Gerechtigkeit

Lisa macht die Lyssa oder umgekehrt. Mit Stoiberautogramm-Verlosung! Wird sie Chefredaktesse des Münchner-Merkur-Projekts Schwarz50+x? Es geht immer noch ein wenig schlimmer. Langsam verstehe ich, warum es so wenig Interviews in den Blogs gab. Das war gar nicht so schlecht, damals.

Dienstag, 18. Juli 2006, 19:30, von donalphons | |comment

 
Das ist schon fast so gut wie die "Fragen" des RCDS im Hörsaal, wenn ein Unionspolitiker kam.

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Zu Zeiten war das mal anders. Da gab es keinen RCDS an der Universität, und kein Politiker, gleich welcher Richtung, hat sich da hin getraut.

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Stoiber scheint von der Idee begeistert, lacht laut und klopft der überraschten Interviewerin auf die Schulter.

Das ist nicht RCDS, dass ist Burschenschaft.

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Nun ja, ich hab in Bayern studiert.

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Burschenschaft griffe nicht nur an die Schulter.

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Sondern auch an die Glocke?

(... des Degens)

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Scheint das Thema der Saison zu sein.

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Und alles ohne die 'Ähs' beim Stoiber.

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Drum auch so kurrrz

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Äh, also im Grunde genommen muss man sehen, dass äh, ja, das ist schon kann man sagen kurz, äh.

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da fehlen aber drei ähs

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@noergler: Zu meiner Zeit, als der RCDS Geißler als Wahlkämpfer geladen hatte, mussten dem noch Hundertschaften den Weg in den Hörsaal freiprügeln.

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Ches unrichtige Zeitenfolge
Falsch daran ist das Wort "noch". Die von Dir insinuierte consecutio temporum stimmt nicht. "Zu meiner Zeit" wagten weder Politiker noch Polizisten es, eine Uni überhaupt zu betreten. Da hat Deine Generation nachfolgend geschwächelt. Gib nicht so an.

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Noerglers extrapolierende Retrospektive
Das Wort "noch" stimmt in dem Zusammenhang, dass dies die letzte Zeit war, in der vergleichbare Verhältnisse überhaupt herrschten. Dass zur Studienzeit des Nörglers studentische Autonomie und universitäre Freiräume weit mehr ermöglichten, als zu der Meinigen, habe ich nie in Abrede gestellt.

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Das kommt aich auf die Uni an. In den frühen 80ern waren an einigen Instituten der FU noch Dinge möglich, die in München oder Freiburg undenkbar waren.

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Bis 1990 galt in Göttingen die Regel, dass CDU-Politiker keine Möglichkeit haben, in der Öffentlichkeit zu sprechen und auch verstanden zu werden. In Bremen gab es noch 1991 eine Veranstaltung zum Thema "Abschiebungen" im Kulturzentrum Schlachthof, bei der ganz öffentlich gesagt wurde "wer sich vorstellen kann, Flüchtlinge zu verstecken, treffe sich mit uns nachher da und da."


Dass es einmal am Kreuzberger Ulrike-Meinhof-Institut Kurse in Strommastfallkunde gab, ist hingegen eine Legende ;-)

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... aber die Bombenbauanleitungen im bösen Internet!

Das mit den Strommasten ist ja nicht so weit hergeholt. Im Anti-AKW-Umfeld gab es Anleitungen, wie man so einem Hochvolt-Monster herrwird.

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Die RWE bekam damals ein Paket mit Schraubenmuttern zugesandt mit dem Subtext "Na dann sucht mal schön".

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Ah, die Polit-Opis
erzählen mal wieder vom Krieg? Und, wer hat gewonnen? Sind die Strommasten verschwunden?

;-))

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Das war doch kein Krieg, eher illegaler Volxsport. Und Opi klappt bei mir noch nicht. Scheiße, hätte beizeiten anfangen müssen, mir Enkel zusammenzupoppen, am Besten gleich zu Begonn der Geschlechtsreife :-)))

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War alles ein wenig Aktionismus. Es kursierten mehr Anleitungen als Strommaste umgelegt wurden. Aber mir ist es lieber, die Jugend denkt sich Anleitungen zum Fällen von Strommasten aus, als Merkel-Interviews zu machen.

