Dienstag, 26. April 2005
Ex-Milliardenunternehmen revisited

Wer 2000 nicht dabei war bei der New Econmomy, dem muss das nichts sagen. Damals war das eine der grössten Internetagenturen des Landes, den Aufsichtsratvorsitz hatte Lothar Späth inne. Manche Aktionäre glaubten, solange der Internet-Visionär Späth bei seinen Verbindungen die Finger im Spiel hatte, könnte nichts schief gehen. die Aktie lag vor dem Crash im Frühjahr 2000 bei über 80 Euro. Der Chef, Gründer und Grossaktionär Bernd Kolb war enorm reich.
Heute sind es keine zwei Euro mehr, selbst die, die beim IPO-Kurs gekauft haben, haben über 90% Wertverlust. Die Marktkapitalisierung der Firma liegt bei 18 Millionen. Bernd Kolb ist auch in den Medien kein besonderes Thema mehr, von Einladungen zu grossen Talkshows über die Zukunft der New Economy ganz zu schweigen.
Irgendwo hinter den roten Stahltüren arbeiten sie - angeblich. Ich sitze mit meiner kleinen Schwester eine Stunde im Cafe Maybach gegenüber, und kein einziger penetranter New Eco Typ rennt uns über den Weg. Da drüben ist es wie ausgestorben.
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Real Life 26.04.2005 - Underdressed

Du schaust an die Decke und hörst nicht allzu genau hin, während sich das Gespräch in Richtung stilbildende Gucci-Taschen aus Schlangenleder mit Bambusgriffen und die Wertsteigerung dergleichen entwickelt, schliesslich gibt es alte, reiche Frauen, die so etwas sammeln. Nebenan versucht ein Kommunionsanzugträger den Eindruck zu erwecken, er sei eine gute Partie für die Nacht. Sein Ziel kichert blöde und ist wahrscheinlich schon too drunk to fuck, aber immer noch nüchtern genug, um sich hnachher von ihm das Raxi für den Weg nach Hause zahlen zu lassen. Das gemischte Publikum wird mit gemischter Musik wie aus einem Radioprogramm belästigt. Draussen zieht die Provinz vorbei, terribly underdressed, aber sie haben ja nichts anderes. Vor uns zahlen zwei Mädchen, die ihr letztes Geld zusammenkratzen müssen, weil sie sadly das mit der Happy Hour falsch getimed haben.
Als du sie in ihrem Nobelhotel abgeliefert hast, das im Belegungsnotstand vollgepfercht mit Pauschaltouristen aus Wanne-Eickel ist, schaltest du das Radio ein und hörst die Sendung, in der du nächste Woche eingeladen bist. Jemand erklärt was über die spezielle Relativitätstheorie und Zeitverschiebungen, über Stauchungen und Zeitraffer, was du gut verstehen kannst, denn dein Leben steht manchmal mit atemberaubender Geschwindigkeit still. So wie nach diesem Abend in diesem Club.
Wenigstens weisst du jetzt schon einen Titel für nächsten Montag: Dead Kennedys - Too drunk to fuck. Muss sein. Und Bohren and the Club of Gore. Nachlader, an die Wand. Pizzicato Five, von Vinyl. Und deine Freunde von Les Mercredis. Sowieso. Wer das noch nicht hat: Lade es jetzt runter und sag es weiter.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 25. April 2005
Journaille, kotzend ohne Ende
Statt dessen bringt Spiegel Online Wischiwaschi über Neubau-Siedlungen von Schwarzarbeitern, die man "tausendfach" im Osteuropa finden würde. Alte nicht beweisbare Behauptungen werden gestrichen, neue erfunden. He, "Politik-Redakteur" Claus Christian Malzahn - zähl mal die tausendfachen Siedlungen auf! Beweise bitte. Und wenn sie nicht tausendfach sind: Dann reden wir mal über Begriffe wie "Lügen", "Kampagnenjournalismus" und auch gerne mal über die "Kriminalisierung ganzer Völker".
Nachtrag: SPON-Autor Yassin Musharbash macht natürlich weiter mit der Fama von der massiven Nutzung der Visa zur Einschleusung von Zwangsprostituierten - obwohl schon vor Monaten die entsprechenden Stellen gesagt haben, ihnen wären keine derartigen Fälle bekannt.
