Dienstag, 19. April 2005
Pretty dead in Pink

oder die Girlies auf der Schönhausener haben doch auch kein Geld
oder ja die Telekom wäre mir auch lieber gewesen
oder wer gründet sollte auch Umsatz machen
oder Modefarben allein reichen nicht
oder...
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Herr Miri, ich und the vanishing splendour of the Bourgeoisie
Herr Miri ist einer der Gründe, warum meine Touren über die Berliner Flohmärkte bis zu sechs Stunden dauern. Herr Miri und einige seiner Kollegen kennen mich inzwischen gut, und halten mich für immens reich, weil ich allmonatlich eine beträchtliche Summe bei ihnen lasse. Sie irren sich natürlich, denn mein "Reichtum" ist geborgt. Inzwischen hat es sich in meiner bayerischen Heimat herumgesprochen, an was für einer nimmer versiegenden Quelle der junge Porcamadonna da sitzt, und so bekomme ich Monat für Monat umfangreichere Listen und höheres Budget mit. Tatsächlich konnte ich das meiste in Wochenfrist beschaffen, mit dem Effekt, dass die Haushaltsauflöserszene in Berlin meiner baldigen Abreise mit aufrecht empfundener Trauer entgegen sieht.
Weshalb Herr Miri mich jeden Sonntag begrüsst, mir einen Platz auf irgendeinem seiner mitgebrachten Möbel anbietet, und mir schon mal berichtet, was an Preziosen in den nächsten Wochen und Monaten aus welchem Anwesen der westlichen Stadtbezirke des Slummolochs Berlin zu erwarten ist. Keine Frage, er will, dass ich noch lange bleibe. Da sitzen wir also auf Biedermeierstreifen oder Gründerzeitplüsch und teilen das Fell des verendeten Bären, und meistens nehme ich noch ein paar Silberlöffel mit. Die kleinen, die man eigentlich immer mal brauchen kann. Von denen ich inzwischen ein paar Hundert hätte, würden sie daheim in Bayern nicht sofort wieder in den Kreislauf des kleinen Stadtteils gelangen, in dem mein Clan lebt. Das wenigste landet in meinem Silberschrank in der Provinz:

Herr Miri kann viel erzählen über den Niedergang dessen, was man als Bürgertum bezeichnet. Er gehört zur Elite der Wohnungsauflöser, er macht nur die besseren Auflösungen und zahlt dafür relativ gut - 3000 Euro oder mehr. Die Erben bekommen das Geld bar auf die Hand, müssen sich um nichts kümmern, und Herr Miri kann auch gleich noch einen Maler empfehlen, der die Bude blitzschnell sauber macht, so dass sie sofort wieder vermietet oder verkauft werden kann. Die weniger guten Stücke gehen an andere Händler, die besseren landen in seinem Keller in der Bergmannstrasse, und am Wochenende auf dem Flohmarkt, wo sich der die 3000 Euro schnell verdreifachen. Trotzdem liegt der Preis für Tafelsilber oft unter dem Materialpreis, der im Moment um 170 Euro pro Kilo schwankt.
Für Kulturhistoriker ist es das Alarmsignal schlechthin. Kulturen, deren Sachkultur nicht einmal mehr den Materialwert erreicht, sind am Sterben. In dem Moment, da die Verarbeitung des Materials den Wert mindert, ist es unwahrscheinlich, dass die Sachkultur weiterentwickelt oder auch nur bewahrt wird. Das damit verbundene Handwerk ist in der Regel ebenfalls am Aussterben. Kleines Beispiel: Die Stämme der Völkerwanderungszeit, die von den Römern bezahlt wurden, hatten für das Gold keine andere Verwendung, als daraus massive Gürtelschliessen und Schuhschnallen zu machen - Tafelgeschirr wurde dafür ebenso eingeschmolzen wie Münzen, was zur Folge hatte, dass sie dann in rauer Wolle an groben Tischen sassen, auf tönernem Geschirr mit den Händen frassen, den Dreck aus dem Fenster warfen, und nur selten blinkte hier und da ein Batzen Gold. Dass durch diesen Goldabfluss die Wirtschaft vor die Hunde ging, dass die Welt der Römer kollabierte und in der Folge die europäische Kultur mal eben um 700 Jahre zurückkatapultiert wurde - mei, von Makroökonomie hatte so ein Ostgote in Rumänien keine Ahnung, dem kann man keine Vorwürfe machen. Ihm war nur wichtig, dass man ihn am Ende mit all dem Gold verbuddelte.
