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Mittwoch, 21. November 2012
Wir werden wie Gold sein
Es ist nicht so, dass der Berg wirklich rufen würde. Aber er wartet, und in der Nacht stellt er die Frage, wo ich gewesen bin, all die Tage des Sommers und des frühen Herbstes.



Ich habe darauf eine Antwort und eine Erklärung, die mir selbst auch bessser gefallen könnte, aber es ist, wie es ist, und dem Berg reicht es aus. Jetzt bin ich da, im Tal, über dem See hängt der Nebel, aber bei mir ist alles Licht und der Wunsch, von diesem Jahr mitzunehmen, was noch da ist. Und es ist Sommer in den Bergen. Der Berg meint, er hätte oben ein Geschenk für mich. Wer kann da Nein sagen.



In den Aufstieg würde genau eine Aufführung der Missa Cellensis von Haydn passen, aber um mich ist alles nur das abgehackte, wechselvolle Gloria, und ich frage mich ob Haydn seine Inspiration nicht beim Atmen und Rasten der Sänger nahm, die sich bei den Aufführungen auch auf den Berg schleppen mussten, auf dem die Kirche Mariazell steht. Ich bin da einmal, auch in dieser Jahreszeit im Licht hinauf: Man ist golddurchwirkt, denn die Sonne der Steiermark glüht schon fast italienisch, und man atmet heftig zwischen all den Rampen. Wenn ich allein bin, habe ich das immer im Ohr, immer nur das Gloria.



Und auch heute ist es so, wo immer die Sonne etwas erfasst, Laub, Holz, Rad, Stoffe oder Steine, alles leuchtet, als wäre es Gold in den verschiedensten Legierungen. Das liegt an der Tageszeit; wenn ich um 14.30 Uhr losfahre, ist es fast schon ein Wettlauf gegen die Sonne und den Nebel, wenn ich zum Sonnenuntergang oben sein will.



Weiter oben will der Berg dann nicht mehr beradelt werden; im Steilstück muss man ihn besteigen, 20 Minuten durch den Wald, und hin und wieder funkelt die Sonne durch die Stämme. Dieser Berg war der erste, den ich hier bezwungen habe, und wenn ich alt bin wird es vielleicht der letzte sein, den ich noch schaffe. Aber es ist alles dabei, was einen Berg ausmacht, und ich mag ihn. Er gefällt mir. An ihm habe ich mich entwickelt, vom Hochkeucher zum Abendspaziergänger, dem die Phantasie Haydn vorspielt.



Das war doch gut, meint der Berg leicht spöttisch, als ich über seine Flanke hochsteige, in einer guten Zeit und ohne mich gleich ruiniert zu haben. Das ist sehr gut, sage ich, setze mich hin und schaue. Ich sehe die Berge und das Eis, das sich dort festkrallt, ich sehe den Nebel im Tal und darüber, wie eine Insel, den Hohen Peissenberg. ich sehe die Kirchen und den Sendemasten. Mit blossem Auge. Aus 60 Kilometer Entfernung. So klar ist es heute über dem Dunst.


Alles andere ist drunter, aber alles hier oben ist Gold.
In der Nacht schaue ich zum Berg, und er meint, ich hätte das Geschenk vergessen.
Die Erkenntnis nämlich, dass heute der 21. November ist, und dass von den kommenden 12 Monaten nur zwei Monate kürzere Tage haben werden. Recht viel schlechter und weniger golden als heute kann es eigntlich kaum werden, sagt der Berg, und wir lachen.



Ich habe darauf eine Antwort und eine Erklärung, die mir selbst auch bessser gefallen könnte, aber es ist, wie es ist, und dem Berg reicht es aus. Jetzt bin ich da, im Tal, über dem See hängt der Nebel, aber bei mir ist alles Licht und der Wunsch, von diesem Jahr mitzunehmen, was noch da ist. Und es ist Sommer in den Bergen. Der Berg meint, er hätte oben ein Geschenk für mich. Wer kann da Nein sagen.



In den Aufstieg würde genau eine Aufführung der Missa Cellensis von Haydn passen, aber um mich ist alles nur das abgehackte, wechselvolle Gloria, und ich frage mich ob Haydn seine Inspiration nicht beim Atmen und Rasten der Sänger nahm, die sich bei den Aufführungen auch auf den Berg schleppen mussten, auf dem die Kirche Mariazell steht. Ich bin da einmal, auch in dieser Jahreszeit im Licht hinauf: Man ist golddurchwirkt, denn die Sonne der Steiermark glüht schon fast italienisch, und man atmet heftig zwischen all den Rampen. Wenn ich allein bin, habe ich das immer im Ohr, immer nur das Gloria.



Und auch heute ist es so, wo immer die Sonne etwas erfasst, Laub, Holz, Rad, Stoffe oder Steine, alles leuchtet, als wäre es Gold in den verschiedensten Legierungen. Das liegt an der Tageszeit; wenn ich um 14.30 Uhr losfahre, ist es fast schon ein Wettlauf gegen die Sonne und den Nebel, wenn ich zum Sonnenuntergang oben sein will.



Weiter oben will der Berg dann nicht mehr beradelt werden; im Steilstück muss man ihn besteigen, 20 Minuten durch den Wald, und hin und wieder funkelt die Sonne durch die Stämme. Dieser Berg war der erste, den ich hier bezwungen habe, und wenn ich alt bin wird es vielleicht der letzte sein, den ich noch schaffe. Aber es ist alles dabei, was einen Berg ausmacht, und ich mag ihn. Er gefällt mir. An ihm habe ich mich entwickelt, vom Hochkeucher zum Abendspaziergänger, dem die Phantasie Haydn vorspielt.



Das war doch gut, meint der Berg leicht spöttisch, als ich über seine Flanke hochsteige, in einer guten Zeit und ohne mich gleich ruiniert zu haben. Das ist sehr gut, sage ich, setze mich hin und schaue. Ich sehe die Berge und das Eis, das sich dort festkrallt, ich sehe den Nebel im Tal und darüber, wie eine Insel, den Hohen Peissenberg. ich sehe die Kirchen und den Sendemasten. Mit blossem Auge. Aus 60 Kilometer Entfernung. So klar ist es heute über dem Dunst.


