Montag, 31. Oktober 2005
Lebensmittelpunkt verranden
Heute Nacht von schlechtem, abgebrochenen Sex geträumt auf einem Feldbett, mit einer schlecht angezogenen, unförmigen Frau, mittig zu fett und unterhalb des Baumwollslips zu dürr, keifende Stimme und ohne jede Form und Anstand, die sich gründlich über mich informiert hatte und irgendwann ihr ganzes Wissen über mich ausbreitete, nachdem sie zuvor so getan hatte, als sei ich ihr völlig unbekannt.
Am Morgen dann kurzzeitig überlegt, ob damit jetzt Berlin, München, Google oder die Blogosphäre gemeint war. In Berlin bin ich nicht mehr, München werde ich sofort verlassen, und die Blogosphäre bekommt ohnehin keine Informationen, sondern nur missverständliche Literatur ohne belegbaren Realitätsbezug.
Es muss wohl Google gewesen sein. Vielleicht war sie ja die Praktikanten des Google-Pressesprechers Keuchel.
Am Morgen dann kurzzeitig überlegt, ob damit jetzt Berlin, München, Google oder die Blogosphäre gemeint war. In Berlin bin ich nicht mehr, München werde ich sofort verlassen, und die Blogosphäre bekommt ohnehin keine Informationen, sondern nur missverständliche Literatur ohne belegbaren Realitätsbezug.
Es muss wohl Google gewesen sein. Vielleicht war sie ja die Praktikanten des Google-Pressesprechers Keuchel.
donalphons, 11:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 28. Oktober 2005
Tu, der Du eintrittst
Es gibt Orte, die sich einfach anbieten. Die eine lange Geschichte haben, in der die Jahre 98-02 nur eine kurze, wenngleich rasante Phase waren. Man ging da nicht hin, weil man sich darauf geeinigt hatte. Es lag einfach günstig auf dem Weg in die Hölle, in den warmen Gelbtönen und beim guten Frühstück kam selten sowas wie Verzweiflung auf. Einen richtigen Zusammenbruch habe ich da drin nur ein halbes Dutzend mal erlebt, einmal bei mir selbst. Das alles ist lange her, die Dramatis Personae sind irgendwo, aber sicher kaum mehr hier, und nichts ist geblieben von dieser Zeit und vom verlorenen Volk, als hier die Businesspläne auf der Servietten geschrieben wurden.
Es ist wieder ein ruhiges, grosses Cafe, für die Tageszeit vielleicht ein wenig leer, es sind immer noch die gleichen Tische, das alte Leder auf den Bänken, und der so typische Hall der Stimmen im Raum, der Offenheit vorgaukelt und dennoch eine schützende Mauer um intime Gespräche aufbaut, wenn man sich nur weit genug nach vorne lehnt.

Auch diesmal geht es um das Netz, um die Nutzer und das, was sie ausmacht, um diese Parallelwelt ohne Regeln und Geschichte, und die Frage, ob sich das irgendwie fassen lässt. Nicht zum Ausbeuten, sondern für das Wissen, das erheblich besser sein könnte, wie auch die, die es bislang zu erhalten hofften. Ein neuer Anfang, ein anderer Ansatz, eine kleine Hütte an der Stadtmauer der Siedlung, die auf dem Trümmermeer all der Hoffnungen entstanden sind, die hier, genau zwei Tische weiter, ihren Ursprung haben.
Ich könnte vielleicht nachher ein paar von denen mal wieder anrufen, vielleicht haben sie noch ihre alten Nummern, aber auf dem Weg zum Auto kommt dann eine entgegen, die ich entfernt von früher kannte, den Medientage-Ausweis um den Hals, hoch aufgerichtet und die Auslagen des Antiquariats keines Blickes würdigend. Ich gehe rein, kaufe ein Buch über den Spätmanierismus in Rom, und schiebe die Frage beiseite, was wohl aus einer von denen damals wurde, für die es gerade verdammt knapp wird. Denn Garantien wie früher gibt es nirgends mehr, bei ihr, die genau auf dem Scheitelpunkt des Hypes, im Winter 1999 einstieg und jetzt erst fertig ist, schon überhaupt nicht, und wahrscheinlich sind die unendlich langen Vormittage voller zerbröselter Croissants in diesem Cafe für jeden von uns schal, vergeblich, ein Schatten in den Carcieri unseres vergangenen, unwiederbringlichen Lebens in den sieben falschen Kreisen.
Es ist wieder ein ruhiges, grosses Cafe, für die Tageszeit vielleicht ein wenig leer, es sind immer noch die gleichen Tische, das alte Leder auf den Bänken, und der so typische Hall der Stimmen im Raum, der Offenheit vorgaukelt und dennoch eine schützende Mauer um intime Gespräche aufbaut, wenn man sich nur weit genug nach vorne lehnt.