Was Herr Miri mikroökonomisch tut, ist nichts anderes als ein kleingotischer Plünderungszug mit der Einwilligung einer Kultur, die den Untergang will. Da sind Erben, denen es vollkommen egal ist, was aus dem alten Plunder wird. Warum sollte man Möbel für die Ewigkeit haben, wenn Ikea jedes Jahr eine neue Kollektion bringt. Warum muss etwas aus Holz sein, wenn Spanplatte den gleichen Zweck bei niedrigerem Gewicht erfüllt. Beständigkeit ist in dem Wandel, von dem alle Medien von Bild über RTL II bis Spiegel berichten, kein Wert, sondern ein Hindernis. Der Hunne änderte alle 30 Jahre seine Mode, wir tun es im gleichen Zeitraum 60 mal. Unsere Mauern sind keine Mauern mehr, wenn sie im Gebäude sind, sondern nur noch dünne Platten und Metallschienen und Farbe drüber, und weniger beständig als eine Holzhütte. Der angebliche "Kolonialstil" wird in Norwegen entworfen und in Polen hergestellt und ersetzt als Äquivalent den hörenden Hirschen der deutschen Kleingeister. Das feine Bayreuth-Porzellan mit 22 Teilen, 80 Jahre alt und praktisch wie neu, geht auf dem Flohmarkt noch nicht mal für 25 Euro weg - warum auch, das etwas teurere Starterpaket von Ikea kann man auch in die Spülmaschine stecken, oder 2 Monate in der Spüle gammeln lassen, ohne dass der nicht vorhandene Goldrand hässlich ausbleicht. Silber ist ganz schlecht, das muss man alle zwei Jahre putzen, wer soll das den tun, solange es so tolle Freizeitangebote in der Glotze und den Porno-, Tec-, Promi- und Astrologiechannels im Netz gibt? Und das Schönste: Man muss den Krempel noch nicht mal mitschleppen, wenn man weiterzieht wie die Hunnen vor 1700 Jahren: Auf den Müll damit, woanders holt man sich neues Zeug.
Herr Miri erzählt mir auch manchmal von den Leuten, die die 3000 Euro nehmen. Herr Miri ist bei denen zu Hause, um den Schlüssel zu holen, und er weiss, dass sein Beruf in spätstens 30 Jahren ebenso ausgestorben sein wird wie Silberschmiede, Lampenmacher, Schreiner und Polsterer. An manchen Orten wird sich das noch halten, aber die Verkäufer haben ganz andere Wertgegenstände in der Wohnung. Alles irgendwie elektronisch, interaktiv und nach 2, 3 Jahren Müll, den keiner mehr brauchen kann. Total veraltet, madig gemacht von einem Starsystem der Medien, das auf "Besitz" pfeift - heute wird alles geleast oder gemietet, das ist geil, das ist sofort und on demand, und wenn man es in fünf Jahren nicht mehr hat, was soll´s, ist sowieso nicht mehr brauchbar. Oder zu gross. Oder zu wenige Features. Oder es dauert 10 Sekunden zu lange. Was, eine Digicam macht erst nach 3 Sekunden das erste Bild? Zum Teufel damit, man will das Bild sofort, fuck Bildausschnitt, Komposition und Belichtung, Nachdenken ist da nicht. Drauf und rein auf den Chip, und danach alles auf den Müll, weil es hässlich aussieht.
Das ist die nächste Generation. Diese Leute bringen ihren Kindern bei, dass man auch aus Pappschachteln fressen kann. Auch in der Bild steht, dass sie McDonald lieben, weil man damit so schön viel Müll machen kann, Haha, wie toll politisch unkorrekt. Dass der Müll verdammt teuer ist, dass 1000 mal Müll jetzt hier sofort teurer ist als einmal Silber plus Porzellan plus ein ordentlicher Esstisch, sagt niemand. Diese Kinder werden viel in die Hände bekommen, sie werden viel gehabt haben, aber sie werden am Ende auf der gleichen Müllkippe sitzen, wie ihre Eltern auch schon, und es wird nichts bleiben, was Herr Miris Enkel abholen könnten. Ausser vielleicht bei ein paar wenigen Superreichen, die die Gewinner dieser Selbstvernichtung des Bürgertums sind. Die weiterhin Besitz haben werden. Die nicht nur zeitlich beschränkte Nutzungsrechte haben, wie all die iTunes- und Klingelton-Deppen, die später die Leere in ihrem Dasein mit Lebenshilfeangeboten wie Bakira dem indischen Fakir bekämpfen werden, via Hotline für 1,99 und mit Bonusmantra für 2,99 Euro. Die werden ihnen dann alles erzählen, vor allem aber, dass es gut so ist, und sie in der besten aller möglichen Welten leben.
Sie werden zurückgebombt sein in eine vorbürgerliche Epoche, Jahrhunderte vor der Aufklärung, in einer Art New Feudalism, in dem grösste Teil der Bevölkerung für immer einen digitalen Pachtzins und nachfrageorientiertem Frondienst erbringen wird. Das einzige geltende Gesetz für Besitz wird das Digital Rights Management sein, es wird keine demokratische Entscheidung darüber geben, sondern nur den despotischen Willen der Rechtebesitzer. Sie entscheiden allein mit einer kleinen Änderung, wer legal handelt, und wer ein Dieb ist. Nichts Dauerhaftes wird im Besitz der Unterschicht sein, ausser vielleicht einem versprochenen Himmelreich, das ihnen so lückenlos den Medien präsentiert wird, dass die Gehirnwäscher in chinesischen Arbeitslagern noch was davon lernen können.
