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Samstag, 14. April 2007
Akulturell
Oder Warum ich froh bin, nicht gefahren zu sein. Rückblickend: Ich habe jetzt einiges zur Re:Publica gelesen und auch gehört. Wie allgemein bekannt war, war ich als Redner eingeladen, habe erst zugesagt, dann - nach durchaus langem Überlegen und nicht wirklich Lob von Organisatorenseite - abgesagt. Nicht wegen Adical, nicht wegen Spreeblick, und auch nur partiell wegen des Blicks auf die Teilnehmerliste, bei dem sich viel von dem findet, was ich als käuflichen Abschaum bezeichnen würde.
Inzwischen weiss ich, dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe instinktiv zugesagt, weil ich mit Johnny - den ich dazu beschwatzt hatte - im September 2005 am ZKM den Blogspass meines Lebens hatte. Hey, das war hochgradig kontrovers, da brannte die Luft im Saal, das hat man im ZKM nicht oft gesehen, und ich freue mich darauf, dort im September wieder aufzutreten. Nein, es hat vielen nicht gefallen. Es war damals auch nur Zufall, weil mein Mikro nicht ging und ich aus dem Stegreif loslegen musste, da sagte ich dann sachen, die nicht im Skript waren. Aber es war ganz sicher nicht langweilig, wir waren in den Augen der Informationselite die schrägen Typen von ganz unten, und wir haben den Laden übernommen und denen gezeigt, wie wir unser Ding machen, und manchmal höre ich, dass andere wegen diesem Tag immer noch das Kotzen bekommen, weil wir da waren.
Die Enttäuschung der Veranstaltung - und der Auslöser für meine Anmerkungen - war der Vortrag von Claus Leggewie, den ich als Autor im Bereich Abwehr gegen Rechtsradikalismus kannte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, und die wurden von Leggewie in den Boden gerammt. Was für ein abgehobenes Geseier, der Mann hat keine Ahnung von Blogs, will aber damit einen Elitendiskurs mit Einfluss und überhaupt Hierarchien, geht´s noch? Und keiner im Saal hatte die Eier, dem Mann zu sagen, dass er weder Peil noch das Können hat, das umzusetzen. Da stand dieser Typ also rum, bekrochen von ein paar feigen Schülern, und der Rest hielt die Schnauze. Wie gesagt: Gerade bei einem Leggewie hätte ich das Gegenteil erwartet. Ich war höllisch geladen dann begann ich zu sprechen, dann kam Johnny, und danach redete keiner mehr über Leggewie.
In Berlin wäre ich vorne gekommen, zum Thema "Etikette". Was immer ich gesagt hätte, ich hätte es gebrochen, wenn ich am Tag darauf einen Vetreter des Gossengewerbes der Werbung in Bezug auf Blogs hätte sagen hören, dass Werbung eine Kultur sei, die Kultur ermöglicht. Ich kenne diesen Kulturbegriff, er macht uns Historikern immer Probleme, wenn das zu besprechende Phänomen nicht wirklich nett ist. Ohne jede Frage hat die Kultur der italienischen Faschisten die Kultur des Futurismus in der Architektur ermöglicht. Wir reden auch von einer Kultur im Konzentrationslager, wenn wir über die Erfahrungsberichte der Überlebenden reden - wollen wir mal über die Kultur reden, die das ermöglicht hat? Und ist es nicht die Kultur der Werbung, die der Bildzeitung ihre Millionengewinne erlaubt?
Es gibt da zwei Möglichkeiten. Entweder die Kulturdefinition des Historikers, der durch den zeitlichen Abstand Kultur wertneutral auffasst. Dann ist es aber die Aufgabe des Historikers herauszuarbeiten, dass Kultur in ihrer ganzen Spannbreite und Widerprüchlichkeit dargestellt wird. Renaissance ist Brunelleschis Kuppel in Florenz und gleichzeitig der Mord an Savonarola in ihrem Schatten. Reformation ist Rebellion gegen eine korrupte Kirche genauso wie die Unterstützung der Fürsten bei den Massakern während der Bauernaufstände. Kurz: Kultur ist nichts als ein Begriff, der die Gesamtheit einer Epoche umschreibt. Oder aber: Man wertet "Kultur" als positiv. Das ist stets der gefährliche Weg, denn er zwingt dazu, zu beweisen, dass der Weg tatsächlich gut ist. Wovon die Reichsschrifttumskammer ebenso überzeugt war wie Stalin, als er jüdische, "kosmopolitische" Schriftsteller zur Hinrichtung bringen liess - alles weitere steht in seinen Linguistikbriefen. Es kann nicht schaden, die mal zu lesen, danach ist man beim Wort "Kultur" mehr als vorsichtig.
Schaut man sich die Geschichte der Werbung beginnend bei der ersten erhaltenen schriftlichen Aufzeichnung an, kennt man schnell deren Geschwister: Indokrination, Propaganda, Lüge. Nicht umsonst hat Werbung einen beschissenen Ruf und ihre Macher damit. Die Momente, in denen Brecht und Tucholsky sich für Auto- und Politikwerbung hergaben, sind die Tiefpunkte ihrer Karriere. Es gibt Kulturphänomene, die es nie schaffen werden, in ihrer Gesamtheit positiv zur jeweiligen Kultur beizutragenm, und neben Mord, Raub, Unterdrückung Andersdenkender und gezielter Verdummung ist die Werbung als deren Propagierung und Verteidigung stets mit dabei. Wir Historiker freuen uns natürlich immer, wenn wir Reste vom Laster finden, vom Phallus als Werbung der Bordelle in Pompei bishin zu den Hetzschriften der Lutheraner, das macht den Job spannender, auch wenn wir dergleichen in unserer Zeit, da wir die Folgen kennen, ablehnen würden.
Und dann kommt also so ein - tschuldigung für das harte Wort - Werber daher, redet Scheisse von "religiöser Ablehnung von Werbung" und unterstellt seinem Anliegen Kultur.
Und keiner geht auf die Bühne, haut ihm, um Villon zu zitieren, das Maul mit schweren Eisenhämmern ein und weist ihn darauf hin, dass Villons Kultur in unserer Zeit die Kultur der plastischen Chirurgie ermöglicht. Wobei Villon selbst im Puff mit der fetten Margot noch immer unfassbar hoch über dem kulturellen Niveau der Leute steht, die das Brot der Schergen der chinesischen Mörder fressen.
Ich mache mir keine Sorge wegen Adical, der Werber wird das gnadenlos in den Graben fahren. Ich mache mir keine Sorgen wegen den beteiligten Blogs; wenn es nicht klappt, müssen sie wieder umsonst schreiben, oder sie verticken sich an Jamba, egal, es gibt hunderttausende anderer Blogs. Ich mache mir keine Sorgen, dass Werbung hier draussen was bringen würde, denn wer so zynisch ist, die Büttel der chinesischen Mörder zu bewerben, und wer Leser hat, denen das am Arsch vorbeigeht - der wird sich auch nicht für eine Marke begeistern. Zyniker sind nun mal keine guten Käufer, das werden die Werbeschalter schon noch lernen.
Aber ich wüsste schon gern, warum von den Leuten da im Saal keiner widerspricht, wenn sowas über die Bühne geht. Da gibt es mehrere Erklärungen dafür, die ich alle gelten lasse, Desintersse, Höflichkeit, Unwissen, Abstumpfung gegenüber Werberphrasen und akultureller Personen oben und unten, kann alles sein. Man kann das auch Blogkultur nennen. Mit zeitlichem Abstand, als Historiker. Aber die Re:Publica ist jetzt gewesen, und auch wenn eine Anzeige wegen Körperverletzung mit einem stumpfen Gegenstand mal was anderes wäre als die übliche langweilige Abmahnung, reicht es mir, unter dem wunderbaren bayerischen Himmel die Nachrichten aus dem Affenkäfig zu lesen, die im Übrigen auch echte Perlen hervorbringen, um mich dann wieder meinem Villon zuzuwenden:
Herr, alle Tiefen, alle Höhen,
Erröten kenn ich, und erblinden.
Ich hab dem Tod ins Aug gesehen.
Mich selbst nur kann ich nicht ergründen.
Edit: Ansonsten hat sich die Re:Publica schon gelohnt - wegen eines solchen Beitrags.
