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Freitag, 19. August 2005
Dirt Picture Contest - Outsourcing
Zu irgendwas muss so ein Balkon ja gut sein, wenn man 4000 Euro für den Quadratmeter Mitte bezahlt hat.

Müllablagerung statt Leerstand - auch eine Option für Berlins feinste Adressen.

Müllablagerung statt Leerstand - auch eine Option für Berlins feinste Adressen.
donalphons, 22:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 16. August 2005
All da Fäuletonies in da House
Yo, Bruder, du willst wissen wie es war?
In Berlin, bei den Niggaz von der Stiftung?
Oh Boy, dreimal haben sie mich auf dem Weg gedisst,
einen Radler habe ich nicht umgenietet und den Rentner nicht plattgemacht, aber fuck ich hätte es tun sollen mit meinem neuen Schlitten, Boy, solche Sucker you know in Berlin. Yeah, danach war ich in genau der richtigen Stimmung.
Check it, da waren lauter junge Fäuletonies, viel öffentlich-rechtliche Auftragsklaven, ein paar Betriebshomies und ein Haufen Opas von der Rentnerpostille TAZ. Und ich, der einzige Blogger. Mann, die wussten noch nicht mal, was wir da tun. Und ich hatte das Gefühl, das ein Nigger hat, wenn er auf der Bühne steht, das Mic in der Hand, 1 2 3 check check baby 1 2 3 check, und dann geht der Vorhang hoch und da vorne sind keine Chicks, sondern ein verficktes Opernpublikum in Frack und Luxusfetzen.
Hab ich gesagt: hey, Ihr Freaks und Suckers, Ihr seid totes Fleisch, keiner will Eure Rhymes, ihr habt keinen Beat, ihr seid Hirnficker groso mode, no insult oder doch, wenn ich mich so umschaue, kein Respekt, Babies, Ihr macht Zeug, das keiner braucht, Eure Formate sind zu lang und lachen könnt ihr auch nicht. So, what the fuck, in 20 Jahren seid iht alle plattgemacht, und schuld seid ihr, ihr ganz allein, denn ihr habt keinen Respekt für euren Lesern, ihr verarscht die Leute, deren Schuhsohlen ihr lecken müsst, weil sie Euch bezahlen.
Mann, ich sag Dir, das Haus, das Haus hat gebrannt, sie haben es gehasst, sie konnten die Worte nicht ab, niemand sagt ihnen ungestraft, dass sie einen Arsch haben, dass sie zu feige sind für Freiheit,
für Wahrheit,
für sich selbst,
für den Spass und das lachen
dass sie Egozentrik und Intimität hassen, cause they ain´t got no balls, weil sie sonst mit ihrem Krüppeklego draussen im Regendes Netzes stehen würden, dass es bei mir anders ist, weil ich hier draussen eine Sau bin, eine Rampensau, ein Psycho, ich trete nach und schlage zu, ich bin infam, mies und gemein, ich scheisse auf ihre Altäre, ihre Objektivität und ihren Spiessergeschmack, denn keine Borderline-Story ist so dröge, so eine Beleidigung für den Spass wie das, was sie unter Kultur verstehen.
Sie können nicht lachen, sie können nicht erzählen, sie können nicht aus ihrer faltigen Uropa-Haut, aber sie sind natürlich entsetzt, und sie dagegen: das ist doch kein Journalismus. Heeyyy, sag ich, fuckya, eure Definition ist mir egal, ich schreibe, ich rede, ich bringe die Punkte und ihr hechelt entsetzt nach, ich beherrsche die Debatte und sage Euch: Runter auf die Knie und fresst den Staub von den Schuhen der Blogger aus Dankbarkeit, denn die machen noch Texte, die lesen Euch vielleicht später mal und zahlen sogar dafür, dass Ihr weiterhin Euch so elitäres Geseiere über die Kultur, die ihr und sonst niemand meint, leisten könnt.
Aber hey, danke, selten habe ich gemerkt, wie wenig ich einer von Euch bin, das hier draussen sind drei Akkorde, mehr muss nicht sein, viel Spass auch auf der Suche nach der Zwölftonharmonie, dem Kernseifenlook, der Keuschheit des Journalismus, oder was immer ihr sonst für relevant haltet, ihr Türhüter in einer Mauer, die längst zusammenbricht, bleibt da stehen, schönes Leben auch, ich bin weg.
Kurz, ich war heute als big bad bold Blogger auf einer nichtöffentlichen Tagung der Böll-Stiftung zum Thema Kulturjournalismus. Ich hatte ne Menge Spass. Die anderen ... hey, who cares! Die lesen das, aber sie trauen sich noch nicht malzu kommentieren. Sie haben Scheissangst vor Fullcontactcommunication.
In Berlin, bei den Niggaz von der Stiftung?
Oh Boy, dreimal haben sie mich auf dem Weg gedisst,
einen Radler habe ich nicht umgenietet und den Rentner nicht plattgemacht, aber fuck ich hätte es tun sollen mit meinem neuen Schlitten, Boy, solche Sucker you know in Berlin. Yeah, danach war ich in genau der richtigen Stimmung.
Check it, da waren lauter junge Fäuletonies, viel öffentlich-rechtliche Auftragsklaven, ein paar Betriebshomies und ein Haufen Opas von der Rentnerpostille TAZ. Und ich, der einzige Blogger. Mann, die wussten noch nicht mal, was wir da tun. Und ich hatte das Gefühl, das ein Nigger hat, wenn er auf der Bühne steht, das Mic in der Hand, 1 2 3 check check baby 1 2 3 check, und dann geht der Vorhang hoch und da vorne sind keine Chicks, sondern ein verficktes Opernpublikum in Frack und Luxusfetzen.
Hab ich gesagt: hey, Ihr Freaks und Suckers, Ihr seid totes Fleisch, keiner will Eure Rhymes, ihr habt keinen Beat, ihr seid Hirnficker groso mode, no insult oder doch, wenn ich mich so umschaue, kein Respekt, Babies, Ihr macht Zeug, das keiner braucht, Eure Formate sind zu lang und lachen könnt ihr auch nicht. So, what the fuck, in 20 Jahren seid iht alle plattgemacht, und schuld seid ihr, ihr ganz allein, denn ihr habt keinen Respekt für euren Lesern, ihr verarscht die Leute, deren Schuhsohlen ihr lecken müsst, weil sie Euch bezahlen.
Mann, ich sag Dir, das Haus, das Haus hat gebrannt, sie haben es gehasst, sie konnten die Worte nicht ab, niemand sagt ihnen ungestraft, dass sie einen Arsch haben, dass sie zu feige sind für Freiheit,
für Wahrheit,
für sich selbst,
für den Spass und das lachen