Und schon Herr Miri selbst wird bald merken, dass er in manchen Bezirken einfach nichts mehr finden wird, jetzt und heute. Bezirke, in denen diese beliebige Lebenstillosigkeit so dominiert wie in weiten Teilen des Balkans nach dem Abzug der Römer. Wo die Lebenszyklen von ehemaligen "Wertgegenständen", von pervertiertem Bauhaus und Neuem Wohnen, keine 5 Jahre mehr umfassen. Wo die Menschen nur noch kurzfristig irgendwas kaufen und sofort wieder wegwerfen. Folgerichtig in den öffentlichen Raum, denn wer im Müll vegetiert, kann erst gar nicht verstehen, dass andere damit vielleicht ein Problem haben.

Es wird keine Geschichte mehr geben, die anhand von Kultur erzählt werden kann. Die Erinnerung wird weggewischt, weil sie nicht mehr up to date ist. Man wird schnell weiterziehen, mit leichtem Gepäck, und der ganze kulturelle Fortschritt seit den Hunnen wird sein, dass in ein Auto etwas mehr passt als auf einen Karren, dass es schneller und weiter geht. Mitgenommen wird vielleicht noch das, das platzsparend digital ist, aber sperrige Bücher haben keine Überlebenschance. Herr Miri auch nicht. Und meine gelebte Kultur auch nicht. Die Hunnen fahren auf der Strasse des 17. Juni an uns vorbei, und wundern sich vielleicht über die Gestalten, die da auf alten Möbeln Zeit vergeuden und ratschen, Tee trinken und Baklava essen. Wir sind für sie wahrscheinlich nur irgendwelche Penner, die auf den Trümmern einer kaputten Kultur sitzen, die untergegangen ist, weil das Staubsaugen und Putzen zu aufwändig ist. Sie sehen die Reste und erkennen nicht, dass die Sachkultur mehr ist als ein paar Brocken, sondern die Basis für eine gewisse Stabilität, eine Art Selbstachtung und auch Bereitschaft, für ein Bewahren einzutreten. Sie unterschätzen die Kraft und die Sicherheit, für die dieses Bürgertum stand, dessen Eingeweide auf dem Flohmarkt ausgebreitet werden. Ihnen, die vorbeifahren, gehört fraglos die Zukunft.
Eine Zukunft, auf die Herr Miri und ich und die Reste der letztlich doch diskret charmanten Bourgeoisie verzichten können. Ich nehme diesmal eine silberne Brotschale für meine Eltern, die, wie viele in ihrem Viertel, grün wählen, Stoiber verachten, Geld spenden und sich sozial engagieren. Nicht alle, aber doch viele. Neureiche und neuarme Hunnen werden wahrscheinlich eher FDP und CDU wählen, wenn sie bei ihrem Zug überhaupt die Zeit haben, sich irgendwo rechtzeitig anzumelden. Aber auf diese Zukunft setzen Medien, Industrie und reaktionäre Schweine - in dieser Zukunft können sie prächtig leben. Die Vorinfotainer der Hunnen haben die Postmoderne inzwischen leider soweit verstanden und durchexekutiert, dass man als Rebell schon wieder konservativ und bourgeoise sein muss. Und sei es mit einem nicht medientauglichen Beitrag mit über 1700 Wörtern auf einem Blog - danke für die Aufmerksamkeit.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 17. April 2005
Indonesien 1997
Bis 1997 wurde von den Medien und den üblichen Verdächtigen in Politik und Wirtschaft die Angst vor den aufsteigenden Wirtschaftsmächten Indonesien, Thailand und Korea gefördert. Dort zu investieren, galt so schick wie später in der New Economy, dort sei das grosse Wachstum der Zukunft, da müsse man hin - und wenn man nicht hierzulande abgehängt werden wollte, müsste man sich anpassen. Die Leistungsbilanz derTigerstaaten mit ihren Arbeitszeiten, ihrer Unterordnung und der Bescheidenheit der Mitarbeiter gegenüber einer kleinen, immens reichen Oberschicht wurde den Menschen in Deutschland als Vorbild verkauft.
Dass die Tigerstaaten so schnell wachsen konnten, lag einerseits an der Unterentwicklung. Südkorea erlebte noch in den 70er Jahren Hungersnöte unter den Armen. Zum anderen beeinflussten sich mehrere Faktoren gegenseitig: Immobilienpreise, Aktien, Währung, Preise, Konsum, Schulden, das alles stieg, getrieben von Geld aus dem Ausland, rapide an. Und dann führte eine Kleinigkeit, Spekulationen gegen die thailändische Währung, zum Platzen der Blase.
