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Mittwoch, 8. August 2007
Empfehlung heute: Man kennt das.
Diese hier oft gezeigten Bilder, entlang der Flanke meines Wagens geschossen, die von Geschwindigkeit und Bleifuss erzählen - und nicht von extra langer Belichtungszeit und Tempo 30, was des Bildpudels Kern ist. Nun ist aber Sommer, und da fahre ich fast alles unter 30 Kilometer mit dem Rad. Das einzige, was mich dabei anstrengt, sind die Bilder. Im Auto ist es einfach, aber eine passende Einstellung auf dem Rad während des Fahrens zu finden, ist wirklich gefährlich.

Denn man muss schnell fahren, damit es schnell aussieht. Dann nimmt man die Kamera in die rechte Hand, führt sie durch die Beine auf die Höhe der Sattelstützenaufnahme und - jetzt wird es wirklich schwer - nimmt de rechten Fuss aus dem Pedalhaken und führt das Bein seitlich nach oben vom Rad und Bildausschnitt weg, und löst dann, hoffentlich immer noch schneller als 30 Sachen, aus. Oder man fliegt auf die Schnauze, denn bei einem plötzlich auftauchenden Hindernis wird die Einleitung von Gegenmassnahmen in dieser - übrigens alles andere als photogenen Haltung - etwas komplex.
Das ist dann der Moment, in dem ich gerne malen können würde. Oder zeichnen wie ein Toonblogger. Wobei ich aber annehme, dass die Zeichnerin Frau Schnutiger mich doch eher blutend auf der Fresse sehen würde, wenn ich diesen Artikel hier lese. Wer wäre ich, dass ich PR dergleichen verdenken würde.

Denn man muss schnell fahren, damit es schnell aussieht. Dann nimmt man die Kamera in die rechte Hand, führt sie durch die Beine auf die Höhe der Sattelstützenaufnahme und - jetzt wird es wirklich schwer - nimmt de rechten Fuss aus dem Pedalhaken und führt das Bein seitlich nach oben vom Rad und Bildausschnitt weg, und löst dann, hoffentlich immer noch schneller als 30 Sachen, aus. Oder man fliegt auf die Schnauze, denn bei einem plötzlich auftauchenden Hindernis wird die Einleitung von Gegenmassnahmen in dieser - übrigens alles andere als photogenen Haltung - etwas komplex.
Das ist dann der Moment, in dem ich gerne malen können würde. Oder zeichnen wie ein Toonblogger. Wobei ich aber annehme, dass die Zeichnerin Frau Schnutiger mich doch eher blutend auf der Fresse sehen würde, wenn ich diesen Artikel hier lese. Wer wäre ich, dass ich PR dergleichen verdenken würde.
donalphons, 01:50h
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Iconographia oder die Invasion der Leipziger Kartoffelnasen
Im 18. Jahrhundert kamen mit der Aufklärung enorme Herausforderungen auf die alten Machthaber zu. Im Zentrum der rationalen Kritik stand die Gesellschaft Jesu, die als finster, verkommen und rückständig galt. Ihr Bücher waren im Vergleich zu den leichten Schriften von Lesage und Crebillion dröge, verkniffen, staubig und von dummer Enthaltsamkeit geprägt. Wenn also schon die Propaganda der Gesellschaft nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprach, musste wenigstens die Verpackung, die Promo besser werden.
Zumal schon in dieser Zeit Bücher oft nur für das Regal gekauft wurden, wurde das Bohei um die Autoren sehr viel wichtiger. Anfang des 18. Jahrhunderts verabschieden sich die Jesuiten von ihren im Helldunkel des Chiaroscuro gehaltenen Asketenbildern, die von Frohn und Ausgezehr der Bücher künden. An ihre Stelle tritt eine Verkörperung der Gelehrtheit, und es ist ein echter Prachtkörper, eine Frau, die in ihrer Extase verspricht, dass jesuitische Gelehrtheit fast so geil wie ficken ist.

