Dienstag, 4. Oktober 2005
Family Business - 1.6 Tons
I - went out to the suburb
it was drizzening rain
Saw my old Dad working
with lots of real pain
I said Pop get in
and I´ll move that wood
so I started pushing in
as fast as I could

You load four cubic wood,
what do you get,
the famous Applestrudel
your Mama baked -

don´t send me an Email
cause I will not reply
If I don´t eat it right now
I´ll surely die.
(Da sind Rosinen drin. Weinberl heissen die bei uns. Durch die zugegebene Flüssigkeit - Milch, Vanille, ein Ei, wenig Salz und viel Zucker weichen die ehemals harten Rosinen auf, saugen sich voll, und wenn man sie dann aus dem lauwarmen Strudel herauspickt und zwischen die Zähne nimmt - dann ist das vom Gefühl her wie eine kleine, dunkle, erregte Brustwarze. Gewissermassen die obere Ergänzung zur unteren Zwetschge.)
it was drizzening rain
Saw my old Dad working
with lots of real pain
I said Pop get in
and I´ll move that wood
so I started pushing in
as fast as I could

You load four cubic wood,
what do you get,
the famous Applestrudel
your Mama baked -

don´t send me an Email
cause I will not reply
If I don´t eat it right now
I´ll surely die.
(Da sind Rosinen drin. Weinberl heissen die bei uns. Durch die zugegebene Flüssigkeit - Milch, Vanille, ein Ei, wenig Salz und viel Zucker weichen die ehemals harten Rosinen auf, saugen sich voll, und wenn man sie dann aus dem lauwarmen Strudel herauspickt und zwischen die Zähne nimmt - dann ist das vom Gefühl her wie eine kleine, dunkle, erregte Brustwarze. Gewissermassen die obere Ergänzung zur unteren Zwetschge.)
donalphons, 21:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 2. Oktober 2005
Vielleicht
sollte ich ja mal Führungen in einem früher original von Illuminaten bewohnten Haus anbieten. Aufgeklärter Okkulbizmus, gewissermassen. Schon erstaunlich, dass das bei uns nicht vermarktet wird. Vielleicht liegt es aber einfach nur daran, das die Leute hier nicht lesen können - hm, ja, und keine Illumenatenhäuser haben.
Aber wie erkläre ich der weissen Frau, dass sie jetzt bitte einen auf Weishaupt machen soll?
Aber wie erkläre ich der weissen Frau, dass sie jetzt bitte einen auf Weishaupt machen soll?
donalphons, 19:26h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 29. September 2005
Eine Frage des Standpunkts
Unten in den Gassen, drüben bei den Elitessen im Wohnheim beginnt die mürrische, fahle Zeit ohne Licht. Nur ganz oben, auf den höchsten Ebenen der Stadt, wo die ungleichen Fiktionen eines Piranesi Realität werden, sieht es so aus, als würde der Sommer nie enden wollen.

Johnny lässt wissen, dass der Blogkongress nicht im Dezember, sondern erst Ende Januar ist, also in der Jahreszeit, in der sich die Krähen in Berlin freiwillig unter die Räder der Lastwägen werfen. Sofort ist wieder der Gedanke an das dunkle Braungrau des Molochs da, die Erinnerung an den feuchten Gestank und die wenigen Geschichten der Barmherzigkeit, die daraus entstanden.
Ende Januar in Berlin. Inmitten von Menschen, die seit Monaten keine Sonne mehr gesehen haben, denn der Blick geht nach unten, auf die Strasse, wo sich das Elend fortsetzt und in die Kanalisation versickert, ohne je weniger zu werden. Ende Januar steckt es den Menchen in den Knochen und dem, was sie meist nur für ihre Seele halten. Aber hier oben, weit entfernt unter der Strahlenkranzmadonna, wird es auch dann Licht und Sonne geben.

Johnny lässt wissen, dass der Blogkongress nicht im Dezember, sondern erst Ende Januar ist, also in der Jahreszeit, in der sich die Krähen in Berlin freiwillig unter die Räder der Lastwägen werfen. Sofort ist wieder der Gedanke an das dunkle Braungrau des Molochs da, die Erinnerung an den feuchten Gestank und die wenigen Geschichten der Barmherzigkeit, die daraus entstanden.
