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Dienstag, 1. November 2011
Nachrichten des Tages mal 2
Dieser ganze Gipfel da, letzte Woche, Rettung des Euro: Der ist jetzt schon wieder Makulatur. Es hat sich schon am Wochenende abgezeichnet, als Silvio Nemesis Berlusconi über die Geneinschaftswährung hergezogen ist. Der Mann ist nicht zurechnungsfähig, aber es stört ja nur die anderen. Das allein ist, zusammen mit dem nächsten drohenden Schuldenschnitt, Grund genug, dem Euro in Südeuropa davonzulaufen.
Aber richtig heiss wurde es erst heute: MF Global ist insolvent, wegen schief gelaufener Investments in europäische Staatsanleihen bzw. dem daraus folgenden Misstrauen anderer Finanzhäuser gegen diese Finanzinstitution. Die Folgen sind weitreichend, weil MF Global zentral im Derivategeschäft ist und man nur hoffen kann, dass da alles mit rechten Dingen zu ging, und keine lehmannesken Verwicklungen vorliegen. Die grosse Frage ist, ob jetzt auch anderen Institutionen zu wackeln beginnen. Vor einer Woche noch war man sichn bei MF Global nämlich noch sicher, dass alles gut gehen wird. Da kann man sich fragen, bei welchem Haus die Angst nächste Woche hochkocht. Damit ist die Eurokrise schon mal über dem Atlantik.

Und dann die Volksabstimmung bei den Griechen über das Rettungspaket. Demokratisch tatsächlich wichtig, damit der Anschein schwindet, Griechenmland sei ein deutsches Protektorat. Aber da kommt auf leisen Sohlen das Ende des Euro daher, wenn es gegen den Rettungsplan ausgeht. Dann kolabiert Grichenland am nächsten Tag. Dann werden die Kreditausfallversicherungen wirklich fällig. Und auf die Schnelle wird da kaum jemand neue Drachmen im Schubladen haben. Wenn die Griechen sich gegen die "Rettung" entscheiden, bräuchte man eigentlich jetzt sofort einen Plan für einen Weicheuro, den man dort und idealerweise gleich in allen PIIGS-Staaten einführt. Ich will nicht wissen, was so ein Szenario für die Banken bedeuten würde, und für die Zinssätze der restlichen Euroanleihen, und den Abschreibungsbedarf, der dann ansteht. Aber so ist das mit der alternativlosen Europolitik: Wenn es nicht klappt, gibt es keine Alternativen.
Dieses Europa mit seinen undurchsichtigen Behörden, alternativlosen Entscheidern und immer sich davonwindenden Hasardeuren in den Randbereichen, zusammen mit Banken, die sich nicht trauen: Das sieht nicht gut aus. Man kann wirklich nur hoffen, dass der Plan B, den angeblich keiner hat, eine Aufspaltung des Euro ist. Und keine Währungsreform.
Aber richtig heiss wurde es erst heute: MF Global ist insolvent, wegen schief gelaufener Investments in europäische Staatsanleihen bzw. dem daraus folgenden Misstrauen anderer Finanzhäuser gegen diese Finanzinstitution. Die Folgen sind weitreichend, weil MF Global zentral im Derivategeschäft ist und man nur hoffen kann, dass da alles mit rechten Dingen zu ging, und keine lehmannesken Verwicklungen vorliegen. Die grosse Frage ist, ob jetzt auch anderen Institutionen zu wackeln beginnen. Vor einer Woche noch war man sichn bei MF Global nämlich noch sicher, dass alles gut gehen wird. Da kann man sich fragen, bei welchem Haus die Angst nächste Woche hochkocht. Damit ist die Eurokrise schon mal über dem Atlantik.

