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Samstag, 28. Juli 2012
Sonnenkollektion
Ich wollte mich nur kurz hinlegen, und dann kochen, und weil man nach dem Essen ohnehin nicht gleich schlafen sollte, wollte ich noch die Bilder dieses sonnendurchtränkten Landes nachtragen. Ich weiss, viele im Norden klagen, aber bei uns war das bislang ein wirklich schöner, warmer Sommer, die Kirschen der neuen Ernte waren süss, und die Trauben brauchen noch etwas Wasser, um saftig zu werden. Braun bin ich durch das Radeln geworden, und auch schlanker durch das Erklimmen der Hügel; aber wirklich hungrig und dünn fühlte ich mich am nächsten Morgen, als ich nach scheinbar kurzer Ruhe erwachte. Ich koche auch noch um halb fünf, wenn es sein muss, aber 6 Uhr ist sogar mir zu spät, oder früh, wie man will. Kein Essen, keine Bilder, daher jetzt noch schnell nachgetragen: Es war ein wunderbarer Tag. Und auch unter dem Mondlicht strahlte der Asphalt noch Hitze ab.












In den langen Winternächten werde ich dann diese Bilder wieder anschauen. Man muss sie jetzt ernten und aufbewahren, auch wenn es viel ist: Der Winter ist hier immer so garstig, man sollte den Sommer einkochen wie Obst, und dann die Wätme fühlen.












In den langen Winternächten werde ich dann diese Bilder wieder anschauen. Man muss sie jetzt ernten und aufbewahren, auch wenn es viel ist: Der Winter ist hier immer so garstig, man sollte den Sommer einkochen wie Obst, und dann die Wätme fühlen.
donalphons, 01:19h
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Italien in der Zukunft und auf dem Dach.
Ich weiss, wo ich am 20. September sein werde. Hier. Es lohnt sich also auch für Automobilisten, hier auszuharren. Ansonsten aber, angesichts der Benzinpreise, der Umwelt und des Gedankens, dass es eigentlich zu schön zum Autofahren ist, und weil ich es nicht an den Tegernsee geschafft habe, wird erst mal weiter geradelt. Theoretisch. Praktisch ist es tagsüber viel zu heiss.
Da trifft es sich gut, dass ein Paket gekommen ist, um ein wenig von der sonstigen Arbeit abzulenken. Es ist nämlich auch zu heiss zum Schreiben, der neue Beitrag liegt hier halbfertig in seinem eigenen Saft und gärt noch vor sich hin, irgendwo zwischen Beileidigungen von geschmierten Klagenfurzen und Zweckehen. Statt dessen suche ich alten Krempel zusammen, es liegen ja genug Teile noch rum, die einstmals abgefallen sind, und nun wieder verbaut werden möchten. Lieber über Schrauben als über Formulierungen vergehen. Falls mich jemand fragt: ich räume meine Dachwohnung auf. Andere tun das Zeug in Regale, ich tue es an Rahmen, die einem immer noch nachgeschmissen werden, wenn sie nicht ganz der Mode entsprechen.
Das passt zum Tag und zum sich blau wölbenden, unerbittlich heissen Himmel, ein wenig unmotiviert italienisches Zeug aneinandertun, und am Ende ist es dennoch sinnvolle Beschäftigung. Andere, wer weiss, was die tun, unten sind ein paar Elitessen an den iPhones und andere ... wer weiss. Mein Rechner ist nicht da, ich kann nicht nachlesen, was die so tun. Es ist so deprimierend zu sehen, wohin all die Arbeit geht, in was für Gerätschaften. Abschalten, Ausschalten, Nichtstun, Plappern, Vergessen, manchmal könnte man glauben, die ganze Welt wollte nur noch einen Bildschirm vor die Realität. Und nicht mehr machen.
Vielleicht wird es wirklich so enden, vielleicht ist Zeittotschlagen das Kerngeschäft der Zukunft, und die kleinen Siege - Facebook hat es gestern böse derbröselt, StudiVZ ist am Ende - ändern nichts am Ausgang der Konfrontation. Ich packe Bilder aus, und Rahmen, keine Computer, ich poliere Holz und putze Silber, man könnte so viel tun, und letztlich leben sie dann am Bildschirm. Das ist etwas schade. Wer ein Rad hat, sollte jetzt etwas über Felder fliegen, wer eine Küche hat, soll den Mozarella schneiden, oder was auch immer. Man sieht sich sowieso wieder, mit Landschaft, Rädern, Italien und Automobilen. Und eventuell fahre ich nächste Woche nach Dienstag doch mal kurz über die Berge. Ganz hinauf. Ich war lange nicht mehr auf dem Jaufenpass.
Da trifft es sich gut, dass ein Paket gekommen ist, um ein wenig von der sonstigen Arbeit abzulenken. Es ist nämlich auch zu heiss zum Schreiben, der neue Beitrag liegt hier halbfertig in seinem eigenen Saft und gärt noch vor sich hin, irgendwo zwischen Beileidigungen von geschmierten Klagenfurzen und Zweckehen. Statt dessen suche ich alten Krempel zusammen, es liegen ja genug Teile noch rum, die einstmals abgefallen sind, und nun wieder verbaut werden möchten. Lieber über Schrauben als über Formulierungen vergehen. Falls mich jemand fragt: ich räume meine Dachwohnung auf. Andere tun das Zeug in Regale, ich tue es an Rahmen, die einem immer noch nachgeschmissen werden, wenn sie nicht ganz der Mode entsprechen.
Das passt zum Tag und zum sich blau wölbenden, unerbittlich heissen Himmel, ein wenig unmotiviert italienisches Zeug aneinandertun, und am Ende ist es dennoch sinnvolle Beschäftigung. Andere, wer weiss, was die tun, unten sind ein paar Elitessen an den iPhones und andere ... wer weiss. Mein Rechner ist nicht da, ich kann nicht nachlesen, was die so tun. Es ist so deprimierend zu sehen, wohin all die Arbeit geht, in was für Gerätschaften. Abschalten, Ausschalten, Nichtstun, Plappern, Vergessen, manchmal könnte man glauben, die ganze Welt wollte nur noch einen Bildschirm vor die Realität. Und nicht mehr machen.
Vielleicht wird es wirklich so enden, vielleicht ist Zeittotschlagen das Kerngeschäft der Zukunft, und die kleinen Siege - Facebook hat es gestern böse derbröselt, StudiVZ ist am Ende - ändern nichts am Ausgang der Konfrontation. Ich packe Bilder aus, und Rahmen, keine Computer, ich poliere Holz und putze Silber, man könnte so viel tun, und letztlich leben sie dann am Bildschirm. Das ist etwas schade. Wer ein Rad hat, sollte jetzt etwas über Felder fliegen, wer eine Küche hat, soll den Mozarella schneiden, oder was auch immer. Man sieht sich sowieso wieder, mit Landschaft, Rädern, Italien und Automobilen. Und eventuell fahre ich nächste Woche nach Dienstag doch mal kurz über die Berge. Ganz hinauf. Ich war lange nicht mehr auf dem Jaufenpass.
donalphons, 21:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 27. Juli 2012
Europäische Vollintegration
Um ehrlich zu sein: Ich finde die Vorstellung schrecklich. Nicht Europa an sich, nicht die Europäer, aber die Strukturen, die nicht zusammenpassen. Die Unterschiede in den politischen, äh, Kulturen. Als Bayer aus einem Land, das selbst unselige Geschichten kennt, mag das seltsam klingen, aber es geht schlimmer. Beispiele gefällig?
Da sind etwa zwei Skandale in Österreich zur illegalen Parteienfinanzierung. Zum Beispiel die Telekom Austria und die FPÖ. Österreich gilt, im europäischen Massstab, noch als zivilisiertes Land, aber ich glaube, dass miserable Systeme mit krimineller Energie eher vergleichsweise saubere Systeme anstecken, als umgekehrt. Und so etwas ist in Österreich eher eine Lappalie.
Härter ist der ausgeweitete Skandal rund um den Verkauf der Hypo Alpe Adria, und des Gutachtens, das zur illegalen Parteienfinanzierung verwendet wurde, mitsamt Couvert und illustren Namen aus Kärnten. Man fragt sich, was da wohl wäre, wenn Haider noch an der Macht sitzen würde. Eine Art Staatsstreich, nehme ich an. Der Tag, an dem Haider starb, war eine Erlösung, aber seine Erben sind immer noch da. Immerhin: Rücktritte und Neuwahlen in Kärnten sind die Folge. Aber wer dieses Land kennt, weiss auch: Die werden weiterhin die Rechtsextremen wählen.
Man muss also gar nicht bis nach Griechenland gehen, wo sich angesichts der Hilfen der Troika Steuervermeidung natürlich weiterhin als Mittel der Wahl anbietet, neben dem Abräumen der Konten. Je grösser so eine Struktur, je vernetzer und unübersichtlicher, desto schwieriger ist es, dort Einfluss zu nehmen. Dass in Spanien die einzelnen Regionen versuchen, aus dem Staaten- und Steuerverbund zu entkommen, ist dagegen eine andere Geschichte: Hier geht es um die Etablierung von neuen Hoheitsbereichen - ungefähr das, was Haider auch mit Kärnten innerhalb Österreichs versucht hat. Intern hat man Stimmen gekauft, extern andere zahlen lassen. Man sollte unbedingt die Finger von solche Strukturen lassen.

Das mag auch Europa sein, ist aber nichts, was man sich wirtschaftlich aufhalsen sollte. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass es vor zwei Jahren sagenhaft positive Stresstests für Banken gegeben hat, von denen heute keiner mehr etwas wissen will. Es hiess, die Strukturen seien gesund, da sei keine Gefahr der Ansteckung - inzwischen wissen wir, dass es nicht richtig war. Man hätte die spanischen Banken vor zwei Jahren zwingen müssen, die Abschreibungen vorzunehmen, um die sie nach Jahren der Vertuschung nicht herumkommen. Aber man lernt nicht aus diesen Erfahrungen. Man denkt lieber an eine Ansteckungs- und Zwangsbailoutunion. Und die Politiker machen mit, weil es das alternativlose Regieren erleichtert.

