Und nun zu etwas komplett anderem

Jeden Monat freue ich mich auf die neuen IVW-Zahlen, weil der Absturz der VZ-Netzwerke einfach zu schön ist. Und auch sonst schaue ich mich da gern um, man will ja wissen, was da so Neues auf dem Markt ist. Vor ein paar Wochen war auch ein Rotlichtangebot dabei, mit einem erst mal ganz witzigen Namen. Und obendrein Zahlen, bei denen man sich fragt, ob die Arbeit bei einem hochwertigen Medium wirklich noch ganz auf der Höhe der Zeit ist, und die Bilder wirklich gut sein müssen.

Denen geht es nämlich blendend. Auch wenn die Inserentinnen, zumeist nur nebenberuflich dort aktiv, irgendwie so gar nicht mit Kameras und Selbstauslöser umgehen können. Eigentlich würde man bei so einer Plattform erwarten, dass die Bilder so phantastisch und geshopped wie nur irgend möglich sind. Sind sie aber zumeist nicht. Und auch ansonsten entsprechen die Bilder absolut nicht dem, was man beispielsweise von Wäschewerbung so kennt. Es sind mehr oder weniger gut erkennbare, mehr oder weniger angezogene Frauen mit sehr normalen Figuren.



Darunter finden sich dann die Bewertungen der Kundschaft. Sie ist meist freundlich, und ich habe keine einzige gelesen, in der stand: Zellulitis hier und Übergewicht da, war nmir zu dick oder ich wollte doch einen Filmstar. Manche mit wirklich enormen Mengen an guten Besprechungen sehen so normal und gängig und durchschnittlich aus, dass man schon ins Zweifeln kommt, ob die Körperideale der Medien in den Köpfen der Männer angekommen sind.

Natürlich geht es da nicht zentral um die Beurteilung von Schönheit, sondern um Sex, aber das Gefallen wird dennoch deutlich. Und es ist insofern auch ein gutes Kriterium, als es ja auch um bezahlte Dienste geht: Die Kundschaft muss aus der Sicht eines noch in DM umrechnenden, alten Mannes durchaus ordentlich bezahlen. Und ist nachher angetan bis begeistert. Rein marktwirtschaftlich gespochen - könnte mal bitte jemand der Pi'atenfemispinnerin das Riechsalz bringen - rein marktwirtschaftlich also ist das Angebot durchschnittlicher Frauen und ihrer Dienste Anreiz genug, dafür zu bezahlen und danach noch nette Worte zu finden.



Ich bin ein Mann. Im Gegensatz zu vielen Frauen ist mir vollkommen aus eigener Erfahrung bewusst, wie gross der Einfluss des Paramters "mediengerechtes Aussehen" auf den Wunsch ist, einer Frau nahe zu sein. Es gibt rasend schöne Frauen, bei denen man aus schlechter Erfahrung weiss, dass man besser die Finger davon lässt, und noch vieles anderes - aber es ist halt nur ein Kriterium unter vielen. In meiner Bekanntschaft ist eine Frau, die man mit Romy Schneider verwecheln kann - schön, aber nichts für mich. Mein Lieblingsfikm von Eric Rohmer handelt von einem Idioten, der zu spät realisiert, dass er mit einer normal wunderschönen Blondine keine Zukunft haben wird, und damit alle Chancen bei einer Frau vergibt, die keinem Modellideal entspricht, aber die Richtige gewesen wäre.

Schönheit, Glück und Zufriedenheit liegt immer im Auge des Betrachters, das beginnt, als Romeo Julia sieht und sie als "ein reiches Juwel in eines Mohren Ohr" bezeichnet - nochmal das Riechsalz für die Ische bitte - und endet eben dort, wo korpulente Frauen mit exakt dieser Selbstbeschreibung und ihrer Telefonnummer ein Geschäftsmodell aufziehen. Was ich damit sagen will: Wer glaubt, er bekäme keinen/keine ab, und das allein auf das Aussehen reduziert, liegt nicht wirklich richtig. Normal ist nicht hässlich und auch nicht weniger schön im Vergleich, den eh keiner macht, wenn es so weit ist - es ist halt, wie es ist. Und die Probleme könnten auch in anderen Bereichen liegen. Ichkenne da zum Beispiel ein völlig hysterisches Blog einer superdürren Bewegungsbescheuerten, da gibt es kein Pfund und keinen Zentner mehr oder weniger, dass ich die auch nur mit der Kneifzange anfassen würde, excuse my french.



