Freitag, 17. August 2007
Empfehlung heute: Balkon with a view

Wie wohl der Blick vom Balkon der alt-neuen Jugendstilwohnung von Lisa9 sein wird?
bei der gelegenheit froh sein, dass man die sache mit der gekauften wohnung schon zu einem zeitpunkt hinter sich gebracht hat, als der achtorientierte lebensstil keinerlei anlass zu blöden bemerkungen wie "sesshaft" und "gesetzt" gab
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So ist das hier
Der Spiegel erlitt im Laufe der Jahrzehnte ein paar Schäden, hinter dem Glas lösten sich einige Silberflocken ab, was halt so passiert bei vorindustriellen Produkten im Lauf der Zeit. Patina eben, das gehört dazu, das hat seinen Reiz. Sollte man denken.
Tat man aber nicht. Vor ein paar Jahren muss jemand eine Einrichtungsshow zu viel gesehen haben und kam zum Schluss, dass man den alten Spiegel da oben auf dem Speicher prima aufmöbeln könnte, denn die Form passt geil zur Nostalgiewelle, nur dieses Gold, das ist fleckig und ausserdem nicht pflegeleicht, das wird sauber überstrichen. Mit braunem Hammerschlaglack, der prima zu den Kirschimitatmöbeln passt. Bis man das auch nicht mehr sehen kann und den ganzen Müll, Imitat und Hammerschchlag, der Caritas übergibt.

Ein schneller Zugriff, 2,50 Euro an der Kasse, und nachdem der Hammerschlaglack nicht zu entfernen ist, bekommt er eine neue Fassung. Morgen erhält er dann ein Platz zwischen den Fenstern im Gang. Das tue ich hier. Ich gebe der Provinz eine schöne, glänzende Fassung über dem unzerstörbaren, praktischen Scheissebraun über allem, was hier einmal war, und das so leicht austauschbar und entsorgbar geworden ist. Und dann hänge ich es auf, an der Wand, im Netz, beztrachte mich darin - und ich bitte die Zuschauer nie vergessen, was unter all dem Gold ist. So ist das hier.
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Regionaler Darwin-Award für Vandalen
1. Brüllend die Strasse runterziehen, in der Don Alphonso lebt und auch gegen 3 Uhr noch am Spiegel restauriert.
2. Direkt unter Don Alphonsos Fenster weitergrölen, so dass dieser annimmt, da unten würde mal wieder einer seine Notdurft verrichten.
3. Bei Don Alphonso, der dann bereits am Fenster ist, klingelputzen - was ihn nicht wirklich aufweckt.
4. Richtung Westen laufen, wo Don Alphonso sehr genau sieht, wie die Betreffenden bekleidet sind.
5. Nach 30 Meter innehalten, mit der Faust auf der Kühlerhaube eines Autos eintrommeln, was in etwa so lang dauert, bis Don Alphonso sein schnurloses Telefon holt.
6. Sobald Don Alphonso wieder am Fenster ist, mit etwas Anlauf über das abgestellte Auto rennen und Beulen verursachen.
7. Auf dem Dach anhalten, die Arme in die Luft strecken und brüllen, was in dem Moment abgeschlossen ist, da Don Alphonso 110 gewählt hat.
8. Lachen, herunterspringen, grölend Richtung Hauptstrasse weitertorkeln.
9. Sich sehr sicher fühlen und keine Eile haben.
10. Und sich auch keine Sorgen machen, dass dies der einzige Weg ist, auf dem die Polizei kommt und man ihr hier an keiner Stelle ausweichen kann.
Orange Baseballkappe. Ts. Vermutlich fährt er auch Opel Astra.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 16. August 2007
Nach dem Ärger
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Das Problem des Verführers
Und jetzt bräuchte ich selbst jemanden, der mir den Kauf eines 33 Jahre alten, verrosteten MGB GT in british racing green und Sebring-Look (Bild des Originals hier, nur ohne Zusatzlampen und Kotflügelverbreiterungen) ausredet. Mit Sonnendach, Linkslenker, Leder, Chromkühler, Speichenrädern und Lederlenkrad. Meine interne Begründung für den natürlich völlig überflüssigen Zweitwagen lautet, dass ich etwas mehr Transportraum brauche, demnächst dank einer einstweiligen Verfügung ohnehin Geld bekomme, für die nächste Mille Miglia ein standesgemässes Pressefahrzeug benötige und ausserdem ein langfristigis Investment eingehen möchte, und wenn ich den Peugeot 403, die poor man´s Rolls Royce MG Magnette oder den Lancia Beta Spider mit ihren ausreichend grossen vier Sitzen kaufte, würden irgendwelche Deppen noch auf die Idee kommen, ich würde sie damit zur Hochzeit kutschieren. Ausserdem steht bei langfristigen Mietern ohnehin bald eine Abschaffung ihres selten genutzten Wagens an, da könnte man sich die Kiste im Sinne eines Microcarsharings teilen. Das alles klingt sehr sinnvoll, hilft aber nicht, wenn die Karre wegbröselt und die Hinterachse klemmt.
Andere gute Argumente dagegen?
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Empfehlung heute: Feiertag in Bayern,
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 15. August 2007
Verblöden leicht gemacht

