: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 18. Mai 2007

Mille Miglia

Hier sind die ersten 15 von bislang 400 Bildern -



und Ihr werdet sie ALLE zu sehen bekommen.

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Mittagspause in Ferrara

Ich bin angekommen, rumgerast, in den Spuren der Mille Miglia gewesen und inzwischen wohlbehalten in Ferrara angekommen, wo alles und jeder Siesta macht.



Nur der deutsche Depp rennt natuerlich sofort ins Internetcafe, um denen zu Hause ein Lebenszeichen zu geben, die ihn scheinbar jetzt nicht wirklich vermisst haben.

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Mittwoch, 16. Mai 2007

Und weg,

weit weit weg über die Berge, ans Wasser, ins Tal.



Da fahre ich jetzt hin, alles weitere im GTBlog.

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Dienstag, 15. Mai 2007

Ich mache Robert Basic den Christoph Keese

Heute hat sich der erste Journalist der von mir nicht geschätzten "Welt", Christoph Keese, in der Süddeutschen zeitung lächerlich gemacht, mit einem Spruch über den Gegensatz von Blogbeiträgen und Zeitungsartikeln, dem man ihm und seiner schreibenden Heuchlertruppe hoffentlich noch oft reinreiben wird:

Gute Redaktionen lesen Texte in drei, vier oder fünf unterschiedlichen Stufen gegen, bevor diese veröffentlicht werden. Was am Ende in der Zeitung oder online erscheint, ist Teamarbeit. Genau das erwarten Leser von uns: ein sorgsam begründetes Urteil aufgrund sachlich korrekter Informationen. Blogs arbeiten völlig anders - es sind subjektive Tagebücher. Beide Konzepte markieren Gegensätze.

Ich glaube, dass die Welt genauso schlampt wie alle anderen Medien. Wer glaubt, dass bei einem Beitrag gross nachrecherchiert wird, hat noch keine Redaktion von innen gesehen. Die Textproduktionsbedingungen in Deutschland sind nicht anders als das Turnschuhnähen in Zentralchina: Billig, schnell, landet morgen ohnehin alles auf dem Müll. Nur so macht man Profite, Qualität kostet mehr, als sie einbringt.

Aber machen wir uns doch mal den Spass. Was würde es bedeuten, ein Blog zu redigieren? Ich habe lange Zeit die Schreiberei anderer Leute geprüft und verbessert, ich könnte wohl auch so sein, wie Keese das gerne hätte. Was also liegt näher, sich einfach mal einen wehrlosen Blogger herauszugreifen und über seinen Text den Keese zu machen, und gucken, was dabei rauskommt (ACHTUNG SATIRE) - heute im Programm Rober Basic, der da schreibt:

"Blog.de mit Burda verheiratet

ist eine Scheissüberschrift, Mann. Es sei denn, Du stehst auf Polygamie, und Burda ist ein Pascha. In unserem Kulturkreis, Robert, ist eine Ehe ein gleichberechtigte Partnerschaft und keine Erlaubnis für einen Grosskonzern, die Öffnungen eines Startups zu benutzen. Entweder Du schreibst, um im Bild zu bleiben: "Darf Blog.de für Burda und Geld nutten?", oder aber, wir sind ja eher bei der Welt und nicht bei der Bild, würde ich zu dem hier raten:

Burda beteiligt sich an Blog.de

Ist auch besser so. Denn wenn Du nach Deiner Heirat so weiter machst:

Blog.de ist das Baby von Vasco Sommer und Florian Wilken.,

wären Sommer und Wilken des Burda Schwiegermütter. Und wenn Du das behauptest, kriegste nie wieder beim Ditschidäl Leif Däh Fingerfood, sondern nur noch auf die Bratzen. Und wir keine Werbung von denen. Also schreibe:

Blog.de wurde 2005 von Vasco Sommer und Florian Wilken gegründet.

Das Blog Deutsche-Startups berichtet, dass man sich mit Burda wie auch immer geeinigt hätte.

HAT! Man HAT sich geeinigt! Wieso Konditional? Es steht da, also HAT! Zefix! Und wieso "wie auch immer"? Wenn Du es nicht weisst, Du Pfeife, dann halte gefälligst den Rand und geh den Lesern nicht auf den Sack!

Offensichtlich soll es um eine Beteiligung, nicht aber um eine Übernahme gehen.