Inzwischen weiss ich, dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe instinktiv zugesagt, weil ich mit Johnny - den ich dazu beschwatzt hatte - im September 2005 am ZKM den Blogspass meines Lebens hatte. Hey, das war hochgradig kontrovers, da brannte die Luft im Saal, das hat man im ZKM nicht oft gesehen, und ich freue mich darauf, dort im September wieder aufzutreten. Nein, es hat vielen nicht gefallen. Es war damals auch nur Zufall, weil mein Mikro nicht ging und ich aus dem Stegreif loslegen musste, da sagte ich dann sachen, die nicht im Skript waren. Aber es war ganz sicher nicht langweilig, wir waren in den Augen der Informationselite die schrägen Typen von ganz unten, und wir haben den Laden übernommen und denen gezeigt, wie wir unser Ding machen, und manchmal höre ich, dass andere wegen diesem Tag immer noch das Kotzen bekommen, weil wir da waren.
Die Enttäuschung der Veranstaltung - und der Auslöser für meine Anmerkungen - war der Vortrag von Claus Leggewie, den ich als Autor im Bereich Abwehr gegen Rechtsradikalismus kannte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, und die wurden von Leggewie in den Boden gerammt. Was für ein abgehobenes Geseier, der Mann hat keine Ahnung von Blogs, will aber damit einen Elitendiskurs mit Einfluss und überhaupt Hierarchien, geht´s noch? Und keiner im Saal hatte die Eier, dem Mann zu sagen, dass er weder Peil noch das Können hat, das umzusetzen. Da stand dieser Typ also rum, bekrochen von ein paar feigen Schülern, und der Rest hielt die Schnauze. Wie gesagt: Gerade bei einem Leggewie hätte ich das Gegenteil erwartet. Ich war höllisch geladen dann begann ich zu sprechen, dann kam Johnny, und danach redete keiner mehr über Leggewie.
In Berlin wäre ich vorne gekommen, zum Thema "Etikette". Was immer ich gesagt hätte, ich hätte es gebrochen, wenn ich am Tag darauf einen Vetreter des Gossengewerbes der Werbung in Bezug auf Blogs hätte sagen hören, dass Werbung eine Kultur sei, die Kultur ermöglicht. Ich kenne diesen Kulturbegriff, er macht uns Historikern immer Probleme, wenn das zu besprechende Phänomen nicht wirklich nett ist. Ohne jede Frage hat die Kultur der italienischen Faschisten die Kultur des Futurismus in der Architektur ermöglicht. Wir reden auch von einer Kultur im Konzentrationslager, wenn wir über die Erfahrungsberichte der Überlebenden reden - wollen wir mal über die Kultur reden, die das ermöglicht hat? Und ist es nicht die Kultur der Werbung, die der Bildzeitung ihre Millionengewinne erlaubt?
Es gibt da zwei Möglichkeiten. Entweder die Kulturdefinition des Historikers, der durch den zeitlichen Abstand Kultur wertneutral auffasst. Dann ist es aber die Aufgabe des Historikers herauszuarbeiten, dass Kultur in ihrer ganzen Spannbreite und Widerprüchlichkeit dargestellt wird. Renaissance ist Brunelleschis Kuppel in Florenz und gleichzeitig der Mord an Savonarola in ihrem Schatten. Reformation ist Rebellion gegen eine korrupte Kirche genauso wie die Unterstützung der Fürsten bei den Massakern während der Bauernaufstände. Kurz: Kultur ist nichts als ein Begriff, der die Gesamtheit einer Epoche umschreibt. Oder aber: Man wertet "Kultur" als positiv. Das ist stets der gefährliche Weg, denn er zwingt dazu, zu beweisen, dass der Weg tatsächlich gut ist. Wovon die Reichsschrifttumskammer ebenso überzeugt war wie Stalin, als er jüdische, "kosmopolitische" Schriftsteller zur Hinrichtung bringen liess - alles weitere steht in seinen Linguistikbriefen. Es kann nicht schaden, die mal zu lesen, danach ist man beim Wort "Kultur" mehr als vorsichtig.
Schaut man sich die Geschichte der Werbung beginnend bei der ersten erhaltenen schriftlichen Aufzeichnung an, kennt man schnell deren Geschwister: Indokrination, Propaganda, Lüge. Nicht umsonst hat Werbung einen beschissenen Ruf und ihre Macher damit. Die Momente, in denen Brecht und Tucholsky sich für Auto- und Politikwerbung hergaben, sind die Tiefpunkte ihrer Karriere. Es gibt Kulturphänomene, die es nie schaffen werden, in ihrer Gesamtheit positiv zur jeweiligen Kultur beizutragenm, und neben Mord, Raub, Unterdrückung Andersdenkender und gezielter Verdummung ist die Werbung als deren Propagierung und Verteidigung stets mit dabei. Wir Historiker freuen uns natürlich immer, wenn wir Reste vom Laster finden, vom Phallus als Werbung der Bordelle in Pompei bishin zu den Hetzschriften der Lutheraner, das macht den Job spannender, auch wenn wir dergleichen in unserer Zeit, da wir die Folgen kennen, ablehnen würden.
Und dann kommt also so ein - tschuldigung für das harte Wort - Werber daher, redet Scheisse von "religiöser Ablehnung von Werbung" und unterstellt seinem Anliegen Kultur.
Und keiner geht auf die Bühne, haut ihm, um Villon zu zitieren, das Maul mit schweren Eisenhämmern ein und weist ihn darauf hin, dass Villons Kultur in unserer Zeit die Kultur der plastischen Chirurgie ermöglicht. Wobei Villon selbst im Puff mit der fetten Margot noch immer unfassbar hoch über dem kulturellen Niveau der Leute steht, die das Brot der Schergen der chinesischen Mörder fressen.
Ich mache mir keine Sorge wegen Adical, der Werber wird das gnadenlos in den Graben fahren. Ich mache mir keine Sorgen wegen den beteiligten Blogs; wenn es nicht klappt, müssen sie wieder umsonst schreiben, oder sie verticken sich an Jamba, egal, es gibt hunderttausende anderer Blogs. Ich mache mir keine Sorgen, dass Werbung hier draussen was bringen würde, denn wer so zynisch ist, die Büttel der chinesischen Mörder zu bewerben, und wer Leser hat, denen das am Arsch vorbeigeht - der wird sich auch nicht für eine Marke begeistern. Zyniker sind nun mal keine guten Käufer, das werden die Werbeschalter schon noch lernen.
Aber ich wüsste schon gern, warum von den Leuten da im Saal keiner widerspricht, wenn sowas über die Bühne geht. Da gibt es mehrere Erklärungen dafür, die ich alle gelten lasse, Desintersse, Höflichkeit, Unwissen, Abstumpfung gegenüber Werberphrasen und akultureller Personen oben und unten, kann alles sein. Man kann das auch Blogkultur nennen. Mit zeitlichem Abstand, als Historiker. Aber die Re:Publica ist jetzt gewesen, und auch wenn eine Anzeige wegen Körperverletzung mit einem stumpfen Gegenstand mal was anderes wäre als die übliche langweilige Abmahnung, reicht es mir, unter dem wunderbaren bayerischen Himmel die Nachrichten aus dem Affenkäfig zu lesen, die im Übrigen auch echte Perlen hervorbringen, um mich dann wieder meinem Villon zuzuwenden:
Herr, alle Tiefen, alle Höhen,
Erröten kenn ich, und erblinden.
Ich hab dem Tod ins Aug gesehen.
Mich selbst nur kann ich nicht ergründen.
Edit: Ansonsten hat sich die Re:Publica schon gelohnt - wegen eines solchen Beitrags.
donalphons, 20:40h
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Bavarian Open
Der Winterspeck muss runter, sagt sich der Eingeborene. So geht es nicht weiter, aber es ist Bayern, da wo die Sonne idealerweise immer scheint, und weil sie das tut, geht der Bayer auch seinem Lieblingssport nach: Extreme Beergardening, und zu diesem Zweck gibt es mitten in der Stadt auch italienisch anmutende Plätze mit von der Öffentlichkeit unterhaltenen Kastanien, auf dass Schatten sei und ein angenehmes Rauschen, wenn der Wind etwas weht.