Natürlich bleibt der Rokokohimmel, den kann keiner klauen, die Landschaft und die Felder. Aber was so nicht bleiben kann, ist das Europa der Politik und der Wirtschaft. Entweder man rauft sich wirklich zusammen und sitzt dann mit organisiert Kriminellen - siehe oben - zusammen, die keine Rücksichten nehmen. Oder man schaut, wie man die Infektionsherde isoliert, und versucht ein Europa der Regionen, das für seine Bürger freizügig ist, aber nicht für seine Verbrecher. Und sollte eine Region da anders denken, muss sie die Folgen eben selbst tragen. oder wir wurschteln einfach so weiter zwischen Inflationszielen und Währungsschnitt. Man wird sehen.
Da sind etwa zwei Skandale in Österreich zur illegalen Parteienfinanzierung. Zum Beispiel die Telekom Austria und die FPÖ. Österreich gilt, im europäischen Massstab, noch als zivilisiertes Land, aber ich glaube, dass miserable Systeme mit krimineller Energie eher vergleichsweise saubere Systeme anstecken, als umgekehrt. Und so etwas ist in Österreich eher eine Lappalie.
Härter ist der ausgeweitete Skandal rund um den Verkauf der Hypo Alpe Adria, und des Gutachtens, das zur illegalen Parteienfinanzierung verwendet wurde, mitsamt Couvert und illustren Namen aus Kärnten. Man fragt sich, was da wohl wäre, wenn Haider noch an der Macht sitzen würde. Eine Art Staatsstreich, nehme ich an. Der Tag, an dem Haider starb, war eine Erlösung, aber seine Erben sind immer noch da. Immerhin: Rücktritte und Neuwahlen in Kärnten sind die Folge. Aber wer dieses Land kennt, weiss auch: Die werden weiterhin die Rechtsextremen wählen.
Man muss also gar nicht bis nach Griechenland gehen, wo sich angesichts der Hilfen der Troika Steuervermeidung natürlich weiterhin als Mittel der Wahl anbietet, neben dem Abräumen der Konten. Je grösser so eine Struktur, je vernetzer und unübersichtlicher, desto schwieriger ist es, dort Einfluss zu nehmen. Dass in Spanien die einzelnen Regionen versuchen, aus dem Staaten- und Steuerverbund zu entkommen, ist dagegen eine andere Geschichte: Hier geht es um die Etablierung von neuen Hoheitsbereichen - ungefähr das, was Haider auch mit Kärnten innerhalb Österreichs versucht hat. Intern hat man Stimmen gekauft, extern andere zahlen lassen. Man sollte unbedingt die Finger von solche Strukturen lassen.

Das mag auch Europa sein, ist aber nichts, was man sich wirtschaftlich aufhalsen sollte. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass es vor zwei Jahren sagenhaft positive Stresstests für Banken gegeben hat, von denen heute keiner mehr etwas wissen will. Es hiess, die Strukturen seien gesund, da sei keine Gefahr der Ansteckung - inzwischen wissen wir, dass es nicht richtig war. Man hätte die spanischen Banken vor zwei Jahren zwingen müssen, die Abschreibungen vorzunehmen, um die sie nach Jahren der Vertuschung nicht herumkommen. Aber man lernt nicht aus diesen Erfahrungen. Man denkt lieber an eine Ansteckungs- und Zwangsbailoutunion. Und die Politiker machen mit, weil es das alternativlose Regieren erleichtert.

Natürlich bleibt der Rokokohimmel, den kann keiner klauen, die Landschaft und die Felder. Aber was so nicht bleiben kann, ist das Europa der Politik und der Wirtschaft. Entweder man rauft sich wirklich zusammen und sitzt dann mit organisiert Kriminellen - siehe oben - zusammen, die keine Rücksichten nehmen. Oder man schaut, wie man die Infektionsherde isoliert, und versucht ein Europa der Regionen, das für seine Bürger freizügig ist, aber nicht für seine Verbrecher. Und sollte eine Region da anders denken, muss sie die Folgen eben selbst tragen. oder wir wurschteln einfach so weiter zwischen Inflationszielen und Währungsschnitt. Man wird sehen.
donalphons, 00:31h
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An den Kragen der Erben
In der Zeit steht ein perfides, weil halbwahres Stück über die Erben grosser Vermögen. Halbwahr und halbgelogen, denn die vorgestellten Fälle sind die Ausreisser nach oben. Das ist so, als sagte man bei Hartz IV, der Bankenchef und der Gabelstaplerfahrer seien gleichermassen bedroht. Das Credo: Ihr werdet Euch besser fühlen, wenn ihr beim Erben mehr Geld loswerdet. Angenehmes und ehrliches Leben ist auch in Bescheidenheit möglich. Stellt Euch nicht so an, Ihr habt immer noch genug. Und die Kennzahl - dass 10 mal so viel Vermögen vorhanden ist, wie jedes Jahr verdient wird - stimmt vielleicht sogar, wenn man noch Schwarzgeld gegen Schwarzarbeit aufrechnet.

Das war nach dem Vorstoss des DIW absehbar. Wir werden jetzt noch viele Beiträge lesen, Enteignungs-Softpr0n, Kollektivierungsrosarot, Zwangsanleihenmoralisierung. Immer nach dem Motto, die haben es ja. Und immer in einem Top-Down-Ansatz gepackt. Da wird oben ein Sack zugemacht, der unten ganz weit hinuntergeht. Das mysthische Wort "Millionenvermögen" wird die Runde machen, ganz so, als ob eine Million irgendwelche besonderen Vorzüge im Leben bringen würde. Das mag sein, wenn sie in der Schweiz Zinsen abwirft, aber die Vermögensstruktur der Deutschen sieht anders aus. Man erbt nicht x00.000e. Man erbt auf andere Menschen zugeschnittene Assets.
Und nur die allerwenigsten greifen dann zur Radikalkur, versilbern alles und brennen es woanders in Saus und Braus durch, wie sich das die besitzlose Klasse in Berlin vielleicht imaginiert. Ich kenne da weitaus mehr Fälle von unerfreulich verlaufenden und teuren Ehen, als solche Freunde des Wohllebens. Es sind genau zwei. Der eine ist ein stadtbekannter Tunichtgut, der seiner Mutter das seit 80 Jahren betriebene Familiengeschäftals schnöde Immobilie unter dem Hintern wegverkauft hat, und der andere tat es in der seltsamen Gewissheit, dass ihm nicht viel Zeit bliebe. Dann fand er die Liebe seines Lebens und starb an einem Herzinfarkt, so alt wie ich. Das kann passieren. Das gibt es auch. Oder auch gar nicht, denn in meiner Familie erbt man in meinem Alter nie: Wir sind alle zählebig und gefühlt fast a wengal unausrottbar. Auf's Erben kann man sich nicht verlassen, sagt man in Bayern. Und es stimmt.

Und was dann noch gern übersehen wird: Der Umstand, dass die Familienverbände kleiner werden. 10 - 6 - 4 - 2 Geschwister, das ist eine typische Entwicklung in den letzten Generationen. Vom Urahn, der neu heiratete, wenn eine Frau im Kindbett starb und weiter zeugte, über das Gefühl, dass es irgendwann mit dem Nachwuchs reicht, bishin zum Entschluss, dass man mit zwei Kindern gut beschäftigt ist, hat es 100 Jahre gedauert. Und auf dieser Linie läuft vieles über Erbtanten und gefallene Grossonkel dann zusammen. Überall im Land. Dazu kommen die Früchte der wirtschaftlichen Entwicklung. Es ist halt so - das ist Demographie. Man könnte natürlich einiges tun und unterwegs abschöpfen, aber vermutlich wird sich der Staat lieber beim Tod einnisten, getrieben von solchen Propagandaautoren: Da kann man kaum aus. Es sei denn, man geht nach Österreich. Wie viele es tun. Die besonders Reichen sogar sehr oft, nicht umsonst sind Salzburg und Kitzbühel so beliebt.

Es gehört sich, den Eltern ein langes und glückliches Leben zu wünschen, und ich habe den Eindruck, dass man das in Zukunft noch nachdrücklicher tun wird: Diesem Staat ist im Moment nämlich alles zuzutrauen. Plötzlich würden sich wieder grössere Clans zum Verteilen lohnen, das war vor dem Krieg schon so, und könnte sich auch nach der Krise wieder bewähren. Man kann froh sein, in Zeiten wie diesen vorerst nichts ausser einem Stück Apfelkuchen zu erben, und zu hoffen, dass andere in Zukunft klügere Beiträge über dieses Thema schreiben. Man könnte oben schon etwas holen. Aber je reicher die Gegner, desto heftiger werden sie sich wehren. Nicht weil sie böse sind, sondern weil es dazu gehört. Zahlen werden die Ärmeren. Sie werden kämpfen, verlieren und fluchen, weil jedem angesichts von Herrn Draghi klar ist: Das geht nicht dorthin, wo es gut tut. Das geht in das schwarze Loch der Eurokrise.
Es gibt gute Gründe, sich auf das Erbe nicht zu verlassen. Und verdammt schlechte, wie die Zeit, die Merkel, Herr Draghi und all die Korrupten in Spanien und Griechenland, in London und Frankfurt. Dieses ostelbische Junkerschundblatt, man sollte es abbestellen.

Das war nach dem Vorstoss des DIW absehbar. Wir werden jetzt noch viele Beiträge lesen, Enteignungs-Softpr0n, Kollektivierungsrosarot, Zwangsanleihenmoralisierung. Immer nach dem Motto, die haben es ja. Und immer in einem Top-Down-Ansatz gepackt. Da wird oben ein Sack zugemacht, der unten ganz weit hinuntergeht. Das mysthische Wort "Millionenvermögen" wird die Runde machen, ganz so, als ob eine Million irgendwelche besonderen Vorzüge im Leben bringen würde. Das mag sein, wenn sie in der Schweiz Zinsen abwirft, aber die Vermögensstruktur der Deutschen sieht anders aus. Man erbt nicht x00.000e. Man erbt auf andere Menschen zugeschnittene Assets.
Und nur die allerwenigsten greifen dann zur Radikalkur, versilbern alles und brennen es woanders in Saus und Braus durch, wie sich das die besitzlose Klasse in Berlin vielleicht imaginiert. Ich kenne da weitaus mehr Fälle von unerfreulich verlaufenden und teuren Ehen, als solche Freunde des Wohllebens. Es sind genau zwei. Der eine ist ein stadtbekannter Tunichtgut, der seiner Mutter das seit 80 Jahren betriebene Familiengeschäftals schnöde Immobilie unter dem Hintern wegverkauft hat, und der andere tat es in der seltsamen Gewissheit, dass ihm nicht viel Zeit bliebe. Dann fand er die Liebe seines Lebens und starb an einem Herzinfarkt, so alt wie ich. Das kann passieren. Das gibt es auch. Oder auch gar nicht, denn in meiner Familie erbt man in meinem Alter nie: Wir sind alle zählebig und gefühlt fast a wengal unausrottbar. Auf's Erben kann man sich nicht verlassen, sagt man in Bayern. Und es stimmt.

