Nur weil Du paranoid bist

heisst es noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind: So ähnlich muss man sich wohl die entsetzten Reaktionen nach dem Pro-Westlichen-Heimatabend und diesem Posting hier vorstellen.Ich mein, wenn ich schon die Hosen von meinen eigenen Freunden heruntergelassen bekomme, dann versuche ich doch, mich mit einem kleinen Rest Würde davonzuschleichen und nicht auch noch die Panik und den Verfolgungswahn meiner eigenen Leute ins Netz zu pusten. Jedenfalls widerspricht auch das hier vollkommen jeder Regel des konspirativen Treffens:

"I just got an email asking all of us not to post pictures of the pro-Western evening because some people might have to face unpleasant consequences if it was known they were there. This makes me so angry. Have we fallen that deep in Germany that people who say they like the U.S. and Israel and who believe that capitalism is not such a bad thing after all, that they are afraid to say so? In a democracy? Please tell me this is just a bad dream." - von anti-anti-americanism.

Ach je. Alles bestens, kein Grund zur Panik. Wir wollen hier doch nur spielen. Wir leben in einer Demokratie, von einem Austausch der Meinungen und Pluralität. Jeder darf hier fast alles. Nur das Veröffentlichen von Bildern anderer Leute ist rechtlich ein ziemlich grosses Problem, wenn sie dann plötzlich mit seltsamen Gestalten zu sehen sind. Selbst Schuld! Unter Verschwörungstheoretikern wird dergleichen nun mal gerne anderen zur Last gelegt. Immer sind die anderen Schuld. Merkt Euch einfach:

Willst Du mit Statler und Waldorf konspirieren
sollst Du besser nicht photographieren.
Soll es Dir nicht Kopf und Kragen kosten
darfst Du nicht andrer Leute Bilder posten.
Der Krienen Leute invitierst Du besser nicht
sonst verbindet man damit Dein Gesicht.
Linke auch nicht auf die Chuzpe-Blogger
denn die Juden treten Dich vom Hocker.
Auch des Don Alphonso Truppe mach nicht an,
sonst bist Du baldigst selber peinlich dran.
Ach, die Blogosphäre ist gemein und rauh
niemand tröstet Dich ob Schmerz und Au.
Am besten gehst Du hin woanders spielen.
Dann braucht der Don nicht mit spitzen Worten auf Dich zielen.

Dienstag, 30. August 2005, 00:57, von donalphons | |comment

 
... und unsre Reime sind auch nicht von schlechten Eltern!

(Die Ärzte -- Ein Lied für dich)

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Köstlich, Broders Kommentar: "Die Frage, warum jeder Psycho, der ein privates Problem mit mir hat, gleich an Aust schreibt, statt es erstmal beim lieben Gott zu versuchen, werde ich bei anderer Gelegenheit behandeln." Es wäre auch ein Kompromiss möglich, nämlich der Papst. Da wir Papst sind, würde ja jeder beliebige Mitbürger ausreichen. Ich wäre zum Beispiel, solange ich mit "Eure Heiligkeit" angeredet würde, bereit, Tanja Krienens Beschwerde anzunehmen, sofern sie zu Bußübungen bereit ist. Ich denke da an größere Spenden an Organisationen wie "Wildwasser" und "Zartbitter".

Als Jude ist Broder dann eh aus dem Schneider, da ihm wumpe sein kann, was der Papst über ihn denkt.

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*schinnggg-schinnggg-schinnggg*
So tönt's derweil im fernen Spanien. Frau Krienen wetzt die Messer und führt hektische Telefonate mit ihrem Anwalt. Hagalil-Leser wissen auch, dass sie vor nächtlichen Terroranrufen nicht zurückschreckt. Armer Herr Broder.

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Für Härtefälle gibt es immer noch den Mossad. "Frau Krienen, ich bin der Shlomo, und das ist der Moshe. Wir haben hier eine einstweilige Erschießung gegen Sie."

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Ach, der Mossad, der ist doch längst auch nicht mehr das, was er mal war.

Meine These ist ja eine andere: Miersch und Broder gehen da hin, um den Laden zu rocken, finden auch viele Verehrer, die mit ihnen aufs Bild wollen, merken aber schnell, dass die geistig unter dem Fussabstreifer daherkommen. Und teilweise auch Stoff für eine Story über konspirative Rechtsextremistentreffen hergeben würden. Andererseits auch alle ihr privates Süppchen kochen.

