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Freitag, 13. April 2007
Mille Miglioh
oder die Kraft der Überzeugung. Mittwoch, Frankfurt, ich so zu Holgi: Und, wie stehn die Dinge? Nächste Woche Mille Miglia?
Holgi so: Waaaas? Nächste Woche schon? Ich dachte, die ist im Mai? Oh nein, ich kann jetzt unmöglich, dabei habe ich mich so drauf gefreut.
Ich so: Schade. Ich schicke Dir jeden Tag einen Blogeintrag, aus Verona, Ferrara, Mantua, vielleicht sogar Venedig, ich bleibe noch ein wenig... (tätschle Holgi auf die Schulter, um ihm sein schweres Los zu erleichtern)
Donnerstag, ich so zu Frau Mama: Auch dieses Jahr freue ich mich wieder auf die Mille Miglia - wollt ihr nicht auch mitfahren? Es wäre doch nett.
Frau Mama so: Hm, nein, das geht gerade nicht. Haben die die Mille Miglia verlegt? Letztes Jahr warst du doch im Mai unten.
Ich so: Nein, nein, das war Ende April.
Freitag, ich so zu meinem Klassikerschrauber: Hm, also wenn das mit dem Auspuff bis Montag nicht klappt, dann...

könnte ich vielleicht für meine Reise den Daimler haben? So ein Double Six hätte natürlich auch was.
Mein Klassikerschrauber so: Also, den Daimler, klar, aber der Motor läuft unrund, ich garantiere dir, du bleibst liegen, ausserdem säuft er wie ein Loch. Nimm lieber den Quattro. (Sieht meinen anglophilen Blick) OK, ok, nehmen kannst du ihn, aber wenn er den Geist aufgibt, lass ihn liegen, das lohnt sich nicht mehr.
Ich so: Nein, ich wette, der will unbedingt zu seinen Freunden, dem XK120 und den D-Types auf der Mille Miglia.
Mein Klassikerschrauber so: Du bleibst einen ganzen Monat unten?
Ich so: Ne, nur jetzt die Woche der Mille Miglia, und dann noch eine Woche in Oberitalien zum rumfahren.
Mein Klassikerschrauber so: Äh, ich fahre da auch mit meinem SL300 runter, und ich schwöre dir: Es ist vom 17. bis 20. Mai. Nicht April.
Ich so: Oh.
Edit: Ich sehe gerade, dass Statler daheim bleiben muss. Nun, dann nehme ich eben die Krux auf mich und fahre einfach so runter. Ich denke, ich fahre diesmal über Meran und nenne es die "Statlers-Z4-rollt-mit-30-Sachen-zur-Uni-Gedächtnis-Tour-07"
Holgi so: Waaaas? Nächste Woche schon? Ich dachte, die ist im Mai? Oh nein, ich kann jetzt unmöglich, dabei habe ich mich so drauf gefreut.
Ich so: Schade. Ich schicke Dir jeden Tag einen Blogeintrag, aus Verona, Ferrara, Mantua, vielleicht sogar Venedig, ich bleibe noch ein wenig... (tätschle Holgi auf die Schulter, um ihm sein schweres Los zu erleichtern)
Donnerstag, ich so zu Frau Mama: Auch dieses Jahr freue ich mich wieder auf die Mille Miglia - wollt ihr nicht auch mitfahren? Es wäre doch nett.
Frau Mama so: Hm, nein, das geht gerade nicht. Haben die die Mille Miglia verlegt? Letztes Jahr warst du doch im Mai unten.
Ich so: Nein, nein, das war Ende April.
Freitag, ich so zu meinem Klassikerschrauber: Hm, also wenn das mit dem Auspuff bis Montag nicht klappt, dann...

könnte ich vielleicht für meine Reise den Daimler haben? So ein Double Six hätte natürlich auch was.
Mein Klassikerschrauber so: Also, den Daimler, klar, aber der Motor läuft unrund, ich garantiere dir, du bleibst liegen, ausserdem säuft er wie ein Loch. Nimm lieber den Quattro. (Sieht meinen anglophilen Blick) OK, ok, nehmen kannst du ihn, aber wenn er den Geist aufgibt, lass ihn liegen, das lohnt sich nicht mehr.
Ich so: Nein, ich wette, der will unbedingt zu seinen Freunden, dem XK120 und den D-Types auf der Mille Miglia.
Mein Klassikerschrauber so: Du bleibst einen ganzen Monat unten?
Ich so: Ne, nur jetzt die Woche der Mille Miglia, und dann noch eine Woche in Oberitalien zum rumfahren.
Mein Klassikerschrauber so: Äh, ich fahre da auch mit meinem SL300 runter, und ich schwöre dir: Es ist vom 17. bis 20. Mai. Nicht April.
Ich so: Oh.
Edit: Ich sehe gerade, dass Statler daheim bleiben muss. Nun, dann nehme ich eben die Krux auf mich und fahre einfach so runter. Ich denke, ich fahre diesmal über Meran und nenne es die "Statlers-Z4-rollt-mit-30-Sachen-zur-Uni-Gedächtnis-Tour-07"
donalphons, 15:31h
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Gold
am späteren Nachmittag.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, schon gar nicht bei der Werbung.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, schon gar nicht bei der Werbung.
donalphons, 12:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 12. April 2007
Werbertotalitarismus
oder es gibt einen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen Professionalisierung und Sascha Lobo. An der Blogbar.
donalphons, 17:45h
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Res privata
oder im Vorurlaub oder auch Üben für eine Woche Italien oder meine Tauben sind die angenehmere Gesellschaft oder hin und wieder sollte man auch ein Buch lesen oder will ich woanders sein - Nein.