Die Parallelen zum derzeitigen Wachstum Chinas sind frappierend. Inklusive der politischen Probleme, denn was die Tigerstaaten jeweils an eigenen Rebellen in Thailand, Fehlen einer stabilen Mittelschicht in Korea und territorialen Kleinstkriegen in Indonesien hatten, hat China komplett selbst, neben einem Sozialgefälle im Land, das auf Dauer in keiner Gesellschaft gut gehen kann. China hat bestes Potential, uns wie schon die von uns finanzierten Tigerstaaten um die Ohren zu fliegen. Und dazu würe ich gerne mal was von kompetenter Seite lesen, bevor das nächsten WiPo-Geschmeiss in Shanghai potemkinsche Metropolen besichtigt.
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500 Tage Rebellen ohne Markt

Beliebt gemacht haben es die, für die es ein täglicher Treffpunkt ist. Gross gemacht hat es das Ende von Dotcomtod, der Inhalt, der etwas anders ist als der anderer Blogs, die Debatten und der Bohei um das Buch. Berühmt/berüchtigt haben es ironischerweise diejenigen gemacht, die nicht begriffen haben, dass es "Don Alphonso" nicht gibt, dass sie auf ein Phantom einschlagen, aber wenn sie meinen, nur zu, lesen müssen sie es trotzdem. Ich verstehe als Kommwissenschaftler noch immer nicht so ganz, warum das Ding überhaupt so viel gelesen wird, aber als Autor ist es eigentlich egal. Vielleicht hat Spreeblick-Johnny recht und es ist Punkrock, und die drei Akkorde reichen für den Krach.
Vielen Dank für die Kommentare, den Spass, die Debatten, die leisen und die lauten Töne. Wer weiss schon, was in 500 Tagen ist, ausser dem Hass, der diesem HTML-Brocken auch dann noch entgegenschlagen wird.
They thinks it's not kosher.
Fundamentally they can't take it.
You know they really hate it.
Rockin´ the Casbah.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 16. April 2005
Kontextsensitivität beim dwk2005 punkt de

Dankenswerterweise zeigt das Plakat den Bettlern, den Alkis, den arbeitslosen Müttern, den orientalischen und russischen gebrauchtwarenhänlern und natürlich auch mir als ihrem besten Kunden in Sachen Tafelsilber, Seidenteppichen, KPM-Porzellan und ähnlichen in Berlin nicht mehr gewünschten Zivilisationsabfällen, wie diese Köpfe der Werbung, die sich am 12. Mai treffen, aussehen. Genau so, wie ich sie kenne. Idealtypisch von links nach rechts:
1. Die fette Glatze. Der Agenturgründer, der seine Inspiration beim Warten im 911er vor einem Gymnasium holt, wenn er auf die 17-jährige wartet, die so aussieht, wie die Dinger auf seinem Powerbook. Seine letzte zündende Idee ist 20 Jahre her, aber er ist für die anderen immer noch der, der damals vor zwanzig Jahren diese Idee hatte. OK, eigentlich war die Idee geklaut, aber das hat ja keiner gemerkt. Die Pitches versucht er, schon im Vorfeld durch Bestechung bei den Vergabestellen klar zu machen. Wieviel Geld für sowas in der Kriegskasse ist, hängt vom Kokskurs ab.
2. Der Kreative mit dem eingefärbten V in en künstlichen blonden Haaren. Er versteht einfach nicht, dass seine bei japanischen Mangas geklauten Klischees dem Schraubenfabrikanten nicht passen. Dumme, alte Sau das. Zum Glück gibt´s ja noch E und Pillen und Praktis zum Ficken, wenn er nicht gerade selbst den Allerwertesten für einen Unitleiter hinhält, den er "Papa" nennt. Versucht immer, seinen Provinzdialekt zu unterdrücken. Der garantiert ihm, dass die anderen Mastdarmakrobaten seine Entwürfe auch weiterhin toll finden. In drei Jahren ist er dann auch in der Mittelebene der Agentur angelangt.
3. Die blonde, attraktive, etwas dumme Kundenbetreuerin, Senior Creativ Consultant und so weiter. Hat sich nach vier Jahren Praktikum dann doch noch die feste Stelle ergattert, nachdem alle schon mal auf ihr rumgeturnt sind. Inzwischen aber in halbwegs festen Händen bei einem Entscheidungsträger beim Kunden, seitdem lässt man sie in Ruhe. Glaubt, dass von ihr das Überleben der Firma abhängt, und lässt es alle spüren. Krankhaft eitel, geistig aber schon von einer Brigitte-Kolumne überfordert, schaut sich deshalb immer nur die Bilder in der amerikanischen Vogue an. Findet dort laufend Anregungen. Kritzelt beim Telefonieren, nimmt immer das Handy.
