Mittwoch, 5. März 2008
Privat. Absolut nicht.
Der Unterschied ist, dass man nicht einfach so vor sich hinschreibt. Das ist anstrengender als im Tagebuch, in dem es einem egal sein kann, was andere davon denken. Wobei auch viele, wenn nicht alle Tagebücher mit dem Hintergedanken formuliert werden, dass man es später vielleicht mal liest, und dann nur ungern peinlich berührt sein möchte; so, wie man das bei den autobiographischen Aufzeichnungen eines Göthe oder Canetti kaum vermeiden kann. Statt also wie im Blog dem anderen etwas vorzukonstruieren, belügt man sich im Tagebuch selber, mit dem Resultat, dass man ihm auch nur bedingt mehr Privatheit zusprechen kann, als dem Blog. Das wiederum lebt und leidet davon, dass es da ausschaltet, wo es eigentlich spannend wird. Man könnte zu diesem Bild eine spannende Geschichte erzählen, das mich einschliesst und weit über mich hinausführt, aber es bleibt nur ein Bild. Und wird keine Erzählung.

Was ich schätze, sind Blogs, in denen man trotz des Filters die Anwesenheit dieser Geschichten fühlt. ich mag Texte, die obsessive Charakterzüge und Abgründe vermitteln, ohne dass sie deutlich werden. Obsessionen sind mir nicht fremd, und haben in der Realität nur wenig mit dem hier so gelobten Silber zu tun; die Texte variieren gewissermassen nur über den realen Objekten der Begierden und zersplittern das Licht der Realität in viele Reflexe. ich mute damit meinen Lesern lediglich einen Trümmerhaufen zu, und passe auf, dass nicht zu viele Spolien zueinander passen.
Am besten kann man es vielleicht mit der Genese dieses Beitrags erklären, für den es eigentlich zwei Bilder gab. Obiges ist tatsächlich unmittelbar nach einem für mich sehr wichtigen Ereignis entstanden, als die zweite Person kurz den Raum verlassen hatte. Ich habe noch ein weiteres Bild, das gezielt Intimität vermitteln soll; eine komplett gestellte und auf Photoshop Richtung Authentizität und Unmittelbarkeit ausgerichtete Aufnahme meiner eigenen Person im Bett; ungefähr das, was man sieht, wenn man das Glück? Pech? Problem? Vergnügen? Malheur hat, neben mir aufzuwachen. Um zu zeigen, was die gefühlte Nähe des Bloggens ist: Eine gezielte Täuschung.
Und nach 24 Stunden Nachdenken bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es meine Leser nichts angeht. Auch wenn es nur gestellt ist, sie haben in meinem Bett absolut nichts verloren, ich will sie nicht mal aus Spass drin sehen. Oder zur Vermittlung von Realitätskonstrukten. Es ist ein Dilemma, es macht Mühe und überflüssige Arbeit, man lernst sich dabei besser kennen, als man glauben und haben möchte. Das ist teil des Spiels, man ist Teil des Problems und muss dafür sorgen, nicht als Teil aufgelöst zu werden. Man täuscht die anderen, man täuscht sich selbst, man bekommt, was man verdient, am Ende sind alle betrogen und zufrieden.
Ausser wenn ich so die Wahrheit sage, dass mir keiner glaubt, natürlich.
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Empfehlung heute - Ostelbierpostillen
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 4. März 2008
Wie wäre es mal mit Ehrlichkeit?
Wenn einer was Gutes tun will, dann soll er es einfach tun. Und nicht ein Geschäft daraus machen, anderen einzureden, dass sie damit was Gutes tun. Das ist nicht gut, das ist "Charity". Und ich kann es verstehen, wenn eine Organisation wie Care keine Lust hat, sich von ein paar aufgepickelten Startup-Frechlingen den Namen für 15%-Pseudohilfe bei einem Webshop ruinieren zu lassen.
Und Versager, die Firmen hochziehen, ohne sich grosse Gedanken um offensichtliche Markenrechte zu machen, lieber gefällige Anwälte konsultieren und obendrein auch noch etwas auf dem Trittbrett mitrutschen wollen, sollten auch nicht rumflennen, wenn die Folgen Investoren "abschrecken". Die sind nicht abgeschreckt. Die sind nur nicht ganz blöd.
Man kann sich allerdings durchaus als "junges, innovatives Social Entrepreneur Start-up" bezeichnen, wenn man will. Das schützt Unternehmer davon, mit sowas in die gleiche Ecke gestellt zu werden. Nur das Wort "Social" hätte ein besseres Schicksal verdient, als zwischen zwei Deppenwörtern zu hängen, wie Jesus zwischen den Dieben.