Und was dann noch gern übersehen wird: Der Umstand, dass die Familienverbände kleiner werden. 10 - 6 - 4 - 2 Geschwister, das ist eine typische Entwicklung in den letzten Generationen. Vom Urahn, der neu heiratete, wenn eine Frau im Kindbett starb und weiter zeugte, über das Gefühl, dass es irgendwann mit dem Nachwuchs reicht, bishin zum Entschluss, dass man mit zwei Kindern gut beschäftigt ist, hat es 100 Jahre gedauert. Und auf dieser Linie läuft vieles über Erbtanten und gefallene Grossonkel dann zusammen. Überall im Land. Dazu kommen die Früchte der wirtschaftlichen Entwicklung. Es ist halt so - das ist Demographie. Man könnte natürlich einiges tun und unterwegs abschöpfen, aber vermutlich wird sich der Staat lieber beim Tod einnisten, getrieben von solchen Propagandaautoren: Da kann man kaum aus. Es sei denn, man geht nach Österreich. Wie viele es tun. Die besonders Reichen sogar sehr oft, nicht umsonst sind Salzburg und Kitzbühel so beliebt.

Es gehört sich, den Eltern ein langes und glückliches Leben zu wünschen, und ich habe den Eindruck, dass man das in Zukunft noch nachdrücklicher tun wird: Diesem Staat ist im Moment nämlich alles zuzutrauen. Plötzlich würden sich wieder grössere Clans zum Verteilen lohnen, das war vor dem Krieg schon so, und könnte sich auch nach der Krise wieder bewähren. Man kann froh sein, in Zeiten wie diesen vorerst nichts ausser einem Stück Apfelkuchen zu erben, und zu hoffen, dass andere in Zukunft klügere Beiträge über dieses Thema schreiben. Man könnte oben schon etwas holen. Aber je reicher die Gegner, desto heftiger werden sie sich wehren. Nicht weil sie böse sind, sondern weil es dazu gehört. Zahlen werden die Ärmeren. Sie werden kämpfen, verlieren und fluchen, weil jedem angesichts von Herrn Draghi klar ist: Das geht nicht dorthin, wo es gut tut. Das geht in das schwarze Loch der Eurokrise.
Es gibt gute Gründe, sich auf das Erbe nicht zu verlassen. Und verdammt schlechte, wie die Zeit, die Merkel, Herr Draghi und all die Korrupten in Spanien und Griechenland, in London und Frankfurt. Dieses ostelbische Junkerschundblatt, man sollte es abbestellen.
donalphons, 20:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 26. Juli 2012
Abwärts über alle roten Linien
Das nenne ich Gottvertrauen: Der grosse Konzern der kleinen, dummen Stadt gibt eine Jobgarantie ab. Bis 2018 keine betriebsbedingten Kündigungen. Das sind 6 Jahre. Da kann viel passieren. Aber nicht uns, meint der Konzern beim Blick in die Auftragsbücher. Dort stellt sich eher die Frage, woher man die ganzen gewünschten Autos nehmen soll.Andere geben Rabatte, die Franzosen, die Japaner und die Ladas aus Rüsselsheim, bei uns dagegen gibt es Hoffnung auf eventuell verkürzte Lieferfristen, wenn die Gewerkschaft noch mehr Sonderschichten zustimmt.
Trotzdem bekomme ich die losen Enden nicht zusammen. Das Elend, in das uns die Merkel geführt hat, kann gar nicht gut ausgehen, wenn man nicht zu wirklich harten Einschnitten greift, und ich denke, die PIIS werden es so halten wie Griechen: Erst mal die Partner bezahlen lassen, und sich dann über das Entsetzen freuen, dass sie wegen der vergeudeten Sumnmen keinen Auswetg mehr finden. Solange wird über das Targetabkommen das Geld derjenigen abgehoben, die blöd sparen: Der Deutschen, zum Beispiel. Nachschiessen? Oder gleich feste Papier bedrucken wie im 5-Jahresplan, oder gar ein Währungsschnitt? Frau Merkel hat ja nicht Nein gesagt, sie hat Ja gesagt und die Deutschen über die Folgen ihres Handelns belogen. Oder besser: Dieses feige Miststück lässt dann immer ihre Pressesprecher lügen. Sie selbst macht das ja nie, sie hat bei Kohl gelernt. Ich. hasse. diese. Frau.
Nur den Apothekern, denen kann man noch auf die Schnelle 190 Millionen zuweisen, die andere aufzuwenden haben. Solange es eben noch geht, solange noch Geld da ist beim Verbraucher. Was sind schon 25 Cent in Tagen wie diesen? Und dieser Euro, was ist er schon wert? Es herrscht eine allseitige Lässigkeit, man lacht über jene, die noch in DM umrechnen und sagt, der Euro hätte uns ja auch so viel gebracht. Die Argumentation für weitere Plünderungs- und Überschuldungsmassnahmen wird sein: Dann können wir ja auch wieder ein wenig davon abgeben. Wir brauchen ja unsere Grossbanken, wie gestern jemand in der Süddeutschen schrieb, sonst schade man der Wirtschaft. Man würde auch ihm individuell schaden, würde man ihn die nächsten 20 Jahre Klo schrubben lassen, aber das würde nicht dem Journalismus schaden.
Und dabei liegt das land so friedlich da; vermutlich, weil dessen Bewohner irgendwie schon durchkommen werden. Man kann hier nicht davonlaufen, das ist und bleibt weiterhin der beste Ort, um das alles zu überleben: Die Krise wird andere zuerst zerquetschen, und bevor hier die Torten ausgehen, wird Berlin die Sahelzone Westsibiriens sein. Die Reichen haben sich informell längst auf ein Kerneuropa verständigt, das sie bevorzugen, denn sie wollen keinesfalls mitleiden, und es drückt sie hierher. Wenn Europa zerbricht, sollte man idealerweise auf der Scholle sitzen, die noch schwimmt, wenn alle anderen längst abgesoffen sind. Und auch bei reichlicher Überlegung wüsste ich nicht, wo das sonst sein sollte.

Oh. Schon so spät. Die Sonne geht früher unter, der Tag ist schon wieder 10 Minuten kürzer, ich muss früher los und früher nach Hause. Wenigstens geht das jetzt wieder problemlos, und so rase ich zück über die rote Linie zwischen Tag und Nacht und träume unruhig - weil ich zu viel gegessen habe. Solange das noch geht.
Trotzdem bekomme ich die losen Enden nicht zusammen. Das Elend, in das uns die Merkel geführt hat, kann gar nicht gut ausgehen, wenn man nicht zu wirklich harten Einschnitten greift, und ich denke, die PIIS werden es so halten wie Griechen: Erst mal die Partner bezahlen lassen, und sich dann über das Entsetzen freuen, dass sie wegen der vergeudeten Sumnmen keinen Auswetg mehr finden. Solange wird über das Targetabkommen das Geld derjenigen abgehoben, die blöd sparen: Der Deutschen, zum Beispiel. Nachschiessen? Oder gleich feste Papier bedrucken wie im 5-Jahresplan, oder gar ein Währungsschnitt? Frau Merkel hat ja nicht Nein gesagt, sie hat Ja gesagt und die Deutschen über die Folgen ihres Handelns belogen. Oder besser: Dieses feige Miststück lässt dann immer ihre Pressesprecher lügen. Sie selbst macht das ja nie, sie hat bei Kohl gelernt. Ich. hasse. diese. Frau.
Nur den Apothekern, denen kann man noch auf die Schnelle 190 Millionen zuweisen, die andere aufzuwenden haben. Solange es eben noch geht, solange noch Geld da ist beim Verbraucher. Was sind schon 25 Cent in Tagen wie diesen? Und dieser Euro, was ist er schon wert? Es herrscht eine allseitige Lässigkeit, man lacht über jene, die noch in DM umrechnen und sagt, der Euro hätte uns ja auch so viel gebracht. Die Argumentation für weitere Plünderungs- und Überschuldungsmassnahmen wird sein: Dann können wir ja auch wieder ein wenig davon abgeben. Wir brauchen ja unsere Grossbanken, wie gestern jemand in der Süddeutschen schrieb, sonst schade man der Wirtschaft. Man würde auch ihm individuell schaden, würde man ihn die nächsten 20 Jahre Klo schrubben lassen, aber das würde nicht dem Journalismus schaden.
Und dabei liegt das land so friedlich da; vermutlich, weil dessen Bewohner irgendwie schon durchkommen werden. Man kann hier nicht davonlaufen, das ist und bleibt weiterhin der beste Ort, um das alles zu überleben: Die Krise wird andere zuerst zerquetschen, und bevor hier die Torten ausgehen, wird Berlin die Sahelzone Westsibiriens sein. Die Reichen haben sich informell längst auf ein Kerneuropa verständigt, das sie bevorzugen, denn sie wollen keinesfalls mitleiden, und es drückt sie hierher. Wenn Europa zerbricht, sollte man idealerweise auf der Scholle sitzen, die noch schwimmt, wenn alle anderen längst abgesoffen sind. Und auch bei reichlicher Überlegung wüsste ich nicht, wo das sonst sein sollte.