Auch diesmal geht es um das Netz, um die Nutzer und das, was sie ausmacht, um diese Parallelwelt ohne Regeln und Geschichte, und die Frage, ob sich das irgendwie fassen lässt. Nicht zum Ausbeuten, sondern für das Wissen, das erheblich besser sein könnte, wie auch die, die es bislang zu erhalten hofften. Ein neuer Anfang, ein anderer Ansatz, eine kleine Hütte an der Stadtmauer der Siedlung, die auf dem Trümmermeer all der Hoffnungen entstanden sind, die hier, genau zwei Tische weiter, ihren Ursprung haben.
Ich könnte vielleicht nachher ein paar von denen mal wieder anrufen, vielleicht haben sie noch ihre alten Nummern, aber auf dem Weg zum Auto kommt dann eine entgegen, die ich entfernt von früher kannte, den Medientage-Ausweis um den Hals, hoch aufgerichtet und die Auslagen des Antiquariats keines Blickes würdigend. Ich gehe rein, kaufe ein Buch über den Spätmanierismus in Rom, und schiebe die Frage beiseite, was wohl aus einer von denen damals wurde, für die es gerade verdammt knapp wird. Denn Garantien wie früher gibt es nirgends mehr, bei ihr, die genau auf dem Scheitelpunkt des Hypes, im Winter 1999 einstieg und jetzt erst fertig ist, schon überhaupt nicht, und wahrscheinlich sind die unendlich langen Vormittage voller zerbröselter Croissants in diesem Cafe für jeden von uns schal, vergeblich, ein Schatten in den Carcieri unseres vergangenen, unwiederbringlichen Lebens in den sieben falschen Kreisen.
donalphons, 12:51h
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See you later Alligator
Ich: (Nagel in die Wand klopfend)
Sie: (Bild haltend)
Ich: So, passt.
Sie: (Bild reichend) Sag mal...
Ich: Ja?
Sie: Hast Du schon mal ein rosa Krokodil gesehen?
Ich: (erinnernd) Ja, schon gesehen.
Sie: Ah ja.
Sie: Magst Du vielleicht mal mein neues gelbes Krokodil sehen?
Hammer: (zu Parkettboden fallend) Plonk.
Sie: (Bild haltend)
Ich: So, passt.
Sie: (Bild reichend) Sag mal...
Ich: Ja?
Sie: Hast Du schon mal ein rosa Krokodil gesehen?
Ich: (erinnernd) Ja, schon gesehen.
Sie: Ah ja.
Sie: Magst Du vielleicht mal mein neues gelbes Krokodil sehen?
Hammer: (zu Parkettboden fallend) Plonk.
donalphons, 04:49h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 16. Oktober 2005
Ich beklage mich nicht.
Um 5 Uhr aufstehen ist auch nach ein paar Monaten Provinzleben unglaublich hart. Es geht halt nicht anders. Also die Knochen ein- und die Kleider aufgesammelt, ab ins Auto und los in die noch tiefschwarze Nacht auf die fast leere Autobahn. Zwei Stunden später geht die Sonne über den nebligen Hügeln Thüringens auf, und es verspricht ein schöner Tag zu werden.

50 Kilometer vor Berlin sind im Osten die ersten Wolken zu sehen, und als ich ankomme, ist es arschkalt und stark bewölkt. Hey, ich meine, 470 Kilometer Sonne, nichts als Sonne, überall ist es schön, und der einzige miese Fleck ist dieses dreckige Slum, das dann auch noch den Beweis antritt, dass immer noch zu viel Stütze bezahlt wird, denn die haben hier immer noch Autos, ohne damit umgehen zu können.

