: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 26. Juli 2006

Greater Munich Area Sundown Shootout

Nördlicher Speckgürtel, Bestlage



Mittlerer Ring, Grenze zum innersten Speckhaufen.



Überall die gleichen geschmierten Manager ein paar Kilomter entfernt, die gleiche Freunderlpolitik, mal idyllisch, mal modern, Bayern halt. Ich sollte mich nicht beschweren, ich bin in beiden Speckareas daheim. Trotzdem.

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Jubiläums-Award II

Danke, danke für die Unterstützung beim Blogversager-Wettbewerb. Liebe Freunde, besonders die indiskreten Tipps aus den Medien freuen mich. Es sieht ja eher nicht so au, als würden Journalisten Bloggerkollegen leiden können.

Inzwischen sieht unsere Liste so aus:

1. Stefan Baron (Wirtschaftswoche)
2. Dorin Popa (Freundin)
3. Falk Lücke (Zeit)
4. Peter Turi (Turi2, diverse Blättchen)
5. Leon de Winter (Welt)
6. Die abgesoffenen Blogs der Süddeutschen
7. Mariustthias Müller v. Blumencron (SPON, vielfach gewünscht)
8. Gero f. Randow (ZEIT)
9. Eric Stahl (woman-magazin.de)
10. Wolfgang Müller (CIO-Blogger)
11. Henryk M. Broder (achgut.de)
12. Thomas Frenzel (FTD-Kapitalist)
13. Alan Posener (Welt)
14. Ehrensenf
15. Ariane Sommer (Bunte Starblogs)
16. Clemens Wergin (Tagesspiegel)

Weitere Vorschläge? Dann machen wir vielleicht Kategorien: Neocon, Bizzblubber, Mybloghohlies...

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Schmerz in einem gewissen Neoconarsch.

Der benutzte Werktitel dieses Blogs (und der daraus veröffentlichten und öffentlich vorgetragenen Teile und Bühnenwerke) ist "Rebellmarkt" und "Rebellen ohne Markt". Schon seit 2003. Alles weitere wegen MarkenG §5 erklärt braunem Geschmeiss gern ein Anwalt ihrer Wahl - oder vielleicht auch mal ein Anwalt meiner Wahl.

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Souvenirs

Manchmal lohnt es sich, auch in die Kisten am Boden zu schauen. Gerade, wenn man sich schon für einen Sessel entschieden hat und jetzt noch ein Kompensationsgeschäft machen will. Desto mehr man nimmt, desto billiger wird es. Und ganz hinten, ganz klein in einem Goldrahmen, sind zwei Kupferstiche des Manierismus, bukolische Szenen, gerade mal sieben Zentimeter breit, mit einem kräftigen Passepartout und hinten mit einem Lilienpapier überzogen. Aus einem Nachlass, wo auch der Sessel herkommt, sagt der Händler, aber mehr weiss er auch nicht, vergessen ist also die Geschchte und deshalb ein guter Grund, eine neue dazu zu erfinden.



Denn hinten gibt ein goldener Aufkleber Auskunft über die Erwerbung vor ein paar Jahrzehnten: Ein gewisser Riccardo Panatta, Betreiber eines Fine Arts Shops in der Via Sistina 19 in Rom hat die Bilder verkauft.

Das Internet verrät nichts über ihzn und sein Geschäft, das es vermutlich schon lange nicht mehr gibt, also erfinde ich ihn als freundlichen, älteren Herren, der auch im Hochsommer Anzug trägt und meist auch eine Wollweste über seinem nicht ganz kleinen Bauch. Signore Panatta also hat sein Geschäft, einen schmalen, langen, mit Bildern vollgehängten Raum und dahinter eine kleine Rahmenwerkstatt in der Via Sistina, einem der besten Viertel der römischen Altstadt, nur ein paar Minuten jeweils vom Vatikan und von den Palästen der Barberini entfernt, wo sich die Touristen im Sommer entlangwälzen, wenn die Römer längst dem sumpfigen Atem der Stadt Richtung Meer entflohen sind. Signore Panattas Schaufenster ist nicht gross, aber ausgestellt ist etwas für jeden besseren Geldbeutel von Aigner bis Louis Vuitton, vom kleinen Stich des 19. Jahrhunderts mit einer Vedute der Piazza del Populo bis zu einem fast schwarzen Portrait einer verruchten Marchesa des späten 16. Jahrhunderts, deren ausschweifender Lebenswandel auch durch die grimmigsten Folgen des tridentinischen Konzils nicht im mindesten berührt wurde.

