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Freitag, 28. Mai 2010
Eine Stadt wie ein Ponzi Schema
"Best of the Alps" soll Davos in der Schweiz sein. 10000 Euro pro Quadratmeter, gern auch mehr, darf dort das Wohneigentum kosten. Aber wenn man dort ist, fragt man sich: Wofür? Für diese meist billig wirkenden Hundehütten? Und ein wenig verblichene Geschichte einer nicht mehr existierenden Bürgerlichkeit? Davos ist ein ausgesprochen hässliches Rätsel, das ich in der FAZ auch nicht lösen kann.
donalphons, 01:22h
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Der gute, alte Brachers
Daheim, nahm ich mir vor, würde ich nachschauen, ob nicht gerade die Silvretta Classic stattfindet. Die letzten Jahre schüttete es dabei immer. Und zwar so übel wie bei der Auffahrt nach Davos, weiter auf den Flüelapass, und dann immer weiter durch das Inntal, vorbei an einem tropfenden Scoul bis zu einem gefluteten Landeck. Typisches Wetter, wie es sonst nur während der Silvretta Classic ist. Bei der Abfahrt vom Flüela hätte es mich beinah ähnlich ins Tal geschwemmt, wie 2008. Frühsommer im Gebirge eben. Was nicht heisst, dass alles schlecht war.

Es gab zwischen dem Fernpass und Garmisch auch Momente grosser Landschaftslyrik. Die mich vergessen liessen, dass die geplante Reiseroute eigentlich auch Meran und den Jaufenpass hätte mit einschliessen sollen, sowie eine Nacht am Tegernsee. Wäre es in Susch nur etwas besser gewesen.... aber Richtung Zernez wurde es nur noch dunkler, und man muss das Schicksal auch nicht herausfordern. Zumal die Pässe in der Schweiz in einem elend schlechten Zustand sind. Und so erlebte ich den Sonnenuntergang nicht am Brennereinstig bei Sterzing, sondern an einer Alm hinter der Zugspitze.
Dann war die Sonne weg, und die Gewitter kamen. Ich hätte nach einer Passage vor Chur und auf der Flüela-Südseite nicht gedacht, dass es nochmal mehr regnen konnte, aber es ging, und zwischenzeitlich fuhr ich mit Tgempo 60 auf der Autobahn nach Hause. Ich im Trockenen, und Brachers hinten drauf im Regen von allen Seiten. Der gute, alte Brachers. Der gerade seine fünfte grosse Bergtour unter schwersten Bedingungen mitmacht.
Und was soll ich sagen? Er ist immer noch dicht. Ich habe ihn natürlich mehrfach gefettet und die Schlösser geölt, ordentlich geschlossen und fest verzurrt. Trotzdem ist es keine Selbstverständlichkeit für so ein altes Stück, dass es mit Bedingungen klarkommt, die es noch gar nicht gab, als es gebaut wurde. Niemand hätte damals so schnell im Regen über fast noch winterliche Pässe fahren können, mit einem Koffer hinten drauf, der eigentlich in ein Bahnabteil gehört. Am Anfang hatte ich Horrorvorstellugen von komplett durchweichter Garderobe, aber heute ziehe ich ungerührt in Regenstürme und weiss, dass Brachers alles trocken halten wird. Nach ein paar Kilometern, wenn der Regen vorbei ist, verschwinden die Tropfen auf seiner Oberfläche, als wäre nie etwas gewesen, und das Leder schimmert im Abendlicht.