dass sie Egozentrik und Intimität hassen, cause they ain´t got no balls, weil sie sonst mit ihrem Krüppeklego draussen im Regendes Netzes stehen würden, dass es bei mir anders ist, weil ich hier draussen eine Sau bin, eine Rampensau, ein Psycho, ich trete nach und schlage zu, ich bin infam, mies und gemein, ich scheisse auf ihre Altäre, ihre Objektivität und ihren Spiessergeschmack, denn keine Borderline-Story ist so dröge, so eine Beleidigung für den Spass wie das, was sie unter Kultur verstehen.
Sie können nicht lachen, sie können nicht erzählen, sie können nicht aus ihrer faltigen Uropa-Haut, aber sie sind natürlich entsetzt, und sie dagegen: das ist doch kein Journalismus. Heeyyy, sag ich, fuckya, eure Definition ist mir egal, ich schreibe, ich rede, ich bringe die Punkte und ihr hechelt entsetzt nach, ich beherrsche die Debatte und sage Euch: Runter auf die Knie und fresst den Staub von den Schuhen der Blogger aus Dankbarkeit, denn die machen noch Texte, die lesen Euch vielleicht später mal und zahlen sogar dafür, dass Ihr weiterhin Euch so elitäres Geseiere über die Kultur, die ihr und sonst niemand meint, leisten könnt.
Aber hey, danke, selten habe ich gemerkt, wie wenig ich einer von Euch bin, das hier draussen sind drei Akkorde, mehr muss nicht sein, viel Spass auch auf der Suche nach der Zwölftonharmonie, dem Kernseifenlook, der Keuschheit des Journalismus, oder was immer ihr sonst für relevant haltet, ihr Türhüter in einer Mauer, die längst zusammenbricht, bleibt da stehen, schönes Leben auch, ich bin weg.
Kurz, ich war heute als big bad bold Blogger auf einer nichtöffentlichen Tagung der Böll-Stiftung zum Thema Kulturjournalismus. Ich hatte ne Menge Spass. Die anderen ... hey, who cares! Die lesen das, aber sie trauen sich noch nicht malzu kommentieren. Sie haben Scheissangst vor Fullcontactcommunication.
donalphons, 23:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 15. August 2005
Meine Mama, der Garten, der Stoiber und die Merkel
Das Leben als Schriftsteller bringt es nun mal so mit sich, dass man ab und zu auch im Fernsehen auftritt. Das hat für mich keine Bedeutung, nachdem ich selbst seit 17 Jahren keine Glotze mehr habe. Ich wechsle das Lokal, wenn irgendwelche TV-Grössen einfallen, da ist es kein Ruhmesblatt, wenn man nur 2 Kanäle neben BB-Prolls und obszönredaktioneller Autowerbung zu sehen ist.
Mein Clan sieht das anders; für eine ältere Generation ist so ein Auftritt der eigenen Sippe immer noch ein erstklassiges Spektakel, auch wenn sie sonst nie 3Sat anschauen würden. Und seltsamerweise hat damals auch wirklich jeder Polylux gesehen, obwohl das eigentlich niemand anschaut...
Und dann ist da noch meine Mutter und ihr Garten. Als Liquide herauskam, war der Garten hervorragend gepflegt. Jedesmal, wenn ich meinem Vater sagte, dass es gleich im Fernsehen kommt, fuhr meine Mutter nach Staudenhaid, kaufte einen Wagen voller Blumen, nahm ihr Schäufelchen und machte den Garten. Sie konnte es einfach nicht mitansehen, sie hatte Angst, ich würde meiner Natur freien Lauf lassen und irgendetwas sagen, was dumm und unschicklich ist. Und so war der Garten im Sommer 2003 ganz vorzüglich bepflanzt.
Und genau dieses Verhalten meiner Mutter möchte ich an dieser Stelle Frau Merkel empfehlen, sollte Stoiber wirklich im Fernsehen gegen Lafontaine antreten. Beschaffen sie sich ein Beet und pflanzen sie in dieser Zeit Steckrüben an, Frau Merkel. Sie wollen das gar nicht sehen, glauben Sie mir. Sie werden danach ruhig schlafen, und der nächste Tag, an dem sie jede zweite Aussage von Stoiber kommentieren müssen, kommt bestimmt. Ausserdem haben sie dann gleich eine Qualifikation, wenn Sie dank Edi "Möllemann-2" Stoiber die Wahl verloren haben und von Ihren Parteifreunden aus dem Konrad-Adenauer-Haus gepeitscht werden.
Mein Clan sieht das anders; für eine ältere Generation ist so ein Auftritt der eigenen Sippe immer noch ein erstklassiges Spektakel, auch wenn sie sonst nie 3Sat anschauen würden. Und seltsamerweise hat damals auch wirklich jeder Polylux gesehen, obwohl das eigentlich niemand anschaut...
Und dann ist da noch meine Mutter und ihr Garten. Als Liquide herauskam, war der Garten hervorragend gepflegt. Jedesmal, wenn ich meinem Vater sagte, dass es gleich im Fernsehen kommt, fuhr meine Mutter nach Staudenhaid, kaufte einen Wagen voller Blumen, nahm ihr Schäufelchen und machte den Garten. Sie konnte es einfach nicht mitansehen, sie hatte Angst, ich würde meiner Natur freien Lauf lassen und irgendetwas sagen, was dumm und unschicklich ist. Und so war der Garten im Sommer 2003 ganz vorzüglich bepflanzt.
Und genau dieses Verhalten meiner Mutter möchte ich an dieser Stelle Frau Merkel empfehlen, sollte Stoiber wirklich im Fernsehen gegen Lafontaine antreten. Beschaffen sie sich ein Beet und pflanzen sie in dieser Zeit Steckrüben an, Frau Merkel. Sie wollen das gar nicht sehen, glauben Sie mir. Sie werden danach ruhig schlafen, und der nächste Tag, an dem sie jede zweite Aussage von Stoiber kommentieren müssen, kommt bestimmt. Ausserdem haben sie dann gleich eine Qualifikation, wenn Sie dank Edi "Möllemann-2" Stoiber die Wahl verloren haben und von Ihren Parteifreunden aus dem Konrad-Adenauer-Haus gepeitscht werden.
donalphons, 12:39h
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Sehr zu empfehlen: Bewohnbar
Die Wandbespannung harrt noch der Ausführung, ansonsten bleibt aber nur noch der Möbeltransport. Möbel sind ganz oben in the Attic ein Problem: Die entscheidende Tür ist 63 cm breit und die Treppe dahinter ist sehr steil. Wenn man beim Möbelkauf nicht auf die Grösse achtet, muss man die Trouvaillen über drei Stockwerke durch das vordere Fenster an der Hausfront nach oben ziehen - so geschehen vor 9 Jahren mit meinem Bureau plat. Diesmal ging alles glatt - die Kommode hatte 2, der Gatelegtisch 0,5 Zentimeter Spiel, nachdem ich die Türgriffe abgeschraubt hatte. Und jetzt ist alles oben und schon mal provisorisch aufgestellt.

