: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 16. August 2007

Nach dem Ärger

Zwei Stunden das Mountainbike durch das Dickicht peitschen, und schon liest sich der Text über die inkompetente Bloggeneralität und ihre falschen Messsiase recht annehmbar.

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Das Problem des Verführers

Im letzten Jahr habe ich drei Leuten den Kauf einer Fiat Barchetta so nachhaltig und überzeugend mit vielen guten Argumenten und Horrorstories ausgeredet, dass sie sich dann eine gekauft haben.

Und jetzt bräuchte ich selbst jemanden, der mir den Kauf eines 33 Jahre alten, verrosteten MGB GT in british racing green und Sebring-Look (Bild des Originals hier, nur ohne Zusatzlampen und Kotflügelverbreiterungen) ausredet. Mit Sonnendach, Linkslenker, Leder, Chromkühler, Speichenrädern und Lederlenkrad. Meine interne Begründung für den natürlich völlig überflüssigen Zweitwagen lautet, dass ich etwas mehr Transportraum brauche, demnächst dank einer einstweiligen Verfügung ohnehin Geld bekomme, für die nächste Mille Miglia ein standesgemässes Pressefahrzeug benötige und ausserdem ein langfristigis Investment eingehen möchte, und wenn ich den Peugeot 403, die poor man´s Rolls Royce MG Magnette oder den Lancia Beta Spider mit ihren ausreichend grossen vier Sitzen kaufte, würden irgendwelche Deppen noch auf die Idee kommen, ich würde sie damit zur Hochzeit kutschieren. Ausserdem steht bei langfristigen Mietern ohnehin bald eine Abschaffung ihres selten genutzten Wagens an, da könnte man sich die Kiste im Sinne eines Microcarsharings teilen. Das alles klingt sehr sinnvoll, hilft aber nicht, wenn die Karre wegbröselt und die Hinterachse klemmt.

Andere gute Argumente dagegen?

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Empfehlung heute: Feiertag in Bayern,

aber Hektik in Berlin. Es gibt heute trotz des schönen Wetters welche, die mit dem Berliner Nahverkehr zu ihrer Tätigkeit müssen. Wenigstens gibt es dabei hübsche Mädchen, sagt Frank.

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Mittwoch, 15. August 2007

Verblöden leicht gemacht

Es ist kein Zufall, dass die hier so sind, wie sie sind. Die können noch nicht mal was dafür, denn einerseits kennen sie es nicht anders, und andererseits bietet es sich ja an.



Und würde man es anders haben wollen, wäre der Aufwand viel zu gross. Nichts symbolisiert die Grenzenlosigkeit der Provinz besser als ihre natürliche Grenze nach Süden, der Auwald, der einerseits ein Paradies für lange Touren ist, aber andererseits in keine Richtung ein Ende nehmen will. Man kann hier tagelang durch das Unterholz jagen und muss keine einzige Wurzel zweimal überfahren. Aber raus kommt man auch nicht. Nur zurück in die Stadt.



Und dort ist das Leben angenehm und träge, es ist wie ersaufen im Sirup, und so funktioniert das hier schon immer. Alternativen sind zu weit weg und dann auch nicht wirklich besser. Das Vereinsleben ist umfassend, man muss sich nicht mal integrieren, man wird assimiliert. Man kann sich einfach so treiben lassen. Und wie nah das alles schon ist, habe ich heute gemerkt, als ich eine Einladung zu einem Kongress bekam, die meine Pläne für September um einen gigantischen Schlenker vom schon eingeplanten Autun im Burgund über Genf und ein paar Alpenstrecken bis hinauf nach Leipzig und Berlin erweitern wird. Und ich sofort zugesagt habe.

Danach maule ich auch nicht mehr bei so einem Sonnenuntergang über den mittelalterlichen Dächern, versprochen.

