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Sonntag, 15. Januar 2012

Tortensporten

Zum Zieleinlauf der Alten Tanten in meiner Heimatstadt gibt es jetzt eine spezielle Torte mit dem typischen schwarz-weiss karierten Muster.



Nachdem wir schon eine vertikal rot-gelb-gestreifte Tortenflagge haben - die cremig-rutschige Havannatorte - ist diese Ergänzung durch Kokos mehr als nur angebracht. Darauf dann auch ein Glaserl Sekt. Sage keiner, dass man mit 80+ nicht auch noch Sport siegreich vollbringen kann. Angesichts der bescheidenen Reste, die um 15 Uhr noch zu bekommen waren, sah der Zielraum heute vermutlich einige echte WeltmeisterInnen in dieser Disziplin.

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Sonntag, 4. September 2011

FDP -

eine Partei wie ein Verkehrsunfall am Brückenpfeiler mit viel Alkohol und ohne Sicherheitsgurte.

Da lacht die Union im Strassengraben.

Edit: Nicht nur die FDP und die Union saufen ab, auch der Sommer erlebt seinen letzten Badetag in den Bergen, und ich stelle mit Erstaunen fest, dass ich nicht nur mit dem Rennrad nach Tegernsee fahren und den Berg wieder hochkeuchen kann. Ich kan dabei mit der Torte in der Hand und Sehnenproblem und Übergewicht auch andere Rennradfahrer überolen.















Vielleicht nicht unbedingt das, was man braucht, wenn man jung, schlank und supersportiv in weissen Radlkleidern auf einer modernsten Carbonflunder meint, auf der Uferstrasse schnell unterwegs zu sein.

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Dienstag, 30. August 2011

Stilecht

wäre es, wenn Westerwelle nicht nur zurücktreten, sondern gleich auch nach Algerien ausreisen würde.

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Sonntag, 14. August 2011

Schöne Heimatgeschichte

zwischen Deutschland und Italien.

Was ich spassig finde, ist die Vorstellung, dass spätere Generationen das gleiche mal mit Blogs machen könnten. Es ist vermutlich kein ganz grosses Geheimnis, dass meinen Lebensweg mehr als nur eine Frau kreuzte, und dass es nicht immer beim Verbeugen an ihrer Haustür geblieben ist. Ja, ich sage das auch offen: In den 8 Jahren dieses Blogs kam das auch schon mal vor. Und was für eine sagenhafte Enttäuschung muss das für Nachfahren sein, wenn sie später einmal hören, dass Mama vor ihrer ersten Ehe (oder dritten? Mama?) mal mit diesem Typen da zusammen war, der alles ins Internet schrieb... und dann suchen sie Jahr um Jahr durch auf der Jagd nach saftigen Details, und finden nichts - wenn sie nicht gerade so hellseherisch sind, dass man manches Foodpornbild entschlüsseln kann.

Die meisten meiner guten Freunde können ein saftiges Bild von mir zeichnen. Ich habe Briefe geschrieben, die hoffentlich längst weggeworfen wurden, es gibt sicher irgendwo Photos und Erinnerungen und Andenken und sehr vieles, was auch jede Familienfeier abrupt zu einem Ende bringen könnte - waaaas - Du hast mit dem, obwohl er immer meine Kommentare löschte??? Der hat Dich mit der Torte gefüttert, die damals??? - aber halt nicht im Netz. Fast nie.



Wir sind alle so sauber. Es gibt jede Menge Pr0n im Netz, aber für alles andere muss man immer nich Fragen stellen, wenn manche nicht da und andere angetrunken sind. Und das ist doch irgendwie tröstlich -

gerade, wenn man sich die Deppen anschaut, die ihr Familienleben ungefiltert und 50 Jahre zu früh ins Netz blasen. Bai der deutschen Scheidungsquote und den Gesichtern, also, ich wäre da echt vorsichtig. Aber wie sagte nicht die famose K. so schön, als ich sie nach 12 Jahren wieder traf? "Du kommst gerade recht, heute habe ich mich von meinem Mann getrennt." Es gibt immer zwei Seiten der Familiengeschichten. Die eine ist gut und die andere ist für die anderen.

