: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 6. September 2006

Das Abendmahl der Ungerechten

Letztlich spielt es keine Rolle, wie man ist: Die Sonne scheint für alle gleich.



Sofern sie die gleiche Dachterasse haben.



Und andere Unterhaltungsmedien als etwa die Glotze. Chips gehen natürlich gar nicht.

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Ich könnte ja was sagen.

Über eine gewisse Computerfirma, die nicht umsonst einen nicht fertiggegessenen Apfel als Logo hat. Über Oberpfälzer, die sowas verkaufen - bei mir gibt es nämlich sowas nicht, nur eben in der Oberpfalz und bei Leuten, deren Autokennzeichen ND für Nationaldepp steht. Aber ich sage nichts. Auch nicht über die verschlungenen Wege, die so ein Rechner geht, bis er dann im Kofferraum des Autos landet. Die einen finden sowas wunderbar und schön, die anderen brauchen einen zuverlässigen Rechner und kaufen einen alten IBM T-Serie oder Compaq E500. Hi, I´m a pc. I´m doing what I´m supposed to do. That guy over there is a Mac. Dunno what he would lie to you, but thanks to his lousy logic board... Aber ich sage ja nichts.

Dafür war ich in Regensburg. Wie inzwischen bekannt sein dürfte, steht dort demnächst Besuch an, ein gewisses Oberhaupt, bekannt als Ratzinger und neuerdings auch Benedikt XVI, einer gewissen schrumpfenden Sekte kommt zu Besuch. Die Scharfschützen auf den Dächern werden nicht dazu genutzt, die extremistische Bande, die sich zu diesem Besuch einfindet, wegen fragwürdiger Einstellung zu unserer freiheitlichen Grundordnung festzuhalten, in der jeder fast jeden beliebigen Arsch oder sonstige Körperöffnung ficken und auch darüber berichten darf. Nein, die Herren mit den Knarren sind der Grund, warum Anwohner in der von einem Massenauflauf geplagten Ecke der Stadt die Fenster nicht öffnen dürfen. Das sind die Freiheiten also wert, und ich will erst gar nicht wissen was geschieht, wenn man hinter so einem Fenster coram publicam obigen Geschlechtsakt vollzieht, während auf der anderen Seite Leute angebliches Menschenfleisch essen.



Am grossen Dom der Stadt, wo der etwas exklusivere Teil der Party steigen wird für die besonderen Gäste, ist zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder das ganze Tor zu sehen, das ansonsten dauernd restauriert wird, eine Folge der mässigen Bauqualität, die der kleinlichen Mittelmässigkeit des Kults entspricht. Heute war der Dom noch offen - aber morgen bereits wird er geschlossen sein, denn der Papstsender, der seine Zwangseinnahmen dafür verbrät, braucht die nächsten Tage, um die Übertragung des alten Mannes mit den Augenringen im Stil des schwarzen Todes möglichst ansprechend zu gestalten. Dann wird der bereitete Sessel für den Herrn erst einmal etwas Ruhe haben, bevor die Religion der Liebe vorführt, dass sie den Claim mit dem gleichen Recht trägt, wie der Islamismus den Namen "Religion des Friedens".



Das heisst - es wird nicht ganz ruhig. Denn tatsächlich finden bis dahin noch ein paar Kulte statt. Da ist zwar die besichtigung formal nicht gestattet, aber wenn die Japaner schon in den Hof meines Stadtpalastes eindringen, um den Privatbesitz zu besichtigen, werden sie sich von so einer deutschen, unleserlichen Verbotsschrift in so einer Kirche auch nicht abhalten lassen. Um den halben Globus reisen und dann vor verschlossenen Türen stehen, das passt so gar nicht in deren Konzept. Und so werden vielleicht einige Grüppchen dennoch durch die Hallen streifen, das nicht wirklich schöne Bild des kommenden Gastes, das man einem Gnadenbild gleich neben den Chor gehängt hat, ablichten, sich nicht weiter um das böse Gemurmel der gestörten Anbeter kümmern und natürlich auch die Ansammlung alter Leute bei ihren komischen, knieenden Leibesübungen ablichten, bis man sie doch verscheucht. Absurd werden sie es finden und unhöflich, und sie werden ganz froh sein, über ihren eigenes Quasigottkönigtum und die Schreine im Park, die so gar nichts von der Düsternis Europas haben.