Vielleicht aber hat diese Sprachverödung, diese intellektuelle Reduktion auf Englischbroken auch ihr Gutes, bewahrt es doch hübsche deutsche Wörter wie Tugend, Anstand und Verantwortung vor der Beleidigung, auf den Seiten der FTD wiedergegeben zu werden.
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Empfehlung heute - Allen Männern,
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Umfrage
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Montag, 3. März 2008
Das Ende von Bayern wie man es kannte

Die Politik dieser Partei in der Provinzstadt ist absolut nicht meines, ich hasse diese Bagage aus tiefstem Herzen, die können richtig machen, was sie wollen, es sind Schwarze und damit ist es schlecht. Nulla spes in partem. Aber andere sehen das normalerweise anders, und in der Provinzstadt kann man eh nichts falsch machen: Es gibt zu viele Jobs, zu viel Geld, zu viel zufriedene Leute und eine Dominanz der Partei in allen Gliedern und Gruppen, die soweit geht, dass sich ein Oberer besoffen das Bein vor dem Laden seiner türkischstämmigen Geliebten ramponiert und damit in der ebenso schwarzen Zeitung landet, weil´s halt nicht zu verschweigen war. Der Vater einer Exfreundin konnte mit 3,5 Promille beim Ausparken drei Autos ruinieren und die Polizei tätlich angreifen, und wurde trotzdem im Vorort als Bürgermeister bestätigt. So war das hier.
Und jetzt passiert in der fortschrittlichsten, reichsten, arbeitslosenlosen Kleinmetropole, die nicht mehr weiss wohin mit dem Geld, hier noch ein Museum und da noch ein Jazzfest und die Umweltvereine kriegen auch noch was, in einer Stadt, die das beste Beispiel für erfolgreiche schwarze Politik in Bayern sein könnte, und die über Jahrzehnte nichts ausser einer schwarzen, satten Mehrheit kannte, folgendes:
7% Verlust für die Staatspartei. Und sie hat ganz klar die Mehrheit im Stadtrat verfehlt. Man sitzt vor den Wahlgraphiken am Bildschirm, zuerst verschwindet die 55%-Line, dann sogar die 50%-Linie, am Ende sind es 45-x für die Staatspartei, ein mit nichts, absolut nichts begründbares und unfassbares Debakel. Rauchverbot, achtstufiges Gymnasium und Bankenskandal sind ganz sicher nicht hier zu verantworten, die neue Sparkasse ist zwar hübsch wie die Innenansicht eines Staatspartei-Abgeordnetendarmes und der Aufmarschplatz davor schreit nach unseeligen Zeiten, a wengal gmiatlicher könnte das alles hier sein und ein wenig den bayerischen Charma hat man auf dem Weg zur Weltspitze verloren, aber das allein kann es nicht sein.
Es sieht vielmehr so aus, als würde der Bayer als ein solcher langsam begreifen, dass er die gar nicht wählen muss. Und dass da noch ein paar andere sind, die auch nicht schlecht sind. Freie Wähler, Linke und Grüne sind hier die ganz grossen Gewinner. Auch das sind Klientelparteien, die Gesichter vorn dran schauen genauso kretinös aus wie die bei den Schwarzen, aber die haben auch begriffen, wie man den Wählern kommen muss. Grün, liberal, nicht korrupt oder gar sozialistisch, aber auf bayerisch, des gehd pfeigrod. Da kann die Staatspartei noch so viele Glückskekse von meinem türkischen Gemüsehändler verteilen lassen, da hilft es auch nichts, wenn sich die Parteielite hier und in Preussen gschlamperte Verhältnisse besorgt - diese neue Offenheit vertreibt nur die klerikalen Ultras.
Es ist einfach an vielen Orten nicht mehr sie Staatspartei. Als Staatspartei stand sie für den Staat, aber mit 45-x muss die sich mal fragen, für was sie sonst noch steht. Und was sie ausser Bigotterie, Vetternwirtschaft und Postenschacher sonst noch kann. Wenig. Und das merken die Leute. Zum Entsetzen der Staatspartei. Und zu meiner grossen, aber erfreuten Überraschung.
SCHLEICHTS EICH, IHA BRUNDSKACHEN!
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Bayern verrückt
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Samstag, 1. März 2008
Sehr zu empfehlen - vorher Worst Cases testen
Die Folgen sind unschönster Natur: Man invitiert Gäste, kauft ein und betätigt sich am Herd, nur um entsetzt feststellen zu müssen, dass sich in der neuen Küche nichts findet, was einem angemessenen Servieren zuträglich wäre. Man hätte alle Arten von Tabletts und Schalen, mehrfach sogar - aber eben nicht hier, sondern daheim, und um das eine Schlimme klar zu sagen: Mal eben etwas englisches Silber am Tegernsee nachkaufen ist zwar theoretisch möglich, praktisch aber ruinös und fördert allein eine zynische, abgefeimte Händlerbrut, die CSU wählt und in Rottach-Egern wohnt.
Deshalb gilt es gleich nach dem Erwerb Vorsorge zu treffen: Man stellt zusammen, was man am See zu brauchen meint, kauft das jeweils das zu erwartende Maximum ein und vergleiche, ob es reicht:

Hier, wie man sieht, herrscht eindeutig ein Mangel an einem grossen, ovalen Tablett, sowie einer Kuchenzange. So geht das nun die nächsten Tage weiter, Saucieren wären hilfreich und Untersetzer für die Weingläser fehlen, Tortenheber wären auch nicht schlecht und nachdem dort auch ab und an Frau Mama verkehren wird, ist eine grosse Kaffeekanne ein dringend zu behebendes Desiderat. Nicht, dass Gäste dereinst gezwungen sind, den Kopf unter den Kaffeefilter zu hängen. Sinnvoll ist es, dann gleich das Fehlende aus Schränken und Kommoden hervorzukramen, und das garstige Schicksal zu verfluchen, das einen die letzten Monate zu glauben bestimmte, dass es jetzt mal langsam reicht.
Mangel. Purer Mangel wird bei diesem Test offenbahr, und dabei ist nur so wenig Zeit bis zum Tag der Eröffnung, wo auf der Terasse angesto - Himmel, Sektkelche fehlen auch noch. Wo hab ich denn nur noch ein paar Sektkelche... (geht verzweifelt nach rechts ab, woher, Pling, Chrchr, tscgik, Brzz, leises Scheppern und Klirren dringt)
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Samstag, 1. März 2008
Was sonst
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Schwarze Tage für die Schwarzen
Früher waren hier die Bordelle noch in der Altstadt, aber seit Jahren schon ist der Eingeborene wie der Zugezogene gezwungen, den Trieb draussen vor der Stadt zu verfolgen, denn nicht jeder kann, wie gewisse Obere der Staatspartei, seine Lust in der interkulturellen Zusammenarbeit von französischen Partnerstadtgespielinnen bishin zu türkischstämmigen Erfolgsfrauen abkühlen. Quod licet Jovi, muss der normale bayerische Ochsenschädel bei den bulgarischen Austauschstudentinnen gegen Geld erlauben lassen, und nachdem dies eine Boomprovinz mit vielen hart arbeitenden und die Staatspartei wählenden Männern ist, hat sich auch ein reger Studentinnentourismus entwickelt, genauer, in eine gewisse Vorstadt der Provinzstadt.
Nun betrachtete man seitens der Anbieter die Marktsituation und kam zum Schluss, dass der Stadt noch ein wenig mehr zu bieten sei, mietete ein grösseres Haus an, in dem in Zukunft wie auf dem Oktoberfest rund um die Uhr der bayerische Stier fliegen und der Spargel gedeihen sollte, auf dass es den hiesigen Mannsbildern auch weiterhin zur Zufriedenheit gereichen sollte. Aber was tun die Anwohnerinnen? Obwohl die Kripo das freudige Haus bereits abgesegnet hatte, sammelten die anwohnenden Frauen zwengs der Gefährdung ihrer Kinder, die eventuell sogar solche Damen sehen könnten, 70 Unterschriften gegen den Sündenpfuhl.
70 Unterschriften, das sind bei uns locker 35 böse Staatsparteiwählerinnen, woraufhin die lokalen Parteichefs sofort das bauamt in Bewegung setzten, die diese versuchte Versuchung vermittels wackliger rechtlicher Vorschriften sogleich verboten haben. Soll er doch klagen, der hallodri, wird man sich gedacht haben, und schon überlegen, an welchen alternativen Orten man das sonst unterbringen könnte.
Damit wieder alle zufrieden sind, in unserem schönen Bayernland. In dem die Staatspartei inzwischen vor Müttern enknickt, ohne dass die im Landfrauenbund organisiert wären. Keine Frage, es geht zu Ende mit der Staatspartei.
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Winterbaguette