An deutsche Kundschaft denkt Signore Panatta nicht allzu oft; die Deutschen der 70er Jahre sind eher sparsam, seine besten Kunden sind Amerikaner und Briten auf der Grand Tour, die sich hier mit kamintauglichen Bildern eindecken. Oder auch Franzosen, die haben einen Sinn dafür. Deshalb die englische Aufschrift und das Papier mit den Lilien, da ist für alle etwas dabei. Seine Geschäfte gehen gut, er hat eben etwas Besseres als all die billigen Souvenirs, die gefälschten Rolex oder die verschrumpelten Gipsbüsten, die in den Seitenstrassen weiter unten verkauft werden. Er öffnet von 9 bis 12 und von 16 bis 19 Uhr, das reicht ihm, und am Abend besucht er ältere Damen dessen, was vor Mussolini die bessere Gesellschaft war und bietet ihnen ein paar zehntausend Lire für einen Band aus der Familienbibliothek, oder etwas mehr für eine Mappe mit Stichen, die seit Jahrzehnten keiner mehr angeschaut hat. manchmal muss er lange warten, bis er zum Zuge kommt, oft über den Tod der dame hinaus, wenn ihre Erben dann den über Jahrhunderte zusammengerafften Besitz verschleudern und froh sind, für den Plunder von ihm einen Scheck zu bekommen, den er schwungvoll mit seinem Namen Panatta signiert. In seinem Laden sortiert er dann die Bilder, räumt sie ein einen alten Schrank mit vielen Fächern und weiss immer, wenn Kundschaft kommt, wo er die passenden Schätze verstaut hat.

Die beiden kleinen Stiche im aus dem frühen 17. Jahrhundert hat er aber gleich in die schlichten Goldrahmen getan, denn das ist ideal für die Laufkundschaft, die etwas Besonderes mitbringen will, aber nichts Sperriges, was man einen heissen Tag mühsam über das holprige Pflaster der Stadt schleppen muss. Tatsächlich kommt eines Tages ein Ehepaar herein, typisch deutsch, sie haben etwas im Schaufenster entdeckt, was ihm aber zu teuer ist. Sie will sich dennoch etwas umschauen und entdeckt diese beiden Bilder, eines mit Hügeln und ein anderes mit Meer, zwei Orte, die ihr besser gefallen würden als dieses marode, laute, obszöne Rom mit seinen unverschämten Kellnern und miserablen Weinen, und deshalb will sie diese Bilder instinktiv haben, um sich an die schönste Zeit des Urlaubs zu erinnern, denn Kirchen und Steine und Trümmer hat sie wirklich genug gesehen. Ihr Mann findet den Preis immer noch viel zu hoch, aber mit inbegriffen, hofft er, ist ein Ende ihrer etwas gestressten Laune, und lieber gibt er hier 300.000 Lire für zwei Bilder aus, als sich ihre gereizte Stimmung den Rest des Tages anzutun, um dann noch ein paar Fetzen kaufen zu müssen, die sie nie tragen wird. Sie ist es zufrieden, und als sie mit ihren SL 280 wieder in der deutschen Vorstadt ankommen, gebräunt und letztlich doch erholt, hängt sie die Bilder über ihren Schreibtisch und denkt oft an den netten Signore Panatta und sein schmales Geschäft in der Via Sistina, das nach altem Holz und Pergament gerochen hat, und einen Moment erahnt sie dann auch wieder den mit Pinienduft geschwängerten Wind, der vom Meer hinauf in die Hügel um den Lago Trasimeno zieht.

Als sie und ihr Mann dann tot sind, ist es den Erben egal, das bekommt alles der bestellte Händler, das Haus wird verkauft und das Geld unter der Verwandtchaft aufgeteilt. Die Geschichten sind vergessen, aber das alles ist nicht weiter schlimm, solange nur jemand die Kisten auf dem Boden durchsucht und die Geschichten neu erfindet, weiterschreibt, und in 100 oder 200 Jahren werden andere kommen, die sich ihre eigenen Gedanken zu den goldenen Aufklebern von Signore Panatta, seinem Lilienpapier und den wahrlich nicht bescheidenen 150.000 Lire machen werden, die er hinten mit einem Bleistift vermerkt hat.