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Die Freude der Nahrugsmittelverordungsignoranz

Irgendwo in einem klimatisierten Büro in Brüssel sitzt ein Beamter, der gemästet wird wie eine Sau, vom Fressen der Lobbyisten. Die Weltrevolution, die ihn neben Abmahnanwälten und Kernkraftwerkbetreibern mehr als nur den Job kosten würde ist fern, und das Liechtensteier Konto und die Urlaubsreise zum Kongress "Normierte Lebensmittel - dem Verbraucher geben, was der Verbraucher will" in einem mit Fördergeldern errichteten Hotel in Kroatien sind nah. Jetzt noch schnell eine Vorlage zum Thema Tomaten geschrieben - rund müssen sie sein, identisch gross und in Scheissepissewasser in Belgien oder mit überzogener Unterstützung im wasserarmen Spanien gereift - und dann ab in den Süden. Die PRostituierte wird ihn anlächeln und ihm das Gefühl geben, dass auch Schweine attraktiv sein können.

Nichts versteht so eine Sau von den Freuden, die das Krumme, Ungleichmässige, schräg Gewachsene in sich birgt, das aus den Höfen einer fernen Region stammt, des Morgens gepflückt und gen Mittag verkauft wird. Wie eine Sammlung von barocken Godemichés, geschaffen für alle von der Klosterschülerin bis zur Abenteurerin und sicher auch einer modernen Juliette ausreichend, finden die Erzeugnisse allerkatholischster Bauern in der Stadt neue Freunde, und sei´s nur in der überhitzten Phantasie eines glühenden Sommertages.



Wie auch immer sie verwendet werden, welchen Topf sie von innen sehen oder welches weisse Fleisch einer eines prallen Mozarella sie beglücken - sie sind verbotene Früchte, sie sind nicht für die Profite des obszönen Weltmarktes, aber ganz zur Freude einer Provinz, die stolz sein kann auf ihre Kinder, die sich nicht unterjochen lassen von Diktat und Despotie.

Libertinage und Rebellion, liebe Freunde, beginnt beim Essen.

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Empfehlung heute - Wir haben ja nichts

Ich kenne einen Oberhaifisch, der seine Fleischspiesse jenseits des Verfallsdatums erwirbt und sie in Butter brät, die durchaus schon ranzlig sein darf. So schlimm ist es bei uns noch nicht, aber auch hier gibt es kein Geld für überflüssigen Luxus, und man versucht, mit dem auszukommen, was da ist.

Da ist zum Beispiel der Gang und die Anlage meiner Räumlichkeiten. Die frühere Trennung in einen Teil für das Personal und einen Teil für die Herrschaften machte eine eigene, vom Gang aus betretbare Küchentür nötig. Wenn man so will: Der Personaleingang. Heute gibt es kein Personal mehr, eine Putzfrau beschäftigen allenfalls die Mieter, aber ich habe eine Aversion dagegen - schlimmer als gegen Ikea und Fastfood. Ein Personaleingang macht also keinen Sinn mehr. Und wie es der Zufall haben will, fand sich im Haus auch ein alter, flacher Garderobenschrank mit bekannter, massgefertigter Geschichte aus den 50er Jahren, den meine Frau Mama dem Sperrmüll übergeben wollte. Pfenninggut jedoch ist er, mit sauber eingesetzten Astlochfüllungen im Vollholz, gemacht von einem Könner seines Fachs und unter all den späteren Lack- und Tapetenschichten immer noch klassisch schön.



Er passt genau vor den Dienstboteneingang, hat mangels Rückwand bis zur Tür jetzt genug Tiefe, ersetzt die Garderobe, hält mir den Eingangsraum, nun das Wartezimmer für das kleine spanische Hofzeremoniell frei und bedurfte lediglich des Putzens und frischer Farbe. Weil, wir haben ja nichts. In der Küche gibt es das übliche, karge, selbstbereitete Mahl, und wenn wir die der fast heimischen Erde entrungenen, den Schweinen entrissenen Trüffelpilze kauen, träumen wir davon, wie es wohl sein mag, wenn man sich bei Ikea neue, teure, glänzende Möbel leisten kann und dann all die leckeren Speisen des modernen Personalersatzes fertig serviert bekommt.

