: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 23. Januar 2007

Warum ich Blogbuzzevents meide

C., ich darf Dir hier öffentlich antworten? Ich danke Dir für Dein Bemühen, und irgendwann treffen wir uns einfach so. Es wird mir eine Freude und eine Ehre sein. Aber nicht auf dem Hypeevent vom Burda namens Digital Life Design, oder dem kleinen Pseudobloggerabklatsch im Dilo. Denn ich bin analog, und muss mein Dasein nicht designen. Allein der Titel stösst mich ab. Vor allem aber - die Leute. Ich will nicht unter ihnen sein.

Nicht unter denen, die das fotografieren.
Nicht unter denen, die sich so fotografieren lassen.
Nicht unter denen, die das ohne einen Gedanken online stellen.
Nicht unter denen, die jedes Detail in 24 bit Farbtiefe und in 3072 x 2304 Pixeln Auflösung brauchen.

Das, was meines Erachtens kongenial alles, das Drumherum, den Hype, die Gier nach Anerkennung und Kollektiv, den irrwitzigen Anspruch und das Scheitern der angeblichen digitalen Elite an der analogen Realität darstellt, das, was mehr ausdrückt als alles, was ich je sagen könnte.

Das. Und die gnadenlose Ehrlichkeit, die dem zugrunde liegt. So sind sie, so sehen sie sich, so lichten sie sich ab, so klatschen sie sich ins Netz, so ist ihr Digital Life Design.

Verstehst Du, C.? Es ist nicht meine Welt, und ich würde es nicht ertragen, Teil davon zu sein.

Mit Bitte um Verständnis,

Don

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Montag, 22. Januar 2007

navis resurrexit

Letztlich war es eine schlecht ausgeführte Reparatur vor zwei Jahren, die sich gerächt hat. Damals wurde statt einer neuen Metallspannrolle eine billige, bekanntermassen anfällige Plastikrolle verbaut. Die ist bei 6.500 UpM gebrochen, darauf hin hat es den Riemen zerrissen, die Kurbelwelle verbogen, und die Ventile verformt. Der Zylinderkopf sieht auch nicht mehr gut aus. Was halt so passiert, wenn 131 PS an den Teilen zerren. Zum Glück ist es passiert, nachdem ich die junge Dame bereits abgeliefert hatte, sonst hätte ich mir auch noch dumme Sprüche ihres Lexus fahrenden Papas anhören dürfen. Ich habe keine Vorurteile, aber Lexusfahrer reden auch nur so dumm daher, bevor die erste Reparaturrechnung kommt. Wie auch immer, beim Beschleunigung gab es ein Concertino diverser Blechinstrumente, und dann stellte ich fest, dass sich die Barchetta prima allein schieben lässt.



Es ist, liest man im Internet, nicht selten, dass dergleichen geschieht. Es ist ein blödes 40-Euro-Teil, um das es geht, aber wenn es bricht, geht gar nichts mehr. Gerade bei hohen Drehzahlen. Dann ist es vorbei, und es lohnt sich bei einer Barchetta auch nicht. Der Wagen testet gerade die Tiefen der Gebrauchtwagenpreise aus; meine dürfte vor dem Schaden noch 3500 bis 4000 wert gewesen sein. Jezt heisst es also Abschied nehmen vom kleinen, bösen Monster, dem pfeifenden Tod.

Sagte man beim Fiat Vertragshändler. Aber es gibt ja noch Kemal. Kemal ist Gebrauchtwagenhändler, hat schon meinen alten Fiat Punto genommen und bekam nach der Abfuhr beim Händler die Barchetta zu sehen. Er meinte, wenn ich einen Ersatzmotor bekäme, dann wäre das kein Problem, dem kleinen Biest wieder Leben einzuhauchen.



Vor kurzem stand eine gelbe Barchetta, Baujahr 1995, an einer roten Ampel in der Nähe von Koln. Ein belgischer (!) Lastwagenfahrer muss kurz eingenickt sein, jedenfalls übersah er Licht und Auto und krachte ungebremst in den Roadster, kletterte halb auf den Kofferraum und schob ihn über die Kreuzung. Da geht nichts mehr. Eine Schönheit weniger. Aber der Motor läuft und ist gesund, und dieses neue Herz steht jetzt bei Kemal.

Ihr Opel- und Lexusfahrer und ganz besonders alle Besitzer von CC-Blechdach-Nichtroadstern wie SLKotz, 2nullsex, Miatanuttenflitscherl oder aktuell 3er BMW, der Traum der Oberpfalz: Die Strasse gehört Euch nur noch bis zum kommenden Freitag, 10 Uhr.