Kleines Manko: Es ist hier oben schon wieder so warm, dass der Käse höchstens eine halbe Stunde draussen bleiben kann. Ach so, und der Tisch ist zu klein.

Kleines Manko: Es ist hier oben schon wieder so warm, dass der Käse höchstens eine halbe Stunde draussen bleiben kann. Ach so, und der Tisch ist zu klein.
donalphons, 15:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 12. April 2007
Würzburg-Berlin-Simultan
Um 16.05 betrete ich nach einer entspannenden Roadsterfahrt von Frankfurt nach Würzburg mit meiner Begleiterin das grandiose Treppenhaus der Stadtresidenz, geschaffen von Balthasar Neumann und ausgemalt von Giovanni Tiepolo, einer der Höhepunkte der Barockarchitektur im süddeutschen Raum - vom norddeutschen Raum erst gar nicht zu reden, die haben sowas nicht, das passt da nicht rein.

Nach einer Runde nutze ich die Gelegenheit, in den gerade vollkommen japanerfreien grossen Saal zu schlüpfen. Ich erstehe im Museumsshop viel zu viele Bücher, gehe wieder raus und mache offensichtlich nicht wirklich erlaubterweise dieses und andere Bilder, die mich daran erinnern sollen, dass man sich besser nicht nach unten, sondern nach oben orientieren sollte. Nichts ist leichter als die Niveaulosigkeit.

So gegen halb fünf bin ich dann am Ende der Barockzimmerflucht angekommen. Das grüne Zimmer mit seinen Lackarbeiten im japanischen Stil ist der vielleicht intimste Raum im ganzen Schloss, hier steht bezeichnenderweise auch der Tisch für Kartenspiele, hier wollte einer einfach seine Ruhe haben, keinen Stress, kein Gezeter, keine nervigen Fressen und nicht den Alltag voller mieser Charaktere, die so eine Ideologie gepaart mit Hoffnung auf Bereicherung so mit sich bringt. Dieser Raum sagt Nein zur Welt und Ja zum Selbst.

In der Bildergalerie, um 16.45, just zu dem Zeitpunkt, als in Berlin auf der Re-Publica, auf dem Podium, das ich abgesagt habe, die Rede auf mich kommt, stehe ich vor Corruptio Bestechanellis Gemälde "Die deutsche Adabei-Blogosphäre keilt sich unter dem höflichen Applaus der schwarzen Kackbratzen aus PR-ostitution, Koksnasentum und sonstiger Schergen der Meinungsmonopole um weniger als 30 hingeworfene Silberlinge sowie eine kostenlose Playstation, bevor sie Promointerviews mit dem Kaufbloggern Oli G. und Mario S. macht und danach vom Butterfahrtsentertainmentrapper "MC Da wild Vertriebler" bespasst wird".

powerpointgeeignetes grossbild 800x600 hier
Mir fällt wieder ein, dass heute ja die Re-Publica wäre, ein leichtes Zucken erreicht meine Mundwinkel beim Gedanken an all das Pack, das sich dort leider unter den Anwesenden auch findet, aber auf dem nächsten Gemälde reckt mir Jezabel die nackte Brust entgegen, durch ein Fenster fällt das Sonnenlicht über dem in voller Blüte stehenden Hofgarten, und alles ist prima.

Nach einer Runde nutze ich die Gelegenheit, in den gerade vollkommen japanerfreien grossen Saal zu schlüpfen. Ich erstehe im Museumsshop viel zu viele Bücher, gehe wieder raus und mache offensichtlich nicht wirklich erlaubterweise dieses und andere Bilder, die mich daran erinnern sollen, dass man sich besser nicht nach unten, sondern nach oben orientieren sollte. Nichts ist leichter als die Niveaulosigkeit.

So gegen halb fünf bin ich dann am Ende der Barockzimmerflucht angekommen. Das grüne Zimmer mit seinen Lackarbeiten im japanischen Stil ist der vielleicht intimste Raum im ganzen Schloss, hier steht bezeichnenderweise auch der Tisch für Kartenspiele, hier wollte einer einfach seine Ruhe haben, keinen Stress, kein Gezeter, keine nervigen Fressen und nicht den Alltag voller mieser Charaktere, die so eine Ideologie gepaart mit Hoffnung auf Bereicherung so mit sich bringt. Dieser Raum sagt Nein zur Welt und Ja zum Selbst.