Dann gehen am nächsten Tag auch noch die kompromittierenden Photos raus, und zusammen mit dem Krienen-Gesandten ist das der perfekte Moment, um sich vom Rest zu distanzieren und Forderungen aufzumachen. Und der Rest wird im moment von panischen Streitereien und Angstattacken geschüttelt, weil die Frankfurter Rundschau ihnen wohl auf den Fersen ist. Kurz, die Achse des Guten hat mit Frau Krienen den Schleudersitz betätigt.

Und der Broder wird schon mit der fertig, keine Sorge.

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Heimatabend fordert erstes Opfer
Frau Krienen ist bei Statler&Waldorf von der Blogroll geflogen. Warum nur denke ich schon den ganzen Morgen an die Bartholomäus-Nacht?

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Oooops, ich hab gestern zufällig die Seite aufgelassen und den rechner nicht zugemacht - da schau ich gleich mal nach, ob ich noch die alte Version habe...

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Hm, täusche ich mich, oder war Statler&Waldorf nicht bis vor kurzem auch bei Thomas Knuewer in der Blogroll? (Ja, ich kann mich täuschen; aber so viele Blogs lese ich eigentlich nicht.)

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Also ich würde ja leute, die sowas wie auf dem Bild linken, nicht verlinken....



Was für ein reizendes Bilddokument....

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... das ist eine deartig krause Suppe - einmal die url besucht, schon muss man 3 Tage lang den Browser cache schrubben um den ganzen Dreck wieder von der Platte zu bekommen.

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Naja, den Puppen in ihrem Loch scheint es ja zu gefallen...

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Nein, hier geht es nicht um Gefallen oder Nichtgefallen sondern um die gezielte Anwendung von Loetlampe und Kneifzange ...

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Ich vermute mal, dass das die Runde macht, und dann muss jeder selbst wissen, welche Seiten er verlinkt und aufsucht. Es ist broder zu Gute zu halten, dass er das ohne Rücksicht auf die anderen Knilche publik gemacht hat.

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Übrigens
Da haben sie, glaub ich, was übersehen:

http://www.stefan-herre.de/blogger_muc.jpg

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In der Tat eine seltsame Reaktion
Ich bin - das habe ich auch schon bei chuzpe zum Ausdruck gebracht - durchaus nicht so sehr davon überzeugt, dass es sich bei allen, die ihr da attackiert, wirklich um Rechtsextreme handelt. Die Bezeichnung "Faschisten" geht sicher an dem vorbei, was dieses Bloggertreffen wollte; auch Neocons sind diese Leute eigentlich nicht, weil ihnen die sozialen Aspekte der Neocon-Ideologie fehlen. Nationalliberal würde ich einige von ihnen nennen, und einige wenige - darunter die Herren Krafzik und Herre - durchaus auch als rechtsextrem. Einige der Teilnehmer aber sind einfach nur "normale" Wirtschaftsliberale, die sich vielfach vielleicht ehrlicher eine bessere Beziehung zu den USA wünschen, als ihr das glaubt. Da ich mich selbst sozialliberal nennen würde, sind mir zumindest deren Thesen nicht so unsympathisch, wenn auch zu wenig sozial abgefedert.

Als dann diese Aktion hier begann, fand ich sie zunächst einmal nur lächerlich. Ein kleines Blogger-Treffen wird da gleich zur gefährlichen Verschwörung, die bekämpft werden muss - andererseits aber nur aus "Deppen auf Hartz IV" besteht. Das passt nicht ganz zusammen, finde ich nach wie vor. Ich denke, dass dieses Bloggertreffen weder die Verschwörung noch der Idiotentag war, sondern eben nur das: Ein Bloggertreffen, bei dem manche eben Spinner sind, andere gefährliche Extremisten, wieder andere ordentliche, liberale Leute, denen manch einer dort vielleicht sogar unheimlich war.

