: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 15. August 2012

Sterben auf Heimaterde

Das Gepäck? Die Steigung? Der Gegenwind? Das elende Drecksaas von einer Turbomutter, die mir ihre Kinder in den Weg hetzte, weshalb ich umgefallen bin, und die nicht mal Entschuldigung oder Danke sagte, weil das vermutlich so sein soll, wenn so ein verkommenes Miststück den Weg blockiert (entsprechend schmerzen jetzt rechts die Sehnen)? Das generelle Elend beim Durchfahren von München? Die Abartigkeit des Verkehrs auf der B13? Jedenfalls es war kein Spass, und als es dann hätte schön werden können, war die Kraft längst weg.



Man muss klar sagen: Es gibt angenehmere Orte zum Rennradfahren. Es geht. Man kommt an. Technisch.

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Sonntag, 12. August 2012

Ich mache das so

Und ich weiss natürlich nicht, ob das richtig ist, aber bei mir hilft es: Ich fahre meine Runden wie die Echternacher Springprozession. An einem Tag wenig, am anderen mehr, dann wieder weniger, aber etwas mehr als zwei Tage zuvor, dann noch mehr als das vorletzte Mal. Die kurzen Strecken fahre ich schneller, die grossen Runden langsamer. Seit dem Winter komme ich inzwischen doppelt so weit, fahre die kleinste Runde mit 30 Kilometern in weniger als einer Stunde, und ich komme Hügel mit dem grossen Kettenblatt hoch, für die ich im Februar das letzte Fitzelchen Kraft auf den kleinsten Gang legen musste. Wenn ich nicht - typisch Frau - fast alles so gekauft hätte, dass ich genau hinein passe, wenn ich ziemlich abnehme, bräuchte ich jetzt eine neue Kleiderschrankfüllung.





















Ich weiss, manche sind von der Radelei genervt. Aber es hat geholfen, weiterhin mit voller Last zu essen und trotzdem das Gefühl loszuwerden, dass ich besser etwas tun sollte. So fing es an:



Und ohne die Schnappsidee, ein Buch auf Bestellung schreiben zu wollen, bei einem Verlag, der mich wissen lässt, ich hätte das Projekt "im gegenseitigen Einverständnis" beendet, wenn ich denen die Brocken vor die Füsse schmeisse, wären in Italien nochmal 1500 Kilometer mehr dazu gekommen. Und einge Autofahrten. Aber was soll's. Ich bin schlanker, stärker und klüger.

Und wie so oft, hat das klüger werden am meisten genervt, denn das Radeln war sehr, sehr schön. Manche sagen, der Sommer 2012 sei verregnet gewesen: Hier war er wirklich schön.

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Samstag, 11. August 2012

Tegernseer Endurance-Triathlon

Zuerst mal das Rad ein paar Stunden aufrecht an der Wiese, also auch nich offroad, querfeldein, stehen lassen.



Dann 6 Kilometer nach Rottach und 6 Kilometer zurück schwerstes Non-Swimming, weil das Wasser zu kalt ist.



Anschliessend, in ungünstiger Lage, Dauerrobben auf Gras und Kies zwischen Sonne und Schatten.



Und das nicht mal eben schnell, sondern den halben Tag; kein Wunder, dass man da braun, stark und hungrig wird.



Diese Spiele mit der verquasten Vorstellung der Nationenzielsetzung? Pah. Weit weg, interessiert hier keinen. Die einzig wirklich spannende Frage lautet nach meiner Vorstellung; Wieviele Tonnen Chips und Hektoliter Bier kippen Deutsche nördlich von hier mehr in sich hinein, wenn Menschen etwas tun, das sie nicht tun werden. Und wie der Quotient zur Menge der Dopingmittel aussieht, und ob da ein Zusammenhang besteht.

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Donnerstag, 9. August 2012

La Malcontenta

Ob es mir nicht etwas einsam ist, will man daheim wissen. Heute ist Mittwoch, es wäre eigentlich Wochenmarkt und viel Getratsche, aber ich bin nicht da, sondern immer noch - und mittlerweile auch unentschuldigt, da verlängert - am See.





Dieses Jahr ist es etwas anders als sonst; zwar liege ich immer noch wie ein Raubritter an den Verkehrswegen von Nord nach Süden, noch immer machen Reisende hier Rast, aber recht viel mehr hat sich einfach nicht ergeben. Sei es, dass ich nicht geplant habe - planen ist im Moment etwas schwierig, schon morgen kann es vorbei sein - sei es, dass andere Entscheidungen treffen, die nicht mehr in diese kleine Welt aus Grün und Blau passen wollen. Oh, bitte, ich verstehe das, nach dem 5. Mal will man vielleicht doch wieder etwas anderes sehen, es ist das Privileg jener, die immer frei entscheiden können, das Beste zu tun.





