Auf ein Neues

Und - für manche - das Wichtigste zuerst: Morgen kommt ein gaaaaanz langer Beitrag mit gaaaanz vielen Bildern und es ist frei.

Ich werde aber nur ab und zu freischalten können, denn ich bin unterwegs. Ich habe da ein Treffen mit ein paar Strassen ein klein wenig weiter im Süden: rüppig, ungepflegt, anstrengend - ich finde, diese Strassen passen zu mir.



Es gab mal die Idee, die L'Eroica als Gruppo Sportivo Giornale Generalmente Francoforte zu machen, und sie kam jetzt nicht wirklich gut an. Die Diskrepanz zwischen Arbeit und Kosten - de facto habe ich für die Beiträge draufbezahlt - und der beruflichen Wertschätzung war nicht immer schön, und danach dachte ich mir öfters: Egal, mache ich halt wieder Dienst nach Vorschrift. Ich fuhr hin, ich schrieb, es lief irgendwo in der Nacht, ich setzte mich aufs Rad und dachte mir: Ich habe meinen Teil der Abmachung erledigt, mehr kann man nicht tun. Inzwische ist das Kapitel anderweitig abgeschlossen, und ich möchte ein neues Kapitel mit einem Rad beginnen, das nie Teil meiner FAZ-Texte war.



Sage ich jetzt mal. Wobei, ganz stimmt es nicht, ich wäre gern mit dem Koga Miyata weiter gefahren, das ich bei meiner letzten FAZ- und ersten Welt-Reise dabei hatte. Aber da ist das Hinterrad verbogen, das Rad selbst steht noch in Lucca, und den neuen Speichen traue ich nicht so ganz. Es wäre jedenfalls Aufwand, Umweg und Wagnis, das Koga in Lucca zu holen und hier zu fahren. Objektiv gesehen gibt es auch keinen Grund zu glauben, ein komplett neues und nur einmal um den Stock gefahrenes Rad wäre irgendwie sicherer, aber ich hatte hier noch im Winter ein Vitus 979 gekauft, einen für damalige Zeiten sagenhaft leichten Alurahmen von 1979. Normale Spitzenrahmen lagen damals bei 2600 bis 2800 Gramm, Vitus blieb bei 2100 bis 2200 - das ist oft leichter als heutige, billige Federgabeln, die manche durchs Dasein schleifen. Obendrein sind die Rahmen enorme Komfortwunder und sehr weich. Nichts für den Sprint, aber vielleicht ganz gut für die weissen Strassen.



Ich habe jedenfalls in den letzten Jahren immer wieder Teilnehmer auf Vitus und Alan gesehen, und das sah schon recht gut, schnell und komfortabel aus, wie da die Gabeln elastisch hin und her wackelten. Gaudihalber bin ich in der Stadt gleich Kopfsteinpflaster damit gefahren, und ich sah, dass es auch bei mir gut war. Dazu kommt noch, dass das Rad ein Mercier ist. und ich damit gewissermassen einen Mercier fahrenden Kumpan mit auf die Strecke nehme, zumindest in Gedanken. Altmännertauglich ist auch die Übersetzung 50, 40, 28 vorn und hinten ist ein selbst gebauter, theoretisch unmöglicher, praktisch aber zurechtfeilbarer 13-15-17-19-21-26-32-Kranz- Geschaltet wird mit Sachs-Huret und einem Suntour-Schaltwerk hinten, gebremst wird mit der Dura Ace 7400, gelenkt und gekurbelt wird mit Stronglight, die Laufräder sind nicht ganz leicht, aber gute Qualität von Galli mit Prym-Speichen und 105er Naben. Was halt noch auf die Schnelle zu finden war. Dazu noch bequeme Plattformpedale von Maillard.



Lenker und Vorbau sind etwas mittelklassig, aber robust und das ist dort das Entscheidende. Der Sattel war ein Problem, denn die alte Sattelstütze mit 25mm Durchmesser verlangt ein spezielles, flachen Gestell beim Sattel. Turbo und Rolls sind zu schräg, Brooks geht nicht weit genug hinter, und ein Cinelli Unicanitor aus Plastik ist ähnlich unbegreifbar wie die alten 12-18 Ritzel., mit denen man sich früher quälte. Letztlich fand ich noch einen etwas gepolsterten Elina Super-Pro-Sattel, der sofort ohne jedes Problem genau passte. Ich stieg auf, ich fuhr, alles war gut. Zumindest auf den ersten 1000 Metern. Wie es jetzt dann weiter geht, wird man sehen. Ich bin gespannt.

Sonntag, 22. April 2018, 22:35, von donalphons | |comment

 
2% Neandertaler sind auch noch irgendwo verbaut. Dieses Rad muss laufen.
Ich wünsche „immer eine Handbreit Luft um Rad unf Fahrer“

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2%? Pah! Mindestens 10!

