glauben, dass der Mensch always on sein muss und dieses always on ihr Schlüssel zu Macht, Reichtum und Einfluss ist. Computer sind denen scheissegal, Computernutzer sind eine irrelevante Minderheit. Die will man gar nicht haben. Desto schlechtere Schriftinterfaces, desto besser, viel Bildschirm bitte und wenig Texteingabe, Konsumieren statt interagieren, und am liebsten hätten sie den einen Lokalisierungsfinanzierungs-Button, die ihnen zu jeder Sekunde Zugriff auf alle Daten des Kunden liefert. Sie verzichten lieber auf ein Geschäft, das ohne sie nicht laufen kann, als auf ihre internen Monopole. Sie möchten keinen mobilen Lifestyle, sondern einen an der unsichtbaren Datenstrippe. Alles soll viel Bandbreite brauchen, so viel wie man es den Kunden irgendwie zumuten kann. Und sie blockieren sich gegenseitig, weil es zwei unterschiedliche Arten der Monopole gibt: Die der Handyhersteller und die der Telcos. Da wird alles verteidigt, was geht. Bei so jemandem mit einem PDA von Compaq ankommen und einen reinen Internetprovider mitbringen, wie wir es gemacht haben - geht gar nicht.

Der Mann war etwas frustriert, denn mit seinem Laden hatte man diejenigen plattgemacht, die die Probleme der Monostrukturen erkannt hatten. Juckt aber bis heute keinen. Weil es dann wieder Firmen wie Yahoo oder Google gibt, die bereitwillig dieses System unterstützen. Sie kommen zwar aus dem freien Internet, wären aber auch gern so ein Telco-Brontosaurier, eine abgekapselte Welt in der ohne sie gar nichts geht. Und deshalb sagen sie langsam Tschüss zu uns, die wir am Kabel hängen, und mit Web2.0, sozialer Relevanz, lokalen Communities und Flickr aufgesextes Hallo zu den vorsintflutlichen Cretins, die an die grenzenlose Mobilität glauben, und daran, dass Leute das wollen, deren Heimat die 240 mal 360 Bildpunkte auf dem Display sind, und deren Kommunikation über ein gN8 nicht hinauskommt.

Ihr schon wieder. Neue Namen, neue Visitenkarten. Eigentlich könnte ich die alte Visitenkarte jetzt wegwerfen, denn ich habe die Geschichte erzählt, das ist alles, was ich tun kann. Und die neue Geschichte - die werden andere am eigenen Leib erleben. Nachdem da auch alles user generated content basiert ist - ich sag nur Qype - wird es aber diesmal noch weniger Leute geben, die sich das Verschicken von Pralinen später leisten können.

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Offlinen

In München vergesse ich immer, dass ich hier ja kein DSL habe, und lasse das Modem laufen. Und laufen. Und lau....

jetzt nicht mehr.

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Durchpusten

Auch wenn die nacht kühl ist, klebt die Hitze des Tages immer noch an den Mauern, schwappt träge auf dem Asphalt und steht in den verschachtelten Räumen. München ist im Hochsommer eigentlich unerträglich, nur dem Ozon geht´s prima, und weil es alles eh schon egal ist, fährt der Münchner - idealtypisch mit dem Cabrio - eine halbe Stunde durch die Nacht, um sich durchzupusten und etwas auszukühlen.



Viel geht am Tag nicht. Termine werden nicht eingehalten, Verspätungen sind normal, die Läden locken vergebens mit Nachlässen. So fliesst das Leben wie ein zäher Brei dahin im Schatten der Alpen, deren Grün und Steingrau Erlösung verheisst, aber, seien wir ehrlich, junge Münchner kommen nur selten so weit, oder gar nach Salzburg. Wir haben es alles vor der Haustür, aber statt dessen schwitzen wir uns durch den Tag Richtung Biergarten, wo das mit der Transpiration nicht mehr so auffällt, und hören am trockenen Husten der anderen, dass Klimaanlagen an solchen Tagen auch nicht das Gelbe vom Ei sind.

Eine Trouvaille aus den Alpen ist heute übrigens zwischen zwei Büchern aufgetaucht: Die Speisekarte des Founders Forum 2001 in Elmau. Ein Skalp von meinen Feinden.