Und würde man es anders haben wollen, wäre der Aufwand viel zu gross. Nichts symbolisiert die Grenzenlosigkeit der Provinz besser als ihre natürliche Grenze nach Süden, der Auwald, der einerseits ein Paradies für lange Touren ist, aber andererseits in keine Richtung ein Ende nehmen will. Man kann hier tagelang durch das Unterholz jagen und muss keine einzige Wurzel zweimal überfahren. Aber raus kommt man auch nicht. Nur zurück in die Stadt.

Und dort ist das Leben angenehm und träge, es ist wie ersaufen im Sirup, und so funktioniert das hier schon immer. Alternativen sind zu weit weg und dann auch nicht wirklich besser. Das Vereinsleben ist umfassend, man muss sich nicht mal integrieren, man wird assimiliert. Man kann sich einfach so treiben lassen. Und wie nah das alles schon ist, habe ich heute gemerkt, als ich eine Einladung zu einem Kongress bekam, die meine Pläne für September um einen gigantischen Schlenker vom schon eingeplanten Autun im Burgund über Genf und ein paar Alpenstrecken bis hinauf nach Leipzig und Berlin erweitern wird. Und ich sofort zugesagt habe.
Danach maule ich auch nicht mehr bei so einem Sonnenuntergang über den mittelalterlichen Dächern, versprochen.
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Die Freude der Nahrugsmittelverordungsignoranz
Nichts versteht so eine Sau von den Freuden, die das Krumme, Ungleichmässige, schräg Gewachsene in sich birgt, das aus den Höfen einer fernen Region stammt, des Morgens gepflückt und gen Mittag verkauft wird. Wie eine Sammlung von barocken Godemichés, geschaffen für alle von der Klosterschülerin bis zur Abenteurerin und sicher auch einer modernen Juliette ausreichend, finden die Erzeugnisse allerkatholischster Bauern in der Stadt neue Freunde, und sei´s nur in der überhitzten Phantasie eines glühenden Sommertages.

Wie auch immer sie verwendet werden, welchen Topf sie von innen sehen oder welches weisse Fleisch
Libertinage und Rebellion, liebe Freunde, beginnt beim Essen.
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Empfehlung heute - Wir haben ja nichts
Da ist zum Beispiel der Gang und die Anlage meiner Räumlichkeiten. Die frühere Trennung in einen Teil für das Personal und einen Teil für die Herrschaften machte eine eigene, vom Gang aus betretbare Küchentür nötig. Wenn man so will: Der Personaleingang. Heute gibt es kein Personal mehr, eine Putzfrau beschäftigen allenfalls die Mieter, aber ich habe eine Aversion dagegen - schlimmer als gegen Ikea und Fastfood. Ein Personaleingang macht also keinen Sinn mehr. Und wie es der Zufall haben will, fand sich im Haus auch ein alter, flacher Garderobenschrank mit bekannter, massgefertigter Geschichte aus den 50er Jahren, den meine Frau Mama dem Sperrmüll übergeben wollte. Pfenninggut jedoch ist er, mit sauber eingesetzten Astlochfüllungen im Vollholz, gemacht von einem Könner seines Fachs und unter all den späteren Lack- und Tapetenschichten immer noch klassisch schön.