Alles andere ist drunter, aber alles hier oben ist Gold.
In der Nacht schaue ich zum Berg, und er meint, ich hätte das Geschenk vergessen.
Die Erkenntnis nämlich, dass heute der 21. November ist, und dass von den kommenden 12 Monaten nur zwei Monate kürzere Tage haben werden. Recht viel schlechter und weniger golden als heute kann es eigntlich kaum werden, sagt der Berg, und wir lachen.
donalphons, 22:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 20. November 2012
Gute Nachrichten!
Bestes Radelwetter!

Wenig Touristen am See!

Und für die 82.000.000 Deutschen, die nicht als Touristen hier sind, habe ich auch noch eine gute Meldung: Nur eine einzige Wolke am Himmel!

OK, diese eine Wolke ist ein wenig grösser, von der Maas bis an die Memel, nicht von der Etsch an, aber doch von der Mangfall bis an den Belt (Wo ist das eigentlich?), aber immer daran denken: Die Oberkante liegt bei nur 770 Meter. Darüber ist Hochsommer!

Ich dachte mir, dass Euch das gefällt.

Wenig Touristen am See!

Und für die 82.000.000 Deutschen, die nicht als Touristen hier sind, habe ich auch noch eine gute Meldung: Nur eine einzige Wolke am Himmel!

OK, diese eine Wolke ist ein wenig grösser, von der Maas bis an die Memel, nicht von der Etsch an, aber doch von der Mangfall bis an den Belt (Wo ist das eigentlich?), aber immer daran denken: Die Oberkante liegt bei nur 770 Meter. Darüber ist Hochsommer!

Ich dachte mir, dass Euch das gefällt.
donalphons, 20:25h
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Eigenes Hundefutter essen
Man sollte sich bitte den Kommentar der FTD vorstellen, wenn irgendwo in der weiten Welt der Wirtschaft eine Firma geschlossen wird, die in ihrer ganzen Existenz nur Verluste eingefahren hat, viel zu teures und grossmäuliges Personal beschäftigte, in ihrem Produkt Propaganda für totalitäre Ideologien machte, sinnlose Marketingkampagnen fuhr, und insgesamt über 250 Millionen verbrannt hat, die andere erwirtschaften mussten.
So wie dieser Beitrag wäre, so ist mein Empfunden bei der Einstllung der FTD. Dass sie zusätzlich nicht in der Lage waren, das extrem erfolgreiche Alphaville der Mutter nach Deutschland zu bringen, nagelt den Sarg zu.
Ansonsten habe ich auch noch etwas Allgemeines zu Print zu in der FAZ sagen, weil ich hier auch gerade merke, wie die Älteren dem Papier abhanden kommen.
So wie dieser Beitrag wäre, so ist mein Empfunden bei der Einstllung der FTD. Dass sie zusätzlich nicht in der Lage waren, das extrem erfolgreiche Alphaville der Mutter nach Deutschland zu bringen, nagelt den Sarg zu.
Ansonsten habe ich auch noch etwas Allgemeines zu Print zu in der FAZ sagen, weil ich hier auch gerade merke, wie die Älteren dem Papier abhanden kommen.
donalphons, 18:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 19. November 2012
Zwänge und dumme Ideen
Eigentlich war es mir bewússt, wie es kommen würde: Viel zu lang würde ich am See bleiben und den ein oder anderen Tag dranhängen. Und dann wird es eben Sonntag, und am Abend kommen gewisse Einfälle: Ich habe doch einen Beruf. Ich muss etwas tun. Daheim denken sie sicher nicht an die Mülltonnen. Und morgen kommt auch der Papiermüll. Keiner ist erreichbar. Und obendrein müsste ich auch noch die Hausabrechnung für 2011 machen. Das geht recht flott, vieles muss einfach nur in einer Tabelle übernommen werden, und durch Mieterwechsel sind es diesmal ohnehin nur vier Rechnungen. Aber auch das macht sich nicht v0n alleine. Und ausserdem, sage ich mir: Das strahlend schöne Wetter am See ist erst mal definitiv vorbei. Es ist schön, aber auch leicht bewölkt. Ja, man wird hier schnell verwöhnt. Und gerade deshalb hat es das Pflichtbewusstsein leicht.



Nun bin ich ein höflicher Mensch und habe während der letzten Tage niemanden angerufen und gefragt, wie es denn daheim aussieht. Und dann damit geprahlt, wie prall ich in der Sonne liege. Und dabei brennt es einem natürlich auch das Stammhirn heraus, und man vergisst, aus was für einer tristen Nebelsuppe man eigentlich stammt: Aus einerm Becken an der Donau. Früher waren hier hunderte Quadratkilometer Sumpf. Donaumoos. So trist, wie es klingt. Der Mensch hat viel getan, um das zu ändern, das Land ist trocken, aber die Luft kennt weiterhin keine Gnade. Höflich gesagt ist daheim das perfekte Wetter, um die Hausabrechnung zu machen.



Und ich mache sie schnell, so schnell wie möglich und unter Tegernseer Zuckerdrogeneinfluss, stelle den Müll vor die Tür und dann mache ich, dass ich wieder zurück an den See komme. Zurück an den See gefahren, das ist eigentlich alles, wozu dieser Tag gut war. Ich hätte Hausmeister einer Villa am Lago di Como werden sollen, aber das kann man sich nicht aussuchen. Nur die Abreise an den novembersommerlichen See, das geht.