In der Bildergalerie, um 16.45, just zu dem Zeitpunkt, als in Berlin auf der Re-Publica, auf dem Podium, das ich abgesagt habe, die Rede auf mich kommt, stehe ich vor Corruptio Bestechanellis Gemälde "Die deutsche Adabei-Blogosphäre keilt sich unter dem höflichen Applaus der schwarzen Kackbratzen aus PR-ostitution, Koksnasentum und sonstiger Schergen der Meinungsmonopole um weniger als 30 hingeworfene Silberlinge sowie eine kostenlose Playstation, bevor sie Promointerviews mit dem Kaufbloggern Oli G. und Mario S. macht und danach vom Butterfahrtsentertainmentrapper "MC Da wild Vertriebler" bespasst wird".

powerpointgeeignetes grossbild 800x600 hier
Mir fällt wieder ein, dass heute ja die Re-Publica wäre, ein leichtes Zucken erreicht meine Mundwinkel beim Gedanken an all das Pack, das sich dort leider unter den Anwesenden auch findet, aber auf dem nächsten Gemälde reckt mir Jezabel die nackte Brust entgegen, durch ein Fenster fällt das Sonnenlicht über dem in voller Blüte stehenden Hofgarten, und alles ist prima.
donalphons, 01:50h
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Schöner fahren mit Don Alphonso Folge 2.597
Heute: Ferrariklang zum Fiatpreis.
Vorne, am Motor, ist ein sogenanntes Hitzeblech. Das ist wichtig, damit im Kühler nichts schmilzt und der Motor nicht überhitzt. Hauptsache, es ist da. Es kann aber auch einen Riss haben. Überhaupt ist es sehr dünn und bekommt häufig Risse. Es leitet weiter Hitze ab, aber es bewegt sich. So wie gestern zwischen Pommersfelden und Frankfurt. Dann rattert es im Takt des Motors, mit ungefähr 130 bis 300 Herz. Tief, sonor, LAUT und wie ein Ferrari. Die Leute drehen sich um.
Und ich hoffe, dass es gefixt wird. Bevor ich am 16. (oder früher) gen Italien fahre. FIAT - Fix It Again, Tony.
Vorne, am Motor, ist ein sogenanntes Hitzeblech. Das ist wichtig, damit im Kühler nichts schmilzt und der Motor nicht überhitzt. Hauptsache, es ist da. Es kann aber auch einen Riss haben. Überhaupt ist es sehr dünn und bekommt häufig Risse. Es leitet weiter Hitze ab, aber es bewegt sich. So wie gestern zwischen Pommersfelden und Frankfurt. Dann rattert es im Takt des Motors, mit ungefähr 130 bis 300 Herz. Tief, sonor, LAUT und wie ein Ferrari. Die Leute drehen sich um.
Und ich hoffe, dass es gefixt wird. Bevor ich am 16. (oder früher) gen Italien fahre. FIAT - Fix It Again, Tony.
donalphons, 11:01h
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Was macht eigentlich... die FDP?
Es gab da mal so eine Anhängselpartei namens FDP, die hatte auch so einen Vorsitzenden namens Möllewelle, und so ein paar Mitglieder, manche auch im Bundestag. Angeblich soll es die noch immer geben, auch wenn man nichts mehr von ihr hört. Keine Ideen, keine Konzepte, nix.
Andere haben Ahnungslose wie den Glos, andere haben Pfeifen wie den Beck, und nochmal andere haben das Grauen aus der Uckermark, und alle zusammen sehen aus wie die Dienstboten aus "Altes vom Hexer", aber sie flimmern wenigstens über die Mattscheibe.
Aber was wurde eigentlich aus dieser FDP?
Andere haben Ahnungslose wie den Glos, andere haben Pfeifen wie den Beck, und nochmal andere haben das Grauen aus der Uckermark, und alle zusammen sehen aus wie die Dienstboten aus "Altes vom Hexer", aber sie flimmern wenigstens über die Mattscheibe.
Aber was wurde eigentlich aus dieser FDP?
donalphons, 10:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 10. April 2007
Letztendlich dann doch Fuji
Ich: Ich brauche eine Kamera, die auch bessere Formate als jpg abspeichert, mindestens 8-fach-Zoom ab 300 mm Brennweite, Blende sollte mindestens bis 8 gehen und die meisten anderen Parameter sollten auch manuell einstellbar sein.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Wie, was anderes als dschäjpäg, das hat doch jede Kamera, was anderes gibt es auch gar nicht, weil das braucht man ja für das Internet wenn man Bilder bestellt. Oder Sie meinen eine normale Kamera mit Film?
Ich: Nein. RAW/TIFF.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Äh, also, das können die Besseren auch, also, wenn Sie sicher gehen wollen, wir haben da diese Ditschitäl Äsälar gerade im Angebot, 699, die hat sicher alles, was Sie brauchen.
Ich: Äh, nein, ich brauche mehr als 55 Millimeter Brennweite.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler (denkt nach, greift nach einer x-beliebigen Kompaktkamera aus dem Regal, liest auf dem Objekt): Das steht doch drauf, Moment, ja, aber hier, bei den normalen Kameras steht auch nur drauf bis 22,2 mm, und die haben dreifach, also, wenn man das umrechnet, dann müsste das...
Ich: Nein, ich meine 300 mm Kleinbildäquivalent.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Ach so. Ja. (schweigt) Wenn Sie etwas warten, mein Kollege kennt sich da besser aus.