Herrgott, da steht drin, dass es um Beteiligungen geht, also schreib einfach:

Nach einem Bericht des Blogs deutsche-startups.de beteiligt sich jetzt Burda an der Berliner Firma. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Ob Geld helfen wird, dass meinem Eindruck nach funktional stehengebliebene Blog.de nach vorne zu bringen? Ich habe bei allen Blog-Hostern noch nie so recht verstanden, ob man sich nun als Hoster oder what ever betrachtet. Dementsprechend haben sich die meisten Blog-Hoster auch nie so recht hinsichtlich der Userzahlen so gut entwickelt, dass man von einem Erfolg sprechen könnte.

Ob? OB? Ob Du was ins Maul kriegst, wenn Du nicht mal das Wort "dass" an der richtigen Stelle bringst? Egal, pass auf, Mann, das wird jetzt voll Springermässig vollobjektiviert, scheiss auf Deine Fragerei, Du musst wissen, was Du sagst. Also:

Blog.de wurde seit seinem Start technisch und funktional kaum weiter entwickelt. Wie bei anderen Anbietern ist es nie gelungen, sich mit einer klaren Strategie auf dem Markt zu positionieren. In der Folge ist die Szene der Bloghoster in Deutschland stark fragmentiert und von vielen kleinen Anbietern geprägt.

So geht das, wenn man bayerisches Abitur hat, Du.. Du Hesse, Du vogelbergerischer! Knie nieder und vergiss auch den Rest, das KANN MAN SO NICHT SCHREIBEN! Allein schon wegen dem ersten KOMMA!

Denn, wer nicht weiß, was er verkaufen soll, kann auch nix verkaufen (tolle Tautologie:).

Schlüssige Konzepte zur Generierung von Einnahmen sind diese Firmen bislang schuldig geblieben.

So geht das auch ohne "tolle Tautologie". Und verdammt, denke mal an Deine Leser, die wollen Qualität und Leistung und kein Meinungsgefasel und Allgemeinplätze im Wechsel. So lesen das nur die Pickelnerds, für die hochklassige Zielgruppe Deines Blogs musst Du auf den Punkt kommen. Klar, verständlich, deutlich. Da geht dann auch sowas gar nicht, Freundchen:

Ich bin gespannt, ob Burda nachhelfen kann. Bezweifle das aber, da deren Business das Verlagsgeschäft ist, weniger das innovative Entwickeln von neuen Services.

Du kannst den ollen Burda nicht so ins Gesicht sagen, dass sein Laden ein Haufen stinkendes Klopapier ist, das sich nur noch an Waschweiber und Vorstadtmuttis verticken lässt! Es mag ja so sein, aber der Mann ist unser Partner. Da könnte ja auch einer kommen und sagen, wir von der Welt wären ein fast insolventer Drecksladen, der sich nur auf das Tätscheln altbrauner Pseudoeliten versteht und von der Kohle der Bild lebt, und sollten im Netz mit unseren 68er-Renegaten besser die Klappe halten, das wird eh nichts. Bleib bei den FAKTEN!

Burda hat in den letzten Monaten stark im Internet expandiert und neue Märkte erschlossen. Mit Blog.de erweitert der Konzern sein Portfolio im Bereich innovativer Internetdienstleistungen, die bislang noch nicht zum Kerngeschäft gehörten.

So, umschreiben, online stellen, und wenn Du nur einen Buchstaben änderst, wirst Du 4 Wochen aus der Apocalypse der BAMS-Toilette berichten! Mit der Klobürste!"

Ahem. Vielleicht versteht man jetzt, wieso mir Blogs bei allen stilistischen Schwächen lieber sind als das, was Medien aus Texten machen. Mach weiter, Robert, lieber ein paar ordentliche Fehler als Gülle im Blog.

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Dienstag, 15. Mai 2007

Das ist der Plan

Mit der Musik in den Süden fahren, die ich die letzten Tage dauernd gehört habe: La Semaine Mystique, weltliche Gesänge aus der Zeit Ludwig XIII. Aufgeführt vom Ensemble Faenza. Von CD. Original-CD. Ich kaufe meine Musik. Bei kleinen Klassiklabels. Wo anders bekomme ich das, was ich suche, ohnehin nicht, und diese Labels verdienen es, dass man sie bezahlt. Und ausserdem ist es eine ausgesprochen schön aufgemachte CD, die allein schon durch das Äussere Begehrlichkeiten weckt.



