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Mittwoch, 12. August 2009
Der Tod der 80er in München
Ich hätte mir für Escada ja auch so ein typisch Münchner Bussibussi Steuerhinterzieherende wie bei MCM gewünscht, aber leider sind es am Ende nur die Erbsenzähler gewesen, die die Firma zu Fall brachten. Na dann eben so. Und eigentlich ist es ja auch nur einAbgesang auf das Westviertel. In der FAZ.

Aber ansonsten ist es wirklich, wirklich schön hier.

Aber ansonsten ist es wirklich, wirklich schön hier.
donalphons, 21:36h
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Ich will noch nicht sterben
Aber wenn ich weiter recherchiere, sollte ich vielleicht doch an das Verfertigen eines Testaments denken. Gerade arbeite ich an einem mit Zufriedenheit erfüllten Beitrag über den Untergang von Escada und suche nach Texten, die klären, ob Escada überhaupt noch gefälscht wird.
Nun weiss ich, seitdem ich mal LesFakes, die Produktplatzierungsbrigarde von Burda und Hebig unter den Blogs, gelesen habe, wie unerträglich die Auseinandersetzungen mit Frauenäusserungen sein kann, bei denen kein Kontrollorgan zwischen flauschig weichem Rückgrat und mietmäuliger Zunge liegt. Seitdem ich ab und an in Modeblogs reinschaue, finde ich Frauenzeitschriften wie die Vougue gar nicht mehr so schlimm. Und seitdem sich diese billigen Damen mit ihrem, sagen wir mal, begrenzten Sinn für die Freuden der Betrachtung auch noch in ihrem Plunder ablichten, bin ich nicht mehr der Meinung, dass Zeug wie Carta.info nur von Männern ins Internet geschaufelt wird. Heute jedoch hatte ich erst mal Schnappatmung beim von Google geleiteten Besuch von gofeminin, der Frauenseite von Springer (enteignen, bitte!). Da findet sich von einer Nutzerin namens "Richbeast 1" folgender Eintrag zur Frage, ob Vuitton-Fälschungen erkennbar sind [http://forum.gofeminin.de/forum/mode/
__f863_mode-Gefalschte-Louis-Vuitton-Taschen.html#46988, smileys nicht dargestellt]:
ja es gibt glaub ich echt unterschiede in den fälschungen bei manchen fehlt echt das made in france oder die nummer oder sie sind aus plastik. bei andern is alles original da musste schon auf die nähte und das leder achten und so. naja aber du kannst ja nich sagen "hey bleib mal stehen will mal deine vuitton checken"....
aber ich find immer du erkennst die fälschung eher mal an dem was jemand sonst anhat und das ist meist mal eindeutig. c&a-look mit vuitton handbag is halt suspicious. oder andersrum wieso sollt ich in escada und gucci rumrennen und dann bei ner handtasche ne fälschung kaufen. man kann auch einfach gucken was so drin is in den handtaschen: wenn eine n drospa lippstick n tschibo handy und sparkassenschlüsselanhänger rausholt und sagt sie hätt ihre creditcard vergessen sollten die alarmglocken gehn.
wenn ich kein geld hätte würd ich mir auch fälschungen holn. aber ich hab aber simply mehr fun die sachen bei LV zu kaufen als irgendwie im internet oder auf irgendwelchen märkten. und: als richtige fashionista hast du eh immer die neusten modelle und sondereditions zb im moment die impanema und die gibts dann auch noch nich als copy.
Wenn ich bei Louis Vuitton arbeiten würde, hätte ich vermutlich weniger Sorgen wegen der Fälscherringe, als wegen solcher Markenfreunde, die nach drei Absätzen plastischer werden, als es jedes misogyne Buch vermag. Das sind vermutlich die Leute, die Anregungen schreiben, die Firma sollte doch bitte ein Extrafach für den Kaugummivorrat (Hubba Bubba XXL) einbauen.
Ich glaube, man erträgt im Leben nur eine gewisse Menge von solchem Müll. Und das ist wirklich ein schwerer Schlag.
