: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 17. Februar 2009

Ohne Beanstandungen

Die neuen Bremsklötze waren nach all den Pässen und Kurven selbstverständlich, der Auspuff klappert nicht mehr, und überhaupt:



Das wird wieder ein grandioses Jahr. Und noch eines. Und den nächsten TÜV 2011 packen wir auch.

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Stanford und anderes

Hier gibt es eine schöne Zusammenfassung zu den neuen Entwicklungen im Falle der ins Gerede gekommenen Stanford Bank.

Und mein Gefühl sagt mir, dass wir am Rand von etwas sehr Unerfreulichem stehen, das sich in wenigen Wochen manifestieren wird. Es kann nicht ganz dumm sein, ein wenig Barmittel daheim zu haben. Fragt nicht.

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Es war Crebillon.

Zu den Flüchen zweier Wohnorte gehört es, dass die Bibliothek geteilt ist. Manche Standardwerke habe ich doppelt, aber gestern Abend nun brauchte ich für eine kleine Volte in meiner beruflichen Tätigkeit ein ganz bestimmtes Buch. Und das ist am Tegernsee. Die fragliche Szene, die ich schildern wollte, war plastisch in meinem Gedächtnis, aber wer zum Henker? Diderot? Nein. De Louvrai? Nein.



So zermarterte ich mir bei Tee und Recherche den Kopf, aber es wollte mir partout nicht einfallen. Die Erwähnung des Buches wäre die zweifarbige Schokoladenrolle auf der Kokos-Vainillie-Marzipan-Torte gewesen, aber nichts, nichts hat geholfen. Nur um heute morgen dann aufzustehen und zu sagen,schlafwandlerisch zu wissen: Crebillon der Jüngere, Liebestaten des Vicomte de Nantel. Jetzt, denke ich, ist mein historisch-vergleichender Versuch über Dekadenz und Trottel durchaus nicht lesensunwert.

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Montag, 16. Februar 2009

Bitte was?

"One possible solution would see Germany buy billions of euros of Irish government debt through a fund set up by the European Central Bank."

Generell finde ich es ja erstaunlich, wie wenig in Deutschland über die Risiken berichtet wird, die uns aus Österreich, den britischen Inseln und Irland drohen. Ich bin weiss Gott kein Spezialist für Bankenrisiken, aber im Oktober habe ich ziemlich entnervt und verärgert geschrieben, warum meines Erachtens Irland eine massive Bedrohung für den Euro darstellt. Mit der Bitte, diese verkommene Steueroase und ihre katholizistischen Theokratiefreaks absaufen zu lassen, mit ihrem dreckigen Steuervermeidungsgeschäft. Ich kann wirklich nur hoffen, dass die Times da oben kompletten Blödsinn schreibt. Allerdings ist es die Times, und nicht irgendein Gossenblatt.

Die Iren haben den EU-Vertrag abgelehnt. Die Iren haben sich in die Pleite gewirtschaftet. Die Iren haben ihren Aufschwung durch Steuerschäden anderer Länder finanziert. Zur Hölle mit den Iren: Wenn sie pleite gehen, raus mit ihnen aus der EU, raus aus dem Euro, sollen sie bitte die Briten fragen, ob die sie wieder haben wollen. In dem Moment, in dem Deutschland des irischen Giftmüll kauft, werden Griechen und Italiener und Spanier auch anklopfen. In dem Moment, da man Irland geteert und gefedert in der irischen See versenkt, werden sich das andere gut überlegen, und nach anderen Wegen suchen. Wenn nächste Woche flennende Automanager in Washington die nächsten Milliarden verlangen, sieht man das Ergebnis dieser Politik der Hilfe für Organisationen, die als Geschäftsmodell das Parasitentum verfolgen, weil es leichter als der freie Markt ist.

Auf dem Markt der Staaten hat sich keiner in Irland darum gekümmert, wenn es in Deutschland Steuerausfälle gab. Sie haben damit glänzend gelebt, sie haben sich nie um die Risiken geschert, und sollen die Rechnung selber zahlen. Das ist kein Protektionismus.

Das ist gerecht.