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Montag, 13. August 2007

Sehr zu empfehlen - Lesen gegen Abmahnugen

so spirito suo godere tra disatri vedete
qual che possa nocchier fra le tempeste.
Das klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber ich gebe es durchaus zu: Es gab in der letzten Zeit Abmahnungen gegen Kommerzblogger, die mir wirklich egal waren. Um zwei Namen zu nennen: Der Talkshowbeobachter Stefan Niggemeier, der nicht zum ersten Mal eine juristische Niederlage einstecken musste und den auch meine Gutmütigkeit bei seinem turiesken Verfälschen nicht davor bewahrt hat, dann von einem weniger netten Hersteller einer Anrufsendung vor den Kadi gezerrt zu werden. Und der Kieler Mathias Winks, der als MC Winkel trotz problematischem Umgang mit der Kenntlichmachung eines Gewinnspiels sich eine Abmahnung erst durch eine Äusserung einfing, die eine Hamburger Kiezgrösse nicht mochte. Mein Mitleidsgefühl ist nicht wirklich vorhanden, wenn so einer dann mit seinem von jedem Fachwissen unberührten Gegröle seine Leser anregt, alles andere als kluge Beiträge zu verfassen, die sie selber in Schwierigkeiten bringen können - und kurz darauf die Freunde von MC Winkel mit der IP einer Kieler Werbeagentur versuchen, an der Blogbar anonym Stimmung zu machen.

Having said this, möchte ich jedem raten, Abschied zu nehmen von der Illusion, die Blogosphäre würde effektiven Schutz gegen anwaltliche Angriffe bieten. Das kann sein, aber es setzt Mittel und Koalitionen voraus, die heute in Zeichen der Kommerzialisierung eher selten anzutreffen sind - namentlich, weil ich und andere es nicht einsehen, für Leute Stimmung zu machen, die vor allem ihren Profit im Auge zu haben. Und weil nicht jeder den Nerv hat, sich all die möglichen Probleme und Chancen bei einer Abmahnung aus dem Netz zusammenzuklauben, und der Gang zum Anwalt aus Präventionsgründen eher unwahrscheinlich ist, darf ich hier - unkommerziell und nicht bezahlt - auf eine Alternative hinweisen, die ein Bekannter vorgelegt hat, der sich aus persönlichen Gründen mit dem Thema hervorragend auskennt: Internet, Recht und Abzocke von Wolf-Dieter Roth, manchen vielleicht von seinem Kampf gegen den WDR und als Autor von Heise bekannt.



Wäre es ein anderes Thema, würde ich von einem Rundum-Sorglos-Paket sprechen, aber die darin dokumentierten Fälle geben keinen Anlass zum Hopsen durch grüne Wiesen. Vielmehr kann man sich schon fragen, ob die XXXXX die XXXXX voller XXXXXX haben und man nicht einen gewissen Teil der XXXXXXX unter XXXXX halten sollte, bis sie XXXXXXX sind. Mein Schweineorchester pfiff Händelarien, als ich das Buch gelesen habe - das soll ein Rechtsstaat sein?

Wie auch immer, das beste Mittel ist die Prävention, und darin sehe ich den Hauptnutzen des Buchs. Denn darin wird allgemeinverständlich erklärt, wo man sich halbwegs auf der sicheren Seite befindet. Bei dem Personal, das in Deutschland die Rechtspflege zu sein behauptet, wäre ich mir zwar nie sicher, aber das Lesen schärft die Sinne für das eigene Tun als Blogger. Nein, es ist kein Spass, sich mit sowas auseinanderzusetzen. Aber Krebsvorsorge ist auch nicht lustig, und dennoch sollte man lieber vorher was tun, bevor man nachher der Dumme ist. Selbst ich, der ich ohne Umwege über Sekretariate auf drei Anwälte zurückgreifen könnte, fand das Buch immer noch lehrreich und empfehlenswert. Denn die beste Abmahnung ist die, die nicht kommt. Und das ist weitaus mehr wert als die 29,50 Euro, die dieser Berg an Recherche und Informationen in Buchform kostet.

Viel Spass bei der Debatte, ich muss jetzt leider los, Strafanzeige stellen.

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Unterschätzte Geräusche

Das Tappen nackter Frauenfüsse auf altem Fischgrätparkett.