Nun weiss ich, seitdem ich mal LesFakes, die Produktplatzierungsbrigarde von Burda und Hebig unter den Blogs, gelesen habe, wie unerträglich die Auseinandersetzungen mit Frauenäusserungen sein kann, bei denen kein Kontrollorgan zwischen flauschig weichem Rückgrat und mietmäuliger Zunge liegt. Seitdem ich ab und an in Modeblogs reinschaue, finde ich Frauenzeitschriften wie die Vougue gar nicht mehr so schlimm. Und seitdem sich diese billigen Damen mit ihrem, sagen wir mal, begrenzten Sinn für die Freuden der Betrachtung auch noch in ihrem Plunder ablichten, bin ich nicht mehr der Meinung, dass Zeug wie Carta.info nur von Männern ins Internet geschaufelt wird. Heute jedoch hatte ich erst mal Schnappatmung beim von Google geleiteten Besuch von gofeminin, der Frauenseite von Springer (enteignen, bitte!). Da findet sich von einer Nutzerin namens "Richbeast 1" folgender Eintrag zur Frage, ob Vuitton-Fälschungen erkennbar sind [http://forum.gofeminin.de/forum/mode/
__f863_mode-Gefalschte-Louis-Vuitton-Taschen.html#46988, smileys nicht dargestellt]:
ja es gibt glaub ich echt unterschiede in den fälschungen bei manchen fehlt echt das made in france oder die nummer oder sie sind aus plastik. bei andern is alles original da musste schon auf die nähte und das leder achten und so. naja aber du kannst ja nich sagen "hey bleib mal stehen will mal deine vuitton checken"....
aber ich find immer du erkennst die fälschung eher mal an dem was jemand sonst anhat und das ist meist mal eindeutig. c&a-look mit vuitton handbag is halt suspicious. oder andersrum wieso sollt ich in escada und gucci rumrennen und dann bei ner handtasche ne fälschung kaufen. man kann auch einfach gucken was so drin is in den handtaschen: wenn eine n drospa lippstick n tschibo handy und sparkassenschlüsselanhänger rausholt und sagt sie hätt ihre creditcard vergessen sollten die alarmglocken gehn.
wenn ich kein geld hätte würd ich mir auch fälschungen holn. aber ich hab aber simply mehr fun die sachen bei LV zu kaufen als irgendwie im internet oder auf irgendwelchen märkten. und: als richtige fashionista hast du eh immer die neusten modelle und sondereditions zb im moment die impanema und die gibts dann auch noch nich als copy.
Wenn ich bei Louis Vuitton arbeiten würde, hätte ich vermutlich weniger Sorgen wegen der Fälscherringe, als wegen solcher Markenfreunde, die nach drei Absätzen plastischer werden, als es jedes misogyne Buch vermag. Das sind vermutlich die Leute, die Anregungen schreiben, die Firma sollte doch bitte ein Extrafach für den Kaugummivorrat (Hubba Bubba XXL) einbauen.
Ich glaube, man erträgt im Leben nur eine gewisse Menge von solchem Müll. Und das ist wirklich ein schwerer Schlag.
donalphons, 12:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 11. August 2009
Poliltikergeschlechtsmerkmale
Liebe Politiker, bitte: Ich will keine Brüste, Hoden, Phalli, Hinterteile, Beine oder was auch immer sonst noch an erogenen Abschrecklichkeiten an Euch dran ist sehen. Nichts. Null. Nada. Ihr seid auch so schon hässlich wie die Tage, an denen das Bundeskabinett gezeugt wurde. Bitte tragt etwas bis zum Hals geschlossenes, und - habt Ihr schon mal Mülltüten auf dem Kopf probiert?
donalphons, 19:58h
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Man hat mich gefragt,
ob ich etwas über die neuen Reichenenklaven in Montenegro schreiben will. Schliesslich will man die dort erbauten Klötze am Meer auch an Deutsche verkaufen. Na gut, dachte ich mir, ich kenne das Thema ohnehin, und nachdem die Fragenden so viele nette Beiträge erhalten haben, werden sie sich garantiert auch mal über eine andere Meinung zu ihrem Steueroptimierungsparadies freuen. Gerade in der FAZ.
donalphons, 14:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 10. August 2009
Tatwerkzeuge
Hier sollte der erste Beitrag über das alljährliche, weithin bekannte Zwetschgendatschimassaker stehen.