Kann sein, dass ich mich bald dazugeselle, zu diesen Kugeloptimierern. Denn ein weiteres körperliches Betätigungsfeld könnte sich bald als überflüssig erweisen. Schuld ist natürlich der Besuch, der auf dem Wochenmarkt unbedint Marmelade kaufen musste. Und wie es der teufel haben will, ging die letzte Kirsch-Hollundermarmelade gerade über den Tisch an eine ältere, gebräunte Dame mit Gepardentop und Ausschnitt, der ein klein wenig gross war. Die Verkäuferin vertröstete den Besuch auf Mittwoch, der aber fährt morgen wieder, und so trat die ältere Dame von der Marmelade zurück und nahm eine andere.
Während dieser reizenden Szene bayerischer Gadtfreundlichkeit entdeckte ich ein paar Gläser mit grünem Inhalt. Das ist bei meiner Marmeladenhändlerin etwas neues, also griff ich zu, und sofort war Öl an meinen Fingern. Bärlauch-Pesto mit Mandeln, Knoblauch, Öl und Pfeffer stand auf dem Etikett. Ich leckte - was man in Bayern tun darf - meine Finger ab, undn Hölle: Da hat jemand verstanden, dass man nicht sparen darf mit dem Gewürz. Die Geschichte geht nun so, dass die Händlerin aus einem kleinen Dorf kommt, wo es wiederum eine Frau gibt, die Bärlauch sammelt und dieses Pesto macht, aber da es sich nicht lohnt, deshalb auf den Wochenmarkt zu gehen, gibt sie es der Marmeladenfrau mit.
Während Sossenzubereitung ansonsten eine Geheimwissenschaft mit vielen Zutaten ist, geht das damit ganz einfach: Zwiebeln und zwei Blätter Gewürzlorbeer und Salbei in Butter ansdünsten, eine Tomate kleinschneiden und köcheln, Trüffeltortellini ins Wasser, 2 Minuten vor dem Ende das Pesto in den Sossentopf und 20 Gramm geraspelten Parmegiano Reggiano drüber, fertig:

Gut, wenn man jetzt die Speichertür zur oberen Wohnung aufmacht, riecht es, als würde dort ein offenes Fass mit eingelegtem Knoblauch stehen. Gut, es war wieder mal fast zu viel. Aber das ist die Gaumenfreude, die man isst und isst und isst, und wenn mehr davon da wäre, könnte man sich leicht bis zur inneren Verblutung durchessen. Weil es nicht schwer ist, weil es so gut zum Sommer passt, und weil das Pesto von einer Könnerin gemacht wurde, deren ganzen Haus so riechen muss, dass jeder in 100 Meter Umkreis immer Hiunger hat.
Ich und der Besuch, wir sind entsetzlich satt.
Kommen wir nun zur Torte.

Kann sein, dass ich mich bald dazugeselle, zu diesen Kugeloptimierern. Denn ein weiteres körperliches Betätigungsfeld könnte sich bald als überflüssig erweisen. Schuld ist natürlich der Besuch, der auf dem Wochenmarkt unbedint Marmelade kaufen musste. Und wie es der teufel haben will, ging die letzte Kirsch-Hollundermarmelade gerade über den Tisch an eine ältere, gebräunte Dame mit Gepardentop und Ausschnitt, der ein klein wenig gross war. Die Verkäuferin vertröstete den Besuch auf Mittwoch, der aber fährt morgen wieder, und so trat die ältere Dame von der Marmelade zurück und nahm eine andere.
Während dieser reizenden Szene bayerischer Gadtfreundlichkeit entdeckte ich ein paar Gläser mit grünem Inhalt. Das ist bei meiner Marmeladenhändlerin etwas neues, also griff ich zu, und sofort war Öl an meinen Fingern. Bärlauch-Pesto mit Mandeln, Knoblauch, Öl und Pfeffer stand auf dem Etikett. Ich leckte - was man in Bayern tun darf - meine Finger ab, undn Hölle: Da hat jemand verstanden, dass man nicht sparen darf mit dem Gewürz. Die Geschichte geht nun so, dass die Händlerin aus einem kleinen Dorf kommt, wo es wiederum eine Frau gibt, die Bärlauch sammelt und dieses Pesto macht, aber da es sich nicht lohnt, deshalb auf den Wochenmarkt zu gehen, gibt sie es der Marmeladenfrau mit.
Während Sossenzubereitung ansonsten eine Geheimwissenschaft mit vielen Zutaten ist, geht das damit ganz einfach: Zwiebeln und zwei Blätter Gewürzlorbeer und Salbei in Butter ansdünsten, eine Tomate kleinschneiden und köcheln, Trüffeltortellini ins Wasser, 2 Minuten vor dem Ende das Pesto in den Sossentopf und 20 Gramm geraspelten Parmegiano Reggiano drüber, fertig:

Gut, wenn man jetzt die Speichertür zur oberen Wohnung aufmacht, riecht es, als würde dort ein offenes Fass mit eingelegtem Knoblauch stehen. Gut, es war wieder mal fast zu viel. Aber das ist die Gaumenfreude, die man isst und isst und isst, und wenn mehr davon da wäre, könnte man sich leicht bis zur inneren Verblutung durchessen. Weil es nicht schwer ist, weil es so gut zum Sommer passt, und weil das Pesto von einer Könnerin gemacht wurde, deren ganzen Haus so riechen muss, dass jeder in 100 Meter Umkreis immer Hiunger hat.
Ich und der Besuch, wir sind entsetzlich satt.
Kommen wir nun zur Torte.
donalphons, 18:19h
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Bloggers in Residence
Genauso habe ich mir das vorgestellt. Genau so. Abzüglich meines Asthmaanfalls letzte Nacht, aber hey, die Barchetta grinst schon sehr italienisch Richtung Brenner. Und wenn ich da bin, lese ich Randomnotes, der hat, was andere beim Weg zu den Bannern der Handlanger der chinesischen Mörder vergessen haben.
donalphons, 13:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 13. April 2007
Mille Miglioh
oder die Kraft der Überzeugung. Mittwoch, Frankfurt, ich so zu Holgi: Und, wie stehn die Dinge? Nächste Woche Mille Miglia?
Holgi so: Waaaas? Nächste Woche schon? Ich dachte, die ist im Mai? Oh nein, ich kann jetzt unmöglich, dabei habe ich mich so drauf gefreut.
Ich so: Schade. Ich schicke Dir jeden Tag einen Blogeintrag, aus Verona, Ferrara, Mantua, vielleicht sogar Venedig, ich bleibe noch ein wenig... (tätschle Holgi auf die Schulter, um ihm sein schweres Los zu erleichtern)
Donnerstag, ich so zu Frau Mama: Auch dieses Jahr freue ich mich wieder auf die Mille Miglia - wollt ihr nicht auch mitfahren? Es wäre doch nett.
Frau Mama so: Hm, nein, das geht gerade nicht. Haben die die Mille Miglia verlegt? Letztes Jahr warst du doch im Mai unten.
Ich so: Nein, nein, das war Ende April.
Freitag, ich so zu meinem Klassikerschrauber: Hm, also wenn das mit dem Auspuff bis Montag nicht klappt, dann...

könnte ich vielleicht für meine Reise den Daimler haben? So ein Double Six hätte natürlich auch was.
Mein Klassikerschrauber so: Also, den Daimler, klar, aber der Motor läuft unrund, ich garantiere dir, du bleibst liegen, ausserdem säuft er wie ein Loch. Nimm lieber den Quattro. (Sieht meinen anglophilen Blick) OK, ok, nehmen kannst du ihn, aber wenn er den Geist aufgibt, lass ihn liegen, das lohnt sich nicht mehr.
Ich so: Nein, ich wette, der will unbedingt zu seinen Freunden, dem XK120 und den D-Types auf der Mille Miglia.
Mein Klassikerschrauber so: Du bleibst einen ganzen Monat unten?
Ich so: Ne, nur jetzt die Woche der Mille Miglia, und dann noch eine Woche in Oberitalien zum rumfahren.
Mein Klassikerschrauber so: Äh, ich fahre da auch mit meinem SL300 runter, und ich schwöre dir: Es ist vom 17. bis 20. Mai. Nicht April.
Ich so: Oh.
Edit: Ich sehe gerade, dass Statler daheim bleiben muss. Nun, dann nehme ich eben die Krux auf mich und fahre einfach so runter. Ich denke, ich fahre diesmal über Meran und nenne es die "Statlers-Z4-rollt-mit-30-Sachen-zur-Uni-Gedächtnis-Tour-07"
Holgi so: Waaaas? Nächste Woche schon? Ich dachte, die ist im Mai? Oh nein, ich kann jetzt unmöglich, dabei habe ich mich so drauf gefreut.
Ich so: Schade. Ich schicke Dir jeden Tag einen Blogeintrag, aus Verona, Ferrara, Mantua, vielleicht sogar Venedig, ich bleibe noch ein wenig... (tätschle Holgi auf die Schulter, um ihm sein schweres Los zu erleichtern)
Donnerstag, ich so zu Frau Mama: Auch dieses Jahr freue ich mich wieder auf die Mille Miglia - wollt ihr nicht auch mitfahren? Es wäre doch nett.
Frau Mama so: Hm, nein, das geht gerade nicht. Haben die die Mille Miglia verlegt? Letztes Jahr warst du doch im Mai unten.
Ich so: Nein, nein, das war Ende April.
Freitag, ich so zu meinem Klassikerschrauber: Hm, also wenn das mit dem Auspuff bis Montag nicht klappt, dann...