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Montag, 13. August 2007

Empfehlung heute: Auf der anderen Seite,

noch weiter im Westen, so weit, dass es bereits wieder Osten ist, stehen die Leute schon wieder auf, und Zeit für das Schauspiel des Himmels haben sie auch nicht.



Denn einerseits liegt Seoul meines Wissens meist unter einer schauderhaften Abgasglocke, und andererseits hat man dort neukulturell bedingt ganz andere Probleme. Wir reden über eine Stadt, in der es normal ist, an öffentlichen Gebäuden Aufforderungen anzuschlagen, sich gefälligst neue Handys aus koreanischer Produktion zu kaufen, und ich nehme stark an, dass ein signifikanter Teil der dortigen Bevölkerung den Sonnanaufgang anschauen würde, käme er denn als kostenpflichtiger Download auf das Handy. Das kann auch dieses Photo hier und seinen Gegenstand erklären.

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Hommage für Brassaï

Gerade eben, vor dem Fenster.



Nach dem Regen.

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Sonntag, 12. August 2007

Wenn es passiert

Momentan verweisen Banken auf Ratings ihrer Kreditinvestitionen, die von Ratingagenturen erstellt werden, die daran verdienen, gute Ratings zu vergeben. Wenn sie nicht gerade pleite gehen, natürlich. Anders gesagt, man sucht nach Deppen, die ihr Geld für minderwertige Immobilien und die Folgen da lassen, man rechnet sich die Folgen schön, als hätte das Platzen der Blase nicht schon längst auch beste Immobilien in den USA schwer verkäuflich gemacht. Und, wir erinnern uns, zufällig sind es genau diese hochgepushten Hauswerte, die das Konsumklima, die Börsengewinne, den Kapitalzuwachs ausmachten. Wir sind längst drin in der Katastrophe. Und nichts garantiert uns leider, dass die Investoren solcher dummen Anlagen die einzigen Betroffenen sind.



Ich fuhr heute so über gar nicht sommerliche Felder und dachte nach, ab wann mich die Krise betrifft und was geschehen muss, damit es mich persönlich ernsthaft erwischt. Das Geld, das ich mit gewissen Einschränkungen brauche, erwirtschaftet allein das Haus, selbst wenn drei Viertel der Mieter nicht mehr zahlen könnten. Und selbst dann könnte ich noch zwei Leute im Rahmen einer neuen Wohnungszwangswirtschaft aufnehmen. Sage keiner, das gäbe es in der BRD nicht; nach dem Krieg war das durchaus üblich, und man bemühte sich, ausgebombte Freunde einzuladen, bevor die Flüchtlinge kamen.

Historisch bedingt habe ich beste Kontakte auch zu Nahrungsproduzenten der Region, mit manchen bin ich sogar entfernt verwandt, und wenn es ganz übel kommen sollte, müsste ich mir wieder die Langwaffen meines Grossvaters holen und im Eichenwald ein paar Fasane schiessen, wenn ich schon zu blöd war, beizeiten nicht ein paar Investmentbanker geschossen zu haben. Nicht dass ich die Viecher dann essen würde, aber auch in schlechten Zeiten gibt es welche, die auf Rebhuhn und Reh nicht verzichten wollen, und dafür etwas zum Tausch anbieten können.

Aber damit es so weit kommt, müsste wirklich viel passieren. Vermutlich wird man in den USA auf die Kostenbremse treten und den Irakkrieg beenden, so spät natürlich, dass ein paar aufgeblasene Volkswirtschaften in Asien und Russland crashen, und die drei mageren Jahre werde ich schon packen. Vielleicht melde ich so lange die Barchetta ab, und lerne endlich mal selbst, wie man Apfel- und Birnengelee macht, oder Apfelschlehenmarmelade. Denn auf dem Weg zur unsommerlichen Landschaft radelte ich durch den 9Loch-Golfplatz mit seinen diversen 2-3Lochhuren, und dahinter ist ein Weg, an dem die Früchte jedes Jahr verfaulen, fallen, und von den Rädern der SUVs zerquetscht werden. Solange die Fonds noch was ausspucken, werden sie weiterhin über Essen fahren.