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Montag, 24. Juli 2006

Jubiläums-Award

In 37 Tagen wird dieses Blog 1000 Tage alt, und das bei bester Gesundheit. Das wird natürlich ein Fest, und was wäre so ein Fest ohne ein paar Versager, über die man lästern könnte? Deshalb hier schon mal im Vorfeld die Bitte um Einreichungen für den grossen

Journalisten als Blogversager-Award

Kennt Ihr Journalisten, die sich als Blogger versuchen und Eurer Meinung nur gequirlte Scheisse produzieren? Gibt es Leute, die in den Medien ganz gross tun und hier draussen ganz mickrig ankommen? Peinlichkeiten ohne Ende? Dummschwätzer, Linkhuren, Awarenessgeiferer? Oder einfach nur grottenschlecht und langweilig wie myblog? Dann ab mit denen in die Kommentare oder per Mail an mich, und dann gibt es die goldene Bloghimbeere für besondere Leistungen!

Hier schon mal ein paar Vorschläge von meines Erachtens besonders missglückten Auftritten von "Profis" angeblicher "Medien" in den Blogs:

1. Stefan Baron (Wirtschaftswoche)
2. Dorin Popa (Freundin)
3. Falk Lücke (Zeit)
4. Peter Turi (Turi2, diverse Blättchen)
5. Leon de Winter (Welt)
6. Die abgesoffenen Blogs der Süddeutschen

Ausserdem wird es eine Extrawertung für das komplette Blogangebot bloggender Medien von taz über stern bis ftd geben.

Ausgenommen von der Nominierung sind natürlich der Autor dieses Blogs, seine Freunde und Angehörigen.

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Sonntag, 23. Juli 2006

Eigentlich ging es um drei entführte Soldaten

Sagten sie. So wie es ausschaut, spielt das gerade keine Rolle mehr. Anderes Kapitel, anderes Buch.

Ich bin ja schon etwas länger in diesen Kreisen unterwegs. Und kenne auch ein paar Leute, manche habe ich interviewed, mit anderen diskutiert und manchmal auch zusammengearbeitet. Was für Startupper Web2.0 ist, ist für diese Israelis der Libanon: Für die einen eine Chance, für die anderen der gleiche Fehler schon wieder. Als Israel 1982 den Libanon eroberte, ging es das erste Mal als strategischer Verlierer vom Schlachtfeld, innerlich zerrissen, ohne ein Ziel erreicht zu haben und mit einem ganzen Sack neuer Feinde. Und jetzt schon wieder, obwohl der Libanon eigentlich gerade ein Land wurde, das man hätte aus der syrisch-iranischen Front brechen können. Der Libanon von 2006 war ein Land der Chancen im Nahen Osten, bis vor zwei Wochen.

Und bei aller Sympathie: Die Attacken gegen Zivilisten und die Opferzahlen sind absolut nicht akzeptabel, noch nicht mal die, die Israel zugibt. Wenn der Spiegel den "Politologen" Matthias Küntzel schreiben lässt, es handle sich da um einen gerechten Krieg, in dem der Westen verteidigt wird, kann ich nur sagen: Der Westen von Küntzel, Broder und anderen ist nicht mein Westen. Und der Spiegel sollte sich mal besser anschauen, in welchen Kreisen Küntzel so aktiv ist. Nur einen auf publizistischen Radau machen ist da inzwischen schon fast der Tagesbefehl, aber da gibt es immer noch Unterschiede zwischen Meinung, Kommentar und politischer Propaganda aus einer bestimmten philosemitischen Ecke, die ausser sich selbst niemandem was bringt - am allerwenigsten Israel, aber genausowenig dem Westen. Denn das Beirut, das da bombardiert wurde, ist ganz sicher kaum weniger westlich als Haifa, und ganz sicher säkularer als einiges, was in Israel Gesetz ist. Israel braucht Rüffel, keine falschen Freunde in einer Situation, die nicht zu gewinnen ist, es sei denn, man wollte, wie einige Neoconnards und sonstige überpinselte Nazis unbedingt den Endkampf gegen den Islam. Nur ist der Libanon auch da das falsche Pflaster.

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Das vergoldete Kälbchen des Blogbiz

am Spiess gebraten in der Blogbar.