Nun bin ich ein höflicher Mensch und habe während der letzten Tage niemanden angerufen und gefragt, wie es denn daheim aussieht. Und dann damit geprahlt, wie prall ich in der Sonne liege. Und dabei brennt es einem natürlich auch das Stammhirn heraus, und man vergisst, aus was für einer tristen Nebelsuppe man eigentlich stammt: Aus einerm Becken an der Donau. Früher waren hier hunderte Quadratkilometer Sumpf. Donaumoos. So trist, wie es klingt. Der Mensch hat viel getan, um das zu ändern, das Land ist trocken, aber die Luft kennt weiterhin keine Gnade. Höflich gesagt ist daheim das perfekte Wetter, um die Hausabrechnung zu machen.



Und ich mache sie schnell, so schnell wie möglich und unter Tegernseer Zuckerdrogeneinfluss, stelle den Müll vor die Tür und dann mache ich, dass ich wieder zurück an den See komme. Zurück an den See gefahren, das ist eigentlich alles, wozu dieser Tag gut war. Ich hätte Hausmeister einer Villa am Lago di Como werden sollen, aber das kann man sich nicht aussuchen. Nur die Abreise an den novembersommerlichen See, das geht.
donalphons, 13:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 19. November 2012
Sonntagsfreuden
Manchmal kommen hier Gruppen wie aus einem französischen Film über das sonntägliche Leben auf dem Land vorbei. Manchmal kann sich das Wetter nicht ganz entscheiden, aber es ist immer noch warm genug, um den ganzen Tag draussen zu sein. Und manchmal tut man mehr für seine Steckenpferde, als man eigentlich für das normale Sozialleben machen sollte.



Aber aus unerfindlichen Gründen bin ich im Moment der Meinung, dass mich das anormale Sozialleben vollkommen ausfüllt, und so tue ich etwas, das beruhigt und meine Nerven schont: Ich mache aus einem Resterad doch wieder einen Hochleistungsraser, weil ich einerseits neue Laufräder bekam, und andererseits mit der grossen Kurbel in den Bergen grosse Niederlagen einfuhr. So war es eigentlich nicht gedacht, aber es ist ohnehin absehbar, dass ich nächstes Jahr recht oft hier sein werde. Dann brauche ich das, ganz im Gegensatz zum Gefühl, oben am Schliersee tot vom Radel zu fallen.



Immerhin rüste ich nicht alleine auf. Natürlich ist es auch so, dass man das Pfund weniger auch anderweitig einsparen könnte, zum Beispiel mit einer Bergtour, aber oben ist es dann doch zu kalt. Also bleibe ich lieber unten und rolle über die entzückenden Strassen hinter Ostin und Öd und dann wieder zurück nach Gasse, ohne auch nur ein einziges Auto zu sehen.



Easton Tempest II heissen diese Laufräder, und wie ein Sturm fege ich durch das raschelnde Laub, immer mit dem weiten Blick über den See und die Berge. Es ist ein wenig schade, dass es keinen asphaltierten Höhenweg bis nach Tegernsee gibt; unten ist es zwar auch nicht schlecht, aber oben ist es erheblich länger hell. Ja, Seeblick und Ufernähe, das klingt gut, das wollen alle. Aber das heisst leider auch: Momentan wird es schon um halb drei in Rottach schattig. Und noch vor vier Uhr wird es am See langsam finster. Man muss erst mal hier wohnen, um alle Nachteile der Lagen zu erkennen.



Ich kann mit Wasser ohnehin nicht so viel anfangen, und unten am Ufer ist auch zu viel los. Ich bin hier auf halber Höhe, nicht mehr am Strand aber auch noch nicht im Gebirge, genau richtig für mein Empfinden. Vielleicht hält das Wetter noch etwas, dann kann ich auch noch weiter fahren. Vielleicht bis nach Glashütte und dann die Sonnbergalm besteigen. Oder noch einmal hoch auf den Hirschberg. Auch dieses Jahr war der November bislang eine Sensation, es könnte von mir aus so bleiben.



Ja, sicher, irgendwann ist es dann vorbei, und ich habe noch immer keine Idee, wie ich den Rodel am Radel befestige, um das Parkplatzelend an der Neureuth zu umgehen. Irgendwas mit kleinen Rollen vielleicht. Das geht hier, denn es ist Land und Dorf und nach ein paar tagen unendlich weit von der Stadt entfernt.



Aber aus unerfindlichen Gründen bin ich im Moment der Meinung, dass mich das anormale Sozialleben vollkommen ausfüllt, und so tue ich etwas, das beruhigt und meine Nerven schont: Ich mache aus einem Resterad doch wieder einen Hochleistungsraser, weil ich einerseits neue Laufräder bekam, und andererseits mit der grossen Kurbel in den Bergen grosse Niederlagen einfuhr. So war es eigentlich nicht gedacht, aber es ist ohnehin absehbar, dass ich nächstes Jahr recht oft hier sein werde. Dann brauche ich das, ganz im Gegensatz zum Gefühl, oben am Schliersee tot vom Radel zu fallen.



Immerhin rüste ich nicht alleine auf. Natürlich ist es auch so, dass man das Pfund weniger auch anderweitig einsparen könnte, zum Beispiel mit einer Bergtour, aber oben ist es dann doch zu kalt. Also bleibe ich lieber unten und rolle über die entzückenden Strassen hinter Ostin und Öd und dann wieder zurück nach Gasse, ohne auch nur ein einziges Auto zu sehen.



Easton Tempest II heissen diese Laufräder, und wie ein Sturm fege ich durch das raschelnde Laub, immer mit dem weiten Blick über den See und die Berge. Es ist ein wenig schade, dass es keinen asphaltierten Höhenweg bis nach Tegernsee gibt; unten ist es zwar auch nicht schlecht, aber oben ist es erheblich länger hell. Ja, Seeblick und Ufernähe, das klingt gut, das wollen alle. Aber das heisst leider auch: Momentan wird es schon um halb drei in Rottach schattig. Und noch vor vier Uhr wird es am See langsam finster. Man muss erst mal hier wohnen, um alle Nachteile der Lagen zu erkennen.