Das ist - gewissermassen - das Lunch- und Teatime-Ensemble. Jeder Ding hat seine eigene Geschichte, die Kommode kommt aus Augsburg, die Stühle aus einem kleinen Schloss in Franken, der Tisch aus Berlin, auch die meisten Teppiche, und die Bücher, nun, das würde zu lange dauern. Die Regale fehlen auch noch, deshalb sind sie jetzt erst mal an die Wand geschlichtet.

Die ersten Zugänge: Baudelaires Blumen des Bösen, der Decamerone, Shakespeares Werke und kleine Boshaftigkeiten von Oscar Wilde. Manche werden den Raum vielleicht etwas omahaft empfinden, oder zu plüschig, oder zu alt, oder bemängeln, dass die gesamte Moderne und Postmoderne spurlos an der Einrichtung vorbei gegangen ist. Jo mei. Mir gefällt´s. Und in 100 Jahren treffen wir uns wieder und vergleichen, was noch da ist: Die 40 Kilo schwere Kommode oder das Pressspanstinkeschränkchen von Ikea.

Das hier ist die Leseecke - sorry, J., der Sessel mitsamt Pouf passt genau dort hin, den werde ich wohl behalten - aber wenn es soweit ist und meine Höllenfahrt bevorsteht, werde ich ihn Dir vererben. Solange Du Dich nicht auf das Thema von Wortschnittchen einlässt.

Das ist - gewissermassen - das Lunch- und Teatime-Ensemble. Jeder Ding hat seine eigene Geschichte, die Kommode kommt aus Augsburg, die Stühle aus einem kleinen Schloss in Franken, der Tisch aus Berlin, auch die meisten Teppiche, und die Bücher, nun, das würde zu lange dauern. Die Regale fehlen auch noch, deshalb sind sie jetzt erst mal an die Wand geschlichtet.

Die ersten Zugänge: Baudelaires Blumen des Bösen, der Decamerone, Shakespeares Werke und kleine Boshaftigkeiten von Oscar Wilde. Manche werden den Raum vielleicht etwas omahaft empfinden, oder zu plüschig, oder zu alt, oder bemängeln, dass die gesamte Moderne und Postmoderne spurlos an der Einrichtung vorbei gegangen ist. Jo mei. Mir gefällt´s. Und in 100 Jahren treffen wir uns wieder und vergleichen, was noch da ist: Die 40 Kilo schwere Kommode oder das Pressspanstinkeschränkchen von Ikea.

Das hier ist die Leseecke - sorry, J., der Sessel mitsamt Pouf passt genau dort hin, den werde ich wohl behalten - aber wenn es soweit ist und meine Höllenfahrt bevorsteht, werde ich ihn Dir vererben. Solange Du Dich nicht auf das Thema von Wortschnittchen einlässt.
donalphons, 12:14h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 14. August 2005
Django Alphonso: Knie nieder und friss Staub.
Möglich Filmquotes für diesen HorrorspaghettimitGorgonzolasaucewestern:
Siehst Du den Staub mein Junge? Mach ihn weg, oder werde wie er.
He Joe, der Staub könnte die Reste von deinem Bruder sein, so wie ich ihn in El Paso zersiebt habe.
Über diese staubigen Bretter sind viele zu mir auf ihren Füssen gegangen, nur um dann auf den Sporen rausgerollt zu werden.
Tuco, Du wirst jetzt die Balken sauberlecken und den Staub runterschlucken, oder ich schwöre, dass ich Dich ins Gras beissen lasse. Du hast die Wahl.

Nur ein paar kleine Mordgedanken bei der Säuberung von Brettern, die seit 405 Jahren nicht mehr geputzt wurden. Hätte nicht ein einziges Mal jemand, sagen wir mal 1773, als die Jesuiten hier rausgeflogen sind, putzen können?
Siehst Du den Staub mein Junge? Mach ihn weg, oder werde wie er.
He Joe, der Staub könnte die Reste von deinem Bruder sein, so wie ich ihn in El Paso zersiebt habe.
Über diese staubigen Bretter sind viele zu mir auf ihren Füssen gegangen, nur um dann auf den Sporen rausgerollt zu werden.
Tuco, Du wirst jetzt die Balken sauberlecken und den Staub runterschlucken, oder ich schwöre, dass ich Dich ins Gras beissen lasse. Du hast die Wahl.