Oh. Schon so spät. Die Sonne geht früher unter, der Tag ist schon wieder 10 Minuten kürzer, ich muss früher los und früher nach Hause. Wenigstens geht das jetzt wieder problemlos, und so rase ich zück über die rote Linie zwischen Tag und Nacht und träume unruhig - weil ich zu viel gegessen habe. Solange das noch geht.
donalphons, 01:17h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 25. Juli 2012
Berliner Logik
Nicht, dass ich überrascht bin, für diesen Beitrag über ein weiteres dreistes Stück öffentlicher Verschwendung in Berlin angesichts der bayerischen Klage gegen den Länderfinanzausgleich wütende Reaktionen zu bekommen.
Aber ich muss meinen Eltern nachher erzählen, dass es in diesem Slum Leute gibt, die sehen, was ich dort leiste, die ahnen könnten, dass es sich dabei um einen einträäglichen Beruf handelt - und dann sagen, ich würde vom Erbe leben. Vermutlich, weil die nicht wissen, wie es sonst geht. Meine Eltern werden lachen und gar nicht daran denken, so schnell irgendwas auf mich kommen zu lassen.
Berliner, jetzt auch mit Amöbenhirnen lieferbar.
Aber ich muss meinen Eltern nachher erzählen, dass es in diesem Slum Leute gibt, die sehen, was ich dort leiste, die ahnen könnten, dass es sich dabei um einen einträäglichen Beruf handelt - und dann sagen, ich würde vom Erbe leben. Vermutlich, weil die nicht wissen, wie es sonst geht. Meine Eltern werden lachen und gar nicht daran denken, so schnell irgendwas auf mich kommen zu lassen.
Berliner, jetzt auch mit Amöbenhirnen lieferbar.
donalphons, 01:36h
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Nichtlichtbilder
Tortenschulden sind Ehrenschulden.
Ausserdem war dies der Tag, an dem ich merkte, dass Tortenschulden, die man nachtragen muss, auch wirklich gute Kredite sein können. Für jene Tage nämlich, da man andeutungsvolle Bildserien zur eigenen Erinnerung ins Netz stellen möchte, ohne dass es nötig wäre, viel zu erklären: Man weiss ja, was gewesen ist, wenn man später die Bilder sieht. Und die Leser sehen Bilder und der Rest geht sie nicht viel an. Bilder von einer nicht wirklich sportlichen Radpartie ins Grüne.
In meinem Umfeld sind die meisten inzwischen entweder so abgerichtet oder selbst konditioniert, dass eine umfangreiche Ablichtung als normal gilt. Die Kamera ist immer dabei, der Akku ist stets geladen, und die SD-Karte wechselt dauernd zwischen Kamera und Rechner, in dem sie vergessen wird, und dann, ja dann, muss man eben die Tortenbilder vom Vortag nehmen, aus der Re-torte gewissermassen. Wie auch das Wetter beim Picnic.
Das Licht, das sich im Staub über der Ernte fängt, kann man hier in der Stadt nicht nachmachen, und es ist auch, wie soll ich sagen: Es ist hier halt nicht Land. Da kommt so viel zusammen, da müsste so viel hinein in das Bild, die Wärme, der goldene Schein, die sanfte Brise aus dem Osten, der Geruch nach Land und folgenden Brotfreuden - ich kann nur halbreife Tomaten zeigen. Aber die werden auch noch.
Schwer habe ich unter dem Rucksack geächzt, mit einer Thermoskamnne für den Tee und einer Silberkanne zum Umfüllen, und am Ende, unter dem kleinen Hain mit Blick in den Sonnenuntergang, war es dann doch noch zu warm. Auch gestöhnt habe ich mit der Flasche Wasser, und den Gläsern, man tut, was man kann, und das war dann das Richtige für den Moment.
Der Leser wird sich fragen, ob wir geküsst haben, und ich sage, weil hierher gerade vom feminististischen Prollpotismus und der Schnalle mit dem Ghettolook herverlinkt wird: Ja! Öffentlich! Alle, die vorbeigefahren sind, haben es gesehen, aber es waren keine gaudigenderstudentischen Theorieteilzeitneigungsbetroffenen aus Berlin dabei, die wir damit rücksichtslos hätten beleidigen können. Leider! Sonst wäre es noch weiter gegangen! Es war auch zu heiss für Sahnetorte, sonst hätten wir öffentlich auch noch
Nein, um ehrlich zu sein, es war einfach nur schön. Aber die SD-Karte habe ich halt im Rechner vergessen. Man muss sich das also vorstellen, und ich werde mich erinnern
Ausserdem war dies der Tag, an dem ich merkte, dass Tortenschulden, die man nachtragen muss, auch wirklich gute Kredite sein können. Für jene Tage nämlich, da man andeutungsvolle Bildserien zur eigenen Erinnerung ins Netz stellen möchte, ohne dass es nötig wäre, viel zu erklären: Man weiss ja, was gewesen ist, wenn man später die Bilder sieht. Und die Leser sehen Bilder und der Rest geht sie nicht viel an. Bilder von einer nicht wirklich sportlichen Radpartie ins Grüne.
In meinem Umfeld sind die meisten inzwischen entweder so abgerichtet oder selbst konditioniert, dass eine umfangreiche Ablichtung als normal gilt. Die Kamera ist immer dabei, der Akku ist stets geladen, und die SD-Karte wechselt dauernd zwischen Kamera und Rechner, in dem sie vergessen wird, und dann, ja dann, muss man eben die Tortenbilder vom Vortag nehmen, aus der Re-torte gewissermassen. Wie auch das Wetter beim Picnic.
Das Licht, das sich im Staub über der Ernte fängt, kann man hier in der Stadt nicht nachmachen, und es ist auch, wie soll ich sagen: Es ist hier halt nicht Land. Da kommt so viel zusammen, da müsste so viel hinein in das Bild, die Wärme, der goldene Schein, die sanfte Brise aus dem Osten, der Geruch nach Land und folgenden Brotfreuden - ich kann nur halbreife Tomaten zeigen. Aber die werden auch noch.
Schwer habe ich unter dem Rucksack geächzt, mit einer Thermoskamnne für den Tee und einer Silberkanne zum Umfüllen, und am Ende, unter dem kleinen Hain mit Blick in den Sonnenuntergang, war es dann doch noch zu warm. Auch gestöhnt habe ich mit der Flasche Wasser, und den Gläsern, man tut, was man kann, und das war dann das Richtige für den Moment.
Der Leser wird sich fragen, ob wir geküsst haben, und ich sage, weil hierher gerade vom feminististischen Prollpotismus und der Schnalle mit dem Ghettolook herverlinkt wird: Ja! Öffentlich! Alle, die vorbeigefahren sind, haben es gesehen, aber es waren keine gaudigenderstudentischen Theorieteilzeitneigungsbetroffenen aus Berlin dabei, die wir damit rücksichtslos hätten beleidigen können. Leider! Sonst wäre es noch weiter gegangen! Es war auch zu heiss für Sahnetorte, sonst hätten wir öffentlich auch noch
Nein, um ehrlich zu sein, es war einfach nur schön. Aber die SD-Karte habe ich halt im Rechner vergessen. Man muss sich das also vorstellen, und ich werde mich erinnern
donalphons, 01:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 23. Juli 2012
Tage der Verdammnis
Das wird jetzt ein rein spekulatives Geschäft: Wenn Deutschland aus dem Euro aussteigt, macht es Sinn, das Geld zu horten. Es sei denn, es wird mit einem Währungsschnitt verbunden. Dann würde es Sinn machen, das Geld jetzt noch schnell zu verschleudern und in Sachwerte zu gehen.

Denn ein Währungsschnitt könnte durchausvo rher nötig sein, damit die neue Währung nicht durch die Decke knallt. Es ist eine gefährliche Liebschaft, dieses Geld. Umgekehert würde der Euro aber auch durch die Decke gehen, wenn die PIIGS ihn verlassen würden. Auch dann wäre man gut beraten, das Geld noch zu behalten und dann dort unten zu kaufen.

Ich hatte Recht mit dem Schweizer Franken, ich hatte Recht mit dem Tegernsee, und eine der Kannen, die ich 2009 für 100 Pfund kaufte, war gestern bei Ebay und ging für 450 weg - die Kannen schlagen alles um Längen. Aber ich bin auch nur ein Spekulant und kenne die Zukunft nicht. Ich besitze etwas, ich hätte einen Hebel, und nachdem die Realität im Gegensatz zum Geld nicht nachgedruckt werden kann, frage ich mich einfach: Wann ist der richtige Moment, so viel wie möglich von diesem Papier zu borgen, etwas Reales zu erwerben und dann das wertlose Geld zurückzuzahlen?
Aber will man dann noch in Italien leben? Aber das kann nicht gut gehen, das wird nicht gut gehen, viele werden verlieren. Ich möchte eigentlich nicht dabei sein. Ich will nur Platz für Leinwände, Sessel und grüne Gartentore. Geld, pah, Geld, das ist nichts.

Denn ein Währungsschnitt könnte durchausvo rher nötig sein, damit die neue Währung nicht durch die Decke knallt. Es ist eine gefährliche Liebschaft, dieses Geld. Umgekehert würde der Euro aber auch durch die Decke gehen, wenn die PIIGS ihn verlassen würden. Auch dann wäre man gut beraten, das Geld noch zu behalten und dann dort unten zu kaufen.

Ich hatte Recht mit dem Schweizer Franken, ich hatte Recht mit dem Tegernsee, und eine der Kannen, die ich 2009 für 100 Pfund kaufte, war gestern bei Ebay und ging für 450 weg - die Kannen schlagen alles um Längen. Aber ich bin auch nur ein Spekulant und kenne die Zukunft nicht. Ich besitze etwas, ich hätte einen Hebel, und nachdem die Realität im Gegensatz zum Geld nicht nachgedruckt werden kann, frage ich mich einfach: Wann ist der richtige Moment, so viel wie möglich von diesem Papier zu borgen, etwas Reales zu erwerben und dann das wertlose Geld zurückzuzahlen?
Aber will man dann noch in Italien leben? Aber das kann nicht gut gehen, das wird nicht gut gehen, viele werden verlieren. Ich möchte eigentlich nicht dabei sein. Ich will nur Platz für Leinwände, Sessel und grüne Gartentore. Geld, pah, Geld, das ist nichts.
donalphons, 21:14h
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Einer für die Damen
Ich werde sehr genau überlegen müssen, wo ich mich in Zukunft hinsetze. Am besten nirgendwo, wo man mich vergleichen kann.

