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Mittwoch, 14. Juli 2010
Russisches Hitzeroulette
Hitzschlag bei 28 Grad in frischer Luft? Eher nicht.
Hitzschlag bei 36 Grad und Abgasen? Eher schon.
Oft genug sind es die ganz einfachen Fragen, die über fundamentale Ereignisse entscheiden. Und in einer Zeit, da der Sommer tödlich wird, ohne dass dazu Epidemien ausbrechen müssten, kann man sich ja mal Gedanken machen, wer an der Hitze stirbt, und wer überlebt. Und was es kostet. In der FAZ.
Hitzschlag bei 36 Grad und Abgasen? Eher schon.
Oft genug sind es die ganz einfachen Fragen, die über fundamentale Ereignisse entscheiden. Und in einer Zeit, da der Sommer tödlich wird, ohne dass dazu Epidemien ausbrechen müssten, kann man sich ja mal Gedanken machen, wer an der Hitze stirbt, und wer überlebt. Und was es kostet. In der FAZ.
donalphons, 00:53h
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Dumm und vergesslich auf der Autobahn
Manche Dinge muss man empirisch herausfinden.
Andere Dinge hat man empirisch schon herausgefunden, das Ergebnis nicht gemocht, vergessen, und sieht sich somit erneut vor der Option, sein Wissen zu erweitern.
Im Sommer vor dem Erwerb der Wohnung am Tegernsee stolperte ich in Pfaffenhofen über Tapisserien zu einem Preis, bei dem ich nicht Nein sagen konnte. 70 Zentimeter breit, 150 Zentimeter hoch, und dass ich mit dem Kleinwagen unterwegs war, merkte ich erst, als ich davor stand. Sie passten nicht auf den Beifahrersitz, sie passten auch nicht auf den Gepäckträger, und als ich sie dort doch irgendwie notdürftig befestigt hatte, lernte ich auf der Heimfahrt mehr über Aerodynamik als in der Schule. To cut a long story, ich kann durchaus mit einer Hand lenken und mit der anderen unter Schmerzen wüst flatternde Tapisserien festhalten, und das auch über 40 Kilometer, aber Schalten wird dann eine komplexe Sache.
Aber das neue Bild ist ja nur 60 mal 80 Zentimeter und passt auf den Beifahrersitz. Mit Verpackung 70 mal 90. Und passt nicht mehr. Es sind 90 Kilometer von Fürth nach Hause. Und mir ist durchaus bekannt, dass es für Leinwände unschön ist, wenn sie heftig gewackelt und geschüttelt werden, wenn sich darauf alte Ölfarben befinden. Wackeln und schütteln war genau das, was dem Bildauf dem Gepäckträger geschah, wenn ich auf mehr als 60 km/h beschleunigte. Aber das merkt man erst, wenn man auf der Autobahnauffahrt ist.

Also wartet man besser, bis der erste LKW überholt, und hängt sich dann in den Windschatten. Das geht erstaunlich gut, denn man ist eher langsam, und der Fahrtwind nimmt rapide ab. Solange der LKW auf der Spur bleibt und nicht abfährt.
Was ich dabei zusätzlich zum Kunsttransport mit untauglichen Gefährten gelernt habe, ist die Häufigkeit, mit der LKWs von der Autobahn abfahren und einen allein im Fahrtwind zurück lassen. Man kann auf der Autobahn schlecht mit 50 kriechen und warten, bis der nächste passende LKW kommt. Man muss Gas geben und den nächsten erwischen, und das Bild festhalten. Zum Glück muss man nicht schalten. Aber wenn der nächste gute Hirte drei Kilometer weg ist, und man allenfalls 30 km/h schneller fahren kann, weil sonst das Bild zu sehr flattert, dann können es sehr, sehr lange 6 Minuten werden, und man kann sich viele Gedanken über abbröckelnde Farben und Gelenkschmerzen im Sonnenuntergang machen. Der Gepäckträger ist nicht nah beim Sitz.

