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Samstag, 14. August 2004
Freitagsdemo
Wenn sie keine Arbeit haben und vor Hartz IV zittern, pfriemeln sie eben mit dem gecrackten Photoshop Aufkleber zusammen, die ein Kumpel dann bei seinem Copyshop-Nebenjob kostenlos ausdruckt, und dann geht´s ab auf die Strasse damit.

Und dann kommt so einer wie ich uund tritt die Botschaft mit Füssen in neuen, rahmengenähten Schuhen, gleich nach dem Shopping. So ist das nun mal. Hart und ungerecht.

Und dann kommt so einer wie ich uund tritt die Botschaft mit Füssen in neuen, rahmengenähten Schuhen, gleich nach dem Shopping. So ist das nun mal. Hart und ungerecht.
donalphons, 00:35h
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Neologismus
Von Frau Fragmente kommt ein ultraseltenes, bei Google kaum findbares Wort, das traumhaft in die New Economy gepasst hätte: Bellybuttonbabes bzw Bellybuttonbabe (Singular).
Wir hätten es damals mit ganz weichem B ausgesprochen, dann zu BBB werden lassen, und am Ende zu Triple-B gemacht. Das BBB, die ideale Frau für die CEOs des WWW. Leider sind wir dafür zu früh ausgestorben.
Schade. Es wäre ein wunderbarer Eintrag im Glossar von Liquide gewesn:
Bellybuttonbabe, das (Abk. BBB oder Triple-B): Häufig gepiercter, freistehender Bauchnabel mit junger Frau drumrum. Weiblicher Krankheitsherd bei Rückenleiden, Lüngenentzündung und Sommergrippe. Das B. ist meist in Begleitung eines leitenden Mitarbeiters zu finden, der darauf achtet, dass es nicht länger als 1 Stunde am Tag produktiv tätig ist.
So hätten wir das gemacht, Anno 2000, in den ersten Monaten.
Wir hätten es damals mit ganz weichem B ausgesprochen, dann zu BBB werden lassen, und am Ende zu Triple-B gemacht. Das BBB, die ideale Frau für die CEOs des WWW. Leider sind wir dafür zu früh ausgestorben.
Schade. Es wäre ein wunderbarer Eintrag im Glossar von Liquide gewesn:
Bellybuttonbabe, das (Abk. BBB oder Triple-B): Häufig gepiercter, freistehender Bauchnabel mit junger Frau drumrum. Weiblicher Krankheitsherd bei Rückenleiden, Lüngenentzündung und Sommergrippe. Das B. ist meist in Begleitung eines leitenden Mitarbeiters zu finden, der darauf achtet, dass es nicht länger als 1 Stunde am Tag produktiv tätig ist.
So hätten wir das gemacht, Anno 2000, in den ersten Monaten.
donalphons, 00:19h
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Kwalitäzschurnalisten, fäuletonistische
Mit dem Blogsalon der Zeit hat das Hamburger Hausblatt ostelbischer Junkernachkommen ein Organ eingerichtet, um endlich mal so richtig krassen, mies formulierten Borderline zu machen:
Der Sommer ist so kostbar dieses Jahr, dass sich niemand durch Weblogs lesen mag - und selbst diejenigen, die üblicherweise interessante schreiben, scheinen die Sonnentage fern ihres Bildschirms zu nutzen.
Also, meine Userzahlen hier gehen nach oben, ich kann mich über Leser nicht beschweren, die Kommentare bei mir und anderen kommen auch nicht gerade von Spambots, und ich sehe auch fast kein Blog, das im Moment geschlossen hat.
Äh...
Ach so, es sei denn, die Zeit liest vor allem tote 20six- und myblog-Blogs. Die könnten dann, wenn von 12-jährigen verfasst, auch stilbildend für die Zeit sein.
Der Sommer ist so kostbar dieses Jahr, dass sich niemand durch Weblogs lesen mag - und selbst diejenigen, die üblicherweise interessante schreiben, scheinen die Sonnentage fern ihres Bildschirms zu nutzen.
Also, meine Userzahlen hier gehen nach oben, ich kann mich über Leser nicht beschweren, die Kommentare bei mir und anderen kommen auch nicht gerade von Spambots, und ich sehe auch fast kein Blog, das im Moment geschlossen hat.
Äh...
Ach so, es sei denn, die Zeit liest vor allem tote 20six- und myblog-Blogs. Die könnten dann, wenn von 12-jährigen verfasst, auch stilbildend für die Zeit sein.
donalphons, 18:47h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 12. August 2004
In einer Reihe mit
(Young Miss 9/04, S. 10, "Miss World Trendscout" v.l.n.r.)
Karolina Kurkova, Christina Aguilera, Patrick Nuo, Don Alphonso, Kai Pahl, Blogs.