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Ohne Worte

"Indessen soll Edmund Stoiber nach Ansicht der CSU-Arbeitsgemeinschaft Union der Vertriebenen und Aussiedler (UdV) Ehrenvorsitzender der Partei werden."

von hier.

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Hier kocht der Chef

Heute auf der Speisetafel der Blogbar: Zwei Blogleichen und viele, die auch nicht mehr gut aussehen. Dessert kommt gleichvz.

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Jerushalaim shel zahav

Ich bin demnächst wieder in dem Land, das von sich behauptet, die Heimstatt meinesgleichen zu sein. Und ich bin nicht in Philistershausen aka Tel Aviv, sondern in Jerusalem. Mit Notebook, Digicam und Internet. Jerusalem ist zwar im Februar ein kalter Steinklotz in der Pampa voll mit Irren jeglicher Coleur, aber hey! Was soll´s, solange mich da keiner zum heiraten und da bleiben zwingt. Und selbst Jerusalem ist besser als "down there". Wo ich das letzte Mal war.

Was ich neben Ramallah nicht bringen kann, will und werde: Don an der Klagemauer. Never ever. Aber falls jemand Interesse hat an einigen Sehenswürdigkeiten, werde ich etwas rumlaufen, knipsen und ansonsten berichten, wie das so ist, wenn man plötzlich nicht mehr in der Minderheit und die neue Mehrheit durchgeknallt ist.

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Montag, 22. Januar 2007

620 - 500

Genauso, wie Leistungssportler nie aufhören sollten, den Körper zu trainieren, sollten Kulturhistoriker alle paar Wochen die Erinnerung auffrischen. In meinem Fall heisst das: Datierung, Datierung, Datierung. Datierung ist bei uns alles. Und nirgendwo geht das besser als in der Abgusssammlung, wo es keine erklärende Texte gibt. Diesmal mein absolutes Lieblingsthema: Peplos-Koren. Der Wandel von der archaischen Wechselansichtigkeit zur klassichen Vollplastik. An den Brüsten der Frauen hat sich das Gestaltungsproblem entzündet, daran haben sich die Bildhauer angearbeitet, bis dann am Ende die Schönheit steht, die man gemeinhin als klassich empfindet.









Wobei man - nach meinem persönlichen Geschmack - 540 vor unserer Zeitrechnung eigentlich hätte Schluss machen sollen mit der Entwicklung. Denn 540 sind die Koren irrealistisch schön, entrückt, geheimnisvoll und doch erfassbar - danach wird es vulgär, banal und echt.

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Mitleid für Stoiber?

Beckstein, Huber, Seehofer und so ziemlich alle ausse vielleicht der Söder - was müssen sie alles die letzten Jahre in sich hineingefressen haben. Schon die Nachrufe auf Stoiber waren nicht gerade von Trazrigkeit geprägt. Und jetzt kommt es durch, in Nebensätzen, in Vorschlägen wie dem Rat, doch bitte ein wenig schneller den Platz zu räumen, damit die Klüngelei der Putschisten umgesetzt werden kann. Ohne Basisentscheidung, Mitsprache der Gremien oder gar Parteitage. Stoiber wird entfernt wie ein Mafiaboss, den seine ehemals Getreuen in den Teppich wickeln und zum Hinterausgang hinaus tragen. Es sind seine Paladine, die es tun. Seine Helfershelfer, Söldner und Handlanger. Er stirbt durch die, die er früher gegen andere die Dolche wetzen liess. Gloster auf Bayerisch, könnte man sagen, würde denn Stoiber jemals so geschliffene Sätze des Bösen von sich geben.



In aller Boshaftigkeit präsentiert sich hier eine Partei mit ihrem Innenleben. Ein paar Wochen darf man zusehen, wie es ausschaut im schwarzen Herzen der liebevollen Volkspartei, dann ist Schluss, und man wird für alles eine Lösung gefunden haben, für Machtgeilheit, Prunksucht und Einflussbereiche. Man wird die Claims abstecken nach Chicago-Art, die Leichen mit Beton um die Füsse im Wasserwirtschaftsamt begraben, und sich dann wieder zuprosten. Denn hier denkt keiner daran, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass das bayerische Volk den Ministerpräsidenten durch seine Wahlentscheidung bestimmt. Hier glaubt man an den Willen der Mächtigen und ihrer Truppen, die im Finsteren agieren, an die nackte Gewalt und den Stahl, der die Sehnen des Gegners durchtrennt. Das ist ihr Credo, das beten Sie jede Nacht, so haben sie immer gelebt und es wird immer so sein.