Aber letztlich: es hat geklappt. Kein Schaden, aus dem ich klug werden müsste. Ich kann es also wieder getrost vergessen.
Andere Dinge hat man empirisch schon herausgefunden, das Ergebnis nicht gemocht, vergessen, und sieht sich somit erneut vor der Option, sein Wissen zu erweitern.
Im Sommer vor dem Erwerb der Wohnung am Tegernsee stolperte ich in Pfaffenhofen über Tapisserien zu einem Preis, bei dem ich nicht Nein sagen konnte. 70 Zentimeter breit, 150 Zentimeter hoch, und dass ich mit dem Kleinwagen unterwegs war, merkte ich erst, als ich davor stand. Sie passten nicht auf den Beifahrersitz, sie passten auch nicht auf den Gepäckträger, und als ich sie dort doch irgendwie notdürftig befestigt hatte, lernte ich auf der Heimfahrt mehr über Aerodynamik als in der Schule. To cut a long story, ich kann durchaus mit einer Hand lenken und mit der anderen unter Schmerzen wüst flatternde Tapisserien festhalten, und das auch über 40 Kilometer, aber Schalten wird dann eine komplexe Sache.
Aber das neue Bild ist ja nur 60 mal 80 Zentimeter und passt auf den Beifahrersitz. Mit Verpackung 70 mal 90. Und passt nicht mehr. Es sind 90 Kilometer von Fürth nach Hause. Und mir ist durchaus bekannt, dass es für Leinwände unschön ist, wenn sie heftig gewackelt und geschüttelt werden, wenn sich darauf alte Ölfarben befinden. Wackeln und schütteln war genau das, was dem Bildauf dem Gepäckträger geschah, wenn ich auf mehr als 60 km/h beschleunigte. Aber das merkt man erst, wenn man auf der Autobahnauffahrt ist.

Also wartet man besser, bis der erste LKW überholt, und hängt sich dann in den Windschatten. Das geht erstaunlich gut, denn man ist eher langsam, und der Fahrtwind nimmt rapide ab. Solange der LKW auf der Spur bleibt und nicht abfährt.
Was ich dabei zusätzlich zum Kunsttransport mit untauglichen Gefährten gelernt habe, ist die Häufigkeit, mit der LKWs von der Autobahn abfahren und einen allein im Fahrtwind zurück lassen. Man kann auf der Autobahn schlecht mit 50 kriechen und warten, bis der nächste passende LKW kommt. Man muss Gas geben und den nächsten erwischen, und das Bild festhalten. Zum Glück muss man nicht schalten. Aber wenn der nächste gute Hirte drei Kilometer weg ist, und man allenfalls 30 km/h schneller fahren kann, weil sonst das Bild zu sehr flattert, dann können es sehr, sehr lange 6 Minuten werden, und man kann sich viele Gedanken über abbröckelnde Farben und Gelenkschmerzen im Sonnenuntergang machen. Der Gepäckträger ist nicht nah beim Sitz.

Aber letztlich: es hat geklappt. Kein Schaden, aus dem ich klug werden müsste. Ich kann es also wieder getrost vergessen.
donalphons, 00:25h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 13. Juli 2010
Nicht umzubringen
Es gab hinter dem Johannesbeerstrauch ein paar Veränderungen: Das angrenzende Grundstück wurde geteilt, und der Bauträger setzte in einer Nacht- und Nebelaktion den Zaun zu weit in den Garten hinber, dessen Grenze der Strauch bildete. Dass er dxabei dem Strauch einen grossen Teil der Wurzeln abhackte, war für ihn nicht weiter von Belang; man hört, dass diese Person schon öfters wenig sensibel vorgegangen ist. Aber egal, wieviele Erinnerungen daran hängen, ein Stock ist nur ein Stock und damit eine Sache, zu klein, zu unbedeutend, vor Gericht muss man dafür nicht gehen, selbst wenn einen diese innere Wut auffressen kann.

Aber nach einigem Zurückschneiden, Hoffen und Warten sieht es so aus, als wären die Lebensgeister doch stärker. Und jetzt hoffe ich, dass der Strauch dicke, starke neue Wurzeln entwickelt, und noch ein paar Jahre Zeit hat, die angrenzende Mauer zu unterminieren. Ohnehin ist die zähe, gnadenlose Ausdauer von Wurzeln etwas, das mich stets aufs Neue begeistert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie in vier, fünf Generationen nach dem Menschen alles wieder begrünt haben werden, Fundamente zersprengen und Dächer durchstossen.
Solange spucke ich schon mal Johannesbeerkerne in des Nachbarn Garten

