: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 1. Dezember 2006

Buffet in der Provinz

nein, es ist nicht vergleichbar mit dem, was in der Munich Area war. Es ist auch nicht vergleichbar mit den wenigen Glanzstunden der Berliner Gesellschaft - obwohl, wer dabei war weiss, dass auch die Landesvertretungen nicht mehr ganz so gut sind. Und über das Abendessen mit Katzav im Adlon reden wir erst mal besser gar nicht. Im China Club habe ich unter dem Angebot gelitten wie ein Schwein vor der Bratenmachung. Und Bonn, wer es noch kennt, war eine Frechheit - dort habe ich den letzten lebendigen Jäseigel gesehen, im Aussenamt, aber mit Blick auf den Rhein. Insofern muss man der Provinz trotz Zelophan eines lassen:



Es ist genug für alle da. Und es ist genug drauf, es schleimt nicht wie die Wraps, und es ölt nicht wie die Frühlingsrollen, und es ist mehr als die Mozarellaspiesschen. Die Herkunft von der Brotzeit ist nicht zu leugnen, aber wer wird sich beklagen - beim ersten öffentlichen Termin im Kultusministerium gab es Fabriksemmeln mit Käse und drüber gelegten Salzstangerl. es hat sich also was getan, und es könnte schlimmer sein.

Bassd scho, wie man hier so sagt.

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OK, StudiVZ, wir machen einen Deal

Für jedes nicht gepostetes Loch bei Euch nehme ich 25.600 Euro. 3% Sconto bei Barzahlung in kleinen Scheinen. Das ist echt billig, verglichen mit dem Imageschaden.

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Eine Begegnung vor dem Tor

Sie will sofort raus, oder doch nicht, erst nochmal rein, dann raus, rein, gestreichelt werden, raus und nochmal zurück für ein paar Knuspertaschen, raus, nach einer Stunde ist sie wieder da, und als ich sie gestreichelt habe und gehen will, zischt sie zwischen meinen Beinen hindurch in das Dunkel, für eine Fortführung der Party der besseren Katzen im besseren Viertel der Stadt. Von der sie erst gegen vier Uhr heimkommt. Bei meinen Eltern müsste sie draussen schlafen, aber die sind am Tegernsee bei Hannerls Mutter, und sie weiss, dass ich nicht gehe, bis sie kommt. Dann geht sie zum teuersten Ledersessel des Hauses, legt sich auf ihre Decke, ist zufrieden über die Wärme und schläft ein, während ich jetzt erst hinaus muss und über die nebligen Felder zurück in den Stadtpalast radle.

Am Friedhof vorbei, wo Generationen meiner Vorfahren in einem abgesperrten Teil liegen, entlang der alten Festung und dann hinein in die Altstadt führt mein Weg, und im diesigen Orange der Strassenbeleuchtung steht ein Taxi auf der anderen Strassenseite, in das ein paar lärmende junge Leute einsteigen. Das Fahrzeug wendet und fährt durch das gotische Tor in die schmalen Gassen, wo sich der Lärm des Motors langsam in der Stille der Nacht verliert, so still wie der Typ, der auf der anderen Seite neben dem Radweg kurz nach vier Uhr bei Temperaturen knapp über Null im Gras liegt.

Entschuldigung? frage ich ihn. Keine Reaktion. Ich beuge mich hinunter, spreche ihn nochmal an, da kommt langsam Bewegung in ihn, er hebt den Kopf, schaut mich an und lallt: Tom? Guten Morgen, sage ich, etwas beruhigt, denn mein Soll im Tote Auffinden habe ich für die nächsten vier Leben eigentlich schon abgegolten, ich brauche das nicht mehr, danke, der hier ist noch nicht tot, nur fast komatös besoffen, der Gestank bildet selbst in der kühlen Nachtluft eine wenig erbauliche Aura. Er rappelt sich auf, und als er schwankend vor mir steht, sieht er in seinem dunkelblauen Kurzmantel wieder einem Elitestudenten halbwegs ähnlich. Er schaut sich um und fragt, wo Tom und die anderen sind, die waren doch dabei, und wo geht es hier nochmal zum Studentenwohnheim in der engen Gasse, da muss er jetzt hin.