Glauben sie. Aber es würde mich wundern, wenn es so wäre. Das, was unter Strauss ging, geht heute nicht mehr. Das innerfamiliäre Problem, das unter Stoiber das Ende bedeuten konnte, spielt keine Rolle mehr. bayern hat sich verändert, wie auch die CSU - inhaltlich. Moralisch ist es immer noch die gleiche Saubande, die ihren zusammengehechelten Abstand zum Zeitgeist als Aufrichtigkeit verkauft. Sie hat es immer geschafft, den Abstand richtig zu wahren und ihre Verlogenheit als Aufrichtigkeit zu verkaufen - aber diesmal könnte es sein, dass es die Partei zerreisst wie einen alten Strick bei einer Bergsteigergruppe, die zu sehr daran zerrt.

Mal schaun, wen es dann in die Tiefe reisst. Denn helfende Hände wird es dann nicht geben.

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Sonntag, 21. Januar 2007

Antiquariate Steinbeiss & Rezek, Amalienstrasse 63

Buchhändler sind meist Charaktere - zumal, wenn sie nicht in grossen Ketten arbeiten und Spezialinteressen haben. Charaktere jedoch vertragen sich oft nicht gut, und im Fall von Münchens Maxvorstadt kommt noch eine gewisse Konkurrenzsituation dazu: Hier werden die grossen nachlässe emeritierter Geisteswissenschaftler zerteilt, einsortiert und wieder unter das Volk der Wissenschaftler gebracht. Hier geht es um die richtigen Bekanntschaften, um das Wissen um Krebs und Hirntumor, und darum, wer als erster zuschlägt. Das moderne Antiquariat ist hier weniger die Bedrohung als der nächste Händler, der dann kistenweise Raritäten ergattert.

Schlachtfeste sind es, aber Freundschaften oder Absprachen werden dadurch nicht unbedingt gefördert. Diese Ecke hat ihre Geschichten voller Niedertracht und Bosheit, manches Buch, das in einem Antiquariat gestohlen wurde, landete dann in einem anderen Geschäft - vor 12 Jahren etwa gab es mal einen Fall, an dessen Ende ein Antiquariat verschwand. Den Büchern ist´s egal, denn was älter ist als 200 Jahre dürfte sicher schon mal verborgt, gestohlen oder abhanden gekommen sein. Den Menschen jedoch, diesen kurz Besessenen, treibt die Leidenschaft zu wenig erfreulichen Handlungen.

Aber es gibt auch Ausnahmen wie die Antiquariate Steinbeiss und Rezek in der Amalienstrasse. Der Laden hat eine Tür, aber zwei Fenster, zwei Sitzplätze und zwei Verkäufer, denen jeweils ein Antiquariat innerhalb des Raumes gehört. Aber was für ein Raum!



Es ist dies ein Antiquariat, wie es sein muss, voller ledergebundener Bände, die dicht an dicht die Regale füllen; ausgewählte Kostbarkeiten, die die höchste Zier der Bibliomanenschränke sein könnten, wenn man sie sich leisten kann. Da gibt es manches, was einen verzweifeln lässt, und anderes, was man günstig findet. Der Eingang in die Leidenschaft wird bei schönem Wetter flankiert von Bücherfallen und Kisten mit Stahlstichen, an denen vorbeizugehen schwerer fällt, als nicht jedes Mal aufs Neue etwas darin zu finden. Es könnte in Paris sein, in der Altstadt von Madrid, es könnte Jahrzehnte her sein - aber das täuscht, denn in Wirklichkeit sitzt die Kundschaft in der ganzen Welt, und wird über das Internet mit dem Neuesten aus dieser scheinbar verwunschenen Welt versorgt.

Unvergleichlich jedoch ist das Echte, wo sich Trümmer von Jesuitenbibliotheken zu Originalen von Rousseau gesellen, wo eine halbnackte Columbine unter den Stichen von Melanchthon und längst vergessenen Professoren ihre Brustwarze entblösst, und die schlampig gebundene okkulte Schrift mit der Literatur eines Aufklärers im roten Leder und goldenen Adelswappen vereint auf die Süchtigen dieses Viertels warten. Man kennt sich, man ist länger Kunde und wird möglicherweise auch irgendwann wieder Anbieter sein, wenn es irgendwann hinausgeht auf den Friedhof, doch das ist egal, solange man noch kaufen kann. Schlimm ist es, wenn die Tür verschlossen bleibt, doch das Warten lohnt sich, die Wege hierin der Maxvorstadt sind kurz, bald kommt einer und sperrt denen auf, die Einlass begehren.