Ende Januar in Berlin. Inmitten von Menschen, die seit Monaten keine Sonne mehr gesehen haben, denn der Blick geht nach unten, auf die Strasse, wo sich das Elend fortsetzt und in die Kanalisation versickert, ohne je weniger zu werden. Ende Januar steckt es den Menchen in den Knochen und dem, was sie meist nur für ihre Seele halten. Aber hier oben, weit entfernt unter der Strahlenkranzmadonna, wird es auch dann Licht und Sonne geben.
donalphons, 21:05h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 28. September 2005
Blogroll-Update
Passiert ja nicht oft, aber
http://mymspro.blogspot.com/
http://dermorgen.blogspot.com/
http://che2001.blogger.de/
sollten mehr gelesen werden.
http://mymspro.blogspot.com/
http://dermorgen.blogspot.com/
http://che2001.blogger.de/
sollten mehr gelesen werden.
donalphons, 15:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 27. September 2005
200 Motels
und Don "Desaster" Alphonso mal wieder auf allen Kanälen. (Schamloses Marketing fürs Ego und Robert Basic)
donalphons, 20:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 26. September 2005
It ain´t rocket science
Auch die Wissenschaft macht sich so ihre Gedanken um das renitente Versuchsobjekt und seine Gastspiele in Karlsruhe.
Christoph Neuberger hat in seinem Vortrag anklingen lassen, dass A-Lister zumindest in den USA eine elitäre Gruppe sind und nur ungern ausserhalb dieser Gruppe linken - das sehe ich nicht so. Also, meine lieben Piraten, Haifische, Killerwale, Piranhas, Krokodile und sonstiges hier rumschwimmendes Getier: Da drüben im Media-Ocean gibt es Wissenschaftler in freier Wildbahn beim Blogtalk. Anschauen ok, beschnuppern auch, aber bitte nicht gleich fressen - bloggende Wissenschaftler stehen unter Artenschutz.
Christoph Neuberger hat in seinem Vortrag anklingen lassen, dass A-Lister zumindest in den USA eine elitäre Gruppe sind und nur ungern ausserhalb dieser Gruppe linken - das sehe ich nicht so. Also, meine lieben Piraten, Haifische, Killerwale, Piranhas, Krokodile und sonstiges hier rumschwimmendes Getier: Da drüben im Media-Ocean gibt es Wissenschaftler in freier Wildbahn beim Blogtalk. Anschauen ok, beschnuppern auch, aber bitte nicht gleich fressen - bloggende Wissenschaftler stehen unter Artenschutz.
donalphons, 15:45h
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Seldom travelled by the Multitude
and just 10 miles behind the german border

Es sind solche kleinen Details, wie diese Strassennamen, die Art, wie Tempo-30-Schilder geschmückt werden, die kleinen Richtungspfeile, die so gar nicht an den Obrigkeitsstaat erinnern, die floral verzierten Strassenlaternen, der Mangel an rechten Winkeln, die unperfekten Dinge, die Farben, die Frankreich so liebenswert machen.
Zurück über der Grenze ist alles gerade, klinisch sauber, genormt, weiss, aufgeräumt, geregelt. Und statt des Strasse der Freiheit hat man die Strasse eines Nazi-Bürgermeisters, der als Mitläufer eingestuft wurde und danach wieder zu Ehren und Würden kam.

Es sind solche kleinen Details, wie diese Strassennamen, die Art, wie Tempo-30-Schilder geschmückt werden, die kleinen Richtungspfeile, die so gar nicht an den Obrigkeitsstaat erinnern, die floral verzierten Strassenlaternen, der Mangel an rechten Winkeln, die unperfekten Dinge, die Farben, die Frankreich so liebenswert machen.