Ich kann mit Wasser ohnehin nicht so viel anfangen, und unten am Ufer ist auch zu viel los. Ich bin hier auf halber Höhe, nicht mehr am Strand aber auch noch nicht im Gebirge, genau richtig für mein Empfinden. Vielleicht hält das Wetter noch etwas, dann kann ich auch noch weiter fahren. Vielleicht bis nach Glashütte und dann die Sonnbergalm besteigen. Oder noch einmal hoch auf den Hirschberg. Auch dieses Jahr war der November bislang eine Sensation, es könnte von mir aus so bleiben.



Ja, sicher, irgendwann ist es dann vorbei, und ich habe noch immer keine Idee, wie ich den Rodel am Radel befestige, um das Parkplatzelend an der Neureuth zu umgehen. Irgendwas mit kleinen Rollen vielleicht. Das geht hier, denn es ist Land und Dorf und nach ein paar tagen unendlich weit von der Stadt entfernt.
donalphons, 00:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 18. November 2012
Für Nackte bezahlen
Bordell, Bundeswehr, Kunstsammlung. Heiratsaussichten, wie reimt sich das zusammen, wie reimt sich das zusammen?
So, wie in der FAZ.
So, wie in der FAZ.
donalphons, 00:42h
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Flexibel
Man darf das nicht als Absage begreifen, dieses sich entziehen, wenn andere drohen, an einem zu zerren. Die Bereitwilligkeit, in die Ferne zu gehen, wenn das Bekannte untergepflügt wird, ist auch kein besonderer Verdienst: Man kann es sich ja leisten. Die einen meinen, das andere zu haben, aber sie irren sich: Am Samstag und wenn es alle tun, ist edas Leben am See nicht das gleiche, denn dann sind nur jene hier die hier sein müssen, um etwas mitzunehmen. Da fehlt all die Leichtigkeit, die mir gefällt.






Das ist wie mit einem Blog: Man kann es natürlich ersetzen und andere Autoren ranlassen, aber es wird nicht das gleiche sein. So ist das auch mit dem See, die Münchner kommen, ich ziehe weiter nach Innsbruck, denn ich habe ja genug Vorsprung, und ausserdem weiss ich dort auch, wo ich die Zeit verbringe, ohne dauernd gestört zu werden. Von mir aus muss man das ganz langsam machen, es eilt nicht, und es kommt einem auch keiner nach. Und wenn die anderen dann von Kälte, Dunkelheit und in Ermangelung eines warmen Ortes gegangen sind, komme ich wieder. Ich habe genug Zeit. Ich kann ausweichen.






Das sieht füt manche unberechenbar und vielleicht sogar etwas verschlagen und böse aus, diese Bereitschaft, das eine aufzugeben, um das andere, die Ruhe, das Vergnügen zu behalten. Man würde doch so gerne mit mir wie mit allen anderen verfahren. So kommt das ein wenig gemein rüber. Ist es vielleicht auch. Ich mache mir darüber selten Gedanken, ich mache das, wie ich mir den Kuchen erwähle. Immer nach meiner Lust und Laune und nie nach der von anderen.






Das ist wie mit einem Blog: Man kann es natürlich ersetzen und andere Autoren ranlassen, aber es wird nicht das gleiche sein. So ist das auch mit dem See, die Münchner kommen, ich ziehe weiter nach Innsbruck, denn ich habe ja genug Vorsprung, und ausserdem weiss ich dort auch, wo ich die Zeit verbringe, ohne dauernd gestört zu werden. Von mir aus muss man das ganz langsam machen, es eilt nicht, und es kommt einem auch keiner nach. Und wenn die anderen dann von Kälte, Dunkelheit und in Ermangelung eines warmen Ortes gegangen sind, komme ich wieder. Ich habe genug Zeit. Ich kann ausweichen.






Das sieht füt manche unberechenbar und vielleicht sogar etwas verschlagen und böse aus, diese Bereitschaft, das eine aufzugeben, um das andere, die Ruhe, das Vergnügen zu behalten. Man würde doch so gerne mit mir wie mit allen anderen verfahren. So kommt das ein wenig gemein rüber. Ist es vielleicht auch. Ich mache mir darüber selten Gedanken, ich mache das, wie ich mir den Kuchen erwähle. Immer nach meiner Lust und Laune und nie nach der von anderen.
donalphons, 00:36h
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Man muss nicht aus Bayern kommen, um Berlin nicht zu mögen
Diese respektlose und rückgratlose Anbiederung an eine über- und verkommene Moralvorstellung ist widerlich und ekelerregend. Geh weg.
sagt möglicherweise, wenn es kein Fake ist,Klaus Peukert, Mitglied der Spackeria und Beisitzer im Vorstand der Piraten, weil jemand darauf hinweist, dass man im nächsten Jahr 5% der Stimmen der Wahlberechtigten haben will und an die Leute denken sollte, die normal ticken.
Hintergrund - und ich denke, man sollte den ganzen Beitrag und die Debatte lesen - ist die Einigung der NRW-Fraktion, ein wenig auf die Tweets zu achten, die aus dem Plenarsaal so kommen. Darauf folgte ein Überfall unter Stefan Urbach und anderen Berliner Piraten. Nennt mich spiessig, aber auch ich würde es bevorzugen, wenn ich Informationen mehr zu Politik denn zu Liebesleben bekomme. Nicht dass es mich besonders stört, aber wenn ich jemandem meine Stimme gebe, habe ich nun mal andere Wünsche, als wenn ich Interesse an der Privatperson hege.
sagt möglicherweise, wenn es kein Fake ist,Klaus Peukert, Mitglied der Spackeria und Beisitzer im Vorstand der Piraten, weil jemand darauf hinweist, dass man im nächsten Jahr 5% der Stimmen der Wahlberechtigten haben will und an die Leute denken sollte, die normal ticken.
Hintergrund - und ich denke, man sollte den ganzen Beitrag und die Debatte lesen - ist die Einigung der NRW-Fraktion, ein wenig auf die Tweets zu achten, die aus dem Plenarsaal so kommen. Darauf folgte ein Überfall unter Stefan Urbach und anderen Berliner Piraten. Nennt mich spiessig, aber auch ich würde es bevorzugen, wenn ich Informationen mehr zu Politik denn zu Liebesleben bekomme. Nicht dass es mich besonders stört, aber wenn ich jemandem meine Stimme gebe, habe ich nun mal andere Wünsche, als wenn ich Interesse an der Privatperson hege.
donalphons, 10:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 17. November 2012
Es geht gar nicht so sehr um mich
Ich war schliesslich dort. Es geht um meine Erinnerung, damit ich weiss, wie schön auch dieser November geworden ist, zumindest in den Bergen. An der DDonau, so hörte ich, ist es trostlos. Und weil es am See gar nicht mal so teuer ist - München und Frankfurt wären ohne See- und Bergblick erheblich kostenintensiver - ist das auch nicht unbedingt exklusiv. Das macht erst das geschenkte Licht.