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Dienstag, 18. Juli 2006

Die manchmal wirklich schönste Stadt zum Leben



Rechts davon ist die Alte Pinakothek und davor die Wiese, auf der eigentlich viel zu wenige Leute liegen. Abends wird es dann manchmal etwas mehr, wenn es nicht mehr so heiss ist.

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Familienmemorandum

Ich habe ein Bitte an alle, die hier lesen und schreiben. Die nächsten Monate werden erheblich ruppig werden, und viele der bekannteren Blogs werden in einem Jahr kaum wiederzuerkennen sein. Es ist ein Prozess bei der Genese einer kommerziellen Blogosphäre, der logisch und natürlich, wenngleich nicht immer schön ist, und natürlich werden wir darüber reden.

Aber um eine Sache würde ich bitten: Bleibt bei den Bloggern und zieht nicht auf die Familien rüber. Und bitte kein Outing. Ich finde es schon schlimm genug, wenn die andere Seite in dieser Hinsicht Fehler macht oder eine Personalityschiene fährt: Deren Problem, ich würde es nicht machen.

Weil ich selbst weiss, wie es ist, nach der Familie und Herkunft beurteilt zu werden. Ein grosser Teil meines Privatlebens läuft unter Leuten ab, deren Clans nicht ganz unbekannt sind, sei es in der Provinz oder in München. Natürlich ist die Familie ein bestimmender Teil der Biographie, aber das heisst nicht, dass man zwingend so wird wie Dad und Mom. Im Gegenteil, die meisten würden wohl kotzen ohne Ende, wenn sie en Detail wüssten, was dann über sie erzählt wird oder in den Blogs steht. Die allermeisten Kinder von Politikern und Funktionären, die ich nicht mag, waren positive Überraschungen. Rückschlüsse sind da so gut wie unmöglich - würde man mich nach der früheren Position meines Dads beurteilen, müsste dieses Blog hier wirtschaftspolitisch auf der Linie von braunen Dreckspuppen und ihrem Bamberger Handlanger liegen, die Antisemitismusunterstellung als Deckmäntelchen für ihre eigene totalitäre Denke missbrauchen. Trotzdem ist das Blog, wie es ist, und mein Dad befürwortet höhere und vor allem zielgerichtete Unternehmenssteuern - und wählt grün. Umgekehrt garantiert auch das Fehlen familiärer Reichtümer keinen guten Charakter.

Ich halte Euch für aufgeklärte Menschen, die solche Sippengeschichten nicht nötig haben. Überlasst das Outing, das persönliche Ausschnüffeln und Ergebnisse privater Indiskretion bitte denen, die es nötig zu haben meinen. Von denen gibt es sowieso zu viele.

Das Kleingedruckte: Gültig beim Thema probloggen. Zurückschlagen gegen Neonazis und Faschisten ist eine andere Sache, und PRler haben in Berufsuniform oder als verdeckte Handlanger auch nicht wirklich Schonung zu erwarten.

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Schwabing for the masses

Wir kennen das Eck ja noch von ganz ganz früher. Da gab es noch ein Parkcafe, in das man gehen konnte. Und auf der anderen seite noch einen Metzger in der Türkenstrasse. Schwabing und besonders die Maxvorstadt hatte in den späten 80ern, so lang ist das schon her, eine gewisse Spannbreite. Es war sehr anders, das Refugium für schräge Vögel, Rentner, Nachtschwärmer und Studenten, die 18 Semester als völlig normal ansahen. Das war nicht immer friedlich, wenn wir mal etwas lauter waren, um 12, und dann Dialoge an der Wohnungstür geschahen wie: "Sie geben mir so-fort die Telefonnummer Ihres Vermieters! Können Sie haben! 089 2xxxxxxx! Nacht! Türenrummsss, Kicher, Telefonklingel, Jaha? Oh, Frau Wolf, so spät, was kann ich für Sie tun? ... Wieso ich Ihnen meine Nummer...? Nun, ich vermiete an mich selbst, es ist meine Wohnung, Sie wissen ja, wir jungen Drogenhändler müssen unser Geld irgendwie, und so, und jetzt möchte ich mit den drei jungen Frauen nicht mehr gestört werden..."