Wer hip ist, führt Tagebuch - literarisch, poetisch, online! In sogenannten Blogs. Die besten gibt's ab 1. September mit Anleitung zum Selberbloggen im Buch von Don Alphonso und Kai Pahl.
Kai Pahl. Nicht Kai Phal, Kaiphas oder Kai der Pfähler. Für die Werbefritzen, die hier lesen: Als Anzeige hätte das über 4.000 Euro gekostet.
Disclaimer: Achtung! Dieser Blogeintrag ist ungeeignet für ironieresistente Vollidioten ab 14 Jahren!
Karolina Kurkova, Christina Aguilera, Patrick Nuo, Don Alphonso, Kai Pahl, Blogs.

Wer hip ist, führt Tagebuch - literarisch, poetisch, online! In sogenannten Blogs. Die besten gibt's ab 1. September mit Anleitung zum Selberbloggen im Buch von Don Alphonso und Kai Pahl.
Kai Pahl. Nicht Kai Phal, Kaiphas oder Kai der Pfähler. Für die Werbefritzen, die hier lesen: Als Anzeige hätte das über 4.000 Euro gekostet.
Disclaimer: Achtung! Dieser Blogeintrag ist ungeeignet für ironieresistente Vollidioten ab 14 Jahren!
donalphons, 17:35h
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Die erste Rezension des Blogbuchs ist da
wurde mir zumindest mitgeteilt. Deshalb habe ich gerade meine Office Managerin rüber zum Kiosk geschickt. Ich glaube, ich kann das nicht: Zum Kiosk gehen und eine Young Miss verlangen.
donalphons, 16:52h
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Feindbilder
In der Erforschung von Ausgrenzungsphänomenen gibt es immer wieder das erstaunliche Ergebnis, dass die körperliche Abwesenheit einer Randgruppe nicht bedeutet, dass der Hass auf sie endet - ganz im Gegenteil.
Da ist also diese Schmiererei im Prenzlauer Berg. Der fromme Wunsch, eine Gruppe zu züchtigen. Die Yuppies. Interessant. Der Begriff kam in Deutschland in der 2. Hälfte der 80er Jahre auf und bezeichnete eine relativ kleine, gut verdiendende Personengruppe, die vor allem im Bereich der Finanzdienstleistungen oder durch schnellen Aufstieg im mittleren Management zu finden war. Viele Yuppies kamen auch aus der Creativ-, Werbe- und Medienszene, die damals, in Zeiten des Niedergangs der 68er, ihre erste, grosse Blüte hatte. Damals entstanden elektonische Privatmedien, und das Internet wäre, so man es bereits in seiner jetzigen Form erfunden hätte, sicher ein ganz gosses Ding geworden. Und es gab zum ersten Mal sowas wie eine, von Amerika inspirierte, Aktieneuphorie mit schnell steigenden Kursen.
Young Urban Professionels - das war man vielleicht, aber kaum jemand in Deutschland West nannte sich so, und im Osten sowieso nicht. Es war ein Modewort, und wie immer in Deutschland, schnell auch eine abfällige Moralkeule. Die Yuppies, das waren die anderen. Und so wirklich gut passte das 14-Stunden-Arbeits-Schwein auch nicht in die damals sehr hedonistische Realität.
Ausserdem war der Yuppie bald tot. Sein Todestag ist bekannt: Am 19. Oktober 1987, dem Black Monday, als der Dow Jones mit 23% Verlust das grösste Debakel seit dem schwarzen Freitag von 1929 erlebte. Zaghafte Hoffnungen auf eine Wiederbelebung wurden bei der nächsten Katastrophe am 16. Oktober 1989 aufgegeben. Es gab noch ein paar rückblickende Geschichten auf diese Leute - die Bekannteste ist American Psycho - aber das war´s dann. Statt dem exzessiven Singledasein wurde lieber die Weichspülvariante DINKs geprägt - Double Income no Kids, oder Einfach, kinderlose Dopppelverdiener.