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Sonntag, 23. Juli 2006

Sommer in der grossen Stadt

Sie braucht zwei Stunden, um sich fetig zu machen. In diesen zwei Stunden läuft sie durch das sehr leere, schmucklose Zimmer, telefoniert ein paar mal, fönt ihre Haare, probiert mehrere Kleider aus, bis sie dann bei einem dunkelgrünen Nichts bleibt. Und trinkt in der Zeit eine halbe Flasche Wein am Fenster.



Wenn das mal gut geht, bei der Auswahl heute Nacht, in der heissen, stickigen Luft der grossen Stadt im Süden. Leichte Beute für Jäger, die im Moment aber auch eher müde sind. Es ist diese unschöne Klebrigkeit, gegen die jedes Deo und alles Eincremen zwecklos ist, so frisch das auch am Beginn des Abends riechen mag.

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Samstag, 22. Juli 2006

Fast perfekter Tag






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Trolle haben schwache Blasen

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass sein Autor ein gewisses Pack zutiefst verabscheut, Outer die einen, Neoconnards die anderen. Mitunter tritt sowas auch in Personalunion auf, etwa ein gewisser A. H. aus B.. Völlig überzeugt und wie einige andere auch Unterstützer einiger der ekelhaftesten xenophoben und rassistischen Blogs Deutschlands, wie dieses Pack nach langer, langer Zeit selbst zu erkennen geruhte - was einiges über deren politische Kompetenz aussagt. Vielleicht war gerade A. H. ein klein wenig abgelenkt durch seine Versuche, Andersdenkende zu outen und ihre Identität an andere Rechtsextreme weiterzugeben - jedenfalls habe ich ein paar nette Screenshots, in denen A. H. sowas anbietet.

A. H. ist gleichzeitig (neben Kommentarspammer und Domaingrabber) auch Mitglied einer Partei, deren Prinzipienlosig schon immer Heimstatt für verschiedenste politische Richtungen bot. Diese Partei beglückte er durch einen führende Tätigkeit bei einem schmutzigen Kampf auf lokaler Ebene, der letztlich in einer Abspaltung grosser Teile der Führung mündete, und den Mann fürs Grobe H auf einem Pöstchen zurück liess. Blogautor, Schnüffler und Parteimitglied also ergänzen sich, wenn nicht wirklich schön oder ethisch, zumindest aber faktisch ideal.

Ich finde Outing nicht gut. Und obwohl ich dank einer wenig klugen Mail Handhabe gegen A. H. hätte, die sich keine Abmahnsau entgehen lassen würde, behellige ich ihn selten. Aber sonst gebe ich mich mit dem Ex-Unterstützer von Rechtsextremen nicht weiter ab. Er ist es nicht wert, und schon gar nicht, wenn sich dieser nachweisliche Schnüffler und Verräter mal wieder einen paranoiden Anfall hat. Jetzt hat jemand seinen Worten zufolge herausgefunden, wie seine Frau heisst, weshalb er hysterisch herumschreit und Bedrohungspotentiale sieht, ja sogar nachdenkt, seine kaum mehr gelesene Blogklitsche zu vernageln. Unabhängig von der reifen schauspielerischen Leistung und dem Gieren nach Aufmerksamkeit: Wer in seiner eigenen Partei als Intrigant und Hetzer gilt, sollte sich nicht wundern, wenn da manche um seinen Familienstand wissen. Und mal schaun, was der Grosskotz und Streithansel so im Netz treibt, und dort feststellen, dass Blogger eine härtere Nuss für den Typen sind, als ein Ortsverein einer Kleinstpartei. Und dort mal eben etwas plaudern.

Nicht schön vielleicht, ich würde es auch nicht tun, aber ich bin immer noch der Meinung, dass Outer Schweine sind. Und wenn es mal eine Schnüffelsau selbst erwischt, fehlt es mir an Tränen.

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ich wusste gar nicht,

dass Elephant Seven sich für so mickrig einstuft, als dass sie mit Pixelpark (!) einen "Merger of Equals" machen müssten. Wenn man dann nich bedenkt, dass Elepahant Seven sich vor kurzem entschieden hat, Springer & Jacoby zu übernehmen, sagt das alles über die Branche und ihren Zustand aus: "Geplant sind nach Informationen von iBusiness Entlassungen im administrativen Bereich." Siehe auch hier.

