Angekommen

Es war gar nicht so furchtbar, wie ich dachte. Ich bin ganz langsam mit Pausen auf den Jaufenpass gekurbelt, mit einem desaströsen Schnitt, aber dann war ich oben und es ging mir gut. So gut, dass ich dann ganz geschmeidig nach Meran radeln konnte. Die ganzen Bedenken waren also umsonst.

In Meran ist das Wetter wie immer schön, das Bett ist weich und irgendwie frage ich mich jetzt, wie es weitergehen soll. Es ist schon seltsam, jeden Tag fährt man am Morgen einen Pass und dann sitzt man auf einmal am Pool und tut gar nichts mehr. Kein Druck, keine Herausforderung, eine seltsame Art der Leere und nur das Wissen, dass man es 2014 vermutlich wieder tun will.



Ich bin an der Hälfte der mir vergönnten Lebenszeit, realistisch betrachtet, angekommen. Ich schaffe es immer noch transalpin und zwar auch über einen wirklich hohen Pass nach Meran, und bin danach gesund und locker und kein verausgabter Krüppel. Es gab 1 Platten bei mir und einen Computerausfall beim Compagnon, sonst nichts. Alles ist gut. Ich denke, ich habe mich ganz gut gehalten. Ob das in 10 oder 20 Jahren immer noch geht, weiss ich nicht; die zwei alten Frauen, die gerade vor dem Balkon vorbeischlurfen, schaffen das nicht mehr, aber bis es dann bei mir so weit ist, werden noch weitere Touren folgen. Solange es geht und solange es hoffentlich so vergleichsweise locker geht. Es ist eine Schinderei an den Rampen, aber es ist machbar und das Gefühl, nach Meran hineinzubrettern, nur mit eigener Kraft und guten Mutes: Das ist nicht schlecht.

Übrigens bin ich mit der Barchetta schon mal 12 mal so schnell den Jaufenpass hoch gefahren, aber das macht mir jetzt, da es vollbracht ist, überhaupt nichts aus.

Montag, 2. September 2013, 12:15, von donalphons | |comment

 
Meine Glückwünsche und meine Bewunderung !

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und irgendwie frage ich mich jetzt, wie es weitergehen soll

Erst einmal mit einem Stück Torte?

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Da sterben doch auch immer wieder Bergsteiger, die bleiben auf dem Gipfel zu lange sitzen, wissen nicht mehr wohin und warum und dann ist es zu spät...

Nach jedem Höhepunkt wird es schwieriger, noch einen zu finden, der erreichbar ist und das Hochgefühl toppen kann. Junkies halt. Es wird nicht einfacher im Alter. Sich dann irgendwann mit Wanderungen zu bescheiden: Ein Glanzstück der Selbstbelehrung.

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wie es weitergehen soll? ab jetzt nur noch abwärts ;)

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Definitiv Torten! Oder irgendwas mit Käse. Bei so viel abgebildeter Sportlichkeit wird man ja sonst ganz nervös vor dem Bildschirm.

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Ganz zu schweigen vom schlechten Gewissen, dass dann zwickt.

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oh, danke! und ich dachte, es wäre der rockbund.

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... dat heißt:
die Rockband! (Oh là là ...)

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Mal von der Torte abgesehen, gibt es ja noch andere Wege über die Alpen. Mein schöner Physiotherapeut™ hat mir heute gerade davon erzählt. Er ist vorige Woche von Füssen nach Riva - 20 Pässe und 13.800 Höhenmeter in sieben Tagen. Der Anblick des Gardasees vom letzten Pass aus sei ergreifend gewesen. Das tägliche "Gewaltfrühstück" - um 6.30 Uhr vier Brötchen, ein Teller Müsli, Obst, zwei Eier und wenn es gab auch noch zwei Stück Kuchen - sei ihm aber jeden Morgen schwer gefallen.

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mhh ob das sinnvoll ist sich so vollzustopfen ? ich haltes da eher mit vielen kleinstmahlzeiten aus der lenkertasche. ein voller bauch macht mir die sporterei nicht unbedingt leichter.