Und dann die Volksabstimmung bei den Griechen über das Rettungspaket. Demokratisch tatsächlich wichtig, damit der Anschein schwindet, Griechenmland sei ein deutsches Protektorat. Aber da kommt auf leisen Sohlen das Ende des Euro daher, wenn es gegen den Rettungsplan ausgeht. Dann kolabiert Grichenland am nächsten Tag. Dann werden die Kreditausfallversicherungen wirklich fällig. Und auf die Schnelle wird da kaum jemand neue Drachmen im Schubladen haben. Wenn die Griechen sich gegen die "Rettung" entscheiden, bräuchte man eigentlich jetzt sofort einen Plan für einen Weicheuro, den man dort und idealerweise gleich in allen PIIGS-Staaten einführt. Ich will nicht wissen, was so ein Szenario für die Banken bedeuten würde, und für die Zinssätze der restlichen Euroanleihen, und den Abschreibungsbedarf, der dann ansteht. Aber so ist das mit der alternativlosen Europolitik: Wenn es nicht klappt, gibt es keine Alternativen.
Dieses Europa mit seinen undurchsichtigen Behörden, alternativlosen Entscheidern und immer sich davonwindenden Hasardeuren in den Randbereichen, zusammen mit Banken, die sich nicht trauen: Das sieht nicht gut aus. Man kann wirklich nur hoffen, dass der Plan B, den angeblich keiner hat, eine Aufspaltung des Euro ist. Und keine Währungsreform.
donalphons, 00:41h
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Manchen geht ein Licht auf
und anderen allenfalls eine Mohrenlampe. Eine ganz kleine. Wie auch immer, wir können ja mal ein Gewaltantubingo spielen, in meiner Wohnungt gleich mir gegenüber:

Sie dürfen sich diskriminiert fühlen als (Mehrfachankreuzung möglich)
[ ] iranischer Religionswächter - wieso trägt die eine kein Kopftuch?
[ ] Sarrassizinist - Kopftuchfrau schafft Deutschland ab und ist schon über der Nichtkopftuchfrau!
[ ] Feministin - männliche Dominanz!
[ ] Lesbe - warum schauen die Frauen da hin?
[ ] Schwuler - wo bleibt die gleichgeschlechtliche Gleichstellung? So ein attischer Kouros, der ist doch sicher...
[ ] PoC - Whites only oder was? (Wobei, links daneben stehen schwarzfigurige Vasen)
[ ] PoCfigurige Vasenfiguren - er hat schwarz gesagt!
[ ] Heterosexueller Mann - reduziert auf Sexualobjekt
[ ] Frau - da wurden Köpfe abgeschlagen!
[ ] Grieche - diese gaffenden Römerinnen!
[ ] Römer - diese immer nackerten Griechen, runter von unseren katholischen Stränden
[ ] Supersizer - Körperoptimierungs- und Schönheitszwang!
[ ] Postprivaschist - meine Informationsmenschenrechte, die rückwärtigen Informationen werden mir verweigert, wo bleibt Google Analview!
[ ] Ostdeutsch_innen - der privilegierte Wohlstandsmann macht sich lustig über mich
Sie finden das schon bescheuert? Dann lesen Sie besser hier nicht diesen Text von Nadine Lantzsch (die sich da oben sicher auch mehrfach diskriminiert fühlen kann, aber es ist mir egal), bei dem ich mich wirklich frage, wie man drauf sein muss, wenn man so etwas ernsthaft und nicht als Satire niederschreibt.
Obwohl, so wie manche das da oben als Diskriminierung auffassen, fasse ich das da drüben als - köstlich! Selten so gelacht seit heute Nacht, als ich den Streit zwischen MsPro und Max Winde las! - auf.

Sie dürfen sich diskriminiert fühlen als (Mehrfachankreuzung möglich)
[ ] iranischer Religionswächter - wieso trägt die eine kein Kopftuch?
[ ] Sarrassizinist - Kopftuchfrau schafft Deutschland ab und ist schon über der Nichtkopftuchfrau!
[ ] Feministin - männliche Dominanz!
[ ] Lesbe - warum schauen die Frauen da hin?
[ ] Schwuler - wo bleibt die gleichgeschlechtliche Gleichstellung? So ein attischer Kouros, der ist doch sicher...
[ ] PoC - Whites only oder was? (Wobei, links daneben stehen schwarzfigurige Vasen)
[ ] PoCfigurige Vasenfiguren - er hat schwarz gesagt!
[ ] Heterosexueller Mann - reduziert auf Sexualobjekt
[ ] Frau - da wurden Köpfe abgeschlagen!
[ ] Grieche - diese gaffenden Römerinnen!
[ ] Römer - diese immer nackerten Griechen, runter von unseren katholischen Stränden
[ ] Supersizer - Körperoptimierungs- und Schönheitszwang!
[ ] Postprivaschist - meine Informationsmenschenrechte, die rückwärtigen Informationen werden mir verweigert, wo bleibt Google Analview!
[ ] Ostdeutsch_innen - der privilegierte Wohlstandsmann macht sich lustig über mich
Sie finden das schon bescheuert? Dann lesen Sie besser hier nicht diesen Text von Nadine Lantzsch (die sich da oben sicher auch mehrfach diskriminiert fühlen kann, aber es ist mir egal), bei dem ich mich wirklich frage, wie man drauf sein muss, wenn man so etwas ernsthaft und nicht als Satire niederschreibt.
Obwohl, so wie manche das da oben als Diskriminierung auffassen, fasse ich das da drüben als - köstlich! Selten so gelacht seit heute Nacht, als ich den Streit zwischen MsPro und Max Winde las! - auf.
donalphons, 14:25h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 31. Oktober 2011
Am Herbstweg
Ich bin kein raffender Mensch, ich gebe auch gern weiter, wenn jemand etwas mit den Dingen anfangen kann. Ich glaube sogar, dass es so sein muss, denn die Dinge suchen mich und können dann, neu wertgeschätzt, ihren Weg fortsetzen. Besitz ist endlich, und ich will auch nichts ins Grab mitnehmen.