Aber nach einigem Zurückschneiden, Hoffen und Warten sieht es so aus, als wären die Lebensgeister doch stärker. Und jetzt hoffe ich, dass der Strauch dicke, starke neue Wurzeln entwickelt, und noch ein paar Jahre Zeit hat, die angrenzende Mauer zu unterminieren. Ohnehin ist die zähe, gnadenlose Ausdauer von Wurzeln etwas, das mich stets aufs Neue begeistert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie in vier, fünf Generationen nach dem Menschen alles wieder begrünt haben werden, Fundamente zersprengen und Dächer durchstossen.
Solange spucke ich schon mal Johannesbeerkerne in des Nachbarn Garten
donalphons, 01:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 11. Juli 2010
Aufforderungen
Geht raus!
Geniesst das Leben!
Nutzt das schöne Wetter!
Erfreut Euch an Eurem Dasein!
Seid froh, keine Treppen zu streichen!
Lasst Euch von niemandem Grau einreden!
(Und falls es doch jemand versuchen sollte, klatscht ihm meinen Antrag zur Abschaffung der "DDR" um die Ohren)
Geniesst das Leben!
Nutzt das schöne Wetter!
Erfreut Euch an Eurem Dasein!
Seid froh, keine Treppen zu streichen!
Lasst Euch von niemandem Grau einreden!
(Und falls es doch jemand versuchen sollte, klatscht ihm meinen Antrag zur Abschaffung der "DDR" um die Ohren)
donalphons, 20:28h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 11. Juli 2010
Saisonende
Am Besten, sagte die Dame im Verkaufshäuserl, gehen Sie ganz nach hinten rechts, da finden Sie noch am ehesten was.
Denn die Saison, die für mich eigentrlich noch nicht richtig angefangen hat, ist auch schon wieder vorbei. Tatsächlich ist die Jagd nach roten Beeren eine langwierige, schweisstreibende und wenig ertragreiche Arbeit.
Nur ab und zu ist unter den Büschen eine Kleinigkeit zu entdecken, viele sind schon braun oder mit einem Pelz überzogen, und überhaupt, dieser Sommer hod an Deife, wie man in Bayern sagt.
Seit Tagen sagen sie, es käme ein Gewitter, aber es bleibt blau und unerträglich heiss. Es umfängt einen die Lähmung wie im Jahr 2oo3, und ich bin froh, im kühlen Hausgang Treppen streichen zu können, während der Quark im Kühlschrank das Rot der Früchte zieht.
Denn die Saison, die für mich eigentrlich noch nicht richtig angefangen hat, ist auch schon wieder vorbei. Tatsächlich ist die Jagd nach roten Beeren eine langwierige, schweisstreibende und wenig ertragreiche Arbeit.
Nur ab und zu ist unter den Büschen eine Kleinigkeit zu entdecken, viele sind schon braun oder mit einem Pelz überzogen, und überhaupt, dieser Sommer hod an Deife, wie man in Bayern sagt.
Seit Tagen sagen sie, es käme ein Gewitter, aber es bleibt blau und unerträglich heiss. Es umfängt einen die Lähmung wie im Jahr 2oo3, und ich bin froh, im kühlen Hausgang Treppen streichen zu können, während der Quark im Kühlschrank das Rot der Früchte zieht.
donalphons, 01:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 8. Juli 2010
Treten wie ich es mag.
Dahin, wo es weh tut und dort das Hirn sitzt: Zwischen die Hinterbacken der INSM. Mit Weissgarnix.
donalphons, 22:17h
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Gestern, im versprochen Rosengarten
Man sagt ja, dass sich in Situationen gesellschaftlicher Konflikte die Kontrahenten dazu neigen, jene Extremformen anzunehmen, die ihnen die jeweils andere Seite zuschreibt. Nehmen wir mal die Fussballrandalierer: Elendes Pack, das mitbekommt, wie scharf die Medien auf Exzesse sind, und gerade deshalb Scheiben einwerfen. Oder die Sprayer: In Reinickendorf leben wenig reiche Menschen, aber es wird kaum gesprüht. Gesprüht und geschmiert wird in Mitte und Prenzlhain. Weil die Typen dorthin gehen, wo es auffällt, selbst wenn diese Bezirken längst nicht mehr autonom zugeht - aber sie haben den Ruf der Sprayerhochburg.
Bei mir ist das auch nicht anders. Draussen randaliert die nur in diesen Tagen fussballbegeisterte Unterschicht, macht Dreck und Exkremente auf der Strasse, und ich schaue oben einen Auktionskatalog durch und sage mir, eine kleine, wirklich kleine Summe kann ich ja mal auf etwas setzen, was zwar nicht wirklich meinen Wünschen entspricht. Aber eine amouröse Szene im Rosengarten wirkt lieblich und ansprechend, wenn die Welt da unten im Gegröle unterzugehen scheint, und man recht allein mit seiner Verachtung für das Treiben ist. Es ist zwar nicht wirklich so, aber es fühlt sich so an, und man sucht Schutz bei Persönlichkeiten, die ganz anders dargestellt werden.