Nur ein paar kleine Mordgedanken bei der Säuberung von Brettern, die seit 405 Jahren nicht mehr geputzt wurden. Hätte nicht ein einziges Mal jemand, sagen wir mal 1773, als die Jesuiten hier rausgeflogen sind, putzen können?
donalphons, 19:33h
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Darf ich mal was zu Flickr sagen? Danke.
Auch wenn sich das hier nicht immer so liest, so habe ich doch eine Freundin. Schon sehr, sehr lang, ich bin als 5. Rad am Wagen ihrer Begierden eingestigegen, habe sie im harten Kampf erworben und, was ich mir selbst am allerwenigsten vorstellen konnte: Es hält. Davor sagte ich immer: Wer länger als 6 Monate mit einer Frau durchhält, ist persönlichkeitsgestört. Gut, ich war jung und brauchte das Geld meiner Eltern für Surfgretter, um Margot, Sabine und Silke zu imponieren.
So wie es ausschaut (semiedischer Bajuwarismus als Abwehrreaktion auf eine Berliner Reise), wird diese Beziehung dieses Blog hier und das Netzwesen "Don Alphonso" überleben. In ein paar Jahren ist der Server sowieso weg, und die Texte verschimmeln auf einer CD-RomInsofern könnte ich mir schon ein paar Vetraulichkeiten rausnehmen. Zum Beispiel das, was im Moment viele andere Blogger tun: Bei Flickr Bilder ihrer Freundinnen posten, und ihre Texte dadurch mit einem Gesicht verbinden. Gerade bin ich über so ein Prachtexemplar gestolpert, dessen Liebste man auf 45 Bildern betrachten kann.
Inzwischen gilt das vielleicht als völlig normal, kein Mensch denkt sich was dabei. Mir bleibt bei solchen Bildserien schlichtweg die Spucke weg, denn was geht das die da draussen an? Kann gut sein, dass die Mädels damit einverstanden sind. Ich weiss auch, dass die Erzählung meiner privaten Gedanken auch nichts mit Diskretion zu tun hat, aber ich würde NIE auf den Gedanken kommen, hier ein Bild meiner Freundin zu veröffentlichen. Das ist allein meine Sache, wenn überhaupt, ich will auch nicht, dass jedes dahergespülte Arschloch gaffen kann.
In meiner Jugend haben Mädchen in der Regel am Ende einer Beziehung die Bilder von sich zurückgefordert, inclusive der Negative. Das mag etwas überzigen gewesen sein, schliesslich hätte man 10 Jahre später eine Erinnerung an damals. Heute kann man sich das sparen, weil es sowieso schon bei Flickr ins Netz gepustet wurde, ganz gleich, welche gesetzlichen Bestimmungen es zum Schutz der Privatsphäre gibt. Es ist die virtuelle Umsetzung von O., dem Nachbarsjungen, der uns damals erzählte, welche Traummasse die Mädchen hatten, mit denen er am Ende doch nichts hatte. Nennt mich von mir aus einen alten Sack, aber ich finde das extrem indezent, unhöflich und eines Mannes von Ehre nicht würdig.
So wie es ausschaut (semiedischer Bajuwarismus als Abwehrreaktion auf eine Berliner Reise), wird diese Beziehung dieses Blog hier und das Netzwesen "Don Alphonso" überleben. In ein paar Jahren ist der Server sowieso weg, und die Texte verschimmeln auf einer CD-RomInsofern könnte ich mir schon ein paar Vetraulichkeiten rausnehmen. Zum Beispiel das, was im Moment viele andere Blogger tun: Bei Flickr Bilder ihrer Freundinnen posten, und ihre Texte dadurch mit einem Gesicht verbinden. Gerade bin ich über so ein Prachtexemplar gestolpert, dessen Liebste man auf 45 Bildern betrachten kann.
Inzwischen gilt das vielleicht als völlig normal, kein Mensch denkt sich was dabei. Mir bleibt bei solchen Bildserien schlichtweg die Spucke weg, denn was geht das die da draussen an? Kann gut sein, dass die Mädels damit einverstanden sind. Ich weiss auch, dass die Erzählung meiner privaten Gedanken auch nichts mit Diskretion zu tun hat, aber ich würde NIE auf den Gedanken kommen, hier ein Bild meiner Freundin zu veröffentlichen. Das ist allein meine Sache, wenn überhaupt, ich will auch nicht, dass jedes dahergespülte Arschloch gaffen kann.
In meiner Jugend haben Mädchen in der Regel am Ende einer Beziehung die Bilder von sich zurückgefordert, inclusive der Negative. Das mag etwas überzigen gewesen sein, schliesslich hätte man 10 Jahre später eine Erinnerung an damals. Heute kann man sich das sparen, weil es sowieso schon bei Flickr ins Netz gepustet wurde, ganz gleich, welche gesetzlichen Bestimmungen es zum Schutz der Privatsphäre gibt. Es ist die virtuelle Umsetzung von O., dem Nachbarsjungen, der uns damals erzählte, welche Traummasse die Mädchen hatten, mit denen er am Ende doch nichts hatte. Nennt mich von mir aus einen alten Sack, aber ich finde das extrem indezent, unhöflich und eines Mannes von Ehre nicht würdig.
donalphons, 19:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 13. August 2005
Ein kleiner Fäuletonfurz
Die FAZ, das bei der Hisbollah vermutlich wegen ihrer Offenheit für "Ich verstehe Selbstmordattentäter"-Sprüche wie auch bei altrechten Erblandseinverleibern seit dem Historikerstreit beliebtes Fachblatt für Selbstpromotion ihrer Autoren und Herausgeber, leistet sich auch Kulturseiten. Das hat wenig zu sagen, man hat schon Bilder auf Berghöfen gesehen, als einem Liebermann noch das Kotzen kommen wollte, auch Mao hatte was für Kultur undRevolution übrig, deren Happenings die ganze Leipziger Schule in den Schatten stellen, und in meinem Bücherschrabk habe ich einen Privatdruck einer Kulturvereinigung, deren Vorliebe für junge, treudoof dreinschaunde Dinger kaum weniger ausgeprägt ist als auf dem Titelbild der Buchmessenbeilage besagter Zeitung.
Und ein Typ von denen masst sich nun folgendes Urteil über Schriftsteller an, die der SPD nahestehen und dafür was tun wollen.
Kaum Autoren der ersten Reihe
Es sticht ins Auge, daß der Gruppe außer Grass und Rühmkorf kein Autor der allerersten Reihe angehört, ja daß bei den Jüngeren nur Menasse, Kumpfmüller und Zaimoglu überhaupt zu den literarisch ernstzunehmenden Schriftstellern zu zählen sind. Kein Andreas Maier und kein Norbert Gstrein, keine Röggla und kein Meinecke, um nur einmal einige politisch Engagiertere zu nennen.
Mann! Welche Ex-Cathedra-Bücklingshaltunbg gegenüber den politischen Kräften, die der FAZ nahestehen! Ein Literaturpapst ist uns geboren, seine Sprüche entscheiden darüber, wer ernstzunehmen ist und wer nicht! Nur blöd, dass man allein mit der Nennung von Namen, die ausserhalb dem FAZ-Inzest keine alte Sau interessieren, heute keinen Platz mehr in einem literatischen Quartett bekommt.
Ich kann nicht aus der Kirche austreten, in der ich nicht bin, und so viel Scheisse, dass ich die FAZ abonniert hätte, hatte ich bislang auch noch nicht in der Rübe, und brauche es auch nicht. Wahrscheinlich hat er fein die Lippen gespitzt, als er vorlas "lüterarisch ernstzuneeehmende Schrüftsteller".
Das kenne ich sonst nur von neidischen Arschlöchern, die selbst keinen Verlag finden und dann andere runtermachen, in der Hoffnung, ein Verleger würde sie für besser halten. Aber bei Kämmerlings stehen die Verlage sicher Schlange...
Und ein Typ von denen masst sich nun folgendes Urteil über Schriftsteller an, die der SPD nahestehen und dafür was tun wollen.
Kaum Autoren der ersten Reihe
Es sticht ins Auge, daß der Gruppe außer Grass und Rühmkorf kein Autor der allerersten Reihe angehört, ja daß bei den Jüngeren nur Menasse, Kumpfmüller und Zaimoglu überhaupt zu den literarisch ernstzunehmenden Schriftstellern zu zählen sind. Kein Andreas Maier und kein Norbert Gstrein, keine Röggla und kein Meinecke, um nur einmal einige politisch Engagiertere zu nennen.
Mann! Welche Ex-Cathedra-Bücklingshaltunbg gegenüber den politischen Kräften, die der FAZ nahestehen! Ein Literaturpapst ist uns geboren, seine Sprüche entscheiden darüber, wer ernstzunehmen ist und wer nicht! Nur blöd, dass man allein mit der Nennung von Namen, die ausserhalb dem FAZ-Inzest keine alte Sau interessieren, heute keinen Platz mehr in einem literatischen Quartett bekommt.