Es treibt sie dann woanders hin, und ich muss mich nicht entschuldigen, dass der See zu kalt ist. Für mich ist er ideal, es ist nicht zu warm, man kann hier den ganzen Vormittag liegen und bräunen, ohne dass es heiss und Schwimmen unvermeidlich wäre. Ich mag den See anschauen. Andere würden jetzt vielleicht anfangen zu überlegen, ob es wirklich so eine gute Idee war, hierher zu kommen. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ist stehe nicht unter Rechtfertigungdruck und unter Zwang, Alternativen zu suchen.





Kurz, ich bin nicht einsam, ich bin ziemlich frei in meinen Entscheidungen. Ich kann mich hemmungslos benehmen, ich muss nicht Wünsche erkennen und erfüllen, und wenn es an anderen Orten schöner ist, dann nur zu: Die Berge sind voll mit Ferienwohnungen, die ausgereizt wurden, man darf sich nicht zwingen. Ich lade gerne ein, aber das Hinterherlaufen, das habe ich mir abgewöhnt. Daheim finden sie, ich sei nach dem Erdbeben ein klein wenig anders geworden - mag sein, vermutlich, weil es mir in seiner Respektlosigkeit durchaus gefallen hat. So ein Erdbeben ist kein Kaffeekränzchen, es stellt fundamentale Fragen, und hält nicht nicht mit Geschmolle und Zickigkeiten auf. Und man selbst verfällt schnell in eine Na-und-wenn-schon-Haltung. Ich habe Lager gesehen, und die Zelte der Obdachlosen bei den Bächen: Das macht ein wenig taub für Luxusprobleme. Nicht für immer, aber im Moment schon noch.





Nach meiner bescheidenen Meinung hat das auch etwas mit generellen Veränderungen des Verhaltens von Menschen zu tun, und dem Umtergang des Parameters "Zufriedenhait" im Sinne von Bestand. Zufrieden ist man oft nicht mehr mit dem, das ist und bleibt, sondern dem, was sich noch ergeben kann. Sie ist eine Art Wette auf die Zukunft geworden, ein Gefühlsterminkontrakt, und verlangt deshalb dauernde Anstrengung und Leistung. Und natürlich auch persönliche Opfer und Enttäuschungen, die gerne auf Dritte abgewälzt werden. Es gibt so viele Möglichkeiten, es gibt so viele Zwänge, sich zu entscheiden, das Zwischenmenschliche tritt dabei auch gerne mal zurück, und dass wir so hohe Scheidungsquoten zusammen mit dem Marktliberalismus bekommen haben, ist in meinem Augen auch kein Zufall.





Dass bei all den zu nutzenden Möglichkeiten die gelebte Realität, die man sich zurechtstöpseln muss (http://marue23.tumblr.com/post/28839555744/ausbeutungsmaschine-journalismus, rolleye), wenig erbaulich aussieht, gehört wohl auch dazu: Um so mehr engagiert man sich für die Ausgestaltung einer erfolgreichen Zukunft. Die dann, man denke an schmierende Ghettogören aus Berlin, an andere geht, die zeitgleich auch sowas machen und nicht so schlampig rüberkommen. Ich schaue mir das von grosser Entferung an, die geplatzen Träume und das mitunter sehr, sehr kleine, verbitterte G'schau, wenn es nicht laufen will und keiner da ist, der jetzt einen Plan B oder einen Job oder einen Kontakt oder ein Mandat hat. Immer diese Nützlichkeitserwägungen. Es ist narürlich nicht nutzbringend, hier zu sein.



Und es ist gut, unterwegs kein Netz und generell kein social Network zu haben, um nicht dauernd das zu lesen, was der Bernie dazu schreibt:

http://burnster.de/2012/07/30/meine-generation/

So san's. Woanderst. Nein, ich bin nicht einsam, es ist immer noch zu viel Internet da. Der Seemann winselt immer noch, weil sie sein Blog bei der FAZ gelöscht haben. Hätte man früher, hätte er nicht, Optionen gibt es immer, aber auch wirklich gute Chancen werden vertan, und dann sind sie halt woanders, wo es auch nicht optimal ist. Hier ist es, zumindest für mich - perfekt.