Reich mir die Hands, mein Leben, wird er flöten, an sie gerichtet, die durch den Rosengarten tappst, ihn von unten anschaut und vorsichtig, wirklich, zu seiner Freude, die Hand hebt. Im vorletzten Jahrhundert liebte man diese Szenen, obwohl sie damals schon lange verschwunden waren, und in Plaue gab es eine Firma, die diese kleinen Meisterwerke, die heute so unsäglich kitschig anmuten, für den bürgerlichen Geschmack produzierte. Hier, an den Kerzenhaltern, konnte man Dinge ansprechen und ausleben, die ansonsten als fragwürdig galten, eine Reminsizenz eines Zeitalters, dessen Süsse man nach Talleyrand nur kennen konnte, wenn man sie erlebt hatte.
Natürlich finde ich sie auch, nun, sagen wir mal, heftig. Wenig dezent. Ich habe Kerzenhalter, die weniger auftragen. Aber als ich sie, unglaublich für mich, dann doch für geringes Geld bekam, weil, so der Auktionator, alle anwesenden Sammler ansonsten schon eingedeckt waren, und im Trubel der Grölerei nach Hause brachte und auspackte, und draussen gerade wieder gebrüllt wurde - da erschienen sie mir gar nicht mehr so schlimm. Eigentlich sogar wirklich ansprechend.
Dann verloren die Deutschen, und ich musste Besoffene anschreien, die auf die Strasse pinkeln wollten. Da weiss man schnell wieder, was einem besser gefällt.
Bei mir ist das auch nicht anders. Draussen randaliert die nur in diesen Tagen fussballbegeisterte Unterschicht, macht Dreck und Exkremente auf der Strasse, und ich schaue oben einen Auktionskatalog durch und sage mir, eine kleine, wirklich kleine Summe kann ich ja mal auf etwas setzen, was zwar nicht wirklich meinen Wünschen entspricht. Aber eine amouröse Szene im Rosengarten wirkt lieblich und ansprechend, wenn die Welt da unten im Gegröle unterzugehen scheint, und man recht allein mit seiner Verachtung für das Treiben ist. Es ist zwar nicht wirklich so, aber es fühlt sich so an, und man sucht Schutz bei Persönlichkeiten, die ganz anders dargestellt werden.
Reich mir die Hands, mein Leben, wird er flöten, an sie gerichtet, die durch den Rosengarten tappst, ihn von unten anschaut und vorsichtig, wirklich, zu seiner Freude, die Hand hebt. Im vorletzten Jahrhundert liebte man diese Szenen, obwohl sie damals schon lange verschwunden waren, und in Plaue gab es eine Firma, die diese kleinen Meisterwerke, die heute so unsäglich kitschig anmuten, für den bürgerlichen Geschmack produzierte. Hier, an den Kerzenhaltern, konnte man Dinge ansprechen und ausleben, die ansonsten als fragwürdig galten, eine Reminsizenz eines Zeitalters, dessen Süsse man nach Talleyrand nur kennen konnte, wenn man sie erlebt hatte.
Natürlich finde ich sie auch, nun, sagen wir mal, heftig. Wenig dezent. Ich habe Kerzenhalter, die weniger auftragen. Aber als ich sie, unglaublich für mich, dann doch für geringes Geld bekam, weil, so der Auktionator, alle anwesenden Sammler ansonsten schon eingedeckt waren, und im Trubel der Grölerei nach Hause brachte und auspackte, und draussen gerade wieder gebrüllt wurde - da erschienen sie mir gar nicht mehr so schlimm. Eigentlich sogar wirklich ansprechend.
Dann verloren die Deutschen, und ich musste Besoffene anschreien, die auf die Strasse pinkeln wollten. Da weiss man schnell wieder, was einem besser gefällt.
donalphons, 17:12h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 8. Juli 2010
Ruhe.
Stille.
Schweigende Menschen.
Ich poliere ein wenig an einem Barockrahmen herum, suche einen Platz für die neuen Kerzenhalter - gross sind sie geworden, enorm gross - und denke, das ist ein gutes Zeichen.
Vielleicht nicht für Trotteschland, aber für Spanien. Und mich.
Schweigende Menschen.
Ich poliere ein wenig an einem Barockrahmen herum, suche einen Platz für die neuen Kerzenhalter - gross sind sie geworden, enorm gross - und denke, das ist ein gutes Zeichen.
Vielleicht nicht für Trotteschland, aber für Spanien. Und mich.
donalphons, 00:23h
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Lerngekurvt
1. Ich kann erstaunlich gut schreiben, wenn mein Kopf voll mit dem staubigen Fallout heftiger Renovierungen und anderer Dinge ist, die gemacht werden müssen. Ich hatte befürchtet, dass meine FAZ-Texte auf Subniveau fallen, wenn ich schleife und spachtle, aber komischweise kamen mir dabei Ideen wie "Kann es nicht sein, dass das Rauchverbot ein verkappter Klassenkampf von Alt gegen Jung, von Reich gegen Arm ist?" Ausserdem habe ich auf meinem 4 Jahre neuen Toshiba endlich die DEL-Taste gefunden!
2. Das Rauskratzen von Farbresten aus geriffeltem Glas einer Tür macht noch weniger Spass als das Abkleben derselben.