Und dennoch, alle Photos, das Bild des alten Mannes, seiner aschgrauen Anhänger und die wunderbar lächelnde Parlermadonna, werden dann auf japanischen Blogs landen, und sie werden sich in kurzen Sätzen erzählen, was da seltsames abgeht im Land der Solinger Messer und Kuckucksuhren, leider hat es für ein Bild von Xiao vor den schwarzen Frauen nicht mehr gereicht, und dann geht es weiter im globalisierten Gewäsch der weltweiten Touristen, diese Gesandten der Ahnungslosiglkeit und des Missverstehens, denen zuliebe das Alte und das Verbrechen heruntergebrochen wird, bis all sein Schrecken verwässert ist und problemlos zur Kulisse für das Pradatäschchen wird, das am Flughafen erstanden wurde.

Merchandising, das es nicht nach Yokohama, aber sicher nach Altötting schaffen wird, gibt es übrigens hier.

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Dienstag, 5. September 2006

Gastkaiserwetter

Die Provinz zeigt sich auf der Dachterasse von ihrer besten, blankgeputzten Seite.



Dabei dröhnte es noch gestern böse im Firmament: Jemand hatte einen Koffer in derr Bahnunterführung, enthaltend nasse Kleider und einen Toaster, vergessen, und in dieser Gestalt, meinte man, kam vielleicht der globale Terror auch in die Provinz. Hubschrauber knatterten, Polizei und Feuerwehr rückten an, alles wurde abgeriegelt - umsonst. Die Provinz kann weiterschlafen. Nur nasse Kleider und ein Toaster. Für alles andere gibt es ja bald eine Datenbank. Wäre ich Terrorist, ich würde sofort Gott und die Welt anrufen und Dinge erzählen wie "Allah ist ein Rollmops und Majonäse ist sein Gebet" oder "Gib dem Schäuble auf 911 den 77 heraus". In der Folge gäbe es dann echten Terror der Zivilbevölkerung, durchgeführt vom Staat. So geht das, ihr Arschlöcher. Die Datenbankwichser sind Eure Freunde.

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Die Hirnvertriebenen

Hier gibt es ein Museum, das sich mit den Vertriebenen aus einer bestimmten Region Tschechiens befasst. Dieses Museum hat ein Haus, es kostet ordentlich Geld, das vom Staat, also vom bayerischen Steuerzahler kommt. Und es hat einen halben Tag pro Monat geöffnet. Ich habe an diesem Tag, obwohl ich manchmal daran vorbeigehe, keinen Besucher gesehen. In Greding auf dem Trachtenmarkt war ebenfalls ein Stand der Vertriebenen. Ziemlich leer. Juckt irgendwie keinen so richtig hier in Bayern. Obwohl die Sudeten und andere Vertriebene angeblich den 5. bayerischen Stamm neben Bayern, Oberpfälzern, Schwaben und Franken ausmachen.

Nach dem Niedergang des Ostblocks waren deren Vertreter noch satt im Geschäft. Aber selbst in Bayern beugte man sich letztlich dem Entschluss, die Oder-Neisse-Grenze endgültig anzuerkennen und die Grenzen des Münchner Abkommens von 1938 nicht weiter zu beanspruchen. Was bleibt, ist eine Funktionärskaste, aus politischen Gründen gehätschelt und als Stimmenfänger ruhiggestellt. Ab und zu geben sie noch die Störenfriede, aktuell dank des Umstandes, dass in Polen ein ihnen politisch und geistig entsprechendes Brüderpaar an der Macht ist.