Leider kam die Kamera erst zum Einsatz, als es bis auf die letzten roten Spritzer, die am Messer trockneten, schon vorbei war.

Leider kam die Kamera erst zum Einsatz, als es bis auf die letzten roten Spritzer, die am Messer trockneten, schon vorbei war.
donalphons, 19:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. August 2009
100
100 Beitäge sind nun in meinem Blog bei der FAZ, und wie bei einem Hundertjährigen wird nun unzusammenhängend irgendwas gefaselt, vergessen, ausgelassen und wieder zusammengestückelt, kurz, der Beitrag hat weder Hand noch Fuss und mit "Zeit" auch nur ein begrenzt spannendes Thema.
donalphons, 13:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. August 2009
Sommerentfrischen
Gerade machen alle Urlaub. Fahren an den See, fahren um de See und in andere Autos. Deshalb hat der Karosseriebauer auch alle Hände voll zu tun. Bis in zwei Wochen. Dann macht er, übersättigt mit dem Geld der Touristen, seinen Laden zu. Wie auch der andere Karosseriebauer bei Bad Tölz. Für drei Wochen. Davor geht am See absolut nichts, aber so lange kann ich nicht warten. Und damit geht die Sommerfrische gewaltsam und unerwünscht früh zu Ende.

Andererseits - ich war sehr lang nicht mehr daheim, von ein paar Stunden zwischendrin mal abgesehen. Ich weiss, dass sich bei den Mietern die Pakete stapeln, und der Briefkasten wird überquellen von Dingen, die die Welt von mir will.
Ausserdem könnte man auf die Idee kommen, hier einfach den Realitäten des Lebens davon zu laufen. Heute Nacht etwa ist das Waldfest in Ostin, da kommt die Münchner Stadtjugend und tut alpenländisch; für hier Wohnende wären all die besoffenen Kebsweiber ohne Rückfahrgelegenheit eine leichte Beute. Ohnehin ist es gerade schick, jemanden zu kennen, der an einem See wohnt und nicht in der Stadt, in der alle wohnen. Man bekommt hier allenfalls die Schokoladenseite des Lebens mit. Der Rest kommt hier gedämpft und leise an, lässt sich bei Bedarf aber stets ignorieren.
Das kleine Problem ist nur: Im Kaff an der Donau ist es genauso. Der Weltmarktführer weiss nicht, wo hier eine Krise sein soll. Der Laden macht Sonderschichten. Mein Musikalienhändler berichtet, dass es bei der Vorführung von Röhrenkomponenten der Preisklasse über 10.000 Euro gesteckt voll war. Am Horizont dräunt allerdings ein Aufenthalt in Berlin in den kommenden Wochen, vielleicht kann ich mich dort ja wieder etwas auf die Härten des Daseins einstellen - noch dazu, wenn ich verflucht bin, dort die S-Bahn zu nehmen.