Das Abkriegen hat viel mit Bemühen, nett sein und Zuneigung zu tun, und wenn ich das wirklich, wirklich wollte, hat das in allen Phasen meines Daseins akzeptabel funktioniert. Aber Frauen ticken da offensichtlich anders, anders kann ich mir den - ansonsten sehr lobenswerten - 609060-Ansatz, der durch die Blogs rauscht, nicht erklären.. Wenn ich so etwas lese, werde ich zum Vorsatztäter und mache ein Blech Datschi und esse es weg, g'rad mit Fleiss. Ich halte auch nichts von "Normalgewichten", allein das Wort ist schon pervers, weil es suggeriert, die anderen wären nicht normal. Am Ende grassiert dann Kotzbrechsucht und all der Schönheitswahn der plastischen Chirurgie. Man muss lernen, darüber zu lachen und sich gut zu fühlen.

Ich bin kein freund der Prostitution, wie ich auch Drogen und Alkohol und Glücksspiel selbstverständlich nicht in Betracht ziehe, aber dennoch fand ich dieses Portal und die dortige Wurschtigkeit - beruhigend. Das ist nach meiner bescheidenen Meinung ein sinnvoller Umgang mit dem, was ist - man macht halt das daraus, was einem etwas bringt. Körper machen Spass, sei es horizontal im Bett oder vertikal an der Felswand, das Leben ist schön und das Essen soll schmecken, jeder mag zufriedene Menschen und keiner hält es mit Hysterikern lange aus. Ich wünsche den 609060ern alles Gute mit ihrer Aktion und dass es ihnen keine Femikampfgruppe schlecht redet.

Das ist alles. Und zwei Kilo Zwetschgen, Teig und ein halbes Pfund Zucker.

Freitag, 31. August 2012, 23:34, von donalphons | |comment

 
Da dacht ich doch, daß ich Rohmer ein wenig kennte und bin doch verblüfft, daß ich keine Ahnung habe. Meine liebsten sind übrigens: "L'ami de mon amie" und "Les nuits de la pleine lune". Freilich, die Damen in jenen Filmen sind nicht sonderlich gewichtig. Aber meine allerliebste Freundin hat ein Lebendgewicht von ca. 150 kg und eine Stimme, als würde einem ein Engel ins Ohr pinkeln. Sie hatte dennmals eine Ausbildung als Opernsängerin. Wenn sie nicht schon vergeben wäre, dann würde ich keine Sekunde zögern. Die Mickymäuse, die meinen, ein Waschbrettbauch hülfe zur ewigen Seligkeit sind einfach nur arme Irre.

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Sängerinnen. Ganz schrecklich, sowas. Sollte man wie Sirenen meiden. Gemeint ist Cont d'Ete.

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Also für mich gehört zu einer schönen Frau auch ein Bauch (zumindest ein Bauchansatz).

Dieses komische andere Schönheitsideal kommt doch von den Designern, für die Frauen nur "Kleiderständer" sind. Pffff..

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Warum muss eine Frau eher schön als intelligent sein?
Weil Frauen besser in den Spiegel gucken als über Männer nachdenken können.

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Schön ist subjektiv. Und Schönheit kommt von innen.

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Frauenzeitschriften, würde ich sagen, sind er Quell alles Übels. Und eine gewisse Kultur des Selbsthasses und der Diskriminierung.

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Bild 3: Foulspiel! Da hat doch jemand bei geholfen! ;)
*scnr*

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Das Messer brauche ich zum Schneiden und zum Handabhacken, sollte sich wer nähern.

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Was'n langer (sehr amüsanter & lesbarer!) Sermon, um eine momentane Fresssucht zu ...ja, was? kaschieren? entschuldigen? begründen?
Weiter so!

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Das hat mit Fresssucht nichts zu tun, der Verstand setzt aus und das Mauk setzt ein. Es gibt da so eine spezielle Kieferhaltung, da gehen alle grauen Zellen aus.

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@savall: ist das nicht aus den moralischen Erzählungen? ich meine, so eine etwas sehr theorielastige Mehrecksgeschichte mit viel Schnee.
Mein Lieblings-Rohmer ist "Claires Knie". Und einige andere ... Wobei mir auffällt, dass ich lange keinen mehr gesehen habe.

Mir ist es immer noch zu früh für Pflaumenkuchen. Zumal es hier noch keine Zwetschgen gibt. Stattdessen: Ledderkestaat ...

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Bei uns sind sie definitiv reif, zumindest auf den Südhängen des Jura.

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jetzt muss ich schon wieder kommentieren, wir wollten dass doch abschaffen..

In meinem Bekanntenkreis werde ich unter Hand als radikaler Hedonist gehandelt. Was zwei (+x) Menschen miteinander freiwillig machen finde ich, bei gegenseitigem Einverständnis, nie verwerflich, so absurd die Handlung auch sein mag.
Weiter ist bekannt dass ich mich nicht auf Kosten von Geheimnissen profilieren mag, finde ich einfach nicht anständig.