Man sollte Steinbach uns Konsorten ihr bescheuertes Zentrum zur Bewichsung einer nicht mehr existierenden, ihnen im Grunde völlig gleichgültigen Heimat geben. Irgendwo in Berlin, in einem möglichst hässlichen DDR-Verwaltungsbau. Sollen sie doch die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen, mit ein par öden Photos von Leuten, die 1938 zu 90% für Hitler waren, ein paar öde Trachten dazu und ein paar Karten mit Städtenamen, die heute nicht mehr relevant sind. Sollen sie es selber zahlen, und dann schaun wir uns in einem Jahr mal die Besucherzahlen an. Und dann unterhalten wir uns über die Notwendigkeit dieser Organisationen als Standartenträger für eine Geschichte, die sicher mies und eklig war, aber nach all den Entschädigungen, Transferleistungen und Nibelungentreueschwüren nur noch ein ekliger politischer Skandal zugunsten rechter Parteien ist.

Schluss mit dem "Tag der Heimat". Heimat ist jetzt hier, wem´s nicht passt, soll halt rübergehen in die Tschechei, die suchen Investoren. Gerade die schwärzesten Medien hatten da keine Berührungsängste, also immer nur los, Freunde. Und ansonsten den Verein so beachten, wie man die politischen Einlassungen eines lokalen Fussballvereinsvorsitzenden verbreitet. Die sind nur so gross, wie man sie macht. Ein zappelndes Kadaver mit sich wegentwickelnhden potentiellen Mitgliedern, bei denen nhicht mal mehr der Egerländer Marsch als Klinhgelton hilft. Geschichte. Keine gute, aber wenigstens das.

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NOTFALL

Ich brauche für den Besuch schnellstens ein günstiges, gutes, gebrauchtes Powerbook oder Ibook G4 und/oder eine vernünftige Quelle für ein neueres Ibook, am besten sofort. Informationen bitte an donalphonso äd gmail dot com.

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Montag, 4. September 2006

In the shadow














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Heimat schlimmer als der Tod

Man könnte nett sein und es als freie Interpretation über einen ländlichen Kleidungsstil des 18. und 19. Jahrhinderts bezeichnen. Man könnte dieses Maschgererfest für die ganze Familie als nostalgischen Spass belächeln. Oder angesichts der leinenhemdlederhosigendirndelnden Preussendrecksbande vor den Toren des oktoberfestträchtigen Münchens als harmloses Wochenendvergnügen betrachten. Ginge alles. Aber ich komme von hier.



Und diese Pseudotracht ist schlichtweg unerträglich. Diese gschelckten Lederhosen, die nie etwas anderes gesehen haben als Trachtenumzüge, Bierbänke und das Innere eines Kleiderschrankes, keinen Schmutz, keine Hobelspäne und keine Felsen, und die hier im Norden Oberbayerns fast so authentisch sind wie Seemannshemden, Zuluspeere und Kimonos. All die tätowierten, gepiercten Weiber mit rüschenverseuchter Tittenpräsi, gestern noch Malle, heute schon Dorfplatz. Und nachher erficken sie den Nachwuchs, der das Land zu dem macht, was es leider viel zu oft ist.