könnte ich vielleicht für meine Reise den Daimler haben? So ein Double Six hätte natürlich auch was.
Mein Klassikerschrauber so: Also, den Daimler, klar, aber der Motor läuft unrund, ich garantiere dir, du bleibst liegen, ausserdem säuft er wie ein Loch. Nimm lieber den Quattro. (Sieht meinen anglophilen Blick) OK, ok, nehmen kannst du ihn, aber wenn er den Geist aufgibt, lass ihn liegen, das lohnt sich nicht mehr.
Ich so: Nein, ich wette, der will unbedingt zu seinen Freunden, dem XK120 und den D-Types auf der Mille Miglia.
Mein Klassikerschrauber so: Du bleibst einen ganzen Monat unten?
Ich so: Ne, nur jetzt die Woche der Mille Miglia, und dann noch eine Woche in Oberitalien zum rumfahren.
Mein Klassikerschrauber so: Äh, ich fahre da auch mit meinem SL300 runter, und ich schwöre dir: Es ist vom 17. bis 20. Mai. Nicht April.
Ich so: Oh.
Edit: Ich sehe gerade, dass Statler daheim bleiben muss. Nun, dann nehme ich eben die Krux auf mich und fahre einfach so runter. Ich denke, ich fahre diesmal über Meran und nenne es die "Statlers-Z4-rollt-mit-30-Sachen-zur-Uni-Gedächtnis-Tour-07"
donalphons, 15:31h
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Gold
am späteren Nachmittag.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, schon gar nicht bei der Werbung.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, schon gar nicht bei der Werbung.
donalphons, 12:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 12. April 2007
Werbertotalitarismus
oder es gibt einen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen Professionalisierung und Sascha Lobo. An der Blogbar.
donalphons, 17:45h
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Res privata
oder im Vorurlaub oder auch Üben für eine Woche Italien oder meine Tauben sind die angenehmere Gesellschaft oder hin und wieder sollte man auch ein Buch lesen oder will ich woanders sein - Nein.

Kleines Manko: Es ist hier oben schon wieder so warm, dass der Käse höchstens eine halbe Stunde draussen bleiben kann. Ach so, und der Tisch ist zu klein.

Kleines Manko: Es ist hier oben schon wieder so warm, dass der Käse höchstens eine halbe Stunde draussen bleiben kann. Ach so, und der Tisch ist zu klein.
donalphons, 15:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 12. April 2007
Würzburg-Berlin-Simultan
Um 16.05 betrete ich nach einer entspannenden Roadsterfahrt von Frankfurt nach Würzburg mit meiner Begleiterin das grandiose Treppenhaus der Stadtresidenz, geschaffen von Balthasar Neumann und ausgemalt von Giovanni Tiepolo, einer der Höhepunkte der Barockarchitektur im süddeutschen Raum - vom norddeutschen Raum erst gar nicht zu reden, die haben sowas nicht, das passt da nicht rein.

Nach einer Runde nutze ich die Gelegenheit, in den gerade vollkommen japanerfreien grossen Saal zu schlüpfen. Ich erstehe im Museumsshop viel zu viele Bücher, gehe wieder raus und mache offensichtlich nicht wirklich erlaubterweise dieses und andere Bilder, die mich daran erinnern sollen, dass man sich besser nicht nach unten, sondern nach oben orientieren sollte. Nichts ist leichter als die Niveaulosigkeit.

So gegen halb fünf bin ich dann am Ende der Barockzimmerflucht angekommen. Das grüne Zimmer mit seinen Lackarbeiten im japanischen Stil ist der vielleicht intimste Raum im ganzen Schloss, hier steht bezeichnenderweise auch der Tisch für Kartenspiele, hier wollte einer einfach seine Ruhe haben, keinen Stress, kein Gezeter, keine nervigen Fressen und nicht den Alltag voller mieser Charaktere, die so eine Ideologie gepaart mit Hoffnung auf Bereicherung so mit sich bringt. Dieser Raum sagt Nein zur Welt und Ja zum Selbst.

In der Bildergalerie, um 16.45, just zu dem Zeitpunkt, als in Berlin auf der Re-Publica, auf dem Podium, das ich abgesagt habe, die Rede auf mich kommt, stehe ich vor Corruptio Bestechanellis Gemälde "Die deutsche Adabei-Blogosphäre keilt sich unter dem höflichen Applaus der schwarzen Kackbratzen aus PR-ostitution, Koksnasentum und sonstiger Schergen der Meinungsmonopole um weniger als 30 hingeworfene Silberlinge sowie eine kostenlose Playstation, bevor sie Promointerviews mit dem Kaufbloggern Oli G. und Mario S. macht und danach vom Butterfahrtsentertainmentrapper "MC Da wild Vertriebler" bespasst wird".

powerpointgeeignetes grossbild 800x600 hier
Mir fällt wieder ein, dass heute ja die Re-Publica wäre, ein leichtes Zucken erreicht meine Mundwinkel beim Gedanken an all das Pack, das sich dort leider unter den Anwesenden auch findet, aber auf dem nächsten Gemälde reckt mir Jezabel die nackte Brust entgegen, durch ein Fenster fällt das Sonnenlicht über dem in voller Blüte stehenden Hofgarten, und alles ist prima.

Nach einer Runde nutze ich die Gelegenheit, in den gerade vollkommen japanerfreien grossen Saal zu schlüpfen. Ich erstehe im Museumsshop viel zu viele Bücher, gehe wieder raus und mache offensichtlich nicht wirklich erlaubterweise dieses und andere Bilder, die mich daran erinnern sollen, dass man sich besser nicht nach unten, sondern nach oben orientieren sollte. Nichts ist leichter als die Niveaulosigkeit.

So gegen halb fünf bin ich dann am Ende der Barockzimmerflucht angekommen. Das grüne Zimmer mit seinen Lackarbeiten im japanischen Stil ist der vielleicht intimste Raum im ganzen Schloss, hier steht bezeichnenderweise auch der Tisch für Kartenspiele, hier wollte einer einfach seine Ruhe haben, keinen Stress, kein Gezeter, keine nervigen Fressen und nicht den Alltag voller mieser Charaktere, die so eine Ideologie gepaart mit Hoffnung auf Bereicherung so mit sich bringt. Dieser Raum sagt Nein zur Welt und Ja zum Selbst.

