Sonntag, 16. Juli 2006
. [Edit: Die Preussen sind schuld]

War nichts. Als ich auf die Autobahn bin, war die Hölle los. Halb Norddeutschland auf Durchreise. Dann eben morgen. So früh wie möglich. Nach, ehrlich gesagt, Pfaffenhofen, auf den Antikmarkt. Und dann weiter nach München. Wenn es nicht zu heiss ist. Und dann wieder zurück, wenn möglich. Unstete Tage werden das.
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Medienkompetenz für Blogger
a) Prima! Blogger sind endlich wer!
b) Prima! Und es ist ein cooles Interview, so menschlich, überhaupt nicht so politisch und kritisch!
c) Prima! Die Frau hat das Internet begriffen!
d) Was soll dieses dumme Gelaber angesichts der momentanen Scheisspolitik, den Unternehmen 5 Milliarden in den Rachen zu schmeissen und für uns die Steuern zu erhöhen.
e) Da hat jemand gecheckt, wie man die Blogger um den kleinen Finger wickelt.
f) Ich war mal Hauptstadtreporter und weiss durch Interviews mit Ministern und einem gewissen Gerd, dass es da keine sponaten Interviews vom Staatssekretär aufwärts gibt, da wird jede Frage vorher abgeglichen und beim Interview abgehakt und danach, wenn möglich, nochmal vom Pressedienst kontrolliert und abgesegnet - kurz: Verarscht Eure Oma, aber nicht mich.
Mehrfachantworten sind möglich. So. Wer nun mit a), b) oder c) geantwortet hat, sollte sich mal diesen Link in die URL-Zeile kopieren. Da findet sich ein Bericht über die Interviewvorbereitung einiger Cokecontainer-Insassen von einer weiteren Cokecontainer-Insassin, die Zeugin des Vorganges war. So von wegen spontan und so:
beissholz.de/pivot/artikel-1342.html
Da ich zum gleichen Zeitpunkt in Berlin weilte konnte ich hautnah miterleben, wie die sorgsam vorbereiteten, journalistisch wertvollen Fragen von Lyssa über Bord geworfen werden mußte (mußten müsste es heissen, Anm. Don), weil die Kanzlerin das Interview eigentlich aussetzen wollte. Über die ganzen Stolpersteine die dann auf einmal aufkamen.
So, Freunde der spontanen Blasmusik, nachdem ihr jetzt wisst, wie das läuft - d), e) und besonders f) wären die richtigen Antworten auf ein auf Harmlosigkeit getrimmtes PR-Gespräch gewesen, gegen das Dieckmann bei G.W. Bush ein Gipfel kritischer Berichterstattung war - beantwortet bitte die Frage, was dieses Zitat eigentlich ist:
a) Der Beweis, dass man sich bei bloggenden Freunden eigentlich ein ganzes Herr offline-Feinde sparen kann.
b) Der Beweis, dass das mit dem "spontanious" eine Lüge ist.
c) Der Beweis, dass das Merkel überhaupt kein Interesse an irgendwelchen Nicht-Supersoft-Homestories mit Bloggern hat.
d) Der Beweis, dass die geschwätzigen Ichwarauchdabeis aka Experten die übelsten PR-Pannen selbst produzieren.
e) Der Beweis, dass sich das Drecksspiel der Journalistenknesterei der Pressestäbe in Berlin sich auch für Blogger mit besten Kontakten nicht ändern wird - noch dazu, wenn sie keine Erfahrung haben, wie man das trotz Überwachung hinbiegt
Oh, ich hab den Zettel mit den Fragen vergessen... den haben Sie, Herr Pressereferent, doch sicher noch in ihrem Zimmer? Könnten Sie den...? Ja bis gleich. Also, Herr Minister, die Zeit drängt, sie müssen zum Staatspräsidenten, vielleicht können wir schon mal über das eine Thema reden... sinngemäss war die Frage wohl.... so geht das, ihr VLuschen.
f) Der indirekte Beweis, dass Blogger, sobald ihnen der Bauch gepinselt wird, so leichtgläubig sind wie ein bildlesender Mallorcaballermann mit 2,8 Promille.
Auch hier sind Mehrfachantworten möglich. Und noch mehr ist dann hier und besonders informativ hier.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 15. Juli 2006
Die letzten Strahlen