Ich beschreibe ihm den Weg, sage, dass ich auch in die Richtung muss, er nickt, dreht sich um und macht sich prompt in die falsche Richtung, zum Friedhof, davon. Er kommt nicht weit, nach ein paar Metern kippt er um, aber da bin ich schon bei ihm, und erkläre ihm, dass er jetzt mitkommen soll. Langsam, ganz langsam gehen wir in die Altstadt, er versichert sich, dass ich nicht Tom bin und auch nicht Verena und Julia und noch ein paar andere, die ihn an diesem Abend irgendwann verlassen haben. Bei seinem Wohnheim ist sein Kreislauf wieder soweit in Schwung, dass er die letzten Meter halbwegs gerade selbst zur Tür geht, mit einigen Fehlversuchen aufsperrt und ohne ein Wort des Abschieds im Hausgang verschwindet.

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Mittwoch, 29. November 2006

Bewegung an den Unis

Das Institut für Kommunikationswissenschaften an der LMU München hat den englischen Garten hinter und den Eisbach neben dem Haus und um die Ecke den Chinesischen Turm und gegenüber die Isar und einen eigenen Biergarten an der Cafete und darin legendäre Parties mit enthemmten Professorentöchtern - was fehlt da eigentlich noch?

Eine Piazza? Ne, eine Piazza haben sie jetzt auch. München eben.

Disclaimer: Ich kenne manche dieser Leute. Von denen wird man nochmal hören.

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Nur der Böse erkennt das Böse

Schnell her, ihr finsteren Gestalten,
Gesindel, das die Lichter scheut,
Lasst Schlimmes und Gemeines walten
Im Sturm, der in den Netzen heult.



Vertrieben von der Glut der Hitze,
Die unter schwerer Last zerstob,
Findet Euch hier, macht weiter Witze
Und esst schlimmrer Schurken Abendbrot.

Pfeift weiter Eure kecken Lieder,
Und den anderen die Todesmelodie
streckt sie mit Euren Worten nieder,
lasst sie am Wegrand liegen, in ihrer Agonie.

Denn diese Nacht, die wird nie enden,
Durchdrungen nur von Dolch und Schrei,
Gut - man könnt´s lassen dabei bewenden,
Doch der Böse kennt das Böse, und es ist nie vorbei.

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Dienstag, 28. November 2006

Alte Freunde mit alten Taktiken

Einmal in der Pressemitteilung lügen - kann passieren.
Zweimal in der Pressemitteilung lügen - ist nicht gut.
Pressemitteilungen für unterschiedliche Märkte zurechtmachen - riecht komisch.
Ein positives Ergebnis haben und nicht kommunizieren - ist seltsam.
Firmen für ungenannte Beträge erwerben - ist fragwürdig.
Den Kauf nicht im Handelsregister eintragen lassen - ist sehr ungewähnlich.
Mit dem nicht vollzogenen Kauf dann Werbung für die grosse Sause machen - macht mich neugierig.

Was da sonst noch so kommt.

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Dienstag, 28. November 2006

Nation Abreissing

Es ist manchmal ganz erstaunlich, wie historische Erfolge blind machen für die Probleme der Gegenwart. Ich hatte heute ein berufliches Gespräch mit einem Bekannten, der in meiner Zeit auch in Berlin war, und der jetzt in Washington und mit humanitären Aufgaben im Irak beschäftigt ist. Damit meine ich nicht "Geld an US-Firmen schleusen", sondern das, was man als Nation Buildung bezeichnet: Zivile Infrastrzkturen aufbauen, politische Prozesse begleiten, mit Geld behutsam eingreifen und versuchen, die Leute für eine demokratische Zivilgesellschaft zu gewinnen. Also alles, was Im Deutschland des Jahres 0 und mit dem Marshall Fund erst mal prima geklappt hat.

Es gibt Leute, die fragen sich, ob die Niederläge nicht hätte härter ausfallen müssen, oder ein langsamer Sieg besser gewesen wäre; einer, der in jedem Dorf gezeigt hätte, dass Widerstand zweklos ist, und gleichzeitig so, dass man Respekt vor den Kämpfern hat. Es gibt Leute die sagen, man hätte die Massaker besser ausschlachten müssen, und andere, man hätte schon vorher die Leute wissen müssen, die die Sache im Irak managen können. Das mit der Entwaffnung hat nicht funktioniert, das rächt sich jetzt. Zu schnell war es, zu hastig, nach dem Ende der Kämpfe gingen die Kämpfe weiter, da entstand der Hass, der die amerikanischen Truppen jetzt zum Spielball in einem religiös motivierten Bürgerkrieg macht.