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@rollproll:
Meinen Gewohnheiten entspräche es auch nicht, aber in so ein Pensum würde ich nicht ohne sehr opulentes Frühstück starten. Unterwegs Kleinkram nachladen ist schön und gut, aber ohne richtige Grundlage kann das auch zum Dauerflirt mit dem Hungerast werden.

Vor der Tour neulich, auf der sich der Don mit getrockneten Zwetschgen den Magen verrenkt hat, hatten wir dem Frühstück nicht die nötige Muße angedeihen lassen, und das war ein Fehler, den wir in den Tagen darauf sorgsam vermieden haben.

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Ich habe ihn auch gefragt, ob er damit überhaupt aufs Rad gekommen sei (er frühstückt normalerweise morgens eher wenig, ist schlank und rank - und übrigens im Juni 50 Jahre alt geworden). Er sagte, nach einer Stunde sei das alles wieder weg gewesen. Die sind bis auf einen Tag jeden Tag sieben Stunden gefahren, bis zum Abendessen auf der Hütte gab es nur Nüsse und Riegel (die nicht schmecken). Ist ja nicht so, dass sie da hätten unterwegs einkaufen oder viel Gepäck mitnehmen können. Die Tour, die die gefahren sind, gehörte schon zu den schwierigen Alpen Cross-Strecken, wo man sich an manchen Pässen keine Fehler erlauben kann, sonst stürzt man ab, mitunter mussten sie das Rad sogar tragen, weil es sonst zu gefährlich gewesen wäre. Einer der Sechs ist nach dem zweiten Tag in Ischgl ausgestiegen, weil er nicht fit genug war, obwohl er an dem Tag schon eine Abkürzung fuhr und somit 1.500 Höhenmeter ausgelassen hatte. War übrigens nicht die Via Claudia, die die gefahren sind.

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mhh ok ja ich blendete fahrlässigerweise den mehrtagescharakter der veranstaltung aus. wenn ich mich mal 2-3 tage auf den sattel schmeisse komme ich mit einem guten ( aber nicht so überreichlichen) frühstück auf (ebenfalls) 7h fahrtzeit (knapper 28er schnitt, sanftes mittelgebirge, 10kg gebäck) mit einem paket spagehtti und ner kiste riegel aus.
da lebe ich vlt noch von den reserven die bei längeren touren wohl iwann mal aufgenascht wären.

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Ich glaube, da waren weder 10 Kilo Gebäck noch 10 Kilo Gepäck drin. ;-)
Er hat mir nämlich vorher noch erzählt, dass er gerade am Abend zuvor seine T-shirts auf der Küchenwaage gewogen hatte und daraufhin flugs zwei aussortierte. Zu schwer. Ich fragte, ob er denn da überhaupt eine Ersatzunterhose mitnehmen könne. Er meinte, er würde eigentlich gern drei mitnehmen, es sei aber noch nix entschieden. Ich scherzte, das müssten dann aber wohl besser Stringtangas sein. Genau eine Unterhose für abends durfte mit über die Alpen.

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Sauber!
Dass Du das packst, hatte ich ja zu keinem Zeitpunkt ernsthaft bezweifelt. Die nötige Kraft in den Beinen hast Du, und mit ein paar Verschnaufpausen kriegt sich auch die Atmung wieder ein.

Bei mir selber bleiben Zweifel, ob ich diese Tour als Ganzes hätte mitfahren können, aber das ist womöglich mehr ein Kopf- als ein Beinproblem. Auf alle Fälle melde ich schon mal Interesse an, im kommenden Jahr wieder im Trainingslager dabeizusein, und obs zeitlich dann auch für die Teilnahme an der Meran-Tour reicht, muss man mal sehen.

Auf alle Fälle freuts mich für Euch, dass es so gut geklappt hat!

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Und jetzt dasselbe nochmal mit einem 3-Gang-Hollandrad und einem Kind im Sitz.

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Wenn ich katholischer Bischof ware, würde ich so Passionsradlerwallfahrten einrichten, mit extra schweren Bußrädern, dafür aber zwischendurch auch Kreuzwegstationen zum Beten und Ausruhen.
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Es tut ja weh zu sehen, wie sich die Jugend in Marathon und Thriathlonläufen selber quält und dass auch noch ohne jeden religiösen Sinn.