Insofern wäre eine mittelprächtige Krise wirklich nicht ganz schlecht.

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Der gute, alte Gruban

Manche Dinge ändern sich nie. Wie Patrick Gruban, der früher mal Chef von der später insolventen Communityfirma Cassiopeia war, und in den Zeiten vor Web2.0 Witze riss, wie das Verbrennen von Millionen so war. So ne Árt Sascha Lobo der Munich Area. Jetzt ist Web2.o, und er ist wieder da. Mit einer, Überraschung, Community namens Mediap, die sich vor allem an Kreative wendet und so eine Art virtuelle Arbeitsmappe für allerlei Onlinezeugs sein soll. Sogar mit Claim:

Zeigen Sie doch, was Sie können.

Und darunter steht aktuell auch, was Mediap kann:
Achtung: Durch einen defekt in unserer Newsletter-Software sind alle Anmeldungen bis zum 25.07. verlorengegangen. Bitte tragen Sie sich nochmal ein. Wir sind untröstlich.
Und wenn ich im November in Mittweida auf einem Kongress zum Thema bin, weiss ich, was ich als Beispiel bringe, wenn es einer wagen sollte zu behaupten, Web2.0 sei ganz anders als die New Economy.

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Samstag, 11. August 2007

Empfehlung heute - Liquidität, Web2.0 und Werbung

Die Sonne schien, wir sassen auf der Almwiese, irgendwo in Frankfurt rutschten die Kurse und wir überlegten, wie diese unsere Welt nächstes Jahr aussehen würde. Ich entwarf ein Horrosszenario, das alle anderen als wüste Übertreibung abtaten.

Ein Jahr später gab es die anderen nicht mehr, und ich hatte die Lage viel zu optimistisch eingeschätzt. Ich habe einmal so einen Crash auf Ground Zero mitgemacht, und wenn jetzt die verwickelten Banken behaupten, man würde die Liquiditätsprobleme in den Griff bekommen, dann weiss ich, dass diesmal alles, ein ganzes System von Anlegern und Geldwirtschaft am Abgrund steht, und nicht nur ein paar Startups und blöde Aktiendeppen. Gerade habe ich einen Beschwichtigungsbeitrag eines Mietmauls gelesen, das damals schon von einer kleinen Korrektur sprach.

Die ersten beiden Opfer von Liquiditätskrisen heissen immer Anja und Tanja. Das war schon bei Cassiopeia so, und das wird im grössere Umfang jetzt gesamtwirtschaftlich kommen. All die BWLordelle von PR, Marketig und Werbung werden für längere Zeit wieder Leitungsprosecco saufen. Und Startups, die ihre Revenue Modelle auf Basis zukünftiger, üppiger Werbegelder ohne Rücksicht auf Klickraten und Umsetzung entwickelt hatten, werden noch länger an die überraschenden Folgen einer amerikanischen Pressspankrise denken. Und Debatten darüber, was Sonderformen wie virale Werbung bringen, wie aktuell beim Werbeblogger, werden einsame Zeugen einer goldenen Zeit sein, die dann doch nicht kam, vor dem Artensterben der Wasmitmedienlinge.

Im kommenden Winter brauche ich hier einen Schneeschipper, der auch den Hausgang streicht und ein Loft renoviert. Ich zahle Werbern luxuriöse 100 Euro Taschengeld pro Monat, und stelle den Schlafplatz (Schlafsack ihr, Matratze/Stroh ich) und Verpflegung. Solange sie nicht von ARS Berlin und Trigami sind.

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Nächster Halt auf dem Weg nach unten: Asienkrise!

Im Frühjahr dieses Jahres musste ich auch wegen so einer familiären Anlagesache zurück nach Deutschland. Wie es draussen im Seeviertel nun mal so ist: Einer reichte seinen Anlageberater einmal durch die Nachbarschaft. Ich hatte schon einen halben Abend vertelefoniert, um ordentlich Stimmung gegen den Kerl zu machen, und beim eigentlichen Verkaufsgespräch musste er dann ohne Unterschchriften wieder gehen. Wärmstens Empfohlen hatte er:

Goldman Sachs.