3. Mein Altweiss an den Türen ist nicht mehr Altweiss, wie es auf der Dose aus DM-Zeit steht, sondern inzwischen Cremeweiss, aber die RAL-Nummer ist immer noch 9001.
4. Zuerst dachte ich, dass es schneller geht, wenn ich einmal komplett über die Rahmen drüber streiche. Vergleiche zeigten aber, dass es besser ist, typische Fehlstellen dick zu bepinseln.

5. Ich weiss, dass dieser Türrahmen vor vier Jahren gerade war, wie auch die letzten 42 Jahre. Jetzt ist er aufgegangen. Keine Ahnung warum. Nagel, Hammer, Hoffen.

6. In so einem grossen Haus mit vielen Zimmern kann man schon mal was Grösseres verlieren oder vergessen. Richtig, wie hatten ja noch diese Kommode rumstehen.

7. Sollten neue Mieter keine Kommode brauchen, ist im Speicher noch genug Platz.
2. Das Rauskratzen von Farbresten aus geriffeltem Glas einer Tür macht noch weniger Spass als das Abkleben derselben.

3. Mein Altweiss an den Türen ist nicht mehr Altweiss, wie es auf der Dose aus DM-Zeit steht, sondern inzwischen Cremeweiss, aber die RAL-Nummer ist immer noch 9001.
4. Zuerst dachte ich, dass es schneller geht, wenn ich einmal komplett über die Rahmen drüber streiche. Vergleiche zeigten aber, dass es besser ist, typische Fehlstellen dick zu bepinseln.

5. Ich weiss, dass dieser Türrahmen vor vier Jahren gerade war, wie auch die letzten 42 Jahre. Jetzt ist er aufgegangen. Keine Ahnung warum. Nagel, Hammer, Hoffen.

6. In so einem grossen Haus mit vielen Zimmern kann man schon mal was Grösseres verlieren oder vergessen. Richtig, wie hatten ja noch diese Kommode rumstehen.

7. Sollten neue Mieter keine Kommode brauchen, ist im Speicher noch genug Platz.
donalphons, 15:08h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 6. Juli 2010
Hausmeisterliches
Der beste Moment, ein Haus zu sanieren, ist der Moment des kompletten Leerstandes. Das gab es 1600 beim Bau durch die Jesuiten, 1715 beim grossen Umbau während der Erweiterungen durch die Jesuiten, 1773 bei der Vetreibung der Jesuiten und 1800 bei der Verlegung der Universität nach Landshut. Seitdem muss man Rücksichten auf die Bewohner nehmen, wenn man etwas tut. Besonders schwer ist das bei den Treppen.