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Vom eschatologischen Stanpunkt eine unerhörte Verschwendung asketischen Eifers.
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Sehe es kommen, das Fegefeuer wird denen spaeter grad nochmal so weh tun.

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es mag nochmal so weh tun, aber es schreckt nur noch halb soviel ;)

edit: wer bereits 2jahre "mc kinseys hell on earth hamsterrad" hinter sich hat, den lässt der gedanke an fegefeuer und höllenqualen vlt ohnehin vergleichsweise kalt ;)

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Hab ich auch nicht anders erwartet...
echt stramme Leistung. Hochachtung.

Aber jetzt bitte, husch husch, und schauen, dass die Jünger des Benzingeruchs und altem, rollenden Blech, die hier langsam Entzugserscheinungen zeigen dürften, dieses Jahr wenigstens auch noch mal voll bespaßt werden.

P.S. Am Wochenende bei den Ferrari Racing Days, dass, Don, wäre in JEDER Beziehung ein Steinbruch für Sie gewesen.

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Klarer Fall von Eigenkuchen Doping.

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Und ich bin über die Alpen gelaufen. Und renne weiter jeden Berg hoch, der vor mir steht. Ich mach das, bis es nicht mehr geht. Ein paar Jahre hab ich noch dafür.

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Ob das in 10 oder 20 Jahren immer noch geht, weiss ich nicht
Wissen tut das keiner, aber was spräche denn dagegen?

Zwei Extreme aus meiner Bekanntschaft:
- einer ist heuer bei einem Brevet tot vom Rad gekippt, war vorher fit wie ein Turnschuh und 54. Vermutet wird eine verschleppte Grippe.
- einer ist vor zwei Jahren mit 38 im Büro nach vorne auf die Tastatur gesackt, exitus. Workaholic.

- Ein Extrem aus der Verwandtschaft: ein verrenteter Großonkel bekam jedes Jahr zu Sommerbeginn Fernweh, schwang sich auf sein Rad und fing an zu fahren. Den Sommer über kamen dann Ansichtskarten aus Frankreich, Tschechoslowakei (damals noch), Italien, Holland, etc..jedes Jahr kam ein anderes Land dran, aber weitestgehend ungeplant, eher wettergesteuert.
Mit einem alten Eingang-Herrenrad!, später mit einem Dreigang. Er fuhr immer so langsam, dass man ihn zu Fuß fast überholen konnte, aber er hatte ja Zeit, und bergauf da hat er halt geschoben. Der wurde fast 90, nicht schlecht für einen, der während des ersten WK zur Welt kam.

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Herzlichen Glückwunsch. Um die Berge und den Kuchen sind Sie wirklich zu beneiden.

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Respekt! Diese Bergklettergeschichten bei Radfahrern sind schon bewundernswert. (Seit ich im Flachland lebe, bin ich in der Hinsicht sowieso völlig untrainiert, ich mach schon an kleinen Hügeln schlapp.) Hübsche Tasche übrigens.

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Bin gerade zurück aus Südtirol und muss es loswerden:
Ich glaub' ich hab' die beiden tatsächlich gesehen: am Dienstag, dem 1. September, 15:40 auf der Jaufenstraße beim Einfahren in St. Leonardo, kurz vor dieser kleinen Kreisverkehrsinsel. Sie fuhren die Straße runter, meine Gattin und ich liefen sie hoch.
"Guck mal, der Don!" (o.s.ä,) rief ich voelligbaff & laut und zeigte mit Arm und Finger auf die beiden bunten Gestalten, die da die allerletzten Meter des Passses runter kamen. Ob er's wirklich war? Oder nur meiner Einbildung geschuldet, weil ich ja wusste, irgendwann an diesem Tag muss er hier durch?

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er ist vielen Menschen lieb und wert geworden.
Die Kunstfigur und der Autor. Ich habe ihn noch nie gesehen und würde wahrscheinlich in einer Ingolstädter Kirche an ihm vorüber gehen, ohne zu erkennen.
Allerdings finde ich auch fast nie vierblättrigen Klee. Sie schon, jeeves? Dann haben Sie die richtigen Augen.

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Wage es kaum zu schreiben , - aber ich hatte bisher schon zwei Don - Erscheinungen !
Eine war sehr konkret, die andere ist eher latent transzendentaler Natur.