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Das Gewitter, das nicht kam



Was übrigens gar nicht so schlecht war, denn kaum hatte ich die Knipse weggelegt, bin ich auch schon auf dem Deck Chair eingeschlafen. Und wenn man erst mal durch die grossen Tropfen aufgeweckt wird, ist es schon zu spät, selbst wenn man im Dunkeln halbwegs schnell Bücher, Kamera und Teekanne einsammelt.

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Donnerstag, 20. Juli 2006

Canned Heat

Eiegentlich bin ich nicht umtriebig, sondern ganz im Gegenteil, enorm faul. Unten schwitzt sich eine Elitesse die Seele aus dem Leib vor Prüfungsangst, ich sitze darüber und kann nur lächeln. Mein Innersters habe ich gegen Klagen über 70-Stunden-Wochen meist abgeschlossen, bis auf ein paar Ausnahmen, bei denen es mir weh tut, weil ich sie kaum sehe. Bei den meisten ist mir dieser Irrsinn egal. Ihr, nicht ich. Mein Zeitmanagement ist, vorsichtig gesagt, verbesserungswürdig, aber zum Glück bin ich mit einer ausgezeichneten Deadlinezielgenauigkeit ausgerüstet. Ich liebe es, wenn die Termine zu platzen drohen und ich dann doch noch ins Ziel komme, und vorher noch einen Looping drehe. Berüchtigt ist der Satz "hey, wir haben noch 10 Minuten, lass es uns nochmal anders aufmachen". Wenn es zu eng wird, besitze ich ein breites Spektrum von glaubwürdigen Ausreden. Sprich, ich arbeite relativ wenig, aber dann sehr konzentriert über euphorisch bis manisch. Und am liebsten allein, um mir kein Geheule der Milestonefaschisten und Devilerynutten anhören zu müssen. Dieses strukturierte Dreckspack, auf dessen Visitenkarten ich kategorisch Deputy Help Thing Beworker draufschreiben lassen würde. Man kann nämlich, das kapieren die nicht, nicht pünktlicher als pünktlich fertig werden.

Und es läuft dieser meiner Art kolossal entgegen, in ein Team eingebunden zu sein, das den Grossteil der Zeit auf irgendwelchen Meetings verschwendet. Weil es den Lauf meiner Dinge zerhakt. Weil ich nicht sagen kann, Leckt mich, ich mache jetzt einen Blogeintrag, das andere ziehe ich heute Nacht durch. Weil die an die Haifische angeschlossene Abteilung die Nacht sowieso arbeiten will, damit wir heute alle gemeinsam rechtzeitig durch das Ziel kommen. Hat nicht geklappt, elende Versager. War aber auch egal, weil der entscheidende Kunde spontan in die Schweiz gebraust ist, weil er es hier nicht mehr aushält.



Eigentlich hätte ich also wieder alles von daheim aus machen können, auf dem Sofa liegend, Hitze draussen, keine Hitze durchschmorender Sachbearbeiter drinnen, ab und an ein Telefonat, und dann heute gleich hier bleiben können. Ich glaube, das Business Lunch habe ich sehr undiplomatisch abgesagt. Dabei war es noch die zivile Version von: "Alle meine Freunde gehen wegen Geld zu Papa und erzählen ihm, dass der Auspuff kaputt ist, die Mädchen in Mallorca teurer geworden sind und überhaupt sie jetzt schnell man seine Karte brauchen - und was tue ich? Ich sitze hier mit Euch Deppen, werde schlechter bezahlt als bei einem gut erzogenen Dad und dann soll ich auch noch mit Euch für 13 Euro Sushi essen, das ich zum Kotzen finde?"

Absagen, Heimfahren, Sofa, Tag gelaufen. Und sowas bei diesem Wetter.

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Donnerstag, 20. Juli 2006

Hitzebeitrag.



Das gescholzene Herz des Landes.

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Das mögliche Ende aller Konflikte,

der Blogweltfrieden und das Goldene Zeitalter des Probloggens, das alles findet sich - vielleicht - in diesem Vorschlag zur Vergütung.