Er passt genau vor den Dienstboteneingang, hat mangels Rückwand bis zur Tür jetzt genug Tiefe, ersetzt die Garderobe, hält mir den Eingangsraum, nun das Wartezimmer für das kleine spanische Hofzeremoniell frei und bedurfte lediglich des Putzens und frischer Farbe. Weil, wir haben ja nichts. In der Küche gibt es das übliche, karge, selbstbereitete Mahl, und wenn wir die der fast heimischen Erde entrungenen, den Schweinen entrissenen Trüffelpilze kauen, träumen wir davon, wie es wohl sein mag, wenn man sich bei Ikea neue, teure, glänzende Möbel leisten kann und dann all die leckeren Speisen des modernen Personalersatzes fertig serviert bekommt.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 13. August 2007
Sehr zu empfehlen - Lesen gegen Abmahnugen
so spirito suo godere tra disatri vedeteDas klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber ich gebe es durchaus zu: Es gab in der letzten Zeit Abmahnungen gegen Kommerzblogger, die mir wirklich egal waren. Um zwei Namen zu nennen: Der Talkshowbeobachter Stefan Niggemeier, der nicht zum ersten Mal eine juristische Niederlage einstecken musste und den auch meine Gutmütigkeit bei seinem turiesken Verfälschen nicht davor bewahrt hat, dann von einem weniger netten Hersteller einer Anrufsendung vor den Kadi gezerrt zu werden. Und der Kieler Mathias Winks, der als MC Winkel trotz problematischem Umgang mit der Kenntlichmachung eines Gewinnspiels sich eine Abmahnung erst durch eine Äusserung einfing, die eine Hamburger Kiezgrösse nicht mochte. Mein Mitleidsgefühl ist nicht wirklich vorhanden, wenn so einer dann mit seinem von jedem Fachwissen unberührten Gegröle seine Leser anregt, alles andere als kluge Beiträge zu verfassen, die sie selber in Schwierigkeiten bringen können - und kurz darauf die Freunde von MC Winkel mit der IP einer Kieler Werbeagentur versuchen, an der Blogbar anonym Stimmung zu machen.
qual che possa nocchier fra le tempeste.
Having said this, möchte ich jedem raten, Abschied zu nehmen von der Illusion, die Blogosphäre würde effektiven Schutz gegen anwaltliche Angriffe bieten. Das kann sein, aber es setzt Mittel und Koalitionen voraus, die heute in Zeichen der Kommerzialisierung eher selten anzutreffen sind - namentlich, weil ich und andere es nicht einsehen, für Leute Stimmung zu machen, die vor allem ihren Profit im Auge zu haben. Und weil nicht jeder den Nerv hat, sich all die möglichen Probleme und Chancen bei einer Abmahnung aus dem Netz zusammenzuklauben, und der Gang zum Anwalt aus Präventionsgründen eher unwahrscheinlich ist, darf ich hier - unkommerziell und nicht bezahlt - auf eine Alternative hinweisen, die ein Bekannter vorgelegt hat, der sich aus persönlichen Gründen mit dem Thema hervorragend auskennt: Internet, Recht und Abzocke von Wolf-Dieter Roth, manchen vielleicht von seinem Kampf gegen den WDR und als Autor von Heise bekannt.

Wäre es ein anderes Thema, würde ich von einem Rundum-Sorglos-Paket sprechen, aber die darin dokumentierten Fälle geben keinen Anlass zum Hopsen durch grüne Wiesen. Vielmehr kann man sich schon fragen, ob die XXXXX die XXXXX voller XXXXXX haben und man nicht einen gewissen Teil der XXXXXXX unter XXXXX halten sollte, bis sie XXXXXXX sind. Mein Schweineorchester pfiff Händelarien, als ich das Buch gelesen habe - das soll ein Rechtsstaat sein?
Wie auch immer, das beste Mittel ist die Prävention, und darin sehe ich den Hauptnutzen des Buchs. Denn darin wird allgemeinverständlich erklärt, wo man sich halbwegs auf der sicheren Seite befindet. Bei dem Personal, das in Deutschland die Rechtspflege zu sein behauptet, wäre ich mir zwar nie sicher, aber das Lesen schärft die Sinne für das eigene Tun als Blogger. Nein, es ist kein Spass, sich mit sowas auseinanderzusetzen. Aber Krebsvorsorge ist auch nicht lustig, und dennoch sollte man lieber vorher was tun, bevor man nachher der Dumme ist. Selbst ich, der ich ohne Umwege über Sekretariate auf drei Anwälte zurückgreifen könnte, fand das Buch immer noch lehrreich und empfehlenswert. Denn die beste Abmahnung ist die, die nicht kommt. Und das ist weitaus mehr wert als die 29,50 Euro, die dieser Berg an Recherche und Informationen in Buchform kostet.
Viel Spass bei der Debatte, ich muss jetzt leider los, Strafanzeige stellen.
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Unterschätzte Geräusche
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Montag, 13. August 2007
Empfehlung heute: Auf der anderen Seite,