Es gibt im Kern zwei Methoden. Die eine besteht darinh, dass man jede Stufe nur etwas mehr als bis zur Mitte streicht, und wenn die Seite getrocknet und begehbar ist, streicht man die andere Seite. Das ist bequem für die Mieter, aber es zieht einen unschönen Farbverlauf mit Mittelstreifen nach sich. Besser ist es, jede zweite Stufe komplett zu streichen, und wenn diese Stufen getrocknet sind, die anderen zu streichen. Man muss etwas behender beim Treppensteigen sein, aber es sieht nachher besser aus, und erlaubt auch einen dickeren, gleichmässigen Farbauftrag, der hofentlich wieder ein paar Jahre hält.

Und dann sind da noch all die kleinen Probleme; an einer Tür sind alle Barockschlüssel bis auf einen verschwunden. Es gibt zwar eine Schale mit Ersatzschlüsseln, aber es ist nichts Passendes dabei. Also nehme ich wenigstens die Masse auf, und hoffe auf kommende Flohmärkte. Natürlich könnte man auch neue Schlösser einbauen. Deren Schlüssel auch verloren werden, und dann wieder neue Schlösser... ich belasse es beim alten Kastenschloss. Es dient rund 150, 200 Jahre, so genau weiss das keiner, und es wird noch lange dienen. Und irgendwann kommt sicher auch ein passender Schlüssel.

Heute Abend folgt dann das Ausbessern der Türen in Altweiss. Alt- oder Schmutzigweiss. Weisse Türen sind nicht so toll, und ginge es nach mir, würde ich auch den Hausgang nicht weissen, sondern leicht schmutzneutral tönen. Denn der nächste Einzug kommt bestimmt. Nach der Revolution des Netzes, denn wenn diesmal kein Mieter durch Mundpropaganda kommt, setze ich die Wohnung ins Internet. Beruhigend bei all den Arbeiten ist der neue Immobilienkompass, der der Region schon wieder beste Aussichten verspricht: Insel der Seligen, so die Maklerlyrik, sei der Ort, und hier besonders die Altstadt. An Sommertagen wie heute stimmt das, sogar mit viel Arbeit.

Es gibt im Kern zwei Methoden. Die eine besteht darinh, dass man jede Stufe nur etwas mehr als bis zur Mitte streicht, und wenn die Seite getrocknet und begehbar ist, streicht man die andere Seite. Das ist bequem für die Mieter, aber es zieht einen unschönen Farbverlauf mit Mittelstreifen nach sich. Besser ist es, jede zweite Stufe komplett zu streichen, und wenn diese Stufen getrocknet sind, die anderen zu streichen. Man muss etwas behender beim Treppensteigen sein, aber es sieht nachher besser aus, und erlaubt auch einen dickeren, gleichmässigen Farbauftrag, der hofentlich wieder ein paar Jahre hält.

Und dann sind da noch all die kleinen Probleme; an einer Tür sind alle Barockschlüssel bis auf einen verschwunden. Es gibt zwar eine Schale mit Ersatzschlüsseln, aber es ist nichts Passendes dabei. Also nehme ich wenigstens die Masse auf, und hoffe auf kommende Flohmärkte. Natürlich könnte man auch neue Schlösser einbauen. Deren Schlüssel auch verloren werden, und dann wieder neue Schlösser... ich belasse es beim alten Kastenschloss. Es dient rund 150, 200 Jahre, so genau weiss das keiner, und es wird noch lange dienen. Und irgendwann kommt sicher auch ein passender Schlüssel.