DINKs sind vergessen, aber die Yuppies sind, 15 Jahre nach ihrem faktischen Verschwinden, noch in den Hirnen ihrer Gegner. Vielleicht weil es so ein schönes, griffiges Wort ist, mit der gesprochenen Silbe "Ju" am Anfang, das auch schon Grossvater beim Diskrimineren hilfreich fand. Sie würden sie so gern stiefeln, verdreschen, ihnen eine reinbetonieren, Hauptsache Gewalt, aber es geht nicht. Weil es die Yuppies nicht mehr gibt. Und schon gar nicht in dieser Ecke der Stadt, wo die Schmierer, die dauerbesoffenen Sozialfälle, und die Punks, die sich einen DVD-Player zusammenschnorren wollen, ein soziales Umfeld bilden, das sich erfolgreich jder Vielschichtigkeit, Offenheit und Toleranz wiedersetzt.
Da ist also diese Schmiererei im Prenzlauer Berg. Der fromme Wunsch, eine Gruppe zu züchtigen. Die Yuppies. Interessant. Der Begriff kam in Deutschland in der 2. Hälfte der 80er Jahre auf und bezeichnete eine relativ kleine, gut verdiendende Personengruppe, die vor allem im Bereich der Finanzdienstleistungen oder durch schnellen Aufstieg im mittleren Management zu finden war. Viele Yuppies kamen auch aus der Creativ-, Werbe- und Medienszene, die damals, in Zeiten des Niedergangs der 68er, ihre erste, grosse Blüte hatte. Damals entstanden elektonische Privatmedien, und das Internet wäre, so man es bereits in seiner jetzigen Form erfunden hätte, sicher ein ganz gosses Ding geworden. Und es gab zum ersten Mal sowas wie eine, von Amerika inspirierte, Aktieneuphorie mit schnell steigenden Kursen.Young Urban Professionels - das war man vielleicht, aber kaum jemand in Deutschland West nannte sich so, und im Osten sowieso nicht. Es war ein Modewort, und wie immer in Deutschland, schnell auch eine abfällige Moralkeule. Die Yuppies, das waren die anderen. Und so wirklich gut passte das 14-Stunden-Arbeits-Schwein auch nicht in die damals sehr hedonistische Realität.
Ausserdem war der Yuppie bald tot. Sein Todestag ist bekannt: Am 19. Oktober 1987, dem Black Monday, als der Dow Jones mit 23% Verlust das grösste Debakel seit dem schwarzen Freitag von 1929 erlebte. Zaghafte Hoffnungen auf eine Wiederbelebung wurden bei der nächsten Katastrophe am 16. Oktober 1989 aufgegeben. Es gab noch ein paar rückblickende Geschichten auf diese Leute - die Bekannteste ist American Psycho - aber das war´s dann. Statt dem exzessiven Singledasein wurde lieber die Weichspülvariante DINKs geprägt - Double Income no Kids, oder Einfach, kinderlose Dopppelverdiener.
DINKs sind vergessen, aber die Yuppies sind, 15 Jahre nach ihrem faktischen Verschwinden, noch in den Hirnen ihrer Gegner. Vielleicht weil es so ein schönes, griffiges Wort ist, mit der gesprochenen Silbe "Ju" am Anfang, das auch schon Grossvater beim Diskrimineren hilfreich fand. Sie würden sie so gern stiefeln, verdreschen, ihnen eine reinbetonieren, Hauptsache Gewalt, aber es geht nicht. Weil es die Yuppies nicht mehr gibt. Und schon gar nicht in dieser Ecke der Stadt, wo die Schmierer, die dauerbesoffenen Sozialfälle, und die Punks, die sich einen DVD-Player zusammenschnorren wollen, ein soziales Umfeld bilden, das sich erfolgreich jder Vielschichtigkeit, Offenheit und Toleranz wiedersetzt.
donalphons, 15:11h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 11. August 2004
Die Beleuchtung ist neu
und sicher auch von Interlübke inspiriert, wie das heute sogar in Lokalen nicht unuglyüblich ist. Vielleicht hat jemand gedacht, mit den wechselnden Farben könne man ständige Veränderung, Innovation und Fortschritt symbolisieren. Es soll immer neu sein, in jeder Sekunde andere Farben haben, und nie gleich sein.