Ich bin tolerant. Ich verurteile niemanden wegen seines Aussehens. Bitte, von mir auch aus Trachtenjanker aus nachgemachten Mehlsäcken und Datierung auf 1899. Und klar, bitte, man kann sich auch so rund saufen, wie man sich mancher in Berlin in Richtung Delirium Tremens säuft. Niemand muss nach den Kriterien der diversen Hochglanzzeitungen rank und schlank sein, im Gegenteil, der Biafrastil ist ausgesprochen unsexy. Aber wenn ich, der ich so ziemlich normal bin, kaum mehr einen Meter durchdrängen kann, ohne an die eine oder andere am Körper hängende monströse Fleisch-, Fett- oder Gewebehalbkugel zu stossen, dann wird das irgendwann zu viel. Fasten wäre natürlich zu viel verlangt, gerade jetzt in der Saison zwischen Volksfest, Dult und Erntedank. Aber trotzdem. Es ist kein Wunder, wenn der Besuch 20 Kilo aufwärts zunehmen müsste, wenn er in die hier angebotenen alten Dirndl passen wollte. Aber auch das ist irgendwie Tradition, so stehen sie schon immer auf dem Markt, in den Statuengruppen der Kirchen und das, was sie nachher im blau bemalten Ikeabett zusammenbringen, wird diese Tradition fortsetzen.



Ich kann damit leben. Meistens. Wenn es mir nicht zu nahe kommt. Es gibt übrigens auch Ausnahmen. Wenn ein Händler meint, man könne so einen Rock auch als Kontrast nehmen, da hätte eine Kundin mit karierten Strümpfen und Turnschuhen etwas gekauft, was dann wirklich toll ausgesehen hätte. Aber der Umstand, dass ich es eben nicht mit anthropologischem Interesse betrachten kann, weil es viel zu Nahe ist, weil ich in diesem Umfeld lebe, macht es so unsagbar schwer, das einfach als reine Freude unschuldiger Toren abzutun. Ein Button mit der Aufschrift "Nicht arisch, nur vegetarisch" oder "Mein anderes Hemd trägt Zitzit" hätte meine Stimmung retten können, oder das letzte Stück vegetarischer Flammkuchen, das ein Haufen Trachtler in der Schlange vor mir auch haben wollten. Und ich rede schon wieder über das Essen. Furchtbar. Als wäre ich einer von denen.

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Sonntag, 3. September 2006

Bloggerlandverschickung

Dass es hier gerade etwas ruhiger zugeht, dass die Beiträge etwas später kommen, hat einen Grund. Im Moment drücke ich mich in Franken herum, zwischen Aschaffenburg und Hilpoltstein, und zwar nicht ganz alleine. Ich habe Bloggerbesuch.



Wenn Bloggen irgendwelche nichtvirtuellen Folgen hat, dann ist es vielleicht eine andere Art des Reisens. Denn das hat sich zumindest bei mir mit dem Bloggen eindeutig verändert. In jedem Hafen ist jemand, den ich kenne. Und umgekehrt unterhalte ich selbst einen Hafen, in dem zunehmend mehr Leute einkehren und auch bleiben. Da kommt einiges zusammen, ich wohne an einer alten Handelsstrasse, bin nicht weit von München, und es gibt genug Betten und Sofas und Kühlschränke, um einige Leute hier unterzubringen. WLAN gibt es natürlich auch, und, wenn gewünscht, Ruhe oder Abwechslung, je nach Laune. Genau genommen gibt es eine Gästewohnung, die sich hervorragend als eine Art Basis für die Region zwischen Alpen und Main nutzen lässt. Schliesslich kenne ich hier alle reizvollen Ecken, und ganz so schlecht wie sein Ruf ist das Urlaubsland Deutschland nicht. Besonders nicht in dieser Ecke. Und der Gast zeigt eine ganz erstaunliche Standfestigkeit gegenüber dem allgegenwärtigen Rokoko.

Ich selbst komme somit in Genüsse, die ich sonst vielleicht meiden würde - ein Trachtenmarkt etwa. Wie man sich das so vorstellt und noch etwas deftiger, ein kleiner Ort, der dann vollgepfropft ist mit Gestalten in Kleidung, die ziemlich weit weg vom eigenen Lebenshorizont ist. Blasmusik natürlich, die ich peinlicherweise mitsummen kann. Dialekte, die ich spreche, wenn es sein muss. Heimat. Schrecklich.