Daraus ergibt sich nun dass ich immer wieder in die Situation komme dass mir ebendiese Bekannte ihre Geheimnisse anheim geben. Man kann dies als nervig betrachten, oder sich zurücklehnen und einfach versuchen etwas mehr über Menschen zu lernen.

Sie mögen alles mögliche, von dick bis zu überdick, von Domina über Shemale zu Mann. Alles wird erwähnt, nur nie (nie!) dass medial vermittelte Ideal. Das wird nur rituell religionsgleich beschworen wenn man sich der Meinung der anderen unsicher ist.

Ich selbst bin im übrigen recht trainiert, trage aber gerne Kleidung die dies nicht betont. Wenn ich mal eine "mediengerecht aussehende" Frau anspreche habe ich trotzem oft Erfolg, weil ich gerne freundlich bin und auch mal einen Scherz mache. Sind halt auch nur Menschen die sich gutfühlen und und Spaß haben wollen.
Für diese Eigenschaften ist ein Blech Datschi im Zweifel eher förderlich.

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Ich sehe mit Wohlwollen, dass die Zwetschgen schon dichter liegen als früher, auch wenn sie noch nicht stehen.

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man achtet hier mehr auf Details denn auf meine Linie.

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Diese Hochglanz-Maße sind nicht die "Körperideale der Medien", sondern diejenigen der in den Medien inserierenden Wellness-Industrie. Je unerreichbarer diese Ideale wiederum sind, desto besser für den Absatz dieser Industrien. Die Journalisten aber sind nur die Loddel ... oder die Propagandisten bzw. Außendienstvertreter.

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Unklar bleibt die Frage, warum die Frauen alle drauf anspringen.
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Auch ohne dem Don seinen Texten hätten die doch längst merken können, dass sich kein Mann für ihre Zellulitis interessiert.
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Irgendwie verfestigt sich mein Verdacht, dass der weibliche Schönheitswahn, überhaupt rein gar nichts mit Männern zu tun hat.
Man hört von jungen Akademikerinnen, die Mitte 20 noch Jungfrau sind, aber täglich 90 Minuten vor dem Spiegel stehen und eifrig joggen und wirklich als Model durchgehen könnten.

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Kosmopolitische Powerfrauen, die an amerikanischen Universitäten zu Hause sind und ihr Leben streng nach religiösen Geboten, zugleich nach denen der Schönheitsindustrie ausrichten.
Sie haben immer einen Schwarm von Verehrern um sich rum, aber bleiben alleine. So können sie in Ruhe an der Uni Karriere machen und den passenden Mann für sie könnte es gar nicht geben. Denn der müsste noch klüger sein, noch mehr Erfolg haben und natürlich ebenso streng religiös.
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Höchste Zeit, den Jesuitinnen-Orden zu gründen.

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Dass sich kein Mann dafür interessiert, stimmt so nicht. Ich bekam mal mit 27 Jahren von meinem damaligen Freund gesagt, wie toll das sei, dass ich keine Zellulitis habe. Er wisse zwar, dass selbst sehr sportliche Frauen, die wie er den Rennsteiglauf - Supermarathon, 72,7 Kilometer - mitmachen, Orangenhaut bekämen, er fände sie aber doch sehr störend und hässlich.

Wir waren nur ein paar Monate zusammen. Denn eigentlich stand er auf Frauen mit kleiner Oberweite, und damit konnte ich nun wirklich nicht dienen. Außerdem gingen mir ein paar seiner Eigenarten und Verhaltensweisen gehörig auf die Nerven.

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Der wollte Sie nur ärgern und ein wenig pieksen.

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Fragen wir kurz und radikal: Ist Schönheitswahn ein Anzeichen für Frigidität?

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Er konnte mich damit ja nicht ärgern, da ich tatsächlich keine hatte. Das war ganz ehrlich gemeint und sogar als Kompliment gedacht. Woraufhin ich nicht zum ersten Mal dachte, dass diese Liaison nicht von Dauer sein würde.

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Dass sich kein Mann dafür interessiert, stimmt so nicht.

Richtig. Umgekehrt gilt übrigens das gleiche - auch Männer bekommen bisweilen von Frauen ähnliche Sprüche zu hören.

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Es gibt immer Männer, die besonders blöde Komplimente machen.

Es gibt immer Idioten.

Wer perfekt aussehende und sich nach der Norm verhaltende Pr0nstars mit Hochleistungssex sehen will, kann ja auf eine Erotikmesse gehen.