Es gab zwischen dem Fernpass und Garmisch auch Momente grosser Landschaftslyrik. Die mich vergessen liessen, dass die geplante Reiseroute eigentlich auch Meran und den Jaufenpass hätte mit einschliessen sollen, sowie eine Nacht am Tegernsee. Wäre es in Susch nur etwas besser gewesen.... aber Richtung Zernez wurde es nur noch dunkler, und man muss das Schicksal auch nicht herausfordern. Zumal die Pässe in der Schweiz in einem elend schlechten Zustand sind. Und so erlebte ich den Sonnenuntergang nicht am Brennereinstig bei Sterzing, sondern an einer Alm hinter der Zugspitze.
Dann war die Sonne weg, und die Gewitter kamen. Ich hätte nach einer Passage vor Chur und auf der Flüela-Südseite nicht gedacht, dass es nochmal mehr regnen konnte, aber es ging, und zwischenzeitlich fuhr ich mit Tgempo 60 auf der Autobahn nach Hause. Ich im Trockenen, und Brachers hinten drauf im Regen von allen Seiten. Der gute, alte Brachers. Der gerade seine fünfte grosse Bergtour unter schwersten Bedingungen mitmacht.
Und was soll ich sagen? Er ist immer noch dicht. Ich habe ihn natürlich mehrfach gefettet und die Schlösser geölt, ordentlich geschlossen und fest verzurrt. Trotzdem ist es keine Selbstverständlichkeit für so ein altes Stück, dass es mit Bedingungen klarkommt, die es noch gar nicht gab, als es gebaut wurde. Niemand hätte damals so schnell im Regen über fast noch winterliche Pässe fahren können, mit einem Koffer hinten drauf, der eigentlich in ein Bahnabteil gehört. Am Anfang hatte ich Horrorvorstellugen von komplett durchweichter Garderobe, aber heute ziehe ich ungerührt in Regenstürme und weiss, dass Brachers alles trocken halten wird. Nach ein paar Kilometern, wenn der Regen vorbei ist, verschwinden die Tropfen auf seiner Oberfläche, als wäre nie etwas gewesen, und das Leder schimmert im Abendlicht.
donalphons, 01:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 26. Mai 2010
Zwischen Davos und Müstair
sind drei Pässe, Flüela, Ova Sin und Ofenpass, der Schweizer Nationalpark und Kilometer um Kilometer fast opelfreie Strassen.





Und so viel Sonne.





Und so viel Sonne.
donalphons, 01:17h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 25. Mai 2010
Mei, is des liab.
Der Strand. Die Boote. Die sauberen Dörfer. Die netten Blumenbeete am Hafen. Einfach: Schweiz.

Und weil es so schön ist wie ein riesiges Westviertel mit eigener Hartwährung, wird man die Schweiz auch nach all den bösen CDs immer noch zu schätzen wissen, behaupte ich in der FAZ.

Und weil es so schön ist wie ein riesiges Westviertel mit eigener Hartwährung, wird man die Schweiz auch nach all den bösen CDs immer noch zu schätzen wissen, behaupte ich in der FAZ.
donalphons, 01:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 24. Mai 2010
Schwere Entscheidung
Ich bin mir noch nicht ganz klar, welches Sozialkonstrukt ich zuerst verbieten lassen würde: Facebook, weil es modern, fies und verblödend ist (Farmville etc.) - oder die Schweiz.

OK, Facebook, die haben die hässlichere Optik. Ausserdem bin ich die nächsten Tage hier beruflich unterwegs, und es wäre doch dumm, den Steuerhinterziehern, auf deren Spuren ich mein Geld verdiene, das Land wegzunehmen, das sie für ihre niedere Existenz brauchen.

OK, Facebook, die haben die hässlichere Optik. Ausserdem bin ich die nächsten Tage hier beruflich unterwegs, und es wäre doch dumm, den Steuerhinterziehern, auf deren Spuren ich mein Geld verdiene, das Land wegzunehmen, das sie für ihre niedere Existenz brauchen.
donalphons, 01:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 23. Mai 2010
Ich habe ein Faible für Perlenketten
und die daran hängenden höheren Töchter natürlich auch. Wenn ich ehrlich bin. Gerade weil sie das Gegenteil von Piercings und Ähnlichem sind, was mich so gar nicht anspricht.

Historisch betrachtet sind Perlen auch nicht spiessig, ganz im Gegenteil, aber es schmerzt natürlich, dass sie heute als spiessig gelten, wie ich in der FAZ leicht erotisch angehaucht erkläre.

Historisch betrachtet sind Perlen auch nicht spiessig, ganz im Gegenteil, aber es schmerzt natürlich, dass sie heute als spiessig gelten, wie ich in der FAZ leicht erotisch angehaucht erkläre.
donalphons, 01:58h
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Der alte Mann im Keller
Viel schlechtes Volk fuhr heute nach München, und ein besserer Sohn. Viel schlechtes Volk war vor Bildschirmen, aber ich fuhr an der Isar entlang, in ein Villenviertel auf dem Hochufer. Viel schlechtes Volk erlebte eine Niederlage, und ich ging zum Lachen in den Keller.