Denn 98,734% der Besucherinnen, die sich dieses Produkt angeschaut haben, haben auch gekauft:
Francesca Molesta: BH-Werfen in besseren Kreisen, erschienen bei Impalatione Editore.

Rrrrrrrr, höre ich da durch die Jahrhunderte raunen. Rrrrrrr. So stelle ich mir den Vicomte de Valmont vor.

Denn 98,734% der Besucherinnen, die sich dieses Produkt angeschaut haben, haben auch gekauft:
Francesca Molesta: BH-Werfen in besseren Kreisen, erschienen bei Impalatione Editore.

Rrrrrrrr, höre ich da durch die Jahrhunderte raunen. Rrrrrrr. So stelle ich mir den Vicomte de Valmont vor.
donalphons, 14:55h
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Mohrenlampe 2.0beta Femfail Edition
Wenn Feministinnen sich streiten. Je besser die Sache, desto irrer die Protagonisten.
Ich rolle trotzdem hart lachend auf dem Boden.
Ich rolle trotzdem hart lachend auf dem Boden.
donalphons, 13:55h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 23. Juli 2012
Triggerwarnung in Pfaffenhofen
Man könnte ja so viel kaufen. Leider habe ich schon ein Besteck, auch ein zweites, drittes und viertes in der Zweitwohnung, auch für 12 Personen. Dabei wäre es gar nicht teuer gewesen. Und neu. Und billiger als Ikea.
Ich bin auch kein Taufpate- Wäre ich einer, hätte ich vermutlich dieses Düsenflieger erworben und dann zum Entsetzen der Eltern zum Geburtstag verschenkt. Aber Tretauto hat jeder, da muss man als Eltern schon Opfer bringen. Ausserdem geht das mobile Zeitalter sowieso nicht weiter, da ist alles irreal.

Nett auch die Reminszenzen an jene Tage, da es noch ordentliche Hausfrauen gab. Das hängte man sich nicht nur in die Küche, man glaubte auch daran. Heute werden Wohnungen ohne Küchen entworfen, und vielleicht gibt es auch gar keinen Platz mehr für solche Gegenstände.
A propos kein Platz: Es zieht immer noch, das Funkeln und Gleissen. Aber selbst, wenn jetzt grössere Werke anstehen: Ich habe noch welche auf Vorrat, die muss ich erst mal verbauen, bevor ich neue Exemplare kaufe. Die hier waren ohnehin zu teuer, die besten finden sich in Kisten, zerlegt und auf dem Boden.
So ein Sofa, klein und leicht, habe ich lange gesucht, aber ich habe schon ein anderes - allerdings schwer und breit - und dazu die passenden, unkaputtbaren Sessel. Und das bräuchte so viel Arbeit, und die ist so teuer, da hilft auch der günstige Preis nicht mehr. Ausserdem: Kein Platz.
Neben der Mohrenlampe, die jedesmal mit neuen Beispielen vertreten ist, gab es heute auch einen Morentabletthalter. In Südostasien lungert eine Frau aus dem Vorstand der Piraten herum: Wäre der Halter hier nicht reizend für die im Sweatshop gefertigte Chanel-Taschen-Kopie?

Voyerismus gab es auch, gemalt, mit Nackten beim Umziehen, in einem dicken, sehr goldenen Rahmen. Aber gekonnt gemalt, keine Frage. Hirsche können bei der Paarungszeit 5 Meter hohe Hindernisse überspringen, der Mensch pinselt sein Begehr, allerdings von Weitem, und nagelt es an die Wände. Und nennt es Kunst.
Eher etwas für mich - und jenen fernen Tag, da ich doch mal wieder in Berlin sein sollte - wären die Hacklstecka geeignet, mit vielen schönen Wappen aus Orten, die dort keiner je gesehen hat: Garmisch. Pertisau. Naturns. Chiasso. Saalbach. Wilder Kaiser. werden solche Wappen zum Aufnageln heute überhaupt noch gemacht? Ich sehe nur noch pinkfarbene Alustecker auf dem Berg, ganz grässlich, und sich daran klammernde Walker.

Und dann sehe ich die Elsässer. Seit ein paar Monaten sind hier immer vier Händler aus der Region, aus der auch ein Teil meiner Familie stammt, dem Eck zwischen Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Und die haben massiv zur Aufwertung des Marktes beigetragen, denn Frankreich hat es dick. Richtig dick. Immer noch. Sie bringen die Karaffen, für die ich vor 20 Jahren nach Portugal musste, sie bringen Kerzenhalter mit Klauen, sie bringen Chryselephantinen, und was es sonst noch hier kaum gibt.
Bei den Franzosen ist alles anders, bunter, formhaltiger, gewagter, frivoler. Diese mintfarbenen Art-Deco-Sessel etwa, die hätte ich gerne in meiner Villa am Gardasee in jjenem Raum, aus dem man auf den See und die Einfahrt blickt, auf der ein himmelblauer TR2 steht.
Und diesen Adligen aus der Zeit um 1775... ich mein, ich weiss doch, dass sie da sein werden, mit Putti und Empire und ab und an auch Gemälden. Manche sind entsetzlich teuer, aber das hier, das wäre durchaus bezahlbar, viel weniger als das, was andere in einem Jahr verrauchen, für Drogen verschwenden oder in Spielcasinos verprassen. Wie auch die knallrote Dame von 1750 daneben. Beide kosten gleich viel. Man muss sich entscheiden. Was gar nicht so einfach ist.
Oder noch eine Runde gehen und nachdenken, und dann den Vorschlag eines Pakethandels machen. Beide. Sofort. Auf den letzten Drücker. Mit allen Risiken: Spuckt die Karte genug aus, oder ist das schon über dem Tageslimit? Habe ich so etwas überhaupt, oder ist das nur im Ausland? Taucht bis dahin ein Zahnarzt auf, der so einen Herrn für sein Jagdhaus will, oder so eine eher etwas ausgefallene Dame mit dem extravagant roten Mantel über der Kommode, zumal sie auch nicht so unzüchtig ist? Was, wenn er das bietet, das der Händler will? Und was, wenn die beiden Brocken - 90 mal 70, zusammen 1,2 Quadratmeter - gar nicht ins Auto passen?
Offensichtlich jedoch lebe ich sparsam genug, der Automat erschreckt mich nur mit der bankrun-feindlichen Frage, ob ich wirklich alles in 50ern will, denn grössere Scheine hat er nicht. Es war auch kein Zahnarzt da, nur beim Abtransport fragt einer, wo ich sie her habe - blöde Frage, von dort, wo keine mehr sind, natürlich! Und ins Auto passen sie gerade so, dass ich noch lenken kann. Alles bestens.
Nur daheim stelle ich fest, dass ich dafür keinen Platz habe. Aber egal, mein Versprechen, das Geld für den letzten Berlinbeitrag einem guten Zweck zuzuführen, habe ich erfüllt, die Franzosen sind froh, die Völkerverständigung funktioniert, und dem Tegernsee tut ein wenig Rokoko auch nicht schlecht. Und ansonsten habe ich gar nichts gekauft, nur zwei Sachen, das ist wirklich eigentlich so gut wie gar nichts.
In 10 Jahren werden wir alle herzlich lachen, wenn wir den Preis hören, der heute nicht wirklich billigst gewesen ist. Ich werde wohl noch einen Berlinbeitrag schreiben müssen.
Ich bin auch kein Taufpate- Wäre ich einer, hätte ich vermutlich dieses Düsenflieger erworben und dann zum Entsetzen der Eltern zum Geburtstag verschenkt. Aber Tretauto hat jeder, da muss man als Eltern schon Opfer bringen. Ausserdem geht das mobile Zeitalter sowieso nicht weiter, da ist alles irreal.

Nett auch die Reminszenzen an jene Tage, da es noch ordentliche Hausfrauen gab. Das hängte man sich nicht nur in die Küche, man glaubte auch daran. Heute werden Wohnungen ohne Küchen entworfen, und vielleicht gibt es auch gar keinen Platz mehr für solche Gegenstände.
A propos kein Platz: Es zieht immer noch, das Funkeln und Gleissen. Aber selbst, wenn jetzt grössere Werke anstehen: Ich habe noch welche auf Vorrat, die muss ich erst mal verbauen, bevor ich neue Exemplare kaufe. Die hier waren ohnehin zu teuer, die besten finden sich in Kisten, zerlegt und auf dem Boden.
So ein Sofa, klein und leicht, habe ich lange gesucht, aber ich habe schon ein anderes - allerdings schwer und breit - und dazu die passenden, unkaputtbaren Sessel. Und das bräuchte so viel Arbeit, und die ist so teuer, da hilft auch der günstige Preis nicht mehr. Ausserdem: Kein Platz.
Neben der Mohrenlampe, die jedesmal mit neuen Beispielen vertreten ist, gab es heute auch einen Morentabletthalter. In Südostasien lungert eine Frau aus dem Vorstand der Piraten herum: Wäre der Halter hier nicht reizend für die im Sweatshop gefertigte Chanel-Taschen-Kopie?

Voyerismus gab es auch, gemalt, mit Nackten beim Umziehen, in einem dicken, sehr goldenen Rahmen. Aber gekonnt gemalt, keine Frage. Hirsche können bei der Paarungszeit 5 Meter hohe Hindernisse überspringen, der Mensch pinselt sein Begehr, allerdings von Weitem, und nagelt es an die Wände. Und nennt es Kunst.
Eher etwas für mich - und jenen fernen Tag, da ich doch mal wieder in Berlin sein sollte - wären die Hacklstecka geeignet, mit vielen schönen Wappen aus Orten, die dort keiner je gesehen hat: Garmisch. Pertisau. Naturns. Chiasso. Saalbach. Wilder Kaiser. werden solche Wappen zum Aufnageln heute überhaupt noch gemacht? Ich sehe nur noch pinkfarbene Alustecker auf dem Berg, ganz grässlich, und sich daran klammernde Walker.