Ganz unten etwas Pesto und ein paar Bröckchen Gorgonzola dolce, geriebenen Kürbis, sehr klein geschnittenen Broccoli, etwas Thymian, Mozarella und obendrauf dünne, milde, weisse Zwiebelringe. Der kleine Foodporn zwischendurch.
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Empfehlung heute - Ich weiss nicht
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Donnerstag, 28. Februar 2008
Und das Schiff fährt

Diese alte Pension würde meinen finanziellen Rahmen massiv sprengen, aber es wäre mit etwas Hungern, Einschränken und dem Verkauf einer Lunge dennoch nicht unmöglich gewesen, Sicherheiten sind da, und im Sommer habe ich diskret die Geschichte des Hauses, seine Besitzer und deren Vorstellungen recherchiert. Mit dem Ergebnis, dass die Hürden insgesamt doch zu hoch sind, weniger finanziell als vielmehr die italienischen Rechtsprobleme, die damit einhergehen, und noch ein paar andere Dinge, die hier auszubreiten ein eigenes Thema wären. Später, irgendwann, vielleicht, so schnell zerfällt das in Italien nicht, und inzwischen hat man das Gebäude gesichert.
Allerdings haben sich im letzten Jahr auch noch zwei andere Dinge gezeigt: Einerseits war ich doch so unabkömmlich, dass ich zu oft die Fahrerei gen Norden hätte antreten müssen. Umgekehrt lohnt es sich kaum, für zwei, drei Tage tausend Kilometer zu fahren. Nüchtern betrachtet passt es vorläufig nicht zu meiner Lebenssituation.
Andererseits jedoch - ich habe fast 20 Jahre mit mindestens zwei Wohnungen gelebt, ich musste nie irgendwo sein, ich konnte immer ausweichen. Drei Wohnungen in drei Städten war am Ende zu viel. So verliess ich Berlin, und als jemand eine Wohnung in München suchte, machte ich mich endlich an die Totalsanierung und zug in der Provinz in die eine grosse Wohnung, die alle Vorzüge bietet. Ausser dem, weg zu können, wann immer es mir beliebt.
Und wann immer ich in der Maxvorstadt war, hatte ich das komische Gefühl, daheim zu sein, aber nicht daheim bleiben zu können. Mein Viertel, aber nicht mehr meine Wohnung. Das ist ein sehr verstörendes Gefühl, und auch der eigentliche Anlass, so etwas wie eine neue Bleibe zu suchen. Ein anderer Ort, eine Ausweichmöglichkeit, die auch dem Clan etwas bringt, und als ich dann in einer Konferenzpause am Tegernsee diese eine Wohnung betrachten konnte, dachte ich mir, warum nicht, es ist fast noch in München und nicht mehr weit nach Norditalien.