4. Die nicht mehr attraktive Pseudochefin mit der Wischmob-Frisur. Hat letztlich das Sagen und das Keifen. Ist total inkompetent, aber leider schon immer dabei und hat 10 jahre Erfahrung im Rausekeln von besseren Leuten. Säuft wie ein Loch, damit die anderen Drogen nicht so auffallen. Hat immer panische Angst, dass jemand mal mitkriegt, dass sie eigentlich nur eine Ex-Sekretärin mit grosser Klappe ist. Kommt entweder aus Berlin oder Düsseldorf. Hasst sich selbst jeden Morgen, weil sie einen Moment begreift, dass sie tatsächlich diesen scheusslichen Mund und die Falten hat, und greift zur Flasche. Wenn sie auf dem Kongress hackedicht ist, wird sie vergebens versuchen, einen Schwulen dazu zu bringen, sie zu ficken.
5. Der junge, proppere Berater, der von der Beratungsfirma oder der PR-Agentur kam. Hat BWL mehr schlecht als recht studiert, und dann bei seinem Kumpel angeheuert, der gerade die tolle neue deutsche Dependance eines Global Players aufgezogen hat, aus der er dann geflogen ist, um bei der Agentur anzuheuern. Hat sich zwei Jahre die Potemkinschen Dörfer von innen angeschaut, gedacht, dass er das auch kann, und beherrscht inzischen Powerpoint aus dem FF. Seine Bibel heisst Brand1, sein aktiver Buzzwordschatz wäre beim IPO ein paar Milliarden wert, wenn es denn nur ab und zu mit den Ideen klappen würde.
Und das alles kommt nach München. Arme Stadt.
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Freitag, 15. April 2005
Rats in a cage
Ich fühle mich jetzt irgendwie als stachliges Glied einer Verwertungskette, an der unten die geschlachteten Gegner derer hängen, die selbst gern Blog-PR-Interessierte verwerten.
Nur falls jemand meint, dass es bei Blogs rauh und brutal zugeht. Das ist nichts gegen die Kleinkriege der Seminaranbieter und ihren Wettlauf um die Marktherrschaft der Blogseminare. Vielleicht sollte ich jetzt doch noch den PR-Blogger Eck und sein geplantes Seminar in die Pfanne hauen, dann gibt es auch beim nächsten Termin noch aktuellen Anschauungsunterricht (kost 500 Tacken, Firma dankt, so geht´s Blog-Business).
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Dirt Picture Contest - Es ist Frühling!
ups. Das hat im Winter der strenge Fost die billigen Plastikkästen leider zerbrochen. Äh. Und die schwarze Erde rieselt auf den Balkon, so eine Sauerei, kein Wunder, dass sich die Kakerlaken hier so wohl fühlen. Also echt. Hm. Ist da unten auf der Strasse eigentlich gerade jemand? Nein? Prima! Nur in Richtung der kleinen Grünfläche rund um den Baum zielen ... Und schwups!

Also, Tulpen, Stiefmütterchen, neue Kästen, Erde, was noch? Ach, so viel könnte man anpflanzen, um die Stadt schöner zu machen! Es ist Frühling im Slum.
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Anstelle eigenen Contents
Dieses Spannungsfeld zwischen der schleppenden Entwicklung der Gesamtwirtschaft und den positiven Nachrichten aus der Werbewirtschaft signalisiert den großen Bedarf in der Wirtschaft an verkaufsfördernden Maßnahmen."
Sprachakrobatik am Rande des Genickbruchs, von hier - und es bleibt so gut. Da werden Phrasen aus Wörtern gemörtelt, bis der Sinn knirscht. Wenig überraschend, dass einer der Vorstände des FIWM e.V. im Internet als PR-Blogger auftritt.
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Donnerstag, 14. April 2005
Selbstauferlegtes Blogverbot
ich habe eine mir selbst gesetzte, schon weit ausgebeulte und die Gutmütigkeit meines Verlegers indiskutabel ausreizende Deadline bis Freitag nächste Woche. Ich brauche jede Minute. Es wird hier recht wenig zu lesen geben, solange.
Don Alphonso.
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Club der polnischen Gewinner

Terrormarketing: Offene und direkte Ansprache der Ängste, die den Kaufreiz stimulieren. Da können Aldi und Lidl noch was lernen.
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Sieh an...
Niemand & keine Partner.
Ich prophezeie denen eine grosse Zukunft, bei unseren fähigen und kompetenten Werbe- und Kommunikationsagenturen.
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Real Life 14.02.2005 - Höflichkeit

Sie sind zu dritt, zwei Entscheidungsträger und eine Übersetzerin. Die Übersetzerin wäre nicht wirklich nötig; was auf Englisch vorliegen soll, wurde bereits übertragen. Die Übersetzerin ist gewissermassen die Bestätigung der ernsten Absichten; man zeigt, dass man vor hat, sich intensiv mit dem Projekt auseinander zu setzen, und nicht nur auf Firmenkosten einen Trip in das Land der hässlichen Langnasen macht, die sich sowieso nicht benehmen können. Ich hatte 2000 mal mit einer Delegation aus Thailand zu tun und habe mir beibringen lassen, dass der germanische Handschlag - beide Seiten stellen damit sicher, dass der andere in diesem Moment nicht zum Schwert greift, soviel zum Thema europäische "Zivilisation" - dort nicht üblich ist. Meine Verneigung fällt immerhin so ordentlich aus, dass man mi danach doch zart die Hände zur berührung offeriert.