Nicht, dass ich wirklich dort kaufen würde. Ich schaue mich schon um, was die so haben. Und ich habe auch keine Lust, mich durch seitenlange Featurebeschreibungen mit unverständlichen Namen zu quälen. Letztlich bin ich dann ganz klassisch wie Eltern und Grosseltern zumMerkur Horten Kaufhof Galeria Kaufhof gegangen und habe mir die leicht veraltete und aus dem Programm genommene schon angedachte Fuji Finepix S5600 gekauft. Vor allem: Weil sie am besten in der Hand liegt, weil man Filter aufschrauben kann und sie beim Zoomen das Gleichgewicht wahrt. Bei den Distanzen, aus denen ich Autos ablichten möchte, ist das das entscheidende Kriterium. Ausserdem war es das selbst mit Original Fuji-xD-Karte günstigste Angebot, und für den einen Zweck, für den ich sie brauche, sollte sie reichen. Wenn ich mich bis dahin durch die Menus gequält habe.
Falls es ein Fehlkauf war - wird man es hier bei der anstehenden Italienreise sehen können.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Wie, was anderes als dschäjpäg, das hat doch jede Kamera, was anderes gibt es auch gar nicht, weil das braucht man ja für das Internet wenn man Bilder bestellt. Oder Sie meinen eine normale Kamera mit Film?
Ich: Nein. RAW/TIFF.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Äh, also, das können die Besseren auch, also, wenn Sie sicher gehen wollen, wir haben da diese Ditschitäl Äsälar gerade im Angebot, 699, die hat sicher alles, was Sie brauchen.
Ich: Äh, nein, ich brauche mehr als 55 Millimeter Brennweite.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler (denkt nach, greift nach einer x-beliebigen Kompaktkamera aus dem Regal, liest auf dem Objekt): Das steht doch drauf, Moment, ja, aber hier, bei den normalen Kameras steht auch nur drauf bis 22,2 mm, und die haben dreifach, also, wenn man das umrechnet, dann müsste das...
Ich: Nein, ich meine 300 mm Kleinbildäquivalent.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Ach so. Ja. (schweigt) Wenn Sie etwas warten, mein Kollege kennt sich da besser aus.

Nicht, dass ich wirklich dort kaufen würde. Ich schaue mich schon um, was die so haben. Und ich habe auch keine Lust, mich durch seitenlange Featurebeschreibungen mit unverständlichen Namen zu quälen. Letztlich bin ich dann ganz klassisch wie Eltern und Grosseltern zum
Falls es ein Fehlkauf war - wird man es hier bei der anstehenden Italienreise sehen können.
donalphons, 15:06h
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Real Life 08.04.07 - aus dem Haifischaquarium
Und dann haben wir den also angerufen, und der war vielleicht unverschämt, der hat gebrüllt, als würden wir ihm die Haut abziehen, wegen der lunpigen 200.000 da. Wenn man Gesellschafter verklagen könnte, wäre das alles so viel einfacher, aber nein, diese Schleimerei bei Leuten, die ohnehin nicht auskommen, die macht mich echt fertig, meinst du, das passt wirklich so mit dem Winkel? Ja? Ich mach mir noch schnell einen Kaffee...
Würdest du bitte weiter aufpassen, dass nichts runterkommt? Nachdem deine Decke schon entgegen der Versprechung ziemlich krumm ist?
Jaja, ich schau gleich, das wird schon nicht in dieser Sekunde..
Aaaaaahhhhh. (Don Alphonso reckt sich auf der zu kurzen Leiter auf die Zehenspitzen, nachdem sein Oberkörper hinaufschnellte, als er dieses charakteristische ssszzzchhh hörte, mit dem sich ablösender Stuck bemerkbar macht - wenn man es schon ein paar Mal gehört hat)
Oh. Ein Glück, dass du es rechtzeitig gefangen hast. Meinst du, du wirst es heute auch noch streichen können?