Zurück über der Grenze ist alles gerade, klinisch sauber, genormt, weiss, aufgeräumt, geregelt. Und statt des Strasse der Freiheit hat man die Strasse eines Nazi-Bürgermeisters, der als Mitläufer eingestuft wurde und danach wieder zu Ehren und Würden kam.
donalphons, 10:57h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 25. September 2005
Abschlussdebatte im ZKM
Ganz am Schluss, als ich mich schon etwas bei der Organisatorin hängengeblieben war, traf ich dann noch eine Bekannte aus alten Münchner Tagen, die jetzt am ZKM ist und mich noch in anderer, dem ZKM angemessener Funktion kennt. Sie war nicht auf der Veranstaltung, aber schon auf einigen anderen. Ihr zufolge hätte es hier schon alles mögliche gegeben, Brüllorgien, Exzesse, immer noch besser als die Langeweile, die wir ja aus München schon zur Genüge kennen, oder die Events für die closed circles, wo sich die treffen, die sowieso schon immer zusammen waren.
Da standen wir dann im hellen Licht eines Frühherbsttages, sprachen von alten Bekannten und dem Umstand, dass fast niemand mehr aus dieser Zeit in München ist, sie sind in Paris, Island, Hamburg, Berlin, Zürich, Porto; geblieben ist eigentlich nur eine Kulturreferentin, alles nicht schön für die Stadt an der Isar. Und ich dachte so zurück an unsere Aktion damals in einer Fabrikhalle, für ein sehr kunstsinniges, akademisches Publikum, und den Herrn aus Kanada...
Der war Medienkünstler und hatte eine Art user generated Video entwickelt, das durch den Dialog von realen Menschen und programmierten, künstlich intelligenten Wortagenten entstand. Die eingetippten Wortkombinationen lösten passend verknüpfte Videoschnipsel aus, die der Künstler im Internet zusammengeklaut hatte. Damit wurde der Film zusammengesetzt, und man konnte sich die Kommunikation und den Film auf zwei Displays anschauen. Es war lustig, an dem Video zusammen mit den Agenten rumzubasteln, und überraschend viele haben sich das auch getraut.
Was allgemein bekannt war: Ein paar Schnipsel enthielten auch Sex, oder akademisch gesprochen, bildliche Darstellungen geschlechtlicher Interaktion zwischen Personen (BDGIZP). Diese BDGIZP-Szenen waren natürlich auch verknüpft, aber es war nicht so einfach, als dass man einfach eine Wortagentin hätte anmachen können, und die Szene wäre gelaufen.
Trotzdem haben viele per WLAN versucht, genau das zu provozieren, und das Publikum blieb lange vor dem Plasmadisplay, irgendwann kam die BDGIZP-Szene, aha, man blieb noch ein paar Anstandsmomente und zockelte weiter zum nächsten Ausstellungsobjekt. Kurz, es war Kunst, es ist weltweit in dieser Szene anerkannt, es war damals via WLAN ziemlich einzigartig in Deutschland, und es war ein Höllenspass.
Und ich hatte bei der Abschlussveranstaltung ein wenig den Eindruck, zusammen mit Johnny genau dieses ansteuerbare BDGIZP-Element gewesen zu sein. Man wunderte sich trefflich über unsere Streitlust, über den harten Stil, warum wir nicht so sind wie unsere Kollegen von der Podcaster- und Videocaster"szene", die erkennbar um einen Sinn, sei es nun politisch oder ökonomisch, ihrer Tätigkeit bemüht waren. EinProblem an sich grossartige Sache war, dass man sich Johnny und Don Ramone auf die Bühne geholt hatte, die jeweils eine sehr eigene Bühnenpräsenz haben. Andere wären vermutlich anders aufgetreten, ohne dass es - meines Erachtens - die Veranstaltung inhaltlich weiter gebracht hätte.
Denn ich hatte den Eindruck, dass man vorgehabt hat, damit in die"Blogger-Szene" einzutauchen, und man hatte wohl auch gehofft, dass dieses "Szene" nur darauf wartet, an die akademischen Diskurse angedockt zu werden und die passenden Antworten und Selbstreflexionen zu liefern. Nur, es gibt diese Szene nicht, so wie zwei Punkrocker nicht für die Popkultur stehen. Der Umstand, dass viele Leute die gleiche Software benutzen, bedeutet nichts, und wenn doch, dann nur auf der sozialen Ebene. Die wiederum lebt von Kommentaren. Und die Kommentare setzen eine Bereitschaft zur einer sehr ungewöhnlichen, asymetrischen Kommunikation voraus. Interessanterweise war die Vortragssituation sehr dem Bloggen vergleichbar - ich stehe mit Namen und Funktion erkennbar vorne, jeder kann mein Blog lesen und Informationen bekommen, aber was weiss ich von denen ausser dem Namen? Nichts. Und da sind wir dann wieder bei der Streitkultur, die sich jetzt darin äussert, dass ein empörter Zuhörer Johnny in seinem Blog anpöbelt - hier müsste er eine echte Mailadresse angeben, deshalb ist er wohl nicht hier.