Denn einerseits liegt Seoul meines Wissens meist unter einer schauderhaften Abgasglocke, und andererseits hat man dort neukulturell bedingt ganz andere Probleme. Wir reden über eine Stadt, in der es normal ist, an öffentlichen Gebäuden Aufforderungen anzuschlagen, sich gefälligst neue Handys aus koreanischer Produktion zu kaufen, und ich nehme stark an, dass ein signifikanter Teil der dortigen Bevölkerung den Sonnanaufgang anschauen würde, käme er denn als kostenpflichtiger Download auf das Handy. Das kann auch dieses Photo hier und seinen Gegenstand erklären.
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Hommage für Brassaï

Nach dem Regen.
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Sonntag, 12. August 2007
Wenn es passiert

Ich fuhr heute so über gar nicht sommerliche Felder und dachte nach, ab wann mich die Krise betrifft und was geschehen muss, damit es mich persönlich ernsthaft erwischt. Das Geld, das ich mit gewissen Einschränkungen brauche, erwirtschaftet allein das Haus, selbst wenn drei Viertel der Mieter nicht mehr zahlen könnten. Und selbst dann könnte ich noch zwei Leute im Rahmen einer neuen Wohnungszwangswirtschaft aufnehmen. Sage keiner, das gäbe es in der BRD nicht; nach dem Krieg war das durchaus üblich, und man bemühte sich, ausgebombte Freunde einzuladen, bevor die Flüchtlinge kamen.
Historisch bedingt habe ich beste Kontakte auch zu Nahrungsproduzenten der Region, mit manchen bin ich sogar entfernt verwandt, und wenn es ganz übel kommen sollte, müsste ich mir wieder die Langwaffen meines Grossvaters holen und im Eichenwald ein paar Fasane schiessen, wenn ich schon zu blöd war, beizeiten nicht ein paar Investmentbanker geschossen zu haben. Nicht dass ich die Viecher dann essen würde, aber auch in schlechten Zeiten gibt es welche, die auf Rebhuhn und Reh nicht verzichten wollen, und dafür etwas zum Tausch anbieten können.
Aber damit es so weit kommt, müsste wirklich viel passieren. Vermutlich wird man in den USA auf die Kostenbremse treten und den Irakkrieg beenden, so spät natürlich, dass ein paar aufgeblasene Volkswirtschaften in Asien und Russland crashen, und die drei mageren Jahre werde ich schon packen. Vielleicht melde ich so lange die Barchetta ab, und lerne endlich mal selbst, wie man Apfel- und Birnengelee macht, oder Apfelschlehenmarmelade. Denn auf dem Weg zur unsommerlichen Landschaft radelte ich durch den 9Loch-Golfplatz mit seinen diversen 2-3Lochhuren, und dahinter ist ein Weg, an dem die Früchte jedes Jahr verfaulen, fallen, und von den Rädern der SUVs zerquetscht werden. Solange die Fonds noch was ausspucken, werden sie weiterhin über Essen fahren.
Insofern wäre eine mittelprächtige Krise wirklich nicht ganz schlecht.
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Der gute, alte Gruban
Zeigen Sie doch, was Sie können.
Und darunter steht aktuell auch, was Mediap kann:
Achtung: Durch einen defekt in unserer Newsletter-Software sind alle Anmeldungen bis zum 25.07. verlorengegangen. Bitte tragen Sie sich nochmal ein. Wir sind untröstlich.Und wenn ich im November in Mittweida auf einem Kongress zum Thema bin, weiss ich, was ich als Beispiel bringe, wenn es einer wagen sollte zu behaupten, Web2.0 sei ganz anders als die New Economy.
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Samstag, 11. August 2007
Empfehlung heute - Liquidität, Web2.0 und Werbung
Ein Jahr später gab es die anderen nicht mehr, und ich hatte die Lage viel zu optimistisch eingeschätzt. Ich habe einmal so einen Crash auf Ground Zero mitgemacht, und wenn jetzt die verwickelten Banken behaupten, man würde die Liquiditätsprobleme in den Griff bekommen, dann weiss ich, dass diesmal alles, ein ganzes System von Anlegern und Geldwirtschaft am Abgrund steht, und nicht nur ein paar Startups und blöde Aktiendeppen. Gerade habe ich einen Beschwichtigungsbeitrag eines Mietmauls gelesen, das damals schon von einer kleinen Korrektur sprach.
Die ersten beiden Opfer von Liquiditätskrisen heissen immer Anja und Tanja. Das war schon bei Cassiopeia so, und das wird im grössere Umfang jetzt gesamtwirtschaftlich kommen. All die BWLordelle von PR, Marketig und Werbung werden für längere Zeit wieder Leitungsprosecco saufen. Und Startups, die ihre Revenue Modelle auf Basis zukünftiger, üppiger Werbegelder ohne Rücksicht auf Klickraten und Umsetzung entwickelt hatten, werden noch länger an die überraschenden Folgen einer amerikanischen Pressspankrise denken. Und Debatten darüber, was Sonderformen wie virale Werbung bringen, wie aktuell beim Werbeblogger, werden einsame Zeugen einer goldenen Zeit sein, die dann doch nicht kam, vor dem Artensterben der Wasmitmedienlinge.
Im kommenden Winter brauche ich hier einen Schneeschipper, der auch den Hausgang streicht und ein Loft renoviert. Ich zahle Werbern luxuriöse 100 Euro Taschengeld pro Monat, und stelle den Schlafplatz (Schlafsack ihr, Matratze/Stroh ich) und Verpflegung. Solange sie nicht von ARS Berlin und Trigami sind.
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Nächster Halt auf dem Weg nach unten: Asienkrise!
Goldman Sachs.
Bis vorletzte Woche klang das nach einem guten Plan, und ich musste mir daheim und bei einigen Gartenempfängen desöfteren anhören, dass meine schon länger geäusserten Befürchtungen übertrieben gewesen sind. Und jetzt weiss der Fluss nucht mehr wohin mit all den Kadavern, und wäre das Wetter nicht so schlecht, würde ich heute Abend in der Pause der Open Air Oper ein paar sehr gehässige Dinge loswerden.
Ich sage etwas anderes. In den nächsten beiden Wochen dürfte in China Panik ausbrechen. Auf der einen Seite kann man in den immer noch enorm überbewerteten Märkten dringend benötigte Gewinne realisieren. Auf der anderen Seite halte ich das Risiko für einen Geldschein, den ich einem Cracksüchtigen Downtown LA gebe, für geringer als bei jedem erstklassigen Banker in Shanghai. China ist reif, überreif, da kann man noch was holen, und gleichzeitzig höchst labil, da werden auch die schönsten Währungsreserven des maroden Banksystems nichts mehr helfen. China ist das ideale Opfer der Krise: Unbeweglich, aufgedunsen, voller Deppen, die nicht wissen, dass es vorbei ist, und hier kann man schnell Probleme bereinigen, ohne dass daheim jemand auf die Idee kommt, aus Existenznot ein paar white-collar-Verbrecher in ihren Türmen zu unzunieten.
Nun - wir werden sehen.
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Ein Käfig für Narreteien