Die Übersetzerin sitzt den ganzen Abend dabei und sagt fast nichts. Die beiden sagen freundliche Dinge über die Stadt, obwohl uns vor dem Lokal ein nicht ganz atypischer Alki aggresive, auch für mich unverständliche Dinge zugerufen hat, und unten an der Strassenecke ein paar Jugendliche das Schlägern üben. Wahrscheinlich sind die Gäste das gewohnt; wie sie erzählen, waren sie auch schon mal auf Standortsuche in den weniger guten Regionen Chinas unterwegs, in Birma und im Mittelwesten der USA. Morgen wollen sie den Tag nutzen, um bei den Niederlassungen von Bekannten vorbeizuschauen. Ich bin irgendwie ganz froh, dass sie mit dem Rücken zum Fenster sitzen, wo gerade ein Proll seinen Pontiac Firebird abstellt und anfängt, mit der Blondine vom Beifahrersitz zu streiten.
In meiner Heimat wohnte die Strasse runter ein anderer Clan der besseren Gesellschaft, dessen Oberhaupt Stickereimaschinen in den fernen Osten verkaufte. Die Clans verkehrten freundschaftlich miteinander, und das Oberhaupt gab sich alle Mühe, mir als Kind die Faszination des Orients nahe zu bringen. Der Weg dahin führte über den steinigen Weg des Essens mit Stäbchen. Auch, wenn ich es damals gehasst habe, nach all den westlichen Riten wie Arme anlegen, Finger spreizen, Stühle schieben und Frauen den Vortritt lassen, jetzt auch noch die Rituale eines anderen Kulturkreises zu erlernen, war gestern nach fünf tragischen Minuten die Fähigkeit im Umgang mit Stäbchen wieder da. In meinem Innersten widerstreiten die Kulturräume; die hoch aufgerichtete europäische Haltung, die man auf Biedermeierstühlen mangels Flächen zwangsweise erlernt, liefert sich einen Krieg mit der geduckten Haltung, die das Essen mit Stäbchen erfordert. Man berührt in Europa das Geschirr nicht und arrangiert alles mit Messern und Gabeln; bei Stäbchen ist man gezwungen, diese Haltung abzulegen. Das führte vor Jahren dazu, dass meine Liebste die eigentlich nie genutzten schwarzen Lackstäbchen einfach benutzte, um ihre Haare hochzustecken, was sehr hübsch asiatisch aussah, aber der Übung mit diesem Essgerät nicht förderlich war.
Nach zwei Stunden ist alles überstanden, und ich vermute, dass sie einen im Rahmen des Möglichen guten Eindruck vom Emissär des langnasigen, primitiven Kulturkreises haben, die sich zwar nicht benehmen können, aber sich zumindest Mühe geben. Am Freitag steht dann der Haifischtransport durch Berlin an. Mit dabei wird dann einer sein, der an und für sich ein herzensguter Knochenbrecher ist, lustig, joval, rund und chronisch gut drauf. Sein Markenzeichen ist das Schulterklopfen, was schon in Mitteleuropa manchmal für Erstaunen sorgt. Soweit ich weiss, haben ihn die anderen Haifische bereits gebrieft, dass die andere Seite wichtig ist, und er sich ordentlich benehmen soll. Ich wäre ja zu gern dabei, wenn dieses Mannsbild zwei Tage lang versuchen muss, sich gemäss den fernöstlichen Ansprüchen an Höflichkeit zu beugen. Es ist sein erster Kontakt jenseits des europäischen Kulturkreises.
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Mittwoch, 13. April 2005
Real Life 13.04.05 - Alle Herrlichkeit auf Erden

Drinnen könnte man problemlos Innenarchitekten ermorden, indem man sie sich einfach eine Minute umschauen lassen würde. Es ist heftig. Um die Lagerhalle herum zerfallen die Blocks, aber hier könnte man spielend Ludwig II feuchte Träume verursachen. Alles ist Gold, Glanzlack auf Obsthölzern, Rokkoko aus dem toten Hirn Walt Disneys, es ist eine Dependance von Tinseltown und wartet eigentlich nur auf einen Saddam, der sich damit einen neuen Palast einrichten würde, oder einen bayerischen Politiker, der hier Gastgeschenke für seine Reise nach Brunei kauft, weil ein Barockengerl aus Mittenwald kann man denen ja nicht mibringen.