Ein Typ versucht sich bei zwei besetzten Spuren, wovon ich die linke mit einem nun wirklich breiten, schweren Wagen blockiere, rechts vorbeizudrängeln. Ich mache die Tür seelenruhig zu, wie man das so auf den Kurvenstrecken des Altmühltals im Kampf gegen den Golfclub Geisenfeld lernt. Er hupt, drängelt, und als ich ihn noch immer nicht vorbeilasse - wie auch? fängt er an, irgendetwas an der Konsole zu fummeln. Die Musik passt wohl nicht. Ich schaue wieder nach vorne, und der Typ vor mir bremst, weil die Ampel rot ist. Kein Problem, bis mir einfällt, dass da durchaus ein Problem ist- ein abgelenkter irren Drängler hinter mir.
Der Gott der Eisen wachsen liess, sorgt zum Glück auch für Endorphine und die Konstruktion eines ausreichend starken Motors. Runter von der Bremse, rauf aufs Gas und mit der Kraft von übr 200 Pferden rüber auf die Linksabbiegerspur. Der Gott der Eisen wachsen liess hasst wohl Plastik, denn der Typ hinten wird schnell zum Typ daneben mit quietschenden Bremsen, und dann werden die Plastikteile an seiner Front an der Hinterkante meines früheren Vordermannes um ein paar Zentimeter verkürzt.
Und so stehe ich dann auf einer belebten Strasse in Mitte und höre weg, als das Gekeife los geht. Ich betrachte die Reste einer über den Haufen gefahrenen Taube und gebe mir Mühe, möglicht nicht zu denken, damit das hier nicht mit meiner tätigen Mithilfe a la facon bavarese geregelt wird. Ich bin in einer grossartigen Stimmung und bereit für ein Tänzchen, als der Typ mich auch noch berlinerd ankeift, obwohl er einen halben Kopf kleiner ist und Brille trägt. Da macht sowas erst richtig Spass. Dann kommt endlich die Polizei und verhindert, dass ich mein Phlegma unterbreche.
Ich sage, was ich erlebt habe, lasse mich vom Verursacher als dreckiger Lügner beschimpfen, und fahre weiter nach Schöneberg. An einer Kreuzung beschimpft mich ein Scheibenwäscher, weil ich seine Dienste ablehne. Später steige ich aus, gehe ein paar Meter, da hält neben mir ein Bus. Die Tür geht auf, ein Behinderter stellt sein Rollwägelchen auf die Strasse, da wird er von hinten von einer fetten Mama angerempelt, der es nicht schnell genug geht. Also kippt er um und mir quasi in die Arme. Ich schäme mich etwas, als er sich bedankt, denn das waren nur Reflexe und eigentlich bin ich schon längst wieder so weit, dass ich sofort zurück nach Bayern möchte, fliehen, alles stehen und liegen lassen, auch ihn, der schon um 11 Uhr erheblich getrunken haben muss. Die fette Mama ist derweilen verschwunden.

Eine paar Ecken weiter sagt jemand "Guten Abend" zu mir; ein hagerer, abgrissener Typ in Schwarz. Instinktiv erwidere ich seinen Gruss und sage "Guten Tag", wie es sich gehört. Er stellt mir sinngemäss die Frage, was das soll und ob ich ihn veräppeln will, es ist schon Nacht, alles dunkel, und wenn ich so weiter mache, hetzt er den Hund auf mich. Es ist noch nicht mal Mittag.
Um die Ecke ist einer meiner Lieblingsfalafel. Der Maestro erkennt mich sofort wieder, wir wechseln ein paar nette Worte, und ich gebe ihm die 2,50 Euro. Er sieht mich etwas bedenklich an und sagt, dass es jetzt nur noch 1,80 kostet, Sonderaktion wegen dere Konkurrenz, und dann erzählt er etwas über die Zeiten, die für ihn immer schlechter werden. Und ich frage mich, wie sich das alles rechnen soll für ihn, der den Falafel noch mit der Hand zubereitet, und sage, dass es so stimmt.