Nur die Information auf dem Plakat mit der Aufschrift 45% vermietet ist alt, etwa 6 Moante; solange kenne ich diese Zahl jedenfalls schon. Eine Weile war das Plakat weg, jetzt ist wieder eines da.
Es bewegt sich eben doch - seitwärts, im Krebsgang durch den Morast des Berliner Immobilienmarktes.

Nur die Information auf dem Plakat mit der Aufschrift 45% vermietet ist alt, etwa 6 Moante; solange kenne ich diese Zahl jedenfalls schon. Eine Weile war das Plakat weg, jetzt ist wieder eines da.
Es bewegt sich eben doch - seitwärts, im Krebsgang durch den Morast des Berliner Immobilienmarktes.
donalphons, 21:31h
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Real Life 11.8.04 - Mobbing für Anfänger
Klug und elegant: An alle "lieben Kollegen" schreiben, zur Versöhnung aufrufen und nur einen einzigen ins CC packen.
Dumm und unüberlegt: Wenn der im CC seit ein paar Monaten nicht mehr gleichberechtigt, sondern der Vorgesetzte ist, oder besser wäre, wenn der Mobber noch einen gültigen Vertrag hätte.
Das kann ja heiter werden, übermorgen. Ich glaub, ich hab keine Lust zuzuschauen, wie sich solche New Economy Methoden breit machen.
Dumm und unüberlegt: Wenn der im CC seit ein paar Monaten nicht mehr gleichberechtigt, sondern der Vorgesetzte ist, oder besser wäre, wenn der Mobber noch einen gültigen Vertrag hätte.
Das kann ja heiter werden, übermorgen. Ich glaub, ich hab keine Lust zuzuschauen, wie sich solche New Economy Methoden breit machen.
donalphons, 21:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 10. August 2004
Bombenterrorsurrogat, 2004
Aus einer Pressemitteilung: Life: Detonierender Sprengstoff, etliche Gramm Gold und Stahlplatten
Würden Sie etliche Gramm Gold "einfach so in die Luft jagen"?
Es ist Kunst und macht doch kräftig WUMM! Peter Ehrentraut benutzt für seine Kunstwerke nicht Pinsel und Palette, sondern Sprengstoff, Gold, Stahlplatten und Zündschnur.
Mit 20-facher Schallgeschwindigkeit treibt die Explosion das Gold in die sich deformierenden Stahlplatten. Zur Zeit stellt Peter Ehrentraut in der Schaukasten-Reihe "en passant" der Galerie Art d'Ameublement seine so erzeugten Werke aus.
Anfragen dazu hier
Würden Sie etliche Gramm Gold "einfach so in die Luft jagen"?
Es ist Kunst und macht doch kräftig WUMM! Peter Ehrentraut benutzt für seine Kunstwerke nicht Pinsel und Palette, sondern Sprengstoff, Gold, Stahlplatten und Zündschnur.
Mit 20-facher Schallgeschwindigkeit treibt die Explosion das Gold in die sich deformierenden Stahlplatten. Zur Zeit stellt Peter Ehrentraut in der Schaukasten-Reihe "en passant" der Galerie Art d'Ameublement seine so erzeugten Werke aus.
Anfragen dazu hier
donalphons, 20:05h
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Branding und Revolution
Eigentlich ist die Welt gut eingerichtet für die kommende Weltrevolution der Nach-68er:

Es gibt vom Staat Flächen für Parolen. Und nachdem der Kapitalismus durch den Berliner Bankenskandal auch noch die nötigsten Baumassnahmen lahm gelegt hat, liegt auch gleich viel Material herum, um die Aufforderung in revolutionäre Praxis umzusetzen. An dieser Ecke der Stadt approachen manchmal sogar Counterrevolutionaries, bei denen man mit dem Extrem Stoning gleich mal anfangen kann.
Allerdings ist seit längerem bekannt, dass sich viele Beworbene gerade durch englische Claims, Visions und Mission Statements nicht angesprochen fühlen. Hier scheint das der Fall zu sein - keiner wirft einen Stein, und das Smashen bleibt ebenso aus wie die Weltrevolution.
Da hat der Kapitalismus aber noch mal Glück gehabt. Und die Linken können sagen: Die Theorie war richtig, die Praxis auch - nur die Claims waren, wenngleich prägnant und straight in der Message, leider suboptimal - äh, ich mein, scheisse.