Aber gar nicht mal wegen all der lederbehosten Verlierer, die jetzt dumm aussehen, sondern weil im Keller etwas gefunden wurde. 35 Kilo parischer Marmor, der den neuen Bewohnern nicht gefallen hat, weil er in Form eines alten Zausels zubehauen war, mit Falten, eingefallenen Augen und wirren Haaren, und einer Hakennase. Diese 35 Kilo wollten sie also los werden, und setzten sie bei Ebay hinein. Kellerfund. Alt, möglicherweise, stand schon länger rum. Es war, wie es sich zeigen sollte, ein Pseudoseneca aus französischer Produktion, denn der Name steht mit Accent auf der Büste. Im ersten Moment dachte ich, es sie vielleicht doch Alabaster, aber dann schimmerten die Kristalle im Abendlicht: Marmor, gemeisselt, um 1800 bis 1900, würde ich sagen. Errstklassige Arbeit, nur an unsichtbaren Stellen nicht poliert, wo man dann auch erkennt, dass es echter Stein ist. Ab ins Auto damit.

Die Datierung ist relativ einfach, weil die Basis und die Grösse und der spezielle Typ typisch für das 19. Jahrhundert sind; davor kamen die Repliken vor allem aus Italien und orientierten sich an dem Bronzeexemplar, das in Neapel aufbewahrt wird. Die Zuschreibung der oft gefundenen Büste an Seneca - es muss ein Prominenter dieser Zeit gewesen sein - war willkürlich und ein Musterbeispiel für Fehlinterpretationen eines Gesichtsausdrucks, das hier die Stoa vorstellen sollte, und die Ablehnung des neronischen Prunks. Vermutlich jedoch handelt es sich um ein idealisiertes Bildnis des Lyrikers Hesiod, denn von Seneca fand man 1813 ein zeitgenössisches Bildnis - und er sah ganz anders aus. Fett statt eingefallen. es dauerte ein paar Jahrzehnte, bis man allgemein einsah, hier nicht Seneca vor sich zu haben. Danach war man mit falschen Aufschriften eher etwas vorsichtig, zumal in jenen gebildeten Kreisen, die sich dergleichen leisten konnten. Neue Gipsabgüsse in dieser Grösse kosten schon über 500 Euro, man kann sich überlegen, was eine exakte Marmorkopie damals kostete. Heute, und ich spreche da aus leidvoller Erfahrung, ist man bei Auktionen schnell mit den Kosten eines leicht gebrauchten Kleinwagens dabei. Ohne Aufgeld. Ich schaue immer. Ich biete auch mit. Meistens sprengt schon der Einstiegspreis der schriftlichen Gebote meine Möglichkeiten. Aber diesmal nicht. Höhö.
Nun ist der Pseudoseneca also bei mir. Es ist mit ihm, wie mit den von mir ebenfalls gesuchten Bildnissen von Kardinälen und Jesuiten: Schön sind sie alle nicht. Aber gerade das macht sie so interessant.

Aber gar nicht mal wegen all der lederbehosten Verlierer, die jetzt dumm aussehen, sondern weil im Keller etwas gefunden wurde. 35 Kilo parischer Marmor, der den neuen Bewohnern nicht gefallen hat, weil er in Form eines alten Zausels zubehauen war, mit Falten, eingefallenen Augen und wirren Haaren, und einer Hakennase. Diese 35 Kilo wollten sie also los werden, und setzten sie bei Ebay hinein. Kellerfund. Alt, möglicherweise, stand schon länger rum. Es war, wie es sich zeigen sollte, ein Pseudoseneca aus französischer Produktion, denn der Name steht mit Accent auf der Büste. Im ersten Moment dachte ich, es sie vielleicht doch Alabaster, aber dann schimmerten die Kristalle im Abendlicht: Marmor, gemeisselt, um 1800 bis 1900, würde ich sagen. Errstklassige Arbeit, nur an unsichtbaren Stellen nicht poliert, wo man dann auch erkennt, dass es echter Stein ist. Ab ins Auto damit.