Du stehst etwas ratlos vor dieser Ansammlung von mobiliaren Wuchtbrummen, kannst dich der Pracht nicht ganz entziehen und würdest dennoch nie so etwas in deiner Wohnung haben wollen. Auch nicht, obwohl alles erheblich reduziert ist. Auch nicht, wenn der Ramsch bei Ikea genauso teuer wäre. Obwohl, der Ramsch bei Ikea ist so teuer. Und du musst den Pressspandreck auch noch selbst holen, durch quengelnde Kinder nebst Mittemüttern schieben, transportieren und zusammenbauen. Nach drei Jahren ist die Kommode Hemnes - klingt wie eine Bazille - dann aus den Fugen. Das hier... Deine Finger gleiten über das Holz, ziehen eine kleine Schublade heraus, betasten die Maserung und messen die Dicke. Sauber. Solide. Wenn du mit denen verhandelst, kriegst du es noch billiger. Und sie liefern es. Am Stück. Mit Marmorplatte oben drauf. Und die eine Kommode da hinten, die ist schlicht, die könnte sogar echt sein, wenn man es nicht weiss. Du fühlst die Versuchung, den sportlichen Ehrgeiz, es mit dem Verhandeln zu probieren, Levante Süd gegen Levante Nord...
Du fliehst, hinaus in den Schmutz der Stadt und der Strasse, wo alles zerfällt, und Ikea perfekt passt, im Gegensatz zu dieser Pracht. Du hast es geschafft. Du bist standhaft geblieben. Du fühlst dich später ein wenig... als hättest du eine Frau nicht geküsst, und wärst jetzt allein im Bett.
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Display-Planet - Platt wie eine Flunder
Sowas nervt bei einem Online-Shop, der im Moment nicht in die Zukunft, sondern allenfalls in die Röhre schaut. Dort steht nichts von Future, sondern nur das Aktenzeichen 2 IN 161/05 beim Amtsgericht Paderborn. Das mit dem würdevoll untergehenden Planeten, das üben wir nochmal.
Oder ne, muss eigentlich nicht sein, lasst mal. 120 Punkte reichen.
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Lesungen die Zweite
Lesungen bringen Ärger
Im vorrausgehenden Artikel wurde beschrieben, wie das Fehlen gewisser Charakteristika des Literaturbetriebs Bloglesungen zu einem grossen Spass werden lässt. Dennoch: Man sollte sich das mit den Lesungen als Organisator gut überlegen. Es wird noch eine Weile dauern, bis Lesungen aus Blogs so normal sind, dass nicht oft ein gewisses Keifen losgeht. Lesungen sind eine Ausnahmesituation, bei Lesungen wird das gleichförmige Nebeneinander des normalen Bloggens durchbrochen, man exponiert sich, und das ruft die Geiferer auf den Plan. Egal, ob im Umfeld dieses Buches oder bei anderen. mehr an der Blogbar... link (0 Kommentare) ... comment
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Dienstag, 12. April 2005
Dressed in red
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Dirt Picture Contest - Lolle hau ab!

Und Ihr, die Ihr in München, Frankfurt, Düsseldorf oder Sylt seid: Lasst Euch nicht verarschen von denen, die sagen, wie toll es hier ist, im Prenzlberg, im coolen LSD-Viertel. Das hier ist mitten in diesem angeblich szenigen Ausgeviertel, in der Schliemannstrasse. Dass nebenan Cocktails in 0,5-Literbechern für 4 Euro zu haben sind, ist nicht billig, sondern pure Notwendigkeit, um den Favellistas ihre eigenen Lebenslügen glaubwürdig und ihre Verkommenheit schmackhaft zu machen.
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Chemiefabrik westlich von Wittenberg II

Wer mit noch oben kommen will, soll auf das Bild clicken.
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Infinity Communications betritt die Unendlichkeit
Um dieses Idyll des Geldes und der politischen Einflussnahme in München herum breiten sich die fruchtbaren Hänge am Rand der Donauniederung aus, übersäht mit kleinen Dörfern, deren bäuerliche Bewohner in der Regel zwei Probleme haben: Die niedrigen Erzeugerpreise und die Lieferzeiten der S-Klasse. Ihre Söhne rasen mit ihren aufgebohrten, spoilerverunstalterten Quattros über die anmutig geschwungenen Landstrassen, und machen mein Hobby Rennradfahren zu einem aufregenden Zeitvertreib, ähnlich wie Turniertanzen auf der Märtyrerkreuzung in Ramallah.
Manchmal verfehlt so ein Bolide die Radfahrer oder Fussgänger im Altmühltal, oder sieht sich beim Überhohlen mit Tempo 180 mit einem entgegen kommenden Brummi namens Alois oder Franz-Xaver konfrontiert. In solchen Situationen bewährt es sich dann, dass ein Audi Quattro auch ganz passable Flugeigenschaften hat und wie ein Brett in der Luft liegt. Das ist sein Vorteil gegen den Golf GTI oder die Opels, die vorne über kippen und sich mit der Schnauze in den fruchtbaren Boden der Täler bohren, oder den 911ern, deren Hecklastigkeit beim Aufschlag die Fahrgastzelle knickt.