Für diejenigen Verantwortlichen, die daran glauben, dass der westliche Weg sicher nicht 1:1 übernommen werden kann, die Grundsätze wie Demokratie, Gleichberechtigung und Menschenrechte aber fraglos gelten müssen, ist der Irak eine real gewordene Alptraumvision. Es fängt schon damit an, dass die Ansprechpartner nichts von diesen Werten wissen wollen, weder im Kampf gegen feindliche Clans, noch im Inneren, womit ihre Herrschaft bedroht wäre. Der Irakkrieg ist in abertausende Kriege im Irak zerfallen, die neuen Machthaber sind Warlords, es ist kein Vietnam, sondern schlimmer, es ist gigantisches Afghanistan, in dem jede Aufbauleistung jenseits der von den USA massiv kontrollierten Gebiete sofort missbraucht werden, versickern, nicht mehr als wirkungslose Bestechung sind.

Es wird sehr schwer mit dem Abzug der Amerikaner, so jedenfalls wird es kein Spaziergang wie 1948 in Deutschland, das ist allen Beteiligten klar, wenn die ganze Aktion nicht als grösster und teuerster politischer Fehlschlag in die Geschichte der USA eingehen soll. Langsam reift in mir aber eine Idee heran, die tatsächlich so etwas wie eine stabile Situation bringen könnte: Denn wenn man genau hinschaut, hat nicht nur der Marshall Fund Deutschland gestützt, sondern auch das feindliche System der Sowietunion und ihres Satelliten, der DDR. Wie also wäre es, Sunniten, Shiiten und Kurden tatsächlich in eine Autonomie zu entlassen, gezielt als Staaten aufzubauen, und Bagdad als neues Berlin zu errichten, mit einer Bagdader Mauer zwischen den Zonen? Klare Fronststellungen würden shon dafür sorgen, dass sich jede Partei intern einigen muss, um der anderen zu widerstehen, man bräuchte die Hilfe der Grossmächte, und die wiederum könnten ihre Vasallen dann zügeln.

Das erzähle ich meinem Bekannten, aber der findet die Idee extrem zynisch, und will davon nichts wissen.

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Was ich heute gelernt habe

Liebes Tagebuch,

heute war ein aufregender Tag. Der Michi, der Danny und der Essi und ihre Freunde haben letzte Woche immer gesagt, ihr Spielzeug mit dem Stromstecker ist absolut sicher und da muss keiner Angst haben und wer was anderes sagt soll es mal zeigen. Und dann haben es heute welche wirklich gezeigt und das Spielzeug ist total kaputt. Ich glaub ich werde mich nie wie der Michi, der Danny und der Essi hinstellen und einen fragen, ob er mir mein Spielzeug kaputt machen kann, weil das ist echt doof wenn das passiert. Ich weiss zwar nichts von Java ausser dass es eine Insel gibt die so wie heisst, aber so wie es die jetzt erwischt hat will ich nie nicht dastehen müssen.

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Sonntag, 26. November 2006

Alle Herrlichkeit des fernen Ostens

Ein kleines Beispiel für Globalisierung.

In Südchina, rund um die ehemaligen Kolonien Macao und Hong Kong, macht sich ein neuer Lebensstil breit. Strassen werden gebaut, um der Flut von Automobilen Herr zu werden, Gewerbezentren der Textil- und Elektronikindustrie wuchern wie Geschwüre in die Landschaft. Das Wachstum, angetrieben durch Gelder aus dem Ausland und dem Willen des Regimes, das Schlechteste aus Kapital und Sozialismus zusammen zu bringen, zerstört alle nach einem Jahrhundert der Kriege erhaltenen alten Strukturen, und das um so leichter, als das Alte in diesem Kulturkreis keinen besonderen Wert hat. Arbeiter brauchen Häuser, am besten uniforme Betonburgen, billig und schnell zu errichten, und die Landflucht tut ein Übriges, um eine seltsame Zone zwischen Fortschritt und Niedergang entstehen zu lassen. Vernichtet wird, was im Weg steht, aber es gibt auch Verantwortliche, die wissen, dass das, was da vernichtet wird, mehr ist als Brennholz.