Einmal die Woche gehe ich da auch hin, für alles, was ich nicht woanders bekomme. Ich verabscheue Supermärkte, aber ein paar Mal muss es sein. Wenn ein paar von den Elitejings vor mir sind, frage ich mich jedesmal, ob die jede Nacht irgendwelche Frauen abschleppen, oder wo das Zeug sonst hingeht. Billigstes Zeug, das Erwachen kann bei diesem Wetter gar kein Spass sein. Vermutlich ist das alkzerstörte Aussehen dann ein Anlass, um am nächsten Nachmittag den Überarbeiteten zu geben. Nur, wenn die jetzt schon so saufen, was machen die erst, wenn sie mal eine Unternehmenskrise bewältigen sollen. Die Betriebsapotheke plündern, vielleicht. Veronal ist optimal, sagte man damals in der späten Munich Area.
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Real Life 13.07.06 - Die Naturgewalt
Kumm, do is stenga weniga o, gemma niba.
Sie schaut ihren Brocken Mann regungslos an, er schaut zurück, hört auf, ungeduldig herumzuwackeln und schaut wieder den Dichtungsring an. Kurz danach sind sie an der Reihe. Sie nimmt ihm den Dichtungsring aus der Hand, legt ihn auf die Theke, zieht einen Geldbeutel heraus, ein mächtiges schwarzes Ding, wie es hier die Kellnerinnen tragen, mit vielen Fächern, in denen sich Karten und Bilder türmen, zieht dann einen grossen Schein heraus.
Woat, sagt er, zückt einen kleinen Geldbeutel, ein scharzes Lederheft, wie es Kinder bei der Sparkasse geschenkt bekommt, flach und abgegriffen, und stellt dann fest, dass er so viel nicht dabei hat, was sie sowieso schon wusste, weshalb sie die Kassiererin mit einem Kopfschütteln instruiert, auf den grossen Schein herauszugeben. Sie nimmt das Geld, drückt ihm wortlos den Ring in die Hand und einen Zehner, und dann gehen sie, sie vorran und er wackelnd hinterher, und du schwörst dir, nie mit anderen Frauen als zickigen, verwöhnten Grossstadtgewächsen zu schlafen, die sind in Wirklichkeit viel anspruchsloser und handzahmer und überhaupt nicht so tödlich wie die Frauen, die diese Provinz hervorbringt. Gleich nachher gehst du Pralinen kaufen und dann auf die Post.
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Stackenblochen

Und wenn der Deutsche den Platz verwüstet hat, kommt der Nichtdeutsche, räumt auf und stellt es alles wieder so hin, dass der Deutsche wieder seinen Spass haben kann.
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Freitag, 14. Juli 2006
34° C

Die Aktivitäten werden noch mal zwei Stunden nach hinten gelegt, solche Tage kann man eigentlich nur verschlafen. Die Gartenparties des Wochenendes wurden heute auf den Abend verlegt, was gerade am Sonntag keine so gute Idee, ist, da ist nämlich die grosse Nacht der Chöre in den schönsten Kirchen der Provinzstadt. Man wird sich also entscheiden müssen, wenngleich die Karten längst gekauft sind und man schlecht nicht kommen kann, weil man gesehen werden muss, wenn schon mal so ein Marathon stattfindet. Alle extreme stellen diese kleine Welt vor schwerste Prüfungen, man muss neue Wege suchen und eventuell auch mal nein sagen, das können die Leute hier nicht, und so schleppen sie sich noch zwei Wochen durch die hitzegefluteten Strassen, bis dann der Urlaub kommt und man dem Delitium für ein paar Wochen entgeht. Immer noch ungewohnt, wenn man viel mit Medienleuten zu tun hat: Die Provinzler hier fahren bis zu 5 Wochen am Stück in den Urlaub.
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Nichtmediterran