Es ist nur logisch, dass mein Vortrag von vielen nicht gemocht wurde; die Kritik an Johnny verstehe ich nicht, aber meine Zeit als Akademiker ist ja auch schon lange her. Ich weiss nur noch: Nichts hasst der Betrieb mehr als die Nichtbeachtung des Betriebs, denn das bringt ihn zum Holpern. Der Blogbetrieb ist da mit seinen eigenen Codes über weite Strecken auch nicht besser. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass ältere Wissenschaftler - im Gegensatz zu Studenten, die erst mal ihren ruhigen Platz im System finden müssen - und ältere Blogger nach 1o grossen Flames mit dem Holpern recht gut umgehen können. Es vielleicht sogar als dekonstruktivistisches Element schätzen, dieses baudrillardsche Pieksen des unbeweglichen Systems, bis es zuckt. Die Wissenschaftler waren unisono der Meinung, dass die Veranstaltung überfällig war und nicht ohne Follow Ups bleiben dürfe. Dann vermutlich mit anderen, eventuell auch softeren BDGIZPs, obwohl ich selbst schon wieder drei andere Anfragen habe. und ich wäre keine Rampensau, wenn ich sie nicht annehmen würde
Es war eine tolle Veranstaltung. Besser kann man die Organisation nicht machen. Alles andere ist dann die Sache der Teilnehmer. Es war oft kontrovers, manchmal blieb die Debatte leider vollkommen aus, und obwohl über dieses Blog hier berichtet wurde, die Rebellen ohne Markt der Quell meiner Erkenntnis sind, kam nichts davon hier an. Dieser Text ist nur das leise Plätschern kleiner Wellen an einem frühherbstlichen Strand, über den sich das unendliche Nichts der ewigen Nacht über dem Netz ausbreitet, und nichts, kein lauter Aufschrei im Kommentar deutet darauf hin, dass noch vor 48 Stunden, weit draussen auf dem akademischen Meer beim sonnigen Karlsruher Archipel, ein mittleres Gewitter tobte, denn dort gibt es schlichtweg nicht die Publizität, die hier vollkommen normal ist.
Und ich setze mich in den Sand, ziehe die Schuhe aus und lese in meiner aktuellen Blogzeitung, welche schönen Geschichten die bewundernswerten Kollegen inzwischen geschrieben haben,
just for the fun of it.
Da standen wir dann im hellen Licht eines Frühherbsttages, sprachen von alten Bekannten und dem Umstand, dass fast niemand mehr aus dieser Zeit in München ist, sie sind in Paris, Island, Hamburg, Berlin, Zürich, Porto; geblieben ist eigentlich nur eine Kulturreferentin, alles nicht schön für die Stadt an der Isar. Und ich dachte so zurück an unsere Aktion damals in einer Fabrikhalle, für ein sehr kunstsinniges, akademisches Publikum, und den Herrn aus Kanada...
Der war Medienkünstler und hatte eine Art user generated Video entwickelt, das durch den Dialog von realen Menschen und programmierten, künstlich intelligenten Wortagenten entstand. Die eingetippten Wortkombinationen lösten passend verknüpfte Videoschnipsel aus, die der Künstler im Internet zusammengeklaut hatte. Damit wurde der Film zusammengesetzt, und man konnte sich die Kommunikation und den Film auf zwei Displays anschauen. Es war lustig, an dem Video zusammen mit den Agenten rumzubasteln, und überraschend viele haben sich das auch getraut.