Vor langer Zeit, als es mir gerade aus anderen Gründen nicht allzu gut gegangen ist, war ich am Starnberger See bei einem Ärztepaar zu Besuch. Der Anlass war auch für das Paar nicht eben erfreulich, man hatte eine falsche Entscheidung getroffen und nun mehr Probleme, als man sich das bei diesem Produkt je hätte vorstellen können (Wenn jemand sagt: Kaufen, kassieren und wir kümmern uns um die ganze Anlage und Abrechnung, bitte nie glauben). Sie müssen, sagte die Dame des Hauses, bei so etwas immer den See anschauen. Oder wenigstens an den See denken. Sie machte das immer so, wenn sie in der Arbeit etwas Schlimmes sah: An den See denken. So eine grosse, gerade Wasserfläche wirkt auf Menschen.



Menschen am See verhalten sich nach meiner Erfahrung ganz anders, als in Städten oder in Büros. Vieles fällt von mir einfach ab ich kann mich auch gar nicht mehr auf Probleme konzentrieren, meine Laune wird nicht zwingend besser, aber sehr viel gelassener. So ein See ist das Easy Listening der Landschaften, die beste optische Fahrstuhlmusik, die man sich denken kann, und deshalb sollte man auch oft Seen anschauen.



Es dauert Jahre, bis das Wasser aus den Bergen, von der Weissach kommend, den See über die Mangfall wieder verlässt. Der See, eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit, ist beständig und bleibt bis zur nächsten Klimakatastrophe, wenn er wieder zu Eis wird und alles, was wir hier gebaut haben, beiseite schiebt. Alle Städte der Welt wären, in Trümmer gelegt und aufeinander gestapelt, nicht mal so gross wie der Hirschberg.



Das gibt einem ein wenig ein Gefühl für die tatsächlichen Relationen. Und die Kraft, es mit den Kleinigkeiten aufzunehmen. Und deshalb ist das hier. Ich denke, man sollte viel öfters die Seen betrachten. Das kann einem keiner nehmen. Die Erinnerung macht uns überlegen. Am Ende entspringt den Seen ein Fluss.
Wir alle wissen, was da vorbeitreibt.



Vor langer Zeit, als es mir gerade aus anderen Gründen nicht allzu gut gegangen ist, war ich am Starnberger See bei einem Ärztepaar zu Besuch. Der Anlass war auch für das Paar nicht eben erfreulich, man hatte eine falsche Entscheidung getroffen und nun mehr Probleme, als man sich das bei diesem Produkt je hätte vorstellen können (Wenn jemand sagt: Kaufen, kassieren und wir kümmern uns um die ganze Anlage und Abrechnung, bitte nie glauben). Sie müssen, sagte die Dame des Hauses, bei so etwas immer den See anschauen. Oder wenigstens an den See denken. Sie machte das immer so, wenn sie in der Arbeit etwas Schlimmes sah: An den See denken. So eine grosse, gerade Wasserfläche wirkt auf Menschen.



Menschen am See verhalten sich nach meiner Erfahrung ganz anders, als in Städten oder in Büros. Vieles fällt von mir einfach ab ich kann mich auch gar nicht mehr auf Probleme konzentrieren, meine Laune wird nicht zwingend besser, aber sehr viel gelassener. So ein See ist das Easy Listening der Landschaften, die beste optische Fahrstuhlmusik, die man sich denken kann, und deshalb sollte man auch oft Seen anschauen.



Es dauert Jahre, bis das Wasser aus den Bergen, von der Weissach kommend, den See über die Mangfall wieder verlässt. Der See, eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit, ist beständig und bleibt bis zur nächsten Klimakatastrophe, wenn er wieder zu Eis wird und alles, was wir hier gebaut haben, beiseite schiebt. Alle Städte der Welt wären, in Trümmer gelegt und aufeinander gestapelt, nicht mal so gross wie der Hirschberg.



Das gibt einem ein wenig ein Gefühl für die tatsächlichen Relationen. Und die Kraft, es mit den Kleinigkeiten aufzunehmen. Und deshalb ist das hier. Ich denke, man sollte viel öfters die Seen betrachten. Das kann einem keiner nehmen. Die Erinnerung macht uns überlegen. Am Ende entspringt den Seen ein Fluss.
Wir alle wissen, was da vorbeitreibt.
donalphons, 00:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 15. November 2012
Generalstreik
in Italien, in Spanien, in Portugel und Belgien, die Leute haben es satt. Und auch am Tegernsee hat so ziemlich alles und jeder jede Arbeit niedergelegt.



Beinahe hätte ich Grad, Blätter und Wurzeln essen müssen, und mit einem Schluck Seewasser nachspülen. Zum Glück gibt es dann doch noch einen italienischen Streikbrecher. Wobei die das hier schonend nicht Streik nennen, sondern nur Betriebsurlaub und normale Vermögende an einem normalen Werktag.



Im Ernst, wenn man eine Weile am Tegernsee ist und sich vorstellt, wie die Jugend gerade unter dem Nebel schuftet, um die Rente und Rendite zu bezahlen, für jene, die hier sitzen - da könnten einem schon Umsturzgedanken kommen. Aber, das ist das Gute, es sieht ja keiner. So ist das. Das Alter ist im Licht, und die Schönheit eingesperrt unter Neonröhren.