Vielleicht ganz gut, dass es nächsten Monat andersrum läuft, und jemand dann mich vielleicht in die trüberen Ecken seiner Vergangenheit schleppt, die mir dann unheimlich exotisch, spannend und begehrenswert erscheinen. Und vielleicht genauso für mich passent, wie diese eine Trachtenjacke an meinen Besuch. Fast, morgen probieren wir es nochmal. Denn die durchschnittliche bayerische Trachtenträgerin dürfte geschätzte 10 Kilo mehr auf den Rippen haben, als ihr Pendant an der Aussenalster, der Kö, am Römer oder auf der Castingallee.

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Samstag, 2. September 2006

Private Zukunftsplanung beim Museumsrundgang









In etwa in dieser Reihenfolge und Hierarchie. So einfach. So gut.

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Zielgruppe mit Zukunft





Alt ist das neue Jung. Pernsion ist die neue Freizeit. Post65 hat das, was urbanen Penner Ante40 fehlt. Spiesser und FDP-CDU-Wähler sind sie alle.

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Freitag, 1. September 2006

Aquaplaning hört sich anders an

Oder besser, es hört sich an. Da ist dieses Knirschen des Wassers, das ähnlich klingt wie das Schmatzen, wenn man mit dem Surfboard nach dem Sprung auf dem Wellenrücken landet. Bei Aquaplaning dauert es bis zur Adrenalinausschüttung, bis das Auto wegrutscht. Es passiert nicht bei mässigem Regen und 100 km/h. Aber hier hört und fühlt es sich anders an. Da war kein Geräusch, absolut nichts, ich war langsam unterwegs, es gab keine Wasserflächen, und bis das Heck in Fahrtrichtung geschleudert war, begriff ich erst, dass etwas nicht stimmte.

Wie hams des gschafft, fragte mich der Meister der Werkstätte, die ich angesteuert hatte. Wenn so etwas passiert, bleibt normalerweise wenig übrig, was man reparieren kann, und auch das Operieren ist nicht immer sinnvoll. Da kam einiges zusammen, das Auto ist kurz, hätte ich die Mühle meiner Eltern genommen, hätte es mir bei der letzten Drehung an der Leitplanke das Heck abrasiert, ausserdem haben 2 Tonnen eine andere Wucht als eine Tonne. Das letzte Fahrertraining ist jetzt 15 Jahre her, aber die alten Reflexe waren wieder da. Die Jungs wären stolz gewesen, dreieinhalb Volldrehungen über drei Spuren, 200 Meter und keinen Kratzer ohne Berührung mit dem LKW. Die Panik kam erst, als ich auf dem Seitenstreifen stand. Solange der Wagen ohne Reibung auf dem schmierigen Asphalt schleuderte, solange klar war, dass jetzt erst mal Achterbahn ansteht und Bremsen nicht weiter hilft, weil der Wagen noch nicht mal langsamer wird, wenn er quer zur Fahrtrichtung steht, lief das alles in gefühlter völliger Ruhe und Harmonie ab. Erst, als ich dann mit der Schnauze gegen die Fahrtrichtung stand und der Verkehr vorbeirauschte, wurde das alles surreal wie ein schlechter Traum, nachdem man das Licht anmacht, um nicht nochmal einzusteigen. Nur bleibt einem dann nichts anderes, als auf eine Lücke zu warten, den Wagen in den Verkehr hinein zu drehen und - oha, das geht aber flott, das Heck zieht sofort nach - sofort zu wissen, was los war: Öl.



Sie haben den Laster, der die ziemlich gigantische Ölspur auf der nassen Fahrbahn hinterlassen hat, nicht erwischt. Zwei andere hatten weniger Glück oder Praxis im Umgang mit solchen Ereignissen. Es war sehr spät, als ich dann in Frankfurt ankam. Immerhin, ich kam dort an, in einem Stück und einem Wagen ohne weitere Kratzer, unter den immer noch leer stehenden hohen Häusern für Geschäfte, die nie kommen werden.