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He, ihr verfickten PRoleten,

Virusimarschalmarketeers, Abschaum der Blogosphäre und hungrige Scharlatane auf der Schleimspur derEntrepreneure, ihr verkommenes Lumpenpack von Küchentischagenthuren und was sonst noch hoffentlich bald in Richtung nächster Hype davonkriecht: Hier könnt ihr lesen, was passiert, wenn Ihr Euch angeblich "Nichtkommerziell" und "Kulturell" an den falschen Blogger ranschleimt:

Original 1
Original 2
Original 3
Original 4

Kurzversion an der Blogbar

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Welche Firma schreibt sowas auf ihre Website?

Aufgrund von Optimierungen steht Ihnen unser Zubehör-Katalog derzeit leider nicht zur Verfügung.

Auflösung im Kommentar

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Samstag, 20. Januar 2007

Der Sturm (Münchner Ausgabe)

Wenn ich schon mit der Bahn fahren muss, dann wenigstens mit einem Buch voller Weltekel und Erinnerung an eine Stadt, die das stürmische München auch an diesem grauen Tag als glanzvolle Metropole erscheinen lässt.



Hier folgen dann einige Erlebnisse, über die Stillschweigen vereinbahrt wurde. Inclusive eines Essens mit einer der Frauen, für die einen andere Männer mit Blicken meucheln wie Beckstein und Huber den Stoiber, und für die man eigentlich einen weissen Smoking tragen müsste, um auch nur ansatzweise diesen Erscheinungen zu entsprechen, die einem Hollywoodfilm der 40er Jahre entsprungen sein könnten. Mit abschliessender dramatischer Bahnhofsszene, der Held verabschiedet sich von der Schönheit, um dann übernimmt der Sturm die Regie.



Es ist 11 Uhr in München, und nichts geht mehr. Um mich herum treiben verständnislose Koreanerinnen und fluchende Bayern, und wenn es mich nicht selbst betreffen würde, wäre das ein schönes sündenloses Babel, denn draussen hat der gar nicht mal so starke Wind die üblichen Gestalten des Bahnhofsviertels weggeblasen. Bleibt also nur die typische Notunterkunft für schlechtere Söhne aus besseren Familien.



Neuer Tag, neues Glück, überall gehen die Züge wieder. Steht auch an der Tafel am Hauptbahnhof, 12.30 schlecht der Regionalexpress Richtung Heimat. Ich kaufe ein Ticket, setze mich in einen fast leeren Zug, und komme so gegen 13 Uhr auf den Gedanken, dass hier etwas nicht stimmt. Das Blau der Hoffnungslosigkeit leuchtet von den eben noch verheissungsvollen Tafeln, nichts geht mehr, wie sich dann, nach längerem Warten, herausstellt. Spätestens im nächsten Leben werde ich Autotester, und wenn´s Opel Ford sein muss.



Von der U-Bahn aus tue ich etwas, das ich seit dem Tag nicht mehr getan habe, als mir ein anderer Wagen in die Flanke meines Autos gedonnert war, also vor nunmehr 12 Jahren: Ich rufe meine Eltern an, mit der Bitte, mich mit dem Auto abzuholen. Schliesslich hat sich der Sturm jenseits der Bahntrassen als lausigs Lüfterl mit der Standfestigkeit eines CSU-Hinterbänklers angesichts eines 10-Euro-Scheins oder eines Ministerialratspostens mit Dienstinternet zu den Seiten mit den jungen Frauen erwiesen. Die Rettung des Stammhalters mit der Laune einer schlecht gefütterten Haukatze sollte kein Problem sein. Zum Zeitvertreib und nach der Freakshow des öffentlichen Nahverkehrs - wer sagt eigentlich, dass der Stau auf dem Altstadtring ein Problem ist? - hat der Gott, der München schuf, die Antiquariate erfunden.



Und der Teufel die Buchhändler.

Spass beiseite: Er kam wirklich gleich wieder. Und morgen schreibe ich über dieses wunderschöne Schwabinger Antiquariat.

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Die News des Tages

Ich bin da, Stoiber bleibt weg.