Am See werden ausgenommene Fische geräuchert, was ein sehr hübsches Symbolbild für diese Welt ist - danach kommen dann die Kunden vom Leeberg, für morgen, denn am Freitag isst man Fisch. Ich verstehe schon, warum die in Greichenland streiken. Jeder verweigert sich auf seine Weise, nur die Ausgenommenen, die an der Stange des Berufslebens stecken, können das nicht mehr.



Aber mei. Die Sonne geht für die einen unter, die anderen fahren weiter hoch und bestellen noch einen Apfelstrudel mit vainillesosse und streicheln die Katze. Cafe Bergschwalbe, das sollten Sie sich merken, falls Sie mal etwas Güstiges mit grandiosem Seeblick am See suchen. Man kann ja nicht immer nur streiken.



Beinahe hätte ich Grad, Blätter und Wurzeln essen müssen, und mit einem Schluck Seewasser nachspülen. Zum Glück gibt es dann doch noch einen italienischen Streikbrecher. Wobei die das hier schonend nicht Streik nennen, sondern nur Betriebsurlaub und normale Vermögende an einem normalen Werktag.



Im Ernst, wenn man eine Weile am Tegernsee ist und sich vorstellt, wie die Jugend gerade unter dem Nebel schuftet, um die Rente und Rendite zu bezahlen, für jene, die hier sitzen - da könnten einem schon Umsturzgedanken kommen. Aber, das ist das Gute, es sieht ja keiner. So ist das. Das Alter ist im Licht, und die Schönheit eingesperrt unter Neonröhren.



Am See werden ausgenommene Fische geräuchert, was ein sehr hübsches Symbolbild für diese Welt ist - danach kommen dann die Kunden vom Leeberg, für morgen, denn am Freitag isst man Fisch. Ich verstehe schon, warum die in Greichenland streiken. Jeder verweigert sich auf seine Weise, nur die Ausgenommenen, die an der Stange des Berufslebens stecken, können das nicht mehr.