Nie war die heilige Katherina von Alexandrien more bedworthy. Kurz: Angesichts der eigenen, zunehmend unvermittelbaren Inhalte setzt die Gesellschaft auf das Erfolgskonzept der Aufklärer, die es verstehen, ihre Thesen mit Erotik verknüpft unter das Volk zu bringen.
Nicht weit von dieser Verzückung ist mein - aufgeklärter - Buchhändler, bei dem ich meinen de Sade und da Ponte zu bestellen pflege, und der hat ein Regal mit Neuerscheinungen. Dort finden sich gerade die Erst- und Zweitlingswerke von Autoren, die meist in Zonenkäffern mit -rode, -ow oder sonstigen slawischen Wortresten am Ende geboren wurden, und die dann in Leipzig am sog. "Deutschen Literatur Institut" einsassen, zusammen mit ein paar Lehrern, die auch nicht schreiben können und die Nichtbegabung zu vertiefen verstanden. Auf dem Cover findet sich viel Leere und triste Braun- und Beigefarben von Tapeten aus den 70er Jahren, die vorzüglich auf die darin zu findende Tristheit von Ausdruck, Gemüt und Verstand schliessen lassen. Die Heldinnen sind kotzbrechsuchtelnde Psychotanten, die später sicher mal als evangelische Religionslehrerinnen im Vorruhestand böse Leserbriefe schreiben, wenn in einem Roman Sex mit Lust und sonst nichts verbunden sein sollte.
Am Ende dieser Not finden sich dann Autorenbilder, die hinlänglich beweisen, dass man in der protestantischen Zone zu wenig von jesuitischer Cleverness versteht. Die Ikonographie umfasst Ringelshirts, die voraktuellsten Frisurentrends der Super-Illu in leichter Auflösung, möglicherweise mit Photoshop kreierte Kuhaugen, die Peter Lorre vor Neid erblassen liessen, und eine Unsymmetrie des Gesichts, die ihre Ursache im generell verkniffenen Gschau hat. Gekrönt wird das alles von Kartoffelnasen oder anderen unförmigen Rotzausleitungen, die nicht weiter von den süssen Stupsnasen der Rokokoschönheiten entfernt sein könnten. Wahrhaftigkeit wird hier zum Verbrechen, die Freudlosigkeit glotzt einen an, und vielleicht liegt diese Expression minderen Könnens und Schaffens für schleunigstes Vergessen auch schlicht in der Erkenntnis der Abgelichteten im Blitzlicht, dass sie zumindest dieses eine Mal ihr problematisches Verhältnis zur Körperpflege hätten überdenken können.
Ich werde nie verstehen, wie man Lustfeindlichkeit und Kindergartensätze, die die Teenieficker gewisser Fäuletons zu Worten wie "gefühlvoll" und "sprachlich präzise" verleiten sollen, mit derartigen Bildern garnieren kann, die den Abstand dieses Instituts zu Entzugsreha, geschlossener Station oder Magersuchtsbehandlung treffend illustrieren. Ich verstehe nicht, wer Bücher mit Titeln wie "Vielleicht, oder auch so" oder "Grünes Ekzem" kauft, denn die nicht erlebte Welt irgendwelcher Frustbeulen, die aus Langeweile, seichtem Nachdenken von Mareike und dem Schweigen von Constanze besteht, ist lediglich hirnfickrige Literatursimulation. Dieses Geschreibsel so dröge, verkniffen, staubig und von dummer Enthaltsamkeit geprägt wie Landpfarrerunterweisugen der Jesuiten in der Oberpfalz des 18. Jahrhunderts, bedarf eigentlich keines Abdrucks auf Papier, da reicht auch ein aufgegebenes Myblog mit den Abschiedsworten: "Vielleicht mach ich jetzt ein wenig schlitzen, oder ich geh rauchen, wer weiss."
Es gibt einen Mittelweg zwischen den drallen Tussis der Super-Illu und den Kotzbrechsuchtlerinnen mit Lektor, und ich hätte jetzt gern so eine geile Katherina, dachte ich mir nach dem Gang durch die Regale - und fand letztlich die Autobiographie von Catherine Millet.
Zumal schon in dieser Zeit Bücher oft nur für das Regal gekauft wurden, wurde das Bohei um die Autoren sehr viel wichtiger. Anfang des 18. Jahrhunderts verabschieden sich die Jesuiten von ihren im Helldunkel des Chiaroscuro gehaltenen Asketenbildern, die von Frohn und Ausgezehr der Bücher künden. An ihre Stelle tritt eine Verkörperung der Gelehrtheit, und es ist ein echter Prachtkörper, eine Frau, die in ihrer Extase verspricht, dass jesuitische Gelehrtheit fast so geil wie ficken ist.