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Das seh ich geringfügig anders,
auch wenn sich mein Mitgefühl für die Strom-Monopolisten sehr in Grenzen hält. Ich vermag auch nicht zu erkennen, wie es die Demokratie vorangebracht hat, wenn in einer Stadt Vertretern einer Volkspartei (von der ich gewiß kein Anhänger bin) von einer kleinen lautstarken Minderheit de facto Redeverbot erteilt wurde.

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Na, vorangebracht hat es die kein Stück. Man muss nicht alles gutfinden, was damals gelaufen ist, nur fällt auf, wie gründlich und wie schnell die Dinge sich verändert haben.

*derarchäologewillauchzirkusspielenichtselberveranstalten*

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Man kann es auch unpolitisch betrachten: Lieber kreativ sein, als unreflektiert die Bühne für Propaganda-Selbstdarstellungen zu zimmern. Kreativität schaft sich auch heute noch Raum in Fantasien über strafbare Handlungen: Andere junge Leute entwerfen Computerspiele, in denen es ziemlich gewalttätig zugeht oder machen Gangsta-Rap.

Ist halt alles ziemlich unpolitisch geworden - auch die Kanzler-Interviews.

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Wer sagt Dir denn,
dass das unreflektiert erfolgte, das Zimmern der Propaganda-Bühne? Ich würde da keine Ferndiagnose erstellen wollen. Frag Dich mal ehrlich: Wärst Du da wirklich reingegangen und hättest alle Deine Frage-Granaten gezündet? Wenn ich ehrlich sein soll, kann ich das nicht uneingeschränkt mit "ja" beantworten.

Wie ich schon mal in einem Thread mit Che sagte: Die Klage darüber, dass alles so unpolitisch geworden sei, bekam ich Mitte der 80er als Studi schon von alten Zausels zu hören, die selber vielleicht wenns hoch kam ne Straßenbahnhaltestelle in HD blockiert hatten. Vielleicht müssen wir ja unseren Begriff des Politischen mal ordentlich nachjustieren...

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Das unreflektierte ist nicht auf einen bestimmten Fall bezogen. Ich kenne die Intentionen der Beteiligten an dem Merkel-Interview nicht. Wenn wir bei Beispielen sind: In der Cola-WG war das unreflektierte bei einigen klarer zu erkennen. Und: Was war es anders, als eine PR-Bühne? Und alles noch ohne Honorar.

Ich bin kein Journalist. Daher ist diese Frage: Was hätte ich mit Merkel gemacht, nicht zu beantworten. Wobei ich die Verhältnisse auf der Berliner Politbühne besser kenne, als die meisten anderen blogger.

Aber ein gesellschaftpolitisch waches und reflektiertes Verhalten kann jeder je nach Fähigkeiten, Interessen und Umfeld an den Tag legen.

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Die Konjunkturen sind da natürlich unterschiedlich. In dem studentischen Umfeld, das ich (aus der Perspektive des diese Leute sozusagen begleitenden etwas Älteren) so kenne, war es in den 90ern hip, mit dem Schlagstock für den Straßenkampf zu trainieren, selbst wenn in echt nichts Anderes herauskam als ein Kampfsportkurs plus eigentlich friedliche Demos, wo der Schlagstock heimlich unter der Jacke mitgeführt wurde. In vielen Fällen waren die "gewaltbereiten Autonomen" eher eine modische Folkloreerscheinung.

Wobei tatkräftiger Widerstand gegen Pogrome von Neonazis mir als legitim und notwendig erschien.
Andere traten überhaupt nicht spektakulär oder militant in Erscheinung, organisierten aber sehr effiziente Netzwerke der Flüchtlingshilfe oder der unmittelbaren Unterstützung von Notleidenden in Kurdistan oder Armenien. Die Einen taten das sehr pragmatisch, die Anderen mit einem geradezu wissenschaftlich zu nennenden politischen Überbau. Daneben gab es immer Vernetzung mit etablierter Politik. Es gab durchaus autonome Gruppen, die mit Abgeordneten, Landräten, Ministerialbeamten zusammenarbeiten, wenn es sachdienlich erschien. Das Bild, das Propaganda-Flugis, politische Mythenbildung oder Verfassungschutzberichte jeweils zeichnen, hat mit der Wirklichkeit so viel zu tun wie Don Quijote de la Mancha mit der Realität des späten Rittertums.

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