Am Himmel über Meran erschien mir unvermittelt eine iCloud und , - unglaublich aber wahr - , es war der Don , rennradrasend um die Ecke biegend
Bei genauem Hinsehen sind auch umgeschnallter Laptop und die flatternde FAZ erstaunlich klar erkennbar !

http://img818.imageshack.us/img818/2566/aoth.jpg

(Etwaige Zweifel erübrigen sich wohl , beim Abgleich mit dem Fahndungfoto hier rechts oben)

Diese Erscheinung hat meine Lebensmaxime entscheidend beeinflusst , hin zu einer mich permanent umhüllenden transzendentalen Globalerkenntnis (seit vorgestern).
Halte nun , erleuchtet , des öfteren inne und verkehre eher kooperativ , - wenn ein Rudel Radfahrer wieder einmal die Fahrbahn blockiert und denkt die Strasse gehört ihnen.

Denn...es könnte ja der Don sein.
Und den Don würde ich eher ungern als Teil meiner automobilen Knautschzone wahrnehmen müssen.
Wahrlich nicht.
(Sehe jedwede Form der Mobilität nun eher ganzheitlich)
Yours , Jünger ;-)

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Paparazzo
@melursus:
Ich hatte vor einigen Jahren eine (schmerzlose!) Augenoperation und sehe seitdem wie ein Adler. (Zuvor wie eine Blindschleiche).
Zudem gibt's ja manch' Foto von ihm, hier im Blog.
Und wenn die knallbunten Räder für mich nicht alle gleich aussähen, dann, ja dann ... Und wenn er langsamer geradelt wäre, ich hatte ja meine Pen E-P1 dabei... wenn, wenn...
.
Und wenn er's doch nicht...?

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keine sorge kinnas, wehrte fanboys und 1. reihe kreischer, die bravo hat bestimmt bald nen starschnitt vom hausherren. eine seite lycra andere seite budapester und leinenhose. für jeden geschmack was dabei ... ;)

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@jeeves
es ist nicht nur die Sehstärke. Als Brillo sehe ich schon. Aber Personen kann ich mir erst merken, wenn ich sie mehrfach gesehen, betrachtet habe. Und dann lasse ich mich leicht täuschen. Wenn ich ein Paar gesehen habe und einer davon kommt allein auf mich zu, so erjkenne ich ihn nicht als Hälfte des Paares.....

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Was & wie Sie sehen und erkennen, das gilt dann auch für jeden anderen?
Ich dachte, ich hätte mein kleines 15Uhr40-Erlebnis launig genug formuliert(?)

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nein nein nein jeeves. das wörtchen ich steht für mich. ich kann es nicht. Doch weiß ich, daß andere sehr gut sehen und sehr vieles erkennen können.
Auch glaube ich, daß Sie den Hausherrn gesehen haben. Sein Bild ist markant genug. Mein Kommentar sollte leicht bewundernd klingen und auch etwas Neid ausdrücken.
Ich will künftig verständlicher schreiben.

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Die Zeit passt und bunte Hängebauchschweine gab es ausser mir dort auch nicht.

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Könnte man "Hängebauchschwein" möglicherweise durch "Trüffelschwein" ersetzen , bitte ?
"Hangebauchschwein" stört meine Don-Verklärung ganz erheblich nämlich.

(oder meinetwegen auch irgendwas mit "Adler" , "Löwe" oder "Panther". Irgendwelche Reptilien würden m.A.n. auch nicht so gut passen)

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... Aber Hängebauch-Adler würden der Verklärung auch nicht dienlich sein.

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Schweine sind sehr sympathische, zutrauliche und intelligente Tiere. Eventuell intelligenter als Bären.

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Bunte Kleider, steigt auf einen Hügel und schreit laut in die Welt hinaus, pickt auf die Würmer, landwirtschaftliches Setting - also ich hab da ganz andere Assoziationen.

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lieber melursus, das gilt m.e. jedoch nur die ahnungslosen hausschweine.

einer wildsau möchte ich nicht so nah in die geweitete linse gucken.

lieber greenbowlerhat, papagei auf der stange, n'est-ce pas?

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@Donna Laura: na-tür-lich, wie konnten Sie nur meine Gedanken lesen. Blu hiess der Bube wohl.

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