Andererseits - ich war sehr lang nicht mehr daheim, von ein paar Stunden zwischendrin mal abgesehen. Ich weiss, dass sich bei den Mietern die Pakete stapeln, und der Briefkasten wird überquellen von Dingen, die die Welt von mir will.
Ausserdem könnte man auf die Idee kommen, hier einfach den Realitäten des Lebens davon zu laufen. Heute Nacht etwa ist das Waldfest in Ostin, da kommt die Münchner Stadtjugend und tut alpenländisch; für hier Wohnende wären all die besoffenen Kebsweiber ohne Rückfahrgelegenheit eine leichte Beute. Ohnehin ist es gerade schick, jemanden zu kennen, der an einem See wohnt und nicht in der Stadt, in der alle wohnen. Man bekommt hier allenfalls die Schokoladenseite des Lebens mit. Der Rest kommt hier gedämpft und leise an, lässt sich bei Bedarf aber stets ignorieren.
Das kleine Problem ist nur: Im Kaff an der Donau ist es genauso. Der Weltmarktführer weiss nicht, wo hier eine Krise sein soll. Der Laden macht Sonderschichten. Mein Musikalienhändler berichtet, dass es bei der Vorführung von Röhrenkomponenten der Preisklasse über 10.000 Euro gesteckt voll war. Am Horizont dräunt allerdings ein Aufenthalt in Berlin in den kommenden Wochen, vielleicht kann ich mich dort ja wieder etwas auf die Härten des Daseins einstellen - noch dazu, wenn ich verflucht bin, dort die S-Bahn zu nehmen.
donalphons, 01:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 7. August 2009
An den Wurzeln schneiden
Es gäbe da einen hochspannenden journalistischen Beitrag zu schreiben: Über die Hypo Real Estate. Bei der kommt nämlich gerade das an das Licht, was ich hier schon seit längerem schreibe: Dass die Depfa gar nicht mal das arge Problem ist, sondern die Verwerfungen im Bereich der kommerziellen Immobilien. Daher auch der Gesamtverlust von über einer Milliarde im ersten Halbjahr.

Die weniger spannende Frage ist, wie die Abschreibungen zustande kommen. Wichtiger schiene mir die Frage: Bei welchen ausstehenden Krediten der Bank brennt es gerade? Wer hat sie in Anspruch genommen? Mit welchem Hebel? Und auf wessen Wunsch?
Und mit dieser Frage wären wir auch gleich wieder da, wo ich bin: Im bayerischen Voralpenraum mit seinen Seen und Reichen. Denn die Finanzierung von Gewerbeimmobilien läuft oft grob gesagt so: Initiator legt Fonds auf, Reiche kaufen Anteile, machen die Anlaufverluste steuerlich geltend und kassieren dann die Rendite. Dazu kommt dann noch ein üppiger Teil Fremdfinanzierung durch die Banken, und wenn alle Stricke reissen, bedient sich die Bank am Anteil der Gesellschafter und an der Immobilie. Theoretisch.