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Mittwoch, 30. August 2006

Die Geschenke zum 1000.

Danke, liebe Freundin, das finde ich aber wirklich nett von Dir. Trotzdem landest Du auf dem anstehenden Blogversager-Contest, nur die Einstellung hätte Dich gerettet.

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1000 Tage Bloggen

sind eine lange Zeit. Ich höre auf.

Wenn rechtsextreme Irre wie Kewil und Artverwandte Experten für Politik sind und zu Talkshows eingeladen werden, wenn Sascha "Ixens Kläffer" Lobo einen Literaturpreis bekommt, die PR dafür von Klaus Eck gemacht wird, Peter Turi eine erfolgreiche Blogzeitschrift ohne Pleite hinbekommt, die Zitterdrecksau als Edelfeder gelobt wird, Henryk Broder allgemein als Philosoph gilt, Riesenmaschine vom Spiegel übernommen wird, das Merkel einen guten Podcast macht und die Versager von den Freundin-Blogs mehr als 10.000 Leser am Tag haben, die nicht von Burda kommen, wo sich alle über diese Pfeifen kaputtlachen und überhaupt das Blogbusiness 4 Ipos pro Jahr am neuesten Markt zur Folge hat und alle freudig Überwachungssoftware aus Web2.0-Gründen downloaden -

wenn das alles zusammen eintritt, dann höre ich auf. So lange wird manches Pack noch eine Weile mit mir leben müssen. Wenn sie nicht vorher gestorben sind. Denn ich bin zäh und habe das rachsüchtige Gehirn eines Elefanten. Danke an alle Leser, soweit nicht Feindbeobachter, und Kommentatoren, soweit nicht gelöscht. Und nun ins Bett, liebe Kinder.

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Mittwoch, 30. August 2006

Ich sah die Wölfe tanzen

J´ai vu le loup, le renard, le lièvre,
J´ai vu le loup, le renard danser:
C´est moi-même qui les ai revirés.


Das hier was mal, lange Zeit, ein Blog mit und über Berlin. Berlin, wenn man so will, hat dieses Blog mit gross gemacht. Rund 470 Tage, viel zu lang, war ich dort, fast die Hälfte der Zeit, in der dieses Blog gefüllt wird. Und heute Abend, am 999. Tag, kann ich sagen:

Ich bin froh, dass ich seit über einem Jahr mit dem, was dort abgeht, fast nichts mehr zu tun habe. Berlin, oder besser, der Bereich zwischen Castingallee und Prenzlauer Allee mag durchaus das Zentrum der deutschen Bloggerei sein, da entstand viel, da gab es viele Ideen, an manchen war ich auch beteiligt, und ich habe immer noch ein Mischpult und ein Mikrophon in der Stadt. Aber heute Abend habe ich durch die Blogs geschaut, deren Autoren ich damals kannte. Und gerade die, die schon da waren, als ich nach Berlin ging, und ihr später eingestiegenes Umfeld, was da aus dem Forum der höflichen Paparazzi kroch, die ZIA, die kleine Internetmafia zum gezielten, verabredeten Pushen der eigenen Sache beim Bachmannwettbewerb und all die feinen Beziehungen rein in andere unterstützende Kreise, das entstandene Netzwerk aus Bloggern, die sich aus jedem hingestellten Fressnapf bedienen, dieser virtuelle Abklatsch einer Boheme, die reibungslos in jeder Hinsicht zusammenspielen, von der Tittenlesung bis zur kollektiven Niedermachen...



Wenn ich das alles sehe, empfinde ich eigentlich nur ein leises Bedauern für das, was da hätte entstehen können. Ich weiss nicht, wie lange sich das versuffschwägerte Lobotomixtenpack noch als Vorreiter halten kann, aber die besten Zeiten dürften inzwischen vorbei sein, und was bleibt, ist eine Art neue, selbstgefällige, miefige Lesebühne im Internet mit den immer gleichen Schenkelklopfern, die nur ihresgleichen amüsiert und sonst gar keinen. Sehr Berlin, das alles, inclusive der mehr oder weniger bedeutenden Aussenstationen in Hamburg, Essen, München, Düsseldorf und anderen Städten.