Und dann sehe ich die Elsässer. Seit ein paar Monaten sind hier immer vier Händler aus der Region, aus der auch ein Teil meiner Familie stammt, dem Eck zwischen Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Und die haben massiv zur Aufwertung des Marktes beigetragen, denn Frankreich hat es dick. Richtig dick. Immer noch. Sie bringen die Karaffen, für die ich vor 20 Jahren nach Portugal musste, sie bringen Kerzenhalter mit Klauen, sie bringen Chryselephantinen, und was es sonst noch hier kaum gibt.
Bei den Franzosen ist alles anders, bunter, formhaltiger, gewagter, frivoler. Diese mintfarbenen Art-Deco-Sessel etwa, die hätte ich gerne in meiner Villa am Gardasee in jjenem Raum, aus dem man auf den See und die Einfahrt blickt, auf der ein himmelblauer TR2 steht.
Und diesen Adligen aus der Zeit um 1775... ich mein, ich weiss doch, dass sie da sein werden, mit Putti und Empire und ab und an auch Gemälden. Manche sind entsetzlich teuer, aber das hier, das wäre durchaus bezahlbar, viel weniger als das, was andere in einem Jahr verrauchen, für Drogen verschwenden oder in Spielcasinos verprassen. Wie auch die knallrote Dame von 1750 daneben. Beide kosten gleich viel. Man muss sich entscheiden. Was gar nicht so einfach ist.
Oder noch eine Runde gehen und nachdenken, und dann den Vorschlag eines Pakethandels machen. Beide. Sofort. Auf den letzten Drücker. Mit allen Risiken: Spuckt die Karte genug aus, oder ist das schon über dem Tageslimit? Habe ich so etwas überhaupt, oder ist das nur im Ausland? Taucht bis dahin ein Zahnarzt auf, der so einen Herrn für sein Jagdhaus will, oder so eine eher etwas ausgefallene Dame mit dem extravagant roten Mantel über der Kommode, zumal sie auch nicht so unzüchtig ist? Was, wenn er das bietet, das der Händler will? Und was, wenn die beiden Brocken - 90 mal 70, zusammen 1,2 Quadratmeter - gar nicht ins Auto passen?
Offensichtlich jedoch lebe ich sparsam genug, der Automat erschreckt mich nur mit der bankrun-feindlichen Frage, ob ich wirklich alles in 50ern will, denn grössere Scheine hat er nicht. Es war auch kein Zahnarzt da, nur beim Abtransport fragt einer, wo ich sie her habe - blöde Frage, von dort, wo keine mehr sind, natürlich! Und ins Auto passen sie gerade so, dass ich noch lenken kann. Alles bestens.
Nur daheim stelle ich fest, dass ich dafür keinen Platz habe. Aber egal, mein Versprechen, das Geld für den letzten Berlinbeitrag einem guten Zweck zuzuführen, habe ich erfüllt, die Franzosen sind froh, die Völkerverständigung funktioniert, und dem Tegernsee tut ein wenig Rokoko auch nicht schlecht. Und ansonsten habe ich gar nichts gekauft, nur zwei Sachen, das ist wirklich eigentlich so gut wie gar nichts.
In 10 Jahren werden wir alle herzlich lachen, wenn wir den Preis hören, der heute nicht wirklich billigst gewesen ist. Ich werde wohl noch einen Berlinbeitrag schreiben müssen.
donalphons, 01:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 22. Juli 2012
Dreiste Lügen und traurige Wahrheiten
im übrigen kann ich zwei der drei von don alphonso mir zugeschriebenen zitate weder erinnern noch per google verifizieren.
Mir war schon klar, dass der Beitrag über die Angst, Berlin und die 1000 Euro ziehen würde. Mir war auch klar, dass Michael Seemann trotz Postprivaschismus nicht begeistert sein würde, dass ich ihn als Beispiel nenne. Aber es ist schon komisch, wenn dann jemand, der explizit peinliche Bilder von sich ins Netz stellt, behauptet, irgendwie wäre das doch nicht so. Vor allem, weil er in seinem eigenen Blog per Suchmaske suchen und finden kann. Ich trage das mal nach:
Ich habe kein Geld. Ich wohne in einer 30qm-Wohnung, esse jeden Tag Nudeln und bin trotzdem ich dauernd pleite.
(http://mspr0.de/?p=2630)
ich protestiere dagegen schärfstens
(http://mspr0.de/?p=1468)
vom kulturellen Wertegefüge unserer leistungsorientierten und in protestantischer Arbeitsethik ertränkten Gesellschaft
(http://mspr0.de/?p=1122)
Da ist auch nichts aus dem Kontext gerissen. Und der stellt sich hin und erzählt öffentlich was von Kontrollverlust und Filterbubbles und Querylogy? Wie lächerlich ist das? Wie ein Webexperte, der beim Klauen von urheberrechtlich geschütztem Material erwischt wird und sich damit rausredet, ein Häkchen nicht gesetzt und eine Warnung nicht ernst genommen zu haben. Wenn wir über die Substanzlosigkeit solcher Leute reden: Hier bitte. Für Leute auf der Borderline ist Postprivacy nur die logische Grundvoraussetzung. Passt mir eine Realität nicht, erfinde ich halt eine neue.

Es ist kein Geheimnis, dass Seemann, der Michi, jetzt an einer Erwiderung bastelt, vielleicht in seinem eigenen Blog, und wer weiss, vielleicht verschachert er sie ja an die Zeit - dann würde ich ihm hier raten, besser mit dem Lügen aufzuhören, sonst kracht es. Aber g'scheid.
Wobei ich den Zorn, der da zu Tage getreten ist, teilweise nachvollziehen kann: Denn wer lässt sich schon gern als Teil der Argumentation der Gegenseite verwenden, noch dazu, wenn die in einer vorteilhaften Position aus dem Klubsessel heraus über die Zeitung hereinbricht. Ja. Klar. Das kann nerven, wenn demnächst die Nebenkostenrechnung kommt, und zum 1.1. die Mietsteigerung, und die Gentrifizierung voranschreitet und der andere scheinbar lebenslang im Warmen sitzt. Und dann kommen auch solche Umverteilungsphantasien wie 100% Erbschaftssteuer. Und die Abschaffung von Immobilieneigentum. Die Netzneutralität ins reale Leben tragen, alle gleich machen und gleich leben, so wie das dann eben Leute wie der Michi machen: Auf nicht gerade extrem hohen Niveau, aber mit viel Freiheit und ohne viel Ärger mit einer unangenehmen Arbeit. Die Cloud wird schon wissen, wo man Beiträge unterbringen kann. Irgendwie geht das schon weiter. Sie wollen ja alle irgendwie Autor und intellektuell sein. Ich hatte noch so einige Zitate, ich konnte nur drei bringen. Und was soll ich sagen: Der Michi. Der hat gar nicht mal so unrecht.

Denn die 30 Quadratmeter und die Nudeln sind nicht der Worst Case. Es geht immer etwas schlechter. Nehmen wir mal seinen Kumpel von den Postprivaschisten, den Tarzun aus dem Piratenvorstand. Der ist nicht Berlin, sondern in München, und braucht eine neue Unterkunft.
München oder Umgebung (MVV-Innenraum oder S-Bahn/Regionalbahnhofsnähe)
Augsburg/Ingolstadt wäre als Plan B wohl auch OK
WG-Zimmer, Appartement oder ne Wohnung (teilmöbliert ist ein plus)
450 € warm (jaja, München, ich weiß, im Moment sind es 430€ fürs 15qm-Zimmer inkl. Internet und Putzservice)
Nicht in Frage kommt alles, wo jemand Provision will. Punkt.
(http://tarzun.de/archives/465-Sleepless-in-Munich.html#content)
15 Quadratmeter für 430, gut, das ist München, könnte man sagen. Aber den Plan B kenne ich bestens aus der Erfahrung, die der Michi so hasst, und seit ein paar Tagen ist hier bei uns blankes Entsetzen, denn die Münchner bauen draussen an der Autobahn, was für hiesige Verhältnisse wenig erbaulich ist: 28 Quadratmeter kosten dort 155.000. Das sind 5500 Euro pro Fläche, auf der mein Sessel steht. Wer immer das mietet, muss im Jahr mit 7500 Euro kalt rechnen. Man kann sich ausmalen, wie weit man in diesem Plan B mit 450 warm kommt. Und das, obwohl das eigentlich viel Geld ist.

Ich bin davon, obwohl das natürlich auch bei uns durchschlägt, überhaupt nicht begeistert. Nicht wegen Tarzun, mein Mitleid hat Grenzen, aber wegen so vielen anderen: Gerade die Preisspünge bei kleinen Wohnungen drücken deren Bewohner hinunter ins nächste Niveau. Wir kommen wieder dorthin, wo wir einmal waren: Dass in den Lagen, in denen man leben möchte, die Kammer die Normalität wird. Aber für diese Leute gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten, denn bei uns ist zwischen Alpen ujnd Donau alles dicht. Berlin geht in die gleiche Richtung. Und dann steht durch den Druck der Immobilien Verkleinerung an. Das kann man als junger Mensch, der dem Umziehen mit einer Tasche huldigt, vielleicht eine Weile machen. Aber es frisst Chancen in einem Lebensalter, in dem andere gerade den Grundstock für private Umverteilung legen. Mit jeder Einzimmerwohnung, die Eltern jetzt in den Universitätsstädten für den Nachwuchs kaufen, weil die Zinsen so niedrig sind und das Kind einen Grundstock haben soll, wird der Platz enger. Berlin hat keine Studiengebühren und zahlt noch Prämien. Klingt erst mal toll, legt aber das Fundament für die Aufwertung und Vertreibung der Mieter. Nicht so schlimm, wenn das ganze Leben in der Cloud ist. Mit 25 oder 30. Aber es kann sein, dass sich mit 35 oder 40 die Paradigmen des Lebens verändern. Vielleicht will die Freundin nicht mehr neben dem Altkleiderhaufen leben, vielleicht wird man ausgegrenzt, weil alle anderen irgendwann mal einladen können, und man selbst immer ins Cafe muss. Das alles kann eine Weile gut gehen. In Berlin vielleicht sogar sehr lang, je nachdem, wie weit man sich mit dem Provisorium aus dem Zentrum vertreiben lässt.