Blöderweise laufen solche Fonds oft genug eher schlecht. Das fängt schon mit dem Kapital der Anleger an: das ist bis zum Maximum gehebelt, um aus Frendkapital, das mit 6, 7 % zu verzinsen ist, maximale Steuernachlässe herauszuholen. Anders gesagt: Auch im Kapital der Anleger stecken Banken. Oder auch: Die Banken leihen sich selbst was.
Und das, was wirklich an Kapital der Anleger in solchen Fonds steckt, ist oft schon dadurch aufgefressen, dass die Baukosten höher wurden. Beispiel: Ein Initiator beauftragt einen Bauunternehmer, der er indirekt selbst ist. Ist zwar mitunter illegal, wenn es de facto zur Entnahme von Fondsvermögen kommt, aber oft genug hat der Initiator zusammen mit dem Vertrieb die Mehrheit der Stimmen im Fonds. Mitunter sitzen da gesellschafter mit drinnen, die gute Freunde des Initiators sind und ausser einer Absichtserklärung gar kein Geld abgegeben haben. Da kann man als Gesellschafter wenig machen. Und dann haben wir also Fonds, die kräftig ausgenommen wurden, und Immobilien, deren schöne Rendite heute nicht mehr funktioniert.
Und eine Bank, die ihr Geld zurück will. Eine Besonderheit dieser Fonds ist, dass die Kredite öfters mal eine Anschlussfinanzierung brauchen. Nachdem die HRE jetzt nicht so arg den tollen Ruf hat und selbst auch solche Deals in Zeiten der geldnot nicht unbedingt weiterführen möchte, ist die Suche nach anderen Banken, die diese Finanzierung übernehmen wollen, gerade etwas diffizil. Weil: Eigenkapital ist weg, geliehenes kapital ist weg, Immobilien sind noch nicht fertig oder anderweitig wertlos, Gesellschafter wehren sich gerichtlich gegen Nachzahlungen, und nun könnte sich die HRE natürlich hinstellen und vollstrecken - aber das ist auch uncool, weil das Geld zwar weg, aber die Schulden bei ihr und anderen Banken immer noch in den Büchern stehen. Autsch.
Aber solange die HRE gestützt wird und der Staat nachschiesst, läuft es weiter. Der Staat tut das Geld in die HRE, und die füllt damit Verluste auf, und viele Fonds können noch etwas weiter wurschteln. Und ich denke, es wäre jetzt eine hochspannende Sache, mal etwas über die Initiatoren solcher Fonds zu machen. Sie reden ja gern vom systemischen Risiko der HRE, aber man sollte doch auch mal die Herren benennen, die es besonders schlimm erwischen würde, wenn sich die HRE nicht mehr beim Staat, sondern bei jenen bedienen würde, denen sie die Kredite gab.
Edit: Weissgarnix schlachtet die Schleichwerber von der FTD.

