Es sind 25 Kilometer zum Zwetschgenbaum

Kinder, das ist Training, wie ich es liebe! Regen, bewölkter Himmel, einbrechende Dunkelheit und immer das ferne, lockende und reiche Ziel vor Augen:





Ich kann das gar nicht mit anschauen, wie der Mensch in diesem Land mit den Früchten umgeht. Die Äpfel fliegen wir ein und die Zwetschgen würden verfaulen, käme ich nicht des Wegs und hätte eine grosse Tasche dabei:





Die Kunst ist es, so schnell zu fahren, dass daheim der Teig bereits gegangen ist, wenn man voll beladen ankommt. Und ich darf sagen, mit so einem vom exzessiven Vorkosten hängenden Bauch zwischen den Beinen ist das eine echte Herausforderung.





Das grösste Problem ist das Überleben der 40 Minuten, bis das Blech den Ofen verlässt; an anderen tagen würde man vielleicht noch eine Runde drehen, aber ich streichle dann so lange die Katzen. Ich mag Katzen. Sehr.





Solange sie angewidert die Nase verziehen, wenn sie am Datschi gerochen haben. Meins, meins, alles meins, schliesslich habe ich mich 50 Kilometer lang gefoltert, um den Neuburgern etwas zu nehmen, was sie gar nicht haben wollen. Es ist Datschizeit. Es fährt sich im Regen viel besser, wenn man 4 Kilo Zwetschgen dabei hat.

Montag, 26. August 2013, 19:45, von donalphons | |comment

 
Habe gestern auch den ertsen Zwetschgenkuchen der Saison gebacken. Lecker.

Die Mutter einer Freundin aus Kuba war vor Jahren mal zu Besuch in Deutschland.
Die konnte es überhaupt nicht verstehen, warum hier die Äpfel von den Bäumen fallen und keiner kümmert sich drum.

Da es auch anderen so geht, gibt es diese Seite im Netz: mundraub.org.

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Klassischer Fall von Dekadenz. Ich kenne eine Frau mit 5000m² Seeanwesen, die hat einen Apfel- und einen Birnbaum., Und obwohl ihr Mann alt ist und der Birnbaum 10 Meter hoch, wird der mit einer Leiter jedes Jahr komplett abgeerntet.

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Da ist die Welt - und die Rollenverteilung - noch in Ordnung. ;-)

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Die häufigste Todesursache für Männer über 60 im September: beim Obstpflücken von der Leiter gefallen.

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Dieser Gedanke flammte vorhin auch über meine Hirnrinde.
Ich schob ihn aber beiseite.

Nun aber reaktiviert - bricht es hervor:
Wäre ja möglich, dass die gute Frau mit dem Seeanwesen und dem servilen pflichtbewussten Gemahl ähnliches im Hinterkopfe ventiliert ...

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Bei nochmaligem Lesen kommen mir Zweifel.
Möglicherweise wird ja auch der alte Mann komplett abgeerntet.

Wie sieht dann aber die Ernte aus?

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Das sind superrüstige Bergsteiger, die mir jedes Mal davonlaufen. Die kraxeln da hoch als wäre es eine Rolltreppe.

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In meinem Alter schon von rüstig zu sprechen wäre wohl ein Dysphemismus - und doch hatte ich es letzten Herbst geschafft, mir bei einem Sturz von der Leiter das Handgelenk zu brechen.

(Ich zehre heute noch davon …)
Und es war nicht meine Ungeschicklichkeit. Die Leiter war schuld, echt.

Es ist nicht so abwegig, davon auszugehen, dass dort im See-Latifundium eine alte Holzleiter zum Einsatz kommt ... Könnte ja mal 'ne Sprosse morsch sein.

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Alu zum Aufklappen. Sehr breit.

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das obst darf man nicht verkommne lassen, aber geld für eine neue leiter ist natürlich vorhanden. markant kriegsgeneration ;)

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... und an die Füße kommen nur Meindl Mt Blanc GTX ...

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Die war gar nicht so blöd, die Kriegsgeneration. Da gab es keine Kostenlos-Handies von Amazon und jedes Jahr das neueste Fahrrad.

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Im Sommer die schönen Fjorde mit Hurtigruten bereisen.
Im Winter nach Südafrika.
Zwischendurch in der Finca nach dem Rechten sehen.

Ei, ei, ei! Es ist schon anstrengend.

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An Leitern wird in der Gegend nicht gespart. Die braucht man nicht nur für Obst, sondern auch zum Fensterln.

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Die süßesten Pflaumen sind eben immer ganz oben.

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ich dachte die hängen in nachbars garten ...

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Da fällt mir ein, dass die deutsche Gesetzgebung zuweilen durchaus lyrisches Potential hat --- ist doch der erste Abs. von §923 BGB als Hexameter verfasst:

Steht auf der Grenze ein Baum,
so gebühren die Früchte und,
wenn der Baum gefällt wird,
auch der Baum den Nachbarn zu gleichen Teilen.


Damit nicht genug - der dritte Absatz reimt sich auch noch:

Diese Vorschriften gelten auch –
für einen auf der Grenze stehenden Strauch.

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Na prima , und was war die Folge ?
Kettensägen-Massaker in gutbürgerlichen Reihenhaussiedlungen.

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@Spill: die waren wohl eher die Folge der Allianz-Rechtsschutzwerbung mit dem Kirschbaum und dem Opa, der zum Schluss, nach verlorenem Prozess und den gespuckten Kirschkern im Nacken, auch noch bitter in die Kamera grienen musste.

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Alternanz
Zwetschgen (zwetschen), Schlehen und Äpfel zeigen sehr ausgeprägte Ertragsschwankungen. Manche Jahre gibt es wenig und manchmal soviele Zwetschgen, daß sie auch zum Kilopreis von 1 Euro nicht mehr weggehen. Das Ernten für Andre macht da nur noch geringe Freude und wieviel Datschi, wieviel Mus kann eine Familie brauchen?

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Es gab bei uns noch NIE zu viel Datschi. NIE!!!!! Dito Apfelstrudel. NIE!!!!!

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Zur Not kann man ja auch 'nen Schnaps draus brennen (lassen).
Wenn man ihn nicht selber trinkt, ist er doch zum Verschenken gut.

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Die Datschi meiner Oma - frränggisch! - ließen sich hervorragend einfrieren. Einen gewissen Qualitätsverlust gab es, aber der war überschaubar. Großartig, wenn sie dann im Winter leicht aufgebacken mit Zimt und Zucker serviert werden.
Wer fleissig ist und selber backt, friert halt nur die entkernten Früchte ein.

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