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hare hare rama rama

Dinge, die Menschen in Ermangelung eines Herrgottwinkels, aber mit Zugang zu einem Möbeldiscounter in Tagen wie diesen zu tun pflegen:



Bäuerlicher Atheismus "Provencial" an frischer Goldbronzesauce "Indienne", kalt serviert hinter Silberlamellen, alles originalzutaten aus den besten Häusern Südchinas. Beehren Sie uns nächste Woche wieder, dann gibt es auf der Menora flambierte Davidsterne mit Hollywood- Kabbalah, und wem das zu viel Knoblauch enthält, kann natürlich auch klassischen Marienkitsch dazu bekommen. Alles garantiert abdeckbar, je nach Tageslaune. hare hare, is klar, Alter.

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Samstag, 14. Februar 2009

Empfehlung heute - Bei mir hat der Autor

eines Buches über Journalisten das sorgsam verborgene Mottenpapier unter den Teppichen entdeckt.

In Berlin hat dagegen entweder ein anderer Autor oder dessen Befragter etwas entdeckt, was gar nicht existiert, anders kann man sich solche Einlassungen nicht erklären - es sei denn, Stefan Niggemeier wäre Hockeystick.

(Ich will gar nicht wissen, was das Bildblog in so einem Fall...)

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HalifuckedBOS oder traue nie einer Bank.

Es ist schon etwas beängstigend, wie diese Meldung des Tages, oder auch der Woche, hier in Deutschland untergeht und auch von Wirtschaftsmedien kaum aufgenommen wird: In den Büchern der Halifax Bank of Scotland fand sich Abschreibungsbedarf in Höhe von 10 Milliarden britischer Peseten. Die HBOS wurde letztes Jahr mit der Geschäftsbank Lloyds zwangsfusioniert, nachdem die HBOS faktisch pleite war und Lloyds immer noch ordentliche Gewinne machte. Der Staat schoss 17 Milliarden Peso als Bailout dazu und hat an der vereinigten Bank einen Anteil von 43%. Mit den gestrigen Kursverlusten von mehr als 30% müsste jetzt auch der Staat kräftig abschreiben, die Aktienbesitzer von Lloyds dürfen sich erneut verschaukelt fühlen, und es ist absehbar, dass die neue britische Grossbank eine neue britische Grosskapitalspritze brauchen wird.

Unabhängig von der Frage, was man von einem Staat halten soll, der zugunsten der Illusion eines freien Marktes mit einer künstlich am Leben gehaltenen Bank in ein paar Monaten einen zweistelligen Milliardenverlust machen wird, sehe ich da noch ein anderes Problem, das jetzt auf der Insel auftaucht, und aber im Frühjahr oder Sommer vermutlich auch uns erfreuen dürfte: Neue Rekordabschreibungen, wenn man bei den Bankenfusionen CoBa/DreBa und PoBa/DeuBa die Zeit hatte, das zu tun, was bei den eiligen Käufen unterblieb: Die Risiken und den Abschreibungsbedarf neu zu bewerten. Man wird das Problem überall haben, vielleicht kommt Deutschland auch mit einem blauen Auge davon, aber gerade in Zeiten der schnellen Bailouts wäre das alles nicht überraschend. In beiden Bankenehen steckt direkt oder indirekt der Bund als Anteilseigner drin, in beiden Fällen gab es schon bei der Anbahnung unschöne Überraschungen. Nirgendwo hat jemand einen übersehenen Goldklumpen oder Wertberichtigungsbedarf nach oben gesehen. Und bei vielen Banken sind immer noch enorme Abschreibungsrisiken an Bord.

Generell frage ich mich, ob die neue Katastrophe - nichts anderes sind die Zahlen von HBOS - nicht auch Vorzeichen einer weiteren Tangorunde am Abgrund sind, wie wir sie schon im Oktober 2008 gesehen haben. Es hat sich seit damals kaum etwas geändert, die Bilanzen sind meist nicht solider geworden, aber die Abkühlung der Wirtschaft ist überall zu spüren, und wird sicher bei den Banken zu weiteren Abschreibungen sorgen - dann aber auch in den Bereichen, die bisher als relativ gesund galten. Das ist in manchen Ländern sicher besser unter Kontrolle, als auf der Insel, die inzwischen schon fleissig elektronisches Geld druckt. Der ganze Vorgang unterstreicht erneut, wie unendlich wichtig eine saubere Due Diligence bei solchen Fusionen ist, und wie lausig diese Arbeit trotzdem ausgeführt wird. Wer ein Auto kauft, schaut immer erst in den Motorraum, ob überhapt ein Antrieb vorhanden ist. 10 Milliarden können nicht einfach so passieren, da muss jemand wirklich den Motorraum verschweisst haben, damit das nicht auffällt.