Aber einige der Dinge, die jetzt geschehen, machen mich doch sehr nachdenklich. Durch Henryk Broders Postings bei der "Achse des Guten" erfuhr ich, dass auch Campo de Criptana bei dem Treffen vertreten war. Diese Zeitung habe ich schon vor Monaten aus meiner Linkliste geschmissen, nachdem ich sie mir mal genauer angesehen habe. Manchmal verlinkt man Sachen ja auch vorschnell, aber wenn ich tatsächlich einen Beitrag finde, der die Demokratie und den Liberalismus als Widersprüche bezeichnet... ist mir nicht allzu wohl dabei. Dass Tanja Krienen sich auch noch für Pädophilie einsetzt, wusste ich damals noch nicht einmal - Campo de Criptana hätte allein schon vom politischen Inhalt her auffallen müssen. Das Gleiche gilt auch für PI und Gegenstimme, die beide durch lärmende Rhetorik, Homophobie und scharfe islamfeindliche Attacken auffallen.

Aber wenn es bei 70 Leuten nur drei oder vier solcher Spinner gab, was ist dann so wild an den Fotos? Ihr behandelt sie hier wie Aufnahmen aus dem nordkoreanischen Politbüro, was ich für übertrieben halte, aber irgendwie müssen sie ja doch problematisch sein, der Reaktion nach zu schließen. Seltsam, seltsam...

Der ruhige und vernünftige Stil, der in diesem Kommentarbereich gepflegt wird, hat mich übrigens dazu bewegt, noch einmal das Gespräch zu suchen. Bei chuzpe bin ich herb attackiert worden, das fand ich nicht sehr überzeugend. Aber Don Alphonso, den ich bisher nur als Semi-Troll von S&W kannte, äußert sich hier ruhig, bedacht und sachlich. Darum würde ich meine Meinung hier gern noch einmal diskutieren.

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Der "Don" bei den Puppen ist jemand anderes, keine Ahnung, und ich muss aber an dieser Stelle gleich sagen, dass ich aufgehört habe, mich mit denen genauer zu beschäftigen. In fact, ich habe auch keine Lust am Austausch von Argumenten; hier wird gelacht, wir lassen denen die Hosen runter und amüsieren uns köstlich über die Dinge, die dann zum Vorschein kommen. Zur Erinnerung - ich verweise nur auf die Ungeschicklichkeit und krude Geheimniskrämerei der anderen, die dann in Panik ausbrechen, während sich der Rest der Blogosphäre vor Lachen kringelt.

Es ist, denke ich, auch unbestreitbar, dass so manche der Anwesenden tatsächlich in die Genuss eines Lebenserhaltes durch in Hartz IV verankerte Gesetze kommen, und wenn man die gefüllten Becher sieht, mag man sich schon fragen, was denn diese Herren dann eigentlich gegen das real existierende Deutschland haben; im Mutterland der Freiheit würde man sie unter gleichen Vorraussetzungen eher mit einer Papiertüte auf einer Parkbank antreffen - das ist da nun mal so, seit der Anti-Welfare-Mom-Kampagne des Herrn Reagan.

Und, mit Verlaub, ich kenne da einen netten, älteren jüdischen Herrn aus Wien. Der pflegt solche Events immer mit dieser Parabel zu charakterisieren: Wenn einer mit einer Dreckbratzn einem anderen mit Handschuh die Hand schüttelt - wird dann der handschuh dreckig oder die Drecksbratzn handschuhig?

Nach meinem Dafürhalten sind die meisten der dort anwesenden Blogs, soweit ich sie kenne, nicht im demokratischen Parteienspektrum, oder an dessen äusserstem rechten Rand. Wenn danach von Herrn Miersch die Gründung regionaler Netzwerke und einer gemeinsamen publizistischen Plattform ausgerufen wird, ist man halt vereinnahmt und dabei - wenn man nicht deutlich widerspricht. Aber dazu fehlte wohl etwas der Mut. Wer dort hingeht, darf sich nicht wundern, wenn seine Motivation kritisch, begleitet von lautem Gelächter, betrachtet wird.