Nie war die heilige Katherina von Alexandrien more bedworthy. Kurz: Angesichts der eigenen, zunehmend unvermittelbaren Inhalte setzt die Gesellschaft auf das Erfolgskonzept der Aufklärer, die es verstehen, ihre Thesen mit Erotik verknüpft unter das Volk zu bringen.
Nicht weit von dieser Verzückung ist mein - aufgeklärter - Buchhändler, bei dem ich meinen de Sade und da Ponte zu bestellen pflege, und der hat ein Regal mit Neuerscheinungen. Dort finden sich gerade die Erst- und Zweitlingswerke von Autoren, die meist in Zonenkäffern mit -rode, -ow oder sonstigen slawischen Wortresten am Ende geboren wurden, und die dann in Leipzig am sog. "Deutschen Literatur Institut" einsassen, zusammen mit ein paar Lehrern, die auch nicht schreiben können und die Nichtbegabung zu vertiefen verstanden. Auf dem Cover findet sich viel Leere und triste Braun- und Beigefarben von Tapeten aus den 70er Jahren, die vorzüglich auf die darin zu findende Tristheit von Ausdruck, Gemüt und Verstand schliessen lassen. Die Heldinnen sind kotzbrechsuchtelnde Psychotanten, die später sicher mal als evangelische Religionslehrerinnen im Vorruhestand böse Leserbriefe schreiben, wenn in einem Roman Sex mit Lust und sonst nichts verbunden sein sollte.
Am Ende dieser Not finden sich dann Autorenbilder, die hinlänglich beweisen, dass man in der protestantischen Zone zu wenig von jesuitischer Cleverness versteht. Die Ikonographie umfasst Ringelshirts, die voraktuellsten Frisurentrends der Super-Illu in leichter Auflösung, möglicherweise mit Photoshop kreierte Kuhaugen, die Peter Lorre vor Neid erblassen liessen, und eine Unsymmetrie des Gesichts, die ihre Ursache im generell verkniffenen Gschau hat. Gekrönt wird das alles von Kartoffelnasen oder anderen unförmigen Rotzausleitungen, die nicht weiter von den süssen Stupsnasen der Rokokoschönheiten entfernt sein könnten. Wahrhaftigkeit wird hier zum Verbrechen, die Freudlosigkeit glotzt einen an, und vielleicht liegt diese Expression minderen Könnens und Schaffens für schleunigstes Vergessen auch schlicht in der Erkenntnis der Abgelichteten im Blitzlicht, dass sie zumindest dieses eine Mal ihr problematisches Verhältnis zur Körperpflege hätten überdenken können.
Ich werde nie verstehen, wie man Lustfeindlichkeit und Kindergartensätze, die die Teenieficker gewisser Fäuletons zu Worten wie "gefühlvoll" und "sprachlich präzise" verleiten sollen, mit derartigen Bildern garnieren kann, die den Abstand dieses Instituts zu Entzugsreha, geschlossener Station oder Magersuchtsbehandlung treffend illustrieren. Ich verstehe nicht, wer Bücher mit Titeln wie "Vielleicht, oder auch so" oder "Grünes Ekzem" kauft, denn die nicht erlebte Welt irgendwelcher Frustbeulen, die aus Langeweile, seichtem Nachdenken von Mareike und dem Schweigen von Constanze besteht, ist lediglich hirnfickrige Literatursimulation. Dieses Geschreibsel so dröge, verkniffen, staubig und von dummer Enthaltsamkeit geprägt wie Landpfarrerunterweisugen der Jesuiten in der Oberpfalz des 18. Jahrhunderts, bedarf eigentlich keines Abdrucks auf Papier, da reicht auch ein aufgegebenes Myblog mit den Abschiedsworten: "Vielleicht mach ich jetzt ein wenig schlitzen, oder ich geh rauchen, wer weiss."
Es gibt einen Mittelweg zwischen den drallen Tussis der Super-Illu und den Kotzbrechsuchtlerinnen mit Lektor, und ich hätte jetzt gern so eine geile Katherina, dachte ich mir nach dem Gang durch die Regale - und fand letztlich die Autobiographie von Catherine Millet.
donalphons, 00:12h
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StudiVZler nehmen Snuff-Filmern das Geschäft weg.
Wer sehen will, wie eine Tochter von Holtzbrinck mit Gewaltverherrlichung im europäischen Ausland mutmasslich bekannt werden wollte - und es zwischenzeitlich nun wohl doch nicht mehr will - gehe rüber zu Boocompany.
http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15061/
Ich hoffe, man schaut sich das in der Konzernzentrale sehr genau an und überlegt, was für Leute da was angestellt haben. Und warum ein gewisser Herr beim StudiVZ-Verwalter da nichts unternommen hat, um das zu verhindern.
http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15061/
Ich hoffe, man schaut sich das in der Konzernzentrale sehr genau an und überlegt, was für Leute da was angestellt haben. Und warum ein gewisser Herr beim StudiVZ-Verwalter da nichts unternommen hat, um das zu verhindern.
donalphons, 15:15h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 7. August 2007
Empfehlung heute - Double Feature Heimatfilm
Und zwar bebildert von St. Burnster in Grafentraubach am Grafentraubach bei Laberweinting nahe Geiselhöring nicht weit von Dingolfing im Grossraum Landshut in Niederbayern als Teil von Bayern.

Zwischenfilm: Der Himmel heute um exakt 9 Uhr über der Donau.
Und ohne Bilder bei Meister Mek bei Tschaufen hinter Legar oberhalb Terlan hinter Sigmundskron nahe Bozen in Südtirol.
Gar kein Vergleich zu Berlin a. d. Spree bei Marzahn neben Stralau hinter Potsdam im Bereich Vockerode in der Gegend, die man die Zone nennt.

