: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 25. März 2005

Geht es für Google noch schlimmer

als als das hier? Mit den nach Keywörtern und Regionen geschalteten Google Ads überhaupt kein Problem! Von hier, wo es ohnehin schon um Nazi-Content bei Google News geht, gescreenshottet:



Ads by Google
Prejudice
Top Angebote jetzt sofort zum Kracherpreis kaufen!
www.eBay.de/sofortkaufen
Racism
Date Hundreds of Thousands of Singles from Other Races, Cultures
www.InterracialMatch.com

Kracherpreise für Vorurteile und angewandter Sex-Rassismus brought to you by Google! Ganz prima! Super kontextsensitiv, gerade in diesem Fall!

Eine kleine vorrausschauende Formulierungshilfe von mir für Google-Sprecher und Blog-Überwacher-Wannabe Stefan Keuchel:

"Also persönlich finde ich das zum Kotzen, für Vorurteile und Rassismus zu werben, aber wir tun natürlich nichts Böses, wie schon unsere Company Vision sagt, denn es gibt eben beim Sex auch die eine oder andere Seite, und man muss Vorurteile unter verschiedenen Blickwinkeln sehen, und dazu muss man sie natürlich erst mal bei unseren Werbepartnern zum Kracherpreis kaufen. Sollten wir aber feststellen, dass Sex-Rassismus und der Handel mit Vorurteilen selbst zum Kracherpreis strafrechtliche Inhalte sind, werden wir das sofort entfernen."

... link (9 Kommentare)   ... comment


Deutsches Google - newst nur Deutsches Braun!

Ich fasse es nicht - Google Deutschland nibelungentreut weiterhin mit der rechtsextremen National Zeitung und behält sie in ihrem News-Angebot. "Die «interne Diskussion» über die Verwendung der nationalistischen Nachrichtenangebote sei noch nicht abgeschlossen," sagt der inzwischen wohlbekannte Überwacher und deutsche Google-Sprecher Stefan Keuchel in einer weiteren seiner Einlassungen, die zeigen, dass "sagen" auch "unsäglich" sein kann.

Von einer Entscheidung in Amerika, die National Zeitung zu entfernen, will Keuchel nichts wissen. Na, bei so einer internen Kommunikation, wo der amerikanische Boss es über Medien verbreitet und der Überwacher Keuchel es nicht weiss, wundert mich gar nichts mehr. Und so jemand, der noch nicht mal im eigenen Laden informiert wird, will Seminare über PR und Blogs halten? Hallo? Wer mal sehen will, wie Blogs solche issues auch über den Atlantik tragen können, mag sich mal bitte das hier durchlesen und die Links clicken.

... link (2 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 21. März 2005

Bloggerfrei

Nur falls jemand denkt, Blogger würden von der Journaille und ihren Wurmfortsätzen PR und Marketing jemals als Gesprächspartner wahrgenommen: They don´t need no stinkin´bloggers to do their business. Einfach die Pressemitteilungen des Elite-"Netzwerks Recherche" lesen. Sagt alles.

... link (31 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 20. März 2005

Die Bilder

für diese Veranstaltung sind nebst einigen Bemerkungen bei Andrea. Die da war und moralisch unterstützt hat.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Gestern, am Spiegel-Stand

Die erste Angst, die ich hatte, war unbegründet. Man muss sich das so vorstellen: Am Stand sind eigentlich nur die Redner, die Zuhörer sind praktisch auf dem Gang und blockieren damit den Weg. Und sind wahrscheinlich schnell wider weg, wenn es langweilig wird. Auf Buchmessen sieht man das oft: Einsame Leser irgendwo, vor ihnen latschen die Leute vorbei, furchtbar, danach mag man eigentlich gar kein Buch mehr machen. Aber die Leute kamen, blieben, es gab schnell eine Traube von Zuhörern, und fast alle ausser einem nun wirklich sehr alten Paar sind geblieben. So weit, so gut.



Frank Patalong war eigentlich nur für einen anderen Kollgen eingesprungen, hatte sich aber vorbereitet und kannte, wie einige andere SPON-Mitarbeiter, das Buch. Er hatte sich an meinen Thesen zum Versagen des Journalismus im Netz festgebissen, und logischerweise viel daran auszusetzen. Was ich als Journalist verstehen könnte, denn solche Thesen hasst man als Journalist instinktiv. Daher kamen wohl auch die steten Beteuerungen, dass man sich bei SPON als Marktführer sehr wohl fühlt, gigantisch viele Leser hat, das Richtige zu tun glaubt, und auf der anderen Seite die Blogger unverhältnismässig viel Aufmerksamkeit (wie etwa beim Spiegel gerade jetzt) bekommen, relativ gesehen winzig sind und nicht im Mindesten eine Bedrohung, und auch kein Korrektiv. Stilistisch sei der Spiegel ja auch sehr frei, und irgendwie hatte ich den Eindruck, wenn das alles so stimmt, dann dürfte ich nur einen Leser haben, mich selbst, und alle anderen müssten beim Spiegel sein und den unsagbar toll finden.