Aber davor gebe ich das hier ganz sicher nicht her.

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Das bleibt. Egal wo der Weg auch hinführen mag.


Aber davor gebe ich das hier ganz sicher nicht her.

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Das bleibt. Egal wo der Weg auch hinführen mag.

donalphons, 00:40h
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Ihr könnt aufhören
Ihr, die ihr gerade über Feminismus/Rassismus/Sexismus und sonst was wegen eines Mohren mit Lampe streitet: Ich habe beim Herzog von Croy nachgelesen, der unter Ludwig dem XV. in Versailles war, und dort war das Tragen einer Lampe beim Zubettgehen ein Zeichen ausdrücklicher Beehrung dessen, der dieses Amt vollführen durfte. Also nix Lampenschlepper, sondern Zeichen besonderer Bevorzugung.
Kurz: Es liegt hier einfach eine Fehleinschätzung vor. Kein Kolonialismus, nirgends. Lernt besser Kulturgeschichte, bevor ihr Euch weiter prügelt.
(Andererseits... Popcorn!)
Kurz: Es liegt hier einfach eine Fehleinschätzung vor. Kein Kolonialismus, nirgends. Lernt besser Kulturgeschichte, bevor ihr Euch weiter prügelt.
(Andererseits... Popcorn!)
donalphons, 15:20h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 30. Oktober 2011
Menschenverachtendes,
Grundrechte mit Füssen Tretendes und brutal Kalkulierendes, sehr Zynisches habe ich bei der FAZ über menschlichen Müll und Sondermüll geschrieben.
donalphons, 01:57h
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Prinzipiell
mag ich es ja, wenn ich Recht behalte. Recht behalten entbindet einen von der Notwendigkeit, etwas neu zu denken, und ich finde, dass alt gedacht haben ausreichen sollte. Sicher, es ist nicht schwer, sich neu zu orientieren, aber wozu, wenn die lange Linie stimmt. Da, hab ich es nicht gesagt, könnte man sich denken, und natürlich nicht laut sagen. Das schickt sich nicht, selbst wenn andere es nicht mehr hören könnten.
Denn mit diesem Nicht mehr hören können und dem Recht haben kommt etwas zusammen, das nicht wirklich schön ist: Dieses Jahr war es so, dass, wann immer ich aus Italien zurück kam, ein anderer weg war. Nicht allzu nah meistens, aber nach einer Weile fällt das schon unangenehm auf, dieses "aber er war doch erst ca. 40". Ich will nicht sagen, dass mir das zu denken gibt - denken wird in unserer Kultur masslos überschätzt, wie man gerade bei der Hypo Real Estate Nachfolgeorganisation sehen kann - aber es stellt sich schon so ein Gefühl ein. Wie: Was tätest Du blöd schauen, wenn Dir das passierert. Weil, Du hast ja doch noch so viel vor. Don' you call me St. Peter cause I can't go, I ooooown myhyhy so-ho-ho-ho-o-oul to the jeunesse d'or, ba ba ba ba badadadam.
Manche sagen, ich sei etwas sorglos und leichtfüssig, und vielleicht stimmt das sogar: Es macht keinen Sinn, sich vor einer Zukunft zu fürchten, die ohnehin ganz anders kommt. Vor 24 Jahren dachte ich: ich werde mir nie ein Daccordi 50 Anni leisten können. Vor 10 Jahren dachte ich mir: Es gab so wenige davon, die meisten sind bei Sammlern in Japan, ich werde nie eines finden. Vor einem Jahr dachte ich: Immerhin, zwar nicht in meiner Grösse, aber ich habe doch eines. Und nun ist mir noch eines in die Hand gefallen, in meiner Grösse, wie ein reifer Apfel, fast kostenlos, und da ist gar nicht so sehr der Gedanke, dass nach 24 Jahren endlich... was da ist, ist eine angenehme Zufriedenheit. Es wird sich schon fügen. Vielleicht ist es eine gefährliche Illusion, und es tut sich schon der Schlund des Schicksals auf, aber so alles in allem bin ich da. Das ist schon was, relativ betrachtet. Und werde auch noch eine Weile bleiben. Andere dagegen...
Bei den Nachrufen war das immer wieder zu hören. Dass Ungefügte, dass sich eben noch nichts wirklich gesetzt hat, ein gewisses Unwohlsein, weil da nichts ist, auf das man deuten konnte und sagen: So. Hier. Ich gebe gerne zu, dass es in meinem Fall auch nicht leicht wäre, würde man mehr als "hatte jede Menge Spass, nahm alles nicht so ernst und das meiste ist ihm irgendwie zugefallen" sagen wollen. Aber immerhin, das könnte man sagen, und weil recht viel mehr auch in den nächsten 50 Jahren nicht passieren wird, ist es damit auch gut. Aber einige hatten halt auch diesen Wunsch zum Höheren. Ziele. Vorgaben. Positionen. Gerne hätte man gewusst wie. Wie wäre es gewesen wenn, ja wenn. Gebracht hat es letztlich gar nichts. Alles so sinnlos hier. Und nicht mal hübsch.