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Donnerstag, 18. Januar 2007

Zum ersten Mal

seit 8 Jahren muss ich mit einem Zug fahren. Das letzte Mal war München-Berlin, zwecks Zwangsarbeiterinterviews. Ich habe jede Sekunde gehasst. Ich hasse Züge, öffentlichen Personennahverkehr, U-Bahnen, alles und überhaupt. Ich fahre, das gebe ich zu, gern Auto auf lange Strecken. Bis 10 Kilometer mache ich praktisch alles mit dem Rad. Nur heute. Muss ich mit dem Zug fahren.

Meine Laune ist jetzt schon unterirdisch.

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Und dann nahm der Blogbarkeeper die Uzi

und ballerte über die Köpfe der Holtzbrinckler und ihrer helfenden Journaille, die den Longdrink "Alte Scheisse, neu gequirlt" mitbrachten, sein Motto in die Wand seiner Kaschemme:

Keine Gnade für niemanden.

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Mittwoch, 17. Januar 2007

Liebe Hamburger!

Wenngleich ihr einem dunklen, verhuzelten, semitischen Bayern auch stets einen genetisch-blonden Schock verpasst habt: Ich fand Euch ok. Echt jetzt. Ein wenig wortkarg und kühl, aber das ist bei Euch so, ich weiss. Dass Ihr heute Nacht vom Orkan ins Meer geblasen werdet, ist wirklich ein Verlust, und bis zur Uckermark, steht zu befürchten, wird die Nordsee nicht kommen. Solltet Ihr Euch entschliessen, heute Nacht doch nicht den nassen Seemannstod zu finden: Hier in Bayern stehen ein paar Sofas und Betten für die ersten Notunterkünfte bereit, und irgendwann werden die Fluten das Land, dann blankgeputzt von Airbus, VW, Medien2klitschen, SinnerSchraders Torah Whoras und Reeperbahn, wieder ausspucken zur Neuaufsiedlung. Ja, ein hartes Schicksal, aber als meine Vorfahren im Grossraum Jericho Freizzeitparks errichteten, mussten Eure Vorfahren auch erst mal postglaziale Steppen nach Bäumen zum Draufklettern absuchen - im Spiegelhochhaus haben sie sich ja auch oben gehalten. So trug und trägt eben jeder sein Schärflein. Kleiner Hinweis: Nachdem das Spektakel eh nur ein Zwischenspiel der globalen Klimakatastrophe ist, solltet Ihr vielleicht auch gleich überlegen, doch wegzuziehen. Weil, wenn das Wasser steigt...

Wie auch immer: Alles Gute da oben.

Äh.

Oder unten, wenn man es vom kommenden Meeresspiegel aus betrachten will.

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Ich finde, mein Kashändler traf es am besten,

als er sagte: Soitn is Bolotig so intaressant, ned waoh.

Über den Rest des heutigen Wochenmarktes müsste man ein deftiges Volksstück schreiben. Selten so gelacht.

Edit: ich treffe morgen ein paar Haifische und ihre Anwälte in München, da wird das hier zu grosser Heiterkeit führen:

"Als Anwälte der von diversen Medien als "Geliebte des
Bundesministers Horst Seehofer" bezeichneten Person, erlauben wir uns, folgendes mitzuteilen: [...] Sämtliche Berichte über unsere Mandantin unter Wiedergabe des Bildnisses sowie der Nennung ihres Namens verletzen ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht."


So kann man es der Presse natürlich auch sagen im Auftrag von Frau "als "Geliebte des Bundesministers Horst Seehofer" bezeichnete Person". Abmahnungen stelle ich mir da lustig vor.

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Digitale Videokamera

Ich habe alles gemacht, was man in den Medien so machen kann - ausser Video. Eines habe ich mal gedreht für ein Kunstprojekt, das sah dann aus wie eine Mischung aus Polylux, Ehrensenf und der Neujahrsansprache von das Merkel. So schlimm, ja.

Trotzdem werde ich mittelfristig eine Videokamera brauchen. Und weil ich sie wie jedes photomechanische Gerät unter harten Bedingungen einsetzen werde, muss sie was aushalten. Ausserdem muss sie eine Möglichkeit haben, alles aufs Notebook zu übertragen (am besten eine Speicherkarte statt der Kasetten) , sie sollte nicht zu teuer sein und ausserdem über einen Mikrofoneingang verfügen. Hat da jemand Ahnung?