Diese Dachterasse. Das ist einer der Orte, bei dem ich auf den erste Blick das Gefühl hatte, daheim zu sein. Da oben gibt es keine Sorgen. Sorgen ist etwas für die, die unten sind, das hat sich seit den Idealstadtentwürfen der Renaissance nicht geändert - auch wenn es so deutlich keiner mehr ausspricht. Nun ist Mantua reich und diese dazu gehörende Wohnung ebenso unbezahlbar wie unverkäuflich, und ich habe schon drei Wohnungen und ausserdem eine Dachterasse, die auch nicht ganz schlechte Ausblicke zu bieten hat; Renaissance und Rokoko gibt es hier im Übermass. Es muss also nicht so sein, dass ich genau diese Terasse will, und dennoch, ich wusste lange nicht, ob ich diese Sehnsucht als Bild mit heim nehmen sollte.
Doch inzwischen bin ich froh, die Konstruktion gespeichert zu haben. Gestern war ich in einem Kaff, wo ein Meister meines Herrn Papa inzwischen einen eigenen Stahlbau betreibt, und dessen Junior wird kommen und auch für meine Dachterasse - eigentlich verwendet man dafür im Bayerischen das italienische Wort Altane, oder gar Altana - so eine Kuppel anfertigen. Der Neid und die Gier sind schliesslich die Grosseltern aller Dinge.
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Uffz Lochsprenger empfiehlt:
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 10. August 2007
Empfehlung heute: Neues Wort für Scheissjob:
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Lasst sie krepieren!
Und wenn jetzt die Banken verrecken, die sich bei solchen leichtfertig erteilten Krediten verspekuliert haben, sollte man sie einfach draufgehen lassen. Und die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen.
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here we go - § 131 StGB ist unser Freund
* (1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,Ich sag´s mal so: Unter diesem Gesichtspunkt ist es gar nicht klug, der Gegenseite gerichtsverwertbare Beweise für die eigene Urheberschaft solcher Werke zu liefern. Wirklich nicht. DumdiDum. Sollte da etwa...?
o 1. verbreitet,
o 2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
o 3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
o 4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
* (2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.
* (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.
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