Und so werden in Südchina die alten Holzhäuser mit ihren geschnitzten Paneelen mitunter nicht einfach niedergewalzt, sondern abgebrochen und auseinandergenommen. Die Methode hat durchaus Tradition, diese Häuser selbst wurden aus Bruchstücken älterer Häuser zusammengestückelt, man hat die Schnitzereien nicht weggeworfen, sondern in neue Rahmenkonstruktionen eingebettet und als Spolien recht konsequent wiederverwendet. Heute aber werden die Holzplatten in Kisten verpackt, und gehen neben gefälschten Turnschuhen und billigen Messersets auf die Reise nach Europa, wo sie dann von einem Herrn vertrieben werden, der viel zu selten einen Antikmarkt besucht, auf dem ich auch bin.



Und da steht dann einer neben mir, ein Sohn dieser deutschen Erde, und schaut zu, wie ich die Bretter umdrehe und gewissenhaft prüfe, ob sie von Hand gebohrt und gesägt sind, oder maschinell hergestellt wurden. Beides findet sich in den Kisten, man muss also schon etwas aufpassen, um die Stücked des 19. von denen des 20. Jahrhunderts zu trennen. Was ich da schaue, will der andere von mir wissen, ich erkläre ihm die Unterschiede, und er meint, wenn ich etwas mit Geishas finden würde, solle ich es ihm geben.

Ich würge etwas an der Antwort, nicke dann freundlich, schenke ihm sogar das Lächeln eines koreanischen Immobilienhaifischs, der einen gerade entgrätet, und behalte die Stücke mit den tanzenden Frauen für mich, denn ich brauche viel und thematisch passendes für den asiatischen Raum, und wie die Friese neben der Buchenimitatschrankwand des Anderen aussehen würden, das stelle ich mit lieber nicht vor. Ich wühle mich durch die Kisten, finde noch eine Platte, die aus dem 18. Jahrhundert stammen könnte, und der Chinese meint, ich hätte da ein Auge dafür. Womit er nicht ganz unrecht hat. Denn in gewisser Weise bin ich dieser Region verfallen wie die Auklärer des 18. Jahrhunderts, ich erfreue mich an dem, was man an den Tänzerinnen und Sagenfiguren an falschen Vorstellungen entwickeln kann, was nie so war und letztlich doch nur Zeugnisse eines erschütternden Niedergangs sind.



Die Stücke sind alt, in manchen Ritzen ist der Dreck kaum zu entfernen, Spinnenleichen und Ungezieferkadaver geben Zeugnis vom Alter und der Verwahllosung, die die Figuren lange Zeit vor dem Abriss umgab. Es dauert Wochen, bis alle gereinigt sind und einen Platz haben, und vermutlich wird bis dann längst mein Geld unterwegs sein nach China, zu irgendeinem Neureichen, der nicht nur am Grundstück und am Bau einer Lagerhalle, sondern auch am Abriss glänzend verdient. Vielleicht nimmt er den Gewinn und macht seiner Frau damit eine Freude, ein kleiner Trip nach Thailand, wo sie sich für weniger als 200 Dollar eine neue, westliche Nase kauft, die dann so gar nichts mehr mit dem Ideal zu tun hat, was mich täglich beim Betreten meiner Wohnung auf der anderen Seite der Erde erfreut. Wir alle denken, dass wir ein gutes Geschäft gemacht haben, jeder hat, was er will - ausser dem Land, das die Relikte einer Kultur verliert, die es schon lange nicht mehr gibt.

Vielleicht aber, wenn hier nur weiter billigste Hemden gekauft werden und die Handies im Zweimonatsrythmus wechseln, werden sich die Geldströme doch so verlagern, dass dort in Asien genug Liquidität ist, um die Stücke dereinst zurückzukaufen. Dann werden sie in beleuchteten Vitrinen stehen, vor denen die Tochter des Hauses verlangt, endlich wig lange Beine zu bekommen, wie irgendeine blonde, deutsche Hüpfdohle des Popgeschehens, deren erfundenes Leben irgendwo im Speckgürtel rund um Macao die Menschen von dieser seltsam, faszinierend fremden Welt träumen lässt.