Ich setze mich in mein Auto und denke daran, dass es zurück in weniger als drei Stunden zu schaffen ist, dass ich von dem allem hier eigentlich gar nichts wissen will, ich bin hier ein Fremder, ich will nur etwas Abwechslung von den Indian Summer Days und den Kabbalen der besseren Gesellschaft, ihren schlechteren Kindern und den Konzertabenden, die einfach nicht so enden wollen , wie es der eigenen Ausgewogenheit zuträglich wäre. Aber da sind neben den Hoffnungen auf einige nette Dates noch zwei Katzen, die ich hier zumindest einen Nacht und einen Tag hüten muss, also fahre ich weiter zu dem Haus mit der grossen Eingangshalle. Die mal wieder erbärtmlich nach Menschenpisse stinkt, denn daneben ist eine angesagte Location.
Ich hasse diese Stadt. Ich habe vergessen, wie sehr ich sie hasse, weil ich einfach nicht mehr an sie gedacht habe. Jetzt bin ich da, in einem Internetcafe, in dem das Internet 0,50 Euro pro Stunde und die Alcopops 0,99 Euro kosten. Die Leute hier brauchen das wohl als Fluchtmöglichkeit, und ich kann es verstehen.
eigentlich wollte ich ja was nettes schreiben. ich habe es mir gestern abend fest vorgenommen. aber da ist nichts nettes. nur einiges, was ich weggelassen habe. Nichts im Vergleich zu dem hier - und das ist immerhin eine frau, wegen deren beschallung ich hier bin.

50 Kilometer vor Berlin sind im Osten die ersten Wolken zu sehen, und als ich ankomme, ist es arschkalt und stark bewölkt. Hey, ich meine, 470 Kilometer Sonne, nichts als Sonne, überall ist es schön, und der einzige miese Fleck ist dieses dreckige Slum, das dann auch noch den Beweis antritt, dass immer noch zu viel Stütze bezahlt wird, denn die haben hier immer noch Autos, ohne damit umgehen zu können.

Ein Typ versucht sich bei zwei besetzten Spuren, wovon ich die linke mit einem nun wirklich breiten, schweren Wagen blockiere, rechts vorbeizudrängeln. Ich mache die Tür seelenruhig zu, wie man das so auf den Kurvenstrecken des Altmühltals im Kampf gegen den Golfclub Geisenfeld lernt. Er hupt, drängelt, und als ich ihn noch immer nicht vorbeilasse - wie auch? fängt er an, irgendetwas an der Konsole zu fummeln. Die Musik passt wohl nicht. Ich schaue wieder nach vorne, und der Typ vor mir bremst, weil die Ampel rot ist. Kein Problem, bis mir einfällt, dass da durchaus ein Problem ist- ein abgelenkter irren Drängler hinter mir.
Der Gott der Eisen wachsen liess, sorgt zum Glück auch für Endorphine und die Konstruktion eines ausreichend starken Motors. Runter von der Bremse, rauf aufs Gas und mit der Kraft von übr 200 Pferden rüber auf die Linksabbiegerspur. Der Gott der Eisen wachsen liess hasst wohl Plastik, denn der Typ hinten wird schnell zum Typ daneben mit quietschenden Bremsen, und dann werden die Plastikteile an seiner Front an der Hinterkante meines früheren Vordermannes um ein paar Zentimeter verkürzt.
Und so stehe ich dann auf einer belebten Strasse in Mitte und höre weg, als das Gekeife los geht. Ich betrachte die Reste einer über den Haufen gefahrenen Taube und gebe mir Mühe, möglicht nicht zu denken, damit das hier nicht mit meiner tätigen Mithilfe a la facon bavarese geregelt wird. Ich bin in einer grossartigen Stimmung und bereit für ein Tänzchen, als der Typ mich auch noch berlinerd ankeift, obwohl er einen halben Kopf kleiner ist und Brille trägt. Da macht sowas erst richtig Spass. Dann kommt endlich die Polizei und verhindert, dass ich mein Phlegma unterbreche.
Ich sage, was ich erlebt habe, lasse mich vom Verursacher als dreckiger Lügner beschimpfen, und fahre weiter nach Schöneberg. An einer Kreuzung beschimpft mich ein Scheibenwäscher, weil ich seine Dienste ablehne. Später steige ich aus, gehe ein paar Meter, da hält neben mir ein Bus. Die Tür geht auf, ein Behinderter stellt sein Rollwägelchen auf die Strasse, da wird er von hinten von einer fetten Mama angerempelt, der es nicht schnell genug geht. Also kippt er um und mir quasi in die Arme. Ich schäme mich etwas, als er sich bedankt, denn das waren nur Reflexe und eigentlich bin ich schon längst wieder so weit, dass ich sofort zurück nach Bayern möchte, fliehen, alles stehen und liegen lassen, auch ihn, der schon um 11 Uhr erheblich getrunken haben muss. Die fette Mama ist derweilen verschwunden.