Nicht wirklich.
Kannst Du dann vielleicht nächste Woche kommen? Wir müssen sowieso nach wegen der Sache mit dem Einkaufszentrum besprechen, und ausserdem könnte der Gang auch ein wenig Stuck vertragen, oder, und Kehstuck sollte hier eigentlich auch sein, so wie bei dir daheim
was meinst du?
ich meine dass du dir auch einen stukkateur leisten könntest
Was?
Nach Italien. OK? Nach Italien gerne.
Würdest du bitte weiter aufpassen, dass nichts runterkommt? Nachdem deine Decke schon entgegen der Versprechung ziemlich krumm ist?
Jaja, ich schau gleich, das wird schon nicht in dieser Sekunde..
Aaaaaahhhhh. (Don Alphonso reckt sich auf der zu kurzen Leiter auf die Zehenspitzen, nachdem sein Oberkörper hinaufschnellte, als er dieses charakteristische ssszzzchhh hörte, mit dem sich ablösender Stuck bemerkbar macht - wenn man es schon ein paar Mal gehört hat)
Oh. Ein Glück, dass du es rechtzeitig gefangen hast. Meinst du, du wirst es heute auch noch streichen können?

Nicht wirklich.
Kannst Du dann vielleicht nächste Woche kommen? Wir müssen sowieso nach wegen der Sache mit dem Einkaufszentrum besprechen, und ausserdem könnte der Gang auch ein wenig Stuck vertragen, oder, und Kehstuck sollte hier eigentlich auch sein, so wie bei dir daheim
was meinst du?
ich meine dass du dir auch einen stukkateur leisten könntest
Was?
Nach Italien. OK? Nach Italien gerne.
donalphons, 12:50h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 9. April 2007
Heute im Programm:
Kurvenjagdhase. Ich finde ja, Isadora Duncan traf es 1927 in Nizza am besten, als sie in den Bugatti stieg, in dessen Hinterrad sich bald ihr Seidenschal verfangen sollte und sie erwürgte, und sagte:
"Adieu, mes amis. Je vais à la gloire!"
Womit sie anders Recht hatte, als sie dachte, und was die bis an den Rand der Grausamkeit immer trockene Gertrude Stein zur Bemerkung veranlasste:
"Affectations can be dangerous."
Wobei man Duncan wiederum zugute halten muss, dass Gertrude Steins magenkrebsbedingter Abschied vom Dasein in Wort und Gefährt, auf der Bahre in den OP gerollt, weniger spektakulär war:
"In that case, what is the question?"
Ob die kulinarischen Wochen in Beilngries noch laufen. Das Wetter ist herrlich, die Strassen sind trocken, der Tank ist voll und die Kurven warten.
Nachtrag:

Ein paar hundert Kurven später.
"Adieu, mes amis. Je vais à la gloire!"
Womit sie anders Recht hatte, als sie dachte, und was die bis an den Rand der Grausamkeit immer trockene Gertrude Stein zur Bemerkung veranlasste:
"Affectations can be dangerous."
Wobei man Duncan wiederum zugute halten muss, dass Gertrude Steins magenkrebsbedingter Abschied vom Dasein in Wort und Gefährt, auf der Bahre in den OP gerollt, weniger spektakulär war:
"In that case, what is the question?"
Ob die kulinarischen Wochen in Beilngries noch laufen. Das Wetter ist herrlich, die Strassen sind trocken, der Tank ist voll und die Kurven warten.
Nachtrag:

Ein paar hundert Kurven später.
donalphons, 11:04h
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Montag, 9. April 2007
Es ist ganz leicht
Man muss nur an der Isar eingeparkt sein von einem Lieferwagen, der einem Espressomaschinenreparaturdienst gehört, einem Porsche von hinten und neben einem auf der zweiten Spur von einem BMW SUV. Die unheimlich dünne Frau im Minicooper müsste nicht mal schreien, damit man weiss, worüber sie gerade mit dem Menschen an der anderen Seite der Leitung spricht: Ja, heute Abend, nach all dem Stress, klar war sie im Büro und nächste Woche macht sie den da fertig. So viele können über Ostern gar nicht heim, dass davon nicht riesige Bestände immer noch in der Stadt wären. Frauenzeitschriftenjohurnaille, Möchtegernregisseure, die Frauen aus dem Umland in Cafes anquatschen, und dazu noch die Neoconpäärchen in der Theatinerstrasse. Jedes Paradies hat sein Ungeziefer, und München zieht diesen Menschenschlag in all seinen Variationen magisch an, so wie jeder, der Kreativität mit Verantwortungslosigkeit verwechselt, irgendwann Spreewasser säuft.