Ich bin ein Kind der 60er und 70er Jahre, als vieles aufgebrochen ist, und man nicht mehr zwingend irgendwo irgendwas sein musste. Wir alle sind die Kinder der Mobilität und der Geschwindigkeit, der verkleinerten Distanzen und der rituellen Urlaube, sowie des historisch bis dahin ungekannten Luxus, wirklich wählen zu können, wo man das Daheim selbst definiert. Es ist Luxus und Krankheit dieser Generation zugleich, die Flexibilität und die Bereitschaft, innerhalb einer Woche von München nach Berlin zu gehen, und in der Folge immer eine gewisse Distanz zu jedem Ort zu haben: Zu der Provinz, aus der wir alle kommen und die wir alle hassen gelernt haben, zu den Orten der Jugend, die irgendwann schal durch enttäuschte Hoffnungen werden, über die Karrierelocations, die wir besser gemieden hätte, und das Fehlen einer echten Verwurzelung ist letztlich das Momentum, das uns nach institutionalisierten Alternativen suchen lässt.
Nicht mehr der Weg, die Flucht ist dass Ziel, der Wunsch nach einem Ort, wo alles schon ist, von der Zahnbürste bis zur Silberkanne, und selbst, wenn es nicht geht, kann einem das Wissen, dass es immer, jederzeit die Alternative gibt, dass man nur in den Wagen steigen muss und hinfahren, den Tag, den Augenblick oder das Dasein retten. Ein Ende des Zwangs, irgendwo sein zu müssen, wo man es nicht mehr erträgt; etwas, das einem die Kraft verleiht, den Vorstadtreihenhausintriganten in Gesicht zu lächeln, an die Möglichkeit zu denken und sagen: Ach, weisst Du... Wir wollen raus, immer, sofort, es ist gar nicht so wichtig, ob es der perfekte Ort ist, aber besser als der Moment sollte er sein, und die ideale Lösung für den Moment liegt an den Alpen und am See. Wenn man den See und die Menschen dort auch nicht mehr erträgt, fährt man eben heim. Es gibt immer eine Alternative.
Und irgendwann eben die Villa Minerva.
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Briten. Wie ich sie liebe.
I am very pleased to be able to offer this superb piece of Silverware for your kind and valued consideration: [...]
Without a doubt, this was a highly treasured piece of silverware clearly shown by the wonderful preserved condition in which it remains.[...]
I respectfully and very highly recommend your earliest and best bid for this very rare piece.
So geht das. Unwiderstehlich. So liebe ich die Briten, die uns laut Anke so lieben.
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Grosses Zoomerkino
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Mittwoch, 27. Februar 2008
Empfehlung heute - Das Schweigen der Wirtschaftslämmer
Cash in der Schweiz nun bringt einen Beitrag über die aktuellen Probleme der Fundusgruppe (u. a. Hotel Adlon Berlin) mit dem wohl bekanntesten deutschen Hotelkomplex des letzten Jahres: Das Grand Hotel Heiligendamm, berühmt geworden durch das letztjährige G8-Treffen. Dort hat eine Bank die Kredite gekündigt, und jetzt sucht die Fundusgruppe für das bislang sehr verlust- und prestigereiche Hotel 30 Millionen Euro, zu besonders anschmeichelnden Konditionen. Wenn der Betrag nicht aufgebracht werden sollte und ein Prozess gegen die den Kredit kündigende Bank verloren geht, droht einem der angeblich besten Häuser des Landes die Zwangsversteigerung. Für die bisherigen Anleger wäre das gar nicht erfreulich.
Indirekt bin ich übrigens auch dabei: Der Vorbesitzer meiner Wohnung am Tegernsee, der nicht immer die glücklichste Hand bei seinen Investitionen hatte, wird wohl einen Teil des Kaufpreises nehmen und versuchen, damit seine früheren Investitionen im Norden zu retten. Wobei ich das vielleicht eher nicht tun würde, wenn ich lese, was Cash so schreibt, im Gegensatz zu anderen, deutschen Wirtschaftszeitungen.
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Mittwoch, 27. Februar 2008
1 Jahr Adical

meine Hoffnung, und so ist es geplant, ist, dass sich Sascha um die Kunden kümmert und eben nicht mehr wir, das hat uns in letzter Zeit viel zu sehr von dem abgelenkt, was wir tun wollen: Schreiben, Podcasten, etc. - Sascha kommt vom Marketing, spricht die Sprache und kann das alles viel besser als wir. Wir wollten das schon so lange machen, aber genau dieser Posten war immer unbesetzt. Jetzt nicht mehr. (Spreeblick am 28.2.2007)

Wer Werbung in Medien grundsätzlich und immer und sowieso verdammt, kann das gerne tun, sollte aber nochmal nachdenken, vielleicht während eines Praktikums bei der Nordkoreanischen Staatszeitung. (Lobo im Adical-Blog, 10. April 2007)

Dass eine Professionalisierung der deutschen Blogosphäre ins Haus steht, kann niemand ernsthaft bezweifeln. (Ebenda)

Mit Blogs erreicht man einfach eine sehr interessante Zielgruppe", sagt Sascha Lobo. Das klingt wie reine Werbung für sein Unternehmen - und darüber muss er selbst lachen. Aber: "Das sage nicht nur ich, sondern auch die einschlägigen Studien." (Die Zeit, Zünder, Ausgabe 15 April 2007)