Eine paar Ecken weiter sagt jemand "Guten Abend" zu mir; ein hagerer, abgrissener Typ in Schwarz. Instinktiv erwidere ich seinen Gruss und sage "Guten Tag", wie es sich gehört. Er stellt mir sinngemäss die Frage, was das soll und ob ich ihn veräppeln will, es ist schon Nacht, alles dunkel, und wenn ich so weiter mache, hetzt er den Hund auf mich. Es ist noch nicht mal Mittag.
Um die Ecke ist einer meiner Lieblingsfalafel. Der Maestro erkennt mich sofort wieder, wir wechseln ein paar nette Worte, und ich gebe ihm die 2,50 Euro. Er sieht mich etwas bedenklich an und sagt, dass es jetzt nur noch 1,80 kostet, Sonderaktion wegen dere Konkurrenz, und dann erzählt er etwas über die Zeiten, die für ihn immer schlechter werden. Und ich frage mich, wie sich das alles rechnen soll für ihn, der den Falafel noch mit der Hand zubereitet, und sage, dass es so stimmt.

Ich setze mich in mein Auto und denke daran, dass es zurück in weniger als drei Stunden zu schaffen ist, dass ich von dem allem hier eigentlich gar nichts wissen will, ich bin hier ein Fremder, ich will nur etwas Abwechslung von den Indian Summer Days und den Kabbalen der besseren Gesellschaft, ihren schlechteren Kindern und den Konzertabenden, die einfach nicht so enden wollen , wie es der eigenen Ausgewogenheit zuträglich wäre. Aber da sind neben den Hoffnungen auf einige nette Dates noch zwei Katzen, die ich hier zumindest einen Nacht und einen Tag hüten muss, also fahre ich weiter zu dem Haus mit der grossen Eingangshalle. Die mal wieder erbärtmlich nach Menschenpisse stinkt, denn daneben ist eine angesagte Location.
Ich hasse diese Stadt. Ich habe vergessen, wie sehr ich sie hasse, weil ich einfach nicht mehr an sie gedacht habe. Jetzt bin ich da, in einem Internetcafe, in dem das Internet 0,50 Euro pro Stunde und die Alcopops 0,99 Euro kosten. Die Leute hier brauchen das wohl als Fluchtmöglichkeit, und ich kann es verstehen.
eigentlich wollte ich ja was nettes schreiben. ich habe es mir gestern abend fest vorgenommen. aber da ist nichts nettes. nur einiges, was ich weggelassen habe. Nichts im Vergleich zu dem hier - und das ist immerhin eine frau, wegen deren beschallung ich hier bin.
donalphons, 21:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 14. Oktober 2005
System of a Dom
Es gibt hier so ein paar Vormittage, von Oktober bis April, vielleicht 100, an denen so ziemlich jede Vorstellung der Schwarzen Romantik über diese Stadt zutrifft. Wenn der Nebel aus den Flussniederungen aufsteigt und alles in sich einhüllt

Erträglich für die, die weit oben wohnen und das Licht erahnen. Aber unten in der Suppe kann man die ganze Schlechtigkeit und Dummheit der Stadt fast mit Händen greifen, denn der Nebel wirft die Begrenztheit der Menschen auf sie zurück. Keine Horizonte, nur Enge.