Dazu kommt, dass Urheberrechtsverletzungen ohnehin so eine problematische Sache sind. Weniger natürlich für mich, denn ich bin weit weg von all den Komplikationen, doch auch mein Weg wird schmal und kurvenreich sein. Arlberg, Jaufenpass und Gampenpass sind nur ein paar Übergänge jenseits der breiten Strassen, die ich befahren werde. Bozen mit seiner elenden Ortsumfahrung erspare ich mir diesmal. Und weil ich diesmal nicht allein fahre und deshalb weniger Anlass zum trödeln habe, geht es schon früh am morgen los. Leicht bewölkt soll es sein, da unten. Dann Brescia. Danach Ferrara. Dann nochmal Brescia, und dann viel, viel Zeit.

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Grundsätzliches

über das Betrachten und Beschreiben einer leider zum Promiauflauf verkommenen Sportwagenveranstaltung. Nur, damit wir uns die nächsten Tage verstehen, und jeder weiss, was ihn erwartet, und was nicht.

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10 neue Startups für die Hölle

Ich habe es so im Gefühl, dass einige Dinge bald verschwinden werden. Da sind also

1. Trigami (Lobhudlerbezahler)
2. Germanblogs (so gut wie tot)
3. Webnews (aufgeblasen, overhyped)
4. Readers Edition (nur noch peinlich)
5. Jahja (werden von der Entwicklung überrollt)
6. Dealjäger (gibt zu viel von dem Zeug)
7. Qype (nie richtig durchdacht)
8. Fon (early bird, early dead)
9. Myblog (gross, tot, bringt kein Geld)
10. Smava (Ärger mit Banken, Ebayprobleme mit Spassschuldnern)

Edit: Der Sonderpreis geht an das Startup, das sich allen Ernstes einen Lobo als Sprecher hält. Wenn Schäuble Stasi2.0 ist, dann ist Sascha Lobo aber die Margot Honecker2.0 der Blogkultur:
Die Rebellion gegen Adical ist nach seiner Ansicht eine Art Wachstumsschmerz der Blogosphäre: "Eine Subkultur auf dem Weg zur Kultur bäumt sich auf."
Bevor ich mir von einem aus dem Trümmern seines Startups gekrochenen Werbeheinis was über Kultur sagen lasse, diskutiere ich mit Statler über die Vorzüge der Chicago Boys - der hat wenigstens Ahnung von dem, was er da sagt. Auf die Kultur, für die demzufolge Adical und Lobo stehen - auf deren Altar will ich mit Marinetti jeden Tag spucken.

Weitere Vorschläge für die Todesliste?

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Montag, 14. Mai 2007

Es gibt Bilder,

da fühlte man sich wirklich schäbig, wollte man dafür sowas wie ein Urheberrecht beanspruchen. Weil es so einfach ist.Einfach auf der Dachterasse sitzen und warten. Und dann drücken, fertig.



Wenn es nur immer so leicht wäre. Und die anderen es dann achten würden. Unter all der liegengebliebenen Post fand sich auch ein Anschreiben eines Mediums, die etwas haben wollten. Und versucht haben, es mir als Gnade zu verkaufen, wenn ich es bei ihnen gedruckt sehen darf. Ein Verlag, der nach eigenen Angaben wahrlich nicht schlecht verdient. Ich finde es stets bemerkenswert, wenn solche Leute vorher nicht mal wenigstens nachschauen, womit ich so mein Geld verdiene - eben indem ich manche Texte und Bilder nicht unbezahlt veröffentliche. Bei der Gelegenheit könnte man auch entdecken, dass ich einen Abdruck nicht als Akt der Gnade empfinde. Und zu Medien hier aus dem Blog auch nicht gerade aufschaue.

Auf meine Anfrage, was sie denn zahlen würden, kam dann keine Antwort mehr. Aber auch so hässliches Pack darf den Sonnenuntergang anschauen. Was hoffentlich mehr ist, als ein Geschäft damit zu machen.