Es kann also sehr viel schlimmer kommen. 15 oder 10 Quadratmeter. je nachdem, wie übel die Krise ausgeht, und welche Möglichkeiten dann für die Menschen im Provisorium dann noch vorhanden sind. Ich weiss das nicht, ich sehe nur die Berichte aus Spanien. Und dass die Leute, die von dort aus bei uns ankommen, extrem motiviert und leistungsbereit sind. Und ich sehe auch, dass sich in meinem persönlichen Umfeld die Wünsche verschieben: Drei oder vier Zimmer, Küche, grosses Bad, Abstellraum, 80 Quadratmeter, das ist normal. All die grossen Flächen werden bei den Reicheren gerne genommen. Oder sie haben sie schon länger. Haben rechtzeitig zugegriffen, weil sie 1 und 1 zusammenzählen und verstanden haben, dass dieser Euro nicht mehr viele Chancen hat. Was in diesen Bereich gegangen ist, kommt so schnell nicht mehr auf den Markt: Im dicht bebauten Umkreis meiner Wohnung in München etwa gibt es exakt eine vergleichbare Wohnung zum Verkauf, für einen atemberaubenden Preis, aber nur am lauten Altstadtring. Sonst nichts. Da ist einfach kein Platz, keine Chance für die lockeren Hipster dieser Welt. Und es wird sie dort auch keiner vermissen. Gentrifizierung heisst auch: Leute mit Bierflaschen in der Hand sind unerwünscht, Kreativität nur bitte mit Vermögen. Das Selbstbild dieser Leute, dass sie für die Atmo wichtig wären, und das Viertel heiter und jung machen - das täuscht.
Das eine ist die Debatte um BGE, um das freie Tempelhofer Feld, um das Guggenheim Lab und die Mediaspree. Das andere arbeitet sich eben dort ab, wo es weniger Widerstände gibt. Mauerpark, Kottbusser Tor (warum eigentlich? Scheusslicher geht es doch kaum), alter Westen, Mehringdamm. Die reale Entwicklung zieht den BGE-Wünschen den Boden unter den Füssen weg, bis sich die Mehrheit sagt: Es ist wirklich billiger, denen ein paar Kröten hinzuwerfen, damit sie in ihren Rückzugsgebieten tun, was sie wollen, statt das System zu behindern. Das ist die Gefahr, die ich im BGE sehe: Dass es eine Art soziale Abwrackprämie sein wird, um Störer dorthin abzuschieben, wo man damit noch leben kann. Wie das dann mit Bildung, Versorgung, Medizin und Notfällen ist: Egal. Sie haben ja das BGE. Das muss sonst keinen kümmern, der Rest hat eine bedingungslose Abkoppelung dieser Leute, aus der es kaum einen Weg zurück geben wird. 1000 Euro mag für jemanden, der nur Nudeln oder Döner isst, eine Menge Geld sein. Aber vielleicht ist es auch eine lockere Art, die Probleme zu beseitigen. Kein Reicher geht heute freiwillig ins Bargeld, die wollen alle in die krisensicheren Werte, sie wissen schon warum. Andere wollen 1000, eventuell bald wertlose Euro, und dann alles selbst zahlen? Vielleiecht ist das ja doch ein Deal. Mal durchrechnen, und mit der Wertsteigerung von Vierteln und Quartieren aufrechnen, aus denen sie bald weichen müssen.

Ich lese immer nur den Jammer, wenn die Nebenlosten kommen. Was sonst passiert, merken sie nur, wenn sie die Wohnung wechseln müssen: Wenn plötzlich wieder alles teurer wurde, weil sich der Markt drastisch verändert hat. Leute wie der Michi und der Tarzun müssten sich eigentlich jeden Tag mit dem Immobilienmarkt auseinandersetzen, mit den zurückgehenden Privatkrediten, die drohen, die auszuschliessen, mit der Frage der Konzentrationsprozesse und der Akkumulation, die gerade passiert, ohne dass man etwas dafür tun muss. Ich habe etwas, ich könnte mich jetzt kräftig hebeln und in Berlin einen halben Piratenvorstand ausnehmen, bis er quiekt, einfach so, weil die Krise für mich arbeitet, und ich auf vielen Quadratmetern sitze. Da hilft dann auch keine Vermögenssteuer und keine Utopie der Umverteilung. Die Entscheidungsschlacht dieser Krise, wie jeder Währungskrise, wird allein um die Realwerte geschlagen, nicht um die Lappen des BGE, die so irrelevant wie Reichs- und Rentenmark sein werden. Und das wird darüber entscheiden, wo sie bleiben, und welche Optionen sie in einem neuen, altbekannten Umfeld noch haben. Vielleicht haben sie dann 15% als Piratenpartei der Verlierer. Dann gnade ihnen Gott.
Die Halsabschneider, die 155.000 für 28 Quadratmeter wollen und die grosse Koalition beherrschen, werden es sicher nicht tun.
Mir war schon klar, dass der Beitrag über die Angst, Berlin und die 1000 Euro ziehen würde. Mir war auch klar, dass Michael Seemann trotz Postprivaschismus nicht begeistert sein würde, dass ich ihn als Beispiel nenne. Aber es ist schon komisch, wenn dann jemand, der explizit peinliche Bilder von sich ins Netz stellt, behauptet, irgendwie wäre das doch nicht so. Vor allem, weil er in seinem eigenen Blog per Suchmaske suchen und finden kann. Ich trage das mal nach:
Ich habe kein Geld. Ich wohne in einer 30qm-Wohnung, esse jeden Tag Nudeln und bin trotzdem ich dauernd pleite.
(http://mspr0.de/?p=2630)
ich protestiere dagegen schärfstens
(http://mspr0.de/?p=1468)
vom kulturellen Wertegefüge unserer leistungsorientierten und in protestantischer Arbeitsethik ertränkten Gesellschaft
(http://mspr0.de/?p=1122)
Da ist auch nichts aus dem Kontext gerissen. Und der stellt sich hin und erzählt öffentlich was von Kontrollverlust und Filterbubbles und Querylogy? Wie lächerlich ist das? Wie ein Webexperte, der beim Klauen von urheberrechtlich geschütztem Material erwischt wird und sich damit rausredet, ein Häkchen nicht gesetzt und eine Warnung nicht ernst genommen zu haben. Wenn wir über die Substanzlosigkeit solcher Leute reden: Hier bitte. Für Leute auf der Borderline ist Postprivacy nur die logische Grundvoraussetzung. Passt mir eine Realität nicht, erfinde ich halt eine neue.

Es ist kein Geheimnis, dass Seemann, der Michi, jetzt an einer Erwiderung bastelt, vielleicht in seinem eigenen Blog, und wer weiss, vielleicht verschachert er sie ja an die Zeit - dann würde ich ihm hier raten, besser mit dem Lügen aufzuhören, sonst kracht es. Aber g'scheid.
Wobei ich den Zorn, der da zu Tage getreten ist, teilweise nachvollziehen kann: Denn wer lässt sich schon gern als Teil der Argumentation der Gegenseite verwenden, noch dazu, wenn die in einer vorteilhaften Position aus dem Klubsessel heraus über die Zeitung hereinbricht. Ja. Klar. Das kann nerven, wenn demnächst die Nebenkostenrechnung kommt, und zum 1.1. die Mietsteigerung, und die Gentrifizierung voranschreitet und der andere scheinbar lebenslang im Warmen sitzt. Und dann kommen auch solche Umverteilungsphantasien wie 100% Erbschaftssteuer. Und die Abschaffung von Immobilieneigentum. Die Netzneutralität ins reale Leben tragen, alle gleich machen und gleich leben, so wie das dann eben Leute wie der Michi machen: Auf nicht gerade extrem hohen Niveau, aber mit viel Freiheit und ohne viel Ärger mit einer unangenehmen Arbeit. Die Cloud wird schon wissen, wo man Beiträge unterbringen kann. Irgendwie geht das schon weiter. Sie wollen ja alle irgendwie Autor und intellektuell sein. Ich hatte noch so einige Zitate, ich konnte nur drei bringen. Und was soll ich sagen: Der Michi. Der hat gar nicht mal so unrecht.

Denn die 30 Quadratmeter und die Nudeln sind nicht der Worst Case. Es geht immer etwas schlechter. Nehmen wir mal seinen Kumpel von den Postprivaschisten, den Tarzun aus dem Piratenvorstand. Der ist nicht Berlin, sondern in München, und braucht eine neue Unterkunft.
München oder Umgebung (MVV-Innenraum oder S-Bahn/Regionalbahnhofsnähe)
Augsburg/Ingolstadt wäre als Plan B wohl auch OK
WG-Zimmer, Appartement oder ne Wohnung (teilmöbliert ist ein plus)
450 € warm (jaja, München, ich weiß, im Moment sind es 430€ fürs 15qm-Zimmer inkl. Internet und Putzservice)
Nicht in Frage kommt alles, wo jemand Provision will. Punkt.
(http://tarzun.de/archives/465-Sleepless-in-Munich.html#content)
15 Quadratmeter für 430, gut, das ist München, könnte man sagen. Aber den Plan B kenne ich bestens aus der Erfahrung, die der Michi so hasst, und seit ein paar Tagen ist hier bei uns blankes Entsetzen, denn die Münchner bauen draussen an der Autobahn, was für hiesige Verhältnisse wenig erbaulich ist: 28 Quadratmeter kosten dort 155.000. Das sind 5500 Euro pro Fläche, auf der mein Sessel steht. Wer immer das mietet, muss im Jahr mit 7500 Euro kalt rechnen. Man kann sich ausmalen, wie weit man in diesem Plan B mit 450 warm kommt. Und das, obwohl das eigentlich viel Geld ist.