Manchmal also fährt man mit blitzenden Speichen durch die warme Luft des Tales, irgendwo zwischen Beilngries und Pappenheim, und zwischen zwei Bäumen sind die Stäucher abrasiert, und die Schneise zieht sich 50 Meter weiter schräg in ein Feld, wo dann ein Quattro steht. Am Strassenrand ist dann meist die Polizei, ein belämmerter Flugschüler, und hinten auf der Heckscheibe des Quattro liest man einen klugen Spruch wie "Vollgas - besser als ficken", "Tempo 2 x 130", oder, sehr sinnig "Ich fahre nicht schnell, ich fliege nur tief". Was man halt so von Leuten zu erwarten hat, die in der Disco mit Sprüchen wie "Hallo Praline brauchst Du ne Füllung" die Paarung anbahnen.
Und während man weiterradelt, denkt man sich: Oh Mann, wieso sind da immer diese Sprüche drauf, wenn sie dann so scheitern. Geht es nicht eine Nummer kleiner? Könnte man nicht mal sagen: Wenn es ein Problem gibt, gehe ich auch schon mal vom Gas? Oder: Ich ignoriere nicht immer die Realität, wenn sie auf der Gegenfahrbahn als Tanklastzug daher kommt? Aber nein, die Provinz ändert sich nie.
Genauso wenig wie die Zentren der schicken neuen Wirtschaft. Ich musste bei Powerpoints und Meetings oft an diese Jungs aus den Käffern meiner Heimat denken. Vollgas, Problem, schnell noch in ein anderes Business Modell gegengelenkt, und ab in die Botanik, mit dem Spruch "we make your business fly" auf dem Spoiler sponsored by VC. Alles die gleiche Bande. Kein Unterschied zu Toni, dem Rennfahrerbiberl aus Tittmoning.
Und wenn ich jetzt bei der "Mission" der verflashten Site (Flash ist der Spoiler des Webdesigns) der Marketing-Agentur Infinity Communications GmbH lese: "Wir haben das Wort "Problem" aus unserer Kommunikation entfernt." - dann habe ich sofort wieder den Geruch des Altmühltals in der Nase, mit dem Wacholder, dem Getreide, den Apfelblüten und der Kühlflüssigkeit, die aus dem zerborstenen Motorblock eines Quattros ins dunkle Erdreich sickert. Keine Probleme bei Infinity. Vielleicht nie mehr. Mit der Nummer 46 IN 29/05 beim Amtsgericht Mönchengladbach übernimmt der vorläufige Insolvenzverwalter die Probleme. 120 Punkte, bitte.
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Dienstag, 12. April 2005
Warum Bloglesungen gut sind
Weil es Spass macht.
Und das ist, wie übrigens die anderen Punkte auch, ein erheblicher Unterschied zu Lesungen, die man als Profischreiber macht. Wenn ich aus meinem Roman lese, muss ich Performance bringen. Ich bin im Wettkampf mit anderen Autoren um die Gunst des Publikums. Es ist ein Teil des Jobs. Der ist zwar schön, aber dennoch bleibt immer dieses Gefühl im Nacken, dass man hier als Schriftsteller mit einem eingebildeten, idiotischen und trotzdem zu erfüllenden Qualitätssoll konfrontiert ist. Deshalb Lampenfieber, deshalb Stress, deshalb nach der ersten Lesung tot ins Bett fallen - von wegen Literaturgroupies ficken, muahaha, alles Legende.Natürlich sind diese Gefühle vor einer Bloglesung auch da, aber nicht so stark. Schliesslich sind es ja mehrere Leser. Es geht eigentlich um nichts, ausser um den Spass. mehr Spass an der Blogbar
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Chemiefabrik westlich von Wittenberg

Einfach auf das Bild klicken - willkommen in Deutschland. Hier ist der 2. Teil der Serie.
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Haifisch als Futter
Zuerst mal ist die 98 gegründete Holding einer jener ominösen Spät-IPOs der New Economy, die eigentlich schon 2001 hätten stattfinden sollen, und dann erst ganz klein Ende 2002 über die Bühne gingen - und dann prompt auch empfohlen wurden. Schliesslich, und jetzt wird es spannend, betrieb die Holding auch denangeblich von Promis frequentierten "Shark Club" in Berlin, der letztlich weniger durch die angeblichen Exzesse gewisser Schweizer Diplomaten als vielmehr durch nicht abgeführte GEMA-Gebühren eine gewisse Berühmtheit erlangte.
Dass die Holding auch schon mal Anteile einer gewissen eMind AG und einer gewissen Mallorca Lifestyle AG hatte -nun, das gehört dann eher zu den kleinen Nettigkeiten am Rande. New Economy halt. 120 Punkte bitte.
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