(Wegen solcher Fragen liebe ich Blogs. Wenn ich was nicht weiss, muss ich noch nicht mal durch fragwürdige Kaufberichte googlen)

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Dinge, die nicht im Blog stehen

Was man nur vorliest, versendet sich. Ausserdem habe ich in Berlin glücklicherweise keine Verwandschaft. ich sag´s mal so: Im 250 km Umkreis meiner Heimat würde ich das nicht tun.



Einen ähnlichen Nichtheimspielvorteil haben auch Lyssa, Modeste und das Wortschnittchen - und wehe, jemand erzählt es meinen Eltern!

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Mittwoch, 17. Januar 2007

Bild riskiert potenziellen 120.000-Leser-Markt

Neben all der Widerlichkeit der Gossenpostille Bild, was das Inhaltliche zum Fall Seehofer angeht - "Chefreporterin" Verena Köttker kann nicht mal recherchieren:

"Zu Hause in Ingolstadt, seinem Wahlkreis [...] lebt der 1,92-Meter-Mann am Rande der bayerischen Kleinstadt."

Ingolstadt hat 121.665 Einwohner, ist eine Grossstadt und die sechstgrößte Stadt Bayerns. Von so einem debbadn Breissnflietscherl brauchen wir uns unsere Politiker nicht madig machen lassen. Noch nicht mal, wenn sie von der CSU sind.

Kleinstadt. War da nicht mal was mit einem kleinen Schniedl?

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Wildjagd Heut

Na also. Mit einem Ticker aus Kreuth wie sonst nur bei Crashrennen beweist die Süddeutsche Zeitung, dass das Internet doch mehr ist als eine Seuche.

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Kleines bloggerjournalistisches Schisma 2007

Mediokre Anmerkungen zu einem Armageddon-Beitrag von Thomas Knüwer.

Aber nein. Blutig wird da gar nichts werden. Was Thomas da als Endkampfszenario der wenigen Reformer gegen die träge Masse der Unbelehrbaren entwirft, wird so nicht kommen. Aus einem ganz einfachen Grund. Diejenigen Journalisten, die effektiv und nachhaltig als Blogger eingesetzt werden können, ist sehr, sehr klein. Es müssen Leute sein, die in beiden Bereichen gleichermassen fähig und zudem als Persönlichkeiten überzeugend sind, um sie innerhalb eines vertikal organisierten Medienbetriebs gross werden zu lassen. So gross, dass man sie als "Marke" ins Medium hieven kann. Dass sowas selbst bei Rampensäuen nicht immer klappt, hat man im letzten Jahr zur Genüge gesehen: Ehrensenf stürzt bei Spiegel ab, Toni Mahoni war nicht der Bringer bei Focus.de, und Riesenmaschine soll, was man so hört, im Print bei Zitty auch nicht der Brüller sein.

Ich glaube, Blogger in ein klassisches Medium reinquetschen, bringt wenig. Das ist wie ein Haifisch im Goldfischglas. So ein Hai macht im offenen Gewässer ordentlich was her, aber in den de-facto-Strukturen der Medien wird er schneller assimiliert als ein Grünenabgeordneter von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Ganze Blogs zu kaufen und bestehen zu lassen wäre vielleicht ein Weg, aber davon sind die meisten Verlage geistig noch Lichtjahre entfernt. Und so viele Blogger, die man dafür verwenden könnte, gibt es hierzulande nicht. Wenn ich die angedeuteten Beispiele bei Thomas Knüwer lese: Turis geplante Medienklitsche wird journalistisch fast so brilliant und unbestechlich sein wie das früher Net-Business auch schon war, und möglicherweise ähnlich schnell pleite. Ansonsten fallen mir allenfalls 15, 20 Blogger ein, von denen ich glaube, man könnte sie als authentische, bekannte Stimmen aufbauen - darunter manche in Lagern, die ich journalistisch als Brachland sehe. Statler von Statler und Waldorf etwa hat unbestreitbar was auf dem Kasten, aber er wendet sich an ein nicht existierendes Publikum - es sei denn, man wollte glauben, dass die Apothekerpartei FDP es Ernst meint mit Liberalisierung, Deregulierung und Subventionsabbau. Der Rest könnte dann den Beweis antreten, dass die alten Berliner Seiten der FAZ im Internet besser laufen.