Was allgemein bekannt war: Ein paar Schnipsel enthielten auch Sex, oder akademisch gesprochen, bildliche Darstellungen geschlechtlicher Interaktion zwischen Personen (BDGIZP). Diese BDGIZP-Szenen waren natürlich auch verknüpft, aber es war nicht so einfach, als dass man einfach eine Wortagentin hätte anmachen können, und die Szene wäre gelaufen.
Trotzdem haben viele per WLAN versucht, genau das zu provozieren, und das Publikum blieb lange vor dem Plasmadisplay, irgendwann kam die BDGIZP-Szene, aha, man blieb noch ein paar Anstandsmomente und zockelte weiter zum nächsten Ausstellungsobjekt. Kurz, es war Kunst, es ist weltweit in dieser Szene anerkannt, es war damals via WLAN ziemlich einzigartig in Deutschland, und es war ein Höllenspass.
Und ich hatte bei der Abschlussveranstaltung ein wenig den Eindruck, zusammen mit Johnny genau dieses ansteuerbare BDGIZP-Element gewesen zu sein. Man wunderte sich trefflich über unsere Streitlust, über den harten Stil, warum wir nicht so sind wie unsere Kollegen von der Podcaster- und Videocaster"szene", die erkennbar um einen Sinn, sei es nun politisch oder ökonomisch, ihrer Tätigkeit bemüht waren. Ein
Denn ich hatte den Eindruck, dass man vorgehabt hat, damit in die"Blogger-Szene" einzutauchen, und man hatte wohl auch gehofft, dass dieses "Szene" nur darauf wartet, an die akademischen Diskurse angedockt zu werden und die passenden Antworten und Selbstreflexionen zu liefern. Nur, es gibt diese Szene nicht, so wie zwei Punkrocker nicht für die Popkultur stehen. Der Umstand, dass viele Leute die gleiche Software benutzen, bedeutet nichts, und wenn doch, dann nur auf der sozialen Ebene. Die wiederum lebt von Kommentaren. Und die Kommentare setzen eine Bereitschaft zur einer sehr ungewöhnlichen, asymetrischen Kommunikation voraus. Interessanterweise war die Vortragssituation sehr dem Bloggen vergleichbar - ich stehe mit Namen und Funktion erkennbar vorne, jeder kann mein Blog lesen und Informationen bekommen, aber was weiss ich von denen ausser dem Namen? Nichts. Und da sind wir dann wieder bei der Streitkultur, die sich jetzt darin äussert, dass ein empörter Zuhörer Johnny in seinem Blog anpöbelt - hier müsste er eine echte Mailadresse angeben, deshalb ist er wohl nicht hier.
Es ist nur logisch, dass mein Vortrag von vielen nicht gemocht wurde; die Kritik an Johnny verstehe ich nicht, aber meine Zeit als Akademiker ist ja auch schon lange her. Ich weiss nur noch: Nichts hasst der Betrieb mehr als die Nichtbeachtung des Betriebs, denn das bringt ihn zum Holpern. Der Blogbetrieb ist da mit seinen eigenen Codes über weite Strecken auch nicht besser. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass ältere Wissenschaftler - im Gegensatz zu Studenten, die erst mal ihren ruhigen Platz im System finden müssen - und ältere Blogger nach 1o grossen Flames mit dem Holpern recht gut umgehen können. Es vielleicht sogar als dekonstruktivistisches Element schätzen, dieses baudrillardsche Pieksen des unbeweglichen Systems, bis es zuckt. Die Wissenschaftler waren unisono der Meinung, dass die Veranstaltung überfällig war und nicht ohne Follow Ups bleiben dürfe. Dann vermutlich mit anderen, eventuell auch softeren BDGIZPs, obwohl ich selbst schon wieder drei andere Anfragen habe. und ich wäre keine Rampensau, wenn ich sie nicht annehmen würde
Es war eine tolle Veranstaltung. Besser kann man die Organisation nicht machen. Alles andere ist dann die Sache der Teilnehmer. Es war oft kontrovers, manchmal blieb die Debatte leider vollkommen aus, und obwohl über dieses Blog hier berichtet wurde, die Rebellen ohne Markt der Quell meiner Erkenntnis sind, kam nichts davon hier an. Dieser Text ist nur das leise Plätschern kleiner Wellen an einem frühherbstlichen Strand, über den sich das unendliche Nichts der ewigen Nacht über dem Netz ausbreitet, und nichts, kein lauter Aufschrei im Kommentar deutet darauf hin, dass noch vor 48 Stunden, weit draussen auf dem akademischen Meer beim sonnigen Karlsruher Archipel, ein mittleres Gewitter tobte, denn dort gibt es schlichtweg nicht die Publizität, die hier vollkommen normal ist.