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Reiseutensilien

kann man sich in der Barchetta eigentlich sparen: Was Platz wegnimmt, passt nicht rein. Im Kofferraum ist eher Platz für kleinere Taschen, hinter den Sitzen sind auch schon die Laptops, und überhaupt fängt man automatisch an, nach kleinen Flaschen Motoröl zu suchen, die man irgendwie neben das Reserverad quetschen kann. Überhaupt, das Reserverad, das wäre doch eigentlich auch durch so ein Spray zu ersetzen... solche Gedanken hat man mit meinem Wagen, und es sind keine luxuriösen Gedanken. Ein klein wenig mehr Platz, das wäre es. Und Fächer für das, was man vorne braucht: Kasetten, Karten und Kameras. Es gibt zwar ein paar kleine Behältnisse, aber die sind schon mit den lebenswichtigen Brillen, Schals, Handschuhen und Mützen vollgestopft. Und dieser Mangel an Raum ist es, der einen dann doch zuschlagen lässt, auf dem miesen Flohmarkt vor der Stadt, wo aber doch manchmal ein Barockspiegel steht.



Da ist also dieser Herr, bei dem ich verweilte, weil er eine Zeiss Icarex 35 S hatte, die das letzte Aufbäumen der ehemals einzigartigen optischen Industrie dieses Landes symbolisiert. Nach der Icarex ging Zeiss zu Türschlössern über, und Firmen wie Minolta und Nikon übernahmen die Macht - Firmen, die nebenbei erwähnt heute im Digitalboom auch nicht mehr das sind, was sie mal mit ihren die Deutschen zermalmenden Spiegelreflexkameras waren. Sondern entweder aufgesaugt oder Entwicklungsabteilungen mit Fertigung in China. Nichts ist ewig auf dieser Welt. Ausser vielleicht einer Icarex 35 S, ein Metallbrocken auf der Konstruktionsbasis eines Flugzeugträgers, mit dem man jede heute existierende Digicam sowie danach noch eine Garde Mord- und Unterdrückungsfunktionäre im Reich der Mitte zertrümmern kann - man versuche das mal mit dem modernen Plastikschmarrn.

Dessen schnellere Funktionen hier die Reste deutscher, japanischer und russischer Kamerabaukunst gleichermassen anschwemmt. Doch man täusche sich nicht: Die Zeiten, in denen man eine Icarex für 10 Mark bekam, hat es hier nie gegeben, denn der Herr weiss, was ein Zeiss Tessar ist, und wo dessen Qualitäten liegen. Und ich brauchte nicht noch eine Kamera, sondern eher etwas, wo ich sie hintue, wenn ich sie diesmal nicht einfach auf den Beifahrersitz werfen kann. Dort nämlich sitzt jemand. Und zwischen uns ist nur ein schmaler Bereich, der die Sitze trennt. Dort jedoch passt exakt auf den Zentimeter das hinein, was unter dem Tisch des Kamerahändlers stand:



Da hat jemand in den 60er Jahren also diese Ledertasche gekauft, mit all ihren Fächern und Spanngurten und Messingarmierungen und Verstärkungen, und dazu ein Stativ, das auf den Millimeter die gesamte Länge füllt. Ausgeszogen hat es ebenfalls Beine aus Messing, und dann war da noch ein alter Bekannter drin: Ein Sixtomat von Gossen, der sauber verschlossen die mehr als 50 Jahre seit seiner Herstellung überstanden hat und immer noch analog, ohne jede Batterie funktioniert. Das alles hat dieser Herr dann, wie man am Zustand erkennt, praktisch nie benutzt. Das Leder ist an keiner Stelle abgestossen, und das Messing an den Kanten und Leisten schimmert golden aus Tagen, da Adenauer Deutschland lähmte und in China Herr Mao dafür sorgte, dass überall noch mehr Menschen umfielen, als das seine Nachfolger heute mit Schweigen und Segen des Kapitals tun.

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Frei nach Liotard

Der Kuchenjunge.



Vergleiche seine ältere Schwester, das Schokoladenmädchen hier. Und alles für eine gewisse

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Seitenprojekt

http://zorkitoxic.blogger.de/

Bilder und Mechanik für alle Nostalgiker des kalten Krieges, Stasi-Spitzel, Technologiespione und Liebhaber von Kameras, die es für 25 Euro bei Ebay gibt.