Ich kann nicht aus der Kirche austreten, in der ich nicht bin, und so viel Scheisse, dass ich die FAZ abonniert hätte, hatte ich bislang auch noch nicht in der Rübe, und brauche es auch nicht. Wahrscheinlich hat er fein die Lippen gespitzt, als er vorlas "lüterarisch ernstzuneeehmende Schrüftsteller".
Das kenne ich sonst nur von neidischen Arschlöchern, die selbst keinen Verlag finden und dann andere runtermachen, in der Hoffnung, ein Verleger würde sie für besser halten. Aber bei Kämmerlings stehen die Verlage sicher Schlange...
donalphons, 23:12h
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Oooops - Edi did it again.
Schön langsam wird aus meinem sozialdemokratischen Zweckoptimismus handfestes Vertrauen, dass die Merkel es auch diesmal für die Union nicht schaffen wird. Stoiber ist ein begnadeter Populist und hat das Thema angesprochen, das den Leuten hier in Speckgürtlebavaria runter geht wie ein Obazda mit einer Mass Bier. Wer es nicht glaubt, hätte sich heute die Gespräche auf dem Wochenmarkt anhören sollen. Eine Stimmung, als würde gleich ein Treck von Audis und BMWs mit Spiessern am Steuer zum Plattenbauabfackeln nach Jena fahren.
Stoiber hat aber auch ein Thema angesprochen, das eine Mauer aufbaut - nicht zum Osten, sondern nörlich der Mainlinie. Was Stoiber nicht versteht und wegen seiner Betriebsblindheit auch nie begreifen wird: Der Strausssche Politikstil hat ausgedient, sogar in weiten Teilen von Bayern, ungeachtet des Umstands, dass die Leute hier denken, der Osten und Norden des Landes sei eine inkompetente Zusammenrottung von Grattlern, die dem Bayern als solchem etwas wegnehmen wollen. Strauss ist auf dem Höhepunkt seiner Macht gestorben; drei Jahre später hätte es ihn als Oberamigo derbröselt.
Heute würde einer wie Strauss nicht mal mehr Bürgermeister in Eichstätt werden. An die Stelle der Biertischbomber traten längst die Managertypen. Meist ist es der Wirtschaftsreferent, der den Alt-OB beerbt - und diese Leute sind dann leise, kompromissbereit, holen sich eine Deutsche türkischer Herkunft in die Fraktion, wo die Vorgänger noch allenfalls Ausländer als Städtepartnerschaftsvertreter und manchmal auch gschlampertes Verhältnis akzeptierten.
Biertischqualitäten braucht in Bayern jeder, aber eben nicht mehr a la Strauss. Stoiber macht das sicher auch, um den Schatten loszuwerden, aber was bei Strauss aus ganzer Bosheit und der Zustand seiner Person kam, kommt beim Stiober im Grunde genommen, äh, äh, also nicht wirklich so, meine ich, äh gut.
Stoiber, da bin ich mir sicher, wollte der Merkel und ihren Stammvölkern allenfalls ein klein wenig an die Freizeithose pinkeln. Er hat sich dafür den falchen Zeitpunkt, das falsche Umfeld und die falschen Berater ausgesucht. Als Superminster wirkt er mindestens so gut auf Wähler jenseits von Bayern wie 5% Mehrwertsteuererhöhung. Stoiber ist diesmal gewissermassen der Mister-18%-Möllemann der CDU-CSU. Und das Schrödersche, zum Aufteilen vorgresehene Bärenfell ist erstraunlich gut am Laufen. Aber der hat ja auch keinen Stoiber und keine Merkel in der Partei.
Stoiber hat aber auch ein Thema angesprochen, das eine Mauer aufbaut - nicht zum Osten, sondern nörlich der Mainlinie. Was Stoiber nicht versteht und wegen seiner Betriebsblindheit auch nie begreifen wird: Der Strausssche Politikstil hat ausgedient, sogar in weiten Teilen von Bayern, ungeachtet des Umstands, dass die Leute hier denken, der Osten und Norden des Landes sei eine inkompetente Zusammenrottung von Grattlern, die dem Bayern als solchem etwas wegnehmen wollen. Strauss ist auf dem Höhepunkt seiner Macht gestorben; drei Jahre später hätte es ihn als Oberamigo derbröselt.
Heute würde einer wie Strauss nicht mal mehr Bürgermeister in Eichstätt werden. An die Stelle der Biertischbomber traten längst die Managertypen. Meist ist es der Wirtschaftsreferent, der den Alt-OB beerbt - und diese Leute sind dann leise, kompromissbereit, holen sich eine Deutsche türkischer Herkunft in die Fraktion, wo die Vorgänger noch allenfalls Ausländer als Städtepartnerschaftsvertreter und manchmal auch gschlampertes Verhältnis akzeptierten.
Biertischqualitäten braucht in Bayern jeder, aber eben nicht mehr a la Strauss. Stoiber macht das sicher auch, um den Schatten loszuwerden, aber was bei Strauss aus ganzer Bosheit und der Zustand seiner Person kam, kommt beim Stiober im Grunde genommen, äh, äh, also nicht wirklich so, meine ich, äh gut.
Stoiber, da bin ich mir sicher, wollte der Merkel und ihren Stammvölkern allenfalls ein klein wenig an die Freizeithose pinkeln. Er hat sich dafür den falchen Zeitpunkt, das falsche Umfeld und die falschen Berater ausgesucht. Als Superminster wirkt er mindestens so gut auf Wähler jenseits von Bayern wie 5% Mehrwertsteuererhöhung. Stoiber ist diesmal gewissermassen der Mister-18%-Möllemann der CDU-CSU. Und das Schrödersche, zum Aufteilen vorgresehene Bärenfell ist erstraunlich gut am Laufen. Aber der hat ja auch keinen Stoiber und keine Merkel in der Partei.
donalphons, 22:43h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 13. August 2005
Nicht zu empfehlen - Drecksjob
Ich habe schon eine Jobs gemacht, die rückblickend nicht wirklich klug waren. Mit 250 Sachen Ersatzwägen nach Südfrankreich überführen zum Beispiel. Gut bezahlt, aber praktisch eine Einbahnstrasse auf des Todes Schippe, selbst wenn man, wie ich damals, das richtige Training für sowas hatte. Ich will gar nicht an die Idioten denken, die sowas ohne einen Lehrgang auf den Autobahnen tun.
Wenig Spass hat man auch bei der Hafenreinigung unter Wasser. Häfen schlammen zu, und dann muss normalerweise der Bagger ran. Es sei denn, der Hafen hat eine grosse, verschlammte Slipanlage. Das können nur Taucher, und auch nicht jeder der biersaufenden Tiefeangeber, sondern speziell ausgebildete Leute. Ich habe das für wissenschaftliche Zwecke in der Schweiz gelernt, einem schönen Land ohne Weltkriege, und in sofern mit den deutschen Ufergegenden mit ihren Kampfmittelfunden nicht im mindesten zu vergleichen. Jedenfalls fuhr ich eines schönen Tages mit einem roten Gummirennboot zu einem Hafen mit ein paar verzweifelten Arbeitern, und die fragten, ob wir nicht vielleicht ihren Hafen säubern könnten, jeder Tag ohne Slipanlage käme sie sehr teuer.
Man sieht da unten Nichts. Es gibt keine Nacht, die so dunkel ist wie Schlamm im Hafen. Mit der linken Hand klammert man sich an den Schienen der Analge fest, mit der rechten hält man einen Feuerwehrschlauch unter Volldruck, und 20 Kilo Blei nageln einen auf Grund. Da liegt man also wie eine plattgefahrene Kröte, es ist kalt, man ist vollkommen allein mit sich und seinen Gedanken. Man sollte da unten nie daran denken, was passiert, wenn da irgenwo eine Handgranate aus dem WKII ist, oder aich nur eine Angelleine, die sich im Automaten verfängt. Man hat natürlich auch noch einen zweiten Automaten dabei, aber den findet man im Nichts nicht so schnell. Und ertrinken kann man in 70 Meter und in zwei Meter Tiefe gleichermassen gut. Oben ist zwar jemand und passt auf, man ist angeleint, aber Garantien gibt es keine.
Wenn ich danach auf der sauberen Seite des Hafens ins Wasser sprang, war um mich ein grosser Ölfleck - man mag sich vorstellen, welche Konsistenz so ein Hafenschlamm hat. Der Job war gut bezahlt, besser als ein Senior Consultant während der New Economy. Und hey, ich war jung, die Albträume kamen erst nach dem Ende der Arbeiten.
Ich denke gern an diese Tage im Schlamm zurück, wenn ich einen Drecksjob vor mir habe. Nur in der New Economy hat das nicht geholfen. Es gibt Leute, gegen die Hafenschlamm eine sympathische, angenehme Erscheinung ist. Aber das ist vorbei, und so habe ich heute wieder an den Hafenschlamm gedacht, als ich nach Luft japsend am Fenster hing und versuchte, die Schleifpartikel aus 40 Jahre altem Styropor aus den Augen zu reiben.