Schnell, zu schnell hat sich München von der Demütigung des Untergangs der New Economy erholt. Und während anderswo längst wieder gegründet wird, schaut man hier noch bedächtig zu, weil man den neuen Geschichten noch nicht ganz traut. Überhaupt, desto besser das Wetter und desto schöner die Landschaft, desto weniger ist man bereit, ins Netz zu gehen. Biergärten, Cafes, Isarauen, alles ist schon wieder restlos voll mit sorgenfreien Menschen. Eine Ausnahme ist das Luxusweibchen am Gärtnerplatz, das ihrem Gegenüber ihr Steuerproblem erklärt: 70.000 hat sie noch flüssig, aber 50.000 will der Fiskus für das letzte Jahr, die nehmen einem alles, und wovon soll sie dann noch leben? Existenzangst in der Isarversion.
Und dennoch ist die Stadt immer wieder atemberaubend schön. Siemensskandal, Stadionschmierung, Vollversager im Kulturreferat und eine irrwitzige Verschwendung beim Stadtportal München.de, was soll´s, das leistet man sich eben mitsamt den Pickeln der Staatspartei, es gibt ja genug Spiele und Torte, im Hofgarten etwa, oder wo auch immer, und nächste Woche ist sowieso jeder irgendwie in Italien, dann treffen wir uns alle wieder. Nur die Mutter vom Marquis, die kommt nicht mehr, die hat er wegen Demenz ins Alterheim bringen müssen, 2,5 Zinmmer hat sie da immer noch, mehr als manche draussen in Sendling, aber von da kennt man eh keinen, denn München geht nur von Schwabing bis zur Isarvorstadt, und wer da nicht wohnt, kommt wenigstens vorbei, wir sind ja nicht so, ned wahr.

Schnell, zu schnell hat sich München von der Demütigung des Untergangs der New Economy erholt. Und während anderswo längst wieder gegründet wird, schaut man hier noch bedächtig zu, weil man den neuen Geschichten noch nicht ganz traut. Überhaupt, desto besser das Wetter und desto schöner die Landschaft, desto weniger ist man bereit, ins Netz zu gehen. Biergärten, Cafes, Isarauen, alles ist schon wieder restlos voll mit sorgenfreien Menschen. Eine Ausnahme ist das Luxusweibchen am Gärtnerplatz, das ihrem Gegenüber ihr Steuerproblem erklärt: 70.000 hat sie noch flüssig, aber 50.000 will der Fiskus für das letzte Jahr, die nehmen einem alles, und wovon soll sie dann noch leben? Existenzangst in der Isarversion.
Und dennoch ist die Stadt immer wieder atemberaubend schön. Siemensskandal, Stadionschmierung, Vollversager im Kulturreferat und eine irrwitzige Verschwendung beim Stadtportal München.de, was soll´s, das leistet man sich eben mitsamt den Pickeln der Staatspartei, es gibt ja genug Spiele und Torte, im Hofgarten etwa, oder wo auch immer, und nächste Woche ist sowieso jeder irgendwie in Italien, dann treffen wir uns alle wieder. Nur die Mutter vom Marquis, die kommt nicht mehr, die hat er wegen Demenz ins Alterheim bringen müssen, 2,5 Zinmmer hat sie da immer noch, mehr als manche draussen in Sendling, aber von da kennt man eh keinen, denn München geht nur von Schwabing bis zur Isarvorstadt, und wer da nicht wohnt, kommt wenigstens vorbei, wir sind ja nicht so, ned wahr.
donalphons, 01:58h
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Zitat des Tages
Eigentlich mag ich Anwaltsbesprechungen nicht. Das Ganze ist in aller Regel viel, viel sachlicher, als man sich das gemeinhin vorstellt. Ich würde mir mehr Anwälte mit Hass und Wut wünschen, aber so sind sie leider nicht. Jedenfalls ging es heute (am Feiertag!) unter anderem - Fondskriminalität, 30 Millionen Nachzahlung und zur Abrundung unwillige Gesellschafter - nochmal um das leidige Thema Coty, d.k.d. und ihre Büttel, und wie ich erfahren habe, kann ich meine verfahrenen Kilometer für diesen Scheiss nicht geltend machen.

nimm das, stilosterhäschen
Aber es hat sich gelohnt, für diesen einzigen Satz:
Bei uns wird nichts so heiss gekocht wie das, was wir denen gewaltsam einflössen.
Auf den flachen Witz mit den Nägeln verzichte ich heute.