Bleibt also nicht viel, was man da als Injektion in die Medien benutzen könnte. Aber ist das denn so schlimm? Wo ist eigentlich das Problem, wenn Medienkonzerne den Bach runter gehen? Ihre Zeit ist einfach vorbei, so wie die Zeit der Plattenfirmen, Filmstudios, Kerzenzieher, Faustkeilproduzenten. Es wird für alte Herrschaften weiterhin ein lukrativer Markt bleiben, wohingegen das Internet die gesamte Spannbreite des Lebens abdecken wird. Es wird nicht darum gehen, wie gross man einen einzelnen Blogger machen kann. Das kann lediglich eine individuelle Exitstrategie für Einzelne sein. Es geht um das Ganze, um die Individuen unabhängig von Quote und Leserzahl. Wie man damit Geschäfte macht, wissen Gruner + Jahr mit Neon und die Süddeutsche Zeitung mit jetzt.de.



Gestern Abend war ichseit langer Zeit mal wieder Zeitschriften kaufen. Ich hatte, wie manche vielleicht wissen, ein sehr intensives automobiles Vorleben, und eine Weile auch etwas andere Autos unter dem Hintern, als ich sie heute fahre - mit mehr als 200, 300 PS mehr als die Barchetta, und auf anderen Strecken. Damals habe ich mich sehr intensiv mit Fahrzeugen auseinandergesetzt, und weil ich den Ankauf eines Klassikers plane, habe ich mal wieder eine Autozeitschrift gekauft. Aber hallo. Freunde: Es ist vorbei. Entweder den Machern der Blätter fallen ganz schnell erfolgreiche Konvergenzkonzepte ein, oder sie gehen unter. Weil ihnen die Kleinanzeigen weggebrochen sind. Das merkt man auch an den Zeitschriftenpreisen.

Das Leck, durch das die Presse hier zu sinken droht, ist so gross, da kann auch der beste Blogger der Welt nichts mehr zuschweissen. Lediglich Scharlatane können da vielleicht "Lösungen" verticken, die so sinnvoll sind wie die Alraune es bei der Pest war. Vielleicht ist es an der Zeit, sich zu überlegen, wie man der babylonischen Gefangenschaft durch Werbung und PR entgeht. Ich habe damals im Blogbuch geschrieben - und bin unverändert der Auffassung - dass Qualität, bedingungslose Qualität und Kreativität das Einzige ist, was hilft.

Alles andere, der ganze Dreck, die Lügen, die PR, kann das Internet genauso mies rüberbringen. Ich glaube fest an den Wert der Wahrheit und an erkennbare Marken und Stimmen. Es reicht eben nicht mehr, irgendwas zu schreiben - wichtig ist auch, wer etwas schreibt. Und noch weiter: Wer dann kommentiert. Page Impressions sind nichts. Konversationen sind alles. Und meine Verachtung für diese verfickte Drecksbande der PRoleten, diesen Abschaum des Netzes und seiner dienstbaren, immer offenen Arschlöcher unter Medien und Bloggern resultiert auch aus dem Umstand, dass sie das lange vor den Medien selbst erkannt haben. Sie sind unfähig, diese Konversationen zu steuern, sie kriegen jedesmal was aufs Maul, aber das sind die Kackbratzen, die Gift in das Kommende träufeln, sie sind für das, was als Wahlspruch auf meinem Wappen steht, nicht weniger gefährlich als der Auflagenverlust für die klassischen Medien.

Das ist der Feind.

Hier wird es, um Thomas zu bemühen, blutig. Allein schon, weil ich da mitspiele und den Willen und die Mittel habe, den ganzen Weg zu gehen. Der Rest der Medien wird sanft innerlich verbluten, aber es wird noch lange dauern. Andere werden vielleicht schneller sein, und nach Lösungen suchen. Es wird welche geben, die von Blogs lernen wollen. Es wird Überlebende geben, keine Frage. es gibt welche, die ich verendet am Wegesrand sehen möchte, und andere, von denen ich mir wünsche, dass sie Bestand haben.

Aber bis sie es begriffen haben, ist das hier unser Netz. Unser Vorsprung. Unsere Chance. Ob wir wollen, oder nicht. Die Evolution ist nun mal ein Spiel, bei dem man mit dem Tod aufhören kann. Also, da sind wir. Es gibt eine Zukunft, und die machen wir selber.

So einfach.

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Whodunit?

Wer hat dem Seehofer was angehängt?