Erträglich für die, die weit oben wohnen und das Licht erahnen. Aber unten in der Suppe kann man die ganze Schlechtigkeit und Dummheit der Stadt fast mit Händen greifen, denn der Nebel wirft die Begrenztheit der Menschen auf sie zurück. Keine Horizonte, nur Enge.
donalphons, 13:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 12. Oktober 2005
Danke.
Mit Hilfe der kleinen Umfrage bin ich jetzt etwas schlauer als vorhher, was die hier lesenden Horden angeht. Zumindest die, die hier nicht über das Suchwort F*cken hier reinkommen - und das sind inzwischen mehr, als mit gefällt. Mal ehrlich, wie miserabel sind heute eigentlich die Suma-Spammer, ich dachte, dieses Bizz hätte die besten Leute...
Wenn ich das richtig verstanden habe, findet der normale Leser hier das Kantige, das Ungeschliffene und das Widersprüchliche gut, das Böse sowieso und den Egotripp zumindest verzeihbar. Ziemlich viele verwechseln das Ego des Don mit dem Ego der Person dahinter, die nicht so ist, aber, und das darf ich an dieser Stelle verraten, draussen dann oft auf Don geeicht wahrgenommen wird. Was lästig sein kann, wenn es um einen Abend geht, aber wenn man sich näher kennenlernt, verschwindet der Don in einer Ecke. Ach so, und Selbstreferenzielles wird auch geschätzt.
Womit ich gewisse Probleme habe, ist die Authentizität. Denn authentisch kann qua Don Alphonso hier nichts sein. Entweder man ist authentisch, oder man ist Literatur - Don Alphonso ist zweiteres. Nennen wir es also lieber "direkt", direkt kann man auch literarisch sein. Authentisch ist nur das Danke, das ich hiermit den vielen Kommentatoren mitteilen möchte.
unachher trete ich den puppen in den sack, einfach so, genug nett gewesen, jetzt ist wieder zeit für krieg. und auf den medientgen erst, da brennt die luft, garantiert.
Wenn ich das richtig verstanden habe, findet der normale Leser hier das Kantige, das Ungeschliffene und das Widersprüchliche gut, das Böse sowieso und den Egotripp zumindest verzeihbar. Ziemlich viele verwechseln das Ego des Don mit dem Ego der Person dahinter, die nicht so ist, aber, und das darf ich an dieser Stelle verraten, draussen dann oft auf Don geeicht wahrgenommen wird. Was lästig sein kann, wenn es um einen Abend geht, aber wenn man sich näher kennenlernt, verschwindet der Don in einer Ecke. Ach so, und Selbstreferenzielles wird auch geschätzt.
Womit ich gewisse Probleme habe, ist die Authentizität. Denn authentisch kann qua Don Alphonso hier nichts sein. Entweder man ist authentisch, oder man ist Literatur - Don Alphonso ist zweiteres. Nennen wir es also lieber "direkt", direkt kann man auch literarisch sein. Authentisch ist nur das Danke, das ich hiermit den vielen Kommentatoren mitteilen möchte.
unachher trete ich den puppen in den sack, einfach so, genug nett gewesen, jetzt ist wieder zeit für krieg. und auf den medientgen erst, da brennt die luft, garantiert.
donalphons, 23:43h
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Dienstag, 11. Oktober 2005
Wahl der Waffen
Manche wie Beyond haben schon furchtbar Angst. Andere wie das Wortschnittchen wollen entblösste Oberkörper sehen. Burnston muss sich auf Zwischenrufe aus dem Publikum einstellen. Modeste hadert mit der Frage, ob sie Perlen tragen soll. Und ich mache die Technik bei einer Lesung, die lustig zu werden verspricht - aber wie wird man dem allen gerecht? Mit einem Griff in Don Alphonsos Tontechnikarsenal:

Bei diesem Mikrophon hat die Mikrophonangst von Beyond jede gefühlte Berechtigung. Wenn das Wortschnittchen dieses Mikrophon umsäuselt, fliegen verschwitzte Unterhemden auf die Bühne. Wenn es dunkel ist, kann Burnston damit seine Gegner im Schach halten. Und es ist ein Vintage Pearl CR-55 in silberperlgrau, also perfekt passend zu Modestes Perlen und einem Abendkleid, von dem ich weiss, dass sie es hat.
Und Ihr bekommt damit den perfekten Ton am 19.10. im "Lass und Freunde bleiben".