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Samstag, 12. Mai 2007

Deutschland ist hässlich

Immer, wenn ich aus Italien heimkomme, habe ich ernsthafte Probleme, mich hier wieder einzufinden. Einfach, weil so vieles hier von sagenhafter Kultur- und Geschichtslosigkeit ist. Meiner Heimatstadt fehlt es nicht an architektonischen Zeugnissen der Vergangenheit, aber so im direkten Vergleich, wenn man eine Woche vorher noch in Mantua war - ist es hart. Wirklich hart. Selbst mit Rückzugsräumen, selbst mit dem Wissen, dass Italien auch massenhaft hässliche Ecken hat, die auch nicht anders als Deutschland sind. Man fahre nur mal durch Mantua hindurch und dann Richtung Ferrara, weil man glaubt, die Ausschilderung zu "La Favorita" könnte auf eine weitere Villa hinweisen. Da steht dann ein Einkaufszentrum so gross wie der historische Kern der Stadt, aber mit absolut 0 Kultur. Und voller Einheimischer, denen das Alte vermutlich genauso egal ist wie dem Deutschen historische Bausubstanz, solange es darin nicht Rinderhack aus Bulgarien für 0,09 Euro/100 Gramm gibt. Es wäre erheblich leichter Abschied zun nehmen, wenn man durch solche trostlosen Gebiete nach Hause fahren könnte - aber nur um mir das zu ermöglichen, mache ich sicher keinen Umweg durch Wien oder was es sonst noch an gebauten Abartigkeiten im Nordwestbalkan gibt.

Da ist es natürlich schön, wenn ein Besitzer eines Hemdes mit dem Aufdruck "Wien ist ein Kaff" einen zu einem Ort mitnimmt, der ganz anders ist:



Das Staatstheater am Gärtnerplatz nämlich, Münchens zweites und kleineres Opernhaus, mitunter spöttisch, aber grundlos vom hohen Haus des Nationaltheaters betrachtet. Zumal, wenn Rossini gegeben wird. Man ahnt es: Rossini ist mein absoluter Lieblingskomponist für Opern neben Mozart, nach Rossini kam leider nur noch Wagner und anderes, was die Kulturgattung auf den Weg zum geistlosen Musical und Naziaufmarschbegleitung schickte. Überhaupt Wagner. Wagner hätte heute Shoppingcenter geliebt, ihre Beschallung geschrieben und bei Lidl eingekauft. Das ist Wagner. Rossini dagegen, so eine richtige Rossinistretta mit all ihren Brüchen und Überraschungen, und dann der rote Vorhang...



Das hilft bei der Eingewöhnung. Oder wenn mich mein Käsehändler darauf hinweist, dass endlich, nach einem halben Jahr und Zuständen wie im Ostblock, in denen es ihn einfach nicht gab, endlich der junge Gaperon d'Auvergne angekommen ist. Es ist nicht nur der unfassbar frische Geschmack, es ist auch die Form, die, wenn man böse ist, wegen der gelb verschnürten Kugel an etwas ungewöhnliche Sepraktiken gemahnt - Bondage-Fromage meinte Iris heute gehässig - und wenn man eher kunstsinnig orientiert ist, an die Form der Brüste erinnert, die man in der Schule von Fountainbleu malte, so weiss, rund und wohlgeformt.



Man kann sich dieses Land schön machen, ohne es sich schön zu saufen. Immerhin. Das geht. Man muss nur wissen, wie und mit wem. Den Umstand, dass ich gestern auf eine weibliche Begleitung in der Oper verzichten musste, übersehe ich jetzt einfach mal. So süss und nett klang die Absage, und sie meinte, ich dürfte mir etwas wünschen. Ausser einem Italienurlaub, was ich mittlerweile schon etwas gewohnt bin. Nun. Da fällt mir sicher etwas ein, was nachher nicht im Blog stehen wird.

hehe. wann ist nochmal das nächste konzert mit musik von charles tessier und seiner möglichen vorderasiatischen vorbilder unter besonderer berücksichtigung der derwischmusik, am besten in einer kirche des frühbarock, deren baugeschichte ich gut kenne und wirklich viel erzählen kann?

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Freitag, 11. Mai 2007

Ganz vergessen

Morgen ist der grosse, nur zweimal jährlich stattfindende Flohmarkt am Messegelände in Landshut. Falls ich es schaffe, fahre ich da hin. Man gönnt sich ja sonst keinen Flohmarkt, vor lauter Italien.