Ich bekenne mich klar zum Primat des Angenehmen. Das ist vielleicht nur ein kleines Lebensziel, aber wenn ich mich so unschaue, sind die grösseren Ziele meist mit elender Plackerei verbunden. Gerade wünschen sich gewisse Gruppen, dass ein Buch - eines unter Zilliarden Neuerscheinungen - ihre Sache in den Diskurs bringt. Die sitzen da und warten, dass ich es vielleicht aufgreife, damit der Sturm losgeht und man in der Gesellschaft ankommt mit kruden Thesen. Statt dass sie sich freuen, dass sie noch nicht an ihrem schlechten Essen krepiert sind, statt dass sie irgendwas machen, was taugt: Internet. Soziologengewäsch. Netzzeug. Wichtigkeitsblasen. Alles nur kein Leben. Und angenehm wirken sie auch nicht. Weil sie die Sache nicht vom Ende her denken, weil sie nicht so leben, wie es sein soll, dass man 50 Jahre später über sich selbst sagen kann: Oh, es war alles sehr angenehm.
Der beste Nachruf ist der, der noch lange nicht geschrieben wird, meinem Knie geht es schon wieder sehr viel besser, und alles andere wird sich in Irrelevanz und Erfreulichkeit schon finden. Möchte hier einen kleinen Link setzen für alle, die jetzt zu viel rätseln, und schliessen. Ich muss ja auch noch die Bremsen einstellen.
Denn mit diesem Nicht mehr hören können und dem Recht haben kommt etwas zusammen, das nicht wirklich schön ist: Dieses Jahr war es so, dass, wann immer ich aus Italien zurück kam, ein anderer weg war. Nicht allzu nah meistens, aber nach einer Weile fällt das schon unangenehm auf, dieses "aber er war doch erst ca. 40". Ich will nicht sagen, dass mir das zu denken gibt - denken wird in unserer Kultur masslos überschätzt, wie man gerade bei der Hypo Real Estate Nachfolgeorganisation sehen kann - aber es stellt sich schon so ein Gefühl ein. Wie: Was tätest Du blöd schauen, wenn Dir das passierert. Weil, Du hast ja doch noch so viel vor. Don' you call me St. Peter cause I can't go, I ooooown myhyhy so-ho-ho-ho-o-oul to the jeunesse d'or, ba ba ba ba badadadam.
Manche sagen, ich sei etwas sorglos und leichtfüssig, und vielleicht stimmt das sogar: Es macht keinen Sinn, sich vor einer Zukunft zu fürchten, die ohnehin ganz anders kommt. Vor 24 Jahren dachte ich: ich werde mir nie ein Daccordi 50 Anni leisten können. Vor 10 Jahren dachte ich mir: Es gab so wenige davon, die meisten sind bei Sammlern in Japan, ich werde nie eines finden. Vor einem Jahr dachte ich: Immerhin, zwar nicht in meiner Grösse, aber ich habe doch eines. Und nun ist mir noch eines in die Hand gefallen, in meiner Grösse, wie ein reifer Apfel, fast kostenlos, und da ist gar nicht so sehr der Gedanke, dass nach 24 Jahren endlich... was da ist, ist eine angenehme Zufriedenheit. Es wird sich schon fügen. Vielleicht ist es eine gefährliche Illusion, und es tut sich schon der Schlund des Schicksals auf, aber so alles in allem bin ich da. Das ist schon was, relativ betrachtet. Und werde auch noch eine Weile bleiben. Andere dagegen...
Bei den Nachrufen war das immer wieder zu hören. Dass Ungefügte, dass sich eben noch nichts wirklich gesetzt hat, ein gewisses Unwohlsein, weil da nichts ist, auf das man deuten konnte und sagen: So. Hier. Ich gebe gerne zu, dass es in meinem Fall auch nicht leicht wäre, würde man mehr als "hatte jede Menge Spass, nahm alles nicht so ernst und das meiste ist ihm irgendwie zugefallen" sagen wollen. Aber immerhin, das könnte man sagen, und weil recht viel mehr auch in den nächsten 50 Jahren nicht passieren wird, ist es damit auch gut. Aber einige hatten halt auch diesen Wunsch zum Höheren. Ziele. Vorgaben. Positionen. Gerne hätte man gewusst wie. Wie wäre es gewesen wenn, ja wenn. Gebracht hat es letztlich gar nichts. Alles so sinnlos hier. Und nicht mal hübsch.
Ich bekenne mich klar zum Primat des Angenehmen. Das ist vielleicht nur ein kleines Lebensziel, aber wenn ich mich so unschaue, sind die grösseren Ziele meist mit elender Plackerei verbunden. Gerade wünschen sich gewisse Gruppen, dass ein Buch - eines unter Zilliarden Neuerscheinungen - ihre Sache in den Diskurs bringt. Die sitzen da und warten, dass ich es vielleicht aufgreife, damit der Sturm losgeht und man in der Gesellschaft ankommt mit kruden Thesen. Statt dass sie sich freuen, dass sie noch nicht an ihrem schlechten Essen krepiert sind, statt dass sie irgendwas machen, was taugt: Internet. Soziologengewäsch. Netzzeug. Wichtigkeitsblasen. Alles nur kein Leben. Und angenehm wirken sie auch nicht. Weil sie die Sache nicht vom Ende her denken, weil sie nicht so leben, wie es sein soll, dass man 50 Jahre später über sich selbst sagen kann: Oh, es war alles sehr angenehm.
Der beste Nachruf ist der, der noch lange nicht geschrieben wird, meinem Knie geht es schon wieder sehr viel besser, und alles andere wird sich in Irrelevanz und Erfreulichkeit schon finden. Möchte hier einen kleinen Link setzen für alle, die jetzt zu viel rätseln, und schliessen. Ich muss ja auch noch die Bremsen einstellen.
donalphons, 01:55h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 29. Oktober 2011
Fallen und gefällt werden
So sollte der Herbst sein: Bunt, ein altes Rad und dann schön langsam über blattvergoldete Wege rund um Seen, in denen sich das späte Blau des Jahres spiegelt.