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Samstag, 25. November 2006

Real Life 24.11.06 - Echte Arbeit

Es sind diesmal drei Ster, und das Wetter ist prächtig. Letztes Jahr hatte es geschneit, es war bitterkalt und windig, aber in diesem Rekordnovember, der schon fast wieder Frühling ist und vielleicht das baldige Absaufen von Bremen, Hamburg und anderen niedrigen Gebieten ankündigt, ist das Holzschlichten eine Freude. Die eine Hälfte leichte Fichte, die andere schweres Buchenholz.



Wäre da nicht die Sache mit der Schubkarre. Denn deren Reifen ist nach einem Jahr platt. Du suchst nach einer passenden Pumpe, fragst Frau Mama, die hinter dem Haus mit Frau B. über Belanglosigkeiten redet, die weiss auch nichts von einer passenden Gerätschaft, aber Frau B. meint, dass ihr auto- und motorradverrückter Sohn so etwas haben muss. Sie wackelt über den weiten Apfelgarten in den Schuppen, erklärt dir überflüssigerweise genau, wie das Ding funktioniert - denn vor dem Tod des Seniors wird der Junior immer der unerfahrene Junior bleiben - du bedankst dich und machst dich an die Arbeit.

Es sind schöne Stücke, gerade, fest, nicht verdreckt oder nass, und nach ein paar Fuhren gelingt das Anschlichten wieder mühelos, Scheit auf Scheit findet seinen Platz und stabilisiert die Reihe entlang des viel zu grossen Hauses. Nur manches Aststück wehrt sich, und da hilft nur die Axt. Du stellst das Scheit auf den Bock, holst aus und schlägst das Eisen in das Holz. Aststücke sind verfluchte Hunde, sie wehren sich, aber es hilft ihnen alles nichts, Schlag um Schlag dringt das Beil tiefer ein, du denkst an Berlin und an ein paar verantwortungslose Mistkerle und ihre Kumpane, drehst die Axt um und benutzt die Wucht des Holzes, damit es sich selbst immer weiter in das Eisen treibt. Wenn Du Wut hast, sagte deine Grossmutter, geh raus und hau Holz, das hilft, und recht hatte sie, irgendwann quietscht der Brocken, ein, zweimal, und dann bricht er auseinander. Wenn immer noch Wut da ist - auch kein Problem, so ein Aststück quer durchzuhauen, ist genau das richtige für angesammelte Energien.

Um vier musst du fertig sein, denn um halb fünf kommt dann Frau G. zu Besuch, du musst noch duschen und dich ordentlich anziehen, denn auf das grobe Holz folgt das feine Porzellan, auf die zupackenden Hände der abgespreizte kleine Finger, der hier nie aufgehört hat, selbstverständliches Verhalten der besseren Kreise zu sein. Man tut das nicht extra, es ist so. Und es ist wie immer zu viel Kuchen da, den du mitnimmst und nachher, beim Bloggen nebenbei verzehren wirst.

Frau G. lässt sich lang und breit über dieses Internet da aus, das so gefährlich ist mit diesen Waffenseiten und Mörderspielen, von Porno und Belästigung ganz zu schweigen, wie sie aus der Glotze weiss. Was denn die jungen Leute da den ganzen Tag da drin so machen, du müsstest das doch erklären können, du seist doch so einer, der da viel macht, hat sie gehört. Was du tust, sagst du, und dann fällt es dir ein, es sind mitunter nicht wirklich schöne Dinge, und eigentlich müsstest du sagen, du tust dreckige Stalkerschweine umnieten, Nazipropagandisten in die Ecke drücken, bis sie quietschen, PRoleten den Tag versauen, Material suchen, um die Bande hochgehen zu lassen, Informanten befragen und jeden Tag eine neue Kugel in den Lauf tun, um dann wieder einen von denen wegzuknipsen, besser als ein Spiel ist das.

Du erzählst lieber etwas von den angenehmen Menschen, die dort verkehren, von den Freunden, die dich dann besuchen kommen, von der Fähigkeit des Netzes, die Augen zu öffnen und die Welt neu zu entdecken, nackte Frauen oder Gewalt siehst du da draussen nie, es gibt immer weite Bereiche, die völlig frei von all dem sind, was das - nun selbst nicht gerade zimperliche - Fernsehen so zeigt. Morde etwa wie am Freitag Abend üblich gibt es bei dir nicht.