Bei diesem Mikrophon hat die Mikrophonangst von Beyond jede gefühlte Berechtigung. Wenn das Wortschnittchen dieses Mikrophon umsäuselt, fliegen verschwitzte Unterhemden auf die Bühne. Wenn es dunkel ist, kann Burnston damit seine Gegner im Schach halten. Und es ist ein Vintage Pearl CR-55 in silberperlgrau, also perfekt passend zu Modestes Perlen und einem Abendkleid, von dem ich weiss, dass sie es hat.
Und Ihr bekommt damit den perfekten Ton am 19.10. im "Lass und Freunde bleiben".
donalphons, 13:26h
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Warum lest Ihr das hier?
Ich hatte vorgestern Abend ein langes Gespräch über das Bloggen allgemein und ein paar Worte über dieses Blog hier im Speziellen. Unter anderem die Frage, warum man sowas liest. Ich weiss, warum ich das hier schreibe, aber ich lese es nicht. Ich kraudere nie in alten Texten, und wenn ich nicht der Autor wäre, wäre mir dieses Blog vermutlich ziemlich wurscht. Blogs, die ich selber gern lese, sehen ganz anders aus als Rebellen ohne Markt. Den "Erfolg" bei Traffic und Verlinkung verstehe ich ohnehin nicht so ganz.
Nun muss ich am 24. Oktober auf die Medientage, und erfahrungsgemäss wird die Frage kommen, warum Leute Blogs lesen - und warum meines gelesen und kommentiert wird. Bei den anderen geladenen Blogs sind die Ursachen für Erfolg und Versagen klar und thematisch bedingt, aber das hier hat kein Thema, es ist einfach ein Haufen zufälliger Text, wie es grade so kommt und mir Spass macht. Ich kümmere mich nicht um Regeln oder meinen Ruf, es ist mir egal, was andere von mir denken, wenn ich zuhau, hau ich zu, und höflich bin ich auch nicht. Will sagen, unsortiertes Allerlei eines rabiaten Textraushauers ohne besonderes Privatleben ist genau das, was laut klassischer Vorstellung von Medien keinen "Erfolg" haben kann. Sehe ich übrigens auch so.
An der Stelle kommt ihr ins Spiel. Erzählt mal. Warum kommt ihr hierher. Ein Drittel kommt durch Google, Cyberslacking, Feindbeobachtung oder Trollerei, aber die anderen scheinen ja tatsächlich so ihre Gründe zu haben, warum sie mehr oder regelmässig vorbeikommen. Was bringt Euch hierher, was lässt Euch wiederkommen. Ihr könnt das kommentieren, und wenn ihr kein Login habt oder es unter Eurem normalen Nick nicht tun wollt, ist hier eines, das jeder benutzen kann:
Name: potniatheron, Login: artemis - damit ich das bei den Medientagen schlüssig erklären kann. Merci.
Nun muss ich am 24. Oktober auf die Medientage, und erfahrungsgemäss wird die Frage kommen, warum Leute Blogs lesen - und warum meines gelesen und kommentiert wird. Bei den anderen geladenen Blogs sind die Ursachen für Erfolg und Versagen klar und thematisch bedingt, aber das hier hat kein Thema, es ist einfach ein Haufen zufälliger Text, wie es grade so kommt und mir Spass macht. Ich kümmere mich nicht um Regeln oder meinen Ruf, es ist mir egal, was andere von mir denken, wenn ich zuhau, hau ich zu, und höflich bin ich auch nicht. Will sagen, unsortiertes Allerlei eines rabiaten Textraushauers ohne besonderes Privatleben ist genau das, was laut klassischer Vorstellung von Medien keinen "Erfolg" haben kann. Sehe ich übrigens auch so.
An der Stelle kommt ihr ins Spiel. Erzählt mal. Warum kommt ihr hierher. Ein Drittel kommt durch Google, Cyberslacking, Feindbeobachtung oder Trollerei, aber die anderen scheinen ja tatsächlich so ihre Gründe zu haben, warum sie mehr oder regelmässig vorbeikommen. Was bringt Euch hierher, was lässt Euch wiederkommen. Ihr könnt das kommentieren, und wenn ihr kein Login habt oder es unter Eurem normalen Nick nicht tun wollt, ist hier eines, das jeder benutzen kann:
Name: potniatheron, Login: artemis - damit ich das bei den Medientagen schlüssig erklären kann. Merci.
donalphons, 02:48h
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Montag, 10. Oktober 2005
Und damit ist es Zeit für einen Hinweis
Ich muss das immer wieder mal schreiben, auch wenn es viele vielleicht schon langweilt. Ich lösche Kommentare. Manchmal nach längeren Bitten um Mässigung, manchmal sofort. In aller Regel hat hier jeder einen frei, aber beim zweiten Mal knallt es. Wer mal draussen ist, bleibt es auch. Der Popularität von Rebellen ohne Markt hat das keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil, die Zugriffszahlen sind mir schon seit eineinhalb Jahren zu hoch, und um die Wahl herum gab es Tage, da wurde mir das hier fast zu viel.
Das hier ist ein privates Spassprodukt. Ich stelle die Texte, kümmere mich um den Betrieb, Ihr könnt weitgehend machen was Ihr wollt. Gerne auch anderer Meinung sein. Nur hier reinstolpern, sofort mich oder andere Leute saublöd anmachen und denken, dass das jetzt eine geile Provo-Action war, wie das gestern gleich dreimal passiert ist - das läuft hier nicht, und danach braucht mich keiner anflennen. Ich schaue nicht zu, wie das Ding hier zu einer Trollbude von Wichtigtuern wird. Die gehen schnell in den Graben zu den anderen Vollpfosten, die das schon früher versucht haben.