Abgesehen davon: Vom transatlantischen Dialog gibt es eher zu viel als zu wenig; die deutschen Thinktanks quellen über davon, es gibt ein paar Dutzend erstklassige Institutionen mit diesem Schwerpunkt, in Berlin kann man jeden Abend so einen Event haben und die Austauschprogramme müssen sich anstrengen, überhaupt noch Leute jenseits der Young Leadership zu finden - wenn dann bei der Runde ernsthaft jemand glaubte, man erfülle hier ein Desiderat jenseits vom anerkennenden Nicken einiger amerikanischer Rechtsextremblogger, na dann... dann gehören sie wohl zu denen, die zu solchen Events nicht eingeladen werden. Ich kann es der AA und dem AA, CAP, AJC, ADL, BMS, FNS, USE, MF und AB nicht verübeln. A propos liberal: Das Thema ist für die FNst so wichtig, dass sie sogar das her haben: http://www.fnstusa.org/Startpage.htm

That´s what I call transatlantic. Dass Gestalten wie Herr Miersch, die ihre Berichte vom Treffen mit "Ich war dabei" betiteln, bei solchen Veranstaltern möglicherweisenur wenig beliebter sind als "das Skunk beim BBQ", um Reagen zu zitieren, liegt in der Natur der Sache.

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Oh, alles klar, ich hatte da zwei "Dons" durcheinandergeworfen. Dabei sollte es doch eigentlich nur einen Paten geben... ;)

Eine rechte "Panik" habe ich übrigens bei den Herrschaften nicht gesehen, aber dass hier gute Stimmung herrscht, ist offensichtlich. :)

Dass man Arbeitslosengeld II bekommt, ist ja kein Grund, nicht für eine Straffung des Sozialstaats einzutreten. Man kann ja auch politische Ansichten vertreten, die einem selbst zum Nachteile gereichen. War nicht Engels Unternehmer?

Das Handschuh-Bild finde ich ganz niedlich, die beidseitigen Reaktionen auf die Bilder aber immer noch übertrieben. Tut mir leid...

Ja, diese Geschichte mit Parteigründung und "regionalen Netzwerken" fand ich auch etwas hochgestochen nach dem ersten Treffen mit so ein paar Leuten. Ich hab das nicht so ernst genommen - aber jetzt verstehe ich, dass hier einige das Bloggertreffen schon als etwas ernsthafteres betrachten. Wenn man allerdings nur die Blogs sieht - nun, Widerspruch ist eine essentieller Stütze für die Meinungsfreiheit, also leistet den ruhig weiter.

Zum transatlantischen Dialog möchte ich nur noch anmerken, dass dieser genau wie der innereuropäische Dialog stark daran krankt, dass er vor allem von den Eliten getragen wird. Ja, die Leute, die all die von dir aufgezählten Organisationen besuchen (die ich zugegebenermaßen von den Abkürzungen her nicht alle kenne), die erleben sicher viel von beiden Partnerschaften. In weiten Bevölkerungsteilen, die nicht mit diesen Atlantikbrücken in Kontakt kommen, ist die Stimmung gegenüber den USA aber deutlich schlechter - so nehme ich es jedenfalls wahr. Und ich fände es bedauerlich, wenn die öffentliche Meinung sich gegen diese Partnerschaft wenden würde. Diese Empfindung trieb möglicherweise einige der Randfiguren am Nockherberg um. Hältst du das für ausgeschlossen?

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AA American Academy
AA Auswärtiges Amt
CAP Centrum für angewandte Politikforschung
AJC American Jewish Committee
ADL Anti Defamation League
BMS Bertelsmann Stiftung
FNS Friedrich Naumann Stiftung
USE United States Embassy
MF Marshall Foundation
AB Atlantic Bridge

Und so gut wie alle ausser CAP, AB und BMS (und die indirekt über Spezialprogramme dann auch) rennen sich die Hacken wund, um den Dialog auf die Ebene der normalen Leute zu kriegen. Dass im B´mann Headquarter nicht jeder dahergelaufene Blogger am Tisch für Security Issues zusammen mit den Spitzen von OSZE und NATO sitzt, ist irgendwo nachvollziehbar, und ich komme da auch nur auf andere Wege rein. Jeder bei diesem Spiel, ausser "Cicero" und ein paar Leuten, die gern im Cato Institute ein paar Zigarren rauchen wollen, versucht den Dialog weg von den alten Säcken hin zu den jungen Leuten zu bekommen. Allein schon, weil es billiger ist, 10 Twens ein halbes Jahr zu Partnern zu verfrachten, als einen alten Sack für einen 7-tägigen Kongress über den Teich zu fliegen. Und weite Teile der Bevölkerung sind komplett amerikanisiert, bis auf den Teil mit den irren Fernsehpredigern, der Käuflichkeit von Entscheidungen und Posten und der Aussenpolitik. Es gab, da stimme ich zu, im Jahr 1 des Irakkrieges eine augesprochen hämische Stimmung in weiten Teilen der deutschen Medien, aber denen ist inzwischen auch etwas die Lust vergangen.