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Mittwoch, 8. August 2012

Bradelurlaub

Wenn es schön ist, möchte man sich natürlich auf den Sattel schwingen und über die Wiesen fliegen.







Aber wenn es nach ein paar weniger schönen Tagen wieder schön ist, möchte man natürlich auch die Zeit am Waser verbingen und einfach nur schauen, in die blaue, klare Luft und auf das technicolorkitschige Wasser.







Die Lösung sieht so aus, dass ich ein wenig unten am Strand sitze, bis sich der Ouls beruhigt habe. Und dann fahre ich meine kleine, wüste Bergrunde, hinauf auf die Moräne, hinunter nach Gmung, hoch auf den Osterberg, hinab nach Seeglas und zurück, und dann schaue ich wieder. Pro Runde 100 Höhenmeter. Bis ich nicht mehr die kleinsten Gänge brauche.







Denn ich habe Ziele jenseits des Sees und der Berge, die gerade ohnehin wegen der Unwetter und der Sturzbachfluten nicht begehbar sind. Ich habe nachgeschaut, wie das mit Meran ist, und ob ich nicht doch vielleicht mit dem Rad hinfahren könnte, eventuell, wenn ich nur weit genug komme und ein wenig härter trainiere. Ein Tag bis Pfons, zweiter Tag bis meran mit Jaufenpass, dritter Tag jeden verfügbaren Trauben- und Apfelstrudel probieren.







Und deshalb schinde ich Höhenmeter, bis es weh tut. Aber das ist gar nicht so schlimm, wenn die Aussicht und das Wetter erträglich sind. Dann, am blauen See, frage ich mich auch schnell: Warum überhaupt weg? Oben, an meinem Stellplatz, werden die Marillen gerade reif. Ich könnte auch Marillenkuchen backen. Auch das ist eine Leistung. Es muss nicht immer der Jaufenpass sein. Wenn ich nicht die Bilder sehe.

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Dienstag, 7. August 2012

Gestern so im Gewitter:

"Der erfahrene Bergbewohner dagegen weiss, dass Gewitter kommen und gehen, und das Unschöne eher die langanhaltenden Niederschläge sind."

Heute so im langanhaltenden Niederschlag:

[...]

(Bilder werden noch nachgetragen, wenn ich die Karte wiederfinde)

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Pardon

Die letzten drei Tage bin ich schwer an lese- und radlastigem Privatleben ohne Netzlust erkrankt, ich trage das aber brav nach.

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Montag, 6. August 2012

Tage der Blogunpässlichkeit 3

Ja, sicher, mal wieder ein Gewitter, und das kommt in den Bergen aufgrund der Nähe zu den Wolken immer besonders heftig. So etwas entsteht im Flachland, und trifft dann auf die Alpenkette, und dann ist man besser unten.



Aber auch besser nicht auf den Hauptstrassen auf dem Tal, denn die sind voll mit Flüchtlingen. So stelle ich mir ein wenig den Krieg vor. alle wollen weg, nach Hause, in Sicherheit, während der Einheimische halt nach Hause radelt. So ein Gewitter - man ist es gewöhnt in den Bergen.



Für die Besucher ist es natürlich nicht so schön, die freuen sich auf das Wochenende, und dann geht es so böse aus. Sie haben es sich anders vorgestellt. Sie haben sich diese schicken Strohhüte gekauft und auf die Linie geachtet, und den Blitzen ist das alles egal, wenn sie die Sonnensucher zum Bahnhof scheuchen.



Der erfahrene Bergbewohner dagegen weiss, dass Gewitter kommen und gehen, und das Unschöne eher die langanhaltenden Niederschläge sind. Der Bewohner geht heim und wartet ab, und wenn dann alle Münchner zuhause sind, geht er auf den Hügel, und schaut zum wieder blau erstrahlenden See.



Es ist dann so klar, die Sicht ist so gut, vielleicht wird es morgen wieder schön, die Hoffmung bleibt länger, als dass einen jemand von hier vertreiben könnte. Man muss einfach abwarten können. Abwarten und das Beste daraus machen. Essen gehen. Es ist ja noch etwas Zeit, hier in den Bergen.



Danach dann die Milchstrasse, langgestreckt über dem Firmament. Sieht man das eine nicht, sieht man das andere. Es hat schon alles seine Richtigkeit. Und dass zwei Waldfeste ausgefallen sind: Also, ich kann damit leben.

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Sonntag, 5. August 2012

Tage der Blogunpässlichkeit 2

Eine beliebte Bauernregel am Tegernsee lautet:

Spuid in Gmund di Musi auf,
gibt's a Gwitta no om drauf.