In der Bildergalerie, um 16.45, just zu dem Zeitpunkt, als in Berlin auf der Re-Publica, auf dem Podium, das ich abgesagt habe, die Rede auf mich kommt, stehe ich vor Corruptio Bestechanellis Gemälde "Die deutsche Adabei-Blogosphäre keilt sich unter dem höflichen Applaus der schwarzen Kackbratzen aus PR-ostitution, Koksnasentum und sonstiger Schergen der Meinungsmonopole um weniger als 30 hingeworfene Silberlinge sowie eine kostenlose Playstation, bevor sie Promointerviews mit dem Kaufbloggern Oli G. und Mario S. macht und danach vom Butterfahrtsentertainmentrapper "MC Da wild Vertriebler" bespasst wird".

powerpointgeeignetes grossbild 800x600 hier
Mir fällt wieder ein, dass heute ja die Re-Publica wäre, ein leichtes Zucken erreicht meine Mundwinkel beim Gedanken an all das Pack, das sich dort leider unter den Anwesenden auch findet, aber auf dem nächsten Gemälde reckt mir Jezabel die nackte Brust entgegen, durch ein Fenster fällt das Sonnenlicht über dem in voller Blüte stehenden Hofgarten, und alles ist prima.
donalphons, 01:50h
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Schöner fahren mit Don Alphonso Folge 2.597
Heute: Ferrariklang zum Fiatpreis.
Vorne, am Motor, ist ein sogenanntes Hitzeblech. Das ist wichtig, damit im Kühler nichts schmilzt und der Motor nicht überhitzt. Hauptsache, es ist da. Es kann aber auch einen Riss haben. Überhaupt ist es sehr dünn und bekommt häufig Risse. Es leitet weiter Hitze ab, aber es bewegt sich. So wie gestern zwischen Pommersfelden und Frankfurt. Dann rattert es im Takt des Motors, mit ungefähr 130 bis 300 Herz. Tief, sonor, LAUT und wie ein Ferrari. Die Leute drehen sich um.
Und ich hoffe, dass es gefixt wird. Bevor ich am 16. (oder früher) gen Italien fahre. FIAT - Fix It Again, Tony.
Vorne, am Motor, ist ein sogenanntes Hitzeblech. Das ist wichtig, damit im Kühler nichts schmilzt und der Motor nicht überhitzt. Hauptsache, es ist da. Es kann aber auch einen Riss haben. Überhaupt ist es sehr dünn und bekommt häufig Risse. Es leitet weiter Hitze ab, aber es bewegt sich. So wie gestern zwischen Pommersfelden und Frankfurt. Dann rattert es im Takt des Motors, mit ungefähr 130 bis 300 Herz. Tief, sonor, LAUT und wie ein Ferrari. Die Leute drehen sich um.
Und ich hoffe, dass es gefixt wird. Bevor ich am 16. (oder früher) gen Italien fahre. FIAT - Fix It Again, Tony.
donalphons, 11:01h
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Was macht eigentlich... die FDP?
Es gab da mal so eine Anhängselpartei namens FDP, die hatte auch so einen Vorsitzenden namens Möllewelle, und so ein paar Mitglieder, manche auch im Bundestag. Angeblich soll es die noch immer geben, auch wenn man nichts mehr von ihr hört. Keine Ideen, keine Konzepte, nix.
Andere haben Ahnungslose wie den Glos, andere haben Pfeifen wie den Beck, und nochmal andere haben das Grauen aus der Uckermark, und alle zusammen sehen aus wie die Dienstboten aus "Altes vom Hexer", aber sie flimmern wenigstens über die Mattscheibe.
Aber was wurde eigentlich aus dieser FDP?
Andere haben Ahnungslose wie den Glos, andere haben Pfeifen wie den Beck, und nochmal andere haben das Grauen aus der Uckermark, und alle zusammen sehen aus wie die Dienstboten aus "Altes vom Hexer", aber sie flimmern wenigstens über die Mattscheibe.
Aber was wurde eigentlich aus dieser FDP?
donalphons, 10:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 10. April 2007
Letztendlich dann doch Fuji
Ich: Ich brauche eine Kamera, die auch bessere Formate als jpg abspeichert, mindestens 8-fach-Zoom ab 300 mm Brennweite, Blende sollte mindestens bis 8 gehen und die meisten anderen Parameter sollten auch manuell einstellbar sein.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Wie, was anderes als dschäjpäg, das hat doch jede Kamera, was anderes gibt es auch gar nicht, weil das braucht man ja für das Internet wenn man Bilder bestellt. Oder Sie meinen eine normale Kamera mit Film?
Ich: Nein. RAW/TIFF.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Äh, also, das können die Besseren auch, also, wenn Sie sicher gehen wollen, wir haben da diese Ditschitäl Äsälar gerade im Angebot, 699, die hat sicher alles, was Sie brauchen.
Ich: Äh, nein, ich brauche mehr als 55 Millimeter Brennweite.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler (denkt nach, greift nach einer x-beliebigen Kompaktkamera aus dem Regal, liest auf dem Objekt): Das steht doch drauf, Moment, ja, aber hier, bei den normalen Kameras steht auch nur drauf bis 22,2 mm, und die haben dreifach, also, wenn man das umrechnet, dann müsste das...
Ich: Nein, ich meine 300 mm Kleinbildäquivalent.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Ach so. Ja. (schweigt) Wenn Sie etwas warten, mein Kollege kennt sich da besser aus.

Nicht, dass ich wirklich dort kaufen würde. Ich schaue mich schon um, was die so haben. Und ich habe auch keine Lust, mich durch seitenlange Featurebeschreibungen mit unverständlichen Namen zu quälen. Letztlich bin ich dann ganz klassisch wie Eltern und Grosseltern zumMerkur Horten Kaufhof Galeria Kaufhof gegangen und habe mir die leicht veraltete und aus dem Programm genommene schon angedachte Fuji Finepix S5600 gekauft. Vor allem: Weil sie am besten in der Hand liegt, weil man Filter aufschrauben kann und sie beim Zoomen das Gleichgewicht wahrt. Bei den Distanzen, aus denen ich Autos ablichten möchte, ist das das entscheidende Kriterium. Ausserdem war es das selbst mit Original Fuji-xD-Karte günstigste Angebot, und für den einen Zweck, für den ich sie brauche, sollte sie reichen. Wenn ich mich bis dahin durch die Menus gequält habe.
Falls es ein Fehlkauf war - wird man es hier bei der anstehenden Italienreise sehen können.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Wie, was anderes als dschäjpäg, das hat doch jede Kamera, was anderes gibt es auch gar nicht, weil das braucht man ja für das Internet wenn man Bilder bestellt. Oder Sie meinen eine normale Kamera mit Film?
Ich: Nein. RAW/TIFF.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Äh, also, das können die Besseren auch, also, wenn Sie sicher gehen wollen, wir haben da diese Ditschitäl Äsälar gerade im Angebot, 699, die hat sicher alles, was Sie brauchen.
Ich: Äh, nein, ich brauche mehr als 55 Millimeter Brennweite.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler (denkt nach, greift nach einer x-beliebigen Kompaktkamera aus dem Regal, liest auf dem Objekt): Das steht doch drauf, Moment, ja, aber hier, bei den normalen Kameras steht auch nur drauf bis 22,2 mm, und die haben dreifach, also, wenn man das umrechnet, dann müsste das...
Ich: Nein, ich meine 300 mm Kleinbildäquivalent.
Ichbindochangeblichnichtblödhändler: Ach so. Ja. (schweigt) Wenn Sie etwas warten, mein Kollege kennt sich da besser aus.