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Sonntag, 31. Juli 2011

Schuhe


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Freitag, 15. Juli 2011

Die Zukunft

Als man noch rote Etikettierbänder nahm und weisse Buchstaben hineinstanzte, als noch nicht in jedem Büro ein Drucker stand und das Hämmern der Schreibmaschinen, der über das Papier rasenden Kugelköpfe die Räume erfüllte, war die Zukunft noch gross und weit. Irgendwie richtige Zukunft, mit Fortschritt und Lösungen und Wendungen zum Besseren, verrichtet durch Industrie und Forschung. Was sie sagen, konnte man glauben und niederschreiben. In jener Epoche der roten Eikettierbänder waren all diese Entwicklungen ein probates Mittel, um in die Zukunft zu marschieren, ohne sich ideologisch neu zu orientieren. Man konnte Sonntags in die Kirche gehen und danach zum Schweinsbraten mit dicker Sosse und dann in der Redaktion etwas über Schnelle Brüter schreiben und das gefühl haben, alles sei richtig. Im Blatt, im Kopf, in den Resopalfächern mit dem roten Band.



Zukunft bedeutete damals grosse Maschinen und gigantische Kräfte, ein stetes Mehr und Weiter. Mehr Strom, mehr Energie, mehr Ausbeute, sagte der Kugelkopf dem Papier und presste seine Signatur elektrisch hinein. In den Fächern landete postalisch die Zuversicht und die Erwartung, das Nichts des Weltalls und die Lauge von Asse, und alles würde gut werden. Irgendwann vielleicht bräuchte man grössere Fächer, man wächst ja auch ein wenig mit dem Thema, das auch wächst, so ist das eben in der Zukunft, die man da beschreibt und die alle mitnehmen wird, ob sie wollen oder nicht. Mag sein, dass unten ein paar Leute zusammengeschlagen werden, dass ein Salzstock verfüllt wird und der Ozon leidet, aber wo wäre man ohne das alles.



Und irgendwann ist man auch so weit, dass man gar keine Entsorgung mehr braucht, denn die Wissenschaft findet Wege, sie zu entsorgen, und die PR findet, falls es nicht klappt, Wege, sie vergessen zu machen. Immer nur hinein in die Fächer der Zukunft. Manchen mag es nicht gefallen, aber das war doch schon immer so, und geändert hat es nichts. Niemand möchte im Mittelalter leben. Jeder möchte schöne, neue Büros, und praktische Resopalmöbel mit Fächern, die das Sortieren erleichtern. Das ist die Zukunft. Sie wird siegen, unter der Erde, im Himmel, ganz egal, und die relevanten leute, die in der Wissenschaft, die sehen es ja auch so.



Der Schrank ist noch da, der Mann mit dem roten Etikettierungsband jedoch ist in Pension gegangen. Und wenn der Schrank, was zu hoffen ist, erhalten bleibt, wird er in 30 Jahren ein höchst spannendes Stück zeitgeschichte sein, an dem man sehen kann, was man erwartete, was tatsächlich kam - und sich dann als nicht dauerhaft machbar herausstellte. Nur Resopal, das geht heute noch. Aber die Fächer sind längst in den Rechnern, jenen unbeachteten Abfallprodukten der Forschung, und in ihnen werden ganz andere Dinge als auf der Kugelkopfschreibmaschine niedergeschrieben. Es gab eine Ideologie, einen Glauben, eine Gewissheit, eine Zukunft.

Und das alles ist nur noch rotes Etikettierband auf einem alten Resopalschrank.

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Mittwoch, 4. Mai 2011

Das Monster ist tot

Physisch.

Aber es lebt in vielen Einzelteilen weiter, und wird nicht so schnell sterben. Sicherheitsgesetze. Schnüffellizenzen. Abschaffung von Freiheiten. Überwachung. Kontrolle. Bis hinunter zum Bapperl auf besseren Schuhkartons.



Und wenn man sich nun bemühen würde, die Überwachung mit der gleichen Energie überflüssig zu machen und abzuschaffen, wie man den alten Mann in Pakistan abgeschafft hat - oder vielleicht sogar ein wenig besser und offener - wäre das Monster wirklich tot. und nicht nur seine Inkarnation.

