Über die Donau zieht man nicht

Allerdings hat die Donau gerade die unschöne Tendenz, zu einem herüber zu ziehen, denn sie schwingt sich mal wieder über ihre Ränder, leckt an den Unterführungen, und bereitet im Westviertel Sorgen.



Vielleicht will sie aber auch nur wegziehen von der anderen Seite, wo die Häuser grau, beige und ödeweiss sind, wo die Stadt noch so aussiehtb wie früher, und die Strasse weiter hinten nach einer Erdölrafinerie benannt ist, Zeugin einer Vergangenheit in Auflösung.



Feuerwehreinfahrt, Parken verboten, nur für Mieter, deutsche Fahne, Abfalleimer in Reih und Glied, Golfrasen. Akurat gehegte Freudlosigkeit. Es gibt so eine Art sauberkeit, die irgendwo einen dunklen Abgrund haben muss.



Weiter früben dann die Autobahn. Rückreiseverkehr, irgendwo gehen Ferien zu Ende, irgendwo sind andere Viertel mit Restmüll und Restfahnen, geraden Linien und Normfenstern für Normweniglicht in Normleben, wozu das alles, fragt man sich, welchen Sinn, welchen tieferen Sinn hat das alles, und flieht es hinüber über die Brücke, auf die Seite, wohin man ziehen kann und wohnt und schon immer wohnte. Manche Menschen ertragen keinen Schmerz, ich radle dreissig Kilometer mit Blut im Gesicht, wenhn es sein muss, aber ich ertrage nicht solche Tristesse und das Elend all der Menschen an Supermarktkassen.

Montag, 9. August 2010, 01:51, von donalphons | |comment

 
Durch diesen Text fällt mir wieder die Ähnlichkeit zu Ihrem Reiseziel Mantua auf.
Auch dort -und noch viel mehr- die Schönheit der Altstadt am Flußufer und dann nur wenige Minuten weiter auf der einen Seite die Autobahn mit dem gleichen Reiseverkehr und in die andere Richtung die Raffinerie!

Ist das Zufall oder zieht es Sie gerade deswegen immer wieder dorthin?

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Ist es nicht fast überall so? Und ist der Unterschied, um den es geht, nicht einfach der Umfang des Pittoresken, des Schönen und des Angenehmen? Dass es ansonsten überall ein kleines Essen und Dortmund, ein regionales Berlin und Bukarest gibt, ist die Normalität, die sich mal mehr, mal weniger breit macht.

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(Trotzdem möchte ich in Tirol auch nicht begraben sein)

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Das mit Tirol ist ein echtes Problem.
Ich habe es auch immer nur als Transit Land empfunden. Nicht ganz so wie die Ostzone bei Berlinreisen vor '89, aber ebendoch als terra percurranda!

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Jemand nannte es mal den "schwersten Betriebsunfall der angewandten Plattentektonik". Aber das Land ist ja eigentlich sehr schön. Trotzdem ist es mir dort zu eng.

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Famos
Danke

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Bitte, gern geschehen.

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O fortunatos nimium, sua si bona norint, agricolas...

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Hierzulande sucht das Wasser auch gerne die schöneren Flecken heim, so z.B. den Fürst Pückler Park, seines Zeichens Weltkulturerbe des UNESCO, Da steht das Schloss dann mal unter Wasser:

http://www.mdr.de/sachsen/7557462.html

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wenn man fast sein ganzes leben lang von dortmund, essen und bochum umgeben war, empfindet man das pittoreske in mantua vielleicht als unzeitgemäß, aufgesetzt, nicht wesentlich. und man sucht sich eine andere schönheit.

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Und was wäre das? Wattenscheid?

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hm. das dann vielleicht nicht. oder doch?

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