Pech bei diesen Anpassungsarbeiten an die aktuelle Ultramoderne haben nur die, die es damals übertrieben haben. Runde Fenster, wie hat man die damals beneidet, gehen heute gar nicht mehr. Runde Wände und diese Decosäulchen sind jetzt auch eher, uh, gewöhnungsbedürftig. Die sollten das wenigstens begrünen, wenn sie schon keine putzige Toskanagemütlichkeit hinbekommen, diese Leute da. Vielleicht kann man zumindest innendrin was machen, Fliessenboden und ein paar Olivenholzbalken, und auf alle Fälle diese mintfarbenen Kleckse da wegmachen, bitte. Noch schlimmer als der Pinkklecks an der eigenen, stilechten Landhauskopie. Da kann man wenigstens einen Kranz davorhängen, nicht wahr.
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Burda und der kostenlose Internetinhalt.
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Donnerstag, 13. Juli 2006
5 Jahre
Ich verstehe es nicht, ich verstehe nicht, wie man sein Vermögen in etwas stecken kann, was man anschauen könnte, aber ausser den Computerbildern vor der Planung nie gesehen hat, bis alles zu spät ist und dann die Zwangsversteigerungsprospekte kommen. Ich verstehe diese Leute nicht, denn sie haben viel Geld verdient, sie wissen, wie das geht. Ich verstehe die Leichtgläugigkeit nicht und den Umstand, dass sie jahrelang mitgespielt haben, bis es an die Existenz ging. Dass sie lieber weitergezahlt haben, statt die Haifische zu holen. Sie waren ja schon lange da. Ein Telefonat hätte genügt. Diese verdammte Eitelkeit, nicht als Abgezockter dastehen zu wollen. Vielleicht ist es das. Da erträgt man lieber die unangenehmen Termine mit den Kundenbetreuern in der Bank, die überhaupt nicht mehr so nett sind wie vor 10 Jahren.

Es kann immer was schief gehen. Wieder daheim, gegenüber, haben sie sich auch verplant. Ein Gebäude hat sich beim Aushub gesenkt und ist jetzt baufällig, die geplante Kuppel wurde wieder zugemauert, weil die Kosten explodiert sind und für Sperenzchen kein Geld mehr da ist. Lachhafte Summen im Vergleich zu den Kugeln, die mit dem Geld der Greater Munich Area weltweit gedreht werden, Seoul, Berlin, Mailand, Malaysia. In der Lokalzeitung steht dann ein Artikel über einen "heimtückischen Giftanschlag" in einem Kaff, der die Falschen erwischt hat - jemand fühlte sich vom Froschgequake wohl so gestört, dass er toxische Stoffe in einen Dorfweiher geschüttet hat. Blöderweise gingen nur die fetten Karpfen zugrunde, die nicht weglaufen konnten, die Frösche hüpften an Land und quaken schon wieder. Ein Scheissspiel. Ich kenne Haifische, die eine Weile Angst hatten, irgendwas zu essen, was sie nicht gerade aus einem Supermarkt geholt hatten. Und ich lese was von Altersvorsorge durch Fonds.
Verdammt, lasst Euch nicht reinlegen, nehmt ein Sparbuch bei der Sparkasse. Besser 3% Zins, als 20% an die Haifische für alles, was sie zurückholen, falls noch was da ist. Meidet Asien, das geht hoch, das kann nicht gut gehen, niemals, da baut sich gerade die nächste globale Wirtschaftskatastrophe auf, zwischen China und Südkorea. Und die fünf Jahre für die anderen machen auch keinen Spass, wenn man überschuldet ist.
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Erlösung

Zwischendrin haben die verdammten Haifische angerufen. Heute noch muss es sein, in der Munich Area. Die Mandantschaft muss aktiv werden, sonst werden ihre Kunden aktiv, und dann hat man weitere Haifische im Spiel. So viele Räuber bei so wenigen Opfern, das ist unlukrativ. Man muss über die Gegner kommen wie ein Hagelsturm und nicht wie ein Nieselregen. Man darf ihnen keine Chance geben. Eigentlich Selbstverständlichkeiten. Denn auch dieser Fall klebt schon, es muss endlich krachen. Meinen sie. Und auch in München, so hört es sich über das Telefon an, kracht es. Vielleicht hat jemand aber auch nur was an die Wand geworfen. Sowas passiert. Ein Haifisch hat mal bei einer erregten Besprechung eine Bronzeskulptur, einen eigentlich Ruhe und Kraft darstellenden, schlafenden Löwen, durch eine Glaswand gepfeffert. Überraschenderweise war die Mandantschaft dann zügig bereit, den Vorschlägen zu folgen.
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Jetzt reicht´s.
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Mittwoch, 12. Juli 2006
Anstiftung zur Todsünde


Aber so sind sie verbittert. Nehme ich an. Aber eigentlich ist es mir egal, solange ich tatsächlich hier oben sitze. Und sie nicht.
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Keine kommerzielle Werbung hier. Ausser für mich.
Die zugehörigen 3 Akkorde spielt René bei Nerdcore. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass obige Verdächtige von der sie bezahlenden Firma ziemlich allein gelassen werden mit den Protesten, wenn das ein Firmenblog gewesen sein sollte.
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Wer schreibt, der bleibt, auch wenn er fault.

