Nun ja

Das Schöne an der aktuellen Lage ist ja - und ich merke das bei Google+ und an vielen anderen Orten - dass viele nicht begreifen, nicht begreifen wollen, wie nahe ein Drittel des Euroraumes an einem Argentinienszenario entlangschrammen. Es geht doch prima, keiner hat Hunger, gut, die Sache mit Silber, Gold und Franken schaut ungewöhnlich aus, aber wer braucht schon Franken? Man macht lieber noch eine Flasche Wein auf. Teetrinker dagegen werden eigentlich jeden Tag daran erinnert, was gerade los ist, wenn sie vor drei Jahren die richtigen Investments getätigt haben.



Man kann natürlich fragen, ob man sich nicht genauso ärgern kann, wenn man wusste, was da kommen wird. Und das Richtige getan hat. Und es so weit getan hat, wie es eben ging. Man kann nicht unbegrenzt Silberkannen kaufen, man hatte nicht grenzenlose Mittel, man tat, was man konnte, und jetzt würde man eben nicht mehr können. Was immer vor drei Jahren gut aussah, ist heute nur noch etwas für Spätkommer. Ich glaube weiterhin nicht, dass die Aktienkurse steigen. Es gibt lediglich eine Euroentwertung im Verhältnis zu Aktien. Und ich kann eigentlich jeden verstehen, der gerade nicht sein Geld in den PIIGS-Staaten investieren will. Es glaubt doch hoffentlich niemand ernsthaft, dass einem italienische Plutokraten oder die Murdoch-Appeaser mit geschenkten Spaaufenthalten wirklich sagen würden, wie es aussieht, wenn man mal die PR beiseite lässt. Und wir hängen mit denen ganz anders zusammen, als etwa die USA mit Argentinien.



Irgendwer treibt gerade das Thema Eurobonds, sprich, eine gemeinsame Verschuldung aller EU-Länder zugunsten der Investoren, die damit alle am Wickel haben. Diese Eurobonds sind angesichts der Konstruktion und Schwerfälligkeit der EU pures Gift, aber weil da genug Röslers rumlaufen, wird es aus Schonungsgründen für den Finanzsektor und aufgrund deren Wünsche dazu kommen - vielleicht offen, vielleicht versteckt, so wie der sog. Rettungsschirm auch schon eine Art postapokalyptischer Eurobond ist. Wir retten jetzt seit drei Jahren, Banken, Versicherungsn, Börsen, Staaten, wir sind keinen Millimeter weiter gekommen, und wie bei jeder Vollgastour mit Irren am Steuer wird das nicht unbegrenzt ohne Schäden ausgehen. Es ging los mit ein paar falsch bewerteten Häusern, und inzwischen liegt die EU in Scherben. Drei Jahre hatte man, sich daran zu gewöhnen, nochmal, nochmal, nochmal, und schau doch mal wer auf Google Plus ist. Für die anderen: Macht hin, kauft Euch Zeug, das ihr brauchen könnt und langfristig hilft, Kosten herunterzufahren, wenn es eng wird. Denn ein wackelnder Euro wird schon einige vor die Frage stellen: Brauche ich noch ein Auto?



Kann ich mir das Benzin noch leisten und spare ich nicht besser im Winter für die Heizung? Wir sind ja zum Glück in einem Land des Überflusses, man könnte uns die Hälfte nehmen, und wir wären immer noch komfortabel, relativ zu 1929 gesehen, aber vielleicht sollte man, da Silberkannen und Franken nicht mehr so toll sind, sich Gedanken über Dinge machen, die Werte erhalten und das Leben angenehm machen, wenn vieles andere nicht mehr geht. Nur für alle Fälle, falls es nach dem Währungsschnitt doch nicht so schnell nach oben geht, wie Frau Merkel das alternativlos mitteilen wird.

Montag, 18. Juli 2011, 19:51, von donalphons | |comment

 
"Für die anderen: Macht hin, kauft Euch Zeug, das ihr brauchen könnt und langfristig hilft, Kosten herunterzufahren, wenn es eng wird. "

Völlig richtig!

Und natürlich auch völlig sinnloses Zeug, das einem das Herz erwärmt, sollte man nicht zu knapp anschaffen.