Denn unter dem Pflaster kommt der Strand, und unter dem Teppich das Gebrösel: Zum einem hatte schon der Handwerker gepfuscht, als er ein paar grössere Löcher für Wasserrohre in den Bode hackte und notdürftigst vernagelt oder mit Styropor verklebt hat. Und die Mieter müssen wohl mehr getan haben als zu karnickeln, anders lassen sich die Brandflecke nicht erklären. 2 Quadratmeter gross, bis zu einem Zentimeter tief, schwarz, verkohlt, und natürlich hat sich darüber auch die Unterlage aus Papier der 40er Jahre in stinkenden, schwarzen Staub verwandelt.
Man kann das wegschleifen, aber der Schleifstaub hat es in sich. Alle in meinem Clan sind zäh und langlebig, wir haben Adern aus Edelstahl, mit Herzkasperl fällt bei uns keiner vom Stangerl. Aber dieses Zeug ist heftig: Nasenbluten, Husten, bis es rot wird. Nach Südfrankreich brettern ist lustiger. Aber im Vergleich zum Hafenschlamm ist es immer noch ganz lässig.
Morgen wird drübergeputzt, und dann kommen die Bücher und die Möbel.
Wenig Spass hat man auch bei der Hafenreinigung unter Wasser. Häfen schlammen zu, und dann muss normalerweise der Bagger ran. Es sei denn, der Hafen hat eine grosse, verschlammte Slipanlage. Das können nur Taucher, und auch nicht jeder der biersaufenden Tiefeangeber, sondern speziell ausgebildete Leute. Ich habe das für wissenschaftliche Zwecke in der Schweiz gelernt, einem schönen Land ohne Weltkriege, und in sofern mit den deutschen Ufergegenden mit ihren Kampfmittelfunden nicht im mindesten zu vergleichen. Jedenfalls fuhr ich eines schönen Tages mit einem roten Gummirennboot zu einem Hafen mit ein paar verzweifelten Arbeitern, und die fragten, ob wir nicht vielleicht ihren Hafen säubern könnten, jeder Tag ohne Slipanlage käme sie sehr teuer.
Man sieht da unten Nichts. Es gibt keine Nacht, die so dunkel ist wie Schlamm im Hafen. Mit der linken Hand klammert man sich an den Schienen der Analge fest, mit der rechten hält man einen Feuerwehrschlauch unter Volldruck, und 20 Kilo Blei nageln einen auf Grund. Da liegt man also wie eine plattgefahrene Kröte, es ist kalt, man ist vollkommen allein mit sich und seinen Gedanken. Man sollte da unten nie daran denken, was passiert, wenn da irgenwo eine Handgranate aus dem WKII ist, oder aich nur eine Angelleine, die sich im Automaten verfängt. Man hat natürlich auch noch einen zweiten Automaten dabei, aber den findet man im Nichts nicht so schnell. Und ertrinken kann man in 70 Meter und in zwei Meter Tiefe gleichermassen gut. Oben ist zwar jemand und passt auf, man ist angeleint, aber Garantien gibt es keine.
Wenn ich danach auf der sauberen Seite des Hafens ins Wasser sprang, war um mich ein grosser Ölfleck - man mag sich vorstellen, welche Konsistenz so ein Hafenschlamm hat. Der Job war gut bezahlt, besser als ein Senior Consultant während der New Economy. Und hey, ich war jung, die Albträume kamen erst nach dem Ende der Arbeiten.
Ich denke gern an diese Tage im Schlamm zurück, wenn ich einen Drecksjob vor mir habe. Nur in der New Economy hat das nicht geholfen. Es gibt Leute, gegen die Hafenschlamm eine sympathische, angenehme Erscheinung ist. Aber das ist vorbei, und so habe ich heute wieder an den Hafenschlamm gedacht, als ich nach Luft japsend am Fenster hing und versuchte, die Schleifpartikel aus 40 Jahre altem Styropor aus den Augen zu reiben.