Zwischenfilm: Der Himmel heute um exakt 9 Uhr über der Donau.
Und ohne Bilder bei Meister Mek bei Tschaufen hinter Legar oberhalb Terlan hinter Sigmundskron nahe Bozen in Südtirol.
Gar kein Vergleich zu Berlin a. d. Spree bei Marzahn neben Stralau hinter Potsdam im Bereich Vockerode in der Gegend, die man die Zone nennt.
donalphons, 01:28h
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Aus dem Leben eines Abmahners
Geld allein macht nicht glücklich. Ma kann entsetzlich viel Geld haben, und muss dennoch billigen Businessfrass schlucken, man kann der Chefredakteur einer Zeitschrift sein, die einem die eh schon kaputte Bio durch erfolglose Peinlichkeit weiter versaut, und ohnehin erhält - oder verliert - Geld seinen Wert erst, wenn es ausgegeben wird. Die Natur des Geldes ist eine eher flüchtige, wenn man nicht aufpasst, und es kann dem menschlichen Leben ähnlich verschwendet werden. Ein Fehler, eine Lüge, eine falsche Tatsachenbehauptung, eine Beleidigung, ein Diebstahl - und schon wird es teuer. Man kennt das ja inzwischen.
Heute morgen überlegte ich, ob ich icht zumidest einen Euro des hier durch so ein Vergehen angeschwemmten Geldes nicht in die neue Ausgabe der Vanity Fair investieren sollte. Zumindest ein klein wenig denen wiedergeben, die mir geschadet haben, um damit zu zeigen, dass ich nicht so ruachad bin, wie mir umgekehrt einige ihrer zur Prozessvermeidung geschriebenen Briefe erschienen. Ich wollte Grösse zeigen. Nachdem deren Website heute aber mit der Geschichte um eine grosse Oberweite und die Tricks deren Erstellung aufwartet - sehr passend bei Vanity Fair - habe ich darauf verzichtet, und für 1,15 Euro Brezenstangen gekauft.
Nachher gehe ich einen Fruchtsalbei kaufen. Fruchtsalbei ist eine famose Möglichkeit, um aus Geld Glück zu machen. Nachhaltig zudem.
Was bleibt zu sagen? Ich habe abgemahnt. Und ich bin nicht unglücklich.
Möchte noch jemand ein Bild von mir stehlen?
Heute morgen überlegte ich, ob ich icht zumidest einen Euro des hier durch so ein Vergehen angeschwemmten Geldes nicht in die neue Ausgabe der Vanity Fair investieren sollte. Zumindest ein klein wenig denen wiedergeben, die mir geschadet haben, um damit zu zeigen, dass ich nicht so ruachad bin, wie mir umgekehrt einige ihrer zur Prozessvermeidung geschriebenen Briefe erschienen. Ich wollte Grösse zeigen. Nachdem deren Website heute aber mit der Geschichte um eine grosse Oberweite und die Tricks deren Erstellung aufwartet - sehr passend bei Vanity Fair - habe ich darauf verzichtet, und für 1,15 Euro Brezenstangen gekauft.
Nachher gehe ich einen Fruchtsalbei kaufen. Fruchtsalbei ist eine famose Möglichkeit, um aus Geld Glück zu machen. Nachhaltig zudem.
Was bleibt zu sagen? Ich habe abgemahnt. Und ich bin nicht unglücklich.
Möchte noch jemand ein Bild von mir stehlen?
donalphons, 15:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 6. August 2007
Real Life 05.08.07 - La Coquillarde
Es wird lange dauern, bis du Susi treffen kannst, ohne "Zieh den Kopf aus der Schlinge Bruder John" im Ohr zu haben. Denn den nächsten Satz, "nimm das nächste Pferd und reite schnell davon" hättest du besser beherzigen sollen. Einerseits standen nämlich auf der Wiese neben dem Hochzeitsgarten massenhaft besitzenswerte Fahruntersätze, und andererseits hätten sie dich vor "Da sprach der alte Häuptling der Indianer" gerettet. Vom "Hoch auf dem gelben Wagen" ganz zu schweigen, ganz erstaunlich, was Leute im Suff so singen können, die ansonsten auf das richtige Tempo historischer Aufführungspraxis bestehen. Es war ein verfickter, nein besser, noch nicht mal verfickter Fehler, diesmal mit Susi am Steuer dem Konvoi zu folgen. "Fiesta mexikana" wird auch auf längere Zeit mit ihr verbunden sein, so wie sie das in dein rechtes Ohr gebrüllt hat. Ausweichen hätte wenig gebracht, denn links...
Hat sie dir gefallen, ruft Susi heiser gegen den Fahrtwind und Avisons Variationen über Scarlatti an. Du schaust sie an, wie man als Abstinenzler eben verkaterte Töchter auf dem Weg zum Entzug anschaut. Mit Leuten, die auf Hochzeiten Spass haben, schlafe man nicht, ist dein neuer Wappenspruch. Nein, schreist du. Nein, und ich will sie auch nicht heiraten, wenn sie mal geschieden ist. Und drehst Avison noch etwas lauter, während sich der Wagen der Stadt der Verfluchten nähert.
Um der Exkursion zur sogenannten "Ottheinrich-Torte", einer historistischen Zuckersauerei der ersten Kategorie, einen kulturellen Anschein zu verpassen, schleifst du Susi dann durch den Palazzo und die darunter liegenden manieristischen Grotten. Auf dass sie erkennen mag, dass das Dasein auch noch andere Werte kennt als das Einrammen eines Pfahls vor dem Haus, um den Deppen des Tages Besuch in einem Jahr anzudrohen, falls bis dahin noch immer kein Nachwuchs da sein sollte. Früher machten das nur die Kaffbewohner, aber heute darf der Brauch als gestiegenes Unkulturgut gelten.

Du erklärst Susi den Kreislauf der Lust hier unten in den Grotten: Oben frass man Muscheln zur angeblichen Stärkung der Potenz, und die Essensreste wurden dann hier unten in dreisten Figuren und amourösen Szenen verbaut, damit man einen Ort hatte, wo man die erhofften überschüssigen Triebe an den Hofmann oder die Kammerfrau bringen konnte. Gewissermassen der nicht zählende Urlaub im eigenen Haus. Und sehr viel weiter entwickelt als die Abfallberge bei Hochzeiten nach dem Geseier von Treue in der Kirche.
Dann wäre sie ja doch was für dich, meint Susi und verweist auf die langen Jahre von geradezu CSU-haftem Überdiesträngeschlagen deiner Nachbarin von Gestern, die beim Kommen "von den blauen Bergen" ihren ebenso blauen Zustand nur noch mit gekreischtem Lalala zum Ausdruck bringen konnte. Hemungslos durchaus. Leider die falsche Art der Hemmungslosigkeit. Der langen blonden Gattenwurst daneben war es fast so peinlich wie dir.
Susi? unterbrichst du sie, als sie im Sumpf des Tennisvereins angekommen ist.
Ja?
Du schluckst das Angebot runter, ihre Hochzeitstorte an diesem hoffentlich nie kommenden Dies Ater mit Strychnin zu zuckern, und sagst: Ach, nichts.
Und beneidest die Nereiden und Tritone um ihre ungebundenen, unschuldigen Muschelspiele.
Hat sie dir gefallen, ruft Susi heiser gegen den Fahrtwind und Avisons Variationen über Scarlatti an. Du schaust sie an, wie man als Abstinenzler eben verkaterte Töchter auf dem Weg zum Entzug anschaut. Mit Leuten, die auf Hochzeiten Spass haben, schlafe man nicht, ist dein neuer Wappenspruch. Nein, schreist du. Nein, und ich will sie auch nicht heiraten, wenn sie mal geschieden ist. Und drehst Avison noch etwas lauter, während sich der Wagen der Stadt der Verfluchten nähert.
Um der Exkursion zur sogenannten "Ottheinrich-Torte", einer historistischen Zuckersauerei der ersten Kategorie, einen kulturellen Anschein zu verpassen, schleifst du Susi dann durch den Palazzo und die darunter liegenden manieristischen Grotten. Auf dass sie erkennen mag, dass das Dasein auch noch andere Werte kennt als das Einrammen eines Pfahls vor dem Haus, um den Deppen des Tages Besuch in einem Jahr anzudrohen, falls bis dahin noch immer kein Nachwuchs da sein sollte. Früher machten das nur die Kaffbewohner, aber heute darf der Brauch als gestiegenes Unkulturgut gelten.