nimm das, stilosterhäschen
Aber es hat sich gelohnt, für diesen einzigen Satz:
Bei uns wird nichts so heiss gekocht wie das, was wir denen gewaltsam einflössen.
Auf den flachen Witz mit den Nägeln verzichte ich heute.
donalphons, 16:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 7. April 2007
Vergebens
Keiner hat Herr G. gesagt, dass er endgültig zu alt für blaue Lacoste-Hemden ist. Ausserdem passen sie nicht wirklich zu seiner beigen Hose, die mehr über sein Alter aussagen, als ihm lieb sein dürfte. Da steht er vor dem Heck seines mal wieder neuen, silbernen Wagen, hält in der einen Hand die grüne Platiktüte mit den Einkäufen, und wurschtelt mit der anderen an seinem Schlüssel herum. Nach einigen Blinkern schlieslich hebt sich die Heckklappe von selbst nach oben. Herr G. greift hinein, holt die Louis-Vuitton-Tasche heraus, steckt die grüne Tüte hinein, schiebt die Golftasche herum, legt die Vuitton-Tasche hinein, und dann greift er nach oben, um die Heckklappe zu schliessen. Erst, als seine Hand oben ist, fällt ihm ein, dass er das auch mit dem Schlüssel machen kann, also senkt er die Hand, streckt sie aus, richtet den Schlüssel wie einen Revolver auf den Wagen und drückt ab. Das Auto blinkt zweimal. Nochmal. Das Auto blinkt einmal - jetzt hat er es zugesperrt. Nochmal. Jetzt endlich senkt sich der Kofferraum, aber da hat er nicht lang genug gewartet und schon wieder gedrückt, worauf sich der Deckel wieder hebt. Jetzt endlich, nach erneutem drücken, geht der Kofferraumdeckel zu.
Guten Tag, sage ich zu Herrn G., und er begrüsst mich joval und erzählt von seinem neuen Wagen und davon, dass er nächste Woche damit und mit seiner Frau nach Italien fährt. Schön, nicht? - und meint damit das Auto. Ich wünsche ihm schöne Feertage, und gehe zum Wochenmarkt.

Schön, dort, diese Stadt, fast immer, eigentlich.
Guten Tag, sage ich zu Herrn G., und er begrüsst mich joval und erzählt von seinem neuen Wagen und davon, dass er nächste Woche damit und mit seiner Frau nach Italien fährt. Schön, nicht? - und meint damit das Auto. Ich wünsche ihm schöne Feertage, und gehe zum Wochenmarkt.

Schön, dort, diese Stadt, fast immer, eigentlich.
donalphons, 17:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 6. April 2007
Kumma mitda Russn-Leica
So ist das mit den Gebrauchtgütern: Man weiss nie, ob sie wirklich funktionieren. Als ich letzten Sonntag eine gebrauchte Export-Zorki Ic kaufte, war ich begeistert: Sie war, wie nur wenige russische Kopien der berühmten deutschen Leice II, wirklich ausnehmend schön, solide verarbeitet, leichtgängig, fühlte sich nicht an wie ein russischer Traktor (wir kennen doch alle die Episode von Don Camillo und Peppone, als das kleine Dorf einen russischen Trakter geschenkt bekommt, der nicht läuft), und war erkennbar höherwertig. Sie machte sogar das berühmte, satte Leicaklicken beim Auslösen.
Leica hat damals, als die Kamera 1932 vorgestellt wurde, einen Geniestreich auf den Markt gebracht. Die Leica ist eine Revolution, denn endlich konnte man den Kleinbildfilm verwenden und 36 Aufnahmen ohne Wechsel der Spule - oder gar Platte - verwenden. Das hatte allerdings zur Folge, dass der Verschluss der Kamera, der das Licht auf den Film lässt, klein ausfallen muss. Leica - und ihre Kopisten in der UdSSR - griffen dabei zu einem Verschluss aus gummierten Stoff, der sich wie ein Vorhang auf- und zuzog. Auf der rechten Seite wird der Vorhang auf eine Rolle gezogen, die einen bauartbedingten, sehr kleinen Durchmesser hat. Und das rächt sich nach - zugegeben langen - 50 Jahren.

Nach dieser Zeit also, nach der keine aktuelle Plastikdigitalkamera, die wir heute kaufen, noch einen Muks von sich gibt, ist also der Gummi auf der Rückseite des Vorhanges gebrochen. Leica und später auch die berühmte Konkurrentin, die Zeiss Contax, haben das Problem erkannt und später einen anderen Verschluss mit Metallschienen verbaut, der die Kamera leider eitwas dicker werden liess. Die Leica II und ihre Kopien jedoch verdanken diesem Makel ihre reine, schlanke Form. Das ist wie mit dem Apple iPOD und dem Microsoft Zune: Wenn man vor der Leica II, einer Leica M und der Contax steht, greift man instinktiv zur Leica II, trotz all ihrer immensen Nachteile beim täglichen Betrieb. Kurz, die Leica II ist eine Kamera, nach der es im Design nur noch abwärts ging. Meine Traumkamera wäre ein Digitaleinsatz für die Leica II. 12 Megapixel auf 36 mal 24 Millimeter enstprechend 400 Iso, den Rest mache ich mit der Hand, dem Gefühl für Blende, Verschlusszeit und dem Hirn, das Auszuschalten uns die Digiknipsen lehren.
Wie auch immer, der Vorhang dieser wunderschönen Zorki ist kaputt. Das zeigte sich beim ersten Film, bei dem nicht weniger als 7 Löcher im Vorhang hässliche, weisse Geisterflecke auf den Bildern hinterliessen. Sobald man die Kamera vor dem Abdrücken nur etwas ins Licht hält, kann man die Bilder vergessen. Wäre das eine echte Leica, szände hier nun die Klage eines Besitzers, der sich durch Dutzende von Messen gequält hat, um das Original zu beschaffen. Aber das hier ist eine Zorki, die zwar nicht das Aussehen, aber die Robustheit eines russischen T-34 Panzers hat - auch, was das grobe Material des Vorhangs angeht.