Ich habe nach dem Gespräch nicht den Eindruck, dass die andere Seite komplett verpennt, dass da etwas im Entstehen ist. Aber ich habe den Eindruck, dass man die Blogleser und Blogger für irregeleitete Schäfchen hält, eine Art Modeerscheinung, die kommt und geht. In meinem Fall führte Patalong den Erfolg von Rebellmarkt und Blogbar auf den aggressiven Stil zurück, so nach dem Motto: Der macht Rabatz und schreit rum, kein Wunder, dass da alle gucken. Wahrscheinlich haben Journalisten wie Patalong für jedes Blog eine derartige Erklärung: Bei Lyssa ist es der Sex, beim Schockwellenreiter die vielen Updates, bi IT&W der Fetisch Mac, bei Lumma der legendäre Dönerstag - aber letztlich ist die Verirrung der blöden Leser hin zum Blogmüll immer nur ein Betriebsunfall.

Patalong blogt nicht. Patalong begreift nicht den Sog eines gut laufenden, mit viel Liebe und Engagement geschriebenen Blogs. Das ist kein Vorwurf, nur eine Tatsache. Entsprechend überrascht war er dann, dass alle Publikumsfragen mehr oder weniger gegen den Spiegel oder den Journalismus gingen. Danach meinte er, es wären schon ziemlich viele Blogger da gewesen... in fact, nur Andrea und Frank waren aus meinem Bekanntenkreis da, und die haben keine Fragen gestellt. Ich bin mir nicht sicher, ob er verstanden hat, was da abging: Das Selbstbild der grossen Nachrichtenquelle wurde angegriffen, und kein einziger stellte sich hin und verteidigte den Spiegel. Wenn mir so was bei einer Lesung passieren würde, bekäme ich massive Selbstzweifel - für Patalong dürfte diese Real Life Experience mit seinen Lesern nicht mehr als ein weiterer Betriebsunfall gewesen sein; da hat der Don halt seinen Mob zusammengetrommelt. Das Thema "Literarische Qualität von Blogs" fand dagegen nicht statt; schade eigentlich.



Im Übrigen war es wie so oft; hinter der Bühne konnte man privat einiges flexibler sehen, als man es vorne rum vertrat. Für mich sind viele Entwicklungen hin zu einem Napster-Journalismus auch nicht immer die reine Freude, die Geschwindigkeit des Wachstums sowohl der Blogger als auch der Leser ist wahrscheinlich zu hoch, als dass es detaillierten Überlegungen zum Phänomen an sich gut tun würde - früher oder später wird es dabei unweigerlich zu grösseren Pleiten kommen, doch die Dynamik ist nicht zu bremsen, selbst wenn man es wollte. Den Medien fliegt diese Entwicklung um die Ohren, und das ist der Grund, warum sie bei allem Gemecker bald wieder über den Betriebsunfall berichten werden. Voll bei Bewusstsein, aber ohne Verstand. Und eher unfähig, als Beamte der Informationskontrolle das Abenteuer der Kommunikation zu begreifen.

Ich fand das Gespräch gestern ganz grosse klasse, es hat sehr viel Spass gemacht. Aber es war, denke ich, ein einseitiges Vergnügen.

... link (28 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 19. März 2005

Ablauf heute

Um 13 Uhr bin ich beim Spiegel Stand, Hall3, Stand D 104. Nein, Live Blogging wird es wohl eher nicht geben. Aber später dann eine Zusammenfassung. Wahrscheinlich erst am Sonntag. Es sei denn, ich finde irgendwo einen Hotspot in Leipzig.



Abb: Wikipedia-Tiefflieger beim Zielaflug von 12 Uhr. Mann, war ich froh, nicht im Visier zu sein...

[PPDATE:] Kein Hotspot. Aber der Mitschnitt des gesprächs ist hier bei Audible-Podcasts. Danke an alle die da waren, beim Clash of Cultures. Ich werde erst noch mal eine Nacht drüber schlafen, und nachdenken. Besonders über die Schwierigkeiten der Journalisten, das Ganze zu erfassen. Und der vollkommen respektlose Umgang der Leser mit Medien.

Die Bruchstellen in der Medienrealität sind nichts Neues, aber sie mal so öffentlich knirschen zu hören, war für den Journalisten, den ich da oben auch nicht ganz ausblenden konnte, schon ziemlich heftig. Haben Medien noch sowas wie Glaubwürdigkeit? Meinen Schülern wird beigebracht: Selbstverständlich. Das heute war: Eher nicht. Die Folgen? Nimmt man die Medientheorie Ernst, müsste man sich als Journalist Sorgen um seinen Beruf machen.