Nun, Frau Wolf, die nur gemietet hatte, fiel eines (wettertechnisch) schönen Tages tot um und erlebte so nicht mehr, wie sich das alles verändert hat. Denn die Rentner hat man hier erfolgreich rausgekegelt, von ein paar Honoratioren abgesehen, die ihre sagenhaften Penthouse-Wohnungen gekauft haben, oder das Flat nur für Opernbesuche nutzen. Ansonsten sind hier nur junge und mittelalte Leute, wie überhaupt in diesem kleinen Bezirk. Es ist alles sehr gleichförmig, die glatte, homogene Mischung schlägt sich auch in den Läden nieder, von der alten Vielfalt ist nur noch wenig da. Statt dem Metzger gibt es einen weiteren Murr, die Bäcker sind Ketten, Antiquariate verschwinden und Modernes Antiquariat kommt, Antiquitätenhändler werden durch Antique Shops ersetzt, und unsere Glühbirnen für die Provinz kaufen wir im Leuchtmittelladen in der Türkenstrasse, damit zumindest dieser eine Laden noch etwas überlebt. Manchen kuriosen Ladenbesitzern gehört das ganze Haus, und das Geschäft ist nur noch Nostalgie der alten Herrschaften, die eigentlichen Einnahmen kommen aus Vermietung an die angrenzende Boutique, die meistens keine 2 Jahre überlebt.

An einer dieser grossen, leeren, international üblichen Boutiquen für das gestandene Schwabinger Luxusgeschöpf nun ist dieses Plakat, das zeigt, wo wir angekommen sind.



Hüpfburg, Oldies, eine Hip Hop dance Group, und das alles bei einem Wirtefest. Sehr einzigartig, sehr anders, das alles. Als ob dieses Strasse noch sowas wie Wirte hätte. Weiter unten heisst ein Cafe "Soda". Kann es Wirte geben, die ein Lokal "Soda" nennen? Warum nicht gleich "Anja Anorexia"? Wir haben keine Wirte mehr, die sind Investoren, die etwas ausprobieren, und was weggeholzt ist, kommt nie wieder, dafür tritt das nächste mittige Business an. Es werden Schneisen geschlagen in den Mikrokosmos, man setzt die Pumpe an und füllt die Lücken mit international bullshit für die Touristen, die schnell noch irgendwo einen Cafe trinken und denken, das ist Schwabing. Könnte aber auch Hamburg sein, Brest, Manchester, oder Moskau. Die Buggyschubserquote ist hoch, die Abwechlung selten, und auf einmal fällt uns auf, dass die meisten Häuser hier nicht wirklich besonders tolle 60er-Jahre-Bauten sind. Es kommt darauf an, was man drin macht.

Wer hier am Sonntag schnell was zum Essen kaufen will, wird Probleme haben. Das türkische Restaurant, in dem eine Seite von "Liquide" spielt und die ein Fladenbrot zum hinknien hatten, existiert nicht mehr. Irgendwann werden sie das alles überdachen und die luxuriöse Maxvorstadt Mall draus machen. Und ein Freund vom Vetter eines hohen Tieres, der mit der Staatsregierung und der Stadt kann, verdient sich an den Parkplätzen dumm und dämlich.

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Unbehagen

Ich war eine Weile Teil der, nennen wir es mal "Berliner Bloggeria", diesem informell-privaten Netzwerk von relativ bekannten Bloggern. Man darf sich das nicht vorstellen wie die Mafia, dafür gibt es in diesem Kreis und seinen Aussenstellen und Vertretungen in Hamburg, Köln/Bonn/Düsseldorf und München a priori zu viele Unterschiede, Kleinkriege, wechselnde Koalitionen und Konflikte, die oft gar nichts mit dem Bloggen zu tun haben, sondern menschlicher, viel zu menschlicher Natur sind. Manches wird nicht erwähnt, anderes in Andeutungen, und manchmal bricht sich das dann nach einer gewissen Vorlaufzeit Bahn. Nichtige Anlässe wie die Entscheidung, jemanden nicht auf das Podium einer Lesung zu bitten, konnten mitunter heftige Folgen haben.

Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was sich momentan hinter den Kulissen zusammenbraut. Zum einem gibt es in diesem Netzwerk ehrliches Unverständnis wegen gewisser Reaktionen auf kommerzielles Bloggen. Was als Idee im Gespräch in Berliner Kneipen ganz wunderbar ist und einem bestätigt wird, überlebt draussen in den Blogs die Realität nicht. Jenseits aller Vermutungen über "übliche Verdächtige" und "Sautreiben" gibt es jedesmal einen Aufschrei, Kommerz sagen die einen und Tribunal schallt es zurück. Wenn man die Leute kennt, fühlt man die Bruchstellen, die sich langsam um das Netzwerk bilden. Keine Risse, noch nicht, aber man ist sich drinnen halbwegs einig, dass man sich jetzt das Tonne rausstellen nicht vermiesen lassen wird, zumal man - das ist unbestritten - einen grösseren Teil der bekannteren Blogger known as A-List um sich weiss. Und einen Haufen Freunde aus dem Netzwerk, gewissen Firmen und Einrichtungen, die diesen Weg ebnefalls propagieren. Hier trifft also eine kleine Gruppe verwertbarerer Blogs mit gleichgelagerten Interessen auf grossen Zuspruch einer PR/Marketing/Mediengruppe/Kongresskamarilla.

Es gibt keinen Grund, sie diesen Weg nicht gehen zu lassen, ganz im Gegenteil, es ist vollkommen legitim, sich in Container zu setzen und dort PR zu schreiben, Dinge zu testen und Geld für Leistungen zu nehmen - genauso legitim wie es nicht zu tun, oder dergleichen abzulehnen. Dass die bloggende Schnittstelle bei solchen Deals immer ein schlechteres Geschäft als die dahinter stehenden Firmen macht, ist schon immer Teil des Systems. Die daraus resultierenden Konflikte sind privat vermutlich durchzustehen, denn dort, wo sich die Trennungslinien auftun, gibt es auf beiden Seiten des geborstenen Netzwerks genug persönliches Wissen über die anderen, dass es auf dieser Ebene in relativ engem Rahmen bleiben wird. Ich glaube, da gibt es so eine Art "Gleichgewicht der Informationen" und ausserdem noch den einen oder anderen roten Draht, oft auch indirekt.

Es gibt in diesem Fall kein klares Hüben und Drüben, keine durchgehenden Grenzen und klaren Frontstellungen, Seitenwechsel je nach Bedarf sind normal, und über die moralische Disposition der diversen Helferlein allerorten macht man sich oft auch besser keine Illusionen.

Wie auch immer: Momentan zerlegt es das Gebilde, das es vor ein, zwei Jahren noch gegeben hat und das ohne Frage massgeblich für das öffentlich wahrgenommene Bloggen war - dass der Punk eigentlich bei Lifejournal und Myblog abgeht, und bei der veränderten Mediennutzung, ist nochmal ein anderes Thema. Die Netzwerke, die etwa das Monigate ermöglicht haben, existieren so nicht mehr. Die Zeiten des gemeinschaftlichen Sautreibens dürften fürder weitgehend vorbei sein, ohne dass es ein Grund zum Trauern wäre. In den nächsten Monaten, wenn pünktlich zum Herbst die jetzt geplanten Aktionen starten, wird sich diese Gruppe unter verschiedenen Bannern, aber durchaus vernetzt, weitaus deutlicher zeigen als heute. Es wird aussehen wie Blogs, es wird sich lesen wie Blogs und das Thema Lesungen/Events wird natürlich auch eine wichtige Rolle spielen, sie adaptieren Blogstrategien und verkaufen es als Blogs. Aber schon die Strahlkraft des lockeren Berliner Netzwerks war eher begrenzt, und ich glaube nicht, dass es sich unter der Leitung von WAZ, Springer, Burda und Holtzbrinck besser wird. Auch das gehört zu einem umfassenden Sozialsystem wie den Blogs. Es wird sich, nehme ich an, ein neues System bilden, das vielleicht weniger auf Freundeskreisen, Heuchelei und versuchten Denkverboten basiert, als vielmehr auf gewonnenen Erfahrungen durch Experimente, und einen gewissen Shakeout durch Versagen. Das wird teilweise eher ein Drama als eine Kommödie, insofern Unbehagen - aber wir werden sehen. Mehr Unbehagen beim feinen Wondergirl.

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Mein Block

Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause bis in die Spätphase der New Economy.



Hier gibt es keine kaputten Leute, im Gegenteil, es ist zu perfekt. Da war diese hellblonde Frau mit weissgoldenem Top, gelbgoldener Tasche unter dem Arm, rotgoldenem Rock und braungoldenen Schuhen. Das ist Schwabing, ganz furchtbar, aber das ist es. Und morgen machen sie einen Congress über User generated Content. Mobile und Always on. Wie immer, hat sich nichts geändert seit 2003. So ist das hier. Es wird sich nie ändern.

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