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GO2Amtsgericht Medien AG
Es ist schon eine etwas grenzwertige Erfahrung, durch die Reste ruinierter Grossbürgerhaushalte zu streifen und zu überlegen, mit was sie sich die Kugel gegeben haben - Aktienfonds am Neuen Markt? Immobilien in Leipzig? Gescheiterte Filmprojekte? Ein sicherer Cocktail aus alledem? Und sie kauft und kauft, mit Geld, das beim Zusammenbruch der windigen Konstrukte bekommt. Sie investiert in Antiquitäten, weil es sicher ist. Sagt sie. Das sollte einem zu Denken geben. 12o sichere Punkte für mich.
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Wort zum Wochenbeginn
Nun, wie Maxim Biller immer so schön sagt, wir reden hier zwar miteinander, aber wir kennen uns nicht. Das zwingt mich, ähnlich wie bei einer Lesung mit ein paar Dutzend Anwesenden zu einer Doppelstrategie. Trotz der Situation - ich vorne am Mikro oder als Admin, Ihr unten im Publikum oder als Leser, haben wir eine gewisse private Amosphäre; schliesslich sind manche auch hier, um Kumpels zu treffen, lümmeln sich mit dem Bier in den Kommentarsofas und pflegen mit mir einen sehr entspannten Umgang. Wenn ich etwa diesen Beitrag poste, zeigt mir der Besucherzähler nebenan, dass hier so eine typische, besser besuchte Lesung stattfindet: 20 sind sowieso schon da, 20 kommen gleich und schauen, was da los ist. Anhand der Server erkenne ich dann auch gleich die üblichen Verdächtigen, die Heavy User, die alten Freunde und Kupferstecher.
Andererseits ziehen hier in Wirklichkeit täglich 2000 oder mehr Besucher durch. Das ist dann schon nicht mehr die Lesung unter Freunden. Meine allererste Lesung in München, als Liquide noch nicht mal einen Verlag hatte, wurde aus einem ähnlichen Grund zum Fiasko: Es war die lange Nacht der Bücher, und neben den 30 Leuten im Club zogen hinten ein paar hundert mit einer Schaunwirmal-Haltung durch den Laden, gingen oder blieben kurz stehen, tuschelten was oder machten an der Bar Krach, weil die Bedienung während der Lesung keinen Prosecco verteilen wollte. Gegenüber dieser Masse gibt es keine Privatheit, das droht in eine stinknormale Medienöffentlichkeit zu werden, Autor und Publikum machen sich gegenseitig austauschbar.
Bisher ist es immer gelungen, zwischen dem - für mich, medienrechtlich mag das anders sein - halbprivaten und halböffentlichen Charakter dieses Blogs eine Balance zu finden. Es ist über eineinhalb Jahre langsam, aber beständig gewachsen, und ich habe gelernt, mit immer grösseren Besucherzahlen in einem von mir und meiner Zweitpersönlichkeit allein betriebenen Leseclub umzugehen. Wenn etas zu brenzlig wird, wird es halt fiktionalisiert, fertig, basta, ich bin Schriftsteller und kann das hoffentlich so, dass die Message trotzdem richtig rüber kommt. Die Leser unten im Publikum wissen das, wie sie auch in einem Dokufilm bei nachgestellten Szenen wissen, dass das jetzt keine Originalaufnahmen sind. Und weil das so ist, kann ich dieses Mittel eher sparsam einsetzen, denn niemand kann sich sicher sein, was jetzt fiktiv oder real ist - wenn man überhaupt von Realität in Zusammenhang mit einem erfundenen Autor namens Don Alphonso sprechen will.
Dieser Text hier ist definitiv nicht fiktional, er ist sehr privat und dennoch öffentlich gemeint, kurz: Dieser Text ist anders. Das hat seinen Grund in der Debatte, die am letzten Wochenende gelaufen ist. Manche nennen den Fall "Sebas vs. Marie" das übliche Gezänk in Kleinbloggersdorf, aber in meinen Augen ist das absolut nicht so. Manche scheinen überhaupt kein Problem damit zu haben, wenn ein Blogger bis ins letzte Detail ausspioniert und die Erkenntnisse dann veröffentlicht werden, wenn der Täter dem Publikum dabei nur ausreichend nachvollziehbare moralische Begründung präsentieren kann, und es in eine spannende Serie vergleichbar einer Reality Soap verpackt.