Nicht, dass ich wirklich dort kaufen würde. Ich schaue mich schon um, was die so haben. Und ich habe auch keine Lust, mich durch seitenlange Featurebeschreibungen mit unverständlichen Namen zu quälen. Letztlich bin ich dann ganz klassisch wie Eltern und Grosseltern zum
Falls es ein Fehlkauf war - wird man es hier bei der anstehenden Italienreise sehen können.
donalphons, 15:06h
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Real Life 08.04.07 - aus dem Haifischaquarium
Und dann haben wir den also angerufen, und der war vielleicht unverschämt, der hat gebrüllt, als würden wir ihm die Haut abziehen, wegen der lunpigen 200.000 da. Wenn man Gesellschafter verklagen könnte, wäre das alles so viel einfacher, aber nein, diese Schleimerei bei Leuten, die ohnehin nicht auskommen, die macht mich echt fertig, meinst du, das passt wirklich so mit dem Winkel? Ja? Ich mach mir noch schnell einen Kaffee...
Würdest du bitte weiter aufpassen, dass nichts runterkommt? Nachdem deine Decke schon entgegen der Versprechung ziemlich krumm ist?
Jaja, ich schau gleich, das wird schon nicht in dieser Sekunde..
Aaaaaahhhhh. (Don Alphonso reckt sich auf der zu kurzen Leiter auf die Zehenspitzen, nachdem sein Oberkörper hinaufschnellte, als er dieses charakteristische ssszzzchhh hörte, mit dem sich ablösender Stuck bemerkbar macht - wenn man es schon ein paar Mal gehört hat)
Oh. Ein Glück, dass du es rechtzeitig gefangen hast. Meinst du, du wirst es heute auch noch streichen können?

Nicht wirklich.
Kannst Du dann vielleicht nächste Woche kommen? Wir müssen sowieso nach wegen der Sache mit dem Einkaufszentrum besprechen, und ausserdem könnte der Gang auch ein wenig Stuck vertragen, oder, und Kehstuck sollte hier eigentlich auch sein, so wie bei dir daheim
was meinst du?
ich meine dass du dir auch einen stukkateur leisten könntest
Was?
Nach Italien. OK? Nach Italien gerne.
Würdest du bitte weiter aufpassen, dass nichts runterkommt? Nachdem deine Decke schon entgegen der Versprechung ziemlich krumm ist?
Jaja, ich schau gleich, das wird schon nicht in dieser Sekunde..
Aaaaaahhhhh. (Don Alphonso reckt sich auf der zu kurzen Leiter auf die Zehenspitzen, nachdem sein Oberkörper hinaufschnellte, als er dieses charakteristische ssszzzchhh hörte, mit dem sich ablösender Stuck bemerkbar macht - wenn man es schon ein paar Mal gehört hat)
Oh. Ein Glück, dass du es rechtzeitig gefangen hast. Meinst du, du wirst es heute auch noch streichen können?

Nicht wirklich.
Kannst Du dann vielleicht nächste Woche kommen? Wir müssen sowieso nach wegen der Sache mit dem Einkaufszentrum besprechen, und ausserdem könnte der Gang auch ein wenig Stuck vertragen, oder, und Kehstuck sollte hier eigentlich auch sein, so wie bei dir daheim
was meinst du?
ich meine dass du dir auch einen stukkateur leisten könntest
Was?
Nach Italien. OK? Nach Italien gerne.
donalphons, 12:50h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 9. April 2007
Heute im Programm:
Kurvenjagdhase. Ich finde ja, Isadora Duncan traf es 1927 in Nizza am besten, als sie in den Bugatti stieg, in dessen Hinterrad sich bald ihr Seidenschal verfangen sollte und sie erwürgte, und sagte:
"Adieu, mes amis. Je vais à la gloire!"
Womit sie anders Recht hatte, als sie dachte, und was die bis an den Rand der Grausamkeit immer trockene Gertrude Stein zur Bemerkung veranlasste:
"Affectations can be dangerous."
Wobei man Duncan wiederum zugute halten muss, dass Gertrude Steins magenkrebsbedingter Abschied vom Dasein in Wort und Gefährt, auf der Bahre in den OP gerollt, weniger spektakulär war:
"In that case, what is the question?"
Ob die kulinarischen Wochen in Beilngries noch laufen. Das Wetter ist herrlich, die Strassen sind trocken, der Tank ist voll und die Kurven warten.
Nachtrag:

Ein paar hundert Kurven später.
"Adieu, mes amis. Je vais à la gloire!"
Womit sie anders Recht hatte, als sie dachte, und was die bis an den Rand der Grausamkeit immer trockene Gertrude Stein zur Bemerkung veranlasste:
"Affectations can be dangerous."
Wobei man Duncan wiederum zugute halten muss, dass Gertrude Steins magenkrebsbedingter Abschied vom Dasein in Wort und Gefährt, auf der Bahre in den OP gerollt, weniger spektakulär war:
"In that case, what is the question?"
Ob die kulinarischen Wochen in Beilngries noch laufen. Das Wetter ist herrlich, die Strassen sind trocken, der Tank ist voll und die Kurven warten.
Nachtrag:

Ein paar hundert Kurven später.
donalphons, 11:04h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 9. April 2007
Es ist ganz leicht
Man muss nur an der Isar eingeparkt sein von einem Lieferwagen, der einem Espressomaschinenreparaturdienst gehört, einem Porsche von hinten und neben einem auf der zweiten Spur von einem BMW SUV. Die unheimlich dünne Frau im Minicooper müsste nicht mal schreien, damit man weiss, worüber sie gerade mit dem Menschen an der anderen Seite der Leitung spricht: Ja, heute Abend, nach all dem Stress, klar war sie im Büro und nächste Woche macht sie den da fertig. So viele können über Ostern gar nicht heim, dass davon nicht riesige Bestände immer noch in der Stadt wären. Frauenzeitschriftenjohurnaille, Möchtegernregisseure, die Frauen aus dem Umland in Cafes anquatschen, und dazu noch die Neoconpäärchen in der Theatinerstrasse. Jedes Paradies hat sein Ungeziefer, und München zieht diesen Menschenschlag in all seinen Variationen magisch an, so wie jeder, der Kreativität mit Verantwortungslosigkeit verwechselt, irgendwann Spreewasser säuft.