Die weniger spannende Frage ist, wie die Abschreibungen zustande kommen. Wichtiger schiene mir die Frage: Bei welchen ausstehenden Krediten der Bank brennt es gerade? Wer hat sie in Anspruch genommen? Mit welchem Hebel? Und auf wessen Wunsch?
Und mit dieser Frage wären wir auch gleich wieder da, wo ich bin: Im bayerischen Voralpenraum mit seinen Seen und Reichen. Denn die Finanzierung von Gewerbeimmobilien läuft oft grob gesagt so: Initiator legt Fonds auf, Reiche kaufen Anteile, machen die Anlaufverluste steuerlich geltend und kassieren dann die Rendite. Dazu kommt dann noch ein üppiger Teil Fremdfinanzierung durch die Banken, und wenn alle Stricke reissen, bedient sich die Bank am Anteil der Gesellschafter und an der Immobilie. Theoretisch.
Blöderweise laufen solche Fonds oft genug eher schlecht. Das fängt schon mit dem Kapital der Anleger an: das ist bis zum Maximum gehebelt, um aus Frendkapital, das mit 6, 7 % zu verzinsen ist, maximale Steuernachlässe herauszuholen. Anders gesagt: Auch im Kapital der Anleger stecken Banken. Oder auch: Die Banken leihen sich selbst was.
Und das, was wirklich an Kapital der Anleger in solchen Fonds steckt, ist oft schon dadurch aufgefressen, dass die Baukosten höher wurden. Beispiel: Ein Initiator beauftragt einen Bauunternehmer, der er indirekt selbst ist. Ist zwar mitunter illegal, wenn es de facto zur Entnahme von Fondsvermögen kommt, aber oft genug hat der Initiator zusammen mit dem Vertrieb die Mehrheit der Stimmen im Fonds. Mitunter sitzen da gesellschafter mit drinnen, die gute Freunde des Initiators sind und ausser einer Absichtserklärung gar kein Geld abgegeben haben. Da kann man als Gesellschafter wenig machen. Und dann haben wir also Fonds, die kräftig ausgenommen wurden, und Immobilien, deren schöne Rendite heute nicht mehr funktioniert.
Und eine Bank, die ihr Geld zurück will. Eine Besonderheit dieser Fonds ist, dass die Kredite öfters mal eine Anschlussfinanzierung brauchen. Nachdem die HRE jetzt nicht so arg den tollen Ruf hat und selbst auch solche Deals in Zeiten der geldnot nicht unbedingt weiterführen möchte, ist die Suche nach anderen Banken, die diese Finanzierung übernehmen wollen, gerade etwas diffizil. Weil: Eigenkapital ist weg, geliehenes kapital ist weg, Immobilien sind noch nicht fertig oder anderweitig wertlos, Gesellschafter wehren sich gerichtlich gegen Nachzahlungen, und nun könnte sich die HRE natürlich hinstellen und vollstrecken - aber das ist auch uncool, weil das Geld zwar weg, aber die Schulden bei ihr und anderen Banken immer noch in den Büchern stehen. Autsch.
Aber solange die HRE gestützt wird und der Staat nachschiesst, läuft es weiter. Der Staat tut das Geld in die HRE, und die füllt damit Verluste auf, und viele Fonds können noch etwas weiter wurschteln. Und ich denke, es wäre jetzt eine hochspannende Sache, mal etwas über die Initiatoren solcher Fonds zu machen. Sie reden ja gern vom systemischen Risiko der HRE, aber man sollte doch auch mal die Herren benennen, die es besonders schlimm erwischen würde, wenn sich die HRE nicht mehr beim Staat, sondern bei jenen bedienen würde, denen sie die Kredite gab.
Edit: Weissgarnix schlachtet die Schleichwerber von der FTD.
donalphons, 14:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 6. August 2009
Der Gesellschaftsfinger
Darüber wollte ich schon lang mal schreiben. Als ich neulich in Meran im Cafe Elisabeth sass, kamen zwei Deutsche, und der Mann soff noch schnell eine Plastikflasche leer. Und zwar dergestellat, dass er sie aussaugte, und die Flasche mit lauten Klacken zerknickte. Man konnte gar nicht anders - man musste hinschauen. Das war der Moment, da ich mir sagte: Ich werde jetzt doch über den Gesellschafstfinger schreiben. In der FAZ. Sie Schwein.
donalphons, 13:29h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 6. August 2009
Nachrichten, die irgendwie nicht ankamen
Da war am 30. Juli in der New York Times diese - ich möchte sagen haarsträubende - Geschichte über den Versicherungsriesen AIG, bei der es um das Verstecken von Risiken und Problembereichen in der Firma geht. Extrem eklig, weil es den Anschein macht, als könnte da noch einiges mehr an Problemen kommen, was bislang noch gar nicht bekannt ist. Ich kenne derartig operierende Strukturen aus gewissen Fondsstrukturen, aber nur, wenn sie eher unseriös sind, und man Gewinne und Verluste rumwirtschaften will: Wechselseitige Beteiligung, Auslagerung von Bilanzproblemen, fehlende Mittel, die durch gegenseitige Absprachen und Eigenhandel kaschiert werden. Die Geschichte ist besonders auf Seite Zwei absolut erstaunlich. Und niemand hat das aufgegriffen? Kann es sein, dass die deutschen Medien blind sind, oder wrrden die für das freundliche Börsenklima bezahlt?