Es gibt vom Staat Flächen für Parolen. Und nachdem der Kapitalismus durch den Berliner Bankenskandal auch noch die nötigsten Baumassnahmen lahm gelegt hat, liegt auch gleich viel Material herum, um die Aufforderung in revolutionäre Praxis umzusetzen. An dieser Ecke der Stadt approachen manchmal sogar Counterrevolutionaries, bei denen man mit dem Extrem Stoning gleich mal anfangen kann.
Allerdings ist seit längerem bekannt, dass sich viele Beworbene gerade durch englische Claims, Visions und Mission Statements nicht angesprochen fühlen. Hier scheint das der Fall zu sein - keiner wirft einen Stein, und das Smashen bleibt ebenso aus wie die Weltrevolution.
Da hat der Kapitalismus aber noch mal Glück gehabt. Und die Linken können sagen: Die Theorie war richtig, die Praxis auch - nur die Claims waren, wenngleich prägnant und straight in der Message, leider suboptimal - äh, ich mein, scheisse.
donalphons, 06:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 9. August 2004
Das ist fein
Es gibt wieder neue Blogger-Blogs - zumindest einige wenige. 4 pro Woche.
donalphons, 23:13h
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Essen! Fleisch! Wollust!
verbergen sich hinter diesem Bild.

Und eine Geschichte über ein Lokal
Er ist gerade in Berlin und will dich sehen. Das ist klasse. Er ist Tourist und will in eine typische Mitte-Kneipe. Das ist schlecht. Und es soll nicht allzu poppig sein. Damit wird es wirklich schwierig. Und nicht gerade an der Kastanienallee, auch bekannt als Allee der unveröffentlichten Versager. Damit hast du ein komplexes Problem. Aber immerhin kommt er aus einer der wohlhabenden Ecken Westdeutschlands und ist nicht durch Preise zu schocken, die den typischen Creativ-Sozialhilfeempfänger in Mitte abschrecken. Deshalb, und weil dir auf die Schnelle nichts anderes einfällt, sagst du um 8 Uhr im Entweder Oder.
Im Gedächtnis ist dir das Entweder Oder geblieben, weil du dort mal einen wunderbares Blind Date hattest. Das sollte eigentlich nur kurz dauern sollte und endete damit, dass du viele Stunden später im Tiefflug durch Berlin gedonnert bist, um sie gerade noch rechtzeitig beim nächsten Termin abzuliefern. Du erinnerst dich daran, wie die Sonne in kleinen gelben Flecken durch die Blätter des Baumes fiel, um den die Bänke im Freien gruppiert sind, und wie das Licht auf ihren Schlüsselbeinen ein nicht endend wollendes Spiel aus Hell und Dunkel aufführte. Du erinnerst dich daran, wie sie den Strohhalm des Milchshake sanft zwischen ihre gespitzten Lippen nahm und saugte. Du erinnerst dich daran, dass das eigentlich keine Kriterien für die Qualität eines Lokals sind, und trotzdem - zumindest kann man das im Entweder Oder erleben. Keine Frage, der Baum macht den Unterschied.
mehr bei restaur.antville