Bis vorletzte Woche klang das nach einem guten Plan, und ich musste mir daheim und bei einigen Gartenempfängen desöfteren anhören, dass meine schon länger geäusserten Befürchtungen übertrieben gewesen sind. Und jetzt weiss der Fluss nucht mehr wohin mit all den Kadavern, und wäre das Wetter nicht so schlecht, würde ich heute Abend in der Pause der Open Air Oper ein paar sehr gehässige Dinge loswerden.

Ich sage etwas anderes. In den nächsten beiden Wochen dürfte in China Panik ausbrechen. Auf der einen Seite kann man in den immer noch enorm überbewerteten Märkten dringend benötigte Gewinne realisieren. Auf der anderen Seite halte ich das Risiko für einen Geldschein, den ich einem Cracksüchtigen Downtown LA gebe, für geringer als bei jedem erstklassigen Banker in Shanghai. China ist reif, überreif, da kann man noch was holen, und gleichzeitzig höchst labil, da werden auch die schönsten Währungsreserven des maroden Banksystems nichts mehr helfen. China ist das ideale Opfer der Krise: Unbeweglich, aufgedunsen, voller Deppen, die nicht wissen, dass es vorbei ist, und hier kann man schnell Probleme bereinigen, ohne dass daheim jemand auf die Idee kommt, aus Existenznot ein paar white-collar-Verbrecher in ihren Türmen zu unzunieten.

Nun - wir werden sehen.

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Ein Käfig für Narreteien

Als ich im April in Mantua war, sah ich am grossen Platz über dem Dom der Mathilde von Tuszien etwas, das ich sofort haben wollte:



Diese Dachterasse. Das ist einer der Orte, bei dem ich auf den erste Blick das Gefühl hatte, daheim zu sein. Da oben gibt es keine Sorgen. Sorgen ist etwas für die, die unten sind, das hat sich seit den Idealstadtentwürfen der Renaissance nicht geändert - auch wenn es so deutlich keiner mehr ausspricht. Nun ist Mantua reich und diese dazu gehörende Wohnung ebenso unbezahlbar wie unverkäuflich, und ich habe schon drei Wohnungen und ausserdem eine Dachterasse, die auch nicht ganz schlechte Ausblicke zu bieten hat; Renaissance und Rokoko gibt es hier im Übermass. Es muss also nicht so sein, dass ich genau diese Terasse will, und dennoch, ich wusste lange nicht, ob ich diese Sehnsucht als Bild mit heim nehmen sollte.

Doch inzwischen bin ich froh, die Konstruktion gespeichert zu haben. Gestern war ich in einem Kaff, wo ein Meister meines Herrn Papa inzwischen einen eigenen Stahlbau betreibt, und dessen Junior wird kommen und auch für meine Dachterasse - eigentlich verwendet man dafür im Bayerischen das italienische Wort Altane, oder gar Altana - so eine Kuppel anfertigen. Der Neid und die Gier sind schliesslich die Grosseltern aller Dinge.

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Uffz Lochsprenger empfiehlt:

Bonkerbekämpfung mit Hohlsprengköpfen!

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Freitag, 10. August 2007

Empfehlung heute: Neues Wort für Scheissjob:

Arswalt

Neues Blog für linksliberalen Diskurs:

http://shiftingreality.wordpress.de/

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Lasst sie krepieren!

Wenn ein Hausbauer die Kredite nicht zurückzahlen kann, wird das Gebäude versteigert.

Und wenn jetzt die Banken verrecken, die sich bei solchen leichtfertig erteilten Krediten verspekuliert haben, sollte man sie einfach draufgehen lassen. Und die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen.

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here we go - § 131 StGB ist unser Freund

und ausserdem ist bekannt, wer von wem gewisse Ekelvideos produzieren liess. Da steht also:
* (1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,
o 1. verbreitet,
o 2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
o 3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
o 4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

* (2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.
* (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.
Ich sag´s mal so: Unter diesem Gesichtspunkt ist es gar nicht klug, der Gegenseite gerichtsverwertbare Beweise für die eigene Urheberschaft solcher Werke zu liefern. Wirklich nicht. DumdiDum. Sollte da etwa...?