Solange aber die Staaten zu feige sind, den Banken klar die Alternative aufzuzeigen - gnadenlose Ermittlungen, gerne auch öffentliche Prozesse und Haftstrafen, woimmer es bei solchen Fehlern möglich ist - wird man weiter mit den Bailouts rechnen. Das Mindeste, was man jetzt vom Staat erwarten kann, ist ein knallhartes Gesetz zur Verstaatlichung von Banken bei gleichzeitigem, kostenneutralen Rausschmiss der Aktionäre und anderer Eigner: Nur mit so einem Gesetz entsteht der Druck auf die Banken, den sie wirklich verstehen. Der Druck derer, die ihr Geld verlieren, wenn der Staat kommt. Fränkische Abwirtschaftsminister, die aus bayerischer Gorossmannssucht dabei im Weg stehen, sind umzusägen und in ihren popligen Frankenwald zu verfrachten. Auf der Insel wird man in den kommenden Wochen bitter dafür zahlen, es mit Nettigkeit versucht zu haben. Vielleicht sogar mehr, als das Staatssystem dort nich zusammenkratzen kann, vielleicht reicht es auch noch bis zur nächsten Wertberichtigung, die nicht lange wird auf sich warten lassen. Dem muss man vorbeugen, indem man aufhört, hübsche Lagerfeuer gegen die Kälte auf Kosten der Allgemeinheit zu entzünden, und statt dessen das Höllenfeuer entfacht. Brennbares Material ist in Frankfurt in grossen Mengen verfügbar, und den Rest kann man ja den Raiffeisenbanken übergeben.

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Freitag, 13. Februar 2009

Technische Probleme

Aufgrund eines Zwischenfalls mit meinem E-500 - von mir selbst verschuldet - kann es im Betreib zu Aussetzern kommen. Ich arbeite erst an meinem Schlchtross, und dann wird es schon gehen. Danke für die Nachsicht, und sorry für dieLangeweile.

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Andere bücken unter der Last der Jahrhunderte

Ich komme mit meinem Plan, der umstrittenste Blogger der FAZ zu werden, auch heute wieder ein gutes Stück voran, selbst wenn ich so nett bin, Menschen in grosser Not mit historischem Wissen beiseite zu stehen.

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Donnerstag, 12. Februar 2009

Real Life 12.02.09 - Iris am Bett

Was machst Du eigentlich mit dem Staubsauger am Bett, fragt Iris. Ts. Also wirklich.

Es ist früh, sehr früh. Du bist nicht richtig wach, und ausserdem auch nicht wirklich fit, um auf den Hausfriedensbruck intellektuell angemessen zu reagieren. Natürlich kann nicht jeder einfach so in dein Schlafzimmer kommen, es sei denn, er kennt die Tricks. Dann geht es. Iris kennt die Tricks. Du überlegst, ob es Sinn macht, sie anzuzeigen, aber nachdem ihr abgemacht habt, heute ganz früh zur Bank zu gehen und eine lästige Angelegenheit anzugehen, die man gerne aufschiebt, bis das Finanzamt den Pfändungsbeschluss schickt, hat sie wohl ein gewisses Recht, hier an deinem Bett zu sein. Und blöde Bemerkungen über den Staubsauger zu machen, der hier steht, seitdem der Frühjahrsputz durch eine Fahrt zum See unterbrochen wurde. Nachdem diese Antwort aber nur die nächste bissige Bemerkung über die Unfähigkeit zum Management des eigenen Lebens zu Folge hätte, bewirfst du Iris mit einem Kissen, und dann, als sie nach dem ersten Schrecken zurüchschlagen will, mit einem zweiten Kissen. Sie sieht sehr sexy aus, wenn ihre Haare so über dem Gesicht verwischt sind, und der Mund fassungslos erstaunt geöffnet ist. Jetzt bist du wach, und es geht dir besser. Dann gehst du in die Küche und kombinierst ihr Stangenbrot mit deinen Vorräten.



Wie geht es deinem Vater?, fragst du aus Höflichkeit.

Schlecht. Momentan ist wieder alles unter Wasser. Trotzdem denkt er schon wieder antizyklisch und will wieder irgendwas kaufen. Ausserdem will er alles, was geht, auf mich überschreiben. Und aus der Kirche austreten, weil zu teuer.