Liebe Leser, die wir uns nicht kennen: Wer sowas in Ordnung findet, der tut mir absolut keinen Gefallen, wenn er hier ist. Wer sowas in Ordnung findet, hat Kriterien, ab wann er das in Ordnung findet. Ich habe in meinem realen Leben einiges über Folter geschrieben, namentlich im Nahen Osten, wo man, etwa in Israel, versucht, das Thema mit ähnlichen Kriterien ein wenig zuzulassen. Das Thema hat dort eine ganz andere Dimension, aber die grundsätzlichen Erkenntnisse lassen sich übertragen: Wenn man so etwas erst mal in einem gewissen Rahmen akzeptiert, wird es sofort Begehrlichkeiten geben, diesen Rahmen auszuweiten. Aus den Kriterien werden dann Wort, und Worte sind Auslegungssache. Die Blogs haben noch nicht mal einen obersten Gerichtshof wie in Israel, der dauernd mit dem eigenen Fluch zu kämpfen hat: Dass die Kriterien im Tagesgeschäft geschäftsmässig missachtet und aufgeweicht werden. Hier herrscht Anarchie, jeder kann tun, was er will. Jeder muss sich selbst am Riemen reissen, wenn er es denn tut. Ich befürchte, dass die Bereitschaft dazu nicht überall vorhanden ist.
Blogger sind keine Personen des öffentlichen Lebens, auch wenn sie halböffentlich publizieren. Es gibt weder formaljuristisch noch nach meiner Meinung moralisch das Recht, sie aufgrund ihres Blogs vollöffentlich in einem anderen Blog vorzuführen. Blogger haben ein Recht auf Privatsphäre, auf Lügen und Erfindungen, solange es im Rahmen der deutschen Gesetze bleibt. Wer das nicht beachtet, ist für dieses Blog hier eine tickende Bombe. Wir kennen uns nicht, aber vielleicht lernen wir uns mal kennen, und es ist nicht wirklich doll, sei es per Mail, Telefon oder privat. Und dann werden eben private Mails veröffentlicht, wie letzthin schon mal - öffentlich - angedroht. Oder weiss der Geier was erfunden, unterstellt, verfälscht, aufgesext, auf die Zielgruppe potentieller Donhasser hingedreht - moralische Entrüstung vorrausgesetzt, ist da vieles möglich, solange man nur die Kriterien des Erlaubten kreativ anpasst.
Diese Leute möchte ich in aller Höflichkeit ersuchen: Geht mit Euren Kriterien fürs Blossstellen und Ausspionieren von Privatpersonen irgendwohin, wo man diese moralische Flexibilität schätzt. Trefft Euch mit Euresgleichen. Respektiert diejenigen, die für sich fiktionale Räume in Anspruch nehmen, ganz gleich ob in der Halbprivatheit des Blog oder dem in sie fliessend übergehenden Privatleben. Keiner zwingt Euch, hier zu sein. Es gibt für Euch keine Garantie, dass Eure Erwartungen im realen Leben erfüllt werden, und für mich keine Garantie, dass Ihr mich nicht ausspioniert.
Ich bin seit ein paar Jahren 33 Jahre alt.
Ich heisse Don Alphonso Porcamadonna.
Und ich reisse allen den Arsch auf und stecke eine juristische Granate rein, die es wagen sollten, was Ähnliches bei mir zu versuchen, und die einstweilige Verfügung ist dann hier halbprivat mit moralsauren Worten zu bestaunen. Um es in den Worten meines nahöstlichen Arbeitsgebietes zu sagen: Macht Ihr ruhig mal das Tor zur Hölle auf, ich gehe dann problemlos mit. Outer sind Schweine - aber nicht hier, hier werden sie zur Sau gemacht.
Also: VERPISST EUCH! Ist besser für Euch.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 24. April 2005
Keiner da

Lead, Leader, Lead Investment, Investment Strategy, all diese bescheuerten Worte, die so lange keine Rolle mehr geswpielt haben. Es ist jetzt drei Jahre her, drei Jahre ist nicht viel, aber ich bin komplett draussen, ich müsste eine halbe Stunde üben, um die Worte wieder zu lernen, nicht dauernd diesen fauligen Geschmack dabei im Mund zu haben. Ende der Woche sind ein paar Termine, da müssen sie sitzen. Ein paar Leute werden dabei sein, die innerlich lachen werden. Wie vor drei Jahren.