Wir haben hier übrigens eine Lokalzeitung mit tollen, riesigen Bildergalerien von jedem Fest von 100 Jahre Feuerwehr Hinterreiherhausendorf bis zum "Wir bauen die geilsten Mordwaffen"-Event mit 80.000 Besuchern. Juckt keinen. Wir haben auch ein mit viel Werbeaufwand in die Stadt eingeführtes Lokalblog, das der drögen Zeitungskonkurrenz das Wasser im Netz abgraben soll. Juckt keinen. In einer Boomregion mit 250.000 Einwohnern, wo der Netzausbau besser ist als in mancher Metropole. Wo Geld in rauen Mengen da ist.
Und dann gibt es noch eine Community, wo gerade 500 Leute eingeloggt sind, die über zehntausend Mitglieder hat und das ausschliesslich über Parties wie das "Houkl-Boukl-Fest" berichtet. Kennt ausserhalb der Region kein Mensch, ist aber auch egal. Soweit ich erkennen kann, geht es vor allem darum, Ficks optisch und per Chat vorzusortieren - geht man mit der Maus über einen Namen, kommt sofort das Bild des Users. Ist höllisch erfolgreich bei der Altersgruppe 14 - 29. Dagegen sehen Blogs und Journalismus ganz alt aus. Da gibt es auch keine Brücke über den Abgrund, der sich da auftut. Und auf beiden Seiten nichts, wo man so eine Brücke auflegen könnte. Man kann Steine in den Abgrund werfen und hoffen, dass er irgendwann voll ist. Am besten, bevor einem das Fleisch von den Rippen fault.
Das sollte uns zu denken geben. Ja doch.
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Dienstag, 11. Juli 2006
Es geht voran

Aber die Aussenwerkstatt mit den makellosen Farben, die ist unvergleichlich. Morgen leiden wenigstens meine Handwerker wieder mit mir.
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Transparency International: Old Scandals never die
Im Zentrum stand neben Moni auch der Justiziar und die Geschäftsführerin von TI. Damals wurde hier schon gemutmasst, führendes Personal könnte demnächst in Weissrussland arbeiten. Ich weiss nicht, wo die damalige Geschäftsführerin, in deren unglücklicher Hand damals die Geschichte lag, heute ist - Fakt ist aber, man sucht jetzt für sie einen Nachfolger. Jaja. Vielleicht ändert sich ja auch was im Umgang mit den Mitarbeitern bei denen. Wann gehen eigentlich die Chefs von Johannsen und Kretschmer?
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Herzenswünsche

Fischgräten müssen also nicht immer so negativ sein wie die Innereien des Hechts. Trotzdem ist es bisweilen nett, anderen beim Entgräten mit der linken Hand in rechten Eingeweiden zuzuschauen.
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Kultur, Wert, Verwertung
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Irgendwann kriegen wie sie
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Montag, 10. Juli 2006
Stattglotze


Natur, Drama, Spektakel, Erlösung, Untergang.
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Kanonen der Aufklärung
Schräg gegenüber jedenfalls wurden die Sonnenflecken entdeckt, die Strasse runter schliffen Optiker mit die ersten Fernrohre, die dem geozentrischen Weltbild den Garaus machen würden, und genauso, wie ich ein gewisses Faible für alte Bücher der mir verhassten Gesellschaft Jesu habe, wollte ich schon immer mal ein altes Fernrohr besitzen, aus goldglänzender, alter Bronze und ohne Mechanik für die Brennweite, das man zusammenschieben muss, um die Schärfe einzustellen, mit einem Deckel vorne und eine kleinen Klappe hinten, denn die Fernrohre brechen Horizonte auf, es sind die alten Kanonen der Aufklärung. Dummerweise hat der Gang der Geschichte vielen alten Stücken den Garaus bereitet, und was noch da ist, ist unsagbar teuer, denn meinen Wunsch teilen noch andere - vermutlich so ziemlich jeder Augenarzt, zum Beispiel. Keine Ahnung, wo dieser Berufsstand heute morgen war, er war jedenfalls nicht auf dem Antikmarkt nahe der trägen, müden Donau.

