: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 14. Januar 2010

Inversionswetterlage

Man hofft ja darauf, aber sicher ist es nicht: Dass ganz im Süden vielleicht doch die Sonne scheint.



Tut sie dann auch, bis die Schneewolken aus dem Westen kommen. Erstaunlicherweise wird es droben trotzdem zunehmend warm. Das macht die klare Luft oben und die Dunstschicht unten



Grossbild. Dort unten dann; Augsburg, Stuttgart, Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, der Rest, wo man nicht sein möchte.



Die nächsten Tage soll es hier sonnig bleiben, sagen sie. Oben, über dem Dunst und den Abgasen.

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Urbanes Frieren

ich wüsste gern zwei Dinge: Warum fühlt sich ein und die selbe Kälte in Städten immer übler als auf dem Land an?



Und warum muss ich mir in Österreich die Informationen über die Kredite der Hypo Alpe Adria an die dortigen Parteien nebst haarsträubender Details heraussuchen, die in Deutschland schon wieder keinen mehr zu interessieren scheinen?

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Montag, 11. Januar 2010

Gerade weil

ich heute die Berge verlassen und nach Frankfurt muss, gerade weil das Vergnügen in der heilenden Luft ein Ende und die Hektik einer übergrossen Stadt ihren Anfang hat, möchte ich noch einmal erklären, was es mit dem Aufstieg und der Abfahrt auf sich hat.



Es ist nicht nur das Rodeln, es ist eine Alternative zum Grauen, das der Winter in den Bergen nicht weit von hier geworden ist. In der FAZ.

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Sonntag, 10. Januar 2010

Es gibt zwei Arten von Menschen:

Die einen haben einen geladenen Revolver, die anderen graben (Zwei glorreiche Halunken)

Die einen rennen davon, und die anderen jagen sie (Charro)



Die einen bremsen mit einem Schlitten auf 1 Uhr, und die anderen überholen links auf einem Rennrodel (Ich, heute)

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Leiden im Hotel

Manche rechnen mir vor, wie viele Nächte ich in tollen Hotels auf der ganzen Welt hätte verbringen können, wenn ich mir nicht die Wohnung am eher spiessigen Tegernsee gekauft hätte; tatsächlich wären es ein paar Jahre und vermutlich mehr, als ich in 2 Jahrzehnten schaffen würde. Frühling in der Toskana, Sommer in Südtirol, Herbst in Fernost und Winter dann am Tegernsee. Das ist richtig, und natürlich weiss ich auch nicht, ob ich in 20 Jahren noch etwas vom Werterhalt der Wohnung habe.

Aber: Es ist heute Sonntag, und ich gehe jetzt rodeln. Dann räume ich auf und fahre heim. Ich bin frei, das zu tun, Hotelgäste müssen um 11 das Zimmer räumen und steten jetzt schon um Stau nach Norden, der sich aufgelöst haben wird, wenn ich heimfahre. Das sind alles so Effekte, die man gerne übersieht, wenn man an Hotels denkt.

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Sonntag, 10. Januar 2010

Drei Farben Weiss Grau Blau

Vorgestern habe ich auf einem Baumstamm den Schnee weggeräumt, um die Kamera abzustellen. An dieser Fläche waren heute 3 Zentimeter Neuschnee. Das ist nicht viel angesichts dessen, was versprochen war. Man sagt auch, dass auf den Bergen Stürme toben - hier ist nichts, der Schnee klebt satt und dick an den Ästen.



Überhaupt, der Nebel, oder besser, die Wolken sind etwas nach oben gestiegen. Man sieht wieder den ganzen See, wenn man unten ist, und man sieht ihn auch auf halber Höhe. Wenn ich am Montag in Frankfurt sein werde - wer weiss, vielleicht ist es dann wieder schön.



Das erstaunliche nach diesen Tagen im Grau ist, dass die Augen anfangen, Farben zu sehen, wo eigentlich keine sind. Ich weiss, dass es gerade nur Weiss und Grautöne gibt, aber meine Augen wollen mir sagen, dass das Grau ins Blaue überschlägt. Sogar in der Kamera sind die Bilder eindeutig blau, irgendetwas stimmt mit dem Weissabgleich in der Kamera und meinem Hirn nicht mehr, nach all dem Grau.



Erst ganz oben löst sich die Illusion von Blau auf: Wenn es dunkel wird. Viel zu spät bin ich heute losgegangen, dann entwischte mir auch noch der Rodel, 50 Höhenmeter auf dem Aufstieg und das gleiche nochmal, als er vom Weg abkam und in den Steilhang stürzte. Oben war es schon fast dunkel, unten war es Nacht. Aber noch immer gingen welche den Berg hinauf, mit Taschenlampen, die frühe Nacht zum längeren Tag machend. Ich sehe nicht nur Blau, ich fühle auch, dass die Tage länger werden.

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Samstag, 9. Januar 2010

Warten auf den Schnee

Es ist genug zum Rodeln da, und darunter ist es steifgefroren.



Trotzdem ist hier in den Bergen die Schneehöhe lächerlich (800 Meter) bis bescheiden (1300 Meter). Gar kein Vergleich mit letztem Jahr.



Ein halber Meter Neuschnee wäre eine sinnvolle Ergänzung, mehr aber auch nicht. Ich glaube aber erst daran, wenn ich es sehe.



Wahrscheinlich erwischt es sowieso wieder nur die Norddeutschen und die Zonenaussenrandgebiete. Aber gut, zum Rodeln reicht es auch so. Heute habe ich den alten Rennrodel aus der ehemaligen CSSR nach der Restaurierung eingefahren. Läuft bestens. Aber 10 Zentimeter Schnee wären schon eine feine Sache.