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Pr0nst*rz
Der Vergleich hinkt. Gerade im Porno zeigt sich doch, dass Männer auf Frauen mit Fleisch auf den Knochen stehen, und nicht auf Size Zero. Abgesehen von ein paar amerikanischen Fitness-Hungerhaken, die fehlende Rundungen vorne und hinten mit Silikon ersetzen, sind Bulimikerinnen im Fickfilmgenre eher selten.

Das kranke Schönheitsideal kommt aus einer der meiner Ansicht nach kaputtesten Branchen überhaupt: der Modeindustrie. Für die sind Frauen nur Stoffständer. Die machen Mode für postsexuelle Fantasiegeschöpfe, nicht für Frauen. Wenn selbst die gebuchten Models nicht mehr in die für die Runway-Show gefertigten Exemplare passen, ist die Spirale längst überdreht.

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Genau diese Meinung
vertrete ich auch schon wesentlich länger. Wer sich mit dem Schönheitsideal befasst, das in der Pornoindustrie WIRKLICH cash in die Kassen spült, wird feststellen, dass das Frauenideal, abgesehen von den unsäglichen gemachten Brüsten, wesentlich natürlicher ist als das, was uns Elle und Co versuchen zu vermitteln. Eine Lisa Ann, die auf Grund gewisser Ähnlichkeit zu Frau Palin in USA so etwas wie Mainstreambekannt geniesst, würden hiesige Frauenzeitschriften unisono in die Kategorie Fett einordnen.

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kaum zu glauben...
ich habe erst gestern genau von dieser Zuneigung gesprochen. Mit alles, ohne dies alles nix. Es ist wohl die Erkenntnis des eigenen Alterns und die Einsicht gemachte Fehler eben nicht bis ins Unendliche zu wiederholen...

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Respekt.
Aber wir haben zu zweit gestern abend auch eine ganze Reine voll der sächsischen Mutter aller Röstis vertilgt - 8 große Kartoffeln, 1 Liter Buttermilch, 4 große Eier, 8 gehäufte Esslöffel Mehl, 200g ausgelassener gewürfelter Speck.

https://plus.google.com/photos/116346751451325960799/albums/5783558512189968609?authkey=CIuR0rm4pYPEOA

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Heute habe ich ein Radio-Feature für Kinder (vom DLF, soweit ich erinnere) gehört, da ging es um das Thema „Glück“. In einem Abschnitt ging es dann auch um Faktoren, die Glücksgefühle bedingen/untergraben und eine Aussage war sinngemäß, dass ein permanenter Vergleich mit Anderen (egal, worum's geht; Geld, Aussehen, Macht...) unglücklich mache. Was jetzt nicht unbedingt in die Kategorie „bahnbrechende Neuigkeit“ fällt.

Nun sieht man ja Darstellungen nackter (zumindest aber halbnackter) Frauen wirklich an jeder Ecke, man kann sich dem Vergleich ergo eher schwer entziehen. Wo aber sieht man denn mal splitterfasernackte Männer? Mir fallen da nur Pornographie mit ihren realitätsfernen Bildern oder aber Medizinbücher ein... okay, wer gerne ins Museum geht, wird vielleicht auch mal einem Adonis über den Weg laufen. Ansonsten ist es aber für Männer mutmaßlich nach wie vor leichter, sich dem Vergleich zu verweigern, also jetzt mal allein auf die Menge der Bilder bezogen, mit denen man/frau täglich konfrontiert wird.

Trotzdem bezweifle ich, dass „[...] alle Frauen drauf anspringen“, die Bandbreite der Beeinflussung halte ich innergeschlechtlich für ziemlich groß. Habe allerdings noch nicht herausfinden können, wovon es nun wiederum abhängt, ob und inwiefern diese ganzen medieninduzierten Bilder im Einzelfall zünden.

(Und davon ab: Bitte mehr Foodpr0n!)

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Männerzeitschriften sind ziemlich voll von solchen Typen, da holen die Männer auch gerade richtig auf. Das fällt vielleicht Frauen nicht so auf, aber doch, da ist etwas am entstehen.

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Der Datschi ist schon im Ofen.

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..hoffentlich STEHEN die Pfläumlein diesmal :D

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Nein, das wird wieder ein schlapper Datschi.

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Das ist leider
auch bei Männern schon wesentlich länger ein Thema. Einfach mal den Begriff "Adoniskomplex" googeln.

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Und wieder was gelernt.

Apropos Lernen, habe gestern auch meinen Wortschatz erweitert und weiß nun, was ein "Powidl" ist. Ich dachte erst an irgendwas Schweinkramnahes, aber nein, es war sehr wohlschmeckend. Wird demnächst auch mal nachgekocht.

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