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Ui, ein Vitus ohne Risse im Geröhr? Daß es sowas noch gibt...

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Der ist wohl fast noch NOS.Schwieriger sind wohl die alten Alans. Aber heute Nacht ist mir beim Nachziehen der Umwerferseilschraube der Sachs-Huret-Umwerfer gebrochen. Sowas hatte ich auch noch nie.

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Nehmen Sie halt vorsorglich ein paar Schuhe auf den Weg mit, mit denen man auf Schotter mehr als nur ein paar Meter laufen kann...

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Tolles Rad! Das ist bei mir immer so ein elendes Geschnippel mit den Bremszughüllen, noch ein cm rechts und dann noch ein paar mm links usw.
Und am Ende haben sie dann doch nicht diesen eleganten Schwung, wie hier...

Der Kumpan fährt hier auch immer mit. In der Toskana auf dem Koga, hat er ja auch.

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Viel Glück, viel Spaß und brechen Sie sich nicht den Hals.

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oha sowas stehr hier auch noch rum. spassige geo und viel schlankere gestalt als son alan mit außenmuffen. da reißt idT gerne die vordere steuerlagermuffe oben. wandschmuck. bei den vitussen löst sich eher die klebeverbindung auf den konen der muffen. das lässt sich mit neuem epoxy wieder richten.

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Mein Alan hat gut gehalten. Und das Vitus ist kaum gefahren, ich hoffe also darauf, dass es hält. So brutal heize ich auch nicht.

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ja die alanen können auch mal halten, nur die wahrscheinlichkeit ist geringer ;)

mein vitus wurde durchaus bewegt. im zweifel von mir. irgendwann ging mir doch die muffe (pun intended). ich besorg mir mal ne bessere stahlgabel und dann sollte es wieder gehen. neuwertiges crabon mit gewindeschaft ist ja dann doch eher sternenstaub.

weich issa aber. selbst mit meinen storchenbeinen ghostshiftet das elend mal im antritt

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Oha, das ist ja wirklich très élégant!

Mit dem geistigen Mitfahren, auch wenn man nicht persönlich vor Ort pedaliert, hat es im Übrigen tatsächlich eine Bewandtnis. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an das Eroica-Debüt des Hausherrn und wie ich an jenem schönen Herbstsonntag solidarisch auf einen Schotteranstieg im Grafenberger Wald abbog.

Ich freute mir auch einen Ast, dass ich für das Saronni ein passendes Paar Campa-Bremshebel beisteuern konnte, und ich dachte mir die ganze Zeit, hoffentlich lässt das alte Geraffel unseren Sportsfreund nicht im Stich.

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Es hat natürlich gehalten! Nur der Sportsfreund war am Ende.

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Achtung, die Vitus Gabel (979) ist wirklich sehr weich, sie wandert beim Bremsen, vor allem auf welligem Untergrund.

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Auslaufmodell... Herrlich!
Grosse Gratulation, wie Sie das wieder hinbekommen haben und für diese herrliche Beschreibung! Immer wieder toll, wie wir uns mitnehmen lassen können - und inzwischen sindie L'EROICA-Files ein ganz besonderer Genuss geworden, die ebenfalls ein gewisses Suchtpotenzial entwickelt haben. Toxisisch eben :)! Prima, dass es so geklappt hat. Traute bei dem erste Twitterkurzbericht meinen Augen kaum zu trauen: Rahmenbruch und Mantelriss (ubd was diese Rennstrcke für Schikanen bereit hält, weiss man ja als treuer Leser - herrlich auch die Verweise auf den grossmäuligen Werber, wobeo da ja nun ein ganz anderer Avcount Küchenzüchologie treibt, aber der eingebildete Könner mit seiner ach wie originellen-FAZ-Kolumne, dessen lahmen Wortspiel er gar nicht genug rausposaunen konnte, wie es eben Werber machen, wenn ihnen - oft dank der "Tools" der "wellness-officers" gefunden, welche noch illegaler als die Dopingmittel im Tadsport sind, aber in so manchen Werbeagenturen gern frei ausgegeben werden, hauptsche die Agentur eringt das Budget - der berühmte französische Roman über diese Szene, auf Deutsch "39,90", greift da nichts aus der Luft und wurde von einem weit erfolgreicherem Wrber verfasst, der dieses Geschäft mit Grauen hinter sich liess... aber so etwas geht vermutlich an diesen Möchtegerngenies vorbei, denn man hat ja bereits genug damit zu tun sich aufzuspielen und sich dabei einzubiöden, dabei die Welt "verbessern" zu können). Super klasse gemacht und angekommen! Noch mal grosse Gratulation!

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