Und eine Geschichte über ein Lokal
Er ist gerade in Berlin und will dich sehen. Das ist klasse. Er ist Tourist und will in eine typische Mitte-Kneipe. Das ist schlecht. Und es soll nicht allzu poppig sein. Damit wird es wirklich schwierig. Und nicht gerade an der Kastanienallee, auch bekannt als Allee der unveröffentlichten Versager. Damit hast du ein komplexes Problem. Aber immerhin kommt er aus einer der wohlhabenden Ecken Westdeutschlands und ist nicht durch Preise zu schocken, die den typischen Creativ-Sozialhilfeempfänger in Mitte abschrecken. Deshalb, und weil dir auf die Schnelle nichts anderes einfällt, sagst du um 8 Uhr im Entweder Oder.
Im Gedächtnis ist dir das Entweder Oder geblieben, weil du dort mal einen wunderbares Blind Date hattest. Das sollte eigentlich nur kurz dauern sollte und endete damit, dass du viele Stunden später im Tiefflug durch Berlin gedonnert bist, um sie gerade noch rechtzeitig beim nächsten Termin abzuliefern. Du erinnerst dich daran, wie die Sonne in kleinen gelben Flecken durch die Blätter des Baumes fiel, um den die Bänke im Freien gruppiert sind, und wie das Licht auf ihren Schlüsselbeinen ein nicht endend wollendes Spiel aus Hell und Dunkel aufführte. Du erinnerst dich daran, wie sie den Strohhalm des Milchshake sanft zwischen ihre gespitzten Lippen nahm und saugte. Du erinnerst dich daran, dass das eigentlich keine Kriterien für die Qualität eines Lokals sind, und trotzdem - zumindest kann man das im Entweder Oder erleben. Keine Frage, der Baum macht den Unterschied.
mehr bei restaur.antville
donalphons, 15:44h
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Sonntag, 8. August 2004
Real Life 8.8.04 - Aufräumen nach der Tat
Auf den Festplatten von drei Laptops und 4 CF-Karten sind die gesammelten Daten des Blogbuches verstreut. Sichten, überlegen, sammeln, Dubletten löschen, sich über die Daten wundern, wegkippen.

Da sind neben den Bildern vom Produktionsprozess und von der Abgabe im Verlag, mitsamt Bildern, die einfach so, nebenbei entstanden. Dann sind da noch die gesammelten Kommentarschlachten von Januar, als das Buch durchsickerte. Da hat sich inzwischen die normative Kraft des Faktischen den Weg gebrochen. Aber es ist schon erstaunlich, welche Mengen an Texten da in die Welt gesetzt wurden. All die Empörung, der laute Beschluss, in Reaktion darauf selbst was zu machen, die ersten Einträge bei blogosfear.org, gibt´s die eigentlich noch?
Frühe Emails mit Journalisten, die ich im Oktober 2003 wegen konzeptioneller Fragen angehauen habe. Die Hälfte von denen ist inzwischen merh oder weniger arbeitslos. Aufs Bloggen ist aber nur einer gekommen, und das war der, der das ganze Thema locker genommen hat. Die anderen haben erst kaum verstanden, was das überhaupt sein soll.
Dann ist da die Email eines Verlagvertreters, der wollte, dass ich bei ihm Liquide Teil 2 mache, ihm, der mir den Wechsel finanziell versüssen wollte, und es nicht verstehen konnte, wieso jetzt dieses Blogzeugs. Freedom is a road seldom traveled by the multitude, hätte ich ihm geantwortet, wenn ich nachgedacht hätte, aber das fiel mir natürlich nicht ein.
Und diese eine direkte Absage, die einzige, die mir wirklich weh getan hat. Und die letzten Mails zum ironisch gemeinten Nachwort, dass man ja nochmal sowas, und so.
Falls doch, dann würde ich sie nochmal fragen.

Da sind neben den Bildern vom Produktionsprozess und von der Abgabe im Verlag, mitsamt Bildern, die einfach so, nebenbei entstanden. Dann sind da noch die gesammelten Kommentarschlachten von Januar, als das Buch durchsickerte. Da hat sich inzwischen die normative Kraft des Faktischen den Weg gebrochen. Aber es ist schon erstaunlich, welche Mengen an Texten da in die Welt gesetzt wurden. All die Empörung, der laute Beschluss, in Reaktion darauf selbst was zu machen, die ersten Einträge bei blogosfear.org, gibt´s die eigentlich noch?
Frühe Emails mit Journalisten, die ich im Oktober 2003 wegen konzeptioneller Fragen angehauen habe. Die Hälfte von denen ist inzwischen merh oder weniger arbeitslos. Aufs Bloggen ist aber nur einer gekommen, und das war der, der das ganze Thema locker genommen hat. Die anderen haben erst kaum verstanden, was das überhaupt sein soll.
Dann ist da die Email eines Verlagvertreters, der wollte, dass ich bei ihm Liquide Teil 2 mache, ihm, der mir den Wechsel finanziell versüssen wollte, und es nicht verstehen konnte, wieso jetzt dieses Blogzeugs. Freedom is a road seldom traveled by the multitude, hätte ich ihm geantwortet, wenn ich nachgedacht hätte, aber das fiel mir natürlich nicht ein.
Und diese eine direkte Absage, die einzige, die mir wirklich weh getan hat. Und die letzten Mails zum ironisch gemeinten Nachwort, dass man ja nochmal sowas, und so.
Falls doch, dann würde ich sie nochmal fragen.
donalphons, 17:53h
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dressed in yellow
Es gibt da diesen Reflex, etwas haben zu wollen, wenn es jemand anderes in der Hand hält.

