Empfehlung heute - Wir haben ja nichts
Ich kenne einen Oberhaifisch, der seine Fleischspiesse jenseits des Verfallsdatums erwirbt und sie in Butter brät, die durchaus schon ranzlig sein darf. So schlimm ist es bei uns noch nicht, aber auch hier gibt es kein Geld für überflüssigen Luxus, und man versucht, mit dem auszukommen, was da ist.
Da ist zum Beispiel der Gang und die Anlage meiner Räumlichkeiten. Die frühere Trennung in einen Teil für das Personal und einen Teil für die Herrschaften machte eine eigene, vom Gang aus betretbare Küchentür nötig. Wenn man so will: Der Personaleingang. Heute gibt es kein Personal mehr, eine Putzfrau beschäftigen allenfalls die Mieter, aber ich habe eine Aversion dagegen - schlimmer als gegen Ikea und Fastfood. Ein Personaleingang macht also keinen Sinn mehr. Und wie es der Zufall haben will, fand sich im Haus auch ein alter, flacher Garderobenschrank mit bekannter, massgefertigter Geschichte aus den 50er Jahren, den meine Frau Mama dem Sperrmüll übergeben wollte. Pfenninggut jedoch ist er, mit sauber eingesetzten Astlochfüllungen im Vollholz, gemacht von einem Könner seines Fachs und unter all den späteren Lack- und Tapetenschichten immer noch klassisch schön.
Er passt genau vor den Dienstboteneingang, hat mangels Rückwand bis zur Tür jetzt genug Tiefe, ersetzt die Garderobe, hält mir den Eingangsraum, nun das Wartezimmer für das kleine spanische Hofzeremoniell frei und bedurfte lediglich des Putzens und frischer Farbe. Weil, wir haben ja nichts. In der Küche gibt es das übliche, karge, selbstbereitete Mahl, und wenn wir die der fast heimischen Erde entrungenen, den Schweinen entrissenen Trüffelpilze kauen, träumen wir davon, wie es wohl sein mag, wenn man sich bei Ikea neue, teure, glänzende Möbel leisten kann und dann all die leckeren Speisen des modernen Personalersatzes fertig serviert bekommt.
Da ist zum Beispiel der Gang und die Anlage meiner Räumlichkeiten. Die frühere Trennung in einen Teil für das Personal und einen Teil für die Herrschaften machte eine eigene, vom Gang aus betretbare Küchentür nötig. Wenn man so will: Der Personaleingang. Heute gibt es kein Personal mehr, eine Putzfrau beschäftigen allenfalls die Mieter, aber ich habe eine Aversion dagegen - schlimmer als gegen Ikea und Fastfood. Ein Personaleingang macht also keinen Sinn mehr. Und wie es der Zufall haben will, fand sich im Haus auch ein alter, flacher Garderobenschrank mit bekannter, massgefertigter Geschichte aus den 50er Jahren, den meine Frau Mama dem Sperrmüll übergeben wollte. Pfenninggut jedoch ist er, mit sauber eingesetzten Astlochfüllungen im Vollholz, gemacht von einem Könner seines Fachs und unter all den späteren Lack- und Tapetenschichten immer noch klassisch schön.
Er passt genau vor den Dienstboteneingang, hat mangels Rückwand bis zur Tür jetzt genug Tiefe, ersetzt die Garderobe, hält mir den Eingangsraum, nun das Wartezimmer für das kleine spanische Hofzeremoniell frei und bedurfte lediglich des Putzens und frischer Farbe. Weil, wir haben ja nichts. In der Küche gibt es das übliche, karge, selbstbereitete Mahl, und wenn wir die der fast heimischen Erde entrungenen, den Schweinen entrissenen Trüffelpilze kauen, träumen wir davon, wie es wohl sein mag, wenn man sich bei Ikea neue, teure, glänzende Möbel leisten kann und dann all die leckeren Speisen des modernen Personalersatzes fertig serviert bekommt.
donalphons, 05:29h
Dienstag, 14. August 2007, 05:29, von donalphons |
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manuel_le,
Dienstag, 14. August 2007, 10:47
Hab ich das richtig verstanden - der Schrank verdeckt die Botentür? Also irgendwie auch ein "Geheimschrank", wenn man die rückwärtige Wand weglassen würde?? Schön!