Und ich setze mich in den Sand, ziehe die Schuhe aus und lese in meiner aktuellen Blogzeitung, welche schönen Geschichten die bewundernswerten Kollegen inzwischen geschrieben haben,
just for the fun of it.
donalphons, 21:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 25. September 2005
Das krasseste Bild der Tagung
habe ich nicht geschossen. Das ging nicht, ich kann es nur beschreiben. Da war spät Abends noch ein Pärchen an einem Bildschirm im halbdunklen, leeren Foyer, während von oben leise Jazzmusik kam. Ich fragte nach einem Hauswärter, weil ich noch den Thinkpad aus dem abgesperrten Raum brauchte. Sie wussten auch nicht, wo der war. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass diese Seite hier offen war, mit den chakteristischen roten Rechtecken links unten.
Man könnte davon geschmeichelt sein, aber ich finde es schon etwas tragisch, ein Ding zu produzieren, in das eine Sie und ein Er dann spät Abends Seit an Seit reinschauen. Of all the possibilities in all the behavior in all the mankind, they are stuck to my blog.
So war das wirklich nicht gedacht, mit dem Bloggen. Ruft morgen gefälligst eine alte Freundin oder einen Ex an, macht ein Date im echten Leben aus, bevor Ihr hier nochmal herkommt.
Man könnte davon geschmeichelt sein, aber ich finde es schon etwas tragisch, ein Ding zu produzieren, in das eine Sie und ein Er dann spät Abends Seit an Seit reinschauen. Of all the possibilities in all the behavior in all the mankind, they are stuck to my blog.
So war das wirklich nicht gedacht, mit dem Bloggen. Ruft morgen gefälligst eine alte Freundin oder einen Ex an, macht ein Date im echten Leben aus, bevor Ihr hier nochmal herkommt.
donalphons, 01:39h
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Schöne neue Medienwelt: VJs.
RheinmainTV präsentiert ihre VJs, 1-Personen-Teams mit Kamera, die alles allein machen: Kamera, Ton, Journalismus, Schnitt. Als das 1998 aufkam - im Radio hatte es oft schon 2 Jahre früher die Umstellung zum schneidenden Reporter gegeben - gab es grosse Dabatten. So richtig heftig wurde es in der Medienkrise, damals wurde es knallhart unter dem Motto Kostenersparnis umgesetzt, auf Kosten der Arbeitsplätze und der Qualität. Und jetzt gerade wurde es als tolle Sache präsentiert, mit vielen netten Bildern.

Glücklicherweise ist das Publikum kritisch und wenig begeistert. Maybe it´s their Future. Aber hey, wie realitätsverweigernd muss man eigentlich sein, wenn man heute auf der Sklavengaleere Medien anheuert. Das ist keine nette Bemerkung, ich weiss, aber im Moment muss man wirklich jedem davon abraten, sich auf dieses Scheissspiel aud Praktika, freiem Hungertum und massivem Abbau fester Anstellungsverhältnisse abraten.
Ja, ich bin ein Gegenbeispiel. Ja, bei mir lief es anders. Aber ich bin auch die Ausnahme von der Regel.

Glücklicherweise ist das Publikum kritisch und wenig begeistert. Maybe it´s their Future. Aber hey, wie realitätsverweigernd muss man eigentlich sein, wenn man heute auf der Sklavengaleere Medien anheuert. Das ist keine nette Bemerkung, ich weiss, aber im Moment muss man wirklich jedem davon abraten, sich auf dieses Scheissspiel aud Praktika, freiem Hungertum und massivem Abbau fester Anstellungsverhältnisse abraten.
Ja, ich bin ein Gegenbeispiel. Ja, bei mir lief es anders. Aber ich bin auch die Ausnahme von der Regel.
donalphons, 13:29h
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