: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 22. Oktober 2010

24.000 Printzeichen später

Zangengeburten, eine nach der anderen. Wenn sie erst mal am Licht der Welt sind, wird noch nachgehübscht und aufgeschönt, dann gehen sie. Nette Details auf mittelmässiger Basis, Tiefenvortäuschung und Bildungsabfälle. Ein Glück, dass ich meine Texte nicht lesen muss. Ein Glück, dass es anderen trotzdem gefällt.



Ohnehin ist Print eine Qual, da kann man nicht einfach drauf los schreiben, da muss man nachdenken und überkorrekt sein, nicht weil es befohlen wird, sondern weil man sich sagt: Das kannst Du nicht schludern, das ist Print! Das ist Zeitung! Da stehst Du unter anderen! Das ist Buch, mit Rücken! Folglich lese ich danach sogar zweimal durch und arbeite ernsthaft. Die Leichtigkeit des Schreibens: Dahin. Und das gefühl dass ich irgendwo gedruckt bin und es mich toll macht, hat sich seit dem Roman auch erheblich verflüchtigt. Andere führen angeblich Listen. Ich behalte Beiträge nur, wenn die Bilder gut waren. Trotzdem bin ich zwischendrin auch noch auf eine tolle, weitere Printgeschichte gestossen.



Denn in meiner Heimat wohnt die Weltmarktführerin für historische Motorrad- und Fahrradaufkleber. Irre Sache: Man schickt ihr ein Originalteil mit dem kaputten Bild oder Schriftzug, die ersetzt werden sollen, und sie malt sie nach und lässt sie drucken. Die Frau, den den verstummten Dingen ihren Namen wiedergibt. Kleine Geschäfte mit grosser Vergangenheit. Ein Katalog nicht mehr existierender Marken. Ich brauchte nur etwas für mein Peugeot, das sich langsam der Vollendung nähert - irgendwas muss man ja beim Nachdenken tun - aber da würde ich doch glatt gleich das nächste namenlose Rad aufbauen, als Magnat-Debon. Einfach wegen der Schriftzüge. Aber erst mal: Schreiben.

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Keine Zeit, F*CKT EUCH zu sagen

Gestern Deadlinitis, jetzt schon wieder Deadlinitis, und dann auch noch erfreulicher Besuch am Wochenende. Deshalb habew ich hier keine Zeit für Beleidigungen gegen irgendwelche asozialen, dönerstinkenden Netztotalitaristen der sog. "digitalen Öffentlichkeit" unter den Führschaft einiger Best und andere Worst Cases aus dem Drecksloch Berlin, es ist absolut kein Platz da für ausgewählte Erläuterungen, was ich mir an fazialen Deformierungen für Drecksknipsbande wünschte, wenn sie eine gut befahrene Strasse mit dem Ort für das Fotografieren verwechseln , es gibt keine konkreten Hinweise, wie ich mich schon darauf freuen würde, auf so einer Archgeige das Hohelied der Gerichtskosten zu spielen, und ich werde sicher auch nicht sagen, dass ich eines Tages über sie lachen werde, wenn sie als alte Berufsjugendzauseln noch immer in mickrigen Löchern hausen und niemand mehr etwa von ihnen wissen will, weil andere Deppen längst neue idiotische Revolutionen ausrufen.

Nichts von alledem. Ich habe dafür einfach keine Zeit, und ausserdem würde ich es so auch nicht formulieren.

Nur der Hinweis, dass eine viertel Million Widersprüche gegen Google Streetview schon ein Schlag ins Kontor sind. Mag mancher hoffen, dass es schon nicht so schlimm sein wird: Je grösser das Haus, je dichter verbaut die Gegend, je näher am Zentrum der Städte und je wichtiger für die Schnüffelschweine - desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Häuser verpixelt sind. Je mehr Wohneinheiten, desto weniger Chancen für Google. Dort, wo es niemanden interessiert, in den Vorstädten, wird man fast alles sehen. Das Problem für Google werden die dicht besiedelten Innenstädte sein. Da, wo die Nutzer hingehen. Dort wird wenig sein. So wenig, dass ich eigentlich fest damit rechne, dass irgendein Knipser angesichts der enormen Aufgabe, das alles nachzutragen, am falschen Platz vor dem falschen Auto stehen wird. Mein Mitleid möchte ich jetzt schon nicht aussprechen.

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