Du erklärst Susi den Kreislauf der Lust hier unten in den Grotten: Oben frass man Muscheln zur angeblichen Stärkung der Potenz, und die Essensreste wurden dann hier unten in dreisten Figuren und amourösen Szenen verbaut, damit man einen Ort hatte, wo man die erhofften überschüssigen Triebe an den Hofmann oder die Kammerfrau bringen konnte. Gewissermassen der nicht zählende Urlaub im eigenen Haus. Und sehr viel weiter entwickelt als die Abfallberge bei Hochzeiten nach dem Geseier von Treue in der Kirche.
Dann wäre sie ja doch was für dich, meint Susi und verweist auf die langen Jahre von geradezu CSU-haftem Überdiesträngeschlagen deiner Nachbarin von Gestern, die beim Kommen "von den blauen Bergen" ihren ebenso blauen Zustand nur noch mit gekreischtem Lalala zum Ausdruck bringen konnte. Hemungslos durchaus. Leider die falsche Art der Hemmungslosigkeit. Der langen blonden Gattenwurst daneben war es fast so peinlich wie dir.
Susi? unterbrichst du sie, als sie im Sumpf des Tennisvereins angekommen ist.
Ja?
Du schluckst das Angebot runter, ihre Hochzeitstorte an diesem hoffentlich nie kommenden Dies Ater mit Strychnin zu zuckern, und sagst: Ach, nichts.
Und beneidest die Nereiden und Tritone um ihre ungebundenen, unschuldigen Muschelspiele.
donalphons, 01:46h
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Empfehlung heute - Fast glaube ich,
Madame Modeste ist in einem Traum mein Ururgrossvater erschienen. Der hatte nämlich auch keine Lust auf Arbeit, wurde "Privatier und Hausbesitzer", was damals unter Kaiser und König als sehr ehrenwerter Beruf galt, setzte sich somit in einem Cafe zur Ruhe und sorgte als Anhänger des liberalen Fortschreitts dafür, dass seine Enkelinnen alle eine ordentliche Ausbildung bekamen. Vielleicht aufgrund einer Begebenheit, die Madame Modeste hier so schön beschreibt - was nicht wirklich für meinen Ahnen sprechen würde.

Ich möchte jedoch zu seiner Ehrenrettung hinzufügen, dass auch seine Enkelinnen letztlich begüterte Hausbesitzerinnen wurden.

Ich möchte jedoch zu seiner Ehrenrettung hinzufügen, dass auch seine Enkelinnen letztlich begüterte Hausbesitzerinnen wurden.
donalphons, 01:05h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 4. August 2007
Scheunenfund (oder so)
Eine der Folgen getrennter Wohnsitze war neben der doppelten Anschaffung der Handbibliothek von Da Ponte bis de Pisan auch ein ausgedehnter Fuhrpark mit jeweils zwei Rädern an zwei Orten. Mit drei Wohnorten gab es noch immer keinen Mangel, aber mit der Zusammenführung jedoch einen Überfluss, dem nur mit der geballten Fläche der Holzlegen beizukommen war. Und ganz hinten staubte etwas vor sich hin, das mir lange für den schnöden Dreck der Isarauen zu schade war, aber auch nicht gebaut wurde, um langsam dem Vergessen entgegen zu rotten.

Als ich im Frühjahr am Gardasee mein Lüngerl ausheilte, besuchte ich mit einem Bekannten auch das Fahrer- und Techniklager einer Mountainbike-Grossveranstaltung. Als ich mir mein Rocky Mountain Vertex zusammenschraubte, galten Shannonstütze und Bontragervorbau mit jeweils rund 200 Mark als irrwitzig teuer. Und der Rahmen, der damals nur Vertex hiess und in Deutschland 50 mal erhältlich war, galt als absolute Spitze im Leichtbau. Heute, lernte ich am Gardasee, ist das bestenfalls obere Mittelklasse. Ganz abgesehen davon, dass der Griff zu Campagnolo und Mavic bei Antrieb und Schaltung heute nicht mal mehr als verschrobene Liebhaberei durchgehen würde. Ich dagegen finde es erstaunlich, was man heute Menschen im Hochpreissegment nahe bringen kann. Und das, obwohl ich selbst kein Kostverächter bin.

Aber auch nach fünf Jahren reicht aufpumpen und ölen, um es wieder in Gang zu setzen. Und nachher in den Donauauen sind das Licht, der Wald und die Piste für alle wieder gleich, und besonders gleich ist es denen, die das nicht kennen, weil sie im Auto sitzen. In ein paar Jahrzehnten, wenn sich der normale Deutsche das Auto nicht mehr im Unterhalt wird leisten können, könnte sich das ändern, und angesichts der hohen Kosten für den globalen Transport wird man froh sein, um so einen Scheunenfund.