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Die Grenzen der Kunstfigur

Das Problem mit der Kunstfigur ist - unumwunden zugegeben - dass sie nur in gewissen Grenzen als Konfliktträger funktioniert. Wenn es wirklich hart kommt, findet sich immer ein Depp, der sich hinstellt und der Gegenseite sagt, dass die Kunstfigur das letztlich nicht ernst meint. Einer, der glaubt, das einschätzen zu können. Der meint, die Kunstfigur übertreibt, wenn sie über ein ernstes Thema Witze reisst. Die Kunstfigur lässt da vieles im Nebel, was da draussen keinen was angeht. Das bietet Wichtigtuern und Dummschwätzern dann die Möglichkeit, Unsinn zu verbreiten, was meistens auch Sinn der Sache ist, um die Geschichte dahinter weiter zu verschleiern.

Es kann aber auch daneben gehen. Bei zwei sehr bekannten Bloggern etwa, die von mir praktisch nichts wissen ausser Gerüchte und Erzählungen aus dritter Hand. Aber meinen, von der Kunstfigur ernsthaft auf das schliessen zu können, was dahinter ist. Manches stimmt; ich bin sicher nicht arm, anderes dagegen, dass ich manche Sachen nie tun würde - stimmen nicht. Es gibt Dinge, die die Kunstfigur nie tun würde, aber der Mensch dahinter gemacht hat, weil es integraler Bestandteil der Welt ist, aus der die Kunstfigur, nicht aber der Mensch dahinter entkommen ist. Wer glaubt, dass die New Economy an der Stelle, wo ich war, eine Schule für Moral und Ethik gewesen ist, irrt. Die Kunstfigur, so böse sie auch klingen mag, hat eine selbstefinierte Moral, die es ansonsten in dieser Welt da draussen nicht gab.



Was kommt, kann diesen beiden Bloggern egal sein, denn es betrifft sie nicht. Aber wer sich ein wenig mit meiner Vorgeschichte auseinandergesetzt hat, sollte ahnen, dass deutliche Warnhinweise nicht das letzte Mittel sind, sondern der Übergang in die andere, reale Welt. Und dass diese reale Welt mitunter wenig Verständnis dafür hat, wenn ich es nur bei Konflikten der Kunstfigur belasse. Wer sowas kleinredet, ist mit verantwortlich, wenn der nächste Depp meint, dass er sich dann locker den nächsten Schritt leisten kann. Und wer ernsthaft glaubt, ich hätte nichts anderes zu tun, als in einem ewigen Urlaub im Stadtpalast zu sitzen und ein Blog zu füllen, kennt eben die andere Welt nicht, aus der tatsächlich die Einnahmen und demnächst auch noch was anderes kommt.

Das ich dann auch offen ansprechen werde, in der Hoffnung, dass es lehrreich sein möge. Und wir dann alle zur Kunstfigur zurückkehren, sofern dann noch einer Lust darauf hat. Ich weiss, dass es manche nicht verstehen werden. Sowas geht nie ohne Enttäuschungen ab. Nicht in dieser Welt. Ich weiss, was ich tue. Das ist der Unterschied zwischen mir und den Rebellen ohne Markt.

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Donnerstag, 10. Mai 2007

Pfaffengeschrey

Ist zwar nur ein Pseudobartolo der Bloggerüchte in den Kommentaren, aber immerhin. Spitzenunterhaltung und dazu hässliche, alte Möchtegern-Lover, aus deren zahnlückigem Maul erregte Klagen über die grausamen Schönen kommen, die sich nicht für ihre paar lausigen Kröten verkaufen - das alles gibt es bei Patrick zu besichtigen. Es ist nicht Business. It´s all about Sex und solche, die keinen kriegen, sowie deren Kastratenchor.

Disclosure: Ich kann Nico Lumma gut leiden und schliesse nicht von ihm auf das angeheuerte PR-Zeugs und dessen Kumpel.

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hit and run in Kölle

Es gibt glückliche Menschen. Deren Urlaube enden, weil kein Scheck von Mama mehr kommt, die Ferien vorbei sind, daheim eine Überschwemmung das Haus weggeputzt hat oder, ganz banal, weil es ihnen irgendwann reicht und es zu Hause auch schön ist. Diese Menschen haben Glück. Mein nächster Urlaub, der theoretisch bis zu meinem Ableben dauern könnte, endet, weil ich auf einen Kirchentag muss. Man stelle sich das mal vor. Jeder andere wird irgendwie bedauert, wenn er zurück muss. Aber eine arme Sau, die es wegen eines Massenauflaufs mässig gepflegter Menschen mit unförmiger Kleidung und niedrigster Bettwertigkeitsrate seit Erfindung einer höheren, enthaltsamkeitsfordernden Wesens durch komische alte Knilche tun muss, die kann man eigentlich nur auslachen.