Die Datierung ist relativ einfach, weil die Basis und die Grösse und der spezielle Typ typisch für das 19. Jahrhundert sind; davor kamen die Repliken vor allem aus Italien und orientierten sich an dem Bronzeexemplar, das in Neapel aufbewahrt wird. Die Zuschreibung der oft gefundenen Büste an Seneca - es muss ein Prominenter dieser Zeit gewesen sein - war willkürlich und ein Musterbeispiel für Fehlinterpretationen eines Gesichtsausdrucks, das hier die Stoa vorstellen sollte, und die Ablehnung des neronischen Prunks. Vermutlich jedoch handelt es sich um ein idealisiertes Bildnis des Lyrikers Hesiod, denn von Seneca fand man 1813 ein zeitgenössisches Bildnis - und er sah ganz anders aus. Fett statt eingefallen. es dauerte ein paar Jahrzehnte, bis man allgemein einsah, hier nicht Seneca vor sich zu haben. Danach war man mit falschen Aufschriften eher etwas vorsichtig, zumal in jenen gebildeten Kreisen, die sich dergleichen leisten konnten. Neue Gipsabgüsse in dieser Grösse kosten schon über 500 Euro, man kann sich überlegen, was eine exakte Marmorkopie damals kostete. Heute, und ich spreche da aus leidvoller Erfahrung, ist man bei Auktionen schnell mit den Kosten eines leicht gebrauchten Kleinwagens dabei. Ohne Aufgeld. Ich schaue immer. Ich biete auch mit. Meistens sprengt schon der Einstiegspreis der schriftlichen Gebote meine Möglichkeiten. Aber diesmal nicht. Höhö.
Nun ist der Pseudoseneca also bei mir. Es ist mit ihm, wie mit den von mir ebenfalls gesuchten Bildnissen von Kardinälen und Jesuiten: Schön sind sie alle nicht. Aber gerade das macht sie so interessant.
donalphons, 01:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 22. Mai 2010
Und los!
Manchmal meine ich noch das expldierende Knattern zu hören.
Manchmal habe ich noch den Gestank in der Nase.
Manchmal wünschte ich, es wäre morgen wieder so weit.













Keine Frage, die Sucht nach dem Mille Miglia ist eine meiner schlechten und politisch unkorrekten Eigenschaften, meine drei Tage Walpurgisnacht. Und es wird noch dauern.
Aber ich habe wenigstens noch Hunderte von Bildern.
Manchmal habe ich noch den Gestank in der Nase.
Manchmal wünschte ich, es wäre morgen wieder so weit.













Keine Frage, die Sucht nach dem Mille Miglia ist eine meiner schlechten und politisch unkorrekten Eigenschaften, meine drei Tage Walpurgisnacht. Und es wird noch dauern.
Aber ich habe wenigstens noch Hunderte von Bildern.
donalphons, 00:24h
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Welche Kursstürze?
Krisenzeiten sind Käuferzeiten, heisst es, aber nach meiner Beobachtung sieht es so aus:
Eine englische Silberkanne genau wie die drittletzte, die ich vor einem halben Jahr kaufte, ging gestern bei Ebay für das Doppelte weg. Nicht an mich.
Sunbeams: Wenn man sie bekommt, kosten sie 40, 50% mehr als zu jenem Zeitpunkt, als ich meinen kaufte. Aber in erheblich schlechterem Zustand.
Malerei des Rokoko: Ich habe hier noch etwas durch nicht eingelöste Schecks angespart, es ist nicht wenig - aber heute morgen wurde ich bei einer Auktion für eine wirklich kleine Dame vollkommen versägt. Bei 1200 gab ich auf, bei 4500 war Schluss. Und ich frage mich, warum ich nicht vor zwei Jahren in Nürnberg...
Gipsabgüsse klassicher Bildhauerei: Es gibt offensichtlich immer noch genug Zahnärzte mit Platz in ihrer Wohnung.
Alles, was billiger wird, sind blöde Aktien, auch heute wieder, blöde Rohstoffe, blöde Politiker, blöde Technik und Staaten, die kein Mensch braucht. Prima Zeiten, wenn man dumm und in Frankfurt Bankster ist, aber für einen Menschen wie mich sind das wirklich schlechte Zeiten.
Eine englische Silberkanne genau wie die drittletzte, die ich vor einem halben Jahr kaufte, ging gestern bei Ebay für das Doppelte weg. Nicht an mich.
Sunbeams: Wenn man sie bekommt, kosten sie 40, 50% mehr als zu jenem Zeitpunkt, als ich meinen kaufte. Aber in erheblich schlechterem Zustand.
Malerei des Rokoko: Ich habe hier noch etwas durch nicht eingelöste Schecks angespart, es ist nicht wenig - aber heute morgen wurde ich bei einer Auktion für eine wirklich kleine Dame vollkommen versägt. Bei 1200 gab ich auf, bei 4500 war Schluss. Und ich frage mich, warum ich nicht vor zwei Jahren in Nürnberg...
Gipsabgüsse klassicher Bildhauerei: Es gibt offensichtlich immer noch genug Zahnärzte mit Platz in ihrer Wohnung.
Alles, was billiger wird, sind blöde Aktien, auch heute wieder, blöde Rohstoffe, blöde Politiker, blöde Technik und Staaten, die kein Mensch braucht. Prima Zeiten, wenn man dumm und in Frankfurt Bankster ist, aber für einen Menschen wie mich sind das wirklich schlechte Zeiten.
donalphons, 15:41h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 21. Mai 2010
6 mal 6
Sollte jemand übrigens partout Lust haben, in Italien den Totalitarismus des Netzes - Widerstand ist zwecklos, ihr werdet alle Kontrolle verlieren, alles wird im Internet stehen und Billigdöner umsonst für alle Herrennetzrassen - zu verkünden: In Brescia steht noch eine Tribüne für solche Einlassungen.