Also stellen manche gewitzte Immobilienleute schon mal Zeug in die unvermieteten Objekte. Irgendwelche Reste vom Umbau. Hauptsache, man glaubt, dass sich hier was tut, und der Leerstand nicht so gross ist.
Hier hat sich aber seit Wochen nichts mehr getan. Und das gelb ist zwar mal was anderes als das blau, ist aber auch nicht gerade anziehend.

Also stellen manche gewitzte Immobilienleute schon mal Zeug in die unvermieteten Objekte. Irgendwelche Reste vom Umbau. Hauptsache, man glaubt, dass sich hier was tut, und der Leerstand nicht so gross ist.
Hier hat sich aber seit Wochen nichts mehr getan. Und das gelb ist zwar mal was anderes als das blau, ist aber auch nicht gerade anziehend.
donalphons, 03:26h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 7. August 2004
Dior, Lange, D&G, Prada,
und was sonst noch teuer und a la mode ist, kauft man nicht immer in München. Die Vorsehung hat es in der reichen Provinzstadt so eingerichtet, dass es dort auch für gehobene Ansprüche ein entsprechendes Geschäft gibt. Die hiesige jeunesse doree hat sich mit ihrer weiblichen Hälfte schon zu früher Jugend die damals noch nicht nachgeformten Näschen an den Schaufenstern plattgedrückt, und Mama liess sich meist nicht lang bitten. Schliesslich sollten die Kinder nicht rumlaufen wie "Flichtling" oder Bewohner des Pius-Viertels.

Manche haben es geschafft, die Stadt zu verlassen und woanders ihr Glück zu machen. Es sind nicht viele; die meisten haben doch geheiratet und die Apotheke ihrer Eltern übernommen. Sie leben in der Vorstadt im süssen, pastellgespachtelten Koma des oberen Mittelstandes, unberührt von der veränderten Welt da draussen, die in wenigen Jahren ihre Vorstellung von Leben zertrümmern wird. Der Mittelstand wird das selbe Schicksal erleiden wie das mittlere Management; das System braucht frische Verlierer, und bei ihnen gibt es viel zu holen.
Sie wissen es noch nicht. Sie gehen mit ihren Kindern auch in dieses Geschäft, denn es ist inzwischen eine Tradition. Aber vielleicht treffen sie dort diejenigen, die gegangen sind nun kein Glück hatten; die Kreativen, die Wagemutigen und die Spinner, die die Krise aus dem Leben fern der Heimat gebombt hat. Die Fernseh-Autoren nach der Kirch-Krise, die Gründer, die sich auf die Nachfrage nach Luxusartikeln verlassen haben, die Kunst-LKler, die nicht mehr mal ein Praktikum in einer Werbeagentur kriegen, weil sie für diese Zeit überqualifiziert und unterbeschäftigt sind. Sie sind wieder zu Hause, und manche haben das Glück, dass sie ihre Münchner Wohnung vermieten können und so zumindest einen finanziellen Grundstock haben.
Aber Mama hält zu ihnen, steckt ihnen die Karte zu und schickt sie in den Laden, damit sie anständig aussehen. Vielleicht treffen sie sich dann mit ihren alten Freundinnen und denken einen Moment, vielleicht wäre so ein Kind und eine Ehe doch die richtige Lösung für all die Probleme. Und kaufen sich etwas Spiessiges, das in die Region passt, und nicht das rosa Kostüm von Lagerfeld mit den Glasperlenbesatz.