Als ich im Frühjahr am Gardasee mein Lüngerl ausheilte, besuchte ich mit einem Bekannten auch das Fahrer- und Techniklager einer Mountainbike-Grossveranstaltung. Als ich mir mein Rocky Mountain Vertex zusammenschraubte, galten Shannonstütze und Bontragervorbau mit jeweils rund 200 Mark als irrwitzig teuer. Und der Rahmen, der damals nur Vertex hiess und in Deutschland 50 mal erhältlich war, galt als absolute Spitze im Leichtbau. Heute, lernte ich am Gardasee, ist das bestenfalls obere Mittelklasse. Ganz abgesehen davon, dass der Griff zu Campagnolo und Mavic bei Antrieb und Schaltung heute nicht mal mehr als verschrobene Liebhaberei durchgehen würde. Ich dagegen finde es erstaunlich, was man heute Menschen im Hochpreissegment nahe bringen kann. Und das, obwohl ich selbst kein Kostverächter bin.

Aber auch nach fünf Jahren reicht aufpumpen und ölen, um es wieder in Gang zu setzen. Und nachher in den Donauauen sind das Licht, der Wald und die Piste für alle wieder gleich, und besonders gleich ist es denen, die das nicht kennen, weil sie im Auto sitzen. In ein paar Jahrzehnten, wenn sich der normale Deutsche das Auto nicht mehr im Unterhalt wird leisten können, könnte sich das ändern, und angesichts der hohen Kosten für den globalen Transport wird man froh sein, um so einen Scheunenfund.
donalphons, 23:55h
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Empfehlung heute: Bekehrungen
gehen auch nicht mehr so leicht wie früher, kann man bei Goldfischli feststellen.
donalphons, 15:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 4. August 2007
Hellwachkoma
Beim Einkaufen bin ich heute über "Das andere Leben" von Sandro Veronesi gestolpert. In Deutschland 2001 erschienen, in Italien 2000 mit Preisen überhäuft und damit ein Buch, das mir keinesfalls hätte entgehen sollen. Aber es war 2001, und damals war ich weder in Italien, noch allzu oft in Buchläden, sondern lebendig begraben unter der Bleiplatte, die den Namen "New Economy" trug.

Mir fehlen, grob gerechnet und in kultureller Hinsicht, drei Jahre meines Lebens. Nicht nur wegen des Hypes und meiner Rolle in diesem System, sondern auch wegen des sonstigen Irrsinns dieser Tage. Ist ja nicht so, dass man asonsten unberührt bleibt vom Lauf des Schicksals. Immer nur rein damit, keine Scheu, der kann schon noch ein Packerl oder zwei mehr tragen. Nur das Leben, das kommt dabei etwas arg kurz. Wenn ich in dieser Zeit etwas gelernt habe, dann ist es neben einer akzeptablen Menschenkenntnis und einer gewissen Härte die Erkenntnis, dass es etwas gibt, das wegen der Körperfunktionen nicht Tod genannt werden kann, aber auch kein Leben ist. Hellwachkoma, wenn man so will. Voll bewusst in das Nichts. Und weil es allen anderen genauso geht, fällt man damit noch nicht mal auf, selbst wenn das alles enorm asozial auffällig war.
War. War ist in diesem Kontext ein gutes Wort. Einiges kann man nachholen, Bücher kann man noch lesen, wenn Autoren und Erstbesitzer schon lange vergangen sind, und der Rest, das Einfügen in die normalen Abläufe, kommt irgendwann auch wieder. Reden hilft auch, besonders, wenn man mit diesem Erfahrungshorizont nicht allein ist, und vom Gipfel eines Berges hinabschauen kann in die Ebene, wo die Apfelbäume stehen.
Das muss man ändern. Wenn man erwacht ist.

Mir fehlen, grob gerechnet und in kultureller Hinsicht, drei Jahre meines Lebens. Nicht nur wegen des Hypes und meiner Rolle in diesem System, sondern auch wegen des sonstigen Irrsinns dieser Tage. Ist ja nicht so, dass man asonsten unberührt bleibt vom Lauf des Schicksals. Immer nur rein damit, keine Scheu, der kann schon noch ein Packerl oder zwei mehr tragen. Nur das Leben, das kommt dabei etwas arg kurz. Wenn ich in dieser Zeit etwas gelernt habe, dann ist es neben einer akzeptablen Menschenkenntnis und einer gewissen Härte die Erkenntnis, dass es etwas gibt, das wegen der Körperfunktionen nicht Tod genannt werden kann, aber auch kein Leben ist. Hellwachkoma, wenn man so will. Voll bewusst in das Nichts. Und weil es allen anderen genauso geht, fällt man damit noch nicht mal auf, selbst wenn das alles enorm asozial auffällig war.
War. War ist in diesem Kontext ein gutes Wort. Einiges kann man nachholen, Bücher kann man noch lesen, wenn Autoren und Erstbesitzer schon lange vergangen sind, und der Rest, das Einfügen in die normalen Abläufe, kommt irgendwann auch wieder. Reden hilft auch, besonders, wenn man mit diesem Erfahrungshorizont nicht allein ist, und vom Gipfel eines Berges hinabschauen kann in die Ebene, wo die Apfelbäume stehen.
Verachte nicht die irdschen Schätze,dichtete Wedekind, und das ist der bessere Teil des Gedichts, das fortfährt mit
wo sie liegen, nimm sie mit
Hat die Welt doch nur Gesetze,Leider ist die Welt nämlich nicht nur voller tretbarer Gesetze, sondern auch voller Gestalten, die man nicht zweimal einladen muss, über die Stränge zu schlagen. Zu viel hellwach, zu wenig Koma.
dass man sie mit Füssen tritt
Das muss man ändern. Wenn man erwacht ist.
donalphons, 01:33h
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StudiVZ sucht neue Mitarbeiter
Und möglicherweise bald ganz anders, als es sich die alten Mitarbeiter aus der Hitlerspass&Stalkerfreuden-Fraktion vorstellen mögen. Glaube ich zumindest. An der Blogbar.
donalphons, 15:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 3. August 2007
No. 91
Man muss ihn andersrum verstehen. Man muss das lesen, was er indirekt sagt.