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Kissen und Decken zum Beispiel. Und ich würde eventuall auch überlegen, wenn ich das nicht schon hätte. einen Raum warm auszumalen, damit er im Winter wärmer wirkt, und einen kälter, damit man im Sommer keine künstliche Kühlung braucht

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Ist es in Ihrem Palais bauartbedingt nicht im Sommer immer angenehm kühl?

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Relativ gesehen ja, aber im Hochsommer staut sich in der Stadt die Hitze - da schadet es gar nicht, wenn es drei Grad kälter aussieht. Ich ziehe ja immer zwischen den Räumen um, je nach Wetter und Jahreszeit.

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mmmh.
Wie war das mit der Kreditkartenblase in den USA ? Ooooh, vergessen und sicherlich immer noch nicht eingepreist worden...
Die einzige Option des Staates ist immer Geld zu drucken (und dies ohne Bindung an Gold, also an einen Wert). Das war nach den verlorenen Kriegen so um die Kriegsanleihen beim eigenen Volk zu entwerten; das wird so sein um die "Rettungspakete" in wertfreie PIIGS- Staaten numerisch finanzieren zu können.
Die Frage ist ja ob der Chinamann sich weiterhin hunderte Flugplätze im Neubau leisten kann (er ist ja dank seinem großem Gläubiger auch reichlich entwertet worden. Erinnert mich irgendwie im Vorneherein an das bundesdeutsche Straßennetz der Schlaglöcher...mmmh.
Naja, vielleicht schaffe ich es ja dank guter Bücher, guter Filme und einer Frau die mich und dieses mag zu überwintern ?

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Naja, die Amerikaner haben natürlich erheblich ihr Leverage verkleinert, sei es durch Default oder Sparen. Aber insgesamt bestehen alle Probleme bruchlos weiter, etwa die Sache mit den toxischen Papieren, die Lage bei den Hausfinanzierungen und obendrein ein Double Dip bei den Immobilienpreisen. Allein: Es gibt inzwischen Schlimmeres, nämlich Staatsbankrott, und zwar offen und nicht übertüncht.

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Und der Chinamann... der muss schauen, wo er bleibt. Irrsinn, das alles.

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und es sit ja nicht so als hätte der chinamann die probleme nur importiert. wie in so einer schnell wachsenden wirtschaft wohl auch nicht anders zu erwarten haben die auch heimisches blasenpotential zur genüge.
(nur um mal weiter schwarz zu malen)

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Gut, hier habe ich heute beim Haus- und Grundbesitzerverein eine Anzeige gesehen: Zuchering (Kaff weit draussen, ohne Auto eine Gruft), 26 m², 280 Euro Kaltmiete. Auch das ist blasenartig, allerdings kein Vergleich zu China.

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26m^2 für 280€ klingt doch fair, die Wohnheimzimmer hier vor Ort sind für das gleiche Geld kleiner. Und ohne eigens Kfz ist man hier auch eher am Ende der Welt. Ich musste dies im Studium drei Wochen gezwungener Maßen erleben. Danach wirkte der Kostenvoranschlag für die Autoreperatur doch nicht mehr so hoch.

Es geht also immer noch schlimmer.

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Der Chinamann…
… ist echt in der Zwickmühle: Kaufen sie weiter US-Bonds, werfen sie schlechtem Geld gutes hinterher. Hören sie auf: Sinken ihre Vorräte im Wert.
Der gemeine Chinese auf der Strasse hat nach den letzten Interviews den BRaten schon gerochen: Der weiss auch schon: Die Funktionärskaste wird nicht bluten müssen. Und wehe, wenn 1,x Milliarden zornig werden.
(Vor allem, wenn zu wenig Frauen da sind, und somit weiterer sozialer Sprengstoff hinzu kommt.)

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Sie sind scheinbar schon länger nicht mehr in der großen Stadt an der Isar gewesen. Ja, das ist weit draußen und ja, das ist teuer. Aber zur Zeit ist es wegen G8/G9 Abi so: wer hier für 10 EUR/qm neu mieten kann, würde dafür morden. Egal wo das Zimmer liegt und wie es aussieht.

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Muhaahaahaaa he hi hi hi ho ho ho ha ha
"Die Ratingagentur Moody's empfiehlt den Vereinigten Staaten, die Obergrenze bei der Staatsverschuldung abzuschaffen, um Investoren nicht zu verunsichern."