... link (37 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 18. März 2005

Steilvorlage für Morgen beim Spiegel

Das hier. Eine Spiegeltochter druckt den Aufsatz eines Professors über ein Projekt einer Firma (Singapore Airlines) ab, für die er laut Aussage seiner eigenen Seite als Berater angegeben ist (ohne dass das jenseits der unkritischen Schleimerei Berichterstattung klar werden würde).

Das Problem lag schon bei der englischen Ausgabe vor, die den Artikel ebenso enthalten hat - aber das ist keine Entschuldigung.

[UPDATE:] Ganz nebenbei enthält der Artikel noch eine grenzwertige Behaupung, Zitat:

"Stellen Sie sich eine Fluggesellschaft vor, bei der Passagiere [...] in weniger als 60 Sekunden mühelos Check-in, Zoll, Sicherheitskontrolle und Boarding passieren können [...] Singapore Airlines (SIA) und der Changi Airport arbeiten an einem solchen System [..] Im November 2004 begannen SIA und der Airport mit 9000 Vielfliegern einen sechsmonatigen Pilottest ihres Angebots "Fully Automated Seamless Travel".

Aha. Nur zu doof, dass es so einfach wohl doch nicht ist, laut Betreiber:

While the normal process may take between 8 and 15 minutes, the FAST traveller will be cleared in less than 2 minutes at the dedicated FAST lane.

Stellen Sie sich vor, sie werden in der Performance eines Systems um 100% angelogen... und wie liest sich das dann? So:

Die Möglichkeiten der Biometrie [...] werden unserer Meinung nach weniger durch Technologie, gesetzliche Vorschriften oder die öffentliche Akzeptanz begrenzt als durch mangelnde Fantasie.

Zum Glück gibt´s ja noch das Manager Magazin.

... link (10 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 17. März 2005

Für alte DCT-Freunde ein Hinweis:

Ich bin heute in der Wiwo. Eher positiv. They don´t make DCT-Haters as they used to. (Damals, als wir noch das Wettrennen der Dotcomtod-Wölfe gegen die Wiwo-Pudel veranstalteten, als sie hektisch einen Artikel dreimal umgeschrieben haben, hach...)

... link (24 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 16. März 2005

Blogwarte für 275 Euro

einschliesslichlich kleinem Buffet. Aus dem Angebot:

Inhalt:
* Weblogs professionell überwachen
* Wann sollten Sie sich als PR-Verantwortlicher einmischen
* Stellungnahmen und selbst „bloggen“ – richtig oder falsch?
* Weblogs als Instrument der Unternehmens-Kommunikation nutzbar machen
* Kontaktaufnahme zu Bloggern


He, Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland (seine Blog-Keuchelein sind hier), davor bei schon so oft gedissten Peinlichkeiten wie Ketchum, Edelmann, Public, Boettcher Hinrichs (wie war da übrigens Dein Exit? Ketchum hat ja mit blauen Briefen ziemlich abgebaut ;-) ) ich mache Dir auch ein Angebot: Ich trete einen Teilnehmer anschliessend in den Dreck, und wenn der es nicht verhindern kann, weil ein Vormittag mit kleinem Buffet eben doch nicht ausreicht, zahlst Du ihm das Geld zurück.Da wird es auch nicht helfen, wenn Du Ihnen mit dem Stichwort "First Mover" Corporate Blogs andrehst.

Für alle, die hier über Suche reinkommen: Es gibt keine erfolgreichen Business Blogs, und man kann auch nichts dagegen tun, wenn die Blogs mal loslegen.

Eigentlich müsste man den Knilch von der verantwortlichen Firma Directnews AG kreuzigen, dass sie sowas veröffentlichen und an Blogger rausschicken. Guerillamarketing, das nur in der eigenen Fresse landen kann.

... link (33 Kommentare)   ... comment



: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 15. März 2005

Dummdidumm

Da lese ich doch gerne den Focus - offensichtlich wurde da ein entsprechender Hinweis von hier Ernst genommen:

In eigener Sache: Fehler bei FOCUS Online

Im CeBIT-Special von FOCUS Online sind in den
vergangenen Tagen Fehler passiert. Einige
Pressetexte von Unternehmen sind als
FOCUS Online-Produktnews veröffentlicht worden.

Aufmerksame Blogger haben uns darauf hingewiesen.
Wir haben die betreffenden Texte von der Seite
genommen.

Die Chefredaktion von FOCUS Online bedauert
die Fehler. Sie entsprechen nicht den journalistischen Standards von FOCUS Online.


Der Screenshot ist eine Waffe.

... link (15 Kommentare)   ... comment