Kulturelle Aneignung

1938 verboten die Nazis im Salzkammergut erst den Juden und dann allen anderen Ausländern das Tragen von Tracht. Wer dabei erwischt wurde, konnte im Gefängnis landen, und wer Tracht besass und nicht ausreisen konnte oder wollte, hatte sie abzuliefern, damit die Kleidung an Arier übergeben wurde.

Ich habe das erst nicht geglaubt und nur für eine Legende gehalten, aber im Winter habe ich etwas recherchiert, und es stimmt: Die Nazis zogen etwas 1938 durch, was die neuen Faschisten der Genderistinnen - aktuell macht das gerade wieder eine in der Zeit - heute als "cultural appropriation", als "kulturelle Aneignung" ablehnen. Nur der Arier sollte "Tracht" tragen, die zu ihm gehörte, was ein absurder Witz war -. denn das, was 1938 als Tracht galt, war nicht die Bauernkleidung der Bergbewohner, sondern das Ergebnis einer kulturellen Aneignung durch Städter in Urlaub, also einer sozialen Klasse, die sich einen modischen Stil des Landlebens im späten Biedermeier aneignete.

Wenn wir uns einig sind, dass die Nazis 1938 mit dem Verbot versuchten, andere aus einer kulturellen Entwicklung auszuschliessen und es schlecht ist, weil man ja sieht, wohin das führte, wenn sie die eigene erfundene Kultur nur für sich reklamierten und die anderen ausgrenzten - dann möchte ich einmal sehen, wieso das gleiche faschistoide Konzept des kulturellen Verbots bei Dreadlocks, Kimonos oder persischen Gebetsteppichen besser sein soll, wenn es von Fettakzeptierenden in der taz und der Missy verbreitet wird. Die moderne alpine Kultur hat aufgrund des Klimas, das durchaus mit dem der asiatischen Bergregionen vergleichbar ist, nämlich ein Faible für Perserteppiche und Kimonos im Heimbereich. Aneignung ist hier und auch sonst in der menschlichen Geschichte eigentlich eine Kernkompetenz der kulturellen Entwicklung.

Und ich lasse mir doch von den neuen Nazis nicht etwas sagen, was mir ihre Grossväter auch schon sagen wollten:



Kleidererwerb ist bei mir eher sanft wellenförmig - manchmal kaufe ich jahrelang wenig, und dann wieder in kurzer Zeit sehr viel. Erst mit den langen Italienaufenthalten gewöhnte ich mich an Polohemden und Moccasins, und Tracht und Loden habe ich erst im Winter am Tegernsee verstanden. Ich habe einen grossen Kleiderschrank. Es tut keinem weh. Keine schützendwerte Kultur wird ruiniert, wenn man sich etwas anpasst.Es ist keine Aneignung, nur Lernen, Spielen und eine gewisse Offenheit und Toleranz.

Kein Wunder, wenn die interNationalen-Sozialistischen Deutschen AngePissten das ablehnen. Wie Grossvater 1938 wollen sie einfaqch ihre einzige Wahrheit durchsetzen. Braun ist nicht, wer ein Dirndl trägt, egal woher sie oder er kommen mag. Braun ist, wer verschreiben will, wie andere auszusehen haben.

Freitag, 10. Februar 2017, 23:32, von donalphons | |comment

 
Wie wahr

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Rheinischer Karneval
In Ratingen gibt es dieses Jahr einen, ich weiß gar nicht, wie das heutzutage politisch korrekt ausgedrückt wird, farbiges Prinzenpaar.

Meine Zeit des Feierns ist wegen deftiger Einschläge vorrüber. Vielleicht gibt es ja auch eine Wiederkehr, doch das ist derzeit egal.

Doch das Beispiel der Ratinger trifft auf die Intention von Don Alphonso, vermute ich zumindest.

Wer sich in seinem Umfeld wohl fühlt, sich den Gegebenheiten anpasst und sich dort heimisch fühlt, der sollte willkommen sein.

Und das Ratinger Beispiel zeigt wie manch anderes auch, dass Trachten oder Prinzenkleidung durchaus auch "Ungewohnte" kleiden mag.

Die nationalen-sozialistischen-faschistoiden Aktivisten werden sicherlich erleben, dass sie nichts anderes als billiger Abklatsch von Don Quijote sind.

Wenn auch ehrloser in ihrem Streben.

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Bei uns gibt es einen Chinesenfasching, da sind auch manche schon aufgelaufen und wollten das abgesagt wissen. Man muss die Gefühle dieses Packs einfach mehr verletzen, damit sie sich wieder einkriegen. Und ihnen deutlich sagen, dass sie in die Klapse und nicht in die Medien gehören.