Du sagst artig Auf Wiedersehen, schwingst dich auf dein Rennrad und bist bald wieder ist der Stadt vor der Kiste, und mit nach Harz und Buchenholz riechenden Händen killst du den Abschaum in den Kommentaren der Blogbar. Beim Tee denkst du mit gespreiztem Finger darüber nach, wie du den Stalkerschweinen am besten mit dem Herzeigen des Schlachterbeils das Wochenende zur Hölle machst, denn das Netz muss schöner werden, damit das, was du Frau G. versprochen hast, ein wenig mehr stimmt, und sie sich vielleicht auch ohne Risiko irgendwann auf diese Welt einlassen kann.

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Donnerstag, 23. November 2006

Es ist vorbei

Endlich.

Zurück zu meinem kleinen, kuscheligen Literaturblog.

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Donnerstag, 23. November 2006

Die asiatischen Haifische kommen

Was machst Du nächste Woche?
Streichen, Schränke restaurieren, Boden schleifen.
Kannst Du vielleicht zwei Tage nach München kommen? Es ist nämlich so, wir haben eine Delegation da, die kommen aus Hamburg und wollen am Freitag verhandeln, aber davor haben sie Zeit und wollen was erleben, ausserdem müssen die gebrieft werden, jemand muss sie schon mal weich kochen.
Ach neeee....
Und du kannst doch so gut mit Übersetzerinnen.
Nein, kann ich nicht. Mir tun sie nur leid, das ist alles, diese Funktionsmädchen, ok, das schlägt durch, aber trotzdem, ne, wirklich, kein Bedarf.
Es ist doch ganz einfach, Du fährt mit ihnen in die Antiksammlung...
Antikensammlung!
Ist ja egal jedenfalls da an den Königsplatz zu diesen Statuen
Das ist die Glyptothek, mein Bester, die Antikensammlung ist gegenüber und hat vor allem Amphoren.
Ach so, das sind die mit den Töpfen. Ja, und dann geben wir euch ein paar BMWs, die sollen mal ordentlich Autobahnfahren, das macht denen sicher Laune.
Habt ihr gerade keine Praktis, die sowas machen können und dafür ein Zeugnis über Teilnahme an internationalen Verhandlungen bekommen oder so?
Ne, das geht nicht, die sollen glauben, dass sie von einem wichtigen Mitarbeiter betreut werden.
Ich sage es gradraus. Ich bin kein Fan von koreanischer Küche. Ich bin nicht erpicht auf zwei Tage leeres Gerede. Ich will keinen Selbstmord begehen, indem ich mich von einem unerfahrenen Trottel totrasen lasse. Ich...
Ihr könntet ins Ballett gehen! Am Mittwoch Abend ist auch Schwanensee! Wenn Oktoberfest wäre, wäre das alles kein Problem, aber jetzt musst Du uns helfen! Wirklich.
Und ich hasse Tschaikovsky und Ballett mag ich auch nicht.
Also, Du machst es.
Nein.

Und so werde ich am Mittwoch Schränke streichen und lächeln, wenn ich an den fetten Münchner Haifisch denke, den seine Freunde Maxl nennen, wenn er mit seiner koreanischen Delegation durch Museen watschelt, von denen er mutmasslich noch weniger Ahnung hat als das Übersetzungsperspnal der Koreaner, den armen Mädchen mit seinem bavarian English schwere Rätsel aufgibt, und schwitzend in seinem 5er BMW auf dem Beifahrersitz zittern wird, wenn irgendein Spekulant aus Seoul das europäische Versprechen der grenzenlosen Freiheit auf der Auobahn schon in der Tempo-80-Zone Richzung Starnberg mit 180 Richtung Radarfalle einlösen wird. Was man halt so zur Erhaltung des freundlichen Klimas tut, wenn der fast insolvente Fond ein paar Bauruinen in Fernost rumstehen hat und die koreanischen Partner vor Gericht Recht bekommen haben, das Geld zu veruntreuen. Insofern ist es nur ausgleichende Gerechtigkeit, dann die europäische Kultur according to Maxl zu erleben.

Wie auch immer: It´s a fair deal.

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Macht da mit,

wenn Ihr bei Blogger seid oder das hier irgendwie unterstützen wollt. Das hier. Es ist wichtig, vielleicht weniger wegen dem Geld als vielmehr, um einen Gerechten wissen zu lassen, dass es kein Schaden ist, gerecht zu sein.

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