Dein Vater ist ein kluger Mann. Sag ihm, Atheismus tut auch gar nicht weh.

Dann geht ihr in die Bank, die wie immer das hässlichste Haus am Platz besitzt, vorbei am künstlichen Wasserfall und macht endlich dieses Befreiungsdingsbums, um die sich die dafür Kümmernden aus was für Gründen auch immer nicht kümmern können. Es gäbe im Haus noch einen Keller aus dem 14. Jahrhundert, den man prima zum Geldlager umbauen könnte, frei von Zinsen, aber auch frei von all den Zumutungen des Finanzbetriebs, wo oben jeder saut und unten jeder Termin eingehalten werden muss, ohne Rücksicht auf das, was man auch ohne Staubsauger im Schlafzimmer machen könnte.

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Donnerstag, 12. Februar 2009

Hübsch

Vielleicht der nächste Ponzi-Schwindel, der so genannt wird und nicht einfach Bank heisst und legal ist.

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Wäre ich Raucher, bräuchte ich jetzt eine Zigarette

Exurbia hat das in den Kommentaren geschrieben - laut einem vertraulichen EU-Papier haben europäische Banken gschmackige 18 Billionen Euro (Drei mal so viel wie das deutsche Privatvermögen, wenn ich das richtig sehe) an toxischen Papieren.

Man kann irgendwie nur hoffen, dass möglichst viel davon auf der britischen Insel ist. Einerseits will ich einen Roadster, andererseits ist es dort eh scho wurscht. Falls nicht: Relativ gesehen ist die Schweiz ein schönes Land.

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Beiträge, die ich schon immer mal schreiben wollte

Heute: Gegen die reichen Russen und ihre westeuropäischen Büttel, denen zufolge die neuen Herren des Neostaliputinismus besser sind und besser zahlen als die alte Oberschicht der guten, alten Deutschland AG. In der FAZ in meiner Rubrik "Klassenkampf von oben".

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Dienstag, 10. Februar 2009

Systemfehler

Ich habe zwei selbstgebastelte Indizes für diese Krise, die sich an meinen eigenen Interessen orientieren. Zuerst ist da der Klassikerindex. Seit anderthalb Jahren schaue ich mir die Preise für englische Sportwägen an, entsprechend dessen, was ich für so ein sinnloses Ding ausgeben würde - nicht viel, jedenfalls. Zu Beginn war es der MG-Midget-Index, dann wurde es der Midget-und-MGB-GT-Index, im Frühwinter war es dann schon der MBG-GT-oder-Roadster-Index, und all das ohne eine Veränderung meiner Bereitschaft, höchstens einen gewissen Betrag zu zahlen. Teilweise liegt das am Niedergang des britischen Peso, vor allem aber an der Unverkäuflichkeit von Automobilen, deren Besitzer sie aber wegen des Credit Crunch los werden müssen. Nachdem ich inzwischen einen Nebenjob habe, der mich leichtsinnig und unbeschwert macht, könnte ich auch von einem Sunbeam-Talbot-Index, vielleicht sogar Armstrong-Siddeley-Index sprechen, so viel liegt dort unverkäuflich auf Halde. Mein Klassikerindex jedenfalls zeigt einen massiven Wertverlust automobiler Assets in England, der klar sagt: Die Party ist vorbei.

Der zweite Index ist die Seitenzahl der World of Interiors. Im letzten Monat war sie verheerend niedrig, aber auch die neue Ausgabe, die heute im Briefkasten lag, war dünn. Sehr dünn.



Und was sie dicker als die letzte Ausgabe war, ging vor allem auf 10 Seiten mehr im Hauptteil und 15 Extraseiten für Stofftrends. Kleider-, Uhren-, Auto- und Modewerbung, was immer in dieser Zeitschrift das Herz der Bankersgattin erfreute, ist fast vollkommen verschwunden. Es muss auf der Insel wirklich schlimm ausschauen. Was für mich natürlich ein Grund ist, zu helfen und den Kauf weiterer silberner Teekannen-Assets ins Auge zu fassen, mit meinem frisch aufgelegten "St. Gallus Spezialfonds für Luxus, Lotterleben und Lebensrettung".