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Nun, es kam anders. Weisse Schnüre versinken im trüben Braun einer ganz bestimmten Kanne, die ich extra für solche Anlässe aufbewahre. Es ist Pfefferminztee, und den ertrage ich nur, wenn ich schwer erkältet bin. Das habe ich alles sehr schlau angestellt.

Wenigstens sind zwei dicke Bücher da, eines zur Besprechung und eines zum Spass, und alle 15 Minuten stehe ich auch brav auf und kümmere mich um die Kommentare. Und um die ein oder andere Internetdebatte, die ich jetzut aber nicht verlinken will. Erkältung geht vorbei, aber Trottel und Flamewars bleiben.

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Nun, es kam anders. Weisse Schnüre versinken im trüben Braun einer ganz bestimmten Kanne, die ich extra für solche Anlässe aufbewahre. Es ist Pfefferminztee, und den ertrage ich nur, wenn ich schwer erkältet bin. Das habe ich alles sehr schlau angestellt.

Wenigstens sind zwei dicke Bücher da, eines zur Besprechung und eines zum Spass, und alle 15 Minuten stehe ich auch brav auf und kümmere mich um die Kommentare. Und um die ein oder andere Internetdebatte, die ich jetzut aber nicht verlinken will. Erkältung geht vorbei, aber Trottel und Flamewars bleiben.
donalphons, 00:31h
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Kotau
Dass Europa mal bei den Chinesen um Geld betteln wird, um das eigene Geld zhu retten, gehört zu den Dingen, von denen noch nicht mal ich gedacht hätte, dass sie je passieren. Wie eine marode Altindustrie vor der Pleite.
Na, wenigstens werden sich die neuen chinesischen Herrenmörder ganz vorzürlich mit den alten Bankhalsabschneidern und ihrem Allmachtskomplex verstehen. Fehlen nur noch die Saudis. Vielleicht ein paar Panzer für Kredit? Man kann nicht wählerisch sein.
Na, wenigstens werden sich die neuen chinesischen Herrenmörder ganz vorzürlich mit den alten Bankhalsabschneidern und ihrem Allmachtskomplex verstehen. Fehlen nur noch die Saudis. Vielleicht ein paar Panzer für Kredit? Man kann nicht wählerisch sein.
donalphons, 00:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 28. Oktober 2011
Die nächste grosse Rettung
in der nächsten schwersten Stunde Europas seit 1945 kommt alternativlos noch vor Weihnachten, und zwas spätestens dann, wenn die Rettungsagentur nicht so toll ankommt, wie man sich das vorgestellt hat, und dann die Flucht aus italienischen Staatsanleihen einsetzt.
donalphons, 01:44h
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Begriffe, die aus der Mode gekommen sind
Blogwerbung.
Linker Neoliberalismus.
Aktion verschollene Häuser.
Internetmanifest.
Twitterseminare.
Nur die Leute hinter den Begriffen wollen immer noch Vordenker sein.
Linker Neoliberalismus.
Aktion verschollene Häuser.
Internetmanifest.
Twitterseminare.
Nur die Leute hinter den Begriffen wollen immer noch Vordenker sein.
donalphons, 18:08h
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Ich mag ja Nadelbäume
Die sind ruhig, machen ihr Ding und denken, dass es ist, wie es ist. Kurz, von nadelbäumen geht eine gesisse Ruhe aus. Laubbäume dagegen:

Das sind die Hysteriker unter den Pflanzen. Immer ist irgendwas. Mal sind sie bunt und dann wieder kahle Gerippe.
Vielleicht sollte ich doch irgendwo hin ziehen, wo Palmen und Kakteen sind.