Oh, durchaus, es gibt einen Haufen Leuten mit Blogs, die ich in Berlin vermisse. Aber nicht diese Berliner Blogger, die von der gehemmten Wurst bis zum fast insolventen Selbstverkäufer ohne Markt alles zu bieten hat, was mich nicht interessiert. Ich bin sehr glücklich, dass dieses Blog nicht mehr mit dem Blog-Berlin assoziiert wird, dessen Teil es eine Weile war. 470 Tage Berlin. Aber 529 Tage in der Provinz. Ohne Bapperl, ohne lokale Clique, nur ich, die Stadt, das Umland und die Munich Area.

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Rassisten-Appeaser

Welches grosse deutsche Verlagshaus ist das wohl, das einen Autor beschäftigt, der zwar Hinweise erkennt und zugibt ("mir riecht es dort [...] zuweilen ein wenig streng nach [...] Rassismus"), dass ein gewisses Blog nach gängiger Definition rassistische Inhalte bringt , aber dennoch darauf verweist, weil es in sein weltpolitisches Denkschema passt? Na?

Richtig. Das gleiche, das sich für sein Gossenblatt mit Philosophen und Wahrheit als Werbemittel bedient. Nur falls jemand glaubt, es gäbe sowas wie ein Agreement zur Ausgrenzung von Rechtsextremisten - der "Kommentarchef der Welt am Sonntag" Alan Posener, die WAMS und Springer zeigen, wo sie stehen. Das bischen Rassismus bringt doch keinen um, oder?

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Des Monstrums Zeitschleife

1873 - Weil nur das Beste gut genug ist, lässt der Clan bei einer Hochzeit die imposanteste Neorenaissance-Kommode mit Marmor, geflammten westindischen Mahagoni und üppigstem Spiegelaufsatz, die sie in bekommen kann, entwerfen und schreinern, und stellt sie in meine jetzige Wohnung. Laut der Legende Besuche, Neid und grosses Abkotzen aller anderen grossen Clans der Stadt. Keiner sonst hat solche riesigen Muschelornamente, Kugeleinsätze, Säulen, etc..

1972 - Meine Mutter will die Kommode, das "Monstrum" beim Umräumen des Hauses wegwerfen, Widerstand meiner Grossmutter, Abtransport in den Speicher.

1994 - der Dachstuhl wird neu eingedeckt. Meine Mutter versucht dabei erneut, die Kommode wegzuwerfen. Erbitterter Widerstand meinerseits, der in der Katastrophe für meine Mutter endet: Vom Sperrmüll aufgelesen, bringe ich sie zu meinen Eltern in den Abstellraum. Grosses Hallo und Familienkrise.

2006, Frühjahr - Ich erwähne, dass ich das Monstrum jetzt für meine neue Wohnung brauche. Erbitterter Widerstand meiner Mutter, die inzwischen einsieht, wie praktisch das Ding ist. Ausserdem ist inzwischen das Ausgabenbuch der Familie aufgetaucht, dem zufolge das Monstrum damals so viel gekostet hat, wie heute in etwa ein Kleinwagen - italinischer Marmor und Mahagoni aus der Karibik waren damals halt teuer.

2006, 29. August - Ich hole das Monstrum gegen alle Ausreden und Ausflüchte meiner Mutter - sie habe es gerettet, es passe doch gar nicht, es sei viel zu schwer, ich solle doch noch warten - ab und stelle es dorthin, wo man schon 1873 eine Tür vermauert hat, um es dort hinstellen zu können.

Soviel zu den ersten 133 Jahren des Monstrums. Ich glaube, es grinst gerade mit seinem Marmormaul.

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