Unterdessen ist eine neue Generation nachgewachsen, an Unis mit Seminaren für M-Commerce und Gründungsmanagement, an den FHs, und die alten Kriecher haben sich gehäutet. Das wird wohl die explosive Mischung, die für ein paar Jahre so tun kann, als ob es jetzt klappen würde. Ohne was vom letzten Mal gelernt zu haben. Es ist ein guter Grund, kein versöhnliches Ende zu schreiben. Der Blick muss nach vorne gehen, in Hass.
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Samstag, 23. April 2005
Real Life 23.04.2005 - TXL

Sie hat sich an deine Abwesenheit da und deine Anwesenheit hier schon gewöhnt. Eigentlich ist es ganz gut so. Es gibt viel zu tun in Berlin, der Stadt mit den vielen Fonds und Prozessen. Tolle Geschichten; der 11. Senat, der für sie nur der "Bankensenat" heisst, hat eine neue Rechtslage geschaffen. Jetzt gehen die Initiatoren und Banken auf die Gesellschafter los. Aus den Klägern werden Verurteilte. Die Banken könnten auch die Fondwerte kassieren, aber sie holen sich lieber das Privatvermögen. Da fallen einige Handreichungen vor Ort an, und sie will auch nicht dauernd fliegen. Im Prinzip wäre es besser, wenn du hier bleiben würdest.
Da fährst über offenes Land mit Investitionsruinen, und sagst eindeutig Nein. Es ist nicht mehr dein Krieg, ist es eigentlich nie gewesen. Du warst nur dabei, weil du nicht laut genug Nein gesagt hast, aber jetzt tust du es. Was jetzt kommt, ist ein aussergerichtliches Schlachten; der "Bankensenat" hat seinem Namen alle Ehre gemacht, und die Gerichte darunter sind froh, wenn sie dadurch weniger Arbeit haben. Im Gegensatz zu dir. Dabei bist du noch nicht mal einer von denen, du hast keine Versicherung, du agierst als Bravado zwischen den Fronten.
Im Prinzip wäre es gerecht, wenn sich Banken und Gesellschafter treffen und beide ein wenig nachgeben. Werden die Banken aber nicht tun. Sondern klagen. So entstehen aus dem Nichts Mandate, Aufträge, Arbeit, und exorbitante Streitwerte. Es lohnt sich. Sagt sie. Nicht mehr nur Haifischtransporte und ähnliches Kleinzeug. Wieder mitschwimmen. Wie damals.
Du hast heute Nacht zu wenig geschlafen. Wenn du nicht genug schläfst, kommt das "damals" wieder hoch, die Stunden im Flur auf der I, das Warten, die Fahrt nach hause in die Einsamkeit, bei der du dir bei bester Gesundheit die Seele und alle Unschuld aus dem Leib gekotzt hast, die Zeit, als du ganz unten warst, Tage, Wochen, bis du dich hingesetzt hast und es aufgeschrieben hast, bis es dann vorbei war, nur nicht an diesen Tagen mit zu wenig Schlaf. No way, diesmal.
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Nähe Deutsche Staatsoper
Sie: Da sind ja gar nicht mehr so viele "Zu Vermieten"-Schilder.
Er: Du hast Deine Kontaktlinsen nicht drinnen.
Sie: Woher weisst Du das?
Plakate (draussen vor dem Fenster): MIETEN SIE! HIER FREI! LOFTS IN ALLEN GRÖSSEN ÜBER 230 QM!
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Habe gerade das Blog für eine Weile abgeschaltet
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Scholz & Amici benedetti
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Freitag, 22. April 2005
Bei DCT haben wir sie sofort entfernt:
In einer Welt der weitgehenden Anonymität wie der Blogosphäre ist der Griff zu Google ziemlich normal, um herauszufinden, wer denn dieser neue Kommentator oder Blogger ist - also: Wo hat er schon mal was geschrieben. Mimik, Gestik, Tonfall, all die üblichen nonverbalen Kommunikationsstrategien fehlen im Netz, also behilft man sich mit einer Art Textanalyse, um mehr über den anderen zu erfahren. Das machen viele, damit muss man wohl auch leben, wenn man im Netz schreibt. Desto mehr man schreibt, desto mehr Spuren hinterlässt man, und der meist selbstgewählte Abstand zwischen Internetfigur und realem Mensch schwindet. mehr Sauereien an der Blogbar
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Nach 22 Monaten
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Dirt Picture Contest - 4 Meter

Berliner Hunde freuen sich über den neuen Markierungspunkt.