Manche haben es geschafft, die Stadt zu verlassen und woanders ihr Glück zu machen. Es sind nicht viele; die meisten haben doch geheiratet und die Apotheke ihrer Eltern übernommen. Sie leben in der Vorstadt im süssen, pastellgespachtelten Koma des oberen Mittelstandes, unberührt von der veränderten Welt da draussen, die in wenigen Jahren ihre Vorstellung von Leben zertrümmern wird. Der Mittelstand wird das selbe Schicksal erleiden wie das mittlere Management; das System braucht frische Verlierer, und bei ihnen gibt es viel zu holen.
Sie wissen es noch nicht. Sie gehen mit ihren Kindern auch in dieses Geschäft, denn es ist inzwischen eine Tradition. Aber vielleicht treffen sie dort diejenigen, die gegangen sind nun kein Glück hatten; die Kreativen, die Wagemutigen und die Spinner, die die Krise aus dem Leben fern der Heimat gebombt hat. Die Fernseh-Autoren nach der Kirch-Krise, die Gründer, die sich auf die Nachfrage nach Luxusartikeln verlassen haben, die Kunst-LKler, die nicht mehr mal ein Praktikum in einer Werbeagentur kriegen, weil sie für diese Zeit überqualifiziert und unterbeschäftigt sind. Sie sind wieder zu Hause, und manche haben das Glück, dass sie ihre Münchner Wohnung vermieten können und so zumindest einen finanziellen Grundstock haben.
Aber Mama hält zu ihnen, steckt ihnen die Karte zu und schickt sie in den Laden, damit sie anständig aussehen. Vielleicht treffen sie sich dann mit ihren alten Freundinnen und denken einen Moment, vielleicht wäre so ein Kind und eine Ehe doch die richtige Lösung für all die Probleme. Und kaufen sich etwas Spiessiges, das in die Region passt, und nicht das rosa Kostüm von Lagerfeld mit den Glasperlenbesatz.
donalphons, 23:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 6. August 2004
Old Economy
Wenn sie wenigstens nicht so dumm, bewegungslos, monoton und unkreativ wäre.

Wenn es wenigstens Alternativen gäbe. Alles ist gleich, mitmarschieren und verrecken, anpassen oder angepisst werden, und jeder fährt mal zur Hölle, ob er nun langsam verrostet und ausläuft oder mit lautem Knall in die Luft fliegt.
So undendlich borniert - manchmal überkommt mich ein weissblendender Hass gegen diese Statik, ich möchte Feuer sehen und Flammen.

Wenn es wenigstens Alternativen gäbe. Alles ist gleich, mitmarschieren und verrecken, anpassen oder angepisst werden, und jeder fährt mal zur Hölle, ob er nun langsam verrostet und ausläuft oder mit lautem Knall in die Luft fliegt.
So undendlich borniert - manchmal überkommt mich ein weissblendender Hass gegen diese Statik, ich möchte Feuer sehen und Flammen.
donalphons, 20:16h
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Dieses abartige Gefühl
zu hören, dass jeder 5. gehen muss, oder besser gehen wird, weil es nicht zur Rendite passt, und die, die einen heute vielleicht bräuchte, ist in Urlaub und deshalb kaum zu erreichen. Sie kriegt das noch nicht mal mit. Gut möglich, dass man ihr genau deshalb den Urlaub bewilligt hat.
Die Versager, die Teuren, die Besseren, die Ehrlichen, die Kinderlosen und Unverheirateten sind schon weg, und jedes mal blieben die Korrupten, die Kriecher und die Protegierten übrig.
Manche nennen das eine Institution des Qualitätsjournalismus in München.
Die Versager, die Teuren, die Besseren, die Ehrlichen, die Kinderlosen und Unverheirateten sind schon weg, und jedes mal blieben die Korrupten, die Kriecher und die Protegierten übrig.
Manche nennen das eine Institution des Qualitätsjournalismus in München.
donalphons, 19:58h
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Definetly off topic.
And now for something different oder Ich kann Berlinhass auch ganz anders und indirekt.
donalphons, 14:39h
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