Zuerst mal eine Vorbemerkung. Da, wo ich wohne, sind die "gschlamperten Verhältnisse" unserer CSU-Granden Gesprächsthemen auf dem Wochenmarkt und bei den Teeempfängen. Und es wird nicht erst bekannt, wenn der grosse Herr X. mit gebrochenem Bein in der Stadtratssitzung hockt, das er sich beim angeschwipsten Verlassen der Wohnung seines Gschpusis am Radlständer zugezogen hat. Auch bei der CSU ist inzwischen eine Garde am Drücker, die 68 aktiv miterlebt hat, und im Unterschied zu früher ist es eben weniger das Bordell, das lockruft, als vielmehr das berufliche Umfeld. Nachdem Bayern die CSU ist, spielt "don´t fuck in the Company" keine Rolle. Prall ist das Leben der Bayern durch alle politischen Richtungen, da mache man sich nichts vor, die meisten stehen dennoch zu Frau und Kind, auch wenn die selbst dann auch eher wenig Sexualmoral erkennen lassen. Und meine unmittelbare Heimat ist da auch keine Ausnahme. Besonders neuralgische Punkte waren die Skiurlaube, da ging es immer drunter und drüber, und zwar in allen Altersstufen. Ganz offen. Und sie schämeten sich nicht.

Und es stand auch nicht in der Gossenpresse.


man sieht: bayern sind sehr traditionell

Dass es jetzt dort steht - ich wäre mit Hinweisen in Richtung Staatskanzlei diesmal eher vorsichtiger. Stoiber macht einen Fehler immer nur einmal. Der Mann ist nicht dumm, sondern hochintelligent, lernfähig, flexibel und ein erfahrener Taktiker. Schmutzig nur, wenn er es sein muss. Ich traue ihm viel zu, aber nicht diese Dummheit, einen kommenden Diadochen mit Gift meucheln zu lassen. Jeder Konfliktteilnehmer um die Nachfolge festigt seine Position. Stoiber kann nur verlieren, wenn er jetzt schon Kandidaten aus dem Rennen wirft.

Ich glaube auch nicht, dass es Söder und sein Umfeld waren. Ich weiss, Söder würde man alles zutrauen, aber wenn Stoiber geht, wackelt Söder gewaltig, und es sind solche Stunts, die ihm innerparteilich den Rest geben würden. Egal, wer es dann wird - eine derartige Geschichte wäre der beste Vorwand, ihn kalt zu stellen und den Posten einem Getreuem zu übergeben. Und wie das mit dem Kaltstellen geht, konnte man unter Streibl bei Gauweiler betrachten. Ich denke, das weiss Söder. Zumal er von Seehofer weniger zu befürchten hätte, als von der Landtagsfraktion und ihren Spitzen.

Der Beckstein war es nicht, der kann eigentlich ganz gut mit dem Seehofer, dessen Probleme heissen Hermann und Huber. Und dass die beiden oder Ramsauer mit der Schmutzwäsche anfangen - halte ich für unwahrscheinlich. Weil damit eine Eskalation eintritt, die böse zurückschlagen kann. Weil, siehe oben, Bayern nun mal keine Kinder von Traurigkeit sind und, um Strauss-Tochter Monika Hohlmeier mit einem nie gesagten Zitat zu zitieren: "Über jeden von Euch gibt es was."

Die Fraktion im Landtag? Niemals. Die würgt seit Jahren an Stoiber, die muss dankbar dafür sein, dass es einen Politiker mit Ansehen und Format gibt, der sie wieder auf 50% plus X bringt. Die SPD? Seehofer ist die SPD in der CSU.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Anschlag aus der CSU-Bundestagsfraktion kam. Da sitzen nämlich diejenigen, denen jetzt der Weg zurück nach Bayern verwehrt ist. Da sind diejenigen, die am wenigsten Spass mit dem Quertreiber Seehofer hatten. Wenn Seehofer kommt, wird es viel zu verteilen geben in Bayern, die CSU wird Wahlen gewinnen. Sie aber sitzen in dieser Scheiss grossen Koalition und haben dann den Quertreiber Seehofer als Partei- oder Landesboss über sich. Vertreter der Bundestagsfraktion der CSU haben alle Gründe, das zu tun. Sie riskieren nichts, sie schaden einem Feind, sie schlagen sich damit auf die Seite der möglichen Gewinner und halten sich damit den Rückweg zu Amt und Würden in Bayern offen.

Deshalb sage ich: Ein führendes, konservatives CSU-Mitglied der Bundestagsfraktion muss es gewesen sein, in etwa so alt wie Seehofer, und es muss schon mal gegen ihn eine Schlappe eingesteckt haben. Womit wir den Täterkreis auf 4, 5 Personen eingegrenzt hätten.

Oder aber - die Gosse wusste das alles längst und hat nur auf die passende Gelegenheit gewartet.

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