Kann schon, sein, dass einer, ein einziger Schutz erhält. Aber tausende und Zehntausende werden dafür fallen. Der eine Gerechte muss sich keine Sorgen machen wegen der Pfeile des Tages und dem Grauen der Nacht, aber das Versprechen gilt nur für ihn. Und sonst für keinen. Für die gibt es keine Zuversicht, und im Finstern wird sie die Seuche treffen. Das Übel wird ihnen begegnen, und das Verderben wird sich ihrem Haus nähern.
Man muss nur warten. Es wird immer einen richtigen geben, für den die Sonne nicht mehr aufgeht.

Kann schon, sein, dass einer, ein einziger Schutz erhält. Aber tausende und Zehntausende werden dafür fallen. Der eine Gerechte muss sich keine Sorgen machen wegen der Pfeile des Tages und dem Grauen der Nacht, aber das Versprechen gilt nur für ihn. Und sonst für keinen. Für die gibt es keine Zuversicht, und im Finstern wird sie die Seuche treffen. Das Übel wird ihnen begegnen, und das Verderben wird sich ihrem Haus nähern.
Man muss nur warten. Es wird immer einen richtigen geben, für den die Sonne nicht mehr aufgeht.
donalphons, 01:35h
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Es bleibt ein Lächeln
Nun, Herr zu Wasauchimmer auf Irgendwas von Kennichnicht und Gibtsdasnoch...

es ist so: Eure Augen sind ein wenig tot, Euer Doppelkinn ist welk, und überhaupt, der Teint... Wäret Ihr hier nicht festgemauert, würde ich Euch raten, mal ein wenig rauszugehen. Immer nur Kirche, das ist so grässlich beengend, da sieht man so wenig hübsches Fleisch, ein Stück Torte, das würde Euch jetzt auch munden, nach all den Jahren nur Weihrauchgestank und den Ausdünstungen alter Leute, wie das mit dem Leben ging, das war Euch bekannt, nehme ich an? Dero Korpulenz zu einer vom Hunger geplagten Zeit spricht Bände, das sollte auf dem Zetterl des Engerls geschrieben sein, eine unsichtbare Speisekarte, die Euch so blähte - nun? Nein?
Gut, Euer Heiligkeit, bene valete, mir ist kalt, ich gehe nun und zeige der Begleitung, wo die Süsse der Torte mit dem Blau eines Himmels wetteifert, den Ihr auch wieder sehen wird, wenn dieses Haus der Dummheit in Trümer sinkt und man Euch abholt, um Kalk aus Euch zu brennen.

es ist so: Eure Augen sind ein wenig tot, Euer Doppelkinn ist welk, und überhaupt, der Teint... Wäret Ihr hier nicht festgemauert, würde ich Euch raten, mal ein wenig rauszugehen. Immer nur Kirche, das ist so grässlich beengend, da sieht man so wenig hübsches Fleisch, ein Stück Torte, das würde Euch jetzt auch munden, nach all den Jahren nur Weihrauchgestank und den Ausdünstungen alter Leute, wie das mit dem Leben ging, das war Euch bekannt, nehme ich an? Dero Korpulenz zu einer vom Hunger geplagten Zeit spricht Bände, das sollte auf dem Zetterl des Engerls geschrieben sein, eine unsichtbare Speisekarte, die Euch so blähte - nun? Nein?
Gut, Euer Heiligkeit, bene valete, mir ist kalt, ich gehe nun und zeige der Begleitung, wo die Süsse der Torte mit dem Blau eines Himmels wetteifert, den Ihr auch wieder sehen wird, wenn dieses Haus der Dummheit in Trümer sinkt und man Euch abholt, um Kalk aus Euch zu brennen.
donalphons, 14:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 1. August 2007
Empfehlung heute: Als es darum ging,
Spreeblick und andere Adicalteilnehmer wegen der Werbung für Yahoo und deren Beziehungen zu den Mördern des chinesischen Regimes zu verteidigen, wählte deren Chef Johnny Haeusler nicht nur die üblichen Attacken gegen Andersdenkende, sondern behauptete auch, mit dem Geld werde schliesslich die Arbeit von Spreeblick finanziert, und man werde demnächst Interviews mit einem Vertreter von Reporter ohne Grenzen und einem Berliner Label, das sich mit den Arbeitsbedingungen in China kritisch auseinandersetzt, bringen. Passiert ist - nichts.
Dafür hat Chris von FIXMBR neue Informationen zum Thema Journalistenverfolgung und Yahoo, in denen gezeigt wird, dass Yahoio es mit der Ehrlichkeit fast so ehrlich meint wie gewisse führende ehrenwerte Männer von Adical.
Dafür hat Chris von FIXMBR neue Informationen zum Thema Journalistenverfolgung und Yahoo, in denen gezeigt wird, dass Yahoio es mit der Ehrlichkeit fast so ehrlich meint wie gewisse führende ehrenwerte Männer von Adical.
donalphons, 12:45h
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Never mind Murdoch & the Wall Street Journal
Lustig wird es erst, wenn Mecom und Montgomery demnächst die Süddeutsche Zeitung schlucken. Was ich verstehen könnte, denn nach der Sache wäre dann das Gewinsel der Medien wegen ihrer Pfründe erst mal deutlich leiser. Angst wirkt. Und es ist nur die freie Marktwirtschaft, die sie selbst immer predigen.
donalphons, 12:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 31. Juli 2007
Der Saft
Es ist ganz einfach. Wenn ich wissen will, ob der Datschi gelungen ist, nehme ich ihn aus dem Ofen, zuckere ihn und lasse ihn fünf Minuten abkühlen. Dann geht das im Grundprinzip nicht ganz unähnlich wie mit der Gerliebten: Ich nehme einen Silberlöffel, und drücke ihn leicht in das Zentrum einer aufgeschnittenen, obszön offenen Zwetschge. Es darf nur ein paar Sekunden dauern, bis der Saft den Löffel überspült und seine Farbe in einem tiefen Rot zeigt. Dieses Rot werden die Früchte in einer Stunde angenommen haben, aber zuerst muss der Saft gekostet werden.