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Danach schämte ich mich

und las statt dessen in M. G. Lewis viktorianischen Horrorschocker "Der Mönch". davor aber hatte ich mich gehen lassen, wie ein Bewohner des Hasenbergls. Das ist mir nicht nur peinlich, sondern in Ermangelung eines Londonaufenthaltes auch Anlass genug, darüber nachzudenken, wie man Ersatzhandlungen am Mobiltelefon verhindert, und warum ausgerechnet so runtergekommene Berufe wie Journalisten so viel Positives über diese Dinger schreiben.

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Donnerstag, 7. Januar 2010

Gestrandet

Es war ja nur ein Billigflug, aber wenn man schon Flüge annulliert, sollte man das wenigsten eine Stunde vorher ins Internet schreiben, und nicht 200 Fluggäste mit 1 Servicekraft zurücklassen, deren Ergebnis dann so lautet, dass die Maschine am Abend voll ist, die am nächsten Morgen gestrichen wird und man allenfalls provisorisch für die darauf folgende Nacht gebucht werden kann - vorbehaltlich, dass der Flug nicht auch noch gestrichen wird. Die Copiloton hat es unter Mühen nach London geschafft, und ich - well, could have been worse, wie die Briten sagen:



Es war so viel Fett gestern abend, das muss wieder weg. Und wenn nicht durch Hungern in London, dann eben durch Bergsteigen und Rodeln. Ausserdem gibt es am Berg auch weniger Bankster.

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Vergleich

Da geht ein zufriedener Mann. Gestern auf 900 Metern über dem Meer:



Heute Mittag dann auf 9000 Metern über dem Kanal:



Wenn ich dort nicht mindestens eine Silberkanne finde, werde ich es voll an diesem Blog rauslassen.

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Dümmste Idee des Jahres

Jemanden fragen, ob man ihm was mitbringen kann, dabei typischerweise an Spezialitäten denken - und dann daran denken, dass man ja nach London fährt.

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Mittwoch, 6. Januar 2010

Und nun die Wettervorhersage für London

Dreimal darf man raten, welcher deutsche Blogger morgen um 10.45 Uhr, falls sein Flug denn überhaupt gehen sollte, an jenem oft geschlossenen Flughafen Gatwick ankommt:



Nicht nur jener Blogger, der sich gerade für die nächsten drei Tage Kulinarisch-ostpreussisch-Uganda eine dicke Fettschicht anisst, zusammen mit dem letzten Brot, das den Namen verdient. Nein, auch jener Blogger, den folgendes Wetter erwartet:

Thursday: Snow will hit London at around noon. Snow up to 2-5cm thick in many places and 10cm in some parts. These will be enormous snowflakes with a high water content, leading to icy conditions. It will be mostly 0C across the country, down to -5C at night. Also snow showers in West Wales and West Cornwall.

Friday: Snow showers will continue over eastern England with several centimetres of snowfall. Temperatures will be around 0C across the country, down to -5C at night.

Saturday: Snow showers will continue over eastern England with several more centimetres of snowfall. It will be around 0C during the day in most places in England and Wales, but strong easterly winds will make it feel much colder, around -8C, and even colder along eastern coasts.

Jener Blogger zudem, der den Rest seines Lebens, wenn es um Urlaub im Januar geht, entweder sagen wird: Berge! Oder auch: Italien. Aber nie wieder: London. Dafür jedoch steht dieser Blogger auch noch um 7 Uhr auf. Am Morgen! Erwarten Sie kein angenehmes publizistischen Umfeld.

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Mittwoch, 6. Januar 2010

Ein Nachmittag in den Bergen

Nur am Alpenrand ist es schön.



Weiter nördlich, gleich am Ende des Sees, beginnen die Wolken.



Der ganze Berg ist leicht, aber ausreichend mit Schnee überzuckert.



Ich bin spät dran, denn die Sonne geht schon unter; es wird ein Wettlauf mit dem letzten Tageslicht.



Über dem Schnee die Eiskristalle aus der bitterkalten Luft.



In der Almhütte wird jetzt schon gekocht, aber ich gehe noch etwas weiter.



Vorne, am Abhang, dann der Einbruch der Nacht über dem wolkenbedeckten See. Ich bin allein, so sieht es sonst niemand.



Auch als Grossbild. Die Abfahrt in der Dunkelheit ist brutal, unter dem dünnen Schnee knallhartes Eis, extrem schnell und tückisch in den Kurven. Ich halte zweimal an, einmal, weil es vor mir einen in der Serpentine mit ausgebrochenem Heck quer stellt und er sich ein paar mal überschlägt, und das zweite Mal, als ein anderer eine Bodenwelle übersieht, schräg aufkommt, nicht mehr lenken kann und in die Botanik fliegt. Es ist nichts passiert, aber trotzdem ist es sehr gefährlich, in der Schönheit des eiserstarrten Berges. Ich hätte schwören können, dass ich Kuhglocken hörte; erst unten sehe ich die SMS aus München, in der mir jemand eine gute Reise wünscht.



Danach ein Bad, und etwas Warmes. Ich mag das. Aber man darf nie vergessen, dass der Berg kein Freund ist, schon gar nicht im Winter.

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Ich schreibe ja auch über Kinder

Deshalb ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ich als Eheverachter über Ehen schreibe.



Vielleicht versteht man nach der Lektüre in der FAZ auch, warum das bei mir so ist.

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