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mei, samma fesch.

"wer ein Dirndl trägt, egal woher sie oder er kommen mag": bitte, auch das möchte man gerne an ihnen sehen, lieber don. als präsentation bei wikipedia vielleicht? nur mal so ein klitzekleines bisschen?

ein wenig verkleidet komme auch ich mir durchaus vor, wenn ich mich in eines meiner drei dirndl werfe. ob sie allerdings als echte tracht zu bezeichnen seien, würde aus tegernseer sicht wohl heftig anzuzweifeln sein; immerhin stammen sie von lodenfrey.

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Liebe Donna, da weiß man ja dann wieder nicht,
auf welche Toilette man gehen soll.

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Meine Stimme für den Don im Dirndl.

(Ganz unauffällig, in einem dieser goldgerahmten Portraits, anstelle irgendeiner Freifrau von Halberstetten oder Comtessa di Gondolici oder werauchimmer da so rumhängt hinter ihm)

Ein Photo auswählen für die Wikipedia?
Ich möcht nicht in seiner Haut stecken.

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Das typische bayerische Plumpsklo war seit jeher unisex.

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Meiner Ansicht nach liegt Ihr Fehler darin, solchen Forderungen mit Hintergrundwissen, Geschichtskenntnis und Logik zu begegnen.

Solchen Leuten geht es gar nicht so sehr um das WiesoWeshalbWarum. Solche Leute wollen nicht verstehen, können es meist gar nicht, und nicht nur deshalb, weil ihnen Wissen fehlt oder der Wille es sich anzueignen.

Solche Leute haben auch keine Alternative, keinen Plan. Sondern sie wollen einzig und allein in ewigem Trotz verharren, im ewigen Dagegen-sein, in ewiger Verneinung, auf das alles zugrunde gehe. Und selbst dafür sind sie zu medioker, bleiben immer Pudel, ach, eigentlich sind es schwarz gefärbte Pinscher.

Ich mag weder Rastalocken noch Kimonos - gibt es dafür nicht Haus- oder Morgenmäntel? - und ich kann es, als Zugezogener, sehr gut verstehen, wenn es die local natives schüttelt, was so alles als "Tracht" durchgeht, von "made in the Philipines" bis Paltinger. Nicht nur in den gewissen Wochen Ende September.

Aber warum sollte ich es verbieten? Wer mag, der soll. Was wäre einst ein Hans Söllner ohne seine Frisur gewesen (heute fehlts etwas an Masse)

Wäre es nicht eher die Aufgabe, die Leute durch Aufklärung und Hilfe an die traditionellen Kleidungsstücke heranzuführen, die sowohl Ausdruck einer Kultur sind als auch diese Kultur stiften? Was spricht denn dagegen, neben dem "Slow Food" sich auch mal "Slow Clothes" zu widmen?

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Es geht noch einfacher. Das sind Nazis. Sie schauen auch so beschissen aus wie Nazis.

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O.T. Werter Herr Haupts, auf Ihr Wettangebot
hatte ich geantwortet, ist aber leider beim Text von 7.Februar
beim Grossvater mit Mixer gelandet.
Kann am Rotwein gelegen haben.
Vielleicht lesen Sie da mal nach.
Würde mich freuen,
mit Ihnen zu wetten.

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Allet jut, @mediensegler, seit 10. Februar, 20.45Uhr sind Sie ja schon offiziell eingemeindet und werden ebenso wie @fritz und und ich Ihren Hunderter erhalten ;)

(Und das, obwohl ich sicher nicht für den Gewinn meiner Wette abstimmen werde)

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Kalmuck
ist noch weicher als Boachant (Barchent) - für Wollallergiker
http://derstandard.at/1363711437932/Den-Antifaschismus-an-der-Tracht-ausleben
ö1 Der Stoff der Heimat

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Hmja, da ist einiges etwas pauschal. Die Miesbacher Tracht zum Beispiel stammt aus der Spätzbiedermeierzeit oder jüngstens aus dem Jugendstil, und hat keinerlei Nazieinflüsse gehabt. Dafür liefen dann viele Nazis am Tegernee aber mit Miesbacher Tracht herum, wie jeder andere auch. Daher sehen auch die Miesbacher Dirndl nicht zwingend sexy aus.

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Ein Thema für Dünkel in jeder Hinsicht halt. Lederhosen zum Preis von Kleinwägen, meine ist von ebay/Hofer und mit altem Prachtgilet trotzdem sehr schmuck. Jeda wira ko.

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