Kommen wir zu erfreulicheren Dingen.

Noch einmal zur Mille Miglia nämlich, nach dem Motto "mittelmässig begabter Photograph schnibbelt die Bilder seiner Untermittelklassekamera in etwa quadratisch zurecht und speichert sie in Graustufen in der Hoffnung, dass das obskure Material wie ein altes 6 mal 6 Bild wirkt, und irgendwie alt, authentisch und spannend aussieht, auch wenn es sich zumeist nur um nicht mehr mittelalte Leute in technisch überholten Fahrzeugen handelt."
















Und das ist nur die erste Hälfte.

Kommen wir zu erfreulicheren Dingen.

Noch einmal zur Mille Miglia nämlich, nach dem Motto "mittelmässig begabter Photograph schnibbelt die Bilder seiner Untermittelklassekamera in etwa quadratisch zurecht und speichert sie in Graustufen in der Hoffnung, dass das obskure Material wie ein altes 6 mal 6 Bild wirkt, und irgendwie alt, authentisch und spannend aussieht, auch wenn es sich zumeist nur um nicht mehr mittelalte Leute in technisch überholten Fahrzeugen handelt."
















Und das ist nur die erste Hälfte.
donalphons, 01:55h
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Wenn die Medien weg sind
Erinnert sich noch jemand an die vier Bundeswehrsoldaten, die vor drei Wochen in Afghanistan starben? Grosser Auflauf, volles Münster, Minister, Kanzlerin, grosse Worte.
Nun ja.
Die Grossmutter eines der Toten hatte einen Herzinfarkt, als sie die Nachricht hörte, und ist letzte Woche an den Folgen gestorben.
So ist das, wenn Minister vom Krieg sprechen, und dann schon wieder um ihr Amt kämpfen. Die Schlagzeilen wandern mit, die Toten bleiben.
Nun ja.
Die Grossmutter eines der Toten hatte einen Herzinfarkt, als sie die Nachricht hörte, und ist letzte Woche an den Folgen gestorben.
So ist das, wenn Minister vom Krieg sprechen, und dann schon wieder um ihr Amt kämpfen. Die Schlagzeilen wandern mit, die Toten bleiben.
donalphons, 21:56h
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Fischauge
In Brescia fragte ich mich, wie es wphl aussähe, wenn auch der Sunbeam wieder funkelnde Radkappen hätte; die Originale sind in einem teilweise miserablen, teilweise auch nur schlechten Zustand. Und wie es der Zufall haben will, sind nun wieder neue Radkappen in England verfügbar - wie der Club berichtet, sei das nämlich gar nicht so einfach, zumindest zu akzeptablen Preisen, und vor einem Jahr hatte ich mit jemand zu tun, der 90 Pfund für eine Kappe wollte. Jetzt ging es erheblich billiger, und die Ergebnisse sind nicht schlecht. Gar nicht schlecht.

Dafür warte ich noch auf die neuen Dichtungen für das Thermostatventil, das ein paar Zicken entwickelt hat. Ausserdem fehlen Reifen, und ich denke darüber nach, ob ich das Aussehen lieber in Richtung Luxus verschieben will - also Weisswandreifen - oder in Richtung Rennen - Exzelsoir Racing. Ansonsten sieht alles inzwischen recht gut aus, nur hie und da bleibt noch etwas zu tun, aber es geht voran.