Es ist genauso, wie ich es immer haben wollte, die Linsen sind sauber, das Metall vom vielen Benutzen wunderbar patiniert, und über all die modernen, in Managerkreisen als Gimmick gehandelten Fernstecher mit eingebauter Digicam kann ich nur mokant lächeln. Und würde man mir ohnehin nicht alle üblen kleinen Geschichten dieser Provinz zutragen, so könnte ich Nachts durch die Gassen ziehen und schauen, was unter Dächern passiert, die bis jetzt vieles meinem Blick, aber wenig meiner Kenntnis entziehen konnten. In Essen, Berlin, Düsseldorf und München, wo man das Glas der hohen Häuser verspiegelt, wäre es sinnlos - aber ich muss nicht hineinschauen, um zu wissen, welche Idioten dort am Werk sind. Für Sonnenflecken braucht man ein Fernrohr, für das Auskundschaften der Idioten genügt heute das Lesen ihrer geschwätzigen Blogs. Man wird vielleicht genauso gehasst wie früher unter den Jesuiten, wenn man nicht an das alleinseeligmachende Web2.0 glaubt, aber nicht mehr verbrannt. Das ist fraglos ein Fortschritt.
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Sonntag, 9. Juli 2006
Grünes Gras

Es wächst, zum Beispiel. Über unschöne Geschichten. Die man lieber ganz leise abhandeln würde. Wie das Ende des Opinio-Magazins, beispielsweise. Pssssst. Wer wird denn gleich an der Blogbar laut werden, wo doch der Macher von Opinio jetzt als Federführer von Westeins bei der WAZ allgemein bejubelt wird, in Klein-Bloggersdorf....
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Hochzeit, Wurst und Fahne
Denn die, die hier dazu gehören, hängen die deutsche Flagge in ihren Stand auf dem Wochenmarkt, der von totem Tier nur so überquillt. Silber glänzen die Kassler Ripperl, wie geronnenes Blut mit Eiter liegt der Speck in der Vitrine, hier und da sind Knochen, und darüber die selbst gemachten Würste, obszön saftig und verknorpelt. Und obendrauf sind die Bilder der Hochzeit, damit es auch jeder weiss, dass die rotwangige, unfassbar blonde Verkörperung der perfekten Rusticoschönheit, mit ihren riesigen blauen, vergifteten Belladonna-Augen und der weissen Haut, als hätte man sie gerade zur Ader gelassen, bevor sie die das Fleisch armer Schweine zum Markte trägt, damit also jeder begreift, dass dieses Geschöpf ab jetzt vergeben ist.

Sie hat einen Hof, sie hat einen Mann und ein Kind und Viecher und ein Bolzenschussgerät und wenn die Tiere tot sind, knetet sie mit ihren kräftigen Armen den Teig und backt ein phantastisches Olivenbrot im eigenen Holzbackofen, weshalb ich hier anstehe. Ich bin nett und höflich und gratuliere ihr, aber in mir brüllt alles: HAU AB DAS HIER IST DIE HÖLLE UND DER TEUFEL LEGT DAS HOLZ IN DEN OFEN.
Diesen Sommer bin ich noch da. Den nächsten auch noch. Sie wissen nicht, wer und was ich bin, ich könnte es ihnen auch gar nicht erklären, was für eine Welt der Haifische das eigentlich in München ist, denn hier wäre das Haifischfressen lediglich ein traditioneller Freundschaftsdienst und keine Wirtshaftskriminalität. Sie mit dem Fleisch, dem Bild und dem Plan, das Leben mit einem einigen Geschlechtspartner zuzubringen, und ich, wir haben einen Modus Vivendi gefunden, wir einigen uns auf gewisse Themen und verdrängen manchmal die Kluft zwischen uns. Ich bin hier nur körperlich, ich will das alles hier gar nicht so mitbekommen, ich mag die Fassaden sehen und die Farben und das Licht, aber ich will nichts mit dem zu tun haben, was hier ist, was hier lebt und sich vermehrt mit dieser abartigen Nettigkeit und dem freudestrahlenden Lachen, das sicher keine Sekunde aufhört, wenn im Stall daneben die Sau abgeknallt wird oder der Nachbar die Katzen ersäuft. Geschockt sind sie hier erst, wenn mal wieder einer mit 180 auf der Landstrasse mit drei anderen in einen Laster knallt, oder sich einer so umbringt, dass man es schlecht als Unfall hinstellen kann. So ist das, bei den Wüsten nach der Hochzeit unter der Fahne. Die sind Bayern, Provinz und Deutschland. Für einen Moment wird mir der international operierende Starnberger Kieferbrecher fast wieder sympathisch, der in seinem Marmorpalast dem im Spackenfond 13 versenkten Gegenwert von 3 weiteren Bentleys hinterherheult, und seine mufflige Tochter, die jetzt kein neues Auto für das nächste Semester an der Privatuni kriegt, an dessen Stossstange sie den Aufkleber vom
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Haifischluxus
Edit: Für hierher verlinkte Leser eines gewissen substanzlosen Laberers geht es hier weiter.
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