Und dann ist da bei FT Alphaville noch diese Geschichte über die immensen Probleme bei Fannie Mae und Freddy Mac, die auch weiter vor sich hin bröckeln, Verluste machen unddemnächst vom Staat aufgelöst werden könnten. Noch ein paar Billionen mehr Schulden für den amerikanischen Staat. Das ist alles sehr heftig und reichlich lehmanös, für meinen Geschmack. Nur ist es diesmal keine Bank. Diesmal ist es der Staat selbst.

Und dann ist da bei FT Alphaville noch diese Geschichte über die immensen Probleme bei Fannie Mae und Freddy Mac, die auch weiter vor sich hin bröckeln, Verluste machen unddemnächst vom Staat aufgelöst werden könnten. Noch ein paar Billionen mehr Schulden für den amerikanischen Staat. Das ist alles sehr heftig und reichlich lehmanös, für meinen Geschmack. Nur ist es diesmal keine Bank. Diesmal ist es der Staat selbst.
donalphons, 01:59h
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Die Pein der letzten drei Wochen
Über schmerzhafte Dinge schreibt man besser erst, wenn es eine Weile vorbei sind. Objektiv gesehen ist meine Barchetta, die "pfeifende Beulenpest", seit 14 Jahren in Familienbesitz und treues, anspruchsloses Reisemobil durch aller Herren Länder ein Totalschaden; die Reparatur kostet rund doppelt so viel wie der zu vergütende Schaden.

Das ist die eine Seite, der durch viele vernünftige Sprüche aus meinem Umfeld assistiert wird (ESP! Zehn Airbags! Neues Auto! So einen praktischen Einser! Einen TT! Ein deutsches Auto!). Es ist von jener Vernunft, die mich heute als hochrangigen Manager in der bayerischen Metallbaubranche in einem Büro sehen würde, und ganz sicher nicht dort, wo ich gerade dabei bin, die unvernünftigste und objektiv gesehen falsche Entscheidung zu treffen, wie es nun mal die ansonsten gern verleugnete Familientradition verlangt.

Ich hatte zwei Wochen einen Leiheinser von BMW. Ich habe zwei Wochen gekotzt, beonders auf dem Jaufenpass, wo ich jede Beschleunigung kenne und weiss, wie sich das anfühlen muss, wenn der Ruck durch den Wagen geht und der Motor brüllt. Ich wäre bei zwei Überholvorgängen beinahe gestorben, als dieses Ding einfach nicht beschleunigen wollte. 122 PS? Kann nicht sein. Vorgestern bin ich extra auf eigene Kosten ziemlich weit gefahren, nur um diese Gurke mit Eisendach und ohne Geräusch los zu werden. Ich will kein Leihauto mehr, ich will diese Barchetta und zwar exakt so, wie sie war, bevor mir der andere mit seinem Bus rückwärts mit vollkommen überhöhter Geschwindigkeit in das stehende Heck geknallt ist. Und ich schwöre: Sie hat sich gewehrt, sie hat es nicht auf sich sitzen lassen, und es ist auch nicht mein Schaden. Aber mein Auto. Und das bleibt es auch.

Das ist die eine Seite, der durch viele vernünftige Sprüche aus meinem Umfeld assistiert wird (ESP! Zehn Airbags! Neues Auto! So einen praktischen Einser! Einen TT! Ein deutsches Auto!). Es ist von jener Vernunft, die mich heute als hochrangigen Manager in der bayerischen Metallbaubranche in einem Büro sehen würde, und ganz sicher nicht dort, wo ich gerade dabei bin, die unvernünftigste und objektiv gesehen falsche Entscheidung zu treffen, wie es nun mal die ansonsten gern verleugnete Familientradition verlangt.