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Berlinhass
Kurz - meine kleine Schwester kommt 5 Tage zu Besuch.
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Donnerstag, 21. April 2005
Nanu, denke ich überrascht.
"Der Immoscout casanet.de kommt gut an!
Schon knapp einen Monat nach unserem "Launch" stellen wir fest, dass casanet.de bei vielen Maklern, Hausverwaltungen, Bauträgern, Immobilienbesitzern...etc. sowie natürlich allen Immobilieninteressenten auf eine enorme Resonanz gestossen ist. Zur Zeit 200.000 Page Impressions (Seitenaufrufe) sprechen eine klare Sprache!"
Das war 2003 in Krefeld. Da gab es noch allerorten Werbung für die Casanet AG. 2003 bezeichnete man sowas noch als "real Economy" oder "next Economy". Man kennt das, man ist bescheidener und will erst mal nur Standorte sichern (in diesem Fall Krefeld), statt die Weltmarktführerschaft zu erreichen. Und schreibt den Launch auch verständlich-distanziert mit Anführungsstrichen. Aber AG muss schon sein.
Jedenfalls ist die Casanet AG jetzt gut angekommen - beim Amtsgericht Krefeld, das wahrscheinlich keine Immobilien braucht. Und die Nummer 93 IN 48/05 spricht ebenfalls eine klare Sprache.
Krefeld... wer will schon nach Krefeld. Ich nicht. Ich will 120 Punkte.
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Kurze Zwischenbemerkung
Sollte ich merken, dass sich da was ändert, würde ich auch beim bösen Don den Stecker ziehen wie Anne bei Marie.
Und nun weiter im Gemetzel.
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Das ist doch nur eine Soap Opera
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Mittwoch, 20. April 2005
Anything goes
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Jamba Absage Kurs
Der Holgi, der hat gehört, dass es in Berlin noch viele andere lustige Vögel gibt. Einer dieser Vögel heisst Sweety und wohnt in einer grossen Wohngemeinschaft mit vielen anderen lustigen Vögeln. Die obersten Vögel, liebe Kinder, heissen Marc und Oli und kommen aus der Familie der Goldkehlchen oder der Galgenvögel, da gehen die Meinungen auseinander. Manche nennen diese Goldkehlchen oder Galgenvögel auch Entrepreneure, aber das müsst ihr noch nicht verstehen, das kommt erst, wenn Euch diese lustigen Vögel später mal im Praktikum den Arsch aufreissen. Was ein Arsch ist, das wisst ihr, und das Praktikum ist das, was bei Marc und Oli die Piepmatze machen, die viel arbeiten, ohne dass sie dafür viel Geld bekommen. Die lassen manchmal die Flügel hängen oder schlucken komisches Zeug oder rufen Astrologiehotlines von anderen lustigen Vögeln oder die Medien an und quatschen wirres Zeug über Ausbeutung. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn Oli und Marc und dem Vogel Sweety geht es sehr gut, und deshalb singen sie auch gern.
Sweety singt im Musikfernsehen, wo ihr jetzt gefälligst nicht umschaltet, Ihr lieben verdammten Dreckszapperkinder, das interessiert Euch gar nicht, weil der Sweety da so viel Duett mit Bienen und Herrn Chaos singt, dass die Leute nicht mehr so gern einschalten. Trotzdem mögen viele das Gesinge und kaufen den Sweety. Marc und Oli dagegen singen in Davos und beim lieben Onkel Burda und bei Spiegel Online, und wenn es mal weniger lustige Sachen zu singen gibt, dann haben sie auch noch die Krähe Tino. Die singt zwar nicht so schön, aber dafür kräftig und laut. Und dann hat Tino auch noch einen ganzen Chor von schrägen Vögeln, die im Internet mitsingen und Kuckuckseier legen können, wenn man es braucht.