Zu gleichen Teilen süss und fruchtig muss er sein. Zuerst süss, unendlich süss, und dann seine Fruchtigkeit kitzelnd entfalten. Im Mund verbleibt die Leere, die wir alle kennen, wenn sie aufsteht und zu ihrem Deppen von Gemahl zurückkehrt. Dann wird der Datschi, ein wenig gekühlt und nicht mehr ganz dampfend, perfekt schmecken, und der Saft durchdringt wie Blut das weisse Fleisch des Hefeteigs.
Ich bekomme nachher übrigens Besuch, der meine Bloggerei einschränken wird. Der Gast kriegt den Datschi, ihr dagegen, liebe Leser, nur die Vorstellung vom Saft, und das ist alles.
Und nichts.

Zu gleichen Teilen süss und fruchtig muss er sein. Zuerst süss, unendlich süss, und dann seine Fruchtigkeit kitzelnd entfalten. Im Mund verbleibt die Leere, die wir alle kennen, wenn sie aufsteht und zu ihrem Deppen von Gemahl zurückkehrt. Dann wird der Datschi, ein wenig gekühlt und nicht mehr ganz dampfend, perfekt schmecken, und der Saft durchdringt wie Blut das weisse Fleisch des Hefeteigs.
Ich bekomme nachher übrigens Besuch, der meine Bloggerei einschränken wird. Der Gast kriegt den Datschi, ihr dagegen, liebe Leser, nur die Vorstellung vom Saft, und das ist alles.
Und nichts.
donalphons, 17:19h
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Die Gier
Ich möchte irgendwann an einer Kiste Bücher vorbei gehen können, ohne reinzuschauen. Einfach, um mir zu beweisen, dass ich es kann. Dass ich nicht abhängig bin. Ich schaffe das nur unter Extrembedingungen: Hast, schwere Krankheit - am Anfang meines ersten Italienurlaubs dieses Jahres etwa in Innsbruck - und Krabbelkisten bei Restpostenläden.
Dergleichen gibt es auch in meiner Heimat, und nachdem ich in solche Läden nicht hineingehe, sehe ich diese Krabbelkisten auch nur von ferne. Nur gibt es auch einen, der eine Kiste mit Bücher in eine 80er-Jahre-Passage stellt, durch die ich nie gehe. Ausser, es regnet, und ich habe keinen Schirm mitgenommen. Deshalb kam ich letzte Woche auch an der Krabbelkiste vorbei. Und weil ich meine Augen dann doch nicht abwenden konnte, sah ich obenauf ein Buch, dessen Umschlag ein Ausschnitt von Caravaggios Junge mit dem Früchtekorb zierte.
Den Titel fand ich ein wenig reisserisch, den Verlag unsäglich, den Autor kannte ich nicht, und ich bringe nur sehr ungern Bücher nach hause, bei denen ich ein schlechtes Gefühl habe. Zumal, wenn sie aus zwielichten Restegeschäften kommen. Andererseits, wo sonst sollte man so ein Buch kaufen? Ich beschloss, ihm eine Chance zu geben. Wegen Speisekammer, Caravaggio und dem an sich irrelevanten Preis.

Und ich hätte darüber beinahe den Datschi vergessen. Wirklich ein sehr feines Buch mit 64 sehr anregenden Texten, bei denen man wirklich nebenbei essen sollte.
So. Und wie schaffe ich es in Zukunft, meine Blicke abzuwenden von den Bücherkisten?
Dergleichen gibt es auch in meiner Heimat, und nachdem ich in solche Läden nicht hineingehe, sehe ich diese Krabbelkisten auch nur von ferne. Nur gibt es auch einen, der eine Kiste mit Bücher in eine 80er-Jahre-Passage stellt, durch die ich nie gehe. Ausser, es regnet, und ich habe keinen Schirm mitgenommen. Deshalb kam ich letzte Woche auch an der Krabbelkiste vorbei. Und weil ich meine Augen dann doch nicht abwenden konnte, sah ich obenauf ein Buch, dessen Umschlag ein Ausschnitt von Caravaggios Junge mit dem Früchtekorb zierte.
Den Titel fand ich ein wenig reisserisch, den Verlag unsäglich, den Autor kannte ich nicht, und ich bringe nur sehr ungern Bücher nach hause, bei denen ich ein schlechtes Gefühl habe. Zumal, wenn sie aus zwielichten Restegeschäften kommen. Andererseits, wo sonst sollte man so ein Buch kaufen? Ich beschloss, ihm eine Chance zu geben. Wegen Speisekammer, Caravaggio und dem an sich irrelevanten Preis.

Und ich hätte darüber beinahe den Datschi vergessen. Wirklich ein sehr feines Buch mit 64 sehr anregenden Texten, bei denen man wirklich nebenbei essen sollte.
So. Und wie schaffe ich es in Zukunft, meine Blicke abzuwenden von den Bücherkisten?
donalphons, 14:35h
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