Auch wenn ich etwas Angst hätte, ab und an gegen den Stuhl da zu kommen, beim schnellen Sich-durch-den-Flur-Bewegen. Und was ist das da für eine Strippe? Sieht aus, als hänge ein Videospiel-Controller dran ;-)
PS: bei thewvsr.com gibt es auch noch ein "Review" von dem KFC-Sp#rma-Gebäck. Auch lecker!
Auch wenn ich etwas Angst hätte, ab und an gegen den Stuhl da zu kommen, beim schnellen Sich-durch-den-Flur-Bewegen. Und was ist das da für eine Strippe? Sieht aus, als hänge ein Videospiel-Controller dran ;-)
PS: bei thewvsr.com gibt es auch noch ein "Review" von dem KFC-Sp#rma-Gebäck. Auch lecker!
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 13:16
Naaaa, Leere ist das einzige, was es hier im Überfluss gibt. Da kommt auch eine Horde Kleinkinder im Schweinsgalopp vorbei. Und die Antenne muss zum Verbreiten des WLANs sein. Allein könnte ich mir das nicht leisten.
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 13:41
Und man könnte da schon so eine Art Geheimtür machen. Aber wozu? Ich muss meine Maitressen vor keinem verstecken.
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rationalstuermer,
Dienstag, 14. August 2007, 12:55
Du könntst einen aber wirklich derbarmen. Findt sich denn keiner, der einen Hut rumgehen lassen will?
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 13:17
Lieber arm als adical!
Aber so verarmtes Bürgertum hat auch seinen morbiden Reiz.
Aber so verarmtes Bürgertum hat auch seinen morbiden Reiz.
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jan42,
Dienstag, 14. August 2007, 13:29
Erschreckt las ich von der Aufhebung der Trennung von Personal und Herrschaft. Aber ein Stein viel mir vom Herzen, als ich las Ihr beschäftigt gar kein Personal mehr.
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 15:17
Der Verfall ist indes nicht mein Verdienst, und auch eine Haushälterin gibt es schon länger nicht mehr.
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derherold,
Dienstag, 14. August 2007, 14:07
"... Ich muss meine Maitressen vor keinem verstecken. ..."
Wie langweilig. Du könntest wenigstens etwas mit einer verheirateten Frau anfangen. :(
Wie langweilig. Du könntest wenigstens etwas mit einer verheirateten Frau anfangen. :(
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 15:16
So etwas bekrittelte weiland schon die Marquise von Merteuil bei Valmont, und sie hatte recht. Ich nehme keinem Tennislehrer die Arbeit weg.
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grigorian,
Dienstag, 14. August 2007, 15:33
Aber das ein oder andere lästerliche laszive Luder wird schon geruhen, unterm Lüster lustvoll auf der Ottomane sich zu räkeln?
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 15:39
Denen schiebt man dann zu Händels Kantaten für den Kardinal Pamphili, HWV 170, die ein oder andere am Haus gewachsene Traube in den Mund. Manchmal, in den nicht gaz so düstere Momenten; für echte Kurtisanen jedoch ist leider kein Geld da.
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grigorian,
Dienstag, 14. August 2007, 15:43
Wären Elitessen denn für den an der Quelle sitzenden Connaisseur nicht leicht zu haben?
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donalphons,
Dienstag, 14. August 2007, 16:04
Elitessen?
Anderes Thema bitte.
Der Stand bringt es nun mal mit sich, dass Verstecken nicht passt. Als aufgeklärter Autokrat tut man einfach, selbst wenn die Leibeigenen heute "Mieter" genannt werden.
Der Stand bringt es nun mal mit sich, dass Verstecken nicht passt. Als aufgeklärter Autokrat tut man einfach, selbst wenn die Leibeigenen heute "Mieter" genannt werden.
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