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Mittwoch, 19. Juli 2006

Unberechenbar oder Essen mit Haifischen

Haifisch 1: (reisst die letzte Bruschetta an sich) Wo bleibt der nur...
Haifisch 2: 30 Minuten. So ein Arschloch. Der glaubt, warten macht Spass.
Haifisch 3: Wahrscheinlich redet er sich raus und behauptet, wir hätten die falsche Zeit notiert, und lässt uns dann auf den Honoraren sitzen.
Haifisch 1: Und aufn Schpeschn. Isch hasche schollche Gondschoft.
Haifisch 3: Ich ruf den jetzt an, verdammt. Ja? hallo, hier Haifisch & Kiemenbrecher, wir sind schon da und... aha ... hm.. ok.
Haifisch 2: Und, was ist.
Haifisch 3: Nett! Wirklich. Er hängt noch beim Empfang in der Kanzlei fest und will es morgen machen, wir sollen ihm einfach die Rechnung schicken und die Quittung vom Essen.
Haifisch 2: (rufend) Wir hätten gern mal die Weinkarte!
Haifisch 1: Ham die hier auch was mit Trüffel?

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Gerechtigkeit

Lisa macht die Lyssa oder umgekehrt. Mit Stoiberautogramm-Verlosung! Wird sie Chefredaktesse des Münchner-Merkur-Projekts Schwarz50+x? Es geht immer noch ein wenig schlimmer. Langsam verstehe ich, warum es so wenig Interviews in den Blogs gab. Das war gar nicht so schlecht, damals.

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Ihr schon wieder

Manchmal braucht man unbedingt ein paar Daten, die auf einem anderen Notebook sind. Das woanders ist. Zum Glück gibt es irgendwo unter den 12,492 CDs eine, wo sie auch drauf sind. Die Hülle hat man schnell, blöderweise fehlt die CD, und beim Stöbern fällt einem dann eine Visitenkarte entgegen:

Prof. Dr. Georg Irgendwas
Big Mobile Company Director Research & Development

Der Anlass, zu dem ich diese Karte bekam, war eher durchwachsen: Ausloten der Möglichkeiten, mit dieser Firma was zwischen WLAN und GPRS zu machen. Gerade waren die ersten Geräte aufgekommen, die sowas mit wahnsinnig teuren Zusatzelementen konnten. Immerhin, es war Munich Area, es gab eine Idee und schon ein paar erste nette Geschichten in den Medien, warum sollte man das Ding nicht reiten. Wir bekamen schnell einen Termin, und fuhren dann an einem bitterkalten Abend durch die noch nicht ganz zerstörte Area in einen Forschungskomplex, der in etwa so war, wie man sich das 2000 vorgestellt hat: Flexible Arbeitsplätze, keine Privatsphären, offen für alle und jeder nur einen Container, und überall frisches Obst.

Da sassen wir dann auf Eames Chairs und erklärten dem Mann, wie die Idee aussah. Grob gesagt, ging es um verbesserte Nutzung des Rückkanals durch spielerisch-kulturelle Anreize. Nichts, was einen IPO erzwungen hätte, aber eine nette Geschichte, was anderes als der übliche MailChatlocationbased Schwachsinn, der damals gehyped wurde. Eine eher kleine Aktion, mit der man einem speziellen Publikum hätte zeigen können, was so geht. Offen, keine Verpflichtung, einen Provider gab es schon und auch die Inhalte.

Er hörte uns an, war durchaus freundlich und das war´s. Nie mehr was gehört. Man fragt sich dann nicht gross, warum und wieso, man macht es eben anders, und das war auch nicht schlecht. Ganz im Gegenteil, und das kurze Ende der langen Geschichte ist, dass aufgrund dieser gescheiterten New Economy Idee eine wuderbare Frau in München jetzt Pralinen aus der Provinz isst. Kurz, ich bin gut gefahren.

Den Director gibt es heute so nicht mehr. Die Big Mobile Company denkt global und tötet lokal, das Gebäude vor der Stadt ist zu vermieten und die dort Arbeitenden werden wohl kaum mehr das Geld haben, sich solch schönes Obst auf dem Viktualienmarkt zu kaufen. Wir kamen in einen Komplex, der tot war, ohne es zu wissen. Aber zwei Jahre später habe ich den Director, dann in anderer Funktion nochmal getroffen. Und gefragt, warum das nicht ging, damals.