Aber mei. Die Sonne geht für die einen unter, die anderen fahren weiter hoch und bestellen noch einen Apfelstrudel mit vainillesosse und streicheln die Katze. Cafe Bergschwalbe, das sollten Sie sich merken, falls Sie mal etwas Güstiges mit grandiosem Seeblick am See suchen. Man kann ja nicht immer nur streiken.
donalphons, 11:28h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 15. November 2012
Bedingungsloser Grundbesitz
Ich halte bekanntlich überhaupt nichts von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. In der Theorie soll es helfen, Arbeit sinnvoll zu gestalten und Angst zu bekämpfen, in der Praxis wird der Arbeitende eher der Blöde sein.
Wovon ich aber sehr viel halte, ist der bedingungslose Grundbesitz. Ich glaube, die Welt wäre eine bessere, wenn a) jeder Anlass hätte, sich um seinen Besitz zu kümmern und b) was Arbeit angeht nicht bei jedem Streit vor der Frage steht, wie er die Miete weiter bezahlen soll. Die Angst, obdachlos zu werden, treibt viele Menschen um, und sie macht sie zu Stützen von Systemen, die eigentlich Kritik, Unruhe und Störung dringend bräuchten. Für das System mag es im ersten Moment gut sein, weil es gern stabil bleibt, aber langfristig sind die Rahmenbedingungen sehr instabil - da sollte man sich besser anpassen.
Die Frage, um die meine Gedanken weiter kreisen, neben ganz nah liegenden Dingen wie Vertrauen, Leistungsgerechtigkeit und Daseinsfortgang, lautet in etwa: Wie gestaltet man das Leben so, dass es genug Grund für eine gerechte Arbeit gibt, aber wenig Möglichkeiten, das System auszunutzen. Ein BGE, zusammen mit unvermeidlicher Schwarzarbeit, wäre nicht gut. Aber ein Eigenbesitz, der einen nicht voll und ganz und auf immr ausliefert: Der hat schon was. Das ist, zumindest bei mir, die Basis für meine Lebensoptionen. Vieles zu können, aber nicht alles zu müssen. Grenzen zu ziehen. Eventuell einen gewissen Preis zahlen, aber dennoch das meiste behalten zu können. Früher war an der Stelle die Arbeitslosen- und eventuell auch die Rentenversicherung, heute ist da wenig, wenn man es sich nicht selbst beschafft. Aber dieses Wissen - Ihr kriegt mich nicht aus meinen xx0-Quadratmetern, und ich muss auch keinen Vermieter bei Laune halten - das ist gut. Und vielleicht auch ein Grund für den aktuellen Drang zum Beton.
Bei denen, die es sich leisten können. Bei wenig überraschend vielen Internetzlern sieht das anders aus, die neigen eher dazu, alles zu reduzieren. Eine Bibliothek im Mobilgerät, die Plattensammlung in der Cloud, die Daten auf der Festplatte und die Briefe im Internet: Das Um- und Ausziehen verliert viel von seinem Schrecken, wenn man alles in einem Koffer mitnehmen kann. Mit Instantnudeln braucht man keinen Herd und keinen Topf, die Möbel least man von Ikea - auch das reduziert Ängste. Man duckt sich weg. Man macht sich leicht. Man erklärt den Ballast zum Feind, und wenn man heute an Stelle A scheitert, geht man einfach weiter zu Stelle B. Ausfechten, das lohnt sich im Gegensatz zum Mitnehmen nicht. Manche sind illoyal durch Angst und Schweigen, andere durch Gleichgültigkeit und Wechsel.
Im Ergenis entsteht dabei so ein Scheinmut der immer neuen Herausforderungen. So kann man aber kein Land betreiben, keine Firma und keine Zeitung. Wenn die einen nur Angst haben und nichts sagen, und die anderen nichts sagen und morgen wonanders sind, fehlt der innere Zusammenhalt. Es gibt schon gute Gründe, warum die besonders gut kaufende Automarke mit der angeblich so hohen Qualität aus einer Region stammt, in der viele ein Haus wollen. Intern werden Vorschlagssysteme gepflegt, mit Bitte um Anregung und Kritik. Ich glaube nicht, dass man ein Auto bauen kann, wie Medien gemeinhin so gemacht werden. Aber ich glaunbe sehr wohl, dass man durchaus in den Medien so arbeiten und entwickeln könnte, wie man das bei Autos zusammen mit Leuten macht, die wissen, was sie tun, und loyal sind, weil man loyal zu ihnen ist. Die bauen dann ein Haus. Vielleicht sogar ohne jeden Hintergedanken, wenn die Firma gut ist.
Wovon ich aber sehr viel halte, ist der bedingungslose Grundbesitz. Ich glaube, die Welt wäre eine bessere, wenn a) jeder Anlass hätte, sich um seinen Besitz zu kümmern und b) was Arbeit angeht nicht bei jedem Streit vor der Frage steht, wie er die Miete weiter bezahlen soll. Die Angst, obdachlos zu werden, treibt viele Menschen um, und sie macht sie zu Stützen von Systemen, die eigentlich Kritik, Unruhe und Störung dringend bräuchten. Für das System mag es im ersten Moment gut sein, weil es gern stabil bleibt, aber langfristig sind die Rahmenbedingungen sehr instabil - da sollte man sich besser anpassen.
Die Frage, um die meine Gedanken weiter kreisen, neben ganz nah liegenden Dingen wie Vertrauen, Leistungsgerechtigkeit und Daseinsfortgang, lautet in etwa: Wie gestaltet man das Leben so, dass es genug Grund für eine gerechte Arbeit gibt, aber wenig Möglichkeiten, das System auszunutzen. Ein BGE, zusammen mit unvermeidlicher Schwarzarbeit, wäre nicht gut. Aber ein Eigenbesitz, der einen nicht voll und ganz und auf immr ausliefert: Der hat schon was. Das ist, zumindest bei mir, die Basis für meine Lebensoptionen. Vieles zu können, aber nicht alles zu müssen. Grenzen zu ziehen. Eventuell einen gewissen Preis zahlen, aber dennoch das meiste behalten zu können. Früher war an der Stelle die Arbeitslosen- und eventuell auch die Rentenversicherung, heute ist da wenig, wenn man es sich nicht selbst beschafft. Aber dieses Wissen - Ihr kriegt mich nicht aus meinen xx0-Quadratmetern, und ich muss auch keinen Vermieter bei Laune halten - das ist gut. Und vielleicht auch ein Grund für den aktuellen Drang zum Beton.
Bei denen, die es sich leisten können. Bei wenig überraschend vielen Internetzlern sieht das anders aus, die neigen eher dazu, alles zu reduzieren. Eine Bibliothek im Mobilgerät, die Plattensammlung in der Cloud, die Daten auf der Festplatte und die Briefe im Internet: Das Um- und Ausziehen verliert viel von seinem Schrecken, wenn man alles in einem Koffer mitnehmen kann. Mit Instantnudeln braucht man keinen Herd und keinen Topf, die Möbel least man von Ikea - auch das reduziert Ängste. Man duckt sich weg. Man macht sich leicht. Man erklärt den Ballast zum Feind, und wenn man heute an Stelle A scheitert, geht man einfach weiter zu Stelle B. Ausfechten, das lohnt sich im Gegensatz zum Mitnehmen nicht. Manche sind illoyal durch Angst und Schweigen, andere durch Gleichgültigkeit und Wechsel.