Ich bin davon, obwohl das natürlich auch bei uns durchschlägt, überhaupt nicht begeistert. Nicht wegen Tarzun, mein Mitleid hat Grenzen, aber wegen so vielen anderen: Gerade die Preisspünge bei kleinen Wohnungen drücken deren Bewohner hinunter ins nächste Niveau. Wir kommen wieder dorthin, wo wir einmal waren: Dass in den Lagen, in denen man leben möchte, die Kammer die Normalität wird. Aber für diese Leute gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten, denn bei uns ist zwischen Alpen ujnd Donau alles dicht. Berlin geht in die gleiche Richtung. Und dann steht durch den Druck der Immobilien Verkleinerung an. Das kann man als junger Mensch, der dem Umziehen mit einer Tasche huldigt, vielleicht eine Weile machen. Aber es frisst Chancen in einem Lebensalter, in dem andere gerade den Grundstock für private Umverteilung legen. Mit jeder Einzimmerwohnung, die Eltern jetzt in den Universitätsstädten für den Nachwuchs kaufen, weil die Zinsen so niedrig sind und das Kind einen Grundstock haben soll, wird der Platz enger. Berlin hat keine Studiengebühren und zahlt noch Prämien. Klingt erst mal toll, legt aber das Fundament für die Aufwertung und Vertreibung der Mieter. Nicht so schlimm, wenn das ganze Leben in der Cloud ist. Mit 25 oder 30. Aber es kann sein, dass sich mit 35 oder 40 die Paradigmen des Lebens verändern. Vielleicht will die Freundin nicht mehr neben dem Altkleiderhaufen leben, vielleicht wird man ausgegrenzt, weil alle anderen irgendwann mal einladen können, und man selbst immer ins Cafe muss. Das alles kann eine Weile gut gehen. In Berlin vielleicht sogar sehr lang, je nachdem, wie weit man sich mit dem Provisorium aus dem Zentrum vertreiben lässt.

Es kann also sehr viel schlimmer kommen. 15 oder 10 Quadratmeter. je nachdem, wie übel die Krise ausgeht, und welche Möglichkeiten dann für die Menschen im Provisorium dann noch vorhanden sind. Ich weiss das nicht, ich sehe nur die Berichte aus Spanien. Und dass die Leute, die von dort aus bei uns ankommen, extrem motiviert und leistungsbereit sind. Und ich sehe auch, dass sich in meinem persönlichen Umfeld die Wünsche verschieben: Drei oder vier Zimmer, Küche, grosses Bad, Abstellraum, 80 Quadratmeter, das ist normal. All die grossen Flächen werden bei den Reicheren gerne genommen. Oder sie haben sie schon länger. Haben rechtzeitig zugegriffen, weil sie 1 und 1 zusammenzählen und verstanden haben, dass dieser Euro nicht mehr viele Chancen hat. Was in diesen Bereich gegangen ist, kommt so schnell nicht mehr auf den Markt: Im dicht bebauten Umkreis meiner Wohnung in München etwa gibt es exakt eine vergleichbare Wohnung zum Verkauf, für einen atemberaubenden Preis, aber nur am lauten Altstadtring. Sonst nichts. Da ist einfach kein Platz, keine Chance für die lockeren Hipster dieser Welt. Und es wird sie dort auch keiner vermissen. Gentrifizierung heisst auch: Leute mit Bierflaschen in der Hand sind unerwünscht, Kreativität nur bitte mit Vermögen. Das Selbstbild dieser Leute, dass sie für die Atmo wichtig wären, und das Viertel heiter und jung machen - das täuscht.
Das eine ist die Debatte um BGE, um das freie Tempelhofer Feld, um das Guggenheim Lab und die Mediaspree. Das andere arbeitet sich eben dort ab, wo es weniger Widerstände gibt. Mauerpark, Kottbusser Tor (warum eigentlich? Scheusslicher geht es doch kaum), alter Westen, Mehringdamm. Die reale Entwicklung zieht den BGE-Wünschen den Boden unter den Füssen weg, bis sich die Mehrheit sagt: Es ist wirklich billiger, denen ein paar Kröten hinzuwerfen, damit sie in ihren Rückzugsgebieten tun, was sie wollen, statt das System zu behindern. Das ist die Gefahr, die ich im BGE sehe: Dass es eine Art soziale Abwrackprämie sein wird, um Störer dorthin abzuschieben, wo man damit noch leben kann. Wie das dann mit Bildung, Versorgung, Medizin und Notfällen ist: Egal. Sie haben ja das BGE. Das muss sonst keinen kümmern, der Rest hat eine bedingungslose Abkoppelung dieser Leute, aus der es kaum einen Weg zurück geben wird. 1000 Euro mag für jemanden, der nur Nudeln oder Döner isst, eine Menge Geld sein. Aber vielleicht ist es auch eine lockere Art, die Probleme zu beseitigen. Kein Reicher geht heute freiwillig ins Bargeld, die wollen alle in die krisensicheren Werte, sie wissen schon warum. Andere wollen 1000, eventuell bald wertlose Euro, und dann alles selbst zahlen? Vielleiecht ist das ja doch ein Deal. Mal durchrechnen, und mit der Wertsteigerung von Vierteln und Quartieren aufrechnen, aus denen sie bald weichen müssen.

Ich lese immer nur den Jammer, wenn die Nebenlosten kommen. Was sonst passiert, merken sie nur, wenn sie die Wohnung wechseln müssen: Wenn plötzlich wieder alles teurer wurde, weil sich der Markt drastisch verändert hat. Leute wie der Michi und der Tarzun müssten sich eigentlich jeden Tag mit dem Immobilienmarkt auseinandersetzen, mit den zurückgehenden Privatkrediten, die drohen, die auszuschliessen, mit der Frage der Konzentrationsprozesse und der Akkumulation, die gerade passiert, ohne dass man etwas dafür tun muss. Ich habe etwas, ich könnte mich jetzt kräftig hebeln und in Berlin einen halben Piratenvorstand ausnehmen, bis er quiekt, einfach so, weil die Krise für mich arbeitet, und ich auf vielen Quadratmetern sitze. Da hilft dann auch keine Vermögenssteuer und keine Utopie der Umverteilung. Die Entscheidungsschlacht dieser Krise, wie jeder Währungskrise, wird allein um die Realwerte geschlagen, nicht um die Lappen des BGE, die so irrelevant wie Reichs- und Rentenmark sein werden. Und das wird darüber entscheiden, wo sie bleiben, und welche Optionen sie in einem neuen, altbekannten Umfeld noch haben. Vielleicht haben sie dann 15% als Piratenpartei der Verlierer. Dann gnade ihnen Gott.
Die Halsabschneider, die 155.000 für 28 Quadratmeter wollen und die grosse Koalition beherrschen, werden es sicher nicht tun.
donalphons, 00:19h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 21. Juli 2012
So mögen sie fallen
Die Kristalle im Schlafzimmer splittern nicht bei spitzen Tönen, aber sie lösen sich leicht und liegen am nächsten Morgen auf dem Teppich.

Das kann auch ganz banale Anlässe haben, ohne tiefere Bedeutung. Manchmal passiert das schon, wenn man die Schranktür vehement öffnet.

Aber wie es nun mal so ist: Nichts kann ewig liegen bleiben. Die Steine müssen wieder an den Leuchter, und die Menschen ihren Tätigkeiten nachgehen.

Jedenfalls, mein Beitrag über die Angst, die gerade so gar nichts mit dem Anlass für die Verzögerung zu tun hat, wurde später als gewöhnlich fertig. In der FAZ.

Das kann auch ganz banale Anlässe haben, ohne tiefere Bedeutung. Manchmal passiert das schon, wenn man die Schranktür vehement öffnet.

Aber wie es nun mal so ist: Nichts kann ewig liegen bleiben. Die Steine müssen wieder an den Leuchter, und die Menschen ihren Tätigkeiten nachgehen.

Jedenfalls, mein Beitrag über die Angst, die gerade so gar nichts mit dem Anlass für die Verzögerung zu tun hat, wurde später als gewöhnlich fertig. In der FAZ.
donalphons, 01:08h
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Eine spanische Bankenrettung
aber zwei unterschiedliche Gesetze.
Das hier ist Deutschland. Wo nicht klar ist, ob das Geld nicht auch für den Kauf von Staatsanleihen benutzt werden kann. Und wo auch nicht klar ist, was passiert, wenn die Banken nicht zurückzahlen können - es könnte dann nämlich sein, dass der spanische Staat, der garantiert, die deutschen Kredite nachrangig behandelt. Oder wenn er pleite geht: Dann bekommen erst mal die normalen Staatsschuldenbesitzer etwas, wie etwa Banken. Und sollte dann noch etwas da sein, die Deutschen. Aber das ist noch nicht klar. Muss man sich mal vorstellen, da wird ein gesetz beschlossen, in dem steht, man wisse nicht, was da sein wird.
Und das ist der Vertrag, den die Finnen abgesegnet haben. Deren Zuschüsse sind mit einer bombensicheren Durchgriffshaftung versehen, und erlauben es, die Sache bei Änderungen in der Konstruktion nachzuverhandeln.
Lustigerweise bietet der Vertrag der Finnen jene Sicherheit, von dem das deutsche Regime behauptet, sie wäre bei seinem erheblich anders gestalteten Vertrag gegeben. Eine Rettungsaktion, gemeinsam unternommen, aber unterschiedliche Folgen.
Kann es sein, dass unser Regime eine verlogene, verkommene Marionette der Banken ist?
Das hier ist Deutschland. Wo nicht klar ist, ob das Geld nicht auch für den Kauf von Staatsanleihen benutzt werden kann. Und wo auch nicht klar ist, was passiert, wenn die Banken nicht zurückzahlen können - es könnte dann nämlich sein, dass der spanische Staat, der garantiert, die deutschen Kredite nachrangig behandelt. Oder wenn er pleite geht: Dann bekommen erst mal die normalen Staatsschuldenbesitzer etwas, wie etwa Banken. Und sollte dann noch etwas da sein, die Deutschen. Aber das ist noch nicht klar. Muss man sich mal vorstellen, da wird ein gesetz beschlossen, in dem steht, man wisse nicht, was da sein wird.
Und das ist der Vertrag, den die Finnen abgesegnet haben. Deren Zuschüsse sind mit einer bombensicheren Durchgriffshaftung versehen, und erlauben es, die Sache bei Änderungen in der Konstruktion nachzuverhandeln.
Lustigerweise bietet der Vertrag der Finnen jene Sicherheit, von dem das deutsche Regime behauptet, sie wäre bei seinem erheblich anders gestalteten Vertrag gegeben. Eine Rettungsaktion, gemeinsam unternommen, aber unterschiedliche Folgen.
Kann es sein, dass unser Regime eine verlogene, verkommene Marionette der Banken ist?
donalphons, 15:38h
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