Denn unter dem Pflaster kommt der Strand, und unter dem Teppich das Gebrösel: Zum einem hatte schon der Handwerker gepfuscht, als er ein paar grössere Löcher für Wasserrohre in den Bode hackte und notdürftigst vernagelt oder mit Styropor verklebt hat. Und die Mieter müssen wohl mehr getan haben als zu karnickeln, anders lassen sich die Brandflecke nicht erklären. 2 Quadratmeter gross, bis zu einem Zentimeter tief, schwarz, verkohlt, und natürlich hat sich darüber auch die Unterlage aus Papier der 40er Jahre in stinkenden, schwarzen Staub verwandelt.
Man kann das wegschleifen, aber der Schleifstaub hat es in sich. Alle in meinem Clan sind zäh und langlebig, wir haben Adern aus Edelstahl, mit Herzkasperl fällt bei uns keiner vom Stangerl. Aber dieses Zeug ist heftig: Nasenbluten, Husten, bis es rot wird. Nach Südfrankreich brettern ist lustiger. Aber im Vergleich zum Hafenschlamm ist es immer noch ganz lässig.
Morgen wird drübergeputzt, und dann kommen die Bücher und die Möbel.
donalphons, 01:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 11. August 2005
Entschuldigung*
ned a jeda bei uns dahoam is so a gscheada Hundskrippe, a gsoachada, mia hom a anschtendige Leid mit am Gfui fia an Onschtand, ned woa. Oiso:

*gilt für alle Bewohner der DDR bzw. der folgenden Bundesländer mit Ausnahme der Neonazis, der CDU- und FDP-Blockpfeifen sowie der meisten Bewohner des Reichszentralslums Berlin bei Marzahn ohne den Bezirk Wedding.

*gilt für alle Bewohner der DDR bzw. der folgenden Bundesländer mit Ausnahme der Neonazis, der CDU- und FDP-Blockpfeifen sowie der meisten Bewohner des Reichszentralslums Berlin bei Marzahn ohne den Bezirk Wedding.
donalphons, 20:08h
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Neues aus Bayerisch-Kongo
(Niederbayern) und anderen ruckständigen Regionen wie Bayerisch-Somalia (Schwaben), Bayerisch-Sibirien (Unterfranken), Bayerisch-Hessen (Oberfranken), Neiw Apartheidland (Munich Area) und anderen Baumbewohnergegenden, derer es hier so viele gibt:
"Wenn es überall so wäre wie in Bayern, dann gäbe es keine Probleme."
Sagt der Stoiber Ede. Abgesehen davon, dass er selbst ein Problem ist: Das südbayerische Speckröllchen rund um die Munich Area ist nicht mit vielen anderen Regionen zu vergleichen. Ohne Frankfurt könnte die Region um Aschaffenburg einpacken. Die gesamte Grenze zur Tschechei ist unterentwickelt. Im Süden hat auch die jetzige Regierung nicht verhindern können, dass da weiterhin die südpreussischen Schlawacken, vulgo Österreicher sind - ein gewaltiger Standortnachteil, den kein anderes Bundesland hat. Und vor fast genau zehn Jahren brach hier der Streit um die Schulkrizifixe los, der aufzeigte, was für ein durchgeknalltes, stinkendschwarzes Kuttenbrunzerland dieses angeblich problemlose Bayern soch ist: Dummdreist, rückständiug, der geistige Mittelwesten der Bundesrepublik.
Man kann hier gut Essen und leben, wenn man eine Tür hinter sich zum zusperren hat. Und für eventuelle Übergriffe auch noch die alten Gewehre vom Opa. Ich mein, als ich vor 15 Jahren mit dem Rennrad ins Altmühltal gefahren bin, musste ich in Böhmfeld Schleichwege nehmen, weil die Dorfjugend am Hauptplatz mit Steinen nach Radlern warf. So schaut´s aus in Bayern. Keine Probleme, wenn man hier integriert ist und sich mit 2 Liter Bier bis zum frühen Nachmittag volldröhnt.
"Wenn es überall so wäre wie in Bayern, dann gäbe es keine Probleme."
Sagt der Stoiber Ede. Abgesehen davon, dass er selbst ein Problem ist: Das südbayerische Speckröllchen rund um die Munich Area ist nicht mit vielen anderen Regionen zu vergleichen. Ohne Frankfurt könnte die Region um Aschaffenburg einpacken. Die gesamte Grenze zur Tschechei ist unterentwickelt. Im Süden hat auch die jetzige Regierung nicht verhindern können, dass da weiterhin die südpreussischen Schlawacken, vulgo Österreicher sind - ein gewaltiger Standortnachteil, den kein anderes Bundesland hat. Und vor fast genau zehn Jahren brach hier der Streit um die Schulkrizifixe los, der aufzeigte, was für ein durchgeknalltes, stinkendschwarzes Kuttenbrunzerland dieses angeblich problemlose Bayern soch ist: Dummdreist, rückständiug, der geistige Mittelwesten der Bundesrepublik.
Man kann hier gut Essen und leben, wenn man eine Tür hinter sich zum zusperren hat. Und für eventuelle Übergriffe auch noch die alten Gewehre vom Opa. Ich mein, als ich vor 15 Jahren mit dem Rennrad ins Altmühltal gefahren bin, musste ich in Böhmfeld Schleichwege nehmen, weil die Dorfjugend am Hauptplatz mit Steinen nach Radlern warf. So schaut´s aus in Bayern. Keine Probleme, wenn man hier integriert ist und sich mit 2 Liter Bier bis zum frühen Nachmittag volldröhnt.
donalphons, 11:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 10. August 2005
Sehr zu empfehlen - Schlammgrün
Kleiner Insiderwitz... Ich könnte jetzt auch was ironisch-bizzmässiges über Colaborative Blogging und competent Comments von trustworthy Usern für Solutions im Facility Restauration Management schreiben, aber ich versuch´s einfach mal so: Danke für der Tipp, Andrea, letztlich haben 2 weitere Liter Weiss und 0,5 Liter Braun mit einem Liter Mint das Rennen gemacht.

Und das Ganze ist auch gleich der Aufmacher und Rausschmeisser für meinen grossen Blogartikel in der Inside Chip. Manche würden jetzt von Synergien reden, von Benefit und Profit, arme Schweine, eigentlich sollten sie mir Leid tun, aber seitdem ich das Pack kenne, geht das nicht mehr. Knickrige Grattler, die.

Und das Ganze ist auch gleich der Aufmacher und Rausschmeisser für meinen grossen Blogartikel in der Inside Chip. Manche würden jetzt von Synergien reden, von Benefit und Profit, arme Schweine, eigentlich sollten sie mir Leid tun, aber seitdem ich das Pack kenne, geht das nicht mehr. Knickrige Grattler, die.
donalphons, 20:29h
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Die messgelattete Merkel
42% bis 45% für CDU/CSU will der Stoiber, 45% gar sein Kettenhund Söder - und dabei wissen beide, dass sie auf Knien nach Altötting rutschen und ein Dutzend Kerzen anziehen dürfen, wenn es beide Parteien zusammen nicht unter 38% bleiben. Denn die Marke Merkel hat sich zur Merkelmacke gewandelt, und mit sowas sind personalisierte Wahlen nicht wirklich ein Vergnügen. Und jetzt also diese Latte, die der Merkel so gar nicht gefallen wird.
Denn ab jetzt wird es bei jeder Umfrage heissen: "Mit den momentan 39% verfehlt die CDU das selbstgesteckte Ziel von 45% deutlich". Die 45% sind eine Fixgrösse und eine Fickgrösse, denn damit lässt sich trefflich ficken, und zwar der innerparteiliche Gegner. Und der heisst für Stoiber und Co. immer noch Merkel. Ganz gleich, wie es ausgeht: Die CSU wird wieder ihre 50%+x einfahren, die CDU im Bundesgebiet ohne die CSU irgendwo bei 33, 34% rumkrebsen, wenn überhaupt. Und dann hat es ganz sicher nicht am Stoiber gelegen, sondern... mit den 45% hat Söder den Nagel eingeschlagen, an dem die dicke Frau die nächsten Wochen zappeln wird, und wenn die Wahlen ihr den Boden unter den Füssen wegzieht, bricht ihr das Genick, zumal dann noch manche heftig an ihren Elefantenstampfern ziehen werden.
Ich mag den Söder auch nicht. Aber heute hat er -wahrscheinlich in Stoibers Auftrag - die Lanze aufgestellt, in die die Merkel stürzen wird. Er hat sie ab sofort zur Verliererin gemacht - und Verlierer haben in der Politik keine lange Lebensdauer. Hund sans scho, da Stoiba und da Söda.
Denn ab jetzt wird es bei jeder Umfrage heissen: "Mit den momentan 39% verfehlt die CDU das selbstgesteckte Ziel von 45% deutlich". Die 45% sind eine Fixgrösse und eine Fickgrösse, denn damit lässt sich trefflich ficken, und zwar der innerparteiliche Gegner. Und der heisst für Stoiber und Co. immer noch Merkel. Ganz gleich, wie es ausgeht: Die CSU wird wieder ihre 50%+x einfahren, die CDU im Bundesgebiet ohne die CSU irgendwo bei 33, 34% rumkrebsen, wenn überhaupt. Und dann hat es ganz sicher nicht am Stoiber gelegen, sondern... mit den 45% hat Söder den Nagel eingeschlagen, an dem die dicke Frau die nächsten Wochen zappeln wird, und wenn die Wahlen ihr den Boden unter den Füssen wegzieht, bricht ihr das Genick, zumal dann noch manche heftig an ihren Elefantenstampfern ziehen werden.
Ich mag den Söder auch nicht. Aber heute hat er -wahrscheinlich in Stoibers Auftrag - die Lanze aufgestellt, in die die Merkel stürzen wird. Er hat sie ab sofort zur Verliererin gemacht - und Verlierer haben in der Politik keine lange Lebensdauer. Hund sans scho, da Stoiba und da Söda.
donalphons, 19:36h
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