Die Antwort war sehr ehrlich. Mobile Companies interessieren sich nicht für echte Interaktion. Was Mobile Companies interessiert, ist Leistung in die eine und Geld in die andere Richtung. Was dazu beiträgt, ist gut, was nicht, ist schlecht. Diese Firmen glauben, dass der Mensch always on sein muss und dieses always on ihr Schlüssel zu Macht, Reichtum und Einfluss ist. Computer sind denen scheissegal, Computernutzer sind eine irrelevante Minderheit. Die will man gar nicht haben. Desto schlechtere Schriftinterfaces, desto besser, viel Bildschirm bitte und wenig Texteingabe, Konsumieren statt interagieren, und am liebsten hätten sie den einen Lokalisierungsfinanzierungs-Button, die ihnen zu jeder Sekunde Zugriff auf alle Daten des Kunden liefert. Sie verzichten lieber auf ein Geschäft, das ohne sie nicht laufen kann, als auf ihre internen Monopole. Sie möchten keinen mobilen Lifestyle, sondern einen an der unsichtbaren Datenstrippe. Alles soll viel Bandbreite brauchen, so viel wie man es den Kunden irgendwie zumuten kann. Und sie blockieren sich gegenseitig, weil es zwei unterschiedliche Arten der Monopole gibt: Die der Handyhersteller und die der Telcos. Da wird alles verteidigt, was geht. Bei so jemandem mit einem PDA von Compaq ankommen und einen reinen Internetprovider mitbringen, wie wir es gemacht haben - geht gar nicht.

Der Mann war etwas frustriert, denn mit seinem Laden hatte man diejenigen plattgemacht, die die Probleme der Monostrukturen erkannt hatten. Juckt aber bis heute keinen. Weil es dann wieder Firmen wie Yahoo oder Google gibt, die bereitwillig dieses System unterstützen. Sie kommen zwar aus dem freien Internet, wären aber auch gern so ein Telco-Brontosaurier, eine abgekapselte Welt in der ohne sie gar nichts geht. Und deshalb sagen sie langsam Tschüss zu uns, die wir am Kabel hängen, und mit Web2.0, sozialer Relevanz, lokalen Communities und Flickr aufgesextes Hallo zu den vorsintflutlichen Cretins, die an die grenzenlose Mobilität glauben, und daran, dass Leute das wollen, deren Heimat die 240 mal 360 Bildpunkte auf dem Display sind, und deren Kommunikation über ein gN8 nicht hinauskommt.

Ihr schon wieder. Neue Namen, neue Visitenkarten. Eigentlich könnte ich die alte Visitenkarte jetzt wegwerfen, denn ich habe die Geschichte erzählt, das ist alles, was ich tun kann. Und die neue Geschichte - die werden andere am eigenen Leib erleben. Nachdem da auch alles user generated content basiert ist - ich sag nur Qype - wird es aber diesmal noch weniger Leute geben, die sich das Verschicken von Pralinen später leisten können.

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Offlinen

In München vergesse ich immer, dass ich hier ja kein DSL habe, und lasse das Modem laufen. Und laufen. Und lau....

jetzt nicht mehr.

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Durchpusten

Auch wenn die nacht kühl ist, klebt die Hitze des Tages immer noch an den Mauern, schwappt träge auf dem Asphalt und steht in den verschachtelten Räumen. München ist im Hochsommer eigentlich unerträglich, nur dem Ozon geht´s prima, und weil es alles eh schon egal ist, fährt der Münchner - idealtypisch mit dem Cabrio - eine halbe Stunde durch die Nacht, um sich durchzupusten und etwas auszukühlen.



Viel geht am Tag nicht. Termine werden nicht eingehalten, Verspätungen sind normal, die Läden locken vergebens mit Nachlässen. So fliesst das Leben wie ein zäher Brei dahin im Schatten der Alpen, deren Grün und Steingrau Erlösung verheisst, aber, seien wir ehrlich, junge Münchner kommen nur selten so weit, oder gar nach Salzburg. Wir haben es alles vor der Haustür, aber statt dessen schwitzen wir uns durch den Tag Richtung Biergarten, wo das mit der Transpiration nicht mehr so auffällt, und hören am trockenen Husten der anderen, dass Klimaanlagen an solchen Tagen auch nicht das Gelbe vom Ei sind.

Eine Trouvaille aus den Alpen ist heute übrigens zwischen zwei Büchern aufgetaucht: Die Speisekarte des Founders Forum 2001 in Elmau. Ein Skalp von meinen Feinden.

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