ok, schlechte überleitung, aber ich habe gestern vesprochen, auch mal nettere sachen zu posten, und das bild ist wirklich hübsch, oder?
Wenn jemand ein privates Problem hat, kann er mich auch anmailen.
Wem das nicht gefällt - bitte, es gibt viele tollere, schönere, interessantere und angenehmere Blogs als das hier, die sich über zusätzlichen Traffic oder Verlinkung freuen. Und jetzt weiter im Text.
Das hier ist ein privates Spassprodukt. Ich stelle die Texte, kümmere mich um den Betrieb, Ihr könnt weitgehend machen was Ihr wollt. Gerne auch anderer Meinung sein. Nur hier reinstolpern, sofort mich oder andere Leute saublöd anmachen und denken, dass das jetzt eine geile Provo-Action war, wie das gestern gleich dreimal passiert ist - das läuft hier nicht, und danach braucht mich keiner anflennen. Ich schaue nicht zu, wie das Ding hier zu einer Trollbude von Wichtigtuern wird. Die gehen schnell in den Graben zu den anderen Vollpfosten, die das schon früher versucht haben.

ok, schlechte überleitung, aber ich habe gestern vesprochen, auch mal nettere sachen zu posten, und das bild ist wirklich hübsch, oder?
Wenn jemand ein privates Problem hat, kann er mich auch anmailen.
Wem das nicht gefällt - bitte, es gibt viele tollere, schönere, interessantere und angenehmere Blogs als das hier, die sich über zusätzlichen Traffic oder Verlinkung freuen. Und jetzt weiter im Text.
donalphons, 09:02h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 4. Oktober 2005
Invitation to dance
"Nach einer kurzen Einführung sollten alle Teilnehmer mit einem Statement (nicht länger als zwei bis drei Minuten) zum Thema beginnen. Im Anschluss daran sollte (unter Einbeziehung des Publikums) eine kontroverse Diskussion stattfinden."
Ich hätte nicht gedacht, dass man mir das extra sagen muss.
Ich hätte nicht gedacht, dass man mir das extra sagen muss.
donalphons, 23:07h
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