Statt nun die Kamera zu zerlegen, wird der Vorhang mit möglichst dicker Textilfarbe dreimal eingestrichen. Keine Sorge, das Material ist so robust, dem tut das nicht weh. Und danach wird vorsichtig auch die auf der Rolle sichtbare Rückseite bestrichen, und dann aufgezogen. Und eine Nacht getrocknet, zwei Tropfen Öl in die Schienen, Objektiv drauf.
Das war´s für die nächsten 20 Jahre. Mindestens. Ansonsten kann an einer Zorki oder Leica kaum was kaputt gehen: Dicke, vergütete Linsen, Metallkörper, verzinkte Messingaufbauten, und alles mit ein paar Schrauben zusammengehalten, die jeder selbst justieren kann. Sie wird noch genauso trocken russisch clack machen, wenn die Cybershots längst japanisch ausgepiepst haben.
Leica hat damals, als die Kamera 1932 vorgestellt wurde, einen Geniestreich auf den Markt gebracht. Die Leica ist eine Revolution, denn endlich konnte man den Kleinbildfilm verwenden und 36 Aufnahmen ohne Wechsel der Spule - oder gar Platte - verwenden. Das hatte allerdings zur Folge, dass der Verschluss der Kamera, der das Licht auf den Film lässt, klein ausfallen muss. Leica - und ihre Kopisten in der UdSSR - griffen dabei zu einem Verschluss aus gummierten Stoff, der sich wie ein Vorhang auf- und zuzog. Auf der rechten Seite wird der Vorhang auf eine Rolle gezogen, die einen bauartbedingten, sehr kleinen Durchmesser hat. Und das rächt sich nach - zugegeben langen - 50 Jahren.

Nach dieser Zeit also, nach der keine aktuelle Plastikdigitalkamera, die wir heute kaufen, noch einen Muks von sich gibt, ist also der Gummi auf der Rückseite des Vorhanges gebrochen. Leica und später auch die berühmte Konkurrentin, die Zeiss Contax, haben das Problem erkannt und später einen anderen Verschluss mit Metallschienen verbaut, der die Kamera leider eitwas dicker werden liess. Die Leica II und ihre Kopien jedoch verdanken diesem Makel ihre reine, schlanke Form. Das ist wie mit dem Apple iPOD und dem Microsoft Zune: Wenn man vor der Leica II, einer Leica M und der Contax steht, greift man instinktiv zur Leica II, trotz all ihrer immensen Nachteile beim täglichen Betrieb. Kurz, die Leica II ist eine Kamera, nach der es im Design nur noch abwärts ging. Meine Traumkamera wäre ein Digitaleinsatz für die Leica II. 12 Megapixel auf 36 mal 24 Millimeter enstprechend 400 Iso, den Rest mache ich mit der Hand, dem Gefühl für Blende, Verschlusszeit und dem Hirn, das Auszuschalten uns die Digiknipsen lehren.
Wie auch immer, der Vorhang dieser wunderschönen Zorki ist kaputt. Das zeigte sich beim ersten Film, bei dem nicht weniger als 7 Löcher im Vorhang hässliche, weisse Geisterflecke auf den Bildern hinterliessen. Sobald man die Kamera vor dem Abdrücken nur etwas ins Licht hält, kann man die Bilder vergessen. Wäre das eine echte Leica, szände hier nun die Klage eines Besitzers, der sich durch Dutzende von Messen gequält hat, um das Original zu beschaffen. Aber das hier ist eine Zorki, die zwar nicht das Aussehen, aber die Robustheit eines russischen T-34 Panzers hat - auch, was das grobe Material des Vorhangs angeht.

Statt nun die Kamera zu zerlegen, wird der Vorhang mit möglichst dicker Textilfarbe dreimal eingestrichen. Keine Sorge, das Material ist so robust, dem tut das nicht weh. Und danach wird vorsichtig auch die auf der Rolle sichtbare Rückseite bestrichen, und dann aufgezogen. Und eine Nacht getrocknet, zwei Tropfen Öl in die Schienen, Objektiv drauf.
Das war´s für die nächsten 20 Jahre. Mindestens. Ansonsten kann an einer Zorki oder Leica kaum was kaputt gehen: Dicke, vergütete Linsen, Metallkörper, verzinkte Messingaufbauten, und alles mit ein paar Schrauben zusammengehalten, die jeder selbst justieren kann. Sie wird noch genauso trocken russisch clack machen, wenn die Cybershots längst japanisch ausgepiepst haben.
donalphons, 15:50h
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