Dafür warte ich noch auf die neuen Dichtungen für das Thermostatventil, das ein paar Zicken entwickelt hat. Ausserdem fehlen Reifen, und ich denke darüber nach, ob ich das Aussehen lieber in Richtung Luxus verschieben will - also Weisswandreifen - oder in Richtung Rennen - Exzelsoir Racing. Ansonsten sieht alles inzwischen recht gut aus, nur hie und da bleibt noch etwas zu tun, aber es geht voran.
donalphons, 16:28h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 19. Mai 2010
Geschichte, die nie endet
Ich persönlich bin ja ein grosser Freund von Fianzmarktregulierung, Transaktionssteuer und - wenn es sich dabei ergibt - Bankenverkleinerung zusammen mit mehr Verteilungsgerechtigkeit. Es gibt da bauartbedingt gar keinen Schlag, der nicht sitzen würde, und wenn man den Hedge Fonds die Folterwerkzeuge zeigt, ist das auch eine feine Sache.

Ob es Erfolg haben wird? Ich glaube, im Zweifelsfall war sich in Europa immer jeder selbst der nächste. Die Angriffe auf den Euro jedenfalls haben die Besitzenden inzwischen in Rage gebracht, so in Rage, dass die Banken jetzt ziemlich alleine dastehen. Und sie brauchen sich nicht wundern, wenn man bald überall von der Marktideologie, die nun alle zu enteignen droht, nichts mehr wissen wil. So zumindest argumentiere ich aus Westviertelsicht in der FAZ, mit historischem Vergleich.

Ob es Erfolg haben wird? Ich glaube, im Zweifelsfall war sich in Europa immer jeder selbst der nächste. Die Angriffe auf den Euro jedenfalls haben die Besitzenden inzwischen in Rage gebracht, so in Rage, dass die Banken jetzt ziemlich alleine dastehen. Und sie brauchen sich nicht wundern, wenn man bald überall von der Marktideologie, die nun alle zu enteignen droht, nichts mehr wissen wil. So zumindest argumentiere ich aus Westviertelsicht in der FAZ, mit historischem Vergleich.
donalphons, 23:42h
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Ach, was, Dollar, Pfund...
Der wichtige Indikator, auf den man jetzt (mal wieder) achten sollte, ist der Schweizer Franken. Ich sehe offen gesagt nur noch wenig Spielraum für eine Aufwertung, insofern ist das jetzt sicher kein Aufruf mehr, noch schnell Euro zu verkaufen und in Graubünden ein Konto anzulegen, aber man weiss ja nie: Es gibt zwei meines Erachtens plausible Erklärungen für das Verbot von nackten Leerverkäufen, die eine ist das Ärgern der Spekulanten und das Vorzeigen der Foltermittel, die andere, dass man EU-intern mit der Möglichkeit eines Staatsbankrotts immer noch rechnet, Stichwort Spanien. Ich tendiere zur ersten Erklärung, aber falls ich nicht recht haben sollte, wird es eine massive Flucht in den Schweizer Franken geben, der jetzt schon auf Höhen ist, die der Schweiz nicht mehr gut tun. Vor zwei Jahren galt 1,45 CHF für den Euro noch als undenkbar, inzwischen sind wir bei 1,40, und das trotz Interventionen der Schweizer Nationalbank.
Was das für all die Carry Trades in Osteuropa bedeutet, ist eines der vegessenen Themen der aktuellen Bankenkrise; besonders Österreich steht da im Feuer, aber auch der ganze restliche Balkan und einige deutsche Banken. Es kann eigentlich niemanden geben, der einen noch stärkeren Franken haben will, und wenn der Euro doch weiter fallen sollte - dauerhaft auf Kurse von unter 1,35 Franken für den Euro - ist eine Kraft am Markt, die dort stärker reindrängt, als es eigentlich allen anderen recht sein kann. Und das sind dann sicher nicht nur die Deutschen, die panikartig in der Schweiz die letzten Goldvreneli kaufen gehen.
Was das für all die Carry Trades in Osteuropa bedeutet, ist eines der vegessenen Themen der aktuellen Bankenkrise; besonders Österreich steht da im Feuer, aber auch der ganze restliche Balkan und einige deutsche Banken. Es kann eigentlich niemanden geben, der einen noch stärkeren Franken haben will, und wenn der Euro doch weiter fallen sollte - dauerhaft auf Kurse von unter 1,35 Franken für den Euro - ist eine Kraft am Markt, die dort stärker reindrängt, als es eigentlich allen anderen recht sein kann. Und das sind dann sicher nicht nur die Deutschen, die panikartig in der Schweiz die letzten Goldvreneli kaufen gehen.
donalphons, 16:51h
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