Heute Abend folgt dann das Ausbessern der Türen in Altweiss. Alt- oder Schmutzigweiss. Weisse Türen sind nicht so toll, und ginge es nach mir, würde ich auch den Hausgang nicht weissen, sondern leicht schmutzneutral tönen. Denn der nächste Einzug kommt bestimmt. Nach der Revolution des Netzes, denn wenn diesmal kein Mieter durch Mundpropaganda kommt, setze ich die Wohnung ins Internet. Beruhigend bei all den Arbeiten ist der neue Immobilienkompass, der der Region schon wieder beste Aussichten verspricht: Insel der Seligen, so die Maklerlyrik, sei der Ort, und hier besonders die Altstadt. An Sommertagen wie heute stimmt das, sogar mit viel Arbeit.
donalphons, 18:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 5. Juli 2010
Halbgenerationöse Unwägbarkeiten
In der Sozialforschung gibt es den schönen Begriff der "Kohorte", der eine Unterteilung des leidigen und für unsere Zeit unzutreffenden Begriffs "Generation" erlaubt. Das ist eine feine Sache, denn die Lebenswirklichkeit von Angehörigen der Lebensmitte sieht mit euphemistisch als Ü30-Parties beschriebenen Restehökereien anders aus, als das, was jüngere Leute für ihr pralles Leben halten. Kurz: Ü40 hat man so manches hinter sich, was sich andere in angenehmer Unwissenheit gar nicht vorstellen können. Beispielsweise Lebensentwürfe, die nachweislich nicht mehr so funktionieren, wie man das früher, ganz ganz früher dachte. Passiert in den besseren Familien und den Hamstern im Mixer, schreibe ich in der FAZ.
donalphons, 13:55h
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De Mehran
(kein Latein, sondern Bayerisch: Die Mehrheit)
Die Mehrheit hat sich hierzulande mit doch deutlicher Stimmverteilung für eine Raucherbeschränkung, ja, fast will man sagen, Rauchverbot ausgesprochen, die einen verwundert zurücklässt. In Bayern will eine Mehrheit, dass das Rauchen in Bierzelten verboten wird. Auch Raucherclubs sind nicht mehr erlaubt. Italienische Verhältnisse, wenn man so will. Und das trotz des Aufwandes, den die Lobby für Rauchwaren getrieben hat.
Ich war nicht abstimmen; ich konnte mich nicht entscheiden. Den bisherigen Gesetzesentwurf fand ich in Ordnung, aber ich wollte nicht das falsche Signal für den zukünftigen Tod so vieler geschätzter Freunde geben. Das neue, sehr strenge Gesetz ist nichts, wogegen ich inhaltlich etwas hätte, aber auch als ansonsten recht militanter Nichtraucher hatte es etwas unerfreulich intolerantes an sich. Mal ganz zu schweigen von den Problemen bei der Umsetzung. Aber natürlich kann man das auch machen, nur fühle ich mich dabei nicht wirklich wohl.
Generell wäre ich natürlich froh, wenn das Rauchen ingesamt verschwinden würde, idealerweise aus Gründen der Einsicht und der Vernunft. Ich glaube nicht, dass es jetzt in Bayern zu Speakeasies kommt, oder verruchten Treffpunkten mit Türwächtern, dazu ist Rauchen viel zu normal und langweilig. Es ist eher so wie dieser Vormittag in Berlin, als ich mit einer lieben Bekannten in einem Cafe war, und ihr dort gesagt wurde, sie könne hier nicht rauchen, die anderen Gäste würden das nicht wünschen. Ich fand das angesichts der vorhandenen Aschenbecher sehr kurios, aber es scheint dafür echte Mehrheiten zu geben.