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Montag, 21. März 2011

Besorgt. Aber nicht ängstlich

Ich denke, das Ganze hat etwas mit der Unfähigkeit von Journalisten zu tun, den Aktivwortschatz zu pflegen. Dieses Gerede, dass die Deutschen schon wieder Angst hätten. Diese Nörgler, Meckerer, Angshaber, German Angst. Solche Schlagworte beherrschen sie.

Weil es negativ beslastet ist, weil man damit eine Story bauen kann. Aus der Angst gewinnt der Schmierfritz einen Anlass, einen Lichtblick zu erfinden, erst eine Beschimpfung und dann eine aufrüttelnde Phrase, er, der Lichtbringer, der Hoffnungsspender oder wenigstens das abgewrackte Stück Berlinzersiedlung, das sich cool vorkommt, weil ihm Atom so egal wie S21 und Datenschutz ist, weil: Damit ist man ja anders und kein armer Dönerfresser, sondern Avantgarde. Angst ist was für Memmen, für Zauderer, für Verharrende und Rückwärtsgewandte.

Das Wort "besorgt" kommt ihnen nicht in den Sinn.



Vielleicht liegt es daran, dass besorgte Menschen keinen Quassler brauchen, der ihnen eine Angst nimmt. Besorgte Menschen sind immerhin so weit, dass sie selbst etwas tun, demonstrieren, ihre Meinung äussern, im privaten Umfeld diskutieren. Ich erlebe gerade sehr viele besorgte Menschen, aber keine Angst, keine Furcht, keine Panik. Das Nachdenken, das daraus erwächst, braucht keine Vorschreier. So etwas braucht nur der Terror und die Hysterie, und die wiederum entstehen erst, wenn die Menschen keinem mehr ein Wort glauben. Dazu hatten sie bei der Finanzkrise nicht weniger Anlass als heute, aber diesmal reicht es, einfach nur besorgt zu sein.

Wer soll es ihnen angesichts der Nachrichten - soeben hört man, dass auch das Meer bei Fukushima stark verseucht ist - verdenken.

Es hat nach meiner bescheidenen Meinung schon alles seine Richtigkeit mit den Deutschen, in diesen existenziellen Fragen. Es entspringt daraus keine Revolution, aber oben merkt man, wie gross die Kräfte unten werden, wenn die Menschen nur besorgt sind. Da ist sie, die "Weisheit der Massen", die gleich wieder von Atomfreunden zur Unwissenheit umgedeutet wird, leider auch mitunter in der Zeitung, für die ich schreibe, von Leuten, denen mitunter vielleicht das Gefühl für Stimmungen, Veränderungen und Grenzen fehlt.

Natürlich bin ich auch besorgt. Ich bin wütend, weil ich angelogen werde und mir meine Informationen zusammensuchen muss, weil Lobbyisten nicht kenntlich gemacht werden, weil man Wissenschaft sagt und Geschäft meint. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass es diesmal wirklich reicht. Ganz ohne Angst. Nur, weil man besorgt ist.

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Freitag, 24. Dezember 2010

Gute Gründe für Wikileaks

Ich finde, ich habe ein Recht zu erfahren, dass die Briten in Bangladesch an der Ausbildung von rechtsgerichteten Todesschwadronen beteiligt sind, die hunderte von Verdächtigen, Unschuldigen und Regimegegnern ohne Chance auf ein rechtsstaatliches Verfahren ermordet haben - und das alles im Rahmen des "Kampfes gegen den Terror". Und ich finde es gut, wenn solche Regimes, bei der man wirklich fragen muss, wo da bitte der Unterschied zu anderen Exporteuren von Terror sein soll, dann zumindest juristische Probleme bekommen.

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Mittwoch, 22. Dezember 2010

Masslosigkeit

Manchmal frage ich mich ja, ob die Leute in einen Kaufrausch verfallen, weil sie wirklich Angst haben, dass sie in den kommenden Tagen verhungern. Oder auch nur zu wenig zu Hause haben.



Oder ob es nicht vielleicht einfach die Möglichkeit ist, einmal die Sau rauszulassen und sich dem Schlaraffenland hinzugeben, jetzt, da sie einen moralisch akzeptablen Vorwand frei Haus bekommen.



Am Freitag ist nochmal Wochenmarkt, da könnte ich mal fragen. Allerdings sind die Leute so mit dem Plündern beschäftigt, da will man auch nicht stören.

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