"Das ist das Problem jeder Subkultur, wenn sie in einem Bereich der Gesellschaft ankommt, der mit Kommerzialisierung und Professionalisierung zu tun hat. Das ist wie bei Punkmusik und Skateboardfahren." Die Rebellion gegen Adical ist nach seiner Ansicht eine Art Wachstumsschmerz der Blogosphäre: "Eine Subkultur auf dem Weg zur Kultur bäumt sich auf." (Lobo zu Spiegel Online, 14. Mai 2007)

Lobo etwa trifft sich zwei, drei Mal die Woche mit den anderen Gründern der Firma Adical, die auf Jahresumsätze im sechsstelligen Bereich kommt. (Berliner Zeitung Anfang September 2007)

Dann wurde es etwas stiller um Adical, zumal es im Sommer und Winter gut 5 Monate Werbepause gab. Aber fast pünktlich zum Einjährigen hat die Zeit Lobo nochmal in einem etwas anderen Kontext gebracht:
Jetzt arbeitet er am nächsten Buch und hat gerade genug zum Leben. (Die Zeit, Februar 2008)
Weiter so, Adical. Immer den Mund schön voll machen, keine Gelegenheit auslassen, was bedeutet euch das Geschwätz von gestern. Versendet sich alles, mehr oder weniger. Und wenn alle Stricke reissen, kann man sich auch um ein Praktikum bewerben, vielleicht bei den Imagebroschüren Berliner Lobbyistenvereine.
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Agewandte Lernfähigkeit
1. Internet ist gnadenlos.
2. Es kommt immer raus.
3. Nichts versendet sich
4. Aber es gibt immer einen Idioten, der glaubt, er kommt immer durch
5. und immer einen, der das nicht glaubt und es beweisen kann.
6. Drohungen helfen im Gegensatz zu Taten nicht weiter.
7. Die lautesten Unterstützer sind dumm und deshalb die schlimmsten Feinde.
8. Man trifft sich immer zweimal
9. wenn man nach dem ersten Mal nochmal auf die Beine kommt
10. aber es muss dann auch nicht besser laufen.
Punkt 4 bis 10 finden sicher auch bald passende Links. Und das 11. Gebot:
Es macht alles keinen Spass.
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Aus der guten alten Zeit der Steuerhinterziehung
Bichlbauer - unsere Treppen bringen die Sie nach oben und die Steuern runter
Die Kunst, mit innovativen Stufen aus dem kostengündstigen Ausland und Abschreibungstricks an die Spitze zu gelangen, später auch den Dachboden auszubauen und dabei alle Begehrlichkeiten des Staates zu umgehen
Bichlbauer hätte morgen die Steuerfahndung im Büro, und das Häuslebauermagazin hätte enormen Stress mit ehrlichen Handwerkern, die Steuern zahlen und Tariflöhne zahlen. Dass dergleichen gemacht wird, steht ausser Frage, aber dafür offen Werbung schalten käme wohl keinem in den Sinn. Sollte man meinen. Allerdings gelten da, wo manche die Bessere Gesellschaft vermuten, andere Regeln:

Eine Anzeige, geradezu eine Selbstanzeige der LGT in der deutschen Einrichtungszeitschrift AD (Condé Nast) Nummer 6/2006, Seite 79. Deshalb hat sich kein Hochglanzmagazin was gedacht, das waren prima Kunden aus der Schweiz und Liechtenstein, das war damals üblich und wäre es bis heute, wenn es nicht aufgeflogen wäre. In einem halben Jahr, wenn man vertrauensbildenden Massnahmen für die nächste Generation der Steuerbetrüger schaffen muss, wird vielleicht etwas dezenter formuliert.
Das Problem der Steuerhinterziehung über Liechtenstein war kein geheimes Gemauschel, kein informelles Gespräch, kein verschwiegenes Treffen, es war öffentlich, jederzeit und allerorten anzutreffen, es hat Werbung geschaltet, und kein Mensch dieser Klasse hatte offensichtlich daran etwas auszusetzen. Und es ist ein rein deutsches Problem: In der britischen World of Interiors aus dem gleichen Haus wird man dergleichen vergeblich suchen. Das sind wir. Das ist diese Gesellschaft. Das sind unsere Eliten. Nicht alle, nicht jeder. Aber es dürfte sich für alle Beteiligten damals gelohnt haben.
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