Als ich zugesagt habe, wusste ich nicht, das beispielsweise eine Autorin des von mir als billige Textschleimnummer abgelehnten "Blogs" Riesenmaschine den Tag, an dem ich komme, mit "Bibelarbeit" eröffnen wird. Kein Witz. So enden sie, die Blogger von dem Ding da. Als Bibelarbeiter. Um 9 Uhr. Morgens! Ich rase ja sonst nicht, aber diese Stunde werde ich mit offenem Verdeck und wirklich lautester Registerarie irgendwo durchbrettern und zu allen Mädchen auffordernde Grimassen machen. Nur um die Welt im Gleichgewicht zu halten. Als ich zugesagt hatte, wusste ich, dass es solche Veranstaltungen gibt, aber was sie bedeuten, weiss ich erst, als ich nach der Heimkehr aus Italien den Katalog vorfand. Als ich zusagte, hatte ich noch ein anderes Angebot von ein paar verkoksten PR-Strichern auf dem Tisch, die mich 2 Tage für 1600 Euro buchen wollten, und da dachte ich mir, es ist eine coole Sache, denen in die Fressen zu treten, indem ich ihnen sage, dass ich eher noch zum Kirchentag gehen werde, als in ohr beschissenes Dreckspuff, um dort kastrierten Arschkrampen wie ihnen was über Crisis Management zu erzählen. So kam das. Und so werde ich der möglicherweise einzige Hebräer unter lauter Christen sein, statt der einzige normale Mensch unter Abschaum.



Christen. Habe ich schon mal gesagt, dass mein Verhältnis zu denen gespalten ist? ich mein, manche meiner besten Freunde sind Christen. Ich habe auch schon mal mit Christinnen geschlafen. Um ehrlich zu sein, beide Konfessionen. Und da gibt es einen Unterschied. Also, wenn man schon partout wegen der Umstände mit Christinnen schläft: Katholikinnen sind besser, aber im Zweifelsfall würde ich immer Atheistinnen nehmen. Evangelen sind schlecht im Bett. Sorry. Ist so. Und das sind die, wo ich hinfahre.

Was ich da tue, auf diesem Kirchentag? Reingehen und sofort wieder rausgehen, bevor einer von denen auf die Idee kommt, mir einen Anlass zur Notwehr mit 131 PS zu geben. Und das geht schnell, heutzutage. Harte Zeiten, raue Sitten, denen geht´s nicht so gut, die nehmen auch, was sie kriegen können, ich habe da als Minderheit in einer christlichen Stadt so meine Erfahrungen. Und dann habe ich noch so ein... Moment... Streitgespräch mit Lyssa. Na, ich werde in allerbester Laune dort ankommen. Ich mein, KÖLN. Rheinland. Ich verstehe Nico Lumma voll und ganz, dass er da weg will. Bevor ich nach Köln ginge,würde ich auch nach Hamburg gehen. Vor mir kommt übrigens Web 2.o, und nach mir kommt Gabor Steingart, da geht mir sowieso der Kamm, da lasse ich noch ein paar Sachen ab, dass die Hostien schimmlig werden. Yeah.

Ach so, das Thema. Also, ich muss mal nachlesen, ist alles schon länger her, moment, 7. Juni, 15 Uhr - Thema:

Ethische Selbstregulierung im Netz

Naja. Ich werde im italienischen Internetcafe mal googlen, was das fürn Zeug sein soll. Barrierefreiheit für Youporn.com, vielleicht?

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Kulturnation

So sieht die Fassade eine Bäckerei aus. In Italien.



Natürlich nicht jede Bäckerei, aber dennoch: Das ist eine Dorfbäckerei in Oberitalien. Die seit 1924 im Familienbesitz ist, und jeden Tag selbst backt. Im eigenen Ofen. Und jetzt bitte in eine normale deutsche Bäckerei gehen.

Und dann reden wir mal über Kultur.

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Die den Falschen bejubeln

Man lese bitte mal das widerliche Zeug, das Alan Posener sonst so ablässt. Bevor man ihn zum Helden der Meinungsfreiheit macht. Kann sein, dass er Dieckmann nicht mag. Kann daran liegen, dass er weniger trashig und gleichzeitig politisch viel weiter rechts ist. Und beide zusammen sind in etwa die gleiche Zier für den Journalismus, für den Springer steht.

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