Im Ergenis entsteht dabei so ein Scheinmut der immer neuen Herausforderungen. So kann man aber kein Land betreiben, keine Firma und keine Zeitung. Wenn die einen nur Angst haben und nichts sagen, und die anderen nichts sagen und morgen wonanders sind, fehlt der innere Zusammenhalt. Es gibt schon gute Gründe, warum die besonders gut kaufende Automarke mit der angeblich so hohen Qualität aus einer Region stammt, in der viele ein Haus wollen. Intern werden Vorschlagssysteme gepflegt, mit Bitte um Anregung und Kritik. Ich glaube nicht, dass man ein Auto bauen kann, wie Medien gemeinhin so gemacht werden. Aber ich glaunbe sehr wohl, dass man durchaus in den Medien so arbeiten und entwickeln könnte, wie man das bei Autos zusammen mit Leuten macht, die wissen, was sie tun, und loyal sind, weil man loyal zu ihnen ist. Die bauen dann ein Haus. Vielleicht sogar ohne jeden Hintergedanken, wenn die Firma gut ist.
donalphons, 00:47h
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10 Gründe: Die Schramm soll abschicken!
Fefe hat es den Piraten gesagt.
Malte Welding hat es den Piraten gesagt.
Melanie Mühl hat einen langen und grossen Beitrag geschrieben und es den Piraten gesagt.
Und ich habe es auch oft gesagt:
Ihr solltet Julia Schramm kein Parteiamt geben.
Nun ja, sie haben es doch getan, um eine andere Frau zu verhindern, und weil die Berliner Kamarilla es so wollte, und weil es spät war und Julia Schramm auch genug Penetranz hatte, sich wieder und wieder zu bewerben, bis sie eben Beisitzerin wurde, und man dann auch so etwas wie einen Erfolg für den Kegelklub vermelden konnte. Dann kamen ein paar kleine Fails, die angesichts von Johannes Ponader gar nicht aufgefallen sind, ein riesiger Fail mit ihrem Buch auf mehreren Ebenen, die Beschimpfung der eigenen Parteimitglieder als Mob, und dann war keine Rede mehr davon, dass sie genug Geld habe und den Willen, den Job ein Jahr lang zu machen, sondern nur noch von Pause und dann von Rücktritt vom Amt. Kurz, es kam alles ganz anders, und den eigentlichen Schadensanrichter Ponader hatten wir Mahner erst gar nicht auf dem Schirm.
Und jetzt auch noch das:
mein austritssschreiben liegt im Draftordner
Das war die Frau, die vor einem halben Jahr ernsthaft die Vorsitzende der Piratenpartei werden wollte, und einige haben sogar dafür gestimmt. Dabei wusste man doch, wie schnell Frau Schramm mal dies und mal jenes sagt, gestern Urheberrecht bäh und morgen Vorschuss, früher Jungliberale und dann doch Kommunistin, erst Spackeria und dann Datenschutz - und nach dem Amt eben der bislang nur angedrohte Austritt.
Um die Sache zu beschleunigen, hier 10 gute Gründe, Nägel mit Köpfen und Themen zu machen:
1. Wer heute geht, muss sich morgen keine Vorwürfe mehr anhören, die Partei ruiniert zu haben.
2. Ganz im Gegenteil, man kann unbelastet den anderen die Schuld für kommende Wahlergebnisse geben.
3. Da ist immer noch das Risiko, dass man für Spenden angequatscht wird, und das kann teuer werden.
4. Je schneller man beim einen nichts werdenden Fleischtopf hinwirft, kann man sich anderen Fleischtöpfen zuwenden.
5. Irgendeine Talkshow (Berlin Tag und Nacht, taff, Dschungelcamp) wird einen dann sicher einladen, um mal so richtig den Piraten was mitzugeben.
6. Vielleicht hat Bertelsmann ja auch noch Interesse an einem Skandalbuch aus der Vorstandsarbeit a la "Der Untergang".
7. Die Piraten wissen doch gar nicht, was so eine Chaneltasche ist, egal ob echt oder nur so echt wie ein Post edit von Julia Schramm.
8. Es erspart scheussliche Reisen nach Bochum und Neumarkt in der Oberpfalz, wo fiese Bayern wohnen.
9. Endlich wieder ungestört mit Heideggersubbasiswissen lange Texte schreiben und erklären, warum all die Sexisten die Quote brauchen.
10. Endlich Zeit für ein queerfeministisches Projekt mit Nadine Lantzsch zu Abwehr von Mohrenlampen.
Es ist nur ein Knopfdruck. Und dann ist alles gut. Die Piratenpartei wird es als Splittergruppierung, die sie geworden ist, überleben. Spätere Generationen werden sagen: Äh, Piraten, war das nicht diese subversive, aber erfolglose Werbeaktion für so ein Klickbuch, die von diesem Poander eingefädelt wurde?
Malte Welding hat es den Piraten gesagt.
Melanie Mühl hat einen langen und grossen Beitrag geschrieben und es den Piraten gesagt.
Und ich habe es auch oft gesagt:
Ihr solltet Julia Schramm kein Parteiamt geben.
Nun ja, sie haben es doch getan, um eine andere Frau zu verhindern, und weil die Berliner Kamarilla es so wollte, und weil es spät war und Julia Schramm auch genug Penetranz hatte, sich wieder und wieder zu bewerben, bis sie eben Beisitzerin wurde, und man dann auch so etwas wie einen Erfolg für den Kegelklub vermelden konnte. Dann kamen ein paar kleine Fails, die angesichts von Johannes Ponader gar nicht aufgefallen sind, ein riesiger Fail mit ihrem Buch auf mehreren Ebenen, die Beschimpfung der eigenen Parteimitglieder als Mob, und dann war keine Rede mehr davon, dass sie genug Geld habe und den Willen, den Job ein Jahr lang zu machen, sondern nur noch von Pause und dann von Rücktritt vom Amt. Kurz, es kam alles ganz anders, und den eigentlichen Schadensanrichter Ponader hatten wir Mahner erst gar nicht auf dem Schirm.
Und jetzt auch noch das:
mein austritssschreiben liegt im Draftordner
Das war die Frau, die vor einem halben Jahr ernsthaft die Vorsitzende der Piratenpartei werden wollte, und einige haben sogar dafür gestimmt. Dabei wusste man doch, wie schnell Frau Schramm mal dies und mal jenes sagt, gestern Urheberrecht bäh und morgen Vorschuss, früher Jungliberale und dann doch Kommunistin, erst Spackeria und dann Datenschutz - und nach dem Amt eben der bislang nur angedrohte Austritt.
Um die Sache zu beschleunigen, hier 10 gute Gründe, Nägel mit Köpfen und Themen zu machen:
1. Wer heute geht, muss sich morgen keine Vorwürfe mehr anhören, die Partei ruiniert zu haben.
2. Ganz im Gegenteil, man kann unbelastet den anderen die Schuld für kommende Wahlergebnisse geben.
3. Da ist immer noch das Risiko, dass man für Spenden angequatscht wird, und das kann teuer werden.
4. Je schneller man beim einen nichts werdenden Fleischtopf hinwirft, kann man sich anderen Fleischtöpfen zuwenden.
5. Irgendeine Talkshow (Berlin Tag und Nacht, taff, Dschungelcamp) wird einen dann sicher einladen, um mal so richtig den Piraten was mitzugeben.
6. Vielleicht hat Bertelsmann ja auch noch Interesse an einem Skandalbuch aus der Vorstandsarbeit a la "Der Untergang".
7. Die Piraten wissen doch gar nicht, was so eine Chaneltasche ist, egal ob echt oder nur so echt wie ein Post edit von Julia Schramm.
8. Es erspart scheussliche Reisen nach Bochum und Neumarkt in der Oberpfalz, wo fiese Bayern wohnen.
9. Endlich wieder ungestört mit Heideggersubbasiswissen lange Texte schreiben und erklären, warum all die Sexisten die Quote brauchen.
10. Endlich Zeit für ein queerfeministisches Projekt mit Nadine Lantzsch zu Abwehr von Mohrenlampen.
Es ist nur ein Knopfdruck. Und dann ist alles gut. Die Piratenpartei wird es als Splittergruppierung, die sie geworden ist, überleben. Spätere Generationen werden sagen: Äh, Piraten, war das nicht diese subversive, aber erfolglose Werbeaktion für so ein Klickbuch, die von diesem Poander eingefädelt wurde?
donalphons, 19:40h
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