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Donnerstag, 9. August 2007

Empfehlung heute - Entspannung am Abend

Mit der Kühle und dem Tee kommt dann der Einfall: Maul- und KlauenseuchenVZ.



Morgen ist auch noch ein Tag, die Kugel ist schon im Lauf, und so gehen die Gedanken hinüber zu einem weiteren sehr feinen Text aus der tschechischen Elegie von Modeste.

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Ui! Viralmarketeers mögen keine Viralvideos!

Wer die Viralvideos von StudiVZ sehen will, sollte sich beeilen: Die Produktionsfirma Aimaq Rapp Stolle scheint panisch bemüht zu sein, die peinlichen Gewalt- und Schundfilme wieder einzufangen:

http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15067/

Dazu nehmen sie auch Anwälte in Anspruch. Ts. Liebe Leute: Das Schöne ist, dass man Viren nicht mehr einfangen kann, wenn sie mal ausgesetzt sind. Und vor allem: Kein Mensch kann verbieten, dass man die Darstellung detalliert beschreibt.

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Je sais aussi,

dit Candide, qu’il faut cultiver notre jardin.



Der Regenmann kommt, ruft die dicke Gärtnerin und zeigt auf mich. Jetzt regnet es gleich! Ich grinse sie breit an und bestätige, dass es gleich losgeht mit dem Sommerregen - schliesslich komme ich aus dem Westen und bin dem ersten Schauer bei Neuburg gerade eben so davongeradelt. Kaum habe ich meinen Fruchtsalbei in der Hand, kommt es auch schon runter, dick, nass, unglaublich nass, eine Wand aus Wasser, und ich schaffe es gerade noch in das Zelt mit den Mutterpflanzen. Nichts ist hier zu verkaufen, sagt der Gärtner, und genau in dem Moment, als ich ein Zitronenbäumchen sehe.

Schade, sage ich, das Zitronenbäumchen hätte ich gern gehabt.

Welches Zitronenbäumchen, fragt der Gärtner. Eigentlich fragt er "Woosfiaazidrronnabammahl", aber das versteht man nur als Eingeborener.

Das da hinten, antwortest du und zeigst auf die a und für sich unübersehbare Anhäufung von Blättern und noch grünen Früchten, die nicht wirklich grandios schön ist, aber den leichten Charme der Krankheit eines Caravaggio-Früchtekorbs hat. Aach, dieser Zitronenbaum, erkennt der Gärtner die Pflanze wieder. Ja, der sei nicht zu verkaufen, der sei krank und habe die Schildläuse, über und über schwarze Flecken, und sein Wuchs habe sich nun, eher natürlich entwickelt. Eben drum will ich ihn haben, und nach längerem Diskutieren einigen wir uns darauf, für 30 Euro vom Jahrmarkt der Nichtigkeiten die Caravaggiozitrone einzutauschen, und der Gärtner verspricht, sie nächste Woche zu behandeln, bevor ich sie haben kann. Ich streichle ihre wohlgerundeten Früchtchen, und im Januar, wenn es kalt ist, werden sie mir am Südfenster mit ihrem Saft von der dampfigen Hitze dieses Sommers erzählen, und vom Schauer, der den Salbei wie giftiges Unkraut explodieren lässt.

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Was macht eigentlich

Adical?

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Sind StudiVZ-Entscheider klofixiert?

Es gab ja schon mal so ein Klodingens bei StudiVZ. Und nun, auch ohne Ehssan Dariani an der Firmenspitze, liess man ein Video drehen, in dem erneut eine Toilette eine Nebenrolle spielt. Die Hauptrolle dagegen spielt -

http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15065/

ein Haufen Entführer. Deren Tonfall jetzt auch nicht gerade fern von dem ist, was die StudiVZ-Stalkergruppe so von sich gab. Gewöhnlich sagt nachher jedes sexistische Schwein, dass es ja nur Spass war.

Was wohl die ganz anders gearteten Vorzeigestartupper und ihre Chefs von Holtzbrinck zu diesem Ding sagen?

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