Ich hatte zwei Wochen einen Leiheinser von BMW. Ich habe zwei Wochen gekotzt, beonders auf dem Jaufenpass, wo ich jede Beschleunigung kenne und weiss, wie sich das anfühlen muss, wenn der Ruck durch den Wagen geht und der Motor brüllt. Ich wäre bei zwei Überholvorgängen beinahe gestorben, als dieses Ding einfach nicht beschleunigen wollte. 122 PS? Kann nicht sein. Vorgestern bin ich extra auf eigene Kosten ziemlich weit gefahren, nur um diese Gurke mit Eisendach und ohne Geräusch los zu werden. Ich will kein Leihauto mehr, ich will diese Barchetta und zwar exakt so, wie sie war, bevor mir der andere mit seinem Bus rückwärts mit vollkommen überhöhter Geschwindigkeit in das stehende Heck geknallt ist. Und ich schwöre: Sie hat sich gewehrt, sie hat es nicht auf sich sitzen lassen, und es ist auch nicht mein Schaden. Aber mein Auto. Und das bleibt es auch.
donalphons, 19:54h
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Der Untergang des britischen Bürgertums in einem Bild
Nach längerer Zeit heimkommen bedeutet auch: Post und Pakete sichten. Ich hatte unterwegs einiges geordert, darunter auch eine wirklich hübsche Silberkanne aus Privatbesitz einer britischen Ururgrossmutter. 5 Generationen. Gekauft 1889. 120 Jahre in Familienbesitz. Das ist eine lange Zeit. Und nun bestand aber Nachfrage nach einem Markenwasserkocher, und offensichtlich das, was man als finanziellen Deckungsbedarf bezeichnet. Also kaufte man einen Wasserkocher einer Marke, die in China produzieren lässt, und verkaufte die Familiensilberkanne. Man stellte sie bei Ebay ein, verpackte sie im Karton des Wasserkochers und schickte sie an mich.

Im Ergebnis: Ich bekomme den Gegenwert meines Geldes zu 83% in Silber und zu 17% in Kanne. In Grossbritannien verbleibt ungefähr die Hälfte bei der Familie, die andere Hälfte geht in den Wasserkocher und damit zu einem Gutteil nach Asien. Der Wasserkocher ist nach 5 Jahren wertlos.
Die Bilanz. Deutschland: Silberkanne.
England: Müll, Entsorgungskosten und nochmal genug Geld für weiteren Müll.
Fernost: Einnahmen zur Produktion neuen Mülls, Umweltverschmutzung, Ausbeutung, Drecksregime.
So ist das. Ich mag die Kanne, aber wer 1889 zu jenen 10, 15%-Anteil der Bevölkerung gehörte, der so etwas besass und nun erleben müsste, wie das Empire zu Ende geht, würde sich vermutlich mehr als nur ärgern. Fairerweise muss man allerdings anmerken, dass der Silberboom im viktorianischen England durch den Opiumexport nach China zustande kam, wo mit dem Silber gezahlt wurde, das man durch Exporte nach Europa verdiente, wo man es den Ländern und Menschen Mittelamerikas stahl. Trotzdem. Am Ende ist das einzige, was von echtem, dauerhaften Wert ist, in Deutschland.
Macht diese Geschichte Sinn? Hat sie eine Moral? Nein, natürlich nicht.

Im Ergebnis: Ich bekomme den Gegenwert meines Geldes zu 83% in Silber und zu 17% in Kanne. In Grossbritannien verbleibt ungefähr die Hälfte bei der Familie, die andere Hälfte geht in den Wasserkocher und damit zu einem Gutteil nach Asien. Der Wasserkocher ist nach 5 Jahren wertlos.
Die Bilanz. Deutschland: Silberkanne.
England: Müll, Entsorgungskosten und nochmal genug Geld für weiteren Müll.
Fernost: Einnahmen zur Produktion neuen Mülls, Umweltverschmutzung, Ausbeutung, Drecksregime.
So ist das. Ich mag die Kanne, aber wer 1889 zu jenen 10, 15%-Anteil der Bevölkerung gehörte, der so etwas besass und nun erleben müsste, wie das Empire zu Ende geht, würde sich vermutlich mehr als nur ärgern. Fairerweise muss man allerdings anmerken, dass der Silberboom im viktorianischen England durch den Opiumexport nach China zustande kam, wo mit dem Silber gezahlt wurde, das man durch Exporte nach Europa verdiente, wo man es den Ländern und Menschen Mittelamerikas stahl. Trotzdem. Am Ende ist das einzige, was von echtem, dauerhaften Wert ist, in Deutschland.
Macht diese Geschichte Sinn? Hat sie eine Moral? Nein, natürlich nicht.
donalphons, 16:40h
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