Spass beiseite. Heute Nachmittag hatten Millionen Amerikaner einen prima Grund, eine Rechnung zu schreiben. An einen gewissen Herrn Obama, dessen Wahlkampf sie unterstützt haben, Betreff: Ich will mein Geld zurück. Ganz offen, wenn die neue Administration der USA jetzt erneut 2 Billionen Dollar - 2000 Milliarden - in ein, sagen wir es deutlich, insolventes Bankensystem ohne jede Chance auf einen normalen Geschäftsbetrieb stopft, ist das keine neue Politik und kein Change, sondern eine Fortschreibung des Versagens des verhergehenden Mörder- und Folterregimes. 2 Billionen sind viel Geld, aber sie werden das Kernproblem nicht lösen: Dass die Banken, das gesamte System insolvent ist, zusammengebrochen unter all dem Giftmüll, der die letzten Jahre der Dummheit und Verschwendung finanzierte, und alles neue Geld nur dazu führt, dass der Zusammenbruch verzögert wird. Sei es nun durch das Ende der Banken - und danach des Staates - oder gleich das Ende einer Nation, die abgewirtschaftet hat und ihre Währung ruiniert.

Nebenbei: Zwein alte Bekannte, die Hausfinazierer Fannie Mea und Freddy Mac brauchen auch nochmal 200 Milliarden. Ende des Monats sind dann Chrysler und GM wieder bankrott, und Ford wird sich einreihen. Man kann dieses Spiel nur eine Weile treiben, irgendwann ist das Gesamtsystem bankrott. Die Obama-Administration hat offensichtlich nichts begriffen - statt dessen werden mit einem Stimuluspaket Steuererleichterungen durchgesetzt, die ganz sicher keinen Konsum anregen, und Bildungsprogramme gestrichen. Es ist zum Kotzen. Kein Wunder, wenn die Banker jetzt nochmal schnell kassieren, was möglich ist: Sie nehmen, solange noch was da ist. In einem halben Jahr wird man die Resultate sehen. Überall. Weltweit. Und sie werden heftig sein.

Am 18. September und am 10. Oktober stand das Bankensystem zweimal am Rande des Zusammenbruchs, und diejenigen, die es wussten, machten einen elektronischen Bank Run. Die normalen Anleger und Sparkassenkunden blieben brav daheim, aber die Profis brachten das System an den Abgrund. Wir haben zweimal Glück gehabt. Ich brauche keinen Index um zu wissen, dass man nicht immer Glück haben kann.

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Empfehlung heute - New York/London

In der New York Times wird vorgerechnet, dass ein normaler Banker in besseren Kreisen mit einem Jahreseinkommen von 1,5 Millionen Dollar kaum auskommen kann.

Und in England gehen die Preise und Umsätze bei Immobilien immer weiter zurück. Das ist insofern unerfreulich, als die Insel schon seit Monaten aus dem letzten Loch pfeift, und vermutlich nur noch Puste hat, weil Menschen vom Kontinent Silber, Aston Martins und Wohnungen als Spekulationsobjekte kaufen. Hinweis: So verlockend letzteres auch klingen mag - stick to the Aston Martin.

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Montag, 9. Februar 2009

Donnerstag

Meine ersten journalistischen Schritte habe ich mir bei einem linken Bürgerradio beigebracht. Einfach, weil da keiner war, der einem was beibrachte. Es gab eine sehr gute Schwulensendung, da konnte ich mir etwas abschauen. Es gab sehr viel Raum für Fehler und Berichtigung, wenn man wollte. Das Problem war, dass die anderen nicht wirklich Lust auf Verbesserung hatten. Die anderen, das waren die Gründer des Radios und ihre Palladine, und sehr viel hatte sich dort in Sachen Menschlichkeit seit dem Niedergang der K-Gruppen nicht getan. Sie haben das Radio gegen den Willen der CSU durchgeboxt, damit waren sie zufrieden, und hörten, wenn man Glück hatte, auf. Oder, wenn man Pech hatte, versuchten sie, ihre Vision vin Radio durchzudrücken. Bei der es nicht auf die Qualität, sondern nur auf den Inhalt ankam, oder was sie dafür hielten. Da wurde dann schon mal ein auf der Revox gebauter, aktueller Beitrag verschoben, weil ein Gründer ein 18-Minuten-Interview mit einem seiner Kumpels führte, und die Hörer mit jeder akustischen Folge seiner Rauchsucht erfreute.