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CHR CHR CHR. Wenigstens haben wir nochmal gut gelacht.

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Immer wieder köstlich, wenn die Masken, oder das, was man dafür hielt, fallen.

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Können die Chinesen nicht amerikanische Unternehmensanteile kaufen, und Immobilien (z.B. all diese Bürotürme)? Das würde die Amis inzwischen womöglich sogar freuen, den Aktienkurs stabilisieren.
Warum kaufen sich die Chinesen nicht einfach die amerikanische Autoindustrie?

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Die amerikanische Autoindustrie, ha ha.

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die us autoschmieden ? ... so blöd ist auf der anderen Seite des Pazifiks niemand.

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Warum sollten sie ihren Sklaven in ihrer Kolonie keine veralteten Transportmittel geben?

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Der Besitz von GM würde den Zugang zu großen Märkten erleichtern, fehlendes Know-how könnte man injizieren.
Krise oder nicht, die USA sind ein riesiges Land und Autos verkauft werden immer.
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Wertpapiere sind auch keine Lösung mehr und wenn man der chinesische Staatsfond ist, kann man nicht nur kleine Rosinen picken, sondern muss dann schon auch ein paar große Brummer schlucken.
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Das größte Hindernis ist wohl die unterschiedliche Arbeitskultur, die fleißigen Chinesen haben Angst vor den amerikanischen Gewerkschaften mit ihrer kommunistischen Vollversorgungsmentalität.

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Eine schöne Kurbelgarnitur. Die Benutzung von so etwas spart mir etwa 100.- EUR im Monat an Benzinkosten. Ähnlich werthaltig die Anlieferung des befreundeten Dachdeckers dieser Tage: Ein großer Anhänger mit Brennholz für den Kachelofen. Das muss zwar noch gesägt und gehackt werden, aber auch dabei wird es einem warm und man braucht zudem kein Fitnessstudio.

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Außerhalb großer Städte sollte man jetzt in einen guten Notstromgenerator investieren und auch probieren, ob die Heizpumpe sich darüber betreiben läßt. Kommt die selbstgemachte Energiekrise mit dem Zusammenbruch unseres Geldsystems zusammen, kann es auch mal einige Monate keinen Strom geben.
Für meinen Wohnort Berlin mache ich mir keine Sorgen. Die meisten Kraftwerke stehen in der Stadt, und schon aus Gründen der Pöbelberuhigung wird es hier die Grundversorgung aus warmer Wohnung und Glotze und iphone geben.

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Wer einen ordentlichen Kachelofen besitzt, muß sich keine Sorgen um Heizungspumpen und -elektronik machen.

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Dann doch lieber einen Badeofen aus Kupfer. Auch in der Krise sollte man Stil bewahren und sauber sein.

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Also ich weiß nicht, ich neige nicht zum Schwarzsehen - es kommt erstens sowieso immer anders und zweitens als man denkt - aber diese Eurobond-Idee erscheint mir wie ein Selbstmord auf Raten, und alle sind dafür.
??

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das problem der eurobonds liegt meiner meinung nach v.a. in den falschen anreizen. der zur Zeit ohnehin geringe anreiz zu sparen würde dann völlig ausgehebelt und die PIIGS hätten gar keinen anreiz strukturreformen durchzuführen.
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dazu kommt dann noch die geringe deomokratische legitimierung der europäischen institutionen.

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Nur mal so ...
Hat hier tatsächlich irgendwer geglaubt, dies EU-Konstrukt könne unbeschadet den Tag überleben, an dem es der deutschen und französischen *Wirtschaft* mehr schadet als nutzt?
Das würde mich wundern (hatte doch selbst Maggie Th. einen ihrer zwei lichten Momente genau diesbezüglich)!
Es wird schon so kommen, wie's der Hausherr seit Monaten prophezeit, mit zweierlei Währungen im, ehömm, 'Euro-Raum'; die eurobond-Diskussion ist doch nur ein Beleg dafür, daß dieser Zustand nicht mit Verhandlungen herbei zu führen war ...
'Beggar my neighbour' – erprobtes Lieblingskonzept aller Exportwirtschaften. Da macht der Chinamann / die Chinafrau noch seine / ihre Hausaufgaben, siehe auch: südliches Afrika.

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