Und damit sind wir auch schon bei den anderen Vögeln. Das, liebe Kinder, ist der Johnny. Der Johnny lebt am Fluss, macht Musik und hat mal was über die Goldkehlchen geschrieben. Der Johnny hat gesagt, dass die nicht den Sweety verkaufen, sondern Euch ganz viel davon andrehen, ohne dass Ihr Deppen was davon mitbekommt. Das hat der Johnny extra für Euch geschrieben, und es war so gut, dass die Goldkehlchen immer noch reihern ohne Ende - deshalb ist der Johnny auch ein Graureiher. Der Johnny hat mal beim selben Sender gesungen wie der Holgi, aber jetzt macht er schon seit Jahren ganz andere Sachen. Wie sein Blog und den Spreeblick. Von da kennt er auch den Don Alphonso, den manche für einen Schmutzfink und andere für einen Aasgeier halten. Der Schmutzfink Alfons, liebe Kinder, hat jahrelang vielen Galgenvögeln beim Verrecken zugeschaut, und auch schon über die Pläne von Marc und Oli was gesungen. Das kommt daher, weil unter Vögeln jeder ab zwei Promille jedem was vorsingt, was für ein toller Vogel er ist, und der Alfons trinkt nichts und hört nur zu. Aber zuhause singt er das nach, und das mögen die Goldkehlchen nicht.
So, liebe Kinder, jetzt hat sich er Holgi gedacht, es wäre doch mal nett, wenn man die Goldkehlchen Marc und Oli, oder die Krähe Tino mit dem Graureiher Johnny und dem Schmutzfink Alfons am kommenden Montag in seinem Studio bei Fritz zusammenbringt. Das hat er dann auch dem Johnny und dem Alfons gesagt, und die waren sofort dabei. Soweit war alles gut, der Alfons und der Johnny haben gezwitschert, was sie da alles fragen würden - etwa: Wieviel verdient Jamba durch Abos, die nicht abgerufen werden - oder - sagt mal was zu euren Plänen mit Blogs - oder - sagt mal was zu Ringtoneking - oder - wie viele eurer ahnungslosen Kunden sind Minderjährige - oder - denkt ihr nicht, dass euer Geschäft sittenwidrig ist? Und die Goldkehlchen hätten geantwortet, dass der Alfons eben nur ein Schmutzfink ist und der Johnny kein Verständnis für die vielen tollen Arbeitsplätze in ihrer Firma hat. Und so wäre dem Holgi nicht langweilig geworden.
Aber, liebe Kinder, das wird jetzt nichts. Weil nämlich die Goldkehlchen nicht wollen. Vielleicht haben sie gemerkt, dass der Holgi bei einem öffentlich-rechtlichen Sender arbeitet und es nicht nötig hat, über potentielle Werbekunden etwas Nettes zu schreiben. Oder sie haben einfach Angst vor dem Johnny und dem Alfons, dass sie auf die Fragen keine Antwort wissen. Jedenfalls haben sie dem Holgi abgesagt, mit der Begründung, dass der Johnny ja auch mal bei dem Sender war. Der lustige Holgi ist jetzt aber gar nicht mehr lustig, weil die Goldkehlchen und die Krähe ihn für nicht integer halten, wie die anderen Schluckspechte von den Medien es sind, die von den Goldkehlchen die tollen Abos mit dem Sweety für lau bekommen und tolle Betriebsführungen und Interviews, wo der Tino schon dafür gesorgt hat, dass nur schöne Antworten kommen.
Und das alles, liebe Kinder, ist jetzt natürlich schlecht für den Bildungsauftrag von Fritz. Und schlecht für Euch, weil Ihr die Goldkehlchen und die Krähe nicht reihern hört. Das heisst, wenn ihr viel verlinkt und kommentiert, und so Sachen schreibt wie "Jamba zu feige für Johnny und Alfons" oder "Klingeltonabz***** auf der Flucht" und dann ganz genau hinhört - dann hört ihr sie in Kreuzberg doch reihern, die Goldkehlchen.
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Dienstag, 19. April 2005
Der Papst, die Nazis, deren Publikation
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Ach du Scheisse
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Das muss man erst mal schaffen

Vielleicht liegt es, wenn schon nicht an der Lage, an den etwas unerfahrenen Gründerpersönlichkeiten. Vielleicht mögen die potentiellen Besucher auch die Stühle Design "Barney Geröllheimer" nicht. Oder sie finden einfach obskure Gesund-Säfte ungeniessbar. Oder vielleicht ist es einfach nur sinnlos, Marktlücken zu erfinden, die es nicht gibt, und mit einer Corporate Identity Firmenwerte vorzutäuschen, die jenseits von "Zwei Filmschaffende beim Nebenerwerbsraffen: Ich wär so gern Jane Fonda" zu finden wären.
Am Ort kann es nicht liegen. Denn gegenüber ist ein wirklich gutes Cafe, das immer ziemlich voll ist. Schlechte Zeiten für Deppendancen dummer Einfälle.
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Dotcom-Hurnaille
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