Was letztlich dann bedeutet, dass die Blaskapellentage in Gmund noch kein überlaufenes Waldfest sind, und obendrein stets ein überdachtes Ausweichquartier zur Verfügung steht. Trotzdem torkelte mir schon zu recht früher Stunde ein betrunkener Münchner entgegen und fragte, wo hier ein Waldfest sei (Auflösung: einen Tag später und auf der ganz anderen Seite vom See, auf dem Affenfelsen Rottach und bei den Fettabsaugern in Bad Wiessee, so ein Pech aber auch.)



Im Strandbad, wo es jetzt wieder einen Kiosk und damit Infrastruktur für Fremde gibt, war obendrein am Nachmittag Grillfest. Zwei Gelegenheiten auf einmal. So etwas zieht schlechtes Wetter magisch an, und ich weiss ja nicht, aber wenn man so etwas ahnt, sollte man eventuell zum Kinderwagen mit Kotflügeln greifen. sonst wird die Flucht nach Hause über den nassen Feldweg eine Sauerei, und zwar eine sehr grosse, von unten her.



Die Sache hat natürlich einen Vorteil: Sie reduziert schlagartig das Besucheraufkommen, und so kann man ungestört daheim verweilen. So brutal und hemmungslos so ein Berggewitter ist. so schnell zieht es auch wieder ab. Hier bei uns sind die Terrassen aus guten Gründen weit überdacht, da hält man alles aus. Blitze, Hagel, ausgiebige Frühstücke, für die man in Erwartung weiterer Schauer doch lieber Überbackenes bereitet, das dann im Sonnenschein - na sowas - serviert wird.

Hod's an Minchna gscheid vawahd
weas'D wiada vo da Sunn dabaazd.



Irgendeinen Vorteil muss man als Opfer des Wochenendtourismus ja haben. Weniger hilfreich jedoch ist es, wenn man sich mit seinem Refugium in der Presse für Neureiche, Mänätschmäntdödel und Nutzwertpestilenz findet: Wir haben hier eh nichts mehr zu verkaufen. Wir brauchen hier kein Journalismusgesindel, das den Hype um den See weiter anheizt. Man vertraue mir: Man lebt hier gut, wenn man damit leben kann, ansonsten aber ist das die Hölle auf Erden, und das nächste Gewitter ist immer um die Ecke.



Am Schliersee, da gibt es noch etwas, und wer schlau ist, der schaut sich in

Also, mir ist gerade eingefallen, dass man in Essen sicher noch tolle Wohnungen kaufen kann. Ganz ohne besoffene, waldfestsuchende Münchner.

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Samstag, 4. August 2012

Tage der Blogunpässlichkeit 1

Erheiternd die Vorstellung, wie Stalkerabschaum Yast2000 und andere Hasser ständig neu laden und nichts Neues finden. Müssen sie sich halt einen neuen Lebensinhalt suchen: Mit der Eisenkuchengabel in die Steckdose langen zum Beispiel. Ich dagegen habe bessere Optionen zum Versenken der Gabel, diesen Käsekuchen nämlich:



Und zwar mit Frischkäse, also wirklich frischem Frischkäse von exakt den Kühen vor meiner Terrasse, weil die Bäckerei wiederum die ganz kurzen Verwandtschaftswege geht. Es schmeckt nach 120% Fett im Trockengewicht. Und sehr nach Kuhmilch.



Erfreulicherweise kann ich dennoch den Lenker am Lemond um 5 Millimeter nach unten schrauben, und 1 Zentimeter mehr wäre auch möglich gewesen (kein Wunder nach 10 Kilo Gewichtsverlust seit dem Winter). Normalerweise sagt man ja, dass der Lenker einem im Alter den Weg in den Himmel weise, weil er immer weiter nach Oben, zum Jenseits hin verstellt wird. Hoffen wir mal, dass die Vertiefung nur etwas mit dem regenerierten Körper und der Sportlichkeit, und nichts mit der Hölle zu tun hat.



Dann damit ganz sportlich die Nägel kaufen fahren. Klingt banal. weil der Laden gerade mal einen Kilometer entfernt ist - aber er liegt auf dem anderen Hochufer des Mangfalltales. Sprich, es geht 60 Meter hinunter, hinauf, hinunter, hinauf, mit bis zu soliden 16% - danach fühlen sich nicht nur die Bilder genagelt.



Aber ich wollte ja in die Berge. Hic Alpes, hic japso.

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