Schnell, zu schnell hat sich München von der Demütigung des Untergangs der New Economy erholt. Und während anderswo längst wieder gegründet wird, schaut man hier noch bedächtig zu, weil man den neuen Geschichten noch nicht ganz traut. Überhaupt, desto besser das Wetter und desto schöner die Landschaft, desto weniger ist man bereit, ins Netz zu gehen. Biergärten, Cafes, Isarauen, alles ist schon wieder restlos voll mit sorgenfreien Menschen. Eine Ausnahme ist das Luxusweibchen am Gärtnerplatz, das ihrem Gegenüber ihr Steuerproblem erklärt: 70.000 hat sie noch flüssig, aber 50.000 will der Fiskus für das letzte Jahr, die nehmen einem alles, und wovon soll sie dann noch leben? Existenzangst in der Isarversion.
Und dennoch ist die Stadt immer wieder atemberaubend schön. Siemensskandal, Stadionschmierung, Vollversager im Kulturreferat und eine irrwitzige Verschwendung beim Stadtportal München.de, was soll´s, das leistet man sich eben mitsamt den Pickeln der Staatspartei, es gibt ja genug Spiele und Torte, im Hofgarten etwa, oder wo auch immer, und nächste Woche ist sowieso jeder irgendwie in Italien, dann treffen wir uns alle wieder. Nur die Mutter vom Marquis, die kommt nicht mehr, die hat er wegen Demenz ins Alterheim bringen müssen, 2,5 Zinmmer hat sie da immer noch, mehr als manche draussen in Sendling, aber von da kennt man eh keinen, denn München geht nur von Schwabing bis zur Isarvorstadt, und wer da nicht wohnt, kommt wenigstens vorbei, wir sind ja nicht so, ned wahr.

Schnell, zu schnell hat sich München von der Demütigung des Untergangs der New Economy erholt. Und während anderswo längst wieder gegründet wird, schaut man hier noch bedächtig zu, weil man den neuen Geschichten noch nicht ganz traut. Überhaupt, desto besser das Wetter und desto schöner die Landschaft, desto weniger ist man bereit, ins Netz zu gehen. Biergärten, Cafes, Isarauen, alles ist schon wieder restlos voll mit sorgenfreien Menschen. Eine Ausnahme ist das Luxusweibchen am Gärtnerplatz, das ihrem Gegenüber ihr Steuerproblem erklärt: 70.000 hat sie noch flüssig, aber 50.000 will der Fiskus für das letzte Jahr, die nehmen einem alles, und wovon soll sie dann noch leben? Existenzangst in der Isarversion.
Und dennoch ist die Stadt immer wieder atemberaubend schön. Siemensskandal, Stadionschmierung, Vollversager im Kulturreferat und eine irrwitzige Verschwendung beim Stadtportal München.de, was soll´s, das leistet man sich eben mitsamt den Pickeln der Staatspartei, es gibt ja genug Spiele und Torte, im Hofgarten etwa, oder wo auch immer, und nächste Woche ist sowieso jeder irgendwie in Italien, dann treffen wir uns alle wieder. Nur die Mutter vom Marquis, die kommt nicht mehr, die hat er wegen Demenz ins Alterheim bringen müssen, 2,5 Zinmmer hat sie da immer noch, mehr als manche draussen in Sendling, aber von da kennt man eh keinen, denn München geht nur von Schwabing bis zur Isarvorstadt, und wer da nicht wohnt, kommt wenigstens vorbei, wir sind ja nicht so, ned wahr.
donalphons, 01:58h
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Zitat des Tages
Eigentlich mag ich Anwaltsbesprechungen nicht. Das Ganze ist in aller Regel viel, viel sachlicher, als man sich das gemeinhin vorstellt. Ich würde mir mehr Anwälte mit Hass und Wut wünschen, aber so sind sie leider nicht. Jedenfalls ging es heute (am Feiertag!) unter anderem - Fondskriminalität, 30 Millionen Nachzahlung und zur Abrundung unwillige Gesellschafter - nochmal um das leidige Thema Coty, d.k.d. und ihre Büttel, und wie ich erfahren habe, kann ich meine verfahrenen Kilometer für diesen Scheiss nicht geltend machen.

nimm das, stilosterhäschen
Aber es hat sich gelohnt, für diesen einzigen Satz:
Bei uns wird nichts so heiss gekocht wie das, was wir denen gewaltsam einflössen.
Auf den flachen Witz mit den Nägeln verzichte ich heute.

nimm das, stilosterhäschen
Aber es hat sich gelohnt, für diesen einzigen Satz:
Bei uns wird nichts so heiss gekocht wie das, was wir denen gewaltsam einflössen.
Auf den flachen Witz mit den Nägeln verzichte ich heute.
donalphons, 16:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 7. April 2007
Vergebens
Keiner hat Herr G. gesagt, dass er endgültig zu alt für blaue Lacoste-Hemden ist. Ausserdem passen sie nicht wirklich zu seiner beigen Hose, die mehr über sein Alter aussagen, als ihm lieb sein dürfte. Da steht er vor dem Heck seines mal wieder neuen, silbernen Wagen, hält in der einen Hand die grüne Platiktüte mit den Einkäufen, und wurschtelt mit der anderen an seinem Schlüssel herum. Nach einigen Blinkern schlieslich hebt sich die Heckklappe von selbst nach oben. Herr G. greift hinein, holt die Louis-Vuitton-Tasche heraus, steckt die grüne Tüte hinein, schiebt die Golftasche herum, legt die Vuitton-Tasche hinein, und dann greift er nach oben, um die Heckklappe zu schliessen. Erst, als seine Hand oben ist, fällt ihm ein, dass er das auch mit dem Schlüssel machen kann, also senkt er die Hand, streckt sie aus, richtet den Schlüssel wie einen Revolver auf den Wagen und drückt ab. Das Auto blinkt zweimal. Nochmal. Das Auto blinkt einmal - jetzt hat er es zugesperrt. Nochmal. Jetzt endlich senkt sich der Kofferraum, aber da hat er nicht lang genug gewartet und schon wieder gedrückt, worauf sich der Deckel wieder hebt. Jetzt endlich, nach erneutem drücken, geht der Kofferraumdeckel zu.
Guten Tag, sage ich zu Herrn G., und er begrüsst mich joval und erzählt von seinem neuen Wagen und davon, dass er nächste Woche damit und mit seiner Frau nach Italien fährt. Schön, nicht? - und meint damit das Auto. Ich wünsche ihm schöne Feertage, und gehe zum Wochenmarkt.

Schön, dort, diese Stadt, fast immer, eigentlich.
Guten Tag, sage ich zu Herrn G., und er begrüsst mich joval und erzählt von seinem neuen Wagen und davon, dass er nächste Woche damit und mit seiner Frau nach Italien fährt. Schön, nicht? - und meint damit das Auto. Ich wünsche ihm schöne Feertage, und gehe zum Wochenmarkt.

Schön, dort, diese Stadt, fast immer, eigentlich.
donalphons, 17:52h
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