Dass ein paar Unterschiede und Reibungsflächen da sind, ist normal. Es sind halt zwei befreundete, aber nicht identische Staaten. No big Deal. Kein Anlass, den deutschendissenden Retter Amerikas der Blogosphäre zu spielen. Absolut keiner. Betrifft übrigens auch den Spiegel mit seiner aktuellen Trittin-Debatte, der amerikanische Leserbriefmobs als authentische Stimme der USA verkaufen will - du lieber Himmel, wie blöd muss man eigentlich sein...

Und noch was an die Adresse all dieser Leute: Wer ernsthaft glaubt, das deutsch-amerikanische Verhältnis hätte auf der politischen Ebene Probleme, hat einfach keinen Zugang zu den typischen Veranstaltungen. Selbst in den übelsten "Old-Europe-Zeiten" gab es genügend Substanz zwischen allen Parteien und Gruppen auf beiden Seiten des Atlantiks, um den Dialog zwischen den Streithanseln wieder anzustossen. Das aufgeregte Geschnatter in den Medien hat nichts mit der Realität zu tun. Nie. Politik geht anders: Vornerum Verfassungsklage einreichen und hintenrum die letzten Details abkaspern (erst vorgestern wieder so einen fall gehabt...).

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Puuh, da bin ich ja beruhigt - ich hatte alle Namen zumindest schon einmal gehört. :)

Der Stolz auf deine Kontakte, den du hier durchschimmern lässt und den ich gut nachvollziehen kann, illustriert aber noch einmal meine Anmerkung. Es kommt nämlich nicht nur auf die Herren von der Bertelsmann-Stiftung an, nicht nur auf das Auswärtige Amt und nicht einmal nur auf die 10 Twens, die man für ein halbes Jahr hinüberschickt und die dann ohnehin in aller Welt studieren (so wertvoll das auch ist). So dumm es manchmal scheint, Politik hat eben auch mit der Stammtischhoheit, dem Meinungsbild über den Baustellen und sonntäglichen Kaffeetischen zu tun. Und an vielen dieser Orte hat die Stimme der Vernunft, die du hier zeigst und die ich ja auch für richtig halte, viel weniger Kraft, als du offenbar denkst. Dieser Diskurs droht nämlich meiner Auffassung nach in die Richtung von ultranationalen und wohlstandschauvinistischen Kräften abzudriften. Zugegebenermaßen würden viele der Besucher am Nockherberg da aber keine Verbesserung bringen, ihren Blogs nach zu urteilen.

Kurz zu Trittin: Ich gebe dem Spiegel recht und habe mich auch direkt nach Erscheinen des Trittin-Kommentars kritisch dazu geäußert. Während der Katastrophe noch Wahlkampf zu machen und die Amerikaner dermaßen belehrend selbst verantwortlich zu machen, war doch unmöglich.

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Die "Kraft" solcher Organisationen habe ich in anderen settings erlebt. Da bemühen sich Stiftungen und Thinktanks durch Autausch, Bildung und Netzwerke osteuropäische Akademiker zu unterstützen, bei der demokratischen Entwicklung ihres Landes aktiv mitzuarbeiten.

Realität: Von den Praktikanten, Stipendiaten und Kursteilnehmern will ein grosser Anteil in Deutschland bleiben oder in anderen EU-Ländern. Da sie sehen, dass sie mit ihrer Ausbildung hier mehr Chancen auf persönlichen Wohlstand haben. Wasser auf die Mühlen der Wohlstandchauvinisten.

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was ich immer vermisse:
die härteste Kritik an der Regierung Bush lese ich noch jedesmal in den amerikanischen Weblogs.

dailykos.com, pandagon.net und tbogg.blogspot.com sind alles Seiten, die in Amerika für Amerika geschrieben werden. Und da habe ich auch überhaupt keine Probleme, mich mit den Leuten zu identifizieren: ich sehe zwar die Unterschiede, aber ich fühle mich Ihnen irgendwie auch verbunden. Könnte allerdings auch mit der derzeit anstehenden Wahl zu tun haben...

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