Freitag war immer besonders schlimm. Freitag kam die Zeitung Freitag, ein lausig geschriebenes Sektiererblatt, bei dem sich alle Beiträge so lasen, als würden deren Autoren jeden Pfennig für Seife einsparen, um sich feindliche linke Zeitschriften zu kaufen und die dann zu verurteilen. Dummdreiste, hirnlose, linke Dogmatik aus Berlin. Und ein unerschöpfliches Reservoir des Sendergründers, der die ellenlangen und vollkommen radiountauglichen Sermone entweder selbst vorlas oder Leute vorlesen liess, die es ähnlich mies machten. Das sind die Momente, in denen man weiss: Danach kann man den besten Beitrag der Welt bringen, aber da draussen hört keiner mehr zu. Zur Freitag gab es einen erbärmlichen Werbespot, dessen Ausstrahlung das Gegengeschäft für Abo und Nutzungsrechte war. Ich denke, dass die Freitag allein deshalb in München nie eine Chance hatte. Glücklicheweise war danach die Schwulensendung, und ich sass mit deren Mitarbeitern zusammen und lästerte über den alten Psychopathen und seine miesen Nummern, mit denen er jeden rausdrückte, der aus dem Programm etwas besseres machen wollte. Vorlesen aus der Freitag ist so eine Art Holzhammer auf das liberallinke Stammhirn.

Und ich glaube nicht, dass sich da mit dem Relaunch der Freitag unter Herrn Augstein viel geändert hat. Du meine Gute, da braucht eine Bank Geld, die müssen Verbrecher sein. Hauptsache, die linke Weltsicht stimmt, Fakten können nachkommentiert werden. Oder dieser mit Aurufezeichen verseuchte Schulaufsatz zum Papst. Roma Aeterna, kann ich da nur sagen. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, irgendetwas zu finden, was nicht dröge wie tazblogs ist, und ich bin gescheitert. Dafür gibt es 3x2 Einztrittkarten zu Häuslers PR-Show re:publica. Ich habe kein einziges mal gelacht, auch nicht, falls dieses Verschwörungsgeblubber lustig gemeint sein sollte. Ich wurde absolut nicht unterhalten. Lauwarmer, links angehäufter Wortbrei, bitte mit dem Löffel reinschaufeln, Hauptsache die linke Magenhällfte ist voll, Geschmack ist bürgerlich-dekadent, Genosse.

Ich lese eigentlich nur Texte von Menschen, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie in ihren Bereichen mehr wissen, amüsant oder generell klüger sind. Meine Ansprüche sind gerade mal so hoch, dass ich Spiegel Online nicht anschaue - es ist also machbar. Aber nicht für den Freitag. Da ist kein einziger Autor, bei dem ich sagen würde: Der sticht da heraus, der ist richtig gut, der überrascht und begeistert, der versteht sich auf Ambivalenz oder Ironie. Und es ist schockierend, wenn das alles ist, was ein wahrlich nicht armer Mensch mit publizistischer Erfahrung auf die Reihe bekommt. Arme, dumme Linke. Man könnte sie immer noch ausdrucken und über ein Radio vorlesen, um damit Schwule zu ärgern, die auf ihre Sendung warten.

Das Radio nach einer Weile und einem Verweis wegen "bildungsbürgerlicher Dekadenz" - ich hatte ein Buch über hochgotische Gewölbe besprochen - zu verlassen, war eine sehr gute Entscheidung.

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Störung der öffentlichen Provinzordnung

Und, was machst Du so beruflich?

Oh, ich schreibe für ein grosses deutschen Nachrichtenportal Anlagetipps, die ich natürlich selber ausprobiere, Tafelsilber zum Beispiel.



Das ist zwar einiges an Recherche, man muss immer schauen, wann die Post kommt, und am Ende hat man keinen Platz mehr, aber an sich ist es eine ganz nette Arbeit. Und wenn ich Zeit habe, putze ich das Silber. Und schreibe drüber. So Zeug halt.

...

...

Aha.

Und, wie läuft´s in der grossen Fabrik?

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Grenzen durchbrechen

Ich finde es immer schade, wenn sich Medien Themen verschliessen - oder nur moralinsauer abhandeln - die den wahren Bürger wirklich ernsthaft umtreiben. Mit besten Grüssen an die Staatsmacht, die meinen Weg zwischen Meersburg und Überlingen ausbremste, ein kleines, aufgeschlossenes und gar nicht reichenfeindliches Traktat in der FAZ.

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