Was auch ein Zeichen dafür ist, wie Bayern sich geändert hat, in den letzten 20 Jahren. Natürlich wurde man als Raucher in der Schule blöd angemacht, wenn einen die Lehrer erwischten, und deie Ecke der Raucher vor dem Schultor galt als Gipfel der Lasterhaftigkeit. Trotzdem gehörte der Zigarettenkonsum zum vollkommen normalen Alltag, und es gab keinen Abend, da nicht alles entsetzlich nach Rauch stank. Das galt als normal, keiner dachte sich etwas dabei. Ich war dagegen zwar allergisch, aber man konte nichts dagegen tun.
Heute hebt es mich, wenn ich in Tirol in ein Cafe gehe; dort ist der Nichtraucherschutz nur rudimentär ausgearbeitet, und entsprechend höllisch stinkt es auch. Wie, frage ich mich, habe ich das früher nächtelang ertragen? Wie kann man in so einer Bude ernsthaft essen, im Sinne von "guten Geschmack der Torte empfinden"? Vermutlich gibt es für Nichtraucher einen rapiden Entwöhnungseffekt, wenn sie erst mal ein Jahr rauchfrei leben, und hier, ist zu vermuten, dachten sich einige, machen wir den Deckel gleich richtig zu. Vielleicht ist es auch der Ärger über Raucher, die sich ab und an dreist benehmen, und generell die Meinung, dass es eine Unart ist, anderen den Gestank aufzuzwingen. Daher die Harke für die Raucher, und die Watschn für die CSU, die sich diesmal nur durchlavieren wollte.
Trotzdem erstaunlich, dass so ein lasterfeindliches Gesetz ausgerechnet im barocken Bayern eine so deutliche Mehrheit findet. Gerade in den katholischen Landesteilen hätte ich das nicht erwartet. (Wenn demnächst Discos in Innenstädten brutal kontrolliert werden sollen, bin ich natürlich wieder mit dabei).
Die Mehrheit hat sich hierzulande mit doch deutlicher Stimmverteilung für eine Raucherbeschränkung, ja, fast will man sagen, Rauchverbot ausgesprochen, die einen verwundert zurücklässt. In Bayern will eine Mehrheit, dass das Rauchen in Bierzelten verboten wird. Auch Raucherclubs sind nicht mehr erlaubt. Italienische Verhältnisse, wenn man so will. Und das trotz des Aufwandes, den die Lobby für Rauchwaren getrieben hat.
Ich war nicht abstimmen; ich konnte mich nicht entscheiden. Den bisherigen Gesetzesentwurf fand ich in Ordnung, aber ich wollte nicht das falsche Signal für den zukünftigen Tod so vieler geschätzter Freunde geben. Das neue, sehr strenge Gesetz ist nichts, wogegen ich inhaltlich etwas hätte, aber auch als ansonsten recht militanter Nichtraucher hatte es etwas unerfreulich intolerantes an sich. Mal ganz zu schweigen von den Problemen bei der Umsetzung. Aber natürlich kann man das auch machen, nur fühle ich mich dabei nicht wirklich wohl.
Generell wäre ich natürlich froh, wenn das Rauchen ingesamt verschwinden würde, idealerweise aus Gründen der Einsicht und der Vernunft. Ich glaube nicht, dass es jetzt in Bayern zu Speakeasies kommt, oder verruchten Treffpunkten mit Türwächtern, dazu ist Rauchen viel zu normal und langweilig. Es ist eher so wie dieser Vormittag in Berlin, als ich mit einer lieben Bekannten in einem Cafe war, und ihr dort gesagt wurde, sie könne hier nicht rauchen, die anderen Gäste würden das nicht wünschen. Ich fand das angesichts der vorhandenen Aschenbecher sehr kurios, aber es scheint dafür echte Mehrheiten zu geben.

Was auch ein Zeichen dafür ist, wie Bayern sich geändert hat, in den letzten 20 Jahren. Natürlich wurde man als Raucher in der Schule blöd angemacht, wenn einen die Lehrer erwischten, und deie Ecke der Raucher vor dem Schultor galt als Gipfel der Lasterhaftigkeit. Trotzdem gehörte der Zigarettenkonsum zum vollkommen normalen Alltag, und es gab keinen Abend, da nicht alles entsetzlich nach Rauch stank. Das galt als normal, keiner dachte sich etwas dabei. Ich war dagegen zwar allergisch, aber man konte nichts dagegen tun.
Heute hebt es mich, wenn ich in Tirol in ein Cafe gehe; dort ist der Nichtraucherschutz nur rudimentär ausgearbeitet, und entsprechend höllisch stinkt es auch. Wie, frage ich mich, habe ich das früher nächtelang ertragen? Wie kann man in so einer Bude ernsthaft essen, im Sinne von "guten Geschmack der Torte empfinden"? Vermutlich gibt es für Nichtraucher einen rapiden Entwöhnungseffekt, wenn sie erst mal ein Jahr rauchfrei leben, und hier, ist zu vermuten, dachten sich einige, machen wir den Deckel gleich richtig zu. Vielleicht ist es auch der Ärger über Raucher, die sich ab und an dreist benehmen, und generell die Meinung, dass es eine Unart ist, anderen den Gestank aufzuzwingen. Daher die Harke für die Raucher, und die Watschn für die CSU, die sich diesmal nur durchlavieren wollte.
Trotzdem erstaunlich, dass so ein lasterfeindliches Gesetz ausgerechnet im barocken Bayern eine so deutliche Mehrheit findet. Gerade in den katholischen Landesteilen hätte ich das nicht erwartet. (Wenn demnächst Discos in Innenstädten brutal kontrolliert werden sollen, bin ich natürlich wieder mit dabei).
donalphons, 10:41h
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