Das sind die Hysteriker unter den Pflanzen. Immer ist irgendwas. Mal sind sie bunt und dann wieder kahle Gerippe.
Vielleicht sollte ich doch irgendwo hin ziehen, wo Palmen und Kakteen sind.
donalphons, 16:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Eine ganz einfache Gleichung
In der Süddeutschen Zeitung steht ein Kommentar, der die Schulden Europas klein und den Rettungsfondshebel gut redet, weil es ja nicht um die Zahlen gehe, sondern um Psychologie, um Glaube, um die Einbildung der Marktteilnehmer.
Nun, meines Erachtesn geht es um ein verficktes Pyramidensystem, das nicht mehr funktioniert hat, und jetzt durch ein neues Pyramidenspiel in Form eines Rettungsschirms abgelöst wird, an dessen Basis wir alle stehen. Ich mein - es ist doch vollkommen klar, dass wir im Fall eines Kreditausfalls für den Hebel genauso wie für alles andere zahlen werden. Ausser uns gibt es keinen mehr, Und für wen?
Für Berlusconi und 2 Billionen Schulden. Und damit das auch geistig Minderbemittelte, Kleidermotten, Amöben und, ja, sogar SZ-Schmierfinken kapieren, habe ich in der FAZ die Sache mit einem Gleichnis umschrieben.
Gut, es hat mit Kultur zu tun, und das ist natürlich schlecht, wenn es irgendwelche Journalisten kapieren sollen - aber vielleicht hat die Leserschaft hier ja ihren Spass daran.
Nun, meines Erachtesn geht es um ein verficktes Pyramidensystem, das nicht mehr funktioniert hat, und jetzt durch ein neues Pyramidenspiel in Form eines Rettungsschirms abgelöst wird, an dessen Basis wir alle stehen. Ich mein - es ist doch vollkommen klar, dass wir im Fall eines Kreditausfalls für den Hebel genauso wie für alles andere zahlen werden. Ausser uns gibt es keinen mehr, Und für wen?
Für Berlusconi und 2 Billionen Schulden. Und damit das auch geistig Minderbemittelte, Kleidermotten, Amöben und, ja, sogar SZ-Schmierfinken kapieren, habe ich in der FAZ die Sache mit einem Gleichnis umschrieben.
Gut, es hat mit Kultur zu tun, und das ist natürlich schlecht, wenn es irgendwelche Journalisten kapieren sollen - aber vielleicht hat die Leserschaft hier ja ihren Spass daran.
donalphons, 01:26h
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Nichtsaison
ist eigentlich auch ganz nett. Erben versuchen überrhastet, rustikale Doppelwohnungen zu verkaufen, deren Nebenkosten sie nicht zahlen können. Eine Metzgerei hat geschlossen, weil sie kein Personal findet. Die Floristinnen sitzen draussen und trinken Kaffee, bevor in den kommenden Tagen der Ansturm auf die Kränze einsetzt. Das Wetter ist zu schlecht für die Auswärtigen und ausreichend für die Hierbleiber. Es ist plötzlich sehr familiär, und wenn erst die Herbstferien vorbei sind, wird es wieder ruhig. Bis Weihnachten. Da hängen schon überall die Plakate, für Konzerte, Schauspiele, Märkte.
In einem Laden hängt eine Rokokodame, die mir sehr gefallen würde, allein, sie ist bei der letzten Versteigerung verschmäht worden, was auf einen hohen Preis hindeutet. Demnächst versuchen sie es mit moderner Kunst; vielleicht gehe ich auf die Vorbesichtugung und frage dann unauffällig. Voll ist es da drinnen, aber gestorben und geerbt wird hier immer, und bevor man es nach Hause schleppt und in einen Schrank pfercht... es ist, das muss man zugeben, nicht die Zeit, um hier etwas unbedingt zu behalten. Es doadelt, wie man in Bayern so schön sagt. Es sind die Wochen, da man vielleicht doch besser in der Stadt aufgehoben ist, bis dann der Schnee kommt und alles einweisst, während die Städte im grauen Schlamm versinken. Dann wiederum sollte man hier sein, und eine Rokokoschönheit an der Wand haben. Oder auch woanders, je nachdem.
Man muss das mögen, wenn es so ist wie jetzt. Aber ich war ja gerade in Frankfurt, da hat es schon seinen Reiz.
In einem Laden hängt eine Rokokodame, die mir sehr gefallen würde, allein, sie ist bei der letzten Versteigerung verschmäht worden, was auf einen hohen Preis hindeutet. Demnächst versuchen sie es mit moderner Kunst; vielleicht gehe ich auf die Vorbesichtugung und frage dann unauffällig. Voll ist es da drinnen, aber gestorben und geerbt wird hier immer, und bevor man es nach Hause schleppt und in einen Schrank pfercht... es ist, das muss man zugeben, nicht die Zeit, um hier etwas unbedingt zu behalten. Es doadelt, wie man in Bayern so schön sagt. Es sind die Wochen, da man vielleicht doch besser in der Stadt aufgehoben ist, bis dann der Schnee kommt und alles einweisst, während die Städte im grauen Schlamm versinken. Dann wiederum sollte man hier sein, und eine Rokokoschönheit an der Wand haben. Oder auch woanders, je nachdem.
Man muss das mögen, wenn es so ist wie jetzt. Aber ich war ja gerade in Frankfurt, da hat es schon seinen Reiz.
donalphons, 01:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Ja, warum.
Das weiss ich auch nicht so genau. Vielleicht, weil sie Föhn vorhergesagt haben.

Vielleicht auch, weil ich wissen wollte, was jetzt wieder geht. Ausserdem war ich lange nicht mehr auf einem Berg.

Das sieht jetzt alles ganz hübsch und sonniog aus, aber der Föhn kam anders, als man es vielleicht erwarten würde. Er brachte Wolken.

Und Sturm. Nirgendwo im Land war es wärmer als hier oben, 17 Grad plus. Aber davon merkt man nichts, wenn man versucht, auf den Beinen zu bleiben.

Hier oben hat der Winter schon begonnen. Grossglockner, hohe Tauern, Rofan, soweit das Auge reicht, ist der Frost in den Bergen angekommen. Mag sein, dass man unten glaubt, es sei noch Herbst: Das Eis ist schon da und wartet darauf, in die Ebene zu marschieren.
Warum ist man hier, wo sich das Leben festkrallen und ducken muss, an einem Ort, an dem der Mensch nicht dauerhaft sein kann, könnte man fragen - aber irgendwie, nach drei Wochen Relaunchniedergang und Datenbankstress ist das hier eigentlich ein recht angenehmer Ort: Kein Netz und Frankfurt ist weit weg. In den Böen vergisst man alles, was einen sonst so ärgert.

Wildromantisch sieht es aus, aber nur wild ist es, und wenn man vor Ort ist, weiss man auch den Unterschied: Hier bekommt man, was man sieht. Nicht mehr, nicht weniger. Dem Berg ist es egal, der hat schon alles kommen und gehen sehen, Meere, Gletscher, viele dumme Tiere und dumme Menschen, deren Tod an ihm auf Iaferln vermerkt ist.

Dabei ist er harmlos gegen das, was sich vor ihm ausbreitet, weiter hinten ist der Grossvenediger und der Hochfeiler, und man kann hier bequem mit Blick auf diese Titanen bestellen und essen, gar nicht schlecht übrigens, hinter Glas im Warmen. Kuschelschauder, wenn man so will.

Und dann wieder runter. Den angenehmeren Weg, nicht die Abgründe, von denen der Berg viele hat.

Unten sind die 18 Grad dann tetsächlich wieder 18 Grad. Warum also? Keine Ahnung. Manche gehen auf den berg, andere ins Büro, wieder andere bleiben daheim.

Vielleicht auch, weil ich wissen wollte, was jetzt wieder geht. Ausserdem war ich lange nicht mehr auf einem Berg.

Das sieht jetzt alles ganz hübsch und sonniog aus, aber der Föhn kam anders, als man es vielleicht erwarten würde. Er brachte Wolken.

Und Sturm. Nirgendwo im Land war es wärmer als hier oben, 17 Grad plus. Aber davon merkt man nichts, wenn man versucht, auf den Beinen zu bleiben.

Hier oben hat der Winter schon begonnen. Grossglockner, hohe Tauern, Rofan, soweit das Auge reicht, ist der Frost in den Bergen angekommen. Mag sein, dass man unten glaubt, es sei noch Herbst: Das Eis ist schon da und wartet darauf, in die Ebene zu marschieren.
Warum ist man hier, wo sich das Leben festkrallen und ducken muss, an einem Ort, an dem der Mensch nicht dauerhaft sein kann, könnte man fragen - aber irgendwie, nach drei Wochen Relaunchniedergang und Datenbankstress ist das hier eigentlich ein recht angenehmer Ort: Kein Netz und Frankfurt ist weit weg. In den Böen vergisst man alles, was einen sonst so ärgert.

Wildromantisch sieht es aus, aber nur wild ist es, und wenn man vor Ort ist, weiss man auch den Unterschied: Hier bekommt man, was man sieht. Nicht mehr, nicht weniger. Dem Berg ist es egal, der hat schon alles kommen und gehen sehen, Meere, Gletscher, viele dumme Tiere und dumme Menschen, deren Tod an ihm auf Iaferln vermerkt ist.

Dabei ist er harmlos gegen das, was sich vor ihm ausbreitet, weiter hinten ist der Grossvenediger und der Hochfeiler, und man kann hier bequem mit Blick auf diese Titanen bestellen und essen, gar nicht schlecht übrigens, hinter Glas im Warmen. Kuschelschauder, wenn man so will.

Und dann wieder runter. Den angenehmeren Weg, nicht die Abgründe, von denen der Berg viele hat.

Unten sind die 18 Grad dann tetsächlich wieder 18 Grad. Warum also? Keine Ahnung. Manche gehen auf den berg, andere ins Büro, wieder andere bleiben daheim.
donalphons, 01:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 25. Oktober 2011
Kleine Runde bis um 6
Solange es eben noch geht, ausserdem ist morgen ohnehin Sport angesagt: Bergsteigen. Ein wenig Bewegung ist gut.











Daheim dann genug Bastelmaterial für den Winter. Und gute Geschäfte im Frühling, wenn alle das suchen, was heute jeder verschleudert.











Daheim dann genug Bastelmaterial für den Winter. Und gute Geschäfte im Frühling, wenn alle das suchen, was heute jeder verschleudert.
donalphons, 01:35h
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Liebe Piraten
nicht weinen. Dass der Spiegel die letzte Dreckhaltestelle vor der Höllenausfahrt zur Bild ist, versteht man irgendwann und greift das Pack nur noch mit der Kneifzange an.
donalphons, 17:57h
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Wein! Alkohol! Umdrehungen!
Ich persönlich finde es ja eine Sünde, so etwas Schönes wie eine Weintraubenrebe zu entstielen und zu zerquetschen. Wenig in der Natur ist so hübsch, und mit einem Stück Pecorino - unvergleichlich.
Grossbild
Aber die Leser fordern oft, zu oft Alkohol, und weil ich davin nichts verstehe, habe ich Christoph Raffelt gebeten, bei der FAZ einen Gastbeitrag zum Thema zu schreiben. Da habt Ihr Euren Willen.
Grossbild
Aber die Leser fordern oft, zu oft Alkohol, und weil ich davin nichts verstehe, habe ich Christoph Raffelt gebeten, bei der FAZ einen Gastbeitrag zum